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Skye Thomas ~ Um Welten Entfernt #4 [Eine Harry Potter FF]

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14 Kapitel - 38.967 Wörter - Erstellt von: - Aktualisiert am: - Entwickelt am: - 7.092 mal aufgerufen - User-Bewertung: 5 von 5.0 - 9 Stimmen- Die Geschichte ist noch in Arbeit - 4 Personen gefällt es

Glück ist zerbrechlich, das muss auch Skye lernen, für die einen Moment lang alles perfekt schien. Eine dunkle Bedrohung nährt sich der primären Dimension, dann ist da noch das Trimagische Turnier mit all seinen Turbulenzen und der Zeitumkehrer rückt für Skye in den Hintergrund. Denn die Vergangenheit holt sie ein, nicht nur sie, sondern die ganze Welt der Zauberei.

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    ((cur))((bold))KLEINE NACHRICHT:((ebold)) Ich denke, ihr kennt die ganze Prozedur mittlerweile schon, deswegen halte ich es recht kurz. Willkommen zu

    KLEINE NACHRICHT:
    Ich denke, ihr kennt die ganze Prozedur mittlerweile schon, deswegen halte ich es recht kurz. Willkommen zu einem weiteren (langen) Jahr in Hogwarts!
    Danke, dass ihr noch immer mitlest, ihr Skyes Geschichte weiterverfolgt und mich unterstützt.
    Das musste ich sagen, bevor jetzt das Formelle kommt:
    Falls ihr die FF gerade erst entdeckt habt, empfehle ich euch, zuerst Teil #1 zu lesen, um alles besser zu verstehen.
    Hier ist der Link:
    https://www.testedich.de/quiz58/quiz/1544816396/Skye-Thomas-Um-Welten-Entfernt-1-Eine-Harry-Potter-FF
    Wenn ihr zu einem bestimmten Teil einen Kommentar verfassen wollt, dann schreibt einfach so etwas wie Zu
    Teil #1 dazu; dann weiß ich, welchen ihr meint, da die Kommentarbereiche zu den Teilen zusammengefasst sind.
    Kurz und knackig war das, also wird es jetzt losgehen. Viel Spaß bei der erneuten Reise nach Hogwarts!


    Kapitel 1: EINE DOSE VOLLER BRIEFE

    Schwungvoll schlug Skye ihre Englischlektüre zu und rollte sich aus dem Bett. Ihr war ganz schwummrig von der Aufdringlichkeit Shakespeares und so schleuderte sie das Buch auf ihren Schreibtisch und warf einen Blick auf die Uhr. In weniger als einer halben Stunde würde sie sich mit Harper treffen und das war eines der vielen Dinge, die sie gar nicht glauben wollte.
    Skye hätte nie gedacht, dass sie sich jemals mit Leuten wie Harper O’Connor anfreunden würde. Leute, die irgendwie rebellisch waren. Anders als andere und ganz und gar nicht der Norm entsprechend. Zweifellos war „rebellisch“ eines der letzten Adjektive, mit denen Skye sich beschreiben würde. Und trotzdem verstand sie sich mit Harper besser als erwartet.
    Das konnte sie genauso wenig glauben, wie die Tatsache, dass Betty und Padma nun schon seit geraumer Zeit von ihrem Geheimnis wussten. Vor drei Jahren hätte Skye niemals erwartet, dass es soweit kommen würde.
    Nicht, dass Skye es bereute. Es war mehr als eine Erleichterung, dass ihre besten Freundinnen von dem Zeitumkehrer wussten und sie nichts mehr zu verstecken hatte. Aber unglaublich, unglaublich war es dennoch.
    Schmunzelnd bückte Skye sich und angelte die alte Keksdose unter ihrem Bett hervor, in der sie die vielen Briefe ihrer Freundinnen aufbewahrte. Die drei hatten sich in diesem Sommer ständig geschrieben - schließlich gab es viel zu bereden - und das erste, was sie vereinbart hatten, war ein Wiedersehen, so bald wie möglich.
    Skye blätterte die Briefe durch, bis sie den einen fand, der ihr einen ganzen Tag blendende Laune beschert hatte:

    Skye,
    du wirst ausflippen, wenn du erfährst, was passiert ist: Ich (mit ein bisschen Hilfe von Emma) habe es geschafft, Mum so lange zu nerven, bis sie endlich nachgegeben hat!
    Wir dürfen zur Quidditch-Weltmeisterschaft! Das ist mehr als großartig, ich war noch nie bei so einem wichtigen Spiel und Emma ist auch ganz aus dem Häuschen. Weißt du, manchmal ist es recht vorteilhaft, eine Mutter im Ministerium zu haben, denn sie konnte noch Karten ergattern, obwohl diese so begehrt sind. Cho und Marietta kommen auch; ich weiß, du und Cho seid nicht gerade die besten Freundinnen, aber für solch ein Ereignis musst du dich einfach zusammenreißen.
    Padma darf sowieso, schließlich ist ihre Mum großer Quidditch-Fan, und du musst natürlich nicht viel nachfragen.
    Also, halt dich bereit! Wir müssen noch einiges organisieren.
    Betty


    Skye war schon jetzt schrecklich aufgeregt auf ihr erstes richtiges Quidditch-Spiel. Mittlerweile war alles besprochen: In ein paar Tagen würde sie zum Herrenhaus Mermaid‘s Pool reisen und von dort aus direkt zum Spiel Irland gegen Bulgarien.
    Sie legte den Stapel Briefe von Betty sorgfältig zu den vielen anderen Pergamenten. Nicht alle waren von Betty oder Padma - nein, denn Skye schrieb in letzter Zeit überraschend oft mit Jay.
    Ja, Jay, der Slytherin-Junge, über den sie im letzten Jahr wortwörtlich in der Bibliothek gestolpert war. Zwar hatte er ihr einen Klatscher vor den Kopf gedonnert, war eine Niete in Zauberkunst und oftmals viel zu frech, aber Skye hatte gemerkt, dass sie sich in vielem ähnelten.
    Als sie dann an ihrem Geburtstag überraschenderweise nicht nur Eulenpost von Betty und Padma, sondern auch von Jay, erhalten hatte, hatte Skye sich ein paar Sekunden lang unschlagbar gefühlt. Seitdem schrieben sie sich oft, über Briefe konnten man über alles reden: Spekulationen über den neuen Lehrer in Verteidigung gegen die dunklen Künste, das seltsame Ereignis im nächsten Jahr, von dem scheinbar alle wussten, nur sie nicht, und als Skye davon hörte, dass sie das Finale der Quidditch-Weltmeisterschaft sehen würde, war das erste was sie tat, einen Brief an Jay zu verfassen. Er würde auch da sein, weil sein Vater mit einem Mann befreundet war, der viel mit dem Minister zu tun hatte, und so waren sie an Karten gelangt, ohne überhaupt etwas bezahlen zu müssen.
    Andächtig schloss Skye ihre wertvolle Keksdose und schob sie wieder zurück auf ihren staubigen Platz unter dem Bett. Langsam wurde es wirklich Zeit, dass sie sich auf den Weg machte, also prüfte Skye, ob sie ihren Zauberstab hatte - den sie immer unauffällig unter ihrem T-Shirt versteckte -, warf einen prüfenden Blick auf ihren Kleiderschrank mit den versteckten Hogwarts-Schulbüchern und lief dann aus ihrem Zimmer.
    Schnell polterte sie die Treppe hinauf und steckte die Nase aus dem Fenster.
    „Ich treffe mich mit Harper“, teilte sie ihren Eltern mit, die kaffeetrinkend auf dem Balkon saßen.
    „Viel Spaß“, antwortete ihr Vater.
    „Diese Harper“, begann ihre Mutter, „mit der verstehst du dich gut, nicht?“
    Skye nickte etwas perplex über diese Frage. „Ja.“
    Ihre Mutter lächelte zufrieden. „Dann bis später.“
    „Bis später“, antwortete Skye und wollte sich schon umdrehen, da hielt ihre Mutter sie auf.
    „Ach, und Skye, Schatz, bitte räum‘ später noch dein Zimmer auf.“
    Skye verdrehte grinsend die Augen. „Ist gut, Mum.“
    Dann sauste sie die Treppe nach unten und huschte durch die Haustür.
    Das Wetter in Rosewood war gut, so gut, dass Skye sich schon auf ein Eis bei Giulia‘s freute. Mit schnellem Tempo marschierte sie durch die Straßen, und als sie auf dem Marktplatz ankam, wartete Harper schon dort.
    Skye fragte sich wirklich, wie man es aushielt, selbst im Sommer so viel Schwarz zu tragen.
    „Hey“, begrüßte Harper sie grinsend, als Skye hechelnd auf sie zulief. „Du siehst verschwitzt aus.“
    „Bin ich auch.“ Skye fächerte sich Luft zu. „Liegt wahrscheinlich an diesen unverschämten Temperaturen, die im Moment herrschen.“
    Als würden sie sich in Gedanken unterhalten, schlugen die beiden Mädchen gleichzeitig den Weg zur Eisdiele ein.
    „Hast du schon die Hausaufgaben gemacht?“, fragte Skye.
    Harper schüttelte den Kopf. „Wenn du mich fragst, ist Sommerlektüre das Dümmste, was man sich jemals ausgedacht hat.“
    „Ich glaube, das sieht Mr Brewer nicht so.“
    „Juckt nicht.“ Harper zuckte mit den Schultern. „Ich hatte in den Sommerferien Besseres zu tun.“
    „Wie zum Beispiel?“, fragte Skye stirnrunzelnd.
    „Also, weißt du“, begann Harper. „Meine Mutter schleppt mich jedes Jahr in so ein blödes Reitercamp. Und da war so ein Mädchen, die hatte schrecklich Heimweh, und alle haben sich darüber lustig gemacht.“
    „Und dann?“
    „Dann habe ich beschlossen, nicht so zu sein. Ich will nicht mehr einfach nur dabeistehen, sondern etwas tun.“
    Skye hörte überrascht zu. Sie hatte immer gedacht, dass Harper einer dieser Menschen war, die überzeugt gegen Ungerechtigkeit kämpfen.
    „Also, du willst praktisch deine Persönlichkeit umkrempeln“, fasste Skye zusammen.
    „Ein bisschen“, antwortete Harper.
    „Ich glaube, ich bin zu feige für so was“, gab Skye zu.
    „Das ist schlecht.“
    „Ich weiß.“
    Harper hob belehrend den Zeigefinger. „Du musst es wollen.“
    Skye zuckte mit den Schultern. Im Moment war sie eigentlich ganz zufrieden mit allem. Im Grunde konnte es so bleiben. Denn Skye fühlte sich irgendwie glücklich.

    BILD: Das Titelbild der Reihe

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    ((bold))((navy))Kapitel 2: KINDER SCOUT((ebold))((enavy)) Skye wollte es nicht wahrhaben, doch langsam aber sicher musste sie sich an die Tatsache gew

    Kapitel 2: KINDER SCOUT

    Skye wollte es nicht wahrhaben, doch langsam aber sicher musste sie sich an die Tatsache gewöhnen, dass die Schule in der sekundären Dimension bald wieder losgehen würde. Natürlich hatte sie alles andere als Lust und die Rosewood Grammar School wirkte nach sechs Wochen Sommerferien nicht gerade großartig, aber so war es doch immer. Und es gab nie so wirklich einen Ausweg und knallhartes Ignorieren wie Harper es tat half im Grunde auch nichts.
    Die einzige Sache, die Skye nun aufheiterte, war die Erwartung auf die Weltmeisterschaft und natürlich der Besuch bei Betty.
    Dabei war es gar nicht so einfach, richtig für solch ein Ereignis zu packen; Skye war - abgesehen von ein paar örtlichen Lacrossespielen - nie bei einem richtig sportlichen Event Zuschauer gewesen und so fragte sie sich bald, ob sie auch Fanartikel bräuchte, wie das Wetter werden würde und ob bei den Zauberern vielleicht doch alles ganz anders war. Natürlich hatte sie immer die Möglichkeit, noch etwas mittels einer kleinen Reise mit dem Zeitumkehrer nachträglich zu holen, aber Betty, Padma und sie hatten sich darauf geeignet, Skye sollte nicht einfach kofferlos aufkreuzen, schließlich war das viel zu auffällig.

    Nach ausführlicher Packarbeit und unbändiger Vorfreude war es dann endlich soweit: Die Reise zum Herrenhaus am Mermaid‘s Pool stand bevor. Es waren nun schon ganze zwei Jahre vergangen, seitdem Skye zum letzten Mal dort gewesen war. Sie konnte sich noch gut an das riesige Anwesen mit dem marineblauen Anstrich, sprechendem Tor und flüsternden Wänden erinnern, dennoch war sie sogar ein wenig aufgeregt.
    Da gab es schließlich auch noch immer die Möglichkeit, dass der Zeitumkehrer sie an einen ganz anderen Ort bringen (sie hatte schon die wildesten Sachen erlebt) oder sich weigern würde, überhaupt zu funktionieren. Das war Skye auch schon ein paarmal passiert und sie schloss daraus, dass Nicolas Flamel die falsche Nutzung des wertvollen Artefakts einfach vermeiden wollte.
    Aber mit ein bisschen Glück würde alles gut laufen, also drehte Skye am Tag der Abreise sorgfältig an dem passenden Rädchen, umfasste ihren Koffer und Twigs Käfig so fest wie sie konnte und ließ sich mit geschlossenen Augen elegant in die nachtschwarze Ewigkeit fallen.

    Als Skye wieder in die helle Sonne blinzelte, fand sie sich in einem dunklen Gässchen wieder, das vollkommen gewöhnlich und ganz und gar nicht nach einem magischen Haus aussah. Sie runzelte verwirrt die Stirn, beschloss dann aber schulterzuckend, dass die Winkelgasse im Grunde auch nichts anderes war.
    Also rollte Skye ihren Koffer über den unebenen Steinboden und stand nicht viel später auf einer Marktstraße, wo die Leute geschäftig auf- und abliefen. Skye bemerkte schnell, dass das Muggel sein mussten (die viel zu gewöhnlichen Kleider und das ernste Gesicht waren eindeutig), also versuchte sie, Twig möglichst unauffällig zu tragen, was bei einer mehr oder weniger überfütterten Schleiereule gar nicht so einfach war.
    Einen Blick auf die Bäckerei, die „Hayfields bestes Brot“ anpries, war noch ein eindeutiges Zeichen, wo Skye sich befand. Ungünstig war dabei nur, dass sie nie von einem Ort namens „Hayfield“ gehört hatte. Zwar war Geographie nicht ihr bestes Fach, aber dennoch war sie ratlos und mehr als frustriert. Natürlich konnte der Zeitumkehrer es ihr nicht einmal einfach machen.
    Skye fühlte sich mit ihrem Koffer eindeutig fehl am Platz. Die Leute starrten sie auffällig verwirrt an, während sie unter den vielen Blicken immer kleiner wurde.
    „Entschuldigung, Ma‘am“, fragte Skye nach kurzer Überwindung eine Frau, die vor dem Schaufenster eines Modegeschäfts stand und die Auslagen begutachtete. „Ich suche den Mermaid‘s Pool.“
    „Mermaid‘s Pool?“, fragte die Frau in einem schrecklich liverpoolerischen Akzent. „Da musst du auf den Kinder Scout.“
    „Den Kinder Scout?“, fragte Skye ratlos.
    „Der Berg dort.“ Die Frau zeigte auf ein moosbewachsenes Plateu, das hinter den Häusern in den Himmel ragte. „Der Wanderweg beginnt hier in Hayfield.“
    „Wanderweg?“
    Skye wollte nicht glauben, was sie da hörte. Sie sollte wandern? Mit Koffer und Eule im Schlepptau?
    Die Frau musterte Skye verwirrt. „Warum solltest du sonst zum Mermaid‘s Pool wollen? Es ist schließlich ein Nationalpark.“
    „Ja, ja, hatte ich vergessen“, antwortete Skye matt. „Wo beginnt denn der Wanderweg?“
    Die Frau erklärte ihr bereitwillig, wie man von Hayfields Marktstraße auf den Weg zum Kinder Scout kam und Skye hörte stumm zu. Nach knappem Dank lief sie mürrisch los.
    Hayfield war kein besonders großes Dörfchen, ein bisschen erinnerte es sie an Rosewood, aber der Kinder Scout sah dafür ganz anders aus.
    2,087 Fuß, warb ihn das Schild am Anfang des Weges an.
    Skye stöhnte frustriert und ließ sich auf einen nahegelegenen Stein sinken. Twig schuhute anklagend und sah Skye mit wachsamen Augen an.
    „Ich weiß ja auch nicht“, sagte Skye wie als Antwort.
    Sie warf einen kurzen Blick auf den Koffer, der ganz und gar nicht geeignet für eine Wanderung schien. Twig könnte sie fliegen lassen, aber viel würde das auch nicht helfen.
    „Beim nächsten Mal frage ich Betty, ob sie mich abholt“, sagte Skye diesmal mehr zu sich selber.
    Twig gurrte zustimmend und das brachte Skye auf eine Idee.
    „Stimmt!“ Sie sprang auf. „Betty kann mich nicht abholen. Aber ihre Hauselfe kann!“
    Ihr war plötzlich wieder eingefallen, dass Hauselfen auch apparieren und disapparieren konnten. Höchst zufrieden über diese Idee öffnete Skye ihren Koffer und wühlte zwischen den vielen Kleidern, Büchern und Kleinkram ein Stück Pergament hervor. Einen Kugelschreiber hatte sie schnell gefunden und so kritzelte sie eine Nachricht an Betty.
    Hastig sah sie sich um, denn wenn ein Muggel sie nun beobachtete, musste das äußerst eigenartig wirken. Aber der Wanderweg schien nicht gerade begehrt, also konnte sie ungestört Twig aus dem Käfig lassen und das Pergament an seinem Bein befestigen.
    „Beeil dich“, befahl sie ihm. „Es ist nicht besonders gewöhnlich, mit einem Koffer irgendwo in der Natur zu hocken.“
    Bei Eulen hatte Skye immer das seltsame Gefühl gehabt, als würden sie Menschen verstehen und auch Twig sah so entschlossen aus, dass sie das direkt geglaubt hätte. Er schraubte sich in die Höhe, bis er nur noch ein brauner Klecks inmitten des blauen Himmels zu erkennen war.
    Skye setzte sich wieder auf ihren Stein und ließ ihren Blick über die Landschaft schweifen. Das war genau einer dieser Orte, den ihre Eltern lieben würden. Große Wiesen, zwitschernde Vögel und ewige zu erklimmende Höhen.
    Skye hasste Wandern. Das war auch genau der Grund, warum sie hoffte, dass Twig sich beeilen würde.
    Und sie wartete.
    Sie wartete so lange, dass sie schon überlegte, ob ihre Idee überhaupt funktionieren würde. Konnten Hauselfen vielleicht doch nur sich selbst transportieren? Würde Betty ihre Nachricht überhaupt empfangen?
    Aber plötzlich erschütterte ein Knall die idyllische Landschaft.
    „Hier bin ich, Freundin der Herrin“, quiekte Tiny, die kleine, in in blaues Geschirrtuch gekleidete Hauselfe der Warringtons.
    „Endlich!“ Skye hätte das zierliche Geschöpf vor Freude am liebsten umarmt.
    Aber stattdessen raffte sie ihren Koffer auf und sah Tiny fragend an.
    „Du kannst mich doch mitnehmen, oder?“
    „Natürlich!“ Die Elfe nickte heftig. „Tiny hat auch schon den Tee aufgesetzt!“
    Skye schmunzelte etwas verschüchtert. Es war wirklich seltsam, wie unterwürfig Hauselfen waren. Aber für Leute wie Betty musste das wohl normal sein.
    „Sie müssen Tinys Hand nehmen!“, piepste diese und streckte Skye ihr winziges Händchen hin, das so zerbrechlich wie ein paar Salzstangen wirkte.
    „Und jetzt?“, fragte Skye.
    „Festhalten!“
    Es fühlte sich an, als würde Skye plötzlich in ein viel zu enges Rohr gepresst werden. Ihre Organe schienen sich zusammenzuballen, Farben und Formen wirbelten vor ihrem Auge umher und auch Luft schien sie keine zu kriegen. Das Gefühl war ganz anders als das Reisen mit dem Zeitumkehrer und eins stand fest: Es war schrecklich.
    Die paar Sekunden schienen sich ewig in die Länge zu ziehen, aber dann hörte es auf. Die Umgebung beruhigte sich wieder, marmorne Treppen erschienen wie aus dem Nichts und plötzlich hatte Skye wieder festen Boden unter den Füßen.
    „Alles in Ordnung?“, quiekte Tiny fragend, während Skye sich zittrig auf ihren Koffer stützte.
    „Abgesehen davon, dass ich mich wahrscheinlich gleich übergebe, ja“, erwiderte sie matt.
    Nach kurzem Umsehen erkannte Skye schnell, dass das der Eingangsbereich des Warrington-Anwesens war. Wüsste man nicht, dass hier jemand wohnte, könnte man den riesigen Flur mit dem gläsernen Springbrunnen und den vielen Türen fast für ein Museum halten.
    Skye musste an ihren ersten Besuch vor zwei Jahren denken. Damals hätte sie niemals geglaubt, dass Leute wirklich so lebten. Aber die Warringtons waren keine einfachen Leute. Sie waren Zauberer, und reinblütige noch dazu.
    „Tiny? Bist du das?“, erklang plötzlich eine Stimme von der Treppe und Skye schaute nach oben.
    „Betty!“, rief sie so laut, dass es ein wenig echote und kurz darauf erschien ein Kopf mit dunkelbraunem Haarschopf auf der rechten Treppe.
    „Da bist du ja!“, frohlockte Betty, drehte sich um und brüllte „PADMA! Nimm deine Füße in die Hand, Skye ist hier!“ in die oberen Stockwerke, die alle mit den beiden Treppen verbunden waren.
    „Ich habe mich ein wenig verspätet“, grinste Skye.
    „Ein wenig?“ Betty polterte eine der verschlungenen Treppen herunter. „Du bist wirklich immer die letzte.“
    „Du weißt schon“, sagte Skye mit gesenkter Stimme. „Zeitumkehrer-Komplikationen.“
    „Schlimm, das Ganze“, stellte Betty fest und zog Skye in eine feste Umarmung, während eine andere Person auf der Treppe erschien.
    „Da bist du ja endlich!“
    Padma eilte die Stufen hinunter und drückte Skye fast schon erleichtert.
    „Du hast ganz schön lange gebraucht“, sagte sie.
    Skye deutete auf ihr T-Shirt, dort wo der Zeitumkehrer versteckt war. „Da kannst du dich bei dem bedanken. Er hat mich in Hayfield ausgesetzt.“ Sie wandte sich anklagend an Betty „Du hast nie erwähnt, dass dieser Kinder Scout irgendein Wanderziel ist!“
    Betty zuckte mit den Schultern. „Die Warringtons waren die ersten hier oben. Nur irgendwann haben dann die Muggel beschlossen, das Gebiet zu einem Nationalenpark oder so zu machen.“
    „Nationalpark“, verbesserte Padma sie und Betty verdrehte die Augen.
    „Jedenfalls hatte ich nicht vor, den Weg hierhin zu wandern“, stellte Skye fest.
    „Tiny war natürlich sofort Feuer und Flamme“, berichtete Padma. „Wo ist sie überhaupt?“
    „Hat wahrscheinlich schon deinen Koffer hochgebracht“, sagte Betty. „Und um den Tee muss sie sich noch kümmern.“
    „Wollen wir nach oben gehen?“, fragte Skye.
    Betty nickte. „Emma will dich sicher auch begrüßen.“
    „Sind Cho und Marietta noch nicht da?“, fragte Skye, während die Drei die Treppe hochstiegen.
    „Sie kommen erst morgen“, antwortete Betty. „Mum ist auch bei der Arbeit. Wegen dem Quidditch-Finale, da geht es im Ministerium drunter und drüber.“
    „Warum?“, erkundigte Skye sich neugierig.
    „Die Sicherheitsmaßnahmen müssen perfekt sein und alles. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie anstrengend das für die in der Abteilung für Magische Spiele und Sportarten sein muss.“
    „Besser so“, ergänzte Padma. „Wenn man bedenkt, dass Sirius Black entkommen ist.“
    „Wenn du mich fragst, ist das eine Verschwörung“, sagte Betty. „Das meint Mum auch. Sie kennt Black von früher.“
    Mittlerweile waren die Mädchen im zweiten Stock angekommen; hier lagen sowohl Bettys als auch Emmas Zimmer, auf das sie zielstrebig zusteuerten.
    Emma hatte ihre Zimmertür in den letzten zwei Jahren mit noch mehr Postern, Stickern und Schildern zugekleistert; Skye konnte sich nur noch an das Plakat der Schicksalsschwestern, das unter einem großen Bitte-klopfen-Schild prangte, erinnern.
    Betty schien das kein Stück zu interessieren, sie rauschte ungeniert in Emmas Zimmer und Padma und Skye folgten ihr etwas schüchterner. Emma stöhnte genervt, diese Missachtung ihrer Regeln schien keine Neuheit zu sein.
    „Skye hat es auch endlich geschafft“, teilte Betty ihr großen Schwester mit.
    „Hey“, grinste Skye Emma zu, während diese schwungvoll aus ihrem Bett hüpfte und mit wenigen Schritten das Chaos in ihrem Zimmer überquert hatte.
    „Das hat aber lang gedauert“, stellte sie fest, während sie Skye durchs Haar wuschelte, als wäre sie ein Schoßhund.
    „Muggel-Eltern“, log Skye beflissen und Betty und Padma warfen sich einen bedeutungsvollen Seitenblick zu.
    „Schade, dass Mum nicht da ist“, sagte Emma. „Sie hätte sie sicher gerne kennengelernt.“
    „Schade“, antwortete Skye gedehnt und konnte sich ein Grinsen nur schwer unterdrücken.
    „Gibt es Neuigkeiten von deiner Eule?“, erkundigte Padma sich.
    „Gyth?“ Emma schüttelte den Kopf. „Wie vom Erdboden verschwunden.“
    „Und Mum will ihr erste eine neue Eule schenken, wenn sie mindestens acht ZAGs kriegt“, kicherte Betty schadenfroh.
    „Ratet mal, wer Mum diese bescheuerte Idee in den Kopf gesetzt hat“, sagte Emma säuerlich und Padma und Skye mussten gar nicht groß nachdenken.
    „Ich dachte nicht, dass sie das wirklich durchzieht“, meinte Betty scheinheilig und ging hinter der Tür in Deckung, da Emma nicht gerade friedfertig aussah.
    „Jetzt muss ich vorerst die Schuleulen benutzen“, berichtete Emma griesgrämig. „Und solange wir noch hier sind eine von unseren.“
    Während Betty hysterische lachte, wandte Padma sich begeistert an Skye. „Hier gibt es eine eigene Eulerei! Verrückt, nicht?“
    Kopfschüttelnd grinste Skye. Eine Eulerei im Haus, das war typisch Zauberer. Das Warrington-Anwesen war wirklich wie ein Museum. Aber ein schräges, das musste Skye zugeben.

    BILD: Hayfield

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    ((bold))((navy))Kapitel 3: ABSTECHER IN DIE SEKUNDÄRE DIMENSION((ebold))((enavy)) „Und deine Eltern, Skye?“ Mrs Warringtons Stimme riss Skye unsa

    Kapitel 3: ABSTECHER IN DIE SEKUNDÄRE DIMENSION

    „Und deine Eltern, Skye?“
    Mrs Warringtons Stimme riss Skye unsanft aus ihren Gedanken.
    „Wie bitte?“, fragte sie schnell.
    „Deine Eltern. Als was arbeiten sie?“ Mrs Warrington musterte sie seltsam genau, und Skye hoffte, dass man als Auror nicht darauf trainiert wurde, Lügen zu entlarven.
    Sie warf einen kurzen Blick zu Betty und Padma, die gegenüber von ihr an der langen Tafel saßen. Das Esszimmer wirkte seltsam verlassen ohne die vielen Leute, für die es gedacht worden war. Diese Leere schien von dem vielen Essen versucht gefüllt zu werden. Massen davon stapelten sich auf dem Tisch, liebevoll von Tiny angerichtet.
    „Sie sind Professoren“, antwortete Skye wahrheitsgemäß. „An einer Universität.“
    Mrs Warrington nickte interessiert. Obwohl es ihr freier Tag war, trug sie ein schwarzes, hochgeschlossenes Kleid. Skye fiel auf, dass sie Bettys Mutter noch nie ohne dunkle Umhänge gesehen hatte.
    „Es muss schwer für dich sein, dass deine Eltern kein Teil unserer Welt sind“, stellte Mrs Warrington dermaßen bestimmt fest, dass Skye erschrak.
    „Wie bitte?“
    Es dauerte kurz, bis ihr auffiel, dass Mrs Warrington wohl nicht die primäre Dimension meinte, sondern die Welt der Zauberer.
    „Ähm, ja“, fügte sie schnell hinzu. „Sehr schwer. Wirklich - ähem - hart.“
    Skye spürte, wie augenblicklich Röte in ihre Wangen kroch. Natürlich hatte Mrs Warrington nicht die primäre Dimension gemeint. Das wäre vollkommen unlogisch gewesen.
    Betty prustete belustigt in ihren Kürbissaft und schien sich sehr zu amüsieren. Das brachte ihr einen verwirrten Blick Emmas ein, was sie nur noch mehr zum Lachen brachte.
    „Du bist blöd“, stellte Emma fest und schnippte ihrer kleinen Schwester einen Brotkrumen ins Gesicht.
    „Emma!“, warnte Mrs Warrington streng und Betty sah so aus, als würde sie ihren Kürbissaft gleich über den Truthahn spucken.
    Skye beobachtete, wie Padma Betty ihren Ellenbogen in die Seite hieb, und musste selbst ein wenig über die Absurdität der ganzen Situation grinsen.
    „Gibt es denn Neuigkeiten von Bertha Jorkins?“, fragte Padma hastig, um das Thema zu wechseln.
    „Leider nicht“, antwortete Mrs Warrington bereitwillig. „Sie ist noch immer nicht wieder aufgetaucht. Das ist natürlich auch beunruhigend für das Ministerium . . . Gerade jetzt kommt es nicht besonders gut an, wenn Mitarbeiter verschwinden.“
    „Wegen der Weltmeisterschaft?“, fragte Skye.
    „Auch.“ Mrs Warrington holte kurz Luft. „Das war wahrscheinlich auch der Grund, warum sie plötzlich noch Karten für uns hatten. Wir Auroren werden bei der Weltmeisterschaft sehr begrüßt.“
    „Und dann ist Sirius Black auch noch entwischt“, ergänzte Betty, die sich mittlerweile wieder etwas beruhigt zu haben schien.
    Das schien Padma auf eine Idee zu bringen. „Betty hat erzählt, Sie haben Black gekannt?“, fragte sie neugierig.
    Mrs Warrington blieb für einen Moment stumm und warf Betty einen dieser Mutter-Blicke zu, die Skye nur zu gut kannte.
    „Entfernt“, antwortete sie schließlich. „Er war schon immer viel zu leichtsinnig. James Potter und er waren in Hogwarts als Unruhestifter bekannt. Auch nach ihrer Schulzeit hat sich daran nicht viel geändert.“
    Skye fragte sich stumm, was Mrs Warrington wohl von ihrer Theorie halten würde. Ob sie Black gut gekannt hatte?
    „Hatten Sie auch nach ihrer Schulzeit mit ihm zu tun?“, hakte Padma nach.
    Skye bemerkte direkt, dass diese Frage zu viel war.
    „Ja“, antwortete Mrs Warrington. „Aber es gibt manche Dinge, von denen vierzehnjährige noch nichts wissen sollten.“
    Und damit war das Gespräch beendet.

    Es war später Nachmittag, als Cho und Marietta endlich eintrafen. Skye begrüßte ihre Teamkollegin eher verhalten, schließlich hatten die beiden nicht gerade das beste Verhältnis miteinander.
    Die drei endlich wieder vereinten Freundinnen verkrochen sich schnell in Emmas Zimmer, wo sie hinter verschlossenen Tür kicherten und tratschten.
    Auch Betty, Padma und Skye versammelten sich, denn es gab etwas Wichtiges zu erledigen.
    „Und was ist, wenn du mich loslässt?“, fragte Padma, die mit einem besorgten Gesicht auf dem Boden in Bettys Zimmer saß.
    „Werde ich schon nicht“, versicherte Skye. „Was ist denn plötzlich los mit dir? Du warst doch immer so scharf darauf, mal in die sekundäre Dimension zu kommen.“
    Padma zuckte mit den Schultern. „Ja, schon, aber dieses Zeitumkehrer-Reisen klingt irgendwie gefährlich.“
    „Es ist gar nicht schlimm“, sagte Betty. „Dabei war ich beim ersten Mal noch nicht einmal darauf vorbereitet.“
    Skye nickte beipflichtend. „Aber wenn du nicht willst, ist es auch nicht schlimm.“
    „Na gut, na gut, ich mach‘s. Aber pass auf Skye, ja?“, erwiderte Padma geschlagen.
    „Natürlich. Keine Angst, ich bin Profi“, grinste Skye. „Kommt her.“
    Folgsam trotteten Betty und Padma zu ihr und stellten sich neben sie.
    „Und jetzt?“, fragte Padma.
    „Nicht durchdrehen bitte“, antwortete Skye, während sie den Zeitumkehrer hervorzog. „Ich zähle bis drei, dann nehmt ihr meine Hände“, befahl sie und drehte geübt an dem winzigen Rädchen zum Wechseln der Dimensionen.
    „Eins -“ Skye warf einen prüfenden Blick auf die verschlossene Zimmertür.
    „Zwei -“ Padma wimmerte aufgeregt.
    „Drei.“ Sie ließ den Zeitumkehrer los und Betty und Padma ergriffen ihre Hände.
    „Gut festhalten“, sagte Skye noch, dann kippten die drei Freundinnen ins nachtschwarze Unendliche.

    „Das war mit Abstand das Gruseligste, was ich in meinem ganzen Leben gemacht habe.“
    Padma sah wirklich so aus, als hätte sie gerade einen Geist gesehen und schaute sich mit großen Augen um.
    „Du hast recht“, sagte Betty zu Skye. „Man gewöhnt sich dran.“
    „Siehst du.“ Skye grinste.
    „Wo sind wir hier?“, fragte Padma neugierig.
    Auch Skye sah sich mehr oder weniger ratlos um. Sie waren mitten auf einer Straße gelandet, unauffällige Kleinstadthäuser reihten sich nebeneinander auf und alles in allem sah es sehr nach Rosewood aus.
    „Ehrlich gesagt, bin ich mir selbst nicht ganz sicher“, sagte Skye. „Rosewood, schätze ich. Aber hier sieht alles gleich aus.“
    Du weißt nicht, wo wir sind?“, hakte Padma mit panischem Unterton nach. „Das heißt, dass -“
    „Komm runter“, unterbrach Skye sie. „Ich finde mich schon zurecht. Irgendwo hängt sicher ein Schild.“
    „Ich glaube, dein Zeitumkehrer ist kaputt oder so“, stellte Betty fest.
    Skye knirschte mit den Zähnen. „Wahrscheinlich. Erst Hayfield und dann das.“ Sie seufzte. „Kommt. Am Ende der Straße gibt es sicher ein Schild.“
    Die Drei liefen wortlos den Bürgersteig entlang, bis Padma plötzlich in die Ferne zeigte. „Da kommt jemand.“
    Skyes Blick folgte ihrem Finger und wirklich, eine Person stapfte den Weg entlang. Sie war zu weit entfernt, um ihr Gesicht zu erkennen.
    „Tut auf Muggel“, befahl Skye.
    Betty und Padma prüften augenblicklich, ob ihre Zauberstäbe unter ihren T-Shirts sichtbar waren und auch Skye hoffte innigst, dass sie die Person nicht kannte.
    „Die sieht aber schräg aus“, bemerkte Betty plötzlich.
    Auch Skye schaute nun genauer hin und bekam einen fürchterlichen Schreck. Kurzes braunes Haar, schwarze, kunstvoll zerfetzte Kleidung. Es war Harper.
    „Ich kenne die“, flüsterte Skye panisch. „Stimmt mir einfach immer zu, okay?“
    Padma warf ihr einen Seitenblick zu. „Ist das das Mädchen, von dem du erzählt hast?“
    Skye nickte. „Ja. Genau die.“
    „Dann hoffe ich, dass du eine gute Ausrede parat hast.“
    Mittlerweile kamen sich die Vier immer näher und Skye schluckte. Warum hatte sie nur zugestimmt, Betty und Padma in die sekundäre Dimension mitzunehmen?
    „Hey! Was machst du denn hier?“ Harper winkte Skye schon von weitem zu.
    „Hallo“, rief diese zurück und zwang sich ein Lächeln auf. „Nur - ähem - zufällig.“
    „Ist ja lustig.“ Harper blieb vor ihnen stehen und zeigte auf ein Haus. „Da wohne ich nämlich.“
    Skye grinste matt, aber verfluchte innerlich den Zeitumkehrer. „Cool.“
    „Und, was macht ihr so?“, fragte Harper und warf einen Blick auf Betty und Padma, die mit unschuldigem Blick neben Skye standen.
    „Das sind . . . Freunde“, sagte Skye schnell. „Aus London. Sie sind zu Besuch, weil - weil meine Eltern mit ihren Eltern zu tun haben.“
    Harper grinste Betty und Padma neugierig zu, die ebenso gezwungen wie Skye lächelten.
    „Ich bin Padma“, stellte diese sich schnell vor, als Harper erneut den Mund öffnen wollte.
    Skye warf einen Seitenblick auf Betty, die Harper ein wenig zu fasziniert musterte und keine Anstalten machte, sich vorzustellen.
    „Und das ist Betty“, sagte Skye langsam und legte ihre Hand auf Bettys Rücken, wo sie sie kräftig zwickte.
    Betty zuckte zusammen. „Bei Merlins schlabbriger -“, beschwerte sie sich und brach dann abrupt ab.
    Skye hatte schon darauf gewartet, dass so etwas passieren würde. „Sie hat einen Sprachfehler“, erklärte sie schnell und diesmal war Betty schlau genug, stumm zu nicken.
    „Ähm . . . ja.“ Harper schien ziemlich verwirrt, sie musterte Betty, die einen hochroten Kopf bekommen hatte, mit einer sehr verwunderten Miene.
    „Es war schön, dich kennengelernt zu haben“, sagte Padma übereifrig und hielt Harper die Hand hin, die sie eher zögerlich schüttelte.
    „Wir müssen jetzt aber auch weiter“, erklärte Skye. „Bis bald dann . . .“
    Bevor Harper noch etwas sagen konnte, zog sie Betty mit und Padma folgte ihr gehorsam.
    „Tut mir leid“, entschuldigte Betty sich direkt, als sie außer Hörweite waren. „Das war ein Reflex.“
    Skye seufzte. „Ist schon okay. Sie denkt wahrscheinlich jetzt, du hättest einen an der Klatsche oder so.“
    „Sind Muggel alle so?“, fragte Betty.
    Padma seufzte. „Ich habe dir doch gesagt, du hättest Muggelkunde wählen sollen.“
    Skye fragte sich, was Harper nun wohl von ihr dachte. Diese Begegnung war mehr als eigenartig gewesen und Bettys Ausrutscher nicht gerade hilfreich. Sie hoffte, dass Harper sie nie wieder darauf ansprechen würde, aber andererseits wollte sie es auch, damit sie Dinge klarstellen konnte. Die Sache war mehr als kompliziert.
    Dank eines rettenden Straßenschilds konnte Skye ihre Freundinnen durch Rosewood führen, was gar nicht so einfach war. Es gab zwar nicht viele Häuser in ihrem Heimatdorf, aber dafür sah jedes gleich aus. Eintönig, langweilig, muggelhaft.
    „Kein Wunder, dass du uns nie hiervon erzählt hast“, sagte Betty. „Besonders spannend ist Rosewood ja nicht.“
    Skye konnte gar nicht anders, als ihr zuzustimmen. Natürlich war Rosewood im Vergleich zu Mermaid‘s Pool oder Hogwarts ein Nichts.
    „Mein Familie lebt schon seit Ewigkeiten hier“, erzählte Skye.
    Padma sah sich zwar recht interessiert um, aber sie war wahrscheinlich auch ein bisschen enttäuscht. Selbst wohnte sie in Norwich, einer Stadt im Osten Englands und Rosewood musste ihr im Vergleich sicher auch ziemlich kläglich vorkommen.
    Skye führte ihre Freundinnen ein wenig herum, sie aßen ein Eis bei Giulia‘s (Betty kam zum Schluss, dass es nicht ganz so gut schmeckte wie bei Florean Fortescues Eissalon) und dann wollte Padma unbedingt ihr Haus sehen. Nach kurzem Zögern gab Skye nach, aber nur unter der Bedingung, dass sie es sich von außen anschauen würden. Damit gab auch Padma sich zufrieden, also schlenderten sie betont unauffällig durch den Goordonweg, bis sie schließlich vor dem Haus 12b angekommen waren. Skye scheuchte ihre Freundinnen schnell hinter eine Hecke, wo sie niemand sah.
    „Hier wohnst du also“, sagte Padma fasziniert und begutachtete das unauffällige Reihenhaus mit dem kleinen Vorgarten und der weißen Hauswand, an der sich Efeu emporrankte.
    Skye nickte. „Da ist mein Zimmer.“ Sie zeigte auf das vordere Fenster, das Richtung Straße zeigte. „Und in diesem Strauch hat sich damals mein Hogwarts-Brief verheddert“, erklärte sie mit einem Blick auf den Vorgarten eines Nachbarn.
    Sie konnte sich noch gut daran erinnern, als sie eines Nachmittags von der Schule nach Hause kam und ihr ein gelbes Ding ins Gesicht geflogen war. Es war stürmisch gewesen und damals hatte Skye sich sehr über den Brief gewundert, der erschreckend genau adressiert war. Nie hätte sie erwartet, dass damit das größte Abenteuer ihres Lebens beginnen würde. Es war so viel seit diesem bedeutungsvollen Tag passiert: Sie hatte neue Freunde gefunden, Abenteuer erlebt und eine ganz andere Welt entdeckt.
    „Dürfen wir rein?“, bettelte Padma.
    „Nein.“ Skye schüttelte entschieden den Kopf. „Ein anderes Mal, wenn es wirklich sicher ist.“
    Padma schien enttäuscht, aber sie sagte nichts mehr. Die Drei beobachteten schweigend das Haus, versteckt hinter ihrer Hecke.
    „Ich kann noch immer nicht glauben, dass deine Eltern nichts von unserer Welt wissen“, sagte Betty plötzlich.
    Skye sah zu ihr herüber. Ein Ast hatte sich in Bettys Haaren verfangen.
    „Rein gar nichts“, bestätigte sie.
    „Hast du vor, es ihnen irgendwann zu sagen?“, fragte Padma.
    „Ich weiß es nicht“, seufzte Skye.
    Im Grunde wusste sie gar nichts. Meistens verdrängte sie diese Tatsache, aber Padma hakte unerbittlich nach.
    „Und wie stellst du dir das vor? Wenn ich richtig verstanden habe, was du uns erzählt hast, wird da was kommen. Und irgendwann musst du dich vielleicht entscheiden. Was willst du dann machen?“
    Skye schnürte es die Kehle zu, als Padma aussprach, was sie sich auch schon so oft gedacht hatte.
    „Ehrlich gesagt“, antwortete sie, „habe ich keine Ahnung.“

    BILD: Skye Thomas mit vierzehn Jahren

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    ((bold))((navy))Kapitel 4: VERBORGENE TÜRME((ebold))((enavy)) Der Besuch in die sekundäre Dimension schien Betty und Padma sehr zum Nachdenken gebra

    Kapitel 4: VERBORGENE TÜRME

    Der Besuch in die sekundäre Dimension schien Betty und Padma sehr zum Nachdenken gebracht zu haben. Sie philosophierten ständig über Rosewood und Skyes Zukunft.
    Natürlich nur, wenn Cho, Marietta und Emma nicht irgendwo herumlungerten, was sehr oft der Fall zu sein schien.
    Dann war da noch die Hauselfe Tiny, die immer zufällig dort zu putzen schien, wo Betty, Padma und Skye sich hinbewegen wollten, um ein privates Gespräch zu führen. Betty tat das direkt ab („Was erwartest du denn von ihr, sie ist eine Hauselfe. Die kann an gar nichts anderes als Putzen denken.“), aber Skye unterschätzte Tiny nicht. Also ging sie lieber kein Risiko ein.
    Bald trafen auch die Schulbriefe ein, was für große Aufregung unter den sechs Mädchen sorgte, denn für das nächste Jahr war ein Festumhang benötigt.
    „Wofür wir den wohl brauchen?“, fragte Padma aufgeregt.
    „Vielleicht will Professor Dumbledore die Schuluniform etwas umkrempeln“, erwiderte Skye trocken und Betty kicherte leise.
    Diese Neuigkeit ließ Emma, Cho und Marietta einen spontanen Ausflug in die Winkelgasse veranlassen und Betty, Padma und Skye folgten brav, schließlich vertrauten sie dem Geschmack der älteren Mädchen vollkommen. Stundenlang klapperten sie alle möglichen Läden der Winkelgasse ab, probierten Dutzende von Umhängen an und erfrischten sich ab und an mit einem Kürbissaft.
    Betty war als erste erfolgreich; sie suchte sich einen Festumhang von einer scharlachroten Farbe aus, die wahrscheinlich auch trotz meilenweiter Entfernung deutlich zu sehen war. Emma fand diese Auswahl eher fragwürdig, aber Skye musste zugeben, dass Betty wunderbar in solch eine Aufmachung passte.
    Padma war einer dieser Menschen, die in allem gut aussahen. Sie hatte riesigen Spaß an der ganzen Sache und probierte schrecklich viele Umhänge an, bis sie sich schließlich für einen türkisblauen entschied, in dem sie aussah wie eine indische Prinzessin.
    Skye fand solch eine Entscheidung gar nicht so einfach, schließlich hatte sie keine Ahnung, wofür der Festumhang überhaupt gebraucht wurde. Nach langen Beratungen der drei Modehauptkommissarinnen Emma, Cho und Marietta, wurde die Entscheidung getroffen, dass Skye am besten in einem marineblauen Festumhang von Madam Malkin aussah. Er war aus seidig weichen Stoff, der wunderschöne, königsblau schimmernde Falten warf, wenn man ihn bewegte und der hohe Preis war dabei keine Überraschung. Aber Skye erinnerte die Farbe an das Ravenclaw-Blau, und so gab sie schnell nach.

    Mrs Warrington war die meiste Zeit nicht zu Hause (nicht, dass Skye das etwas ausmachen würde) und so hatten Betty, Padma und sie fast das ganze Warrington-Anwesen für sich. Padma wollte unbedingt die Eulerei, ein kleiner Turm mit winzigem Fenster, gefüllt von einem beißenden Gestank und sechs Eulen, besichtigen, während Skye eher Interesse an den vielen Geheimgängen und versteckten Türen hegte. Nun, da das Geheimnis des Zeitumkehrers enthüllt war, schien Betty sich wohl verantwortlich zu fühlen, also offenbarte sie Padma und Skye jegliche Geheimgänge des verwirrenden Hauses.
    „Es gibt sicher noch mehr“, erzählte sie, als die Drei eines ruhigen Nachmittags durch den vierten Stock streiften. „Ich weiß nur von ein paar.“
    Hier lag das Schlafzimmer Cyneweard Warringtons, der Mann, der das Haus bei Mermaid‘s Pool erbaut und dort Wassermenschen studiert hatte. Es war zu einer Art Ahnengalerie geworden, in der unzählige Bilder der Warringtons hingen, Bilder von Hexen und Zauberern mit riesigen, weißen Perücken und prunkvollen Kleidern. Es gab Schriftstücke, die nur durch die Kraft der Zauberei erhalten worden waren, Zauberstäbe und seltsame Artefakte, die Skye äußerst suspekt vorkamen. Als Betty ihnen das gezeigt hatte, fragte Skye sich, wie es wohl sein musste, seinen Stammbaum so weit zurückverfolgen zu können. Sie selbst wusste nicht viel über ihre Familie und das machte ihr auch nichts aus, aber trotzdem fand sie die Vorstellung irgendwie interessant.
    Während die drei Mädchen die Treppe hinunterliefen, überlegte Skye, wie sie wohl aufgewachsen wäre, wenn sie aus einer reinblütigen Familie käme. Ob sie wie Betty ein riesiges Haus gehabt hätte? Zwar hatte Jay gesagt, dass dies nicht bei jedem Reinblut der Fall war, aber die Vorstellung gefiel ihr zu sehr. Sie hätte diese Welt von Kindheit an gekannt, vielleicht würden ihre Eltern auch im Zaubereiministerium arbeiten und am Abend würden sie über Dinge wie Quidditch oder Neuigkeiten aus der Zauberwelt sprechen. Skye hätte viel früher einen eigenen Besen bekommen und könnte Dinge wie Kugelschreiber als höchst sonderlich ansehen.
    Aber so war es nicht und so würde es auch nie sein. Sie war ein Teil der Muggelwelt und das würde sich nie ändern, egal was sie tat.
    „Ich glaube, Emma ist im Moment nicht besonders gut auf mich zu sprechen“, sagte Betty gerade zu Padma.
    Sie waren wieder im zweiten Stock angekommen und konnten leises Reden aus Emmas Zimmer hören.
    „Ich kann sie verstehen“, antwortete Padma schulterzuckend. „Wäre ich wahrscheinlich auch nicht.“
    Betty seufzte theatralisch. „Kaum vorzustellen, dass sie schon im fünften Jahr ist.“
    „Und dann noch die ZAGs . . .“, sagte Padma besorgt. „Da habe ich Riesenangst vor. Was ist, wenn wir die verhauen?“
    „Du bist viel zu ängstlich, Padma“, stellte Betty fest. „Natürlich wirst du sie nicht verhauen. Allein wenn man bedenkt, wie viel Mühe du dir immer gibst.“ Betty schüttelte sich. „Beängstigend.“
    „Manchmal frage ich mich, wie du es nach Ravenclaw geschafft hast“, seufzte Padma, während sie hinter Betty in deren Zimmer trat.
    „Der Sprechende Hut war sich ziemlich sicher“, erzählte Betty und vollführte einen Kopfsprung auf das Sofa. „Vielleicht, weil meine ganze Familie Ravenclaws sind.“
    Padma ließ sich auf das große Himmelbett fallen und zupfte die blaue Tagesdecke zurecht. Skye folgte ihr und betrachtete die Wendeltreppe, die zu einer verschlossenen Falltür an der Decke führte. Sie hatte sich schon vor zwei Jahren gefragt, was sich dahinter verbarg.
    „Betty“, begann sie. „Diese Wendeltreppe, wohin führt die eigentlich?“
    Betty zögerte kurz, gab dann aber nach. „Nur ein kleiner Turm. Nichts Besonderes.“
    „Dürfen wir ihn sehen?“, bettelte Padma mit leuchtenden Augen.
    Skye beobachtete genau, wie Betty überlegte. Was sie in dem Turm wohl versteckte?
    „Na gut.“ Betty stand auf und lief zu ihrem Schrank, den sie öffnete und in einem Fach herumwühlte. „Kommt.“ Sie stieg die kleine Treppe hinauf und fummelte am Schloss der Falltür herum, bis sie wie von Zauberhand aufging.
    Padma war schon längst aufgesprungen und spähte neugierig in den dunklen Raum hinter der Falltür. Betty kraxelte durch die Falltür und Skye wartete zögerlich auf der steilen Wendeltreppe, während Padma sich auch in den Raum hievte.
    Die Öffnung war gerade so groß, dass ein schmaler Mensch hindurchpasste und Skye hielt sich vorsichtshalber an Bettys Hand fest, während sie durch die Öffnung krabbelte.
    Vor ihr eröffnete sich ein kleines Kämmerchen, nur erhellt durch das dämmrige Licht einiger an der Wand befestigten Kerzen. Die Wände bestanden aus Holz, so wie das einzige Möbelstück, eine lange, wacklige Leiter.
    „Verrückt“, stellte Padma fest, aber sie war sichtlich begeistert, als sie der schweigenden Betty hinterherkletterte.
    Skye hoffte, dass die Leiter besser hielt als sie aussah und folgte den anderen über die knirschenden Sprossen.
    „Die Leiter solltest du dringend mal erneuern lassen“, rief sie zu Betty nach oben. „Lange hält die nicht mehr.“
    „Magie“, kam als Antwort herunter.
    Skye war froh, als Betty endlich die nächste Falltür öffnete und Padma ein begeistertes „Wow!“ ausstieß. So schnell wie möglich kletterte sie hinterher und schloss die Tür hinter sich.
    Betty hatte recht gehabt, die drei Mädchen hockten wirklich in einem Turm. Zwar war er schmal und nicht besonders hoch, aber dafür äußerst gemütlich. Kissen waren über den Boden verteilt, Skye entdeckte einige geöffnete Packungen Süßigkeiten und eine zusammengeknüllten Decke. Das kleine Fenster war viel zu hoch, um hinauszuschauen, aber Skye vermutete, dass man von hier oben einen großartigen Ausblick haben musste.
    „Warum hast du uns das nicht früher gezeigt?“, fragte Padma, während Betty die Falltür schloss.
    „Weißt du“, sagte sie und und lehnte sich an ein Kissen. „Es war irgendwie zu . . . privat.“
    „Privat?“, fragte Skye neugierig.
    „Früher . . . als ich noch nicht in Hogwarts war, da bin ich immer hier hoch geklettert, wenn es mir schlecht ging.“ Betty stützte das Kinn auf die Knie. „Wenn ich Emma oder Mum nicht sehen wollte, habe ich die Falltür abgeschlossen und hier stundenlang gesessen und gelesen.“
    Skye stellte sich augenblicklich eine kleine Betty vor, die in die Decke gekuschelt stundenlang in ihrem Turm saß und sich vor der Welt versteckte.
    Betty zuckte mit den Schultern. „Ich weiß, das klingt irgendwie dumm.“
    „Nein, tut es nicht“, erwiderte Padma mit Nachdruck.
    Skye nickte beipflichtend. Es überraschte sie immer wieder, wie viel Betty eigentlich von sich versteckte. Nur manchmal kam an die Oberfläche, was wirklich passiert war. So wie damals im Hogwarts-Express, als die Dementoren ihr so zugesetzt hatten. Oder jetzt, in dem Turm, den sie wahrscheinlich am liebsten für immer vor ihren Freundinnen geheimgehalten hatte. Skye konnte sich nicht vorstellen, wie es war, ihren Vater zu verlieren. Aber jetzt wusste sie, was Betty in ihrem Turm verbarg. Es waren Erinnerungen.

    BILD: Betty (Elizabeth) Warrington mit vierzehn Jahren

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    ((bold))((navy))Kapitel 5: ZELTPLATZ EINS((ebold))((enavy)) Es war schrecklich früh, als Betty am Morgen der Quidditch-Weltmeisterschaft ins Gästezi

    Kapitel 5: ZELTPLATZ EINS

    Es war schrecklich früh, als Betty am Morgen der Quidditch-Weltmeisterschaft ins Gästezimmer gestürmt kam und Padma und Skye unsanft aus dem Schlaf riss.
    „Aufstehen! Wir müssen gleich los!“
    „Halt die Klappe“, stöhnte Skye, während sie versuchte, Betty ihre Decke aus der Hand zu reißen, die sie aber unerbittlich wegzog.
    Sie fühlte sich so, als wäre sie gerade erst schlafen gegangen, und als sie sich endlich aus dem Bett schwang, wäre sie am liebsten wieder zurück und die warme Decke gekrochen. Skye liebte das späte Aufstehen in den Ferien, aber für eine Weltmeisterschaft musste man sich zusammenreißen.
    Nachdem Padma und Skye hektisch ins Bad gehastet waren, polterten sie die Treppen nach unten, wo Betty und Mrs Warrington schon warteten. Beide schienen hellwach, ganz im Gegensatz zu Emma, Cho und Marietta, die auch bald zu ihnen geschlurft kamen.
    „Wo gehen wir jetzt hin?“, fragte Skye, während sie ihren Rucksack schulterte, in den sie all ihre Habseligkeiten gepackt hatte.
    „Nicht weit ist ein Portschlüssel deponiert“, antwortete Bettys Mutter.
    „Portschlüssel?“
    „Wir dürfen noch nicht apparieren“, erklärte Betty. „Also müssen wir damit reisen.“
    Skye fragte sich zwar noch immer, was ein Portschlüssel denn überhaupt sei, aber trotzdem folgte sie den anderen aus der Eingangshalle.
    Ein Schauder durchfuhr sie, als sie in die kühle Morgenluft trat. Die Sonne hatte ihre roten Strahlen schon über den Himmel ausgebreitet, aber nächtlicher Tau ließ Skyes Turnschuhe beim Wandern ganz nass werden. Allesamt hatten sie Muggelkleider anziehen müssen, was ihr zwar nicht besonders schwer fiel, aber insgeheim fand Skye, dass Mrs Warrington in ihrem glatten, dunkelgrauen Hosenanzug für eine Weltmeisterschaft etwas zu adrett angezogen war.
    Das von dem mürrischen Adler bewachte Tor schloss sich mit einem metallischen Klicken, als die Warringtons ihr Anwesen verließen und Skye fragte sich, ob nun ein magischer Bann über dem leeren Haus lag.
    Aufgeregt redend stapften sie durch das nasse Gras am Mermaid‘s Pool vorbei, wo das Morgenrot sich auf seiner dunklen Oberfläche glitzernd kräuselte, und wanderten immer weiter in Richtung Hayfield, das in der Ferne ganz klein zu sehen war.
    „Wo ist eigentlich das Zelt?“, fragte Skye, während sie einen schmalen Pfad entlangliefen.
    Betty nickte zu ihrer Mutter hin, die ganz vorne lief. „Mum trägt es.“
    Skye hatte sich schon vorher gewundert, was Mrs Warrington da auf dem Rücken hatte, es sah aus wie ein Klumpen Stoff, aber viel zu klein für ein richtiges Zelt, in dem sieben Leute schlafen sollten.
    „Wir sind da“, sagte Mrs Warrington plötzlich und blieb mitten auf der Wiese stehen.
    Aufgeregt sah Skye sich um, aber nirgendwo sah sie etwas, das dem Hogwarts-Express oder Besen gleichkam.
    Da lag nur ein durchlöcherter Fußball.
    Mrs Warrington sah ihn prüfend an und blickte dann zu den Mädchen. „Kommt. Gleich geht er.“
    Wie selbstverständlich reihten sich alle um den alten Fußball auf, auch Skye machte mit, war aber ziemlich verwirrt.
    „Ist das ein Portschlüssel?“, fragte sie Betty, die wie die anderen den Finger auf den Ball gelegt hatte.
    „Was sonst?“ Sie grinste über ihren Witz, aber Skye fiel einiges ein, was der Portschlüssel sonst noch sein konnte.
    Plötzlich wehte eine kühle Brise über die hügelige Landschaft und zerrte an Skyes Kleider. Sie fröstelte. Was war das hier?
    „Bereit machen“, sagte Mrs Warrington.
    „Du musst deinen Finger drauflegen, Skye!“, rief Padma ihr panisch zu und im letzten Moment griff Skye nach dem Fußball, bevor der Wind sie plötzlich vom Boden zu reißen zu schien.
    Sie tauchte in einen Farbwirbel ein, aber der Fußball klebte weiter an ihrem Finger, kalte Luft trocknete ihre Augen aus und ließ sie die Orientierung verlieren . . .

    Skye fiel mit dem Gesicht voraus in feuchten Grasboden; irgendwo fluchte jemand und sie fühlte sich, als hätten ihre Organe nun schlussendlich aufgeben.
    Langsam stemmte sie sich hoch und ließ ihren Blick über die weite, moorige Landschaft schweifen. Vor Skyes Augen schien es sich noch immer zu drehen und Padma musste ihr hochhelfen, während sie versuchte, das Grummeln in ihrem Magen zu ignorieren.
    „Haben Sie Rufus irgendwo gesehen?“, fragte Mrs Warrington gerade einen müde aussehenden Mann in Tweed-Anzug.
    „Nun, da müssen Sie Shacklebolt fragen, Ma‘am“, erwiderte der Mann und kratzte sich an seinem Dreitagebart.
    Im Vergleich zu Mrs Warrington, die in ihrem glatt gebügelten Hosenanzug sehr fein aussah und deren Haarknoten trotz der Reise mit dem Portschlüssel keinen Schaden genommen zu haben schien, sah er ganz und gar nicht wie ein Angestellter des Ministeriums aus. Sein Kollege trug die selbe sonderliche Kleiderkombination - Poncho und Kilt - und wirkte auch genauso übermüdet.
    „Alles gut?“, flüsterte Padma, während Mrs Warrington sich weiterhin mit dem Mann unterhielt.
    „Mehr oder weniger“, sagte Skye matt und ließ dabei unerwähnt, dass sie vielleicht gleich einen Eimer benötigen würde.
    „Nun, Basil, wenn Sie Mr Scrimgeour sehen, dann schicken Sie ihn bitte zu mir“, sagte Mrs Warrington gerade streng zu dem Mann im Tweed-Anzug.
    „Ja, werde ich“, antwortete Basil. Er schien froh, als Mrs Warrington und die sechs Mädchen endlich davonstapften.
    „Das erste Feld, nicht wahr?“, fragte Marietta, während sie durch das Moor liefen, das wolkenverhangen und einsam so gar nicht einladend aussah.
    „Ja.“ Mrs Warrington führte sie zu dem Zeltplatz, der schon ziemlich voll schien.
    Skye war noch immer etwas wackelig auf den Beinen und war froh, als sie sich gegen den Zaun lehnen konnte, während Mrs Warrington sich dem Muggel-Zeltaufseher zuwandte.
    „Dafür, dass du ständig mit dem Zeitumkehrer unterwegs bist, kannst du andere magische Fortbewegungsmittel aber wirklich nicht gut vertragen“, sagte Padma leise zu Skye.
    Betty grinste. „Na dann viel Spaß beim Apparierkurs. Ich nehme dir einen Eimer mit.“
    Der Gedanke an einen Apparierkurs fand Skye auch ziemlich beunruhigend, aber Mrs Warrington befahl, dass sie nun ihren Platz suchen würden.
    Während sie über den Zeltplatz liefen, fragte Skye sich, warum der Muggel-Aufseher nicht misstrauisch wurde. Die Zelte gehörten eindeutig Zauberern, sie übertrafen sich geradezu an seltsamen Ausbauten, von Türmen bis zu Springbrunnen gab es alles.
    Nach einem kurzen Fußmarsch waren sie vor einer freien Stelle angekommen, in dem ein Schild mit der Aufschrift Warrington steckte. Mrs Warrington zückte ihren Zauberstab und sah sich prüfend um.
    „Ist das überhaupt erlaubt, Mum?“, fragte Emma.
    „Nicht ganz“, antwortete ihre Mutter.
    Skye war erstaunt, dass die überaus korrekte Mrs Warrington nun mit einem lässigen Schlenker ihres Zauberstabes die Stoffkugel, die sie die ganze Zeit auf dem Rücken getragen hatte, durch die Luft wirbeln ließ. Wahrscheinlich wollte sie das Zelt einfach nicht per Hand aufstellen und Skye konnte ihr dies bei dem Anblick auch nicht verübeln.
    Sie hatte noch nie so ein ungewöhnliches Zelt gesehen; einmal war sie mit der Klasse Campen gewesen, aber aus gestreifter Seide waren diese normalerweise ganz bestimmt nicht. Zwei Pfauen hielten den Stoff wie als Eingang zurück und als Skye hinter Betty hinein trat, fragte sie sich, was ihr bisheriger Physikunterricht überhaupt gebracht hatte.
    Mehrere Stockwerke, verbunden durch metallene Leitern, erinnerten sie an das Warrington-Anwesen. Ein Tisch, Sessel und sogar ein Kamin erweckten den Eindruck eines kuscheligen Wohnzimmers. Es war so außergewöhnlich, dass es Skye direkt gefiel.
    Betty warf ihren Rucksack von sich und ließ sich auf das knautschige Sofa fallen.
    „Unser Zelt ist nicht so groß“, sagte Padma neidisch, während sie sich umsah. „Wir haben nur einen Sessel. Parvati und ich streiten uns ständig darum.“
    Skye schnaubte. „Wart ihr jemals in einem Muggelzelt?“
    Betty und Padma sahen sie beide verwirrt an, also winkte Skye ab und schlenderte beeindruckt durch das Wohnzimmer.
    Bei den Warringtons schien wirklich alles groß zu sein. Ein Zelt in diesen Ausmaßen hatte sie noch nie gesehen.
    Emma, Cho und Marietta waren schon nach oben geklettert und Mrs Warrington diskutierte mit einer Person, die im Kaminfeuer erschienen war. Skye beobachtete sie unauffällig, sah aber schnell weg, als Bettys Mutter sich aufrichtete.
    „Tut mir leid, aber ich muss noch einmal los“, sagte Mrs Warrington und griff nach ihrem Zauberstab, der auf dem Kaminsims lag.
    „Was ist?“, fragte Betty neugierig.
    „Ich muss mit Rufus reden“, antwortete Mrs Warrington knapp. „Wenn ihr Hunger habt, könnt ihr euch was von dem Proviant holen. Sag bitte deiner Schwester Bescheid, Betty.“
    Während Betty folgsam nickte, rauschte ihre Mutter aus dem prunkvollen Zelt und Skye machte ein verwirrtes Gesicht.
    „Warum ist Tiny nicht mitgekommen?“
    „Ihr behagt es nicht, das Haus zu verlassen“, erklärte Betty.
    Skye tat die kleine Hauselfe augenblicklich leid. Den ganzen Tag putzen und kochen, das klang nicht besonders spannend. Und sie schien nicht anderes als das Warrington-Anwesen zu kennen.
    „Lasst uns doch mal schauen, was die anderen machen“, schlug Betty vor und nickte zu der Leiter.
    Skye war froh, dass diese nicht so lang war wie die in Bettys Turm, also schwang sie sich hinter Padma auf die zweite Ebene. Hier standen lauter Betten, zwar nicht so glamourös wie die in Mermaid‘s Pool, aber Skye fragte sich trotzdem, wie simpler Zeltstoff solch ein Gewicht aushalten konnte. Dabei war die Antwort ganz logisch: Magie.
    Emma, Cho und Marietta hatten es sich zu dritt auf einem der Betten gemütlich gemacht und Betty ließ sich einfach neben sie fallen.
    „Mum ist noch einmal los, um mit Scrimgeour zusprechen“, erklärte sie.
    „Und ihr?“ Emma sah von ihrer kleinen Schwester zu Skye und Padma, die etwas schüchtern neben dem Bett standen. „Wollt ihr unsere Gespräche belauschen?“
    „Ganz lustig drauf heute, nicht?“ Betty streckte die Zunge heraus. „Aber wenn du schon so fragst, Schwesterherz, warum nicht?“
    Sie winkte Padma und Skye zu, die sich auch dazu setzten, obwohl das Bett mittlerweile recht voll wurde.
    „Und, über was redet ihr Schönes?“, fragte Betty frech grinsend.
    Emma schlug ihr das Kissen ins Gesicht. „Erwachsenenkram.“
    Padma kicherte leise und Betty zog eine Schnute. „Erzähl doch mal. Über was tratschen Fünftklässler? Jungs? ZAGs? Snapes Lieblingsshampoo?“
    „Ha, ha.“ Emma verdrehte die Augen.
    „Eigentlich waren wir gerade dabei zu besprechen, was wir heute noch machen wollen“, fügte Marietta hinzu.
    „Und, was wollt ihr machen?“, erkundigte sich Padma.
    „Uns etwas umsehen vielleicht. Ihr könnt ja mitkommen.“
    „Immer gerne“, sagte Betty gut gelaunt und auch Padma nickte zustimmend.
    Skye und Cho wechselten diesen seltsamen Blick, eine stumme Einigkeit, dass sie sich heute zusammenreißen würden.
    „Also gut“, sagte Skye und richtete sich auf.

    Als die Mädchen aus dem Zelt traten, ging es auf dem Zeltplatz schon um einiges munterer zu. Skye beobachtete mit großen Augen, wie kleine Kinder auf Spielzeugbesen durch die Luft flogen oder herumliefen, während ihre Eltern im Zelt zugange waren.
    Hier und da liefen beschäftigt aussehende Ministeriumsarbeiter herum und Betty und Emma grüßten sogar manche von ihnen fröhlich. Skye fiel auf, dass sie noch nie besonders über Mrs Warrington und ihre Arbeit als Aurorin nachgedacht hatte. Sie wusste nur, dass man in diesem Beruf dunkle Zauberer bekämpfte, aber gab es davon heutzutage überhaupt noch welche?
    „Wer ist eigentlich dieser Scrimgeour, von dem deine Mutter gesprochen hat?“, fragte Skye, während sie an einer Gruppe russischer Hexer mit ernsten Gesichtern vorbeiliefen.
    „Der Leiter vom Aurorenbüro“, erklärte Betty.
    Emma schien auch zugehört zu haben und ergänzte: „Er gibt praktisch die Befehle.“
    Skye nickte nachdenklich. Diese ganzen Erzählungen vom Zaubereiministerium brachten sie zum Nachdenken. Irgendwann müsste sie sich auch für einen Beruf entscheiden. Ihre Eltern machten in unauffälligen Kommentaren gerne deutlich, dass sie eine Ausbildung in der Medizin äußerst empfehlenswert fanden, aber Skye sträubte sich noch.
    Und in der Zauberwelt? Da hatte sie schließlich niemanden, der ihr etwas vorschrieb.
    „Was wollt ihr denn mal werden?“, fragte Skye die anderen, die alle etwas erstaunt von dieser Frage schienen.
    „Keine Ahnung.“ Betty zuckte mit den Schultern. „Ich weiß ja noch nicht einmal, was ich zu Mittag essen will.“
    „Wir müssen uns dieses Jahr für eine Berufsrichtung entscheiden, wegen der ZAGs“, erzählte Marietta.
    Sie kannte sich gut mit solchen Dingen aus, schließlich arbeitete ihre Mutter auch im Ministerium.
    „Um Auror zu werden, braucht man echt gute Noten“, erklärte Emma, die mit dem Gedanken zu spielen schien. Plötzlich schlich sich jedoch ein Grinsen auf ihr Gesicht und sie klopfte Cho mütterlich auf die Schulter. „Und sie will Quidditch-Spielerin werden!“
    „Quidditch-Spielerin?“, fragte Padma neugierig.
    „Ach hör doch auf“, erwiderte Cho leise und errötete ein wenig.
    „Natürlich unterstützen wir sie dabei“, fügte Emma hinzu. „Nicht, Mar?“
    Marietta nickte zustimmend. „Logisch.“
    Kichernd liefen die Mädchen weiter und bewunderten die vielen Zelte, die teilweise sogar noch außergewöhnlicher als das der Warringtons aussahen.
    „Ich weiß es auch noch nicht genau“, überlegte Padma. „Aber vielleicht Professorin.“
    „Professorin?“ Betty grinste. „In Hogwarts? Du kannst ja Schulleiterin werden. Dumbledore macht glaube ich eh nicht mehr lange.“
    „Betty!“, tadelte Skye ihre Freundin, die grinsend abwinkte.
    „Ist doch so.“
    Mittlerweile kamen sie in eine Ansammlung von Zelten, die allesamt mit grünen Kleeblättern bedeckt waren. Irgendwo sang jemand und eine kleine, scheinbar lebendige Koboldfigur hüpfte über den abgetrampelten Pfad.
    „Die meinen es aber ganz schön ernst“, bemerkte Skye.
    „Irgendetwas müssen sie ja machen“, sagte Emma. „Nachdem Bulgarien Krum hat.“
    „Krum?“, fragte Padma. „Ist das eine Taktik?“
    „Viktor Krum.“ Diesmal meldete Cho sich zu Wort. Sie schien zu wissen, wovon sie sprach. „Er ist ein ein weltklasse Sucher. Nicht viel älter als wir, ich glaube, er geht noch zur Schule.“
    „Und der spielt heute Abend?“, hakte Skye nach.
    „Natürlich“, sagte Betty. „Jeder kennt ihn!“
    Skye behielt für sich, dass sie das vorher noch nicht getan hatte, und folgte lieber den anderen stumm aus dem Kleeblatt-Lager heraus. Mittlerweile waren sie fast beim Ende des Feldes angekommen und eine lange Schlange hatte sich schon bei dem Wasserhahn gebildet.
    „Brauchen wir kein Wasser?“, fragte Skye.
    „Wir haben doch ein Zelt“, sagte Betty dermaßen selbstverständlich, dass Skye beschloss, ihr irgendwann einmal ein Muggelzelt zu zeigen.
    Sie wollten gerade weitergehen, als jemand von irgendwoher ihren Namen rief. Ratlos sah Skye sich um, bis sie eine winkende Person mit Eimer in der Hand in der Schlange stehen sah.
    Als Skye weiter in Richtung Schlange lief, konnte sie nun endlich das Gesicht des Mädchens erkennen. Braune Haare und ein spitzes Gesicht, es war Emily Abercrombie.
    „Emily?“, fragte Skye überrascht. „Du auch hier?“
    „So ein Ereignis würde ich mir doch nie entgehen lassen!“, antwortete Emily fröhlich. Sie sah älter aus, und irgendwie reifer. Es war ungewohnt, sie nicht in der Quidditch-Montur oder Ravenclaw-Uniform zu sehen. „Du bist ja richtig groß geworden! Viertes Jahr, nicht?“
    Skye nickte. „Und du? Spielst du immer noch Quidditch?“
    „Gelegentlich. Im Moment mache ich eine Ausbildung zur Heilerin beim St. Mungo.“
    Beeindruckt nickte Skye. Heilerin, das klang wichtig.
    „Und das Team? Ich habe gehört, Roger ist euer neuer Captain. Wie schlägt er sich?“, erkundigte Emily sich.
    „Ganz gut. Er ist noch ein bisschen verschüchtert“, antwortete Skye wahrheitsgemäß. „Letztes Jahr war nicht gerade erfolgreich. Gryffindor hat den Pokal gewonnen.“
    Emily schnalzte missbilligend mit der Zunge. „Das erzähle ich besser nicht Arthur.“
    „Ist er auch da?“
    Arthur Wright war der ehemalige Captain der Ravenclaw-Mannschaft gewesen. Er hatte für seinen Sport gelebt und deswegen schien Davies manchmal auch so besorgt, ihm gerecht zu werden.
    „Darauf kannst du wetten.“ Emily grinste. „Wir sind eigentlich auf einem anderen Zeltplatz, aber die Bulgaren haben dort den Wasserhahn eingenommen, also bin ich kurzerhand zu euch gelaufen. Arthur ist gerade dabei, sich bei Ludo Bagman einzuschleimen.“
    Skye bewunderte insgeheim, dass Emily und Wright noch immer ein Paar waren. Das war so gewesen, seit sie in Hogwarts war und irgendwie konnte sie es sich auch nicht anders vorstellen. Manche Leute passten einfach zueinander.
    „Wer ist Ludo Bagman?“, wollte Skye wissen.
    „Der Leiter der Abteilung für Magische Spiele und Sportarten. Eigentlich wollte Arthur weiter Quidditch spielen, hat sich dann aber doch dort beworben. Seine Mutter war an dieser Entscheidung nicht ganz unbeteiligt“, erzählte Emily schief grinsend.
    „Und schafft er es?“
    „Sicherlich“, winkte Emily ab. „Bagman ist ziemlich locker. Und er scheint Arthur zu mögen. Schade, dass er nicht hier ist, ich glaube, dich noch einmal zu sehen, hätte ihm auch gefallen.“ Sie grinste. „Aber genug von uns. Wer ist denn mein Nachfolger geworden?“
    „Cho Chang“, antwortete Skye mit einem leichten Kopfnicken zu den anderen, die sich in der Nähe herumtrieben.
    „Ach, das war doch das Mädchen, wegen dem du damals gefragt hast! Dann hat es ja doch noch geklappt, nicht?“
    Skye nickte mit einem gezwungenen Lächeln. Die ganze Geschichte war viel zu lang, um sie Emily jetzt zu erzählen.
    „Ich hoffe, du spielst noch fleißig weiter. Viertes Jahr schon . . .“ Emily schien in Erinnerungen zu versinken. „Langsam wird es spannend.“
    „Mir ist es schon spannend genug“, erwiderte Skye ehrlich. „Hogwarts ist wie eine Achterbahn.“
    Daraufhin musste Emily lachen. „Da hast du recht.“ Sie nickte zu den anderen hinüber. „Aber schau mal, deine Freunde werden langsam ziemlich ungeduldig.“
    Skye folgte ihrem Blick. „Scheint so.
    Na ja, dir jedenfalls viel Glück bei deiner Ausbildung. Und Grüße an Arthur!“
    „Richte ich aus.“ Emily lächelte. „Pass gut auf Roger auf. Ihr packt das schon!“
    Nachdem sich die beiden verabschiedet hatten, schlenderte Skye wieder zu den anderen Mädchen, die wirklich etwas ungeduldig schienen.
    „Das hat aber lange gedauert“, bemerkte Padma.
    „Tut mir leid, Mum.“ Skye verdrehte die Augen.
    Langsam spazierten die Mädchen an der immer länger werdenden Schlange zum Wasserhahn vorbei; der Zeltplatz schien nun endgültig erwacht zu sein und gähnende Hexen und Zauberer drängten sich an ihnen vorbei.
    „Seht mal, da ist Harry Potter“, bemerkte Padma plötzlich und nickte unauffällig in seine Richtung.
    Und wirklich: Harry, Ron und Hermine schleppten einige volle Wassereimer in Richtung der Zelte. Cho war die Schnellste, sie winkte Harry zu und setzte ihr charmantes Lächeln auf, was ihn ziemlich aus der Fassung zu bringen schien.
    „Ich glaube, Harry Potter steht auf dich“, kommentierte Betty kichernd, während Harry viel zu enthusiastisch zurückwinkte und einiges an Wasser über seine Hose kippte.
    Cho antwortete nichts, aber es schien ihr augenscheinlich zu gefallen, was Betty da sagte.
    Skye fiel auf, dass sie schon ewig nicht mehr mit Harry, Ron und Hermine geredet hatte. Und das, obwohl die Weasleys in ihrem ersten Jahr so nett zu ihr gewesen waren und sie den Drei damals sogar geholfen hatte, den Stein der Weisen zu retten.
    Sie nahm sich vor, im nächsten Jahr noch einmal Kontakt aufzunehmen, selbst wenn Harry, Ron und Hermine manchmal wie ein kleiner Privatvclub wirkten, der lauter Geheimnisse hatte. Das tuschelten viele; niemand traute es sich laut zu sagen, aber es wirkte ständig, als hätten sie eine äußerst wichtige Mission. So sehr manche gerne darüber redeten, hatte es Skye immer recht wenig interessiert. Im Grunde waren sie, Betty und Padma schließlich auch nichts anderes.
    Auf weiterem Wege trafen sie noch Indiana Scott, eine winzige Zweitklässlerin aus Ravenclaw, die scheinbar ein riesiger Quidditch-Fan war und mit Hilfe ihres großen Bruders (der um einiges älter war und ziemlich beängstigend wirkte) Skye und Cho versuchte davon zu überzeugen, sie nächstes Jahr in die Mannschaft aufzunehmen. Es dauerte etwas, bis Skye ihr klarmachen konnte, dass Davies dafür zuständig war, und so zog Indiana mit ihrem Bruder im Schlepptau endlich wieder ab.
    Nun kamen sie auch an den Zelten der Bulgaren vorbei, die alles mit dem Gesicht des berühmten Viktor Krums verziert hatten. Er blickte Skye recht ernst von Zeltwänden und Fahnen entgegen und die auffällige Deko der Iren gefiel ihr um einiges besser.
    Als sie wieder im Zelt ankamen, war Mrs Warrington noch immer weg und so beschaffte Emma das noch warme Porridge von Tiny und die Mädchen verteilten sich auf die Sessel und das Sofa, wo sie zufrieden ihr Frühstück mampften. Marietta erzählte von einem Hufflepuff aus ihrem Jahrgang, der ihr Zugang zur Küche verschafft hatte, wo sie sich nun jederzeit bedienen konnte, da die vielen Hauselfen ihr Küchlein und Pasteten nahezu hinterherwarfen.
    Skye musste bei dieser Unterhaltung wieder an die Hufflepuff Victoria Stewart denken; sie war das Mädchen gewesen, dem ihr Großonkel Edward Thomas alles erzählt hatte. Im Gegensatz zu Tom Riddle schien sie vertrauenswürdig gewesen zu sein und Skye fragte sich öfter, was mit ihr passiert war.
    Nachdem sie das Frühstück beendet hatten und schon fleißig über Quidditch-Taktiken diskutierten, kam auch endlich Mrs Warrington wieder. Sie sah gestresst aus und war in Begleitung eines großen, dunkelhäutigen Mannes, der zwar Knickerbocker und eine bunte Krawatte trug, dennoch aber ziemlich beeindruckend wirkte.
    „Em, setzt du bitte einen Tee für Mr Shacklebolt auf?“, befahl Mrs Warrington, während sie kurz den Zauberstab durch die Luft schwenkte und einen zusätzlichen Stuhl wie aus dem Nichts erschuf.
    Emma huschte eifrig los und Skye musterte Shacklebolt neugierig, der bisher noch kein Wort gesagt hatte.
    „Meine Töchter“, stellte Mrs Warrington Betty und Emma mit einem Kopfnicken vor. „Und ihre Freundinnen.“
    „Eine große Gruppe“, sagte Shacklebolt mit einer dunklen, ruhigen Stimme. Er wirkte freundlich, aber wachsam, wie Mrs Warrington meistens auch war.
    Skye wusste nicht, ob sie sich vorstellen sollte, also blieb sie lieber stumm und hörte aufmerksam zu, während Mrs Warrington von irgendwelchen Sicherheitslücken, dank der Leuchte, die sich Ludo Bagman nannte, erzählte. Von dem gleichen Mann hatte Emily am Wasserhahn auch schon gesprochen, er war der Leiter der Abteilung Magischer Spiele und Sportarten, aber als Shacklebolt von einem scheinbar sehr gestressten Mr Crouch anfing, wusste sie nicht mehr weiter. Es schien so, als wäre auch Shacklebolt ein Auror im Dienst bei der Weltmeisterschaft, der sich wie Mrs Warrington freiwillig gemeldet hatte.
    Nach einiger Zeit verzogen sich die Mädchen wieder nach oben, während die zwei Erwachsenen unten ihren Tee schlürften und Gespräche über Dinge führten, die Skye weder kannte, noch verstand.
    Mittlerweile war es fast Nachmittag und von draußen drang ein derartiger Lärm ins Zelt, dass Betty, Padma und Skye sich schließlich dazu entschlossen, nachzusehen, was dort passierte.
    Als sie aus dem pfauenbewachten Eingang traten, wären sie fast von einem Mann umgerannt worden, der einen riesigen, von tanzenden Kleeblättern bedeckten Hut trug und mit schreienden Rosetten, T-Shirts und Schals in den irischen Farben warb. Erstaunt liefen die Drei an ihm vorbei, aber er war bei weitem nicht der einzige: Überall apparierten Zauberer, die alles mögliche an Krimskrams verkauften und so offensichtlich Magie einsetzten, dass Skye sich fragte, wo da das Ministerium blieb.
    Betty war derartig begeistert, dass sie noch einmal zum Zelt sauste, ihr Geld holte und dann so aussah, als hätte sie vor, gleich alles auszugeben.
    „Solch ich eine kreischende Rosette holen?“, fragte Betty, während sie an einem Händler mit Krum-Fanartikeln vorbeischlenderten.
    „Kauf dir doch so einen Hut“, schlug Skye vor, während sie sich staunend umsah.
    Überall sammelten sich aufgeregte Fans und alles leuchtete in den roten und grünen Farben der beiden Mannschaften.
    „Was ist das?“, fragte Skye und blieb vor einem Stand mit fernglasähnlichen Geräten stehen, die sie ein bisschen an Professor Trelawneys Brille erinnerten.
    „Omnigläser“, erklärte der Händler. „Ideal für Quidditch, sie verlangsamen und wiederholen das Geschehen und diese Modelle hier“, er deutete auf seine Waren, „geben sogar genau Erklärungen zu den Taktiken ab.“
    „Darf ich eins ausprobieren?“, fragte Skye und der Mann drückte ihr eines der Omnigläser in die Hand.
    Erst kam es Skye wirklich vor, als würde sie durch ein Fernglas schauen, aber als sie an einem der Rädchen drehte, wurde das Geschehen in der Ferne plötzlich viel langsamer. In Zeitlupe konnte sie beobachten, wie ein kleines Mädchen von ihrem Spielzeugbesen fiel und sein Vater es im letzten Moment auffangen konnte. Je öfter Skye die Szene wiederholte, desto lustiger wurde sie.
    „Das ist irre!“, sagte Skye begeistert, als sie das Omniglas sinken ließ.
    „Wie viel kostet es?“, erkundigte Betty sich.
    „Zehn Galleonen“, antwortete der Händler. „Ein echtes Schnäppchen.“
    „Dann einmal bitte.“ Betty kramte in ihrem ledernen Geldbeutel herum.
    „Nein, dass musst du wirklich -”
    „Betrachte es als frühes Weihnachtsgeschenk“, unterbrach Betty Skye.
    Der Verkäufer prüfte zufrieden die Galleonen und reichte Skye schließlich das Omniglas. Tausendmal bedankte sie sich bei Betty, während die drei Freundinnen gemächlich weiterliefen.
    „Ist schon gut“, sagte Betty beschwichtigend. „Aber Padma müssen wir jetzt auch noch etwas besorgen.“
    „Mir?“, fragte Padma. „Nein, ist schon in Ordung -”
    „Quatsch.“ Betty wedelte mit ihrem Geldbeutel. „Ich fühle mich spendabel. Eine dieser schreienden Rosetten, das klingt gut, nicht?“
    „Natürlich“, grinste Skye und fünf Minuten später hatte Padma eine spitz kreischende Rosette am Shirt stecken, die Dinge wie „Tod den Bulgaren!“ und „Stoppt Krums krummes Spiel!“ über den Zeltplatz brüllte.

    BILD: Der Sonnenaufgang über Mermaid‘s Pool

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    ((bold))((navy))Kapitel 6: DAS FINALE((ebold))((enavy)) Langsam brach die Dämmerung ein und Aufregung erfüllte das Warrington-Zelt. Die Mädchen lie

    Kapitel 6: DAS FINALE

    Langsam brach die Dämmerung ein und Aufregung erfüllte das Warrington-Zelt. Die Mädchen liefen geschäftig herum, suchten ihre Fanartikel zusammen, kramten warme Pullover aus ihren Rucksäcken und Emma hatte grüne Farbe dabei, mit der sie den anderen Kleeblätter auf die Gesichter malte.
    „Halt still!“, befahl sie, während Skye sich unter ihrem Pinsel wand.
    „Du hast mir fast das Auge ausgestochen, wie soll ich da stillhalten?“, wetterte Skye.
    „Siehst du.“ Zufrieden senkte Emma den kleinen Farbtopf. „Sieht gar nicht so schlecht aus.“
    Skye betrachtete ihr Gesicht in Mariettas Handspiegel. „Na ja.“ Das Kleeblatt auf ihrer Wange war verrutscht und ziemlich unförmig geraten.
    „Es sieht einfach aus wie ein Batzen grüner Farbe“, rief Betty zu ihnen hinüber, während sie sich auf einen Sessel fläzte.
    „Ich zeig dir einen Batzen Farbe!“ Mit wedelndem Pinsel stürmte Emma auf ihre kleine Schwester zu.
    Skye schnappte sich währenddessen das Omniglas und hängte es sich an dem dünnen Lederriemen um ihren Hals. Prüfend tastete sie nach ihrem Zauberstab - der aber wie immer an seinem Platz war - und vergrub die Hände in der Bauchtasche ihres Pullovers. Jetzt war es soweit.
    „Ich hasse das Ding!“ Diese wütende Stimme gehörte Padma, die zornig die Leiter heruntergeklettert kam. „Rot wie das Blut der Bulgaren!“, kreischte ihre grüne Rosette mordlustig.
    „Geht sie nicht ab?“, fragte Skye, während Padma durch das Zimmer stapfte.
    „Wie du siehst . . . nein!“
    Schon den ganzen Nachmittag wollte Padmas neue Rosette nicht aufhören zu schreien und ihre Sprüche wurden nicht nur brutaler, sondern auch immer schwerer zu ertragen.
    Betty kicherte leise, während Padma sich händeringend auf einen Stuhl am Esstisch fallen ließ.
    „Willst du auch ein Kleeblatt, Padma?“, fragte Emma und wedelte fröhlich mit ihrem Farbtopf.
    „Nicht nötig, ich -“, begann Padma, wurde dann aber durch das laute Dröhnen eines Gongs unterbrochen, das das Zelt erschütterte.
    Betty sprang auf. „Endlich! Das Spiel beginnt!“
    In ein paar Sekunden hatten sich alle am Eingang gesammelt und Mrs Warrington scheuchte die aufgeregt tratschenden Mädchen aus dem Zelt. Sie reihten sich in die laute Menge ein, die über einen laternenbeschienenen Weg durch die Dunkelheit lief.
    „Wie lange brauchen wir?“, fragte Skye, während sie sich gespannt umsah.
    „Keine Ahnung.“ Betty schien ebenso erwartungsvoll und es war das erste Mal, das sie von der Zauberwelt genauso wenig wusste wie Skye.
    Nach etwa zwanzig Minuten Fußmarsch durch ein dunkles Waldstück traten sie auf eine Lichtung, auf der sich noch mehr Hexen und Zauberer tummelten. Am auffälligsten war jedoch das Stadion, das ganz und gar unpassend in solch einer Landschaft schien.
    Eine riesige, goldene Mauer ragte vor Skye in die Höhe und sie staunte nicht schlecht, als sie weiterlief und die Mauer nicht enden zu wollen schien.
    „Das ist gigantisch“, sagte sie leise und ließ den Blick voll freudiger Erwartung über die riesige Menschenmenge schweifen, die lachend und singend auf den Einlass warteten.
    „Komm!“ Betty zog sie am Arm mit sich und schleifte sie hinter Mrs Warrington her, die sich einen Weg durch die Menge bahnte.
    Bald standen sie vor einem der Eingänge, wo sich schon eine Schlange bildete. Ein dicklicher Zauberer kontrollierte der Reihe nach ihre Karten und winkte gerade eine große Gruppe ins Stadion.
    „Links nach oben, Ma‘am, gleich neben der Werbetafel“, erklärte er Mrs Warrington.
    Aufgeregt quetschte Skye sich durch den Eingang, wo laute Pulks sich die von roten Läufern belegten Treppen hinaufdrängten. Sie drückten sich an einer Gruppe leuchtend rot gekleideter Bulgaren vorbei und Padmas Rosette begann sofort wieder zu krakeelen: „Nicht nur armselige Spieler, sondern auch hässlich sind die Bulgaren!“
    „Tsch-tschuldigung“, haspelte Padma verlegen und hielt ihrer Rosette schnell das winzige Mäulchen zu.
    Skyes Füße begannen schon müde zu werden, als sie endlich auf ihrer Tribüne ankamen. Die Plätze waren gleich neben ein paar Deutschen, die sich erwartungsvoll umschauten und miteinander diskutierten.
    Betty beugte sich so weit über die Balustrade, dass niemand ihre panische Flugangst erwartet hätte, und winkte Padma und Skye zu sich. „Seht nur!“
    Die drei Mädchen schauten aus schwindelerregender Höhe auf das riesige Spielfeld, das von oben wie ein grüner Teppich wirkte. Die vielen Leute sahen aus wie winzige Ameisen und tausende von ihnen füllten das ovale Stadion. Der Mann am Eingang hatte recht gehabt; die Werbetafel, dessen Licht über das ganze Feld blinkte, war nah bei ihnen direkt neben der nächsten Treppe angebracht. Skye versuchte neugierig, einen Blick auf die leuchtende Schrift zu erhaschen, aber von der Seite war das fast unmöglich. Schließlich ließ sie sich wieder auf ihren Sitz sinken, während sich eine Familie mit den gleichen grünen Hüten wie Betty ihn hatte an ihr vorbeidrückte.
    Plötzlich hörte sie von der nahegelegenen Treppe wütendes Schimpfen und neugierig beobachtete Skye den Pulk, der sich vor zwei Männern gebildet hatte, die den ganzen Verkehr aufhielten. Keinen von ihnen schien das zu interessieren.
    Der eine hatte langes, weißblondes Haar und neben ihm stand ein blasser Junge, der ihr nur zu bekannt vorkam. Es war Draco Malfoy in einem viel zu edel aussehenden schwarzen Jacket, der da neben seinem Vater stand. Skye hatte diesen noch nie gesehen, aber wie er sich zu dem anderen Mann lehnte und einen verschwörerischen Blick aufsetzte, kam er ihr nicht besonders sympathisch vor.
    Es dauerte kurz, bis Skye den zweiten Jungen bemerkte, der an das Geländer gelehnt daneben stand. Er war in seiner Jeans um einiges unauffälliger als Draco Malfoy gekleidet und Skye hätte ihn fast übersehen.
    Jay wirkte ziemlich gelangweilt und schien kein großes Interesse daran zu haben, sich mit Malfoy zu unterhalten. Skye vermutete, dass der Mann mit den gleichen schwarzen Haaren wie Jay sein Vater sein musste. Mehr als das konnte sie auch nicht erkennen, denn sein Gesicht war im Schatten verborgen.
    Jay hatte sich mittlerweile zum Spielfeld gewandt und zog ein Omniglas aus der Jackentasche, wie auch Skye eins hatte. Sie fragte sich schon, ob er ihr Rufen über den vielen Lärm hinweg hören würde, aber das war nicht nötig. Als hätte er ihr Starren gespürt, schaute Jay sich um und entdeckte schließlich Skye auf ihrer Tribüne.
    Wie am letzten Schultag vor einigen Wochen zog er einen unsichtbaren Hut und Skye grinste ihm zu, während sie aus dem Augenwinkel die Zauberer beobachtete, die sich über die Versperrung der Treppe beschwerten. Endlich schienen die beiden Männer ihr Gespräch beendet zu haben; sie verabschiedeten sich mit einem knappen Nicken und während die Malfoys zu einer ebenso blondhaarigen Frau nach oben stiegen, verschwanden Jay und sein Vater in der nächsten Tribüne.
    „Wer war das auf der Treppe?“, fragte Padma neugierig, als Skye sich wieder zum Feld wandte.
    „Jay“, antwortete sie. „Und die Malfoys.“
    „Die Malfoys?“, mischte Betty sich ein. „Was wollten die denn von ihm?“
    „Eher von seinem Vater“, berichtete Skye. „Vielleicht sind sie befreundet oder so.“
    Padma runzelte zwar etwas skeptisch die Stirn, aber sagte nichts mehr, und so schaute auch Skye erwartungsvoll hinunter auf das riesige Feld. Mittlerweile schienen sich alle Reihen gefüllt zu haben und es konnte nur noch eine Frage der Zeit sein, bis das Spiel endlich begann. Sie setzte das Omniglas vor die Augen und beobachtete die Ameisen auf der gegenüberliegenden Tribüne, die plötzlich wieder wie Leute aussahen. Irgendwo sangen Bulgaren ihre Nationalhymne und Skye wartete geradezu darauf, dass Padmas Rosette wieder losschrie.
    Sie war gerade dabei, einige angetrunkene Fans mit irischen Flaggen zu beobachten, als eine laute Stimme aus den Ritzen des goldenen Stadions drang. „Meine Damen und Herren . . . willkommen! Willkommen zum Endspiel der vierhundertundzweiundzwanzigsten Quidditch-Weltmeisterschaft!“, rief der Mann.
    Skye tat es Betty und Padma neben sich gleich, die jubelnd aufstanden und laut klatschten. Das ganze Stadion tobte und sie glaubte fast zu spüren, wie es unter ihren Füßen vibrierte.
    „Und jetzt möchte ich Ihnen ohne weiteres Brimborium unsere Gäste vorstellen . . . die bulgarischen Mannschaftsmaskottchen!“
    Neugierig sah Skye sich nach dem Urheber der Stimme um, aber sie schien über das Feld zu schallen, als würde das Stadion selber reden.
    Erwartungsvoll spähte sie über die Brüstung zum Spielfeld, auf das plötzliche hunderte von Frauen liefen. Nein, sie liefen nicht, sie schienen zu schweben. Trotz der weiten Entfernung konnte Skye den Glanz ihrer langen Haare und die zarten Gesichter erkennen. Es war, als würde sie von ihrer Schönheit geblendet.
    Die Frauen begannen zu tanzen und Stadion schien sich plötzlich zu regen. Von überall kam wildes Geschrei und zu Skyes Überraschung kletterte plötzlich einer der Deutschen neben ihnen auf die Balustrade. Er brüllte etwas und sah so aus, als würde er gleich von der Tribüne hüpfen, doch seine Freunde schien das nicht zu interessieren. Sie gafften mit leeren Augen zu den Frauen, während Mrs Warrington sich des Deutschen annahm und ihn von der Brüstung pflückte.
    Nachdem sie ihren Tanz beendet hatten, zogen sich die Frauen langsam wieder zurück, was zu zornigen Rufen der Menge führte.
    „Passen Sie vor den Veela lieber auf“, sagte Mrs Warrington kurz angebunden, als der Deutsche blinzelnd wieder zu sich kam.
    „D-Danke“, antwortete er sichtlich verwirrt mit einem harten Akzent.
    Skye fragte sich stumm, warum die Männer so auf diese Wesen reagiert hatten, aber viel nachdenken konnte sie nicht mehr, denn die herrenlose Stimme sprach wieder.
    „Und nun heben Sie bitte alle Ihre Zauberstäbe in die Luft . . . für die Maskottchen der irischen Nationalmannschaft!“
    Lautes Jubeln erfüllte das Stadion, als ein riesiger, leuchtender Ball über das Feld schoss. Skye konnte nicht erkennen, aus was er bestand, aber der Ball teilte sich in glitzernde Teilchen und fügte sich immer wieder zusammen. Ein Regenbogen entstand, dann ein Kleeblatt, das wie ein Feuerwerk explodierte. Skye konnte im letzten Moment den Kopf einziehen, als ein goldener, dicker Klotz nach unten gerade auf sie zugeschossen kam. Dann folgten mehr und mehr - es war ein Regen aus Gold.
    Nun erkannt sie, dass die glitzernden Wesen, die den Ball geformt hatten, eigentlich winzige Männchen waren, die sich aber nun wie die Veela auf ihre Plätze setzten.
    „Und jetzt, meine Damen und Herren, ein herzliches Willkommen für die bulgarische Quidditch-Mannschaft!“, dröhnte die Stimme über das Feld.
    Sie zählte der Reihe nach die Namen der Spieler auf, während jeweils scharlachrote Wirbel auf das Spielfeld schossen. Sie waren schrecklich schnell und Skye vermutete, dass sie alle den besten Rennbesen, den Feuerblitz, besaßen.
    Nun raste auch die irische Nationalmannschaft über das gigantische Feld und Skye jubelte fleißig, während Padmas Rosette wieder Morddrohungen hinausbrüllte. Sie fragte sich, wie es wohl war, bei so einem wichtigen Match zu spielen und zu wissen, dass Hunderttausende Menschen dir dabei zusahen. Skye war sich sicher: Die Spiele in Hogwarts reichten ihr schon.
    Nachdem der ägyptische Schiedsrichter vorgestellt worden war, gingen alle Spieler in Position und Spannung erfüllte die Tribünen. Skye kannte dieses Gefühl des Drucks vor einem Spiel nur zu gut, also drückte auch sie die Daumen, als die Bälle entlassen wurden.
    Jetzt kam ihr ihr Omniglas zugute, denn Skye hatte noch nie in ihrem Leben solch schnelle Spielzüge gesehen. Die beiden Mannschaften rasten als rote und grüne Schleier über das Feld, der Quaffel wechselte sekündlich den Spieler und Klatscher schossen umher wie Kanonenkugeln. Selbst die dröhnende Stimme schien irgendwann nicht mehr mitzukommen und Skye war froh, dass das Omniglas die vielen Spielzüge langsam wiederholte. Beeindruckt beobachtete sie die irischen Jäger und bei jeder Technik, die sie aus dem Training kannte, fühlte sie sich mehr von Stolz erfüllt.
    „Die Jäger sind genial!“, sagte Skye beeindruckt, während sie beobachtete, wie die Iren sich so fließend den Quaffel zupassten, als könnten sie die Zukunft voraussehen.
    „Da könntet ihr euch mal was von abschauen“, kicherte Betty und spielte damit auf die letzte Quidditch-Saison in Hogwarts an, die nicht gerade die erfolgreichste für Ravenclaw gewesen war.
    Skye streckte ihr die Zunge heraus und wendete sich wieder dem Spielfeld zu, über dem mittlerweile schon die grünen Kobolde der Iren fröhliche Siegestänze vollführten. Und das zu Recht - sie lagen weit in Führung.
    Skye fand dieses Quidditch um einiges brutaler als das, das sie aus Hogwarts kannte. Die Bulgaren schienen vor Fouls nicht abgeneigt und so kamen die irischen Jäger oft nur knapp davon. Auch die Maskottchen mischten sich gerne ein; die kleinen grünen Männchen (die Mrs Warrington als „Leprechans“ bezeichnete) sausten ständig durch die Luft und kommentierten jedes Tor der eigenen Mannschaft mit einer wüsten Geste oder anderen Sticheleien. Die Veela wirkten schon so, als würden sie das nicht mehr lange mitansehen wollen, als der ägyptische Schiedsrichter sie nach einem Foul des bulgarischen Hüters fast vom Feld schickte. Skye beobachtete das Ganze neugierig mit ihrem Omniglas, während der Kommentator Freiwürfe für die irische Mannschaft ankündigte.
    „Ja! Steckt ihnen den Quaffel in den -“, plärrte die Rosette und Padma hielt ihr schnell den Mund zu.
    „Lass sie doch“, grinste Betty. „Sie scheint es ja richtig zu genießen.“
    Padma beugte sich unauffällig zu ihr. „Ganz sicher nicht! Hast du gesehen, wie diese Deutschen neben uns mich die ganze Zeit anstarren?“
    Skye schmunzelte belustigt und wandte sich wieder dem Spielfeld zu, auf dem sich die irische Jägerin Moran auf ihren Freiwurf vorbereitete. In Zeitlupe wiederholte das Omniglas immer wieder, wie einer der bulgarische Treiber sie brutal rammte. Während die irischen Fans das Stadion mit lauten „Foul!“-Rufen füllten, richtete Skye ihren Blick nach unten, wo die Leprechans wieder einmal ihre Schadenfreude zum Ausdruck brachten. Und diesmal machten die Veela nicht nur reizend schmollende Gesichter, sondern sprangen auf. Zu Skyes Überraschung waren sie plötzlich gar nicht mehr so wunderschön. Die Veela erinnerten sie eher an Furien, wie sie mit wutverzerrten Gesichtern Hände von Feuer auf die irischen Maskottchen warfen. Es dauerte ein wenig, bis Ministeriumsangestellte angerannt kamen und die kämpfenden Wesen auseinanderbringen konnten.
    „Skye, sieh nur!“ Aufgeregt zerrte Padma an ihrem Ärmel und deutete irgendwo in die Luft. „Hol ihn mal ran!“
    Folgsam setzte Skye das Omniglas vor die Augen, das sofort den plattgesichtigen Viktor Krum vergrößerte. Aber diesmal wirkte er noch ein weniger zermatschter als vorher und schwebte reglos in der Luft, während er hastig versuchte, die Blutung seiner Nase zu stoppen.
    „Er ist verletzt!“ Skye drückte Padma das Glas in die Hand. „Was ist passiert?“
    „Ein Klatscher“, berichtete Betty. „Sah echt übel aus. Ein wenig wie du letztes Jahr, aber mit mehr Blut.“
    Padma, die immer noch durch das Omniglas schaute, schrie plötzlich auf: „Schnell, seht nur! Er ist wieder in den Sturzflug gegangen!“
    Skye sah von weitem nur einen grünen und roten Punkt, die nebeneinander Richtung Boden schossen. Eine Wolke aus Anfeuerungsrufen erfüllte das Stadion und Skye ahnte, dass es diesmal ernst war. Schnell riss sie Padma das Omniglas aus der Hand und sie kam gerade richtig: In Zeitlupe konnte sie beobachten, wie der irische Sucher Lynch mit einem unangenehm aussehen Aufprall auf das Feld krachte. Krum wiederum hatte den Besen im letzten Moment hochreißen können.
    „Er hat ihn!“ Skye gab das Omniglas an Betty weiter, die fordernd die Hand ausstreckte. „Viktor Krum hat den Schnatz gefangen!“
    Es dauerte einige Sekunden, bis die Zuschauer das bemerkt hatten, aber dann schien das Stadion wahrhaftig zu explodieren; es war nichts im Vergleich zu den Gewinnen in Hogwarts.
    Skye wollte sich schon enttäuscht auf ihren Sitz zurückfallen lassen, schließlich schien Bulgarien gewonnen zu haben, als wieder die körperlose Stimme erklang.
    „Irland gewinnt! Krum holt den Schnatz - aber Irland gewinnt - mein Gott, ich glaube keiner von uns hätte das erwartet.”
    Was?“ Skye sprang wieder auf.
    Das hatte sie noch nie erlebt. Normalerweise war die Mannschaft, deren Sucher den Schnatz fing, stets der Gewinner. Aber die irischen Jäger waren so gut gewesen, dass sie dies verhindern konnten, und Skye machte das in gewisser Weise stolz auf ihre Position.
    Die irische Nationalhymne dudelte mittlerweile in voller Lautstärke von überall her und grün gekleidete Fans auf allen Tribünen sangen fröhlich mit. Auch Betty, Padma, Skye und die anderen Mädchen jubelten fleißig, während die Leprechans wieder ihr klotziges Gold rieseln ließen und die Veela äußerst bedröppelt dreinblickten.
    „Irland ist der neue Weltmeister!“, frohlockte Betty, während sie laut klatschte.
    „Wusste ich es doch!“, quiekte die Rosette. „Kleine, foulende, dreckige Bulgaren . . .!“
    Padma machte ein Gesicht, als würde sie gleich einen Nervenzusammenbruch erleiden „Hör endlich auf!“
    Aber die Rosette ließ sich nicht beirren und krakeelte weiter: „Grün wie das Glück! Grün wie das Glück! Grün wie die weltbeste Quidditch-Mannschaft!“

    „Wir sind Soldaten, deren Leben Irland geweiht . . .“
    Die heiseren Klänge der irischen Nationalhymne schallten noch immer über das Feld, als Skye mit einer Schar grün gekleideter Fans aus dem Stadion geschwemmt wurde. Überall schwangen sie ihre Schals und wiederholten die Namen der irischen Spieler noch einmal und noch einmal in einem fröhlichen Singsang.
    Betty quetschte sich zwischen Padma und Skye und legte den beiden zufrieden die langen Arme um die Schultern. „Und, wie fandet ihr es?
    Skye grinste zufrieden. „Großartig! Das war das beste Quidditch-Spiel, das ich jemals gesehen habe.“
    Die drei Freundinnen schlenderten nebeneinander über den laternenbeschienen Weg und Betty deutete mit einem Kopfnicken auf Cho, die vor ihnen ging.
    „Sicher, dass du nicht auch Quidditch-Spielerin werden willst?“, fragte sie, während ein gehässig lachender Leprechan über ihre Köpfe schoss und mit seiner Laterne wedelte.
    „Ich werde niemals so gut werden“, erwiderte Skye.
    „Übung macht den Meister“, belehrte Padma sie.
    Auf dem Weg zurück durch das Waldstück mussten sie sich in mitten der Massen anderer Hexen und Zauberer eng aneinander drücken und hier und da schlugen Skye kleine Äste ins Gesicht oder Spinnweben verfingen sich an ihrer Kleidung. Dennoch wurde der laute Gesang nicht schwächer, als sie auf ihrem Zeltplatz ankamen, und angeführt von Mrs Warrington liefen sie zielstrebig zurück zum Zelt, dessen Pfauen im Licht des Mondes glitzerten.
    Innen war es angenehm warm und Skye hätte sich gleich ins Bett legen können, aber noch dachte niemand daran zu schlafen. Die Mädchen holten sich ihre Decken von oben und kuschelten sich eng aneinander geschmiegt auf das Sofa und die Sessel. Mrs Warrington setzte noch einen Tee auf und schließlich saßen sie zufrieden mit einer heißen Tasse in der Hand beisammen.
    „Warum glaubt ihr, hat Krum den Schnatz gefangen?“, fragte Padma. „Schließlich wusste er, dass sein Team nicht gewinnen würde.“
    „Vielleicht hat er erkannt, dass es keinen Zweck mehr hatte“, überlegte Skye.
    Sie kannte dieses Gefühl nur zu gut, manchmal lief ein Spiel so gar nicht so wie geplant und die Hoffnung war verschwunden. Natürlich konnte man noch immer sein Bestes geben, aber innerlich wusste man, dass es aus war. Skye warf einen kurzen Blick zu Cho hinüber, schließlich waren sie trotz allem noch Teamkolleginnen und sie wusste sicher auch, was sie meinte.
    „Er ist irgendwie komisch, dieser Krum“, stellte Marietta fest und rührte gedankenverloren in ihrem Tee.
    „Warum?“, fragte Betty.
    „Na, anders irgendwie. Für solch einen weltklasse Sucher verhält er sich gar nicht so.“
    „Ist das nicht gut?“, wunderte Skye sich.
    Auch sie hatte gesehen, wie ungelenk er auf festem Boden gewirkt hatte, und sich so gar nicht prahlerisch verhielt.
    „Natürlich“, antwortete Marietta. „Es ist nur . . . ungewöhnlich.“
    Für einen Moment schwiegen die Mädchen und lauschten dem gedämpften Geschrei und Gejubel von draußen. Die Iren feierten wohl noch immer und hier und da konnte Skye leise Fetzten der Nationalhymne erkennen.
    Nachdem alle ihren Tee getrunken hatten, breitete sich langsam eine müde Stimmung im Zelt aus. Skye dachte an die paar Stunden Schlaf der letzten Nacht und so dauerte es nicht lange, bis sich alle zurückzogen. Das Feldbett war angenehm weich und nachdem sie ihren Zauberstab auf den Nachtisch gelegt hatte, kuschelte Skye sich genüsslich ein. Gehüllt in die wohlige Wärme der Decke starrte sie noch ein paar Minuten an die Zeltwand, bis der immer leiser werdende Gesang von draußen sie langsam eindösen ließ. Es dauerte nur ein paar Minuten, bis Skye in einen traumlosen Schlaf fiel.

    BILD: Das Stadion

    7
    ((bold))((navy))Kapitel 7: BRENNENDE ZELTE((ebold))((enavy)) Blinzelnd setzte Skye sich auf und runzelte die Stirn. Sie hatte geträumt, wilde Träume

    Kapitel 7: BRENNENDE ZELTE

    Blinzelnd setzte Skye sich auf und runzelte die Stirn. Sie hatte geträumt, wilde Träume waren es gewesen, von besenreitenden Leprechans und körperlosen Stimmen. Aber da war noch etwas: Schreie, die Geräusche hunderter Füße auf unebenem Boden. Skye brauchte einen Moment, bis sie merkte, dass dies kein Traum gewesen war.
    Die anderen schlummerten friedlich in ihren Betten, keine schien die Geräusche von draußen zu hören. Der Gesang, der vor ein paar Stunden noch über den Zeltplatz geschallt hatte, war verklungen. Stattdessen waren da Schreie, Schreie, die sich ganz und gar nicht gut anhörten.
    Nachdem sich ihre Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, schob Skye ihre Decke beiseite und schwang sich aus dem Bett. Vorsichtig tastete sie sich an der dünnen Zeltwand entlang und schlich leise zum nächsten Bett. Hier lag Betty, von der nichts als ein dunkelhaariger Haufen unter der Bettdecke zu sehen war.
    „Betty“, sagte Skye und rüttelte an dem Arm ihrer Freundin.
    Erneut hörte sie einen Schrei, aber Betty stöhnte nur leise und vergrub ihr Gesicht tief ins Kissen.
    „Wach auf!“
    Skye rüttelte heftiger und endlich drehte Betty sich um.
    „Was‘n los?“, stöhnte sie und gähnte herzhaft.
    „Da stimmt etwas nicht“, flüsterte Skye.
    Immer noch gähnend richtete Betty sich langsam auf. „Du weißt schon, was Träume sind, nicht?“
    „Das ist kein Traum!“ Langsam wurde Skye ungeduldig. „Hör doch! Draußen schreit jemand. Und da ist Fußgetrappel!“
    Für einen kurzen Moment herrschte Stille und beide Mädchen lauschten in die Dunkelheit. Das Geschrei war lauter geworden.
    „Du hast recht“, antwortete Betty und schob ihre Decke beiseite. „Das klingt nicht gerade normal.“
    „Weck deine Mum.“ Skye richtete sich auf. „Vielleicht kann sie nachschauen.“
    Folgsam nickte Betty und stand überraschend schwungvoll auf. „Kümmere du dich um die anderen.“
    Die Schreie von draußen trieben Skye an, während sie zu Padmas Bett lief und ihr unsanft die Decke wegzog. Mit ein paar Worten war alles erklärt und so stolperte Skye fast über einen Rucksack, als sie in die nächste Nische hastete. Dabei hatte sie ganz vergessen, dass hier Cho lag, aber im Eifer des Gefechts sah sie über diese Tatsache hinweg und riss auch sie aus dem Schlaf.
    Cho hatte sich gerade aufgerappelt und angelte unter dem Bett nach ihrem Zauberstab, da lief Skye fast in eine plötzlich aufgetauchte Mrs Warrington hinein.
    Skye wollte schon losreden, aber Mrs Warrington stoppte sie mit einem beiläufigen Winken.
    „Betty hat mich geweckt. Bleibt kurz hier, ich werde nachschauen gehen.“ Sie knotete hastig ihren langen, wollenen Morgenrock zu und tauchte das Zelt mit einem weit ausholenden Schwung ihres Zauberstabes in grelles Licht. „Und haltet eure Zauberstäbe bereit.“
    Mit diesen Worten verschwand sie auf der Leiter und die sechs übriggebliebenen Mädchen versammelten sich besorgt vor Emmas Bett. Skye hatte sich noch schnell ihren Zauberstab geschnappt, den sie nun fest umklammert hielt, während sie stumm dasaßen und warteten.
    „Ich will wissen, was los ist“, brach Padma die Stille.
    Fünf Augenpaare richteten sich auf sie, aber niemand sagte etwas.
    Es dauerte nicht lange, da hörten sie ein Rascheln von unten, und Skye ging in Angriffshaltung.
    „Holt eure Jacken“, rief Mrs Warrington von unten und die Mädchen atmeten erleichtert aus. „Beeilt euch.“
    Skye sprang auf, schnappte sich ihre Jacke von der Bettkante und folgte dann Marietta über die Leiter nach unten. Mrs Warrington wartete schon vor dem Eingang und machte ein ernstes Gesicht. Das beruhigte Skye. Ernst, aber nicht besorgt.
    „Lauft so schnell wie möglich zum Wald“, sagte Mrs Warrington, als sich alle gesammelt hatten, und sah dann zu ihrer ältesten Tochter. „Ich werde den anderen Ministeriumsleuten helfen müssen. Bleibt im Wald, bis alles vorbei ist.“
    Mit einem letzten eindringlichen Blick und folgsamen Nicken der Mädchen, traten sie aus dem Zelt; Skye, Betty und Padma hatten sich fest aneinander gedrückt.
    Der Himmel über den Zeltdächern war düster. Aber darunter loderte wildes Feuer. Noch war es entfernt, aber wie ein Waldbrand schien es sich auszubreiten.
    „Schnell!“ Emma scheuchte sie los. „Ihr habt gehört, was Mum gesagt hat. Zum Wald!“
    Sie waren nicht die einzigen, die über den Zeltplatz rannten. Von überallher kamen Menschen: Kinder, Erwachsene, alle schienen erfüllt von Panik. Skye achtete nicht darauf, sie achtete nur auf ihre Füße, die sich stolpernd und schlitternd einen Weg über den Trampelpfad bahnten. Betty und Padma liefen vor ihr; keine redete ein Wort, bis sie um die nächste Ecke bogen und Padma ruckartig stehenblieb.
    „Was ist?“ Erst, als Skye gebremst hatte und Marietta ihr auf die Fersen trat, sah sie auf.
    Mittlerweile waren sie dem Feuer immer näher gekommen, überall brannten Zelte lichterloh und füllten die Luft mit Rauch und züngelnden Flammen. Und mittendrin lief eine lange Prozession maskierter Gestalten mit Kapuzen und hocherhobenen Zauberstäben. Sie schienen die Auslöser des Chaoses zu sein; seelenruhig spazierten sie an den brennenden Zelten vorbei. Noch immer erfüllten Schreie die Luft, doch mittlerweile gesellte sich auch gehässiges Johlen dazu und Skye beobachtete, wie sich mehr und mehr Leute der Prozession anschlossen. Aber das Schlimmste hätte sie fast übersehen: Über den erhobenen Zauberstäben der vermummten Person schwebten vier weitere, die aber ganz und gar nicht ins Bild zu passen schienen. Ein Mann, eine Frau und zwei kleine Kinder wirbelten in der Luft umher, als würden sie fliegen. Aber auf ihren Gesichter spiegelte sich Angst. Angst, Fassungslosigkeit und das blanke Entsetzten.
    Schließlich fiel Skye ein, woher sie den Mann kannte. Es war der Platzaufseher gewesen, ein Muggel, der scheinbar von nichts eine Ahnung hatte. Ihr lief ein Schauer über den Rücken. Muggel. Auch sie war nicht viel mehr als das.
    „Skye!“
    Jemand packte sie am Arm, und als Skye sich umdrehte, sah sie direkt in Emmas weit aufgerissene Augen, in denen sich züngelnde Flammen spiegelten.
    „Was stehst du hier herum? Komm schon!“
    Skye schaute sich hastig um, aber von Betty und Padma war weit und breit nichts mehr zu sehen. Nur Emma, Cho und Marietta standen noch da, während andere Hexen und Zauberer an ihnen vorbeirannten.
    „Betty und Padma! Wo sind sie?“, fragte Skye schnell. „Eben waren sie noch da!“
    Emma fluchte herzhaft. „Wahrscheinlich sind sie schon weitergerannt.“
    „Komm jetzt, sie werden den Weg zum Wald schon alleine finden“, mischte auch Cho sich ein. Ihre dunklen Mandelaugen huschten besorgt umher.
    „Dann kommst du jetzt mit uns“, befahl Emma. „Aber nicht trödeln!“
    Skye nickte stumm und folgte den älteren Mädchen, die um die nächste Kurve bogen und sich so von der seltsamen Prozession entfernten. Das Gejohle war noch immer zu hören, auch als die Flammen wieder kleiner wurden und Skye die Familie des Platzaufsehers nicht mehr beobachten musste. So schnell wie sie konnte rannte sie über den Zeltplatz. Den Zauberstab mit zittrigen Fingern umklammert lief sie einfach, warf keinen Blick über die Schulter, weil diese Leute ihr Angst machten. Das Bild der Muggelfamilie wollte ihr nicht mehr aus dem Kopf gehen; es war widerlich, was die Zauberer ihnen antaten.
    Vor dem Waldrand angekommen legten die vier Mädchen eine kurze Verschnaufpause ein. Im Schutz der Bäume fühlten sie sich sicher; die brennenden Zelte waren mittlerweile weit entfernt. Leute rannten umher, die sich auch in den Wald flüchteten, aber in der Dunkelheit erkannte Skye kein einziges Gesicht.
    „Alles klar?“, fragte Emma mit einem prüfenden Blick in die Runde.
    Stummes Kopfnicken war die Antwort; Skye konnte die Gesichter der anderen nur schemenhaft erkennen, die Dunkelheit des Waldes verschlang sie wahrhaftig.
    „Was ist mit Betty und Padma?“, fragte sie.
    „Vielleicht finden wir sie auf dem Weg“, antwortete Emma. „Lasst uns weitergehen.“
    Überall liefen Hexen und Zauberer durch den Wald, besorgt suchten sie nach Familienmitgliedern oder Freunden. Skye suchte vergeblich nach einem bekannten Gesicht, genauso wie Emma, die ziemlich beunruhigt schien.
    „Betty kann so was“, versuchte Marietta ihre Freundin zu beruhigen.
    Skye bezweifelte, dass das etwas half, aber darüber konnte sie nicht weiter nachgrübeln, denn ein hübsches Mädchen war neben ihr aufgetaucht.
    „Lazare et Romain cherchent ici, je -“
    „Ähm . . .“, unterbrach Skye das Mädchen vorsichtig. „Ich glaube, du hast mich verwechselt. Also, ähem . . . Je crois . . . que tu . . .“
    Französisch war noch nie ihr Lieblingsfach gewesen und in solch einer Situation fiel ihr das passende Wort natürlich nicht ein. Aber das Mädchen schien sie zu verstehen und senkte beschämt den Blick.
    „Pardon, isch wusste nischt -“
    Schnell ließ sie sich zurückfallen und schien weiter nach ihren Freunden zu suchen. Skye holte schnell wieder zu den anderen auf, aber die richtige Vokabel war ihr noch immer nicht eingefallen.
    Wortlos stapften sie über den blätterbedeckten Boden und tasteten sich an knochigen Bäumen vorbei. Skye hätte nun sehr den beleuchteten Weg vom Abend begrüßt, denn so stolperte sie ständig über abgebrochene Äste, Wurzeln oder Zweige verfingen sich in ihren Haaren. So waren sie auch bei weitem nicht so schnell wie auf dem Zeltplatz, aber irgendwann war das Geschrei nicht mehr zu hören und drückende Stille machte ihm Platz. Die Flüchtenden Fans verteilten sich überall im Wald; so wie Emma, Cho, Marietta und Skye suchten sie nach einem sicheren Ort.
    Skye dachte an Betty und Padma. Sicherlich trieben sie sich auch irgendwo umher und sie hoffte innerlichst, ihnen gleich zu begegnen. Aber das einzige, was ihren Weg kreuzte, war ein verwirrter Fuchs.
    „Wohin gehen wir überhaupt?“, brach Skye irgendwann die Stille.
    Mittlerweile fühlte es sich so an, als wären sie schon genug gelaufen, aber Emma hatte schließlich so gewirkt, als hätte sie einen Plan.
    „Ehrlich gesagt weiß ich es selbst nicht“, antwortete diese frustriert. „Sollen wir warten?“
    „Ist vielleicht besser“, gab auch Marietta hinzu, während sie sich fester in ihre Jacke hüllte.
    Auch Skye fröstelte ein wenig. Aber sie glaubte nicht, dass das die Kälte war.
    Bald kamen sie auf eine winzige Lichtung, auf der ein moosbewachsener Felsen stand, und setzten sich eng aneinander gedrückt auf ihn. Skye dachte an das französische Mädchen und fragte sich, ob sie ihre Freunde mittlerweile gefunden hatte.
    Und dann waren da noch die maskierten Zauberer und die Muggelfamilie. Plötzlich war Skye froh, jetzt in einem stillen Wald zu sitzen.
    „Meine Mutter wird mich nie wieder alleine irgenwohin gehen lassen, wenn sie das erfährt“, sagte Marietta, den Blick auf eine Baumwurzel vor ihren Füßen gerichtet.
    „Das war doch nicht deine Schuld“, erwiderte Cho.
    Emma blieb stumm. Mit einem schnellen Seitenblick stellte Skye fest, dass sie die Umgebung musterte. Oder jedenfalls das, was man in der Schwärze der Nacht erkennen konnte. Ob sie nach ihrer kleinen Schwester suchte?
    „Und was ist mit den Muggeln?“, fragte Skye. „Was diese Leute da gemacht haben, ist schrecklich.“
    Die drei älteren Mädchen wandten sich Skye zu. Natürlich; keine von ihnen war eine Muggelstämmige so wie sie. Vielleicht wussten sie gar nicht, wie sich das für Skye anfühlte.
    „Klar“, antwortete Marietta. „Hast du nicht die ganzen Ministeriumsleute gesehen?“
    Skye pulte ein wenig Moos von dem Felsen. „Eben sah es aber nicht so aus.“
    Marietta setzte schon zu einer Antwort an, als Emma sie zischend unterbrach. „Sei leise!“
    Es wirkte so, als würde sie konzentriert in die Dunkelheit lauschen. Und da hörte Skye es auch: Fußstapfen. Nicht weit entfernt lief irgendjemand über knisternde Blätter.
    Emma deutete den anderen wortlos an, den Mund zu halten, und Skye versuchte angestrengt, so leise wie möglich zu atmen. Mit Wäldern hatte sie nie gute Erfahrungen gemacht.
    Langsam entfernen sich die Schritte, aber noch immer konnte sie niemanden hinter den Bäumen erkennen. Langsam entspannten sich die Mädchen wieder.
    „Sollen wir weggehen?“, hauchte Cho leise.
    Emma warf einen kurzen Blick zur Seite und schien zu überlegen. „Nein. Warten wir lieber“, flüsterte sie. „Aber schraubt mal eure Lautstärke runter.“
    Skye nickte stumm und zog vorsichtig den Zauberstab. In solch einer Situation schien ihr das angemessen. Schweigend wartete sie darauf, dass die Fußstapfen wiederkamen.
    Erst hörte sie nichts, doch dann war da ein Schrei. Er schien entfernt, aber dennoch nah.
    „Was zum?“ Emma sprang schlagartig auf und sah sich hektisch um.
    „Wer war das?“, fragte Cho.
    Es hatte nicht nach einem Hilfeschrei geklungen, eher nach einem Wort, das Skye aber nicht kannte. Konzentriert ließ sie ihren Blick durch die Dunkelheit wandern, und da entdeckte sie es: Am Himmel war etwas erschienen. Ein giftgrün leuchtendes Zeichen.
    „Schaut nur“, keuchte sie und zupfte Emma unsanft am Ärmel.
    Es war ein riesiger Totenkopf, der da glitzernd am Himmel prangte. Aus der Mundhöhle schien eine gigantische Schlange zu kriechen, die fast so aussah, als würde sie sich zwischen den Sternen entlangschlängeln.
    „Oh, verflucht“, schimpfte Emma, während die Blicke der anderen an dem immer höher steigenden Zeichen hafteten.
    „Das ist doch“, begann Marietta leise, „ist das nicht das Dunkle Mal?“
    „Das Dunkle Mal?“, wiederholte Skye verwirrt.
    Emma drehte sich blitzschnell zu ihr um. „Wir sollten schleunigst verschwinden. Das ist das Zeichen von von Du-weißt-schon-wem.“
    „Aber, der . . .“, begann Skye, wurde jedoch immer leiser. Der ist tot, wollte sie sagen. Wie konnte er ein Dunkles Mal an den Himmel zaubern? Außer . . . Nein. Das widersprach allem, das sie von der Geschichte der Welt der Zauberei wusste.
    Gehetzt liefen die Mädchen los. Insgeheim wusste keine von ihnen, in welche Richtung sie laufen sollten. Aber es fühlte sich besser an, als einfach stehenzubleiben. Schreie erfüllten den Wald und überall schienen die Leute in Aufruhr geraten zu sein. Skye dachte an Betty und Padma. Hoffentlich waren sie in Sicherheit.
    „Wartet mal“, sagte Cho plötzlich und blieb stehen. „Ist das wirklich schlau? Wenn wir noch weiter laufen, finden wir hier nie mehr raus.“
    Niemand konnte widersprechen.
    „Ich weiß sowieso nicht mehr, wo wir überhaupt sind“, sagte Emma.
    Marietta stöhnte auf. „Das ist eine Katastrophe.“
    „Hey, du hättest schließlich auch mal auf den Weg achten können“, erwiderte Emma gereizt.
    Während Marietta irgendetwas entgegnete, schlenderte Skye ein Stückchen weiter und versuchte, sich irgendwo zu orientieren. Aber sie konnte sich an nichts erinnern, die Bäume hatten in der Dunkelheit alle gleich ausgesehen. Und die Lichtung von eben schien auch schon weit entfernt zu sein.
    Aber plötzlich hörte sie Stimmen. Sie schienen nicht weit entfernt und wirkten auch nicht so, als würden sich ihre Besitzer gerne versteckt halten.
    „Kommt mal her.“ Sie winkte die anderen zu sich. „Da ist irgendwer.“
    Emma und Marietta hörten auf sich zu zanken und allesamt horchten sie konzentriert.
    „Sollen wir hingehen?“, fragte Skye nach ein paar Sekunden.
    Emma schien nachzudenken. „Vielleicht, ich weiß -“
    „Ja“, unterbrach Marietta sie. „Langsam vergeht mir der Spaß an nassen Blättern und dieser schrecklichen Lauferei.“
    Es schienen viele Leute zu sein, die sich da im Wald versammelt hatten. Manche schienen aufgebracht, hier und da jedoch hörte Skye eine Stimme, die ihr irgendwie bekannt vorkam. Sie hoffte, dass es nicht die maskierten Leute vom Zeltplatz waren, aber das schien ziemlich unwahrscheinlich. Die waren sicherlich schon längst geschnappt.
    „Bleibt mal stehen“, befahl Emma plötzlich, als sie sich immer weiter näherten. „Ist das . . . Mum?“
    Und wirklich, als Emma das sagte, erkannt auch Skye die Stimme. Es war unverkennbar die von Mrs Warrington.
    Das beflügelte die Mädchen dermaßen, dass sie die letzten Meter rennend zurücklegten, damit Mrs Warrington auch ja nicht wieder verschwinden konnte. Skye betete stumm, dass Betty und Padma auch dabei waren.
    Aber erst, als sie die Gruppe erkennen konnte, merkte sie, dass das wohl nicht der Fall vor. Dafür standen einige Erwachsene beisammen - dabei tippte Skye auf Ministeriumsleute - und hatten sich in einem Kreis versammelt. Was oder wer in der Mitte war, konnte sie nicht richtig erkennen.
    „Zu spät“, sagte Mrs Warrington ganz in der Nähe und Skye atmete erleichtert aus. „Die sind bestimmt schon disappariert.“
    „Da bin ich anderer Meinung“, erwiderte ein Mann neben ihr.
    „Ich könnte heulen“, flüsterte Emma leise, bevor sie schnurstracks auf die Gruppe zulief.
    Im Bruchteil einer Sekunde richteten sich etwa zwanzig Zauberstäbe auf sie und Skye blieb gezwungenermaßen stehen.
    „Mum!“, rief Emma, schien sich aber auch nicht zu trauen, weiterzugehen. „Wir sind es nur.“
    „Noch mehr Kinder“, murmelte ein Zauberer.
    „Emma?“ Mrs Warrington war mit wenigen Schritten bei ihnen. Sie trug noch immer ihren wollenen Morgenrock und sah alles andere als begeistert aus, als sie die Mädchen betrachtete. „Wo habt ihr Betty und Padma gelassen?“, fragte sie streng.
    „Auf dem Zeltplatz sind sie verschwunden“, antwortete Emma kleinlaut und schien unter dem Blick ihrer Mutter geradezu zu schrumpfen.
    Skye beobachtete das Ganze, hielt sich aber möglichst unauffällig. Die meisten der Ministeriumsleute hatten ihre Zauberstäbe sinken gelassen, hier und da flüsterte jemand etwas; nur ein Mann mit streng gestutzten Oberlippenbart schien keine Anstalten zu machen, sich zu entspannen.
    „Barty, nun hör doch auf“, sagte Mrs Warrington leise.
    Der Kiefer des Mannes schien sich zu verkrampfen, aber dann trat er langsam zurück. Für einen kurzen Moment schaute er Skye direkt in die Augen und sein Blick war so hart, dass sie sofort wegschaute. Was dachte er von ihr? Dass sie das Dunkle Mal heraufbeschworen hatte?
    Unauffällig musterte Skye die anderen Ministeriumsarbeiter. Manche von ihnen waren in den Schatten der Bäume gehüllt, aber überall huschten wachsame Augen durchs Dickicht und Zauberstäbe wurden entzündet.
    Erst jetzt fiel ihr auf, um was sich die vielen Erwachsenen da gedrängt hatten - oder eher um wen. Skye sah Brillengläser in der Dunkelheit aufblitzen und das war ihr Zeichen genug. Harry, Ron und Hermine standen da und lauschten stumm.
    „Unsere Schocker sind doch direkt durch diese Bäume geflogen . . . vielleicht haben wir sie sogar erwischt . . .“ Der Mann, der eben mit Mrs Warrington gesprochen hatte, sah auffordernd in die Runde. Skye konnte seinen stoppeligen Bart erkennen, während er prüfend über die Lichtung streifte.
    Mrs Warrington sagte leise etwas zu einem dicklichen Zauberer, bevor sie sich den Mädchen zuwandte.
    „Kommt.“
    Ihr Blick war schwer zu deuten, während sie ein Stück weiter ging und die Gespräche der Minusteriumszauberer immer leiser wurden. Skye warf einen schnellen Blick zu Harry, Ron und Hermine, die noch immer dort standen. Natürlich waren sie direkt mitten im Geschehen, aber Skye konnte sich nicht erklären, warum. Nur für Fragen schien jetzt nicht der richtige Zeitpunkt.
    „Wo habt ihr Betty und Padma zum letzten Mal gesehen?“, fragte Mrs Warrington und sah die Mädchen der Reihe nach an.
    „In der Nähe von unserem Zelt“, antwortete Emma leise. „Sie sind einfach weitergerannt. Tut mir leid, Mum.“
    Cho, Marietta und Skye hielten sich unauffällig im Hintergrund, während Mrs Warrington zu ihren Kollegen hinübersah.
    „Ich bringe euch zum Zelt“, sagte sie. „Betty wusste sicherlich, was zu tun ist.“
    Den ganzen Weg lang redete niemand ein Wort. Mrs Warrington führte sie zielstrebig durch den Wald - sie musste einen sehr guten Orientierungssinn haben - und da Emma ihr wie ein trauriger Hund hinterhertrottete, blieben auch Marietta, Cho und Skye recht wortlos. Bei solch einer Stimmung schien eine Unterhaltung sowieso keine gute Idee zu sein.
    Skye überlegte noch immer, was Harry, Ron und Hermine mit dem Ganzen zu tun hatten, während sie auf einen ausgetretenen Pfad kamen. Doch dann konnte sie in der Ferne den Waldrand entdecken.
    Über dem Zeltplatz lag Rauch in der Luft, abgebrannte Stofffetzen bedeckten qualmend den Boden. Skye hielt sich die Nase zu, um den Gestank der Asche und Angst nicht riechen zu müssen. Fast vermutete sie, dass auch das Warrington-Zelt abgebrannt war, aber sie hatte unrecht. Unbeschädigt stand es auf seinem Platz und schien nur darauf zu warten, seine Besitzer wieder zu empfangen.
    Nacheinander traten sie ein, Mrs Warrington ganz am Schluss. „Bleibt hier“, befahl sie. „Ich suche die anderen.“
    Sie wandte sich schon wieder zum Ausgang, als Emma die Stimme erneut erhob. „Mum. Es tut mir leid“, sagte sie leise.
    Mrs Warrington schien kurz innezuhalten, trat dann aber wortlos aus dem Zelt. Skye fand so etwas viel schlimmer. Wenn Eltern laut schimpften war es eine Sache, aber Enttäuschung konnte sie gar nicht leiden.
    Emma schlurfte zum Sofa und setzte sich langsam. Sie sah ziemlich mitgenommen aus; in ihrem Haar hatten sich Blätter verfangen und Schatten lagen unter ihren Augen. Marietta und Cho folgten ihrer Freundin stumm und nach ein paar Sekunden setzte auch Skye sich dazu.
    Sie war todmüde, aber das würde sie sich nicht anmerken lassen, bis Betty und Padma wiederkamen. Also kuschelte sie sich in einen Sessel und zog die Beine so fest an den Körper, wie sie konnte. Vom Wirbel der Weltmeisterschaft war nichts mehr übrig.
    Und die vier Mädchen warteten. Sie warteten gefühlte Ewigkeiten, wechselten nur wenige Worte und jeder schien mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt zu sein. Skye wäre fast eingedöst, hielt sich aber wild blinzelnd wach. Und endlich, endlich öffnete sich der Eingang.
    Emma sprang schlagartig auf. Mit wenigen Schritten hatte sie den Raum durchquert und schloss ihre kleine Schwester wortlos in die Arme.
    „Ruhig, Brauner“, sagte Betty verwundert, während sie sich losmachte.
    Auch Padma trat hinter ihr ins Zelt, gefolgt von Mrs Warrington. Skye lief erleichtert zu ihren besten Freundinnen. Auch sie sahen angeschlagen aus, aber schienen unverletzt.
    „Alles in Ordnung?“, fragte Padma.
    „Mir geht‘s super“, erwiderte Skye bedeutungsvoll.
    Mrs Warrington lief langsam zu den anderen auf dem Sofa, während sich Betty, Padma und Skye verschwörerisch zusammendrängten.
    „Wo wart ihr?“, fragte Skye. „Wir haben euch nirgendwo gesehen.“
    „Nachdem ihr einfach verschwunden seid, sind wir eben alleine weitergerannt“, berichtete Betty. „Im Wald haben wir dann nach euch gesucht, aber das hat nichts gebracht.“
    „Also sind wir tiefer in den Wald gelaufen“, ergänzte Padma. „Und Betty hat sich mit so einem Leprechan angefreundet -“
    „Er heißt Alfredo“, fügte Betty hinzu. „Netter Kerl. Hat uns mit seiner Laterne Licht gemacht.“
    „Dann haben wir gewartet“, fuhr Padma fort. „Als das Dunkle Mal auftauchte und alle geschrien haben, wollten wir wegrennen. Aber Alfredo meinte, wir sollen einfach still sein.“
    „Und dann war Mum da“, sagte Betty mit einem Nicken zu Mrs Warrington, die etwas mit Emma beredete.
    „Ich muss euch was erzählen“, kündigte Skye leise an. „Aber erst morgen.“
    „Besser so.“ Betty gähnte herzhaft. „Ich brauche nämlich jetzt meinen Schönheitsschlaf.“

    BILD: Der brennende Zeltplatz

    8
    ((bold))((navy))Kapitel 8: GLYNIS SHAFIQ((ebold))((enavy)) Am nächsten Morgen fühlte Skye sich, als würde sie schlafwandeln. Die Mädchen sprachen

    Kapitel 8: GLYNIS SHAFIQ

    Am nächsten Morgen fühlte Skye sich, als würde sie schlafwandeln. Die Mädchen sprachen nur wenige Worte miteinander, während sie gähnend ihre Rucksäcke packten. Padmas Rosette war mittlerweile fast vollkommen verstummt, hier und da brachte sie noch ein heiseres Krächzen zusammen.
    Das Zelt faltete sich unter Mrs Warringtons Zauberstab folgsam zusammen und dann liefen sie langsam über den fast leeren Zeltplatz. Die meisten Menschen schienen schnellstmöglich nach Hause zu wollen - was Skye ihnen nicht verübeln konnte. Auch sie selbst war froh, bald wieder im sicheren Warrington-Anwesen schlafen zu können.
    Nachdem sie den Platz verlassen hatten, schloss der dunkelhäutige Kollege von Mrs Warrington, Shacklebolt, zu ihnen auf. Skye beobachtete, wie er leise ein paar Worte mit Bettys Mutter wechselte, konnte aber nicht verstehen, um was es ging. Er schien sich über etwas aufzuregen und nachdem Mrs Warrington geantwortet hatte, lief Shacklebolt hastig davon.
    Sie mussten lange anstehen, um einen Portschlüssel zu ergattern, bekamen aber schließlich von dem müde aussehenden Basil eine zerknautschte Suppendose in die Hand gedrückt. Diesmal wusste Skye schon, was auf sie zukam, aber trotzdem war sie froh, dass sie noch nichts gegessen hatte, als sie am Mermaid‘s Pool ankamen.
    Das Anwesen stand wie ein riesiger, marineblauer Koloss mitten in der grünen Landschaft und als Mrs Warrington vor das hohe Tor trat, schwang es knirschend auf. Plötzlich fühlte Skye sich wieder sicher.
    Betty, Padma und Skye verzogen sich schnell in Bettys Zimmer und schlossen die Tür. Die Drei kuschelten sich in Bettys warme Daunendecke und sahen nachdenklich aus dem Fenster.
    „Was wolltest du uns nun erzählen, Skye?“, fragte Padma neugierig.
    „Wir sind Harry, Ron und Hermine im Wald begegnet. Sie waren umringt von einigen Ministeriumsleuten, die ziemlich gestresst wirkten“, erzählte Skye.
    „Na, kein Wunder“, erwiderte Betty. „Bei dem, was letzte Nacht passiert ist.“
    „Ich frage mich nur, was die Drei damit zu tun haben“, fuhr Skye fort. „Ein Mann hat etwas von Schockern oder so geredet und jemand muss wohl disappariert sein.“
    „Sie sind doch immer irgendwie involviert“, sagte Padma abwinkend.
    „Da hat sie recht.“ Betty zuckte mit den Schultern.
    Skye seufzte. Sie konnte das nicht einfach so abtun. Die Muggel, das Dunkle Mal und der brennende Zeltplatz; all das ging ihr nicht aus dem Kopf.
    „Was wollte Shacklebolt denn von deiner Mutter?“, erkundigte sich Padma.
    „Der erste Artikel im Tagespropheten ist schon erschienen. Irgendeiner vom Minusterium muss wohl eine ungenaue Aussage gemacht haben und das wird dann immer ausgeschlachtet wie sonst was. Von wegen, nichts ist unter Kontrolle und was auch immer . . .“, berichtete Betty.
    „War es ja auch nicht so wirklich.“ Padma runzelte die Stirn.
    „Aber wie soll man das ahnen? Und so viele zu evakuieren, ist auch nicht gerade leicht“, erwiderte Betty.
    „Konnten sie denn diese maskierten Leute fassen?“, fragte Skye.
    „Nein.“ Betty schüttelte den Kopf. „Ich habe Mum heute morgen belauscht, wie sie mit jemandem im Feuer gesprochen hat. Sie glauben, dass es Todesser, die Anhänger von Ihr-wisst-schon-wem, waren. Das Dunkle Mal hat sie wohl in Panik versetzt und sie sind disappariert.“
    „Ich verstehe das nicht.“ Skye sah Betty fragend an. „Warum sollte jemand dieses Dunkle Mal heraufbeschwören? Und die Muggelfamilie so quälen? Du-weißt-schon-wen gibt es doch gar nicht mehr.“
    „Keine Ahnung“, erwiderte Betty schulterzuckend.
    „Es ist wirklich komisch“, stellte Padma fest. „Erst das mit Srius Black im letzten Jahr, der einfach entkommen ist. Und dann das.“
    „Sag das nicht so.“ Skye schüttelte sich. „Das klingt ja, als wäre er wieder da.“
    „Aber sie hat recht“, sagte Betty leise. „Da stimmt etwas nicht. Ich weiß nicht, ob es mit Harry Potter zu tun hat, aber das ist nur die Wahrheit.“
    „Glaube ich nicht“, widersprach Skye.
    Dabei wusste sie in ihrem Inneren, dass es stimmte, was Betty und Padma sagten. Aber zu wissen und zu glauben war nicht das Gleiche. Nachdenklich sah Skye aus dem Fenster in den wolkenverhangenen Himmel. Sie wusste, dass sie das nicht glauben wollte.

    „Mum, wo ist meine weiße Bluse?“, brüllte Skye ungeduldig durchs Haus.
    Die Stimme ihrer Mutter kam gedämpft von oben. „Sie hängt noch draußen zum Trocknen, sieh mal nach, ja?“
    Stöhnend schlurfte Skye aus ihrem Zimmer und schnappte sich ein paar Turnschuhe aus dem Schuhschrank. Draußen war es angenehm warm und Skye gähnte herzhaft, während sie zur Wäscheleine an der Hauswand lief, die von einer Hecke verdeckt wurde. Die Nacht der Quidditch-Weltmeisterschaft war schon ein paar Tage her, aber trotzdem fühlte sie sich noch schrecklich übermüdet.
    Schnell schnappte Skye sich die Bluse von der Wäscheleine und machte sich auf den Rückweg. Der Saum war noch immer etwas nass, also wedelte sie damit in der Luft herum, um ihn zu trocknen.
    Sie wollte gerade ins Haus gehen, als von hinten eine Stimme kam.
    „Zeitung ist da!“
    Ein braunhaariger Junge mit einem Bollerwagen im Schlepptau kam zeitungswedelnd in die Einfahrt gelaufen.
    „Ich kann sie gleich mitnehmen“, bot Skye an, und lief dem Jungen entgegen.
    „Gute Idee.“ Er drückte ihr eine Zeitung in die Hand und gerade wollte Skye sich wieder umdrehen, als er noch einmal etwas sagte. „Wir gehen doch auf die selbe Schule, nicht?“
    Sie drehte sich verwundert um. „Nun, die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich hoch, wenn man bedenkt, dass es hier nur eine gibt“, antwortete sie.
    Der Junge schmunzelte belustigt. „Da hast du wohl recht. Ich habe dich schon mal im Gang gesehen.“
    „Das klingt komisch.“ Skye grinste.
    „Du weißt schon, was ich meine.“ Er nickte zu seinem Bollerwagen. „Ich muss noch ein bisschen weiter. Leider kriegt man beim Zeitungsaustragen keinen Stundenlohn. Aber vielleicht sehen wir uns ja mal.“
    „Ja, vielleicht. Viel Spaß, schätze ich mal“, erwiderte Skye.
    Sie sah dem Jungen mit den Zeitungen noch kurz nach, bevor sie wieder ins Haus trat. Noch nie hatte sie ihn irgendwo in der Schule gesehen - wahrscheinlich war er in einer höheren Stufe.
    „Zeitung ist da!“, rief sie nach oben zu ihren Eltern.
    Dann lief sie in ihr Zimmer, wo noch aufgeschlagene Bücher und Hefte auf dem Schreibtisch lagen. Aber denen schenkte Skye keine Beachtung und ließ sich lieber auf ihr Bett fallen. Noch immer gähnend tastete sie nach dem Buch, das Harper ihr geliehen hatte.
    Seit die Schule wieder angefangen hatte, verschlang Harper Bücher über soziale Strukturen und seltsame Ratgeber für überforderte Mütter. Und als ob das nicht genug wäre, nötige sie Skye dazu, diese Bücher auch zu lesen. Mittlerweile wusste sie mehr über das Lösen von Teenagerproblemen, als ihr lieb war.
    Mit Alice hatte sie in diesem Jahr noch kein einziges Wort gewechselt. Zwar lächelten sie sich höflich zu, wenn sie in den Gängen aneinander vorbeiliefen, aber Skye war mittlerweile zu einem wichtigen Entschluss gekommen: Warum sollte sie sich anstrengen?
    Eine Zeit lange hatte sie diese ganze Alice-Sache viel zu sehr beschäftigt. Dabei war es viel angenehmer, einfach zu machen, was man wollte.
    Schule war nicht da, um während des Unterrichts zu kichern und nur die neuen Schuhe einzulaufen. Skye hatte das verstanden. So lebte es sich um einiges leichter, da es sie einfach nicht mehr interessierte, was andere von ihr dachten. Und nicht nur das; es half ihr auch, sich auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren und einen dieser Momente der Stille zu haben, von denen so viel in Harpers Büchern stand.

    Es war fast halb zwei, aber Skye war noch immer nicht eingeschlafen. Schon seit Stunden starrte sie an die hohe Zimmerdecke, rollte sich im Bett herum und hatte ihr Kissen sicher schon fünfmal auf die kühle Seite gedreht - doch nichts funktionierte. Skye hasste es, wenn sie zu viele Gedanken im Kopf hatte und diese alle hervorkamen, wenn sie schlafen wollte.
    Padma atmete leise und gleichmäßig neben ihr und hatte sich fast noch gar nicht bewegt. Aber selbst das hatte Skye nicht eingeschläfert.
    Sie seufzte leise und richtete sich auf. Natürlich wollte sie ihre Freundin nicht wecken, aber Skye war schrecklich langweilig. Ihr Zauberstab lag wie immer auf dem hölzernen Nachtschränkchen, dabei durfte sie ihn außerhalb von Hogwarts nicht einmal benutzen.
    Also entzündete sie eine Kerze und schob so leise wie möglich die Decke beiseite, um aus dem Bett zu steigen. Das flackernde Licht reichte gerade dafür, dass Skye nicht in die Kommode stolperte und langsam zur Tür schleichen konnte.
    Vor zwei Jahren hätte sie sich das noch nicht getraut; das Warrington-Anwesen war damals so beängstigend gewesen, manchmal hatte sie bei Nacht leises Flüstern oder knarzende Schritte in der Dunkelheit gehört. Aber jetzt hatte Skye die Angst vor solchen Dingen verloren, also drückte sie vorsichtig die schwere Eichenholztür des Gästezimmers auf, während Padma seelenruhig weiterschlief.
    Der Gang war in nächtliche Schwärze gehüllt, nur Skyes Kerze in der schmalen Goldhalterung spendete etwas Licht. Das Gästezimmer lag direkt neben der Treppe, an deren Geländer Skye sich langsam nach oben tastete. Trotz allem fühlte sich das Herrenhaus manchmal noch fremd für sie an. Und jetzt war es, als wäre sie dort ganz alleine.
    Im vierten Stock herrschte drückende Stille. Skye mochte es hier am liebsten; der mit Teppichen ausgelegte Boden und die hohen Wände erinnerten sie an Zeiten, in denen sie noch gar nicht geboren war.
    Sie beobachtete ihren Schatten, wie er an der Wand mit den prächtigen Bildern mit Generationen von Warringtons darauf vorbeihuschte. Außer ihrem leisen Atem war nichts zu hören und der Teppichboden dämpfte ihre vorsichtigen Schritte.
    Die kleine Hausbibliothek war verschlossen, ebenso wie die Ahnengalerie der Warringtons. Das war Skye auch lieber so. Erst vor kurzem hatte sie erfahren, dass das morsche Bettgestell dort drinnen dem altehrwürdigen Cyneweard Warrington gehört hatte. Es war sein Totenbett.
    Schnell vertrieb sie diesen Gedanken aus ihrem Kopf und lief weiter. Der vierte Stock war der höchste des Hauses am Mermaid‘s Pool. Betty hatte erzählt, dass hier am wenigsten verändert worden war.
    Am Ende des Ganges wartete eine breite Holztür auf sie, der Aufgang zum höchsten Turm des Anwesens. Skye war schon einmal mit Betty und Padma dort oben gewesen und es erinnerte sie ein wenig an den Astronomieturm in Hogwarts. Natürlich um einiges weniger hoch, aber trotzdem hatte man eine beeindruckende Aussicht.
    Also drückte sie die schnörkelige Messingklinke der Tür langsam nach unten, die den schmalen Treppenaufgang freigab. Im Gegensatz zu Bettys Türmchen musste man hier kleine Kletterkünste beweisen - es war eine einfache Wendeltreppe. Vorsichtig stieg Skye auf die erste Sufe und hielt die brennende Kerze so vor sich, dass sie einigermaßen sehen konnte, wohin sie trat.
    Die Treppe war schmal und steil, also tastete sie sich achtsam voran, um nicht zu fallen. Hier gab es keine Bilder oder Dekorationen, und nicht nur die Stufen und das Geländer, auch die Wände waren aus dunklem Holz.
    Das Licht der Kerze flackerte unter Skyes Atem, als sie oben angekommen war.
    Ein kühler Luftzug fegte über den Turm; Skye fröstelte es plötzlich in ihrem dünnen Pyjama. Hier oben sah es aus wie auf einer Aussichtsplattform der Muggel, zwar ragte über Skye eine Turmspitze in den Himmel, aber ein breites Geländer statt einer Wand, das jedoch irgendwann in festes Mauerwerk überging, erinnerte sie an einen Balkon. Der Mond stand hoch am Himmel und spiegelte sich in dem von hier oben pfützenartigen Mermaid‘s
    Pool.
    Der Anblick der hügeligen Wiesen zu Füßen des Anwesens erinnerte Skye wieder an Hogwarts. Die Ferien waren nun so gut wie vorbei und bald würde sie sich ans Packen machen müssen. Die Zeit am Mermaid‘s Pool war unglaublich schnell vergangen; Skye würde das mysteriöse Herrenhaus vielleicht sogar etwas vermissen, aber im Vergleich zu Hogwarts war es nichts. Ob es nun die hunderten Kerzen in der Großen Halle, die endlosen Gänge, der Gemeinschaftsraum oder die exzentrischen Lehrer waren; sie freute sich darauf wie ein kleines Kind.
    Manchmal fragte Skye sich, wie sie gelebt hätte, wenn eines stürmischen Nachmittags nie der Hogwarts-Brief in ihr Gesicht geweht worden wäre. Ein Leben ohne die magische Welt konnte sie sich gar nicht mehr vorstellen. Es war ihr Unterschlupf, ihre Flucht vor all den anderen Dingen. Magie war das Beste, das ihr jemals hätte passieren können.
    „Findest du es nicht etwas spät für einen nächtlichen Spaziergang?“
    Für einen törichten Moment dachte Skye, die uralte Seele einer verstorbenen Warrington war hinter ihr aufgetaucht. Aber dann erkannte sie die Stimme, was das Ganze nicht unbedingt besser machte.
    „Oh, ja, tut mir leid, ich -“ Skye wurde augenblicklich rot, als sie sich beschämt umdrehte.
    Vor ihr stand Mrs Warrington, die seltsamerweise noch immer den Umhang vom Vortag trug und nicht so wirkte, als hätte sie schon geschlafen.
    „Es ist nett hier oben, nicht?“, fragte sie, während sie langsam an das eiserne Geländer trat.
    Skye war es immer noch etwas peinlich, um diese Uhrzeit draußen erwischt zu werden. Plötzlich fühlte sie sich wie eine Einbrecherin, obwohl sie nichts Böses im Sinn gehabt hatte.
    „Ich konnte nicht schlafen“, nuschelte Skye kleinlaut und sah zu der hochgewachsenen Mrs Warrington auf.
    Sie hatte den Blick in den Himmel gerichtet und ihr dunkles Haar wehte in der nächtlichen Brise.
    „Das ist nicht verwunderlich“, antwortete Mrs Warrington. „Viele Fremde haben mit dem Schlafen hier Probleme. Ich anfangs auch.“
    Zum ersten Mal fiel Skye auf, dass Bettys Mutter gar keine echte Warrington war. Sie hatte nicht ihre Kindheit in diesem Anwesen verbracht und erst durch Heirat wurde sie Teil der Familie.
    „Warum?“, fragte Skye.
    „Angeblich wollen Geister der Ahnen nur Leute mit Warrington-Blut in ihren Adern hier leben lassen. Deswegen stören sie die Seelen der Fremden, um sie zu vertreiben.“
    „Padma scheint ziemlich immun dagegen zu sein“, bemerkte Skye.
    Mrs Warringtons Mundwinkel kräuselten sich belustigt. „So ist jeder anders.“
    „Mir gefällt es hier.“
    „Es ist sehr schön, nicht?“ Mrs Warrington ließ ihren Blick langsam über die Landschaft wandern. „Als Henry es mir erstmals gezeigt hat, war ich völlig aus dem Häuschen.“
    Neugierig horchte Skye auf. Mrs Warrington erzählte normalerweise nicht viel von ihrer Vergangenheit, geschweige denn ihrem Mann. All ihr Wissen darüber hatte Skye von Betty, aber die ganze Geschichte hatte sie nie gehört.
    „Ich bin eine Shafiq“, sagte Mrs Warrington so, als sollte Skye diesen Namen schon einmal gehört haben. „Für die meisten reinblütigen Familien sind solche Häuser kein Alltag.“
    „Das hat ein Freund von mir auch schon gesagt.“ Dabei dachte Skye natürlich an Jay, dessen Familie genau das Gegenteil der Warringtons zu sein schien.
    „Und du, Skye?“, fragte Mrs Warrington und sah sie mit einem eigenartig Blick an.
    „Ich?“
    „Manchmal fühlt es sich so an, als wärst du gar keine Muggelgeborene.“
    Skye runzelte verwirrt die Stirn. Wie hatten Muggelstämmige denn zu sein? „Bin ich aber“, versicherte sie schnell.
    Mrs Warrington schien sie unauffällig von der Seite zu mustern. Skye hatte schon immer Angst vor der Auffassungsgabe einer Aurorin gehabt. Natürlich würde sie ihrem Geheimnis nie auf die Spur kommen, aber selbst Misstrauen beunruhigte sie.
    „Weißt du, was ich gelernt habe?“ Mrs Warrington wandte sich zu Skye und ihre sturmgrauen Augen, die so anders waren als die von Betty oder Emma, musterten sie lange. „Sei niemals von deiner Gewöhnlichkeit überzeugt.“
    Skye erwiderte nichts darauf, da sie das Gefühl hatte, dass alles, was sie nun sagen könnte, falsch war.
    „Ich glaube, du solltest langsam wieder ins Bett gehen.“ Mrs Warrington löste sich plötzlich vom Geländer. „Deine Mutter würde sicherlich nicht gerne sehen, dass du so lange aufbleibst.“
    Meine Mutter, dachte Skye, meine Mutter würde sicherlich auch nicht gerne sehen, dass ich seit drei Jahren auf eine Schule für Zauberei gehe und nie etwas davon erzählt habe.
    „Ja“, antwortete sie aber stattdessen. Langsam wurde ihr wirklich ziemlich kalt.
    „Gute Nacht.“
    Mrs Warrington nickte ihr ein letztes Mal zu, bevor sie zur Treppe ging. Skye beobachtete sie dabei und atmete erleichtert auf, als sie nach unten verschwand.
    Jetzt standen zwei Dinge für Skye fest: Die Warringtons waren äußerst eigenartige Leute. Und von diesem Gespräch würde sie niemals jemandem erzählen.

    BILD: Die Tür zum höchsten Turm des Anwesens

    9
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    Kapitel 9: DAS TRIMAGISCHE TURNIER

    Der Bahnhof King‘s Cross war völlig überfüllt und Skye war sich sicher, dass das von den vielen Hogwarts-Schülern und ihren Eltern kam. Sie drückte sich an Gepäckwagen und ernst aussehenden Männern in Anzügen vorbei und es gab kaum Luft zu atmen, geschweige denn Platz das Croissant zu essen, das sie sie vorhin in einem der Läden gekauft hatte.
    Mrs Warrington machte ihnen an der Spitze den Weg frei und lief mit zügigen Schritten zu Gleis neundreiviertel, während die anderen Mädchen hinterherhasteten. Skye hörte, wie Betty hinter ihr etwas sagte, doch ihre Stimme wurde vom Lärm der Muggel erstickt.
    Ein paar mal rammte Skye versehentlich ihren Gepäckwagen in fremde Fußgelenke, aber dann waren da endlich Gleis neun und zehn in Sichtweite gekommen und ein Grinsen breitete sich auf ihrem Gesicht aus. Jetzt war es schon ihr viertes Jahr auf Hogwarts und trotz all der Dinge, die mittlerweile Gewohnheiten für sie geworden waren, konnte Skye die Rückkehr nie erwarten.
    Da der Aufseher sich gerade mit einem verwirrten Muggelpaar auseinandergesetzte, scheuchte Mrs Warrington die Mädchen schnell zu der Absperrung zwischen den Gleisen. Lässig spazierten sie durch die Mauer und für einen Moment war es schwarz, dann aber hörte Skye fröhliche Stimmen und Gleis neundreiviertel schälte sich aus dem Dampf des Hogwarts-Expresses.
    „Hilfe, ist das voll“, stöhnte Betty, als sie ihre Gepäckwagen in Richtung der feuerroten Lok schoben, die schon bereitstand.
    „Wir sollten uns beeilen“, riet Padma.
    Sie liefen an einer Gruppe Drittklässler vorbei, die sie fröhlich begrüßten, und auch Grant Page, der Ravenclaw-Hüter, rief Skye aus einem Abteilfenster zu, dass sie später doch mal vorbeischauen solle. Emma, Marietta und Cho waren schon bei Mrs Warrington stehengeblieben und sahen sich hektisch um.
    „Euer viertes Jahr“, sagte Mrs Warrington, als Betty, Padma und Skye dazustießen. „Genießt es.“
    Betty zog eine Grimasse. „Ach, komm schon, Mum, so sentimental ist das gar nicht. Wir haben schließlich noch drei weitere.“
    „Lasst euch überraschen.“ Mrs Warrington schmunzelte. „Ihr schreibt mir, ja?“ Sie wendete sich an ihre Töchter, die brav nickten.
    „Jeden Tag“, grinste Betty.
    „Und Skye, wenn du möchtest, kannst du in den Weihnachtsferien auch mal mit Betty zu uns kommen.“
    „Ich?“ Skye blinzelte überrascht. „Ja - ähm - gerne.“
    Diese Aufforderung hatte sie aus dem heiteren Himmel getroffen, ganz besonders, nachdem sie das Gespräch auf dem Turm kein einziges Mal erwähnt hatte - Mrs Warrington ebenso wenig.
    „Dann geht schon“, sagte Bettys Mutter mit einem Blick auf ihre hibbelige Tochter. „Schönes Schuljahr. Euch allen.“
    Nachdem Betty und Emma Mrs Warrington umarmt hatten, hasteten die Mädchen zum Zug, der immer voller geworden war. Skye lief ganz vorne und quetschte sich und ihr Gepäck an Mitschülern vorbei, die ebenso gestresst schienen.
    „Die Erstklässler werden von Jahr zu Jahr kleiner“, stellte Betty fest. „Richtige Fussel sind das.“
    „Wohin ist eigentlich Emma verschwunden?“, fragte Padma.
    „Eddie und seine Freunde haben was frei gehalten. Verräter.“
    Padms kicherte belustigt und drehte sich wieder nach vorne. „Und, wie sieht‘s aus?“
    „Grenzwertig“, erwiderte Skye. „Überall sitzt schon jemand.“
    „Wir können uns auch irgendwo dazusetzen.“
    „Ungern.“ Betty rümpfte die Nase.
    „Seht doch!“ Padma blieb urplötzlich stehen und während Betty sie mit ihrem Koffer rammte, lief Skye weiter, bis sie sich fragte, was mit den anderen passiert war.
    „Da sitzen Parvati und Lavender.“ Padma winkte ihrer Schwester fröhlich zu. „Der Rest ist frei.“
    Betty murmelte etwas, während Padma die Tür aufschob und gut gelaunt ins Abteil schneite. Skye folgte ihr und schließlich schien auch Betty zu akzeptieren, dass sie kein eigenes Abteil mehr bekommen würden. Die beiden Zwillingsschwestern begrüßten sich herzlich - schließlich hatten auch sie sich einige Zeit nicht mehr gesehen - und redeten direkt los. Skye lächelte Lavender stumm zu, während sie ihr Gepäck verstaute und setzte sich dann neben Betty, die konzentriert mit der Spitze ihres Zauberstabes in Ace‘ Käfig herumstocherte.
    „Was machst du da?“, fragte Skye leise.
    „Na, sie beschäftigen“, antwortete Betty, als wäre das selbstverständlich.
    „Jetzt erzähl schon“, wollte Parvati aufgeregt wissen. „Was ist bei der Weltmeisterschaft genau passiert? Mum und Dad sind durchgedreht.“
    Skye hörte schweigend zu, während Padma die ganze Geschichte erzählte; Parvati lauschte gespannt und auch Lavender schien interessiert. Mit keiner der beiden hatte Skye bisher ein richtiges Gespräch geführt; Lavender kannte sie nur vom flüchtigen Sehen in den Gängen und so fühlte sie sich etwas seltsam, wie sie sich so stumm gegenüber saßen.
    „Deine Ohrringe sind schön.“
    Skye brauchte einen Moment, um zu realisieren, dass Lavender da gerade mit ihr geredet hatte. „Oh . . . danke.“
    Sie wusste nicht, was sie jetzt noch sagen sollte und so wandte sie sich schnell zu den beiden Schwestern, die gerade über irgendeine Nachbarin herzogen. Der Zug hatte sich mittlerweile in Gang gesetzt und schlängelte sich durch London, während dicke Regentropfen gegen die Scheibe trommelten.
    Skye suchte hektisch nach einem guten Gesprächsthema, als ihr einfiel, was Page eben zu ihr gesagt hatte. Erleichtert drehte sie sich zu den anderen.
    „Ich schaue mal bei Grant vorbei“, sagte sie. „Die haben sicher wieder so ein Quidditch-Abteil gegründet.“
    Betty sah ihr mit flehendem Blick hinterher, als Skye aufstand und sich schnell an der Abteiltür vorbeischob. Im Gang atmete sie erleichtert aus. Solche Situationen hasste sie.
    Gemütlich schlenderte Skye an vollen Abteilen vorbei; der Gang war angenehm leer und man hörte nur die gedämpften Stimmen der anderen. Hannah Abbott und ihre Freunde aus Hufflepuff winkten Skye freundlich zu und auch in anderen Abteilen sah Skye bekannte Gesichter. Ihre Quidditch-Kollegen jedoch waren unmöglich zu übersehen; wie jedes Jahr hatten sie ein eigenes Abteil für sich besetzt und begrüßten Skye johlend, als sie die Tür aufschob.
    „Dass du uns mit deiner Anwesenheit beehrst!“ Samuels begrüßte sie mit einem High Five. „Unglaublich!“
    „Ich hatte gehofft, ihr habt was zu essen“, antwortete Skye grinsend und ließ sich neben Davies auf einen Sitz fallen.
    Skye beobachtete Burrow, der mit seinem fröhlich über die Sitze tollenden Kniesel spielte. „Wo habt ihr denn Duncan gelassen?“
    „Der sitzt mit seinen Freunden zusammen“, erklärte Page.
    „Hat uns einfach alleine gelassen“, ergänzte Samuels mit einem bedeutungsvollen Blick. „Das kommt mir irgendwie bekannt vor.“
    Skye verdrehte die Augen und stibitzte sich etwas aus der Tüte Lakritz-Zauberstäbe, die Davies in der Hand hatte. „Seid froh, dass ich überhaupt aufkreuze.“
    „Nächstes Jahr bist du für uns reserviert“, bestimmte Davies.
    „Ja, ja“, antwortete Skye.
    „Das ist mein letztes Jahr auf Hogwarts.“ Burrow sah auf.
    „Dann gewinnen wir dieses Mal den Pokal“, frohlockte Samuels und klopfte seinem massigen Kollegen gut gelaunt auf die Schulter.
    Skye kam dieser Gedanke seltsam vor. Es fühlte sich an, als wäre sie selbst erst eine Woche Teil des Ravenclaw-Teams. Jetzt musste Burrow schon bald gehen und das eingespielte Jäger-Trio würde auseinander gerissen werden. Selbst Davies und Samuels hatten nur noch zwei Jahre auf Hogwarts. Unauffällig warf sie einen Blick zur Seite. Im Gegensatz zu Burrow war Davies kein bulliger Riese und sah für sein Alter recht jung aus, aber die Vorstellung, dass das schon sein vorletztes Jahr war, behagte ihr nicht.
    „Hoffen wir‘s“, antwortete Davies und nagte an einem Lakritz-Zauberstab. „Das ist echt peinlich, was die Gryffindors uns da antun.“
    „Du wirst ja schon zu einem richtigen Arthur“, stellte Skye fest.
    „Ruhe und Gelassenheit, Roger.“ Samuels legte sich der Länge nach auf die Sitze. „Solltest du auch mal probieren.“
    Davies verdrehte die Augen und machte eine drohende Geste mit seinem Lakritz-Zauberstab. „Du kannst mich gerne ablösen.“
    Skye kicherte amüsiert und kraulte Burrows Kniesel, der auf ihrem Schoss gelandet war. Sie war froh über die paar Jahre, die sie noch mit ihrem Team hatte.
    Die Zeit verging wie im Fluge, aber als Skye auf die Uhr schaute, musste sie an Betty denken, die da so hilflos im Abteil saß und jetzt wahrscheinlich Smalltalk mit Lavender Brown führen musste. Also entschloss sie sich, ihre Mannschaft wieder alleine zu lassen, und trat hinaus auf den Gang.
    „Etwas Süßes, Kinder? Kürbispasteten? Schokofrösche?“
    Die Stimme der schrulligen Imbiss-Hexe hallte durch den leeren Gang, während sie in Abteile schaute und ihren Wagen präsentierte. Skye kramte schnell etwas Zauberergold hervor; vielleicht wäre Betty ja weniger enttäuscht, wenn sie ihr etwas mitbringen würde.
    „Zwei Kürbispasteten bitte“, sagte Skye, während sie der Hexe das Geld in die Hand drückte.
    „Für mich auch.“ Ein zierliches Mädchen mit langen roten Haaren war hinter der dicklichen Hexe aufgetaucht und ließ Geld in ihrer Hand klimpern. Es war Tracey Davis, die Skye freundlich zugrinste.
    „So sieht man sich wieder.“ Skye nahm der alten Frau ihre Kürbispasteten ab.
    „Wie waren deine Ferien?“, fragte Tracey, während die Imbiss-Hexe weitertuckerte.
    „Großartig“, antwortete Skye. „Ich war auf der Weltmeisterschaft.“
    „Was?“ Traceys Augen weiteten sich. „Du auch?“
    Skye nickte. „Jay hat wahrscheinlich schon davon erzählt, nicht?“
    Tracey Davis war wie Jay in Slytherin; während des Streits mit Betty und Padma im letzten Jahr hatte Skye viel Zeit mit ihm und seinen Freunden verbracht.
    „Natürlich.“ Tracey zeigte nach hinten. „Unser Abteil ist gleich davorn; wenn du willst kannst du schnell mal vorbeischauen.“
    Skye dachte kurz an Betty und Padma, nickte dann aber ergeben. „Na gut. Aber gleich muss ich wieder zu den anderen und die Kürbispasteten abliefern.“
    „Kein Problem“, sagte Tracey, während sie loslief. „Als die Imbiss-Hexe eben bei uns vorbeigekommen ist, war ich auf Toilette. Und diese kleinen Egoisten haben mir natürlich nichts mitgekauft.“
    Skye grinste. Das klang ganz nach Jay.
    „Jetzt werde ich ihnen aber auch nichts abgeben“, beschloss Tracey, während sie die Tür ihres Abteils aufschob und hineintrat. „Schaut mal, wen ich auf dem Gang gefunden hab.“
    „Eine wilde Ravenclaw?“, fragte Jay mit einem schelmischen Grinsen.
    „Lustig wie immer.“ Skye tat so, als würde sie ihn mit einer der Kürbispasteten abwerfen.
    Neben Jay saß sein bester Freund Theo, ein bohnenstangiger Junge mit unordentlicher Frisur, der Skye zur Begrüßung zunickte. Auch die Slytherin Beatrice Thicknesse hatte es sich in dem Abteil gemütlich gemacht. Und obwohl Skye sie nicht besonders gut kannte, wurde sie freundlich von ihr begrüßt.
    „Zwei Kürbispasteten?“, fragte Jay mit einem Blick auf Tracey, die sich neben Beatrice fallen ließ. „So viel packst du doch gar nicht.“
    „Nein, du kriegst nichts.“ Tracey rümpfte die Nase.
    Jay machte ein enttäuschtes Gesicht und sah zu Skye. „Du musst nicht so dumm herumstehen, weißt du.“ Er zeigte auf den Platz neben sich.
    „Eigentlich wollte ich nur kurz vorbeischauen“, sagte Skye. „Aber gut.“
    Theatralisch seufzend ließ sie sich neben Jay fallen, legte die Kürbispasteten aber sicher in ihren Schoß.
    „Skye war auch beim Finale dabei“, erzählte Tracey, während sie genüsslich ihre Pasteten verspeiste.
    „Wir haben uns gesehen“, sagte Skye mit einem Nicken zu Jay.
    Sie konnte sich noch gut daran erinnern, wie sie ihn und die Malfoys beobachtet hatte. Zu gerne hätte sie ihn gefragt, was sein Vater von Malfoy gewollt hatte. Aber vor all seinen Freunden kam ihr das etwas blöd vor.
    „Ich wäre auch gerne hingegangen“, sagte Beatrice. „Aber wir haben keine Karten mehr gekriegt.“
    „Bettys Mum hat sie uns besorgt“, erzählte Skye. „Aber sie war auch die ganze Zeit im Einsatz.“
    „Betty Warrington?“, fragte Theo. „Ihre Mutter ist doch Aurorin, nicht?“
    „Ja.“ Skye nickte. „Als das mit dem Dunklen Mal passiert ist, musste sie direkt los.“
    „Davon habe ich im Tagespropheten gelesen“, sagte Tracey. „Diese Typen sind vollkommen verrückt.“
    „Ich sag‘s dir“, Skye schüttelte sich, „in echt war es noch viel schlimmer. Wir sind mitten in der Nacht aufgewacht und mussten in den Wald rennen. Es war direkt auf unserem Zeltplatz.“
    Sie warf einen Blick zu Jay neben ihr, der die ganze Zeit ungewöhnlich stumm gewesen war. Auch jetzt sagte er nichts. Skye konnte den Blick in seinen Augen nicht deuten. Wie er so dasaß, sah er beschämt aus, aber das machte beim besten Willen keinen Sinn.
    „Wie läuft es denn im Moment mit deinen Freundinnen?“, fragte Tracey.
    „Alles wieder gut.“ Skye war erleichtert, das Thema zu wechseln. „Besser als davor, könnte man sagen.“
    Tracey nickte zufrieden. „Siehst du.“
    „Wir sitzen mit Padmas Schwester und Lavender Brown in einem Abteil“, erzählte Skye. „Aber mir war langweilig, also bin ich etwas spazieren gegangen.“
    Endlich meldete auch Jay sich wieder zu Wort. „Tracey mag diese Lavender nicht. Nach jeder Stunde Wahrsagen regt sie sich über sie auf.“
    „Warum?“, fragte Skye neugierig.
    „Sie ist verdammt anstrengend. Viel zu motiviert. So was raubt mir den letzten Nerv.“
    Skye zuckte mit den Schultern. „Mir ist sie ziemlich egal.“
    „Besser so“, sagte Theo.
    „Tracey streitet sich nur gerne“, fügte Jay hinzu.
    „Gar nicht!“ Tracey zog eine beleidigte Grimasse. „Du bildest dir schon wieder was ein.“
    „Siehst du.“ Jay grinste und warf Skye einen bedeutungsvollen Blick zu.
    Während Tracey anfing, sich zu verteidigen, fiel Skye auf, wie sehr sie sich eigentlich freute, die anderen wiederzusehen. Und Hogwarts war nur noch ein paar Stunden von ihr entfernt.

    Die riesigen Türen des Eichenportals schwangen langsam auf. Viel zu langsam, fand Skye. Das Wetter war in den letzten Stunden immer grässlicher geworden. Blitze zuckten über den dunklen Himmel und eine wahrhaftige Sintflut ergoss sich über die Schüler, während sie bibbernd auf den Einlass warteten. Betty, Padma und Skye standen weit vorne, auch Parvati und Lavender waren ihnen nicht von der Seite gewichen - irgendwann hatte Skye wieder ins Abteil zurückkehren müssen und während Betty fröhlich ihre Kürbispastete verspeist hatte, war sie dazu gezwungen gewesen, sich mit Lavender zu unterhalten.
    Professor McGonagall empfing sie mit ernster Miene und scheuchte die Schüler in Richtung der Großen Halle. „Nicht trödeln!“
    Skye seufzte erleichtert, als die Wärme der Fackeln langsam ihre klammen Ärmel hinaufkroch. Während Padma ihr langes Haar auswrang, hörten Skye hinter sich lautes Geschrei. Aber die schwatzende Menge drängte sie weiter in die fast leere Große Halle, bevor sie etwas sehen konnte.
    Hunderte Kerzen schwebten über den vier Haustischen und ihr Licht wurde in den goldenen Tellern und Kelchen noch vertausendfacht. Die ersten Schüler ließen sich auf die Bänke fallen und auch Skye eilte hastig zum Ravenclaw-Tisch, um einen guten Platz zu besetzen.
    „Die Erstklässler haben bei dem Wetter aber ziemlich Pech gehabt“, kicherte Betty, während sie Skye ihre nassen Haare ins Gesicht schleuderte.
    „Bei dem Wetter würde ich nicht gerne über den See schippern“, gab Padma hinzu.
    Die Halle füllte sich immer mehr, auch die anderen Ravenclaws trudelten langsam ein - Terry, Anthony und Michael kamen von Wasser triefend zu ihnen getrottet.
    „Peeves hat Wasserbomben geworfen“, teilte Terry ihnen ungefragt mit und ließ sich triefend gegenüber von Padma auf die Bank fallen.
    „Bitter“, sagte Betty mit recht wenig Mitgefühl.
    Skye wartete schon sehnsüchtig auf den Beginn der Einteilung, da kam Professor McGonagall endlich mit dem Sprechenden Hut und einer Horde Erstklässler hinter sich in die Große Halle geschritten. Allesamt schienen sie ziemlich verfroren, sahen aber trotzdem gespannt zu, als der Sprechende Hut seinen rissigen Mund öffnete.
    Stille breitete sich unter den Schülern aus, nur an ein paar Tischen hörte man leises Gemurmel. Skye hörte aufmerksam zu, wie der alte Hut von Ravenclaw sang - für Ravenclaw die Klügsten waren alleine wert der Lehrerqualen - und hoffte, dass sie ein paar gute Erstklässler abkriegen würden.
    „Süß, die kleinen Dinger“, sagte Betty, während sie höflich für Stewart Ackerly klatschten, der zu ihrem Tisch sauste.
    Schüler um Schüler wurden ihren Häusern zugeteilt und Skye beobachtete das Ganze neugierig. Betty hatte recht gehabt, die Erstklässler wurden wirklich von Jahr zu Jahr kleiner.
    „Die sind aber schnell heute“, sagte Padma, als sie endlich am Ende des Alphabets angekommen waren.
    „Findest du?“ Skye dachte fröhlich an das folgende Festessen.
    „Es ist fast so, als würde sich der Sprechende Hut beeilen.“
    „Padma und ihre Halluzinationen“, winkte Betty ab.
    Professor Dumbledore hatte sich erhoben, blieb aber diesmal recht wortkarg und wünschte nur einen guten Appetit.
    „Soll mir recht sein“, sagte Skye schulterzuckend, während sie sich den Teller mit Köstlichkeiten vollhäufte.
    Plötzlich war die Große Halle von Besteckklirren und munteren Stimmen gefüllt. Während draußen ein Gewitter tobte, fühlte es sich besonders gut an, sich jetzt mit warmen Essen vollstopfen zu können. Auch die Quidditch-Weltmeisterschaft war noch kein großes Thema und Skye, Betty und Padma erzählten jedem, der es hören wollte, von ihren dramatischen Erlebnissen.
    „Das ist echt schrecklich“, sagte Terry, während er in seinen Kartoffeln stocherte. „Anthony hat mir den Artikel geschickt, aber da wurde es nicht so genau beschrieben.“
    Skye musste zugeben, dass Padma mit ihrer Feststellung wirklich nicht ganz unrecht gehabt hatte. Das Essen verschwand wirklich schneller als sonst von den Tellern und so beobachtete sie gespannt, wie Professor Dumbledore nach dem Nachtisch ein weiteres Mal aufstand.
    „Nur das übliche Gerede“, kommentierte Betty leise, während Dumbledore von Filchs Hausordnung erzählte.
    „Warte doch mal“, sagte Padma.
    „. . . für Schüler verboten ist, wie auch das Dorf Hogsmeade für alle Schüler der ersten und zweiten Klasse.
    Ich habe zudem die schmerzliche Pflicht, euch mitzuteilen, dass der Quidditch-Wettbewerb zwischen den Häusern dieses Jahr nicht stattfinden wird.“
    Skye keuchte geschockt und ein paar Plätze weiter hörte sie wehleidiges Aufstöhnen. Schnell warf sie Davies einen verzweifelten Blick zu. Ausfall von Quidditch hatte etwas zu bedeuten; so etwas hatte sie außer in ihrem zweiten Jahr noch nie erlebt.
    Professor Dumbledore fuhr fort und erzählte gerade von einem besonderen Ereignis, da erschütterte ein lauter Knall die Große Halle.
    Padma zuckte zusammen. „Was zum?“
    Hunderte Blicke richteten sich auf die Flügeltüren, die mit einem Knall gegen die Wand geschlagen waren. Ein Mann, der sich auf einen knorrigen Stock stützte, kam in die Halle gehumpelt. Raunen ging durch die Schülerreihen und auch Skye versuchte vergeblich, etwas zu erkennen.
    „Der sieht aber wild aus“, sagte Betty, die dank ihrer Körpergröße den Mann gut beobachteten konnte, während er auf seinen Stock gestützt nach vorne zum Lehrertisch humpelte.
    „Ich möchte euch euren neuen Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste vorstellen.“ Dumbledore erhob seine Stimme, um die tuschelnden Schüler zu übertönen. „Professor Moody.“
    „Lehrer?“ Betty schnaubte. „Langsam werden sie wirklich verzweifelt.“
    Der seltsame Professor Moody hatte sich mittlerweile gesetzt und musterte die neugierig gafften Schüler mit misstrauischer Miene. Skye hoffte, dass er ein genauso guter Lehrer wie Professor Lupin im letzten Jahr sein würde.
    Professor Dumbledore räusperte sich. „Wie ich eben erwähnte, werden wir in den kommenden Monaten die Ehre haben, Gastgeber einer sehr spannenden Veranstaltung zu sein, eines Ereignisses, das seit über einem Jahrhundert nicht mehr stattgefunden hat. Mit allergrößtem Vergnügen teile ich euch mit, dass dieses Jahr in Hogwarts das Trimagische Turnier stattfinden wird.“
    „Das was?“ Skye warf einem verwirrten Blick zu Betty und Padma.
    „Das Trimagische Turnier, du Pfosten“, erklärte Betty. „Noch nie davon gehört?“
    „Du weißt doch, dass ich -“
    „Psst“, zischte Padma. Mit aufgeregtem Blick sah sie nach vorne.
    „Das Trimagische Turnier fand erstmals vor etwa siebenhundert Jahren statt, als freundschaftlicher Wettstreit zwischen den drei größten europäischen Zaubererschulen“, sagte Dumbledore, „Hogwarts, Beauxbatons und Durmstrang. Jede Schule wählte einen Champion aus, der sie vertrat, und diese drei mussten im Wettbewerb drei magische Aufgaben lösen.“
    Skye fand, dass das ein bisschen nach einem dieser Sportfeste aus der Muggelwelt klang - nur in magisch natürlich -, erschrak aber, als Professor Dumbledore von Todesraten erzählte. Aber niemand schien sich darüber Sorgen zu machen, also fuhr er fort:
    „Die Schulleiter von Beauxbatons und Durmstrang werden mit ihren Kandidaten engerer Wahl im Oktober hier eintreffen und die Ausscheidung für die drei Champions wird an Halloween stattfinden. Ein unparteiischer Richter -“
    „Da bin ich raus“, flüsterte Padma. „Viel zu gefährlich.“
    Aber diese Feststellung schien unnötig, da Professor Dumbleore vor einer Altersgrenze warnte. Nur Schüler über siebzehn würden teilnehmen dürfen. Skye fragte sich, ob sie sich beworben hätte, wenn sie alt genug gewesen wäre, kam aber schnell zu dem selben Schluss wie Padma. Dieses Turnier war etwas für Leute wie Harry Potter, die keinen normalen Überlebensinstinkt hatten. Sie hingegen hatte kein Poblem damit, einfach als Fan auf den Tribünen zu sitzen.
    „Das ist unglaublich!“, sagte Betty, kurz nachdem Professor Dumbledore geendet hatte.
    „Kannst du laut sagen.“ Skye grinste. „Diese Todesraten klangen ziemlich dramatisch.“
    Das Gerede auf den Gängen war noch nie so laut gewesen wie an diesem Tag, ganz Hogwarts schien jetzt schon auf das Turnier hinzufiebern.
    „Hoffentlich bewirbt sich auch jemand aus Ravenclaw“, sagte Padma. „Stellt euch das mal vor!“
    Skye wollte schon etwas von Gryffindors und ihrem Gewinnerinstinkt erzählen, da tauchte Davies neben ihr auf. Er drängte sich an ein paar Erstklässlern vorbei und schien ziemlich aufgeregt.
    „Kannst du das glauben? Kein Quidditch!“
    „Ich hab‘s mitgekriegt“, sagte Skye. Sie dachte an den armen Burrrow und sein letztes Jahr, da kam ihr plötzlich eine Idee. „Warum bewirbst du dich denn nicht bei diesem Turnier? Ein Champion aus Ravenclaw wäre großartig.“
    Davies war einer der wenigen Menschen, die sie sich wirklich im Trimagischen Turnier vorstellen konnte. Er war schnell, wendig und clever; warum also sollte er nur beim Quidditch bleiben?
    „Ich?“ Davies lachte. „Klar.“
    „Denk doch mal drüber nach“, riet Skye ihm.
    „Mach ich.“ Amüsiert grinsend ließ Davies sich langsam wieder zurück zu seinen Freunden fallen.
    „Roger Davies?“, fragte Betty. „Denkst du, das klappt?“
    „Warum nicht?“ Skye zuckte mit den Schultern. „Er kann solche Sachen.“
    „Na ja.“ Betty gähnte herzhaft. „Ich hoffe jedenfalls, die von Beauxbatons und Durmstrang holen uns nicht unsere Betten weg.“

    BILD: Ratet

    10
    ((bold))((navy))Kapitel 10: AVADA KEDAVRA((ebold))((enavy)) „. . . und dann braucht man eben den Pass des anderen Elternteils, du weißt schon, dami

    Kapitel 10: AVADA KEDAVRA

    „. . . und dann braucht man eben den Pass des anderen Elternteils, du weißt schon, damit die nicht alleine in ein anderes Land abhauen oder so.“ Harper ließ sich plappernd auf ihren Stuhl fallen.
    Skye hörte amüsiert grinsend zu, während sie sich gegenüber von Harper setzte. Die Cafeteria war brechend voll und sie hatte herzlich wenig Lust, sich jetzt in der lärmenden Schlange an der Essensausgabe einzureihen.
    „Na ja, dann hat meine Mutter eben so eine hässliche Kopie von ihrem Pass gemacht, auf dem sie irgendwie aussah wie ein Karpfen oder so. Die war so richtig schlecht und viel zu klein und die Patrone hat auch irgendwie aufgegeben, also war die Kopie so halb schwarz-weiß mit einem Rotstich und Mum hat voll zerknautscht geguckt. Wir haben die Kopie dann diesem Kontrolleur gezeigt und der hat uns eiskalt ausgelacht“, erzählte Harper und prustete los.
    „Aber ihr wurdet durchgelassen, oder?“, fragte Skye, während sie sich den lachenden Kontrolleur vorstellte.
    „Ja, ja“, kicherte Harper. „Peinlich genug war es aber trotzdem.“
    Sie erzählte liebend gern von Russland, wo sie mit ihrem Vater und Bruder zwei Wochen geblieben war. Jede Sommerferien besuchte sie dort ihre Großmutter in Moskau.
    „Und dann musste ich meine Schuhe ausziehen und bin mit Socken durch den Flughafen gelatscht, als -“
    Harper stoppte abrupt ab.
    „Was?“, fragte Skye verwirrt.
    „Hey.“
    Für einen Moment realisierte sie nicht, dass da jemand mit ihr redete, und so drehte sie sich erst mit ein paar Sekunden Verspätung um. Vor ihrem Tisch stand der Junge, der ihr vor einiger Zeit beim Zeitungsaustragen begegnet war. Skye hatte ihn schon fast wieder vergessen gehabt.
    „Hallo.“ Sie warf Harper einen verwirrten Blick zu.
    „Ich wusste doch, dass ich dich kenne“, sagte er und grinste schüchtern. „Ich bin übrigens Ethan.“
    „Skye“, stellte sie sich vor. „Und das ist Harper.“
    Harper grinste anzüglich. „Hi.“
    „Cool.“ Ethan machte eine etwas undeutliche Handbewegung in Richtung einer Gruppe Jungen, die scheinbar seine Freunde waren. „Wir sehen uns.“
    „Ja.“ Skye lächelte. „Bis dann.“
    Für einen Moment blieb Harper still, aber als Ethan außer Hörweite gekommen war, plapperte sie los. „Wer war das? Woher kennst du den?“
    „Er trägt Zeitung aus und da sind wir uns eben mal begegnet“, sagte sie schulterzuckend. „Nichts weiter.“
    Harper nickte langsam und ließ ihren Blick durch die Cafeteria gleiten. „Wirkt aber anders.“
    „Natürlich.“
    „Er ist nicht in unserer Stufe“, stellte Harper fest. „Du musst mal Luiza fragen, ob sie ihn kennt. Die kennt jeden.“
    Skye grinste. „Der wer doch was für dich.“
    „Ach, quatsch“, Harper winkte ab. „Ich brauche keine Männer in meinem Leben. Aber er scheint dich zu mögen, findest du nicht?“
    „Er kennt mich doch gar nicht.“
    „Mein Gott, hast du eigentlich irgendeines von den Büchern gelesen, die ich dir gegeben habe?“
    „Schon.“ Skye zuckte mit den Schultern. „Ich verinnerliche die nur nicht so wie du.“
    „Merkt man“, erwiderte Harper und rümpfte die Nase. „Du bist unwissend. Ich hingegen will mich auf mein späteres Leben vorbereiten.“
    „Und deswegen brauchst du keine Männer in deinem Leben?“ Skye grinste. „So kannst du die Typen an unserer Schule doch noch nicht einmal bezeichnen.“
    „Es ist eine persönliche Entscheidung, die jede Frau für sich selbst treffen muss“, belehrte Harper sie.
    Skye kicherte amüsiert. „Sehr schön auswendig gelernt.“
    „Hey!“ Harper hob warnend den Zeigefinger. „Nur weil -“
    Grinsend stand Skye auf. „Vielleicht sollten wir uns lieber anstellen, bevor du endgültig platzt.“

    „Betty! Wie lang willst du eigentlich noch brauchen?“ Wie ein ungeduldiges Tier lief Skye vor Bettys Himmelbett hin und her, während diese verzweifelt auf dem Boden herumkroch.
    „Ich bin mir todsicher, dass ich es hier irgendwo habe“, beteuerte Betty.
    „Wegen dir kommen wir noch zu spät.“ Padma warf einen Blick auf die Uhr. „Dieser komische Moody sah nicht so aus, als würde er das gerne sehen.“
    „Immer mit der Ruhe.“ Betty angelte mit ihrem langen Arm unter das Bett. „Da ist was.“
    Skye verdrehte die Augen. „Wahrscheinlich wieder eine von Ace‘ zermatschten Ratten.“
    „Seht ihr.“ Betty rappelte sich zufrieden auf und hielt stolz ihre Ausgabe von Die dunklen Kräfte - Eine Anleitung zur Selbstverteidigung in die Höhe. „Vertraut mir doch einfach mal.“
    „Dann vertraue ich mal darauf, dass wir noch rechtzeitig kommen.“ Padma zerrte Betty und ihr Buch die Treppe zum Gemeinschaftsraum herunter.
    Skye folgte ihnen, während sie ihre vollgepackte Tasche schulterte. Der Gemeinschaftsraum war wie leer gefegt; die meisten Ravenclaws hatten wohl Unterricht und Freistunden verbrachte man bei dem schönen Wetter sowieso lieber draußen.
    „Du bist unmöglich, Betty“, zeterte Padma, während sich die Tür mit dem bronzenen Türklopfer hinter ihnen schloss.
    „Und du anstrengend“, erwiderte Betty und zog eine Grimasse.
    „Vielleicht wären wir schneller, wenn ihr aufhören würdet zu zanken“, stellte Skye fest, die eilig die Treppen nach unten sauste.
    Betty murmelte etwas, aber schien auch nicht zu spät kommen zu wollen und folgte den anderen kommentarlos. Die Drei hasteten mit zügigen Schritten durch die Gänge; in Hogwarts musste man von Klassenzimmer zu Klassenzimmer immer ein gutes Stück laufen und so dauerte es etwas, bis sie im richtigen Trakt angekommen waren.
    „Soll ich klopfen?“, fragte Padma, als sie vor der Tür zum Klassenzimmer standen.
    „Geh einfach rein“, riet Skye ihr. Sie konnte sich kaum vorstellen, dass dieser Moody so wie Professor McGonagall reagieren würde.
    „Dann geh du vor.“ Padma schob sich hinter Skye, die ergeben seufzte und unauffällig die Tür öffnete.
    Sie zuckte zusammen, denn direkt vor ihrem Gesicht starrte ihr eine eigenartige Fratze entgegen. Es war ihr neuer Lehrer in Verteidigung gegen die dunklen Künste, dem sie da gerade die Tür in den Rücken gerammt hatte.
    „Entschuldigung für die Verspätung“, piepste sie und konnte den Blick kaum von der Nase des Mannes abwenden, der ein beträchtliches Stück fehlte.
    „Hinsetzen“, knurrte Professor Moody.
    Skye nickte stumm und huschte so schnell wie möglich zu einem freien Platz ganz hinten; Padma und Betty folgten ihr hastig. Sie hatte das Gefühl, dass Moody sie dabei beobachtete und als sie sich hinsetzte, bestätige sich ihre Vermutung. Er hatte ein großes, unnatürlich blaues Auge, das sie fixierte, dann aber weiterhuschte. Das andere war winzig und bildete mit seiner schwarzen Farbe einen eigenartigen Gegensatz zu dem künstlichen Auge.
    „Natürlich könnten wir den Cruciatus-Fluch auch an unseren Zuspätkommern ausprobieren“ - Professor Moody lachte ein rauchiges Lachen - „aber das wäre wahrscheinlich nicht gerne gesehen.“
    Während Moody eine Spinne aus einem der Glas fischte, das auf seinem Schreibtisch stand, beugte Skye sich unauffällig zu Wayne Hopkins, der neben ihr saß. „Was machen wir gerade?“
    „Die Unverzeilichen Flüche“, antwortete Wayne flüsternd.
    Skye runzelte die Stirn. Von solchen schwarzmagischen Zauberern hatte sie schon gehört, aber Professor Moody war der erste ihrer Lehrer, der darüber sprach. Sie sah neugierig nach vorne, wo Moody die Spinne vor sein zusammengekniffenes Auge hielt. Das andere kullerte wild in seiner Höhle und beobachtete die Klasse.
    Crucio!
    Es geschah ohne eine Vorwarnung; die Spinne rollte sich auf den Rücken und zuckte mit ihren angezogenen Beinen. Wie bei einem Krampf wippte sie sich ruckartig hin und her. Ein paar Mädchen wimmerten leise und Skye war froh, nicht in der ersten Reihe beobachten zu müssen, wie Moody das Tier quälte.
    Erst nachdem das Zucken der dünnen Beinchen immer schwächer wurde, ließ er seinen Zauberstab sinken. „Der Cruciatus-Fluch soll der Schlimmste der drei sein.“ Sein blaues Auge fixierte einen Schüler nach dem anderen. „Unbändiger Schmerz. Zur Zeit des Dunklen Lords errang er einiges an Beliebtheit.“
    Skye wurde bei dem Gedanken an die Spinne übel. Dieser Zauber war barbarisch. Und Moodys Witz von vorhin kam ihr plötzlich alles andere als lustig vor.
    „Noch welche?“, fragte Professor Moody.
    Ein paar Schüler meldeten sich zögerlich und Skye beobachtete verwundert, wie auch Bettys Hand langsam in die Höhe wanderte.
    „Ja?“ Moody fixierte sie mit seinem stahlblauen Auge.
    „Der Todesfluch“, sagte Betty leise.
    „Wie ich sehe, wollt ihr gleich ans Eingemachte gehen“, sagte Professor Moody und lachte kratzig.
    Skye fand das seltsam. Wie konnte Moody so mit solch einem düsteren Thema umgehen?
    Unter dem wachsamen Blick der Klasse, die gänzlich verstummt war, zog er die nächste Spinne aus dem Glas. Er musste sie festhalten; vielleicht ahnte das Tier, was ihr nun blühte.
    Avada Kedavra!
    Skye kniff die Augen zusammen, als grünes Licht aus Professor Moodys Zauberstab blitzte. Es war schnell und in binnen einer Sekunde sank die Spinne leblos in sich zusammen.
    Ravenclaws und Hufflepuffs schienen gleichermaßen geschockt; Hannah Abbott - die in der ersten Reihe saß - brach in Tränen aus und die Schüler warfen sich beunruhigte Blicke zu.
    „Avada Kedavra“, sagte Professor Moody mit einem düsteren Ausdruck auf seinem vernarbten Gesicht. „Er ist unabwendbar, unbesiegbar. Wir kennen bisher nur eine Person, die uns das Gegenteil bewiesen hat.“
    Harry Potter. Die gesamte Klasse wusste es und plötzlich schien sich Respekt für den dürren Jungen mit der feinen Blitznarbe auszubreiten, wie er noch nie dagewesen war. Natürlich war Harry Potter eine Berühmtheit, aber erst jetzt realisierten sie, was es wirklich bedeutete, den Tod überlebt zu haben.
    Skye hingegen musste noch an etwas anderes denken. Sie hatte den Todesfluch schon einmal gesehen; es war damals gewesen, vor zwei Jahren, als Ginny Weasley von Tom Riddles Tagebuch besessen gewesen war. Der Traum, die Vision - Skye wusste noch immer nicht ganz, was es wirklich gewesen war - schien sich plötzlich wie ein Film in ihrem Kopf abzuspielen. Der Streit der zwei Jungen, ihr Großonkel Edward, der seinem Schicksal ins Auge gesehen hatte, Tom Riddle und diese Gefühllosigkeit in seinen Augen.
    Der grüne Lichtblitz, es war genau dieser Fluch gewesen. So mächtig, dass er Edward durch die Luft geschleudert hatte. Skye hatte nur noch verschwommen gesehen, wie der leblose Körper ihres Großonkels auf den dreckigen Waldboden aufgeschlagen war.
    Es war schrecklich gewesen und die Erinnerung ließ Skye frösteln. Aber Professor Moody wirkte es so, als sei der Tod eine einfache, säuberliche Angelegenheit.

    BILD: Avada Kedavra

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    ((navy))((bold))Kapitel 11: SLYTHERIN((ebold))((enavy)) Skye war sich noch immer nicht ganz sicher, was sie von dem Trimagischen Turnier halten sollte

    Kapitel 11: SLYTHERIN

    Skye war sich noch immer nicht ganz sicher, was sie von dem Trimagischen Turnier halten sollte. Jeder redete darüber, es war das beliebteste Thema in ganz Hogwarts, aber trotzdem zweifelte sie.
    „Du reagierst über“, beurteilte Betty das Ganze mit einer wegwerfenden Handbewegung.
    Sie selbst schien wie der Rest der Schülerschaft begeistert von dem Turnier. Skye vermutete, dass sie sich gerne selbst angemeldet hätte.
    Auch die Lehrer schienen plötzlich besonders streng. Professor McGonagall triezte sie unerbittlich wie zuvor, aber auch Professor Flitwick, der seinen Unterricht normalerweise immer recht spaßig gestaltete, schien plötz viel mehr auf das Lernen bedacht zu sein. Snape war besonders schlecht gelaunt - kein Trank war in seinen Augen auch nur ansatzweise gut und er zog den Schülern regelmäßig Punkte für die unbegründetsten Dinge ab. Stephen Cornfoot hatte in der letzten Stunde zu laut geatmet und damit wohl Snapes letzten Nerv überspannt. Skye fand das unmöglich, im Grunde fand es jeder unmöglich, aber es war Snape, also was sollte man da schon machen?
    Betty erzählte von seltsamen Kreaturen in Pflege magischer Geschöpfe und konnte schon nach ein paar Stunden eine seltsame Wunde präsentieren. Sie redete etwas von explodierenden Stacheln und irgendwelchen Fropfen, wovon Skye gar nichts verstand und insgeheim glaubte, dass Betty das Gift der Kreaturen wohl zu Kopf gestiegen war. Dabei war sie schrecklich froh, nicht selbst Pflege magischer Geschöpfe zu haben.

    Arithmantik war das einzige Fach, das Skye nicht mit einer ihrer besten Freundinnen hatte. Manchmal fand sie es gar nicht so schlimm. Padma gab es zwar nicht zu, aber insgeheim hatte sie wohl noch immer ein Problem mit den Slytherins. Skye kannte sie gut genug, um das zu erkennen.
    Professor Vektors Klassenzimmer stand schon offen, als Skye sich nach der Mittagspause auf den Weg dorthin machte. Sie hatte es noch nie anders erlebt, bei der perfektionistischen Lehrerin konnte man nicht zu früh sein. Also konnte sie in aller Ruhe zu ihrem Platz schlendern.
    „Hey, Skye!“ Hermine, die schon an ihrem Tisch in der ersten Reihe saß, grinste ihr fröhlich zu.
    „Hallo.“ Skye wusste nicht, ob sie stehenbleiben sollte, erinnerte sich dann aber ihre Vorsätze.
    „Gut, dass ich dich sehe“, sagte Hermine. „Hör zu, ich habe da ein Projekt gestartet und dachte, dass es dich vielleicht auch interessieren könnte.“
    „Mich?“ Skye runzelte die Stirn.
    „Bis vor kurzem hatte ich keine Ahnung von der Misshandlung der Hauselfen“, plapperte Hermine eifrig los. „Sie werden nicht bezahlt, haben keine Versicherungen oder Urlaub und ihre Besitzer behandeln sie wie Dreck!“
    „Meine Freundin hat eine Hauselfe. Sie scheint ziemlich zufrieden.“
    „Das kann ich mir kaum vorstellen. Stell du dir mal vor, du müsstest dein ganzes Leben lang nur Kochen und Putzen!“
    Skye seufzte. „Was ist denn nun dein Projekt?“
    „Ich will gegen die Misshandlung protestieren“, berichtete Hermine. „Deswegen habe ich B.ELFE.R gegründet, den Bund für Elfenrechte!“
    „Ähm . . . cool.“ Skye lächelte gezwungen.
    „Willst du uns mit deiner Mitgliedschaft unterstützen? Es kostet nur zwei Sickel und du kriegst sogar einen Anstecker!“
    „Ich habe kein Geld dabei“, sagte Skye schnell. Das war noch nicht einmal eine Lüge. „Vielleicht ein anderes Mal.“
    Bevor Hermine sich noch eine alternative Möglichkeit ausdenken konnte, machte Skye sich schnellen Schrittes auf zur letzten Reihe. Hier saßen traditionellerweise die Slytherins.
    „Elfenrechtsorganisation.“ Tracey begrüßte sie mit einem Grinsen. „Hast du keinen Anstecker gekauft?“
    Sie saß schon auf ihrem Platz und hatte die Beine lässig auf den Stuhl neben sich gelegt.
    „Ich hatte wirklich kein Geld dabei“, protestierte Skye trotzig. „Füße runter.“
    Unbarmherzig schob sie Traceys Beine vom Stuhl und setzte sich neben sie. „Wo hast du denn Jay gelassen?“
    Tracey zuckte mit den Schultern. „Für ihn fängt die Stunde erst mit dem Gong an.“
    Auch Jay war in ihrer Arithmantik-Klasse; Professor Vektor hatte ihn schon im letzten Jahr alles andere als ins Herz geschlossen. Skye warf einen Blick zur Tür. Er war nirgendwo in Sicht.
    Sie kramte in ihrer Tasche nach dem wuchtigen Arithmantik-Buch; als Skye wieder aufsah, war Professor Vektor vor der Klasse aufgetaucht. Sie liebte dramatische Auftritte.
    Tracey zog unauffällig eine Grimasse, während die Lehrerin den Blick über die Schüler wandern ließ. „Ich würde ja gerne mit den Hausaufgaben beginnen, aber vorher frage ich mich, was denn mit Mr Avery geschehen ist.“
    Neugierige Augenpaare richteten sich nach hinten, wo der freie Tisch stand; auch Hermine sah Skye so an, als wäre sie daran schuld. Tracey schien sich nicht zu einer Antwort begnädigen wollen, aber das musste sie auch gar nicht.
    Jay platzte zur Tür herein und Professor Vektor warf ihm einen unheimlichen Blick zu. „Mr Avery, wir haben gerade von Ihnen gesprochen.“
    „Ja, tschuldigung, ich -“
    „Sparen Sie sich die Ausreden und setzten Sie sich.“
    Jay trottete in die letzte Reihe und verdrehte unauffällig die Augen, während Professor Vektor mit den Hausaufgaben fortfuhr.
    „Pünktlich wie immer“, flüsterte Skye ihm zu, während er sich neben sie fallen ließ und seine von Ansteckern übersäte Tasche neben sich klatschte.
    Tracey lehnte sich flüchtig nach hinten. „Wegen dir kriegen wir noch Punkte abgezogen!“, zischte sie Jay zu. „Also komm mal drauf klar, ja?“
    Jay lachte leise und fing an, seine Sachen auszupacken, während Skye ihren Blick nach vorne richtete. Professor Vektor besaß das eigenartige Talent, einen ganzen Roman an die Tafel zu kritzeln, wenn man auch nur eine Sekunde nicht hinschaute. Es war beängstigend und Skye verstand kein Wort der komplizierten Zahlenkombinationen, die sie da anschaute.
    Manchmal fragte sie sich, ob sie es leichter mit Fächern wie Wahrsagen oder Pflege magischer Geschöpfe gehabt hätte. Betty hatte die damals nämlich genau aus diesem Grund gewählt. Skye jedoch mochte Herausforderungen. Eigentlich.
    Sie versuchte konzentriert, den Erläuterungen ihrer Lehrerin zu folgen und machte hier und da Notizen.
    Skye blinzelte kurz, als ein abgerissenes Stück Pergament auf ihren Platz segelte. Als sie aufsah, warf Jay ihr einen kurzen Blick zu, schien aber zu wissen, dass Professor Vektor ihn beobachte. Skye faltete das Blatt unauffällig auf.
    Hattest du schon diesen Moody?
    Ja, kritzelte sie darunter. Er ist echt seltsam. Ich dachte, er probiert die Unverzeilichen Flüche gleich an uns aus.
    Schnell gab sie den Zettel an Jay zurück, als Professor Vektor nicht hinsah. Sie hörte das leise Kratzen seiner Feder auf dem Papier und wenige Sekunden später war das Pergament wieder bei ihr.
    Ich glaube, er mag mich nicht, las Skye. Hast du von der Geschichte mit Draco Malfoy gehört?
    Skye runzelte die Stirn. Wahrscheinlich hatte sie wieder irgendetwas verpasst, aber davon wusste sie nichts.
    Was ist mit ihm?
    Sie wollte den Zettel gerade zurückgeben, da ließ Professor Vektors Stimme sie aufschrecken.
    „Avery, Thomas, tauschen Sie ihre Zettelchen bitte nach dem Unterricht aus“, sagte sie streng.
    „Tschuldigung“, nuschelte Skye undeutlich, während Jay das Pergament schnell wegsteckte.
    Professor Vektor ließ ein entnervtes Schnauben hören, wendete sich dann aber wieder ihrem Unterricht zu. Skye zog den Kopf ein und zupfte an ihrer Feder herum. Unauffällig warf sie Jay einen flüchtigen Blick zu.
    „Hast du später Zeit?“, flüsterte er kaum hörbar. „Ich kann dir davon erzählen.“
    Skye nickte stumm, beobachtete Professor Vektor aber aus dem Augenwinkel.
    Jay grinste. „Warst du schon mal im Slytherin-Gemeinschaftsraum?“

    Skye wollte es nicht leugnen, sie freute sich auf Unterrichtsschluss. Und es war nicht nur, weil sie endlich frei hatte.
    „Wo gehst du hin?“, fragte Padma, als sie nach Verwandlung den Weg zum Ravenclaw-Turm einschlugen.
    „Ich treffe mich mit Jay“, antwortete Skye.
    „Viel Spaß.“ Betty schenkte ihr ein anzügliches Grinsen.
    Während die anderen weitergingen, lief Skye in Richtung Kerker. Dort war es dunkel und roch modrig, durch Zaubertränke hatte sie schon genug davon. Snapes Büro lag hier und sie wusste, dass auch die Slytherins in den Kerkern wohnten, hatte aber nie sonderliches Interesse an einem Besuch gehabt.
    Jay wartete schon auf sie und lehnte an der Wand im Gang des Klassenzimmers für Zaubertränke.
    „Jetzt bin ich aber gespannt“, grinste Skye, während die beiden nebeneinander den Gang entlangschlenderten.
    „Ich weiß ja nicht, wie es bei euch da oben aussieht, aber wir haben es ziemlich nett.“ Jay vergrub die Hände in seinem Pulli.
    „Sicher, dass deine Kollegen mich nicht zerfetzten?“
    „Du hast ja deine Gryffindor-Fanartikel zuhause gelassen, oder?“
    Skye lachte. „Ist ja gut. Ich sag nur.“
    Sie spazierten durch die verwirrenden Gänge der Kerker und während Skye sich nach ein paar Minuten nicht mehr zurechtfinden konnte, schien Jay sich ziemlich gut auszukennen. Zielstrebig führte er sie durch modrige Korridore, bis sie vor einer hohen Steinmauer stehenblieben.
    „Da sind wir.“ Jay machte eine ausladende Handbewegung.
    Skye sah sich neugierig um. „Ihr habt Passwörter, nicht?“
    Sie fand das viel zu einfach, aber natürlich konnte sie nicht erwarten, dass andere Häuser auch die Lösung solcher Knobelaufgaben verlangten. Schließlich war sie eine Ravenclaw.
    Merlin“, sagte Jay zu der Wand. „Aber brich ja nicht bei uns ein.“
    Skye verdrehte die Augen, während sie neugierig beobachtete, wie sich ein Loch in der Steinmauer freigab. Das Ganze erinnerte sie ein bisschen an die Winkelgasse.
    „Mylady.“ Jay deutete grinsend eine Verbeugung an.
    Auch im Slytherin-Gemeinschaftsraum waren die Wände aus massivem Stein. Es sah roh aus, fast schon so, als wollte der Gemeinschaftsraum seine Besucher abschrecken. Das dämmrige Licht einiger Lampen erfüllte den Raum mit grünlichen Schleiern und auch auf den hohen Lehnstühlen stapelten sich grüne Kissen. Der Raum war groß, größer als der Gemeinschaftsraum der Ravenclaws und tratschende Slytherin-Schüler tummelten sich auf den Stühlen.
    „Und, was meinst du?“ Jay trat neben Skye und beobachtete neugierig ihre Reaktion.
    „Es ist . . . anders“, antwortete sie wahrheitsgemäß.
    Jay schmunzelte. „Wir können uns auch hinsetzen, wenn du willst.“
    Skye folgte ihm zu den Lehnstühlen, während sie unauffällig die anderen Slytherins beobachtete. Entgegen ihrer Erwartungen schenkte ihr niemand Beachtung. Vorsichtig ließ sie sich auf einen der hohen Lehnstühle sinken. Sie waren anders als die knuddeligen Sessel im Ravenclaw-Gemeinschaftsraum.
    „Also, nun sag schon.“ Skye warf Jay einen erwartungsvollen Blick zu.
    „Was?“ Seine Haare schienen fast mit der schwarzen Lehne hinter ihm zu verschmelzen.
    „Na, die Geschichte mit Malfoy“, antwortete Skye. „Außer einer seiner nervigen Flügeläffchen hört uns hier zu.“
    „Moody hat Draco in ein Frettchen verwandelt.“ Jay schien bei dem Gedanken daran lächeln zu müssen. „Theo und ich waren zufällig dabei.“
    „Ein Frettchen? Einfach so?“ Skye runzelte amüsiert die Stirn.
    „Nun ja, er hat wohl wieder Aufmerksamkeit benötigt und Harry Potter blöd angemacht. Dann wollte er ihn angreifen und Moody hat“ - Jay schnipste mit den Fingern - „ihn einfach in ein Frettchen verwandelt und durch die Luft geschleudert.“
    Skye musste bei dieser Vorstellung grinsen. „Da wäre ich gerne dabei gewesen.“
    „Es war genial, echt“, bestätigte Jay. „Ich hätte Draco-Frettchen ja gern adoptiert, aber dann ist McGonagall angelaufen gekommen. Die fand das nicht so lustig.“
    „Dann lag ich doch gar nicht so falsch mit meiner Verzauber-Theorie.“
    „Ich habe das Gefühl, Moody mag mich nicht besonders.“ Jay zupfte an dem giftgrünen Slytherin-Kissen herum. „Es ist komisch, er kennt mich schließlich nicht.“
    „Und du bist nicht schon fünfmal zu spät gekommen?“ Skye musste grinsen.
    „Ja, genau deswegen.“ Er seufzte theatralisch.
    „Padma, Betty und ich sind am ersten Tag zu spät gekommen, weil -“ Skye hörte abrupt auf zu reden. „Oh verflucht.“ Ihr Blick blieb an einer Person hängen, die am anderen Ende des Gemeinschaftsraumes durch die Mauer trat.
    „Was ist?“, fragte Jay und lugte an der Lehne seines Stuhls vorbei.
    „Pansy Parkinson.“ Skye stöhnte. „Versteckt eure Kinder.“
    „Die kann dir doch egal sein“, winkte Jay überzeugt ab.
    Trotzdem machte Skye sich extra klein, als Pansy mit ihrer Freundin Daphne Greengrass durch den Raum schritt. Sie versuchte, ihr Gesicht zu verstecken und wollte am liebsten mit dem Lehnstuhl verschmelzen.
    Jay beobachtete das Ganze amüsiert. „Du willst ihr wirklich nicht begegnen, oder?“
    „Wie man erkennen kann, nein“, nuschelte Skye in ihre Handfläche.
    Sie starrte konzentriert auf ihre Fingernägel und vermied jeglichen Blickkontakt. Aber natürlich half es nicht. So war es doch immer.
    „Thomas?“ Die schneidende Stimme gehört Pansy, die neben ihrem Stuhl aufgetaucht war.
    „Hi Pansy“, sagte Skye langsam. „Daphne.“
    „Was macht jemand wie du in unserem Gemeinschaftsraum?“ Skye dachte nicht daran, diese Frage zu beantworten, aber Pansys Blick fiel auf Jay. „Und was machst du mit jemandem wie ihr?“
    „Ach, komm schon. Es ist echt nicht lustig.“ Jay verdrehte die Augen.
    „Ich bewundere ja deine Gelassenheit, Jay“, erwiderte Pansy und knirschte mit den Zähnen.
    „Das ist keine Gelassenheit, es ist Desinteresse.“
    Skye kicherte leise, woraufhin Pansy ihr einen grimmigen Blick zuwarf. „Ich empfehle dir dringend, dich hier rauszubewegen, Thomas.“
    „Wer bist du? Die Königin von Slytherin?“, schnaubte Skye. „Ich wurde eingeladen.“
    „Hör zu, Pansy“, warf Jay ein. „Ist ja echt süß, dass du dich so um das Wohl der anderen sorgst, aber niemand hat danach gefragt.“
    Pansy ignorierte ihn. Vielleicht fand sie ihn schlagfertiger als Skye, vielleicht hatte sie aber auch einfach nur Respekt vor Reinblütern. „Eingeladen also?“
    „Habe ich gerade gesagt“, erwiderte Skye entnervt. „War‘s das jetzt?“
    „Natürlich.“ Pansy warf sowohl Jay als auch Skye einen verächtlichen Blick zu. „Ich will ja euer kleines Date nicht stören.“
    Gefolgt von Daphne Greengrass stolzierte sie davon, wobei Skye ihr milde überrascht nachsah. „Das ging ja schnell.“
    „Mach dir nichts draus.“ Jay schnaubte. „Ich weiß auch nicht, warum sie sich immer so echauffiert.“
    Skye zuckte mit den Schultern. „Wir haben diese liebenswürdige Schwesternschaft schon seit der ersten Klasse. Jetzt weißt du wenigstens, warum ich euch Slytherins früher nicht mochte.“
    „Das ist echt peinlich“, seufzte Jay. „Ich gebe es nur ungern zu, aber manche von uns können echt fanatisch sein.“
    „Das kannst du laut sagen.“ Skye ließ ihren Blick durch den Gemeinschaftsraum wandern. Von den anderen Schülern kam ihr niemand bekannt vor. Jeder schien sich um seinen eigenen Kram zu kümmern.
    Sie sah wieder zu Jay, der ihr gegenüber in dem Lehnstuhl saß. „Danke für eben. Ich glaube, damit hat Pansy nicht gerechnet.“
    „Kein Ding. Ich fand sie schon immer ziemlich nervig, weißt du.“

    BILD: Der Slytherin-Gemeinschaftsraum

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    ((bold))((navy))Kapitel 12: AUSLÄNDISCHE GÄSTE((ebold))((enavy)) „Wie kann Flitwick uns das nur antun? Ich dachte, er soll unser Hauslehrer sein?

    Kapitel 12: AUSLÄNDISCHE GÄSTE

    „Wie kann Flitwick uns das nur antun? Ich dachte, er soll unser Hauslehrer sein?“ Betty machte eine verzweifelte Geste und tat so, als würde sie gleich in Ohnmacht fallen.
    „Komm runter.“ Padma verdrehte die Augen. „Es sind nur Bücher.“
    „Aber DREI! Drei, Padma, verstehst du?“, zeterte sie weiter.
    Skye musste grinsen. Betty regte sich jetzt schon seit dem Moment über Professor Flitwick auf, in dem er der Klasse drei weitere Bücher über Aufruf- und Sammelzauber zum Lesen aufgegeben hatte.
    „Essen wird dich sicher aufmuntern“, schlug Skye vor und Betty zog eine Grimasse.
    „Was stehen denn da so viele Leute rum?“ Padma runzelte die Stirn und zeigte zur Eingangshalle, in der sich wirklich Schüler jedes Alters tummelten.
    „Vielleicht verwandelt Professor Moody wieder jemanden in ein Frettchen?“, fragte Skye hoffnungsvoll und streckte sich, um etwas sehen zu können.
    Padma schnalzte missbilligend mit der Zunge und bahnte sich einen Weg durch ein Grüppchen Erstklässler, das begeistert redete. „Ob Sie wohl Englisch sprechen?“, piepste ein Mädchen mit wilder Lockenmähne.
    „Wer?“, fragte Padma.
    „Moodys Frettchen?“, fragte Skye, aber da waren die Erstklässler schon verschwunden.
    „Da sind die anderen!“ Betty zeigte auf zwei rothaarige Köpfe, die in der Menge deutlich hervorstachen. „Hallo!“, rief sie und hüpfte winkend auf und ab. „Ich gehe mal kurz zu ihnen. Bin gleich wieder da!“
    Flink schob Betty sich an den anderen Schülern vorbei und war in ein paar Sekunden nicht mehr zu sehen.
    „Unverschämte Göre“, kommentierte Skye. „Da sind ihr Fred und George Weasley wohl wichtiger als wir.“
    „Und Lee Jordan“, fügte Padma hinzu.
    Skye warf ihr einen überraschten Blick zu. „Seit wann haben die denn miteinander zu tun?“
    „Frag mich nicht.“ Schulterzuckend schob Padma sich weiter nach vorne.
    Skye ärgte sich ein wenig darüber, dass sie nicht zu solchen hochgewachsenen Menschen wie Betty gehörte, aber schließlich konnte auch sie erkennen, worüber sich alle so aufregten.
    Das Trimagische Turnier“, las sie von dem Schild vor, das bei der marmornen Treppe stand. „Die Abordnungen aus Beauxbatons und Durmstrang kommen am Freitag, den 30. Oktober, um sechs Uhr nachmittags an. Das ist ja schon bald!“
    Padma nickte und tippte einem Siebtklässler, der vor ihr stand, auf die Schulter. „Zieh mal den Kopf ein, ja? Wir wollen auch was lesen.“ Der Junge warf Padma einen milde überraschten Blick zu und trat ein Stück zur Seite. „Der Unterricht endet eine halbe Stunde früher“, las Padma weiter. „Die Schüler werden gebeten, Taschen und Bücher in die Schlafräume zu bringen und sich vor dem Schloss zu versammeln, um unsere Gäste vor dem Willkommensfest zu begrüßen.
    „Das wird Betty gefallen.“ Skye grinste.
    „Kannst du es glauben?“, fragte Padma aufgeregt, während sich die beiden zurückfallen ließen. „Noch eine Woche! Dann werden sicher auch bald die Champions ausgelost.“
    „Kannst du es fassen, dass die Todesraten noch immer niemanden interessieren?“ Skye schnaubte.
    „Ach komm, das ist Jahrhunderte her. Wir haben Professor Dumbledore. Ich kann mir kaum vorstellen, dass er den Tod eines Schülers riskieren würde.“
    „Ich frage mich ja, wer die Dumbledores der anderen Schulen sind“, überlegte Skye. „Und generell - ob es da wie bei uns ist?“
    „Frag sie doch“, schlug Padma vor. „Du hast doch gesagt, dass du etwas Französisch kannst“ - sie senkte die Stimme - „wegen der anderen Dimension.“
    „Ja, klar.“ Skye schnaubte. „Bei echten Franzosen ist das ganz anders.“
    „Na ja.“ Padma seufzte. „Gehen wir in die Große Halle. Vielleicht hat Betty sich ja dazu entschlossen, uns wieder mit ihrer Anwesenheit zu beglücken.“

    Als Skye und Harper in die Sporthalle traten, waren die meisten Mädchen schon da. Tratschend und leise kichernd sahen sie zu der anderen Halle, wo die Jungen ihren Unterricht hatten. Skye fand, dass die Lehrer doch zum Wohle aller diese Geschlechterregel aufheben sollten.
    „Kannst du es fassen?“, fragte Harper kopfschüttelnd.
    „Was?“
    „Na, Charlotte. Sie ist so eine Dramamqueen. Das wäre mir ja viel zu unangenehm.“
    Skye folgte ihrem Blick zu Charlotte und Miss Clark, die neben dem Ballwagen miteinander diskutierten.
    „Ich kann keinen Sport machen, Miss! Sie können mich nicht zwingen!“
    Miss Clark schien ziemlich genervt von der meckernden Schülerin. „Langsam musst du mal etwas machen, Charlotte. Deine Tage hattest du schon letzte Woche und in der vorletzten, du . . .“
    „Ich sag ja, unangenehm.“ Harper kicherte. „Sie kann wirklich nicht mal eine Stunde ein wenig Sport machen. Ich meine, ich kriege den Ball ja selber nicht mal über das Netz und bei der letzten Aufwärmübung bin ich an Atemknappheit fast verendet, aber trotzdem.“
    „Warum spielen wir eigentlich ständig nur Volleyball?“, fragte Skye. „Seit zwei Jahren haben wir nichts anderes als Volleyball gespielt, das ist echt schrecklich.“
    „Du bist viel zu motiviert“, verkündete Harper. „Beschäftigte dich mal lieber mit . . . Ethan.“
    „Du bist viel zu fasziniert von ihm.“ Skye schüttelte anklagend den Kop. „Ich hole uns jetzt einen Ball.“
    Sie lief an Charlotte und Miss Clark vorbei, die noch immer über Charlottes sportliche Aktivitäten diskutierten, und angelte sich einen der Volleybälle aus dem Wagen. Warum konnten sie nie Handball spielen?
    „Hast du auf deinem Weg reflektiert und bist zum Schluss gekommen, dass du Ethan nach einem Date fragen solltest?“, fragte Harper frech grinsend, als Skye wieder bei ihr angekommen war.
    „Ruhig, Brauner.“ Skye pritschte den Ball zu Harper. „Das geht mir etwas schnell.“
    „Ich kann nicht verstehen, wie dich Dinge manchmal so wenig interessieren können.“ Harper antwortete mit einem etwas missglückten Aufschlag.
    „Es ist nicht, dass mich die Dinge nicht interessieren. Aber oftmals sind sie gar nicht so wichtig. Du machst dir viel zu viele Sorgen.“
    „Manchmal steigere ich mich eben zu sehr in Dinge hinein“, seufzte Harper. „Und dann denke ich solange darüber nach, bis ich gar keine Lust mehr auf irgendwas habe.“
    „Du bist komisch.“
    „Ich weiß. Manchmal verstehe ich mich selber nicht.“
    Skye beobachtete den Ball, wie er durch die Luft auf Harper zuschoss. Das war ein guter Aufschlag gewesen. „Stell dir einfach vor, wie viele Dinge es auf der Welt gibt. Und wie unwichtig eigentlich du und deine Entscheidungen sind.“
    „Na, das hilft mir auch nicht weiter.“ Harper seufzte. „Mum und ich wollen nächstes Wochenende nach London fahren. Hast du Lust mitzukommen?“
    „Natürlich habe ich Lust.“
    „Mädels, kommt ihr? Der Unterricht geht los!“ Miss Clark scheuchte die tratschenden Mädchen zusammen.
    „Sieht so aus, als hätte Charlotte doch ihren Willen gekriegt“, stellte Harper fest.
    Skye behielt den Volleyball unter ihrem Arm und warf einen Blick auf Charlotte, die wirklich neben der Tür Platz genommen hatte und ziemlich selbstzufrieden aussah. „Scheinbar hat sie eine höhere Autorität als Miss Clark.“

    Der 30. Oktober kam um einiges schneller, als Skye dachte. Plötzlich musste sie sich darauf vorbereiten, bald mit Schülern an einem Tisch zu sitzen, die nicht einmal ihre Sprache konnten. Das Schloss war in der letzten Woche blitzblank geschrubbt worden (dafür hatte Filch mehr als genug gesorgt) und die Schülerschaft war von Tag zu Tag aufgeregter geworden. Skye überlegte schon, was es wohl für Aufgaben beim Turnier geben würde und dabei war sie nicht die einzige.
    Erleichtert stürmten die Ravenclaws an diesem bedeutungsvollen Tag eine halbe Stunde früher als sonst aus Verwandlung und sausten die Treppen nach oben. Der Gemeinschaftsraum war brechend voll und überall hörte man aufgeregtes Reden, aber Skye, Betty und Padma huschten in den Mädchenschlafsaal, wo sie ihre warmen Umhänge hervorkramten.
    „Ich ziehe meinen Ravenclaw-Schal an“, sagte Betty. „Dann wissen die gleich, mit wem sie es zu tun haben.“
    Auch Skye entschloss sich dazu, noch ihre Ravenclaw-Rosette, die Wright ihr im zweiten Jahr geschenkt hatte, an ihren Umhang zu pinnen. Padma begutachtete sich währenddessen ausgiebig im Spiegel.
    „Was ist denn mit dir?“, fragte Betty grinsend.
    „Man weiß ja nie, wo sich der Traumprinz versteckt“, erwiderte Padma und fuhr sich ein letztes Mal mit ihrer Bürste durch das lange Haar, bevor sie sich zufrieden umdrehte.
    Betty verdrehte die Augen. „Aber lach dir ja keinen Franzosen an.“ Sie zog eine Schnute. „Ahhh, Padma, ma chérie!“
    „Halt die Klappe!“
    Kichernd stürmten die Mädchen durch den Gemeinschaftsraum und von dort aus über die Treppen nach unten. In der Eingangshalle stellten sich die lärmenden Schülermassen schon in Reihen auf. Skye, Betty und Padma reihten sich hinter Terry und seinen Freunden ein. Aufgeregt traten sie unter Professor Flitwicks Kommando in die frostige Oktoberluft nach draußen.
    „Hoffentlich ziehen die keine zu große Show ab.“ Betty schien trotz ihres Schals zu frieren.
    Padma stellte sich auf Zehenspitzen. „Wie sie wohl kommen werden?“
    Terry drehte sich wissend um. „Auf Besen. Das hat Marcus gesagt.“
    „Marcus Belby?“ Padma schnaubte. „Der ist ein Idiot.“
    Skye musste schmunzeln, während Terry sich schmollend wieder umdrehte. Sie spürte schon, wie die Kälte auch die Sohlen ihrer Turnschuhe hinaufkroch, da hörte sie Dumbledore hinter ihnen etwas rufen. „Aha! Wenn ich mich nicht sehr täusche, nähert sich die Delegation aus Beauxbatons!“
    Und wirklich: Am Himmel erschien etwas, Skye wusste erst nicht, was es war, aber dann ging ihr langsam ein Licht auf.
    „Eine Kutsche!“, sagte sie zu Betty und Padma. „Mit . . . geflügelten Pferden?“
    So seltsam es klang, die Pferde hatten wirklich Flügel. Riesige Flügel, die wild durch die Luft peitschten, als sie zu einer Landung ansetzten.
    Das sorgte für einiges an Aufruhr in den vorderen Reihen, Skye versuchte angestrengt etwas erkennen zu können. Die Pferde schnaubten und dann tauchte eine Frau auf. Skye hatte noch nie so eine Frau gesehen. Sie war riesig und überragte die Schüler um einige Köpfe. Überrumpelt starrten die Jugendlichen zu ihr empor.
    „Aber hallo.“ Betty grinste. „Da komme ja selbst ich nicht mit.“
    Ein Grüppchen Schüler in luftigen, blauen Uniformen stiegen aus der Kutsche und schienen in der schottischen Kälte ziemlich zu zittern. Alle sahen sie recht alt aus und musterten Hogwarts neugierig, manche von ihnen rümpften sogar missbilligend die Nase.
    „Die sehen ja begeistert aus“, murmelte Padma.
    Die riesige Frau schritt elegant zu Professor Dumbledore, um ihn zu begrüßen, während ihre Schüler weiter zusammen stehenblieben. Die Ravenclaws flüsterten leise miteinander und hier und da wurde sogar das Wort „Riesin“ erwähnt. Skye überlegte, ob das stimmen konnte. Sie dachte immer, dass Riesen in irgendwelchen Berghöhlen hausten und sich den ganzen Tang lang die enormen Köpfe abrissen.
    Die Delegation aus Beauxbatons stolzierte schließlich hinter ihrer Schulleiterin ins Schloss und erneut breitete sich Spannung aus. Jetzt fehlte nur noch Durmstrang.
    Da Padma sich noch immer über die fehlende Höflichkeit der Franzosen beschwerte, hörte Skye fast nicht, wie der See plötzlich anfing sich zu bewegen. Ein riesiger Strudel bildete sich, der immer größer wurde und so aussah als könnte er ganz Hogwarts in einem Wimpernschlag in die Tiefe ziehen. Skye lugte neugierig über die Schultern ihrer Vordermänner und da sah sie es: Ein Mast erhob sich aus dem Wasser. Ein Mast, wie der eines Schiffes. Es war fast schon unwirklich, wie das riesige Schiff ohne weiteres aus dem Wasser auftauchte und gen Ufer glitt.
    „Die müssen aber echt ganz schön angeben“, kommentierte Betty das Ganze.
    Die Schüler aus Durmstrang waren ganz anders gekleidet: Sie trugen massige Pelzumhänge, die sie gleich noch größer erscheinen ließen. Skye beobachtete, wie auch ihr Schulleiter Dumbledore begrüßte. Er hatte einen auffälligen Spitzbart und grinste für Skyes Geschmack ein Stückchen zu übertrieben.
    „Leute“, flüsterte Betty mit heiserer Stimme. „Seht ihr den da hinten? Das ist doch Krum!“
    „Viktor Krum?“, fragte Skye ungläubig.
    Sie konnte sich noch gut an ihn erinnern. Er war ein meisterhafter Sucher. Dass er noch in die Schule ging, hätte sie nie erwartet.
    Aber wirklich: Viktor Krum folgte seinen in Pelz gehüllten Kameraden und schien es gar nicht darauf anzulegen, aufzufallen.
    „Ich glaub‘s ja nicht.“ Skye machte große Augen.
    Die drei Mädchen warfen sich überraschte Blicke zu. Und dabei waren sie sicher nicht die einzigen.
    Erleichterte Seufzer gingen durch die Reihen, als Dumbledore das folgende Willkommensfest ankündigte. Langsam schlenderten die Schüler in die Große Halle, wo Hogwarts‘ wohlige Wärme sie empfing. Skye seufzte erleichtert. „Endlich.“
    Sie ließen sich an ihre Plätze am Ravenclaw-Tisch fallen und beobachteten neugierig, wie die Schüler aus Beauxbatons und Durmstrang sich umsahen.
    „Die kommen zu uns!“, zischte Betty und die drei Mädchen beobachteten gespannt, wie die Delegation aus Beauxbatons sich in Richtung des Ravenclaw-Tisches bewegte. Überall wurde gerutscht und Platz für die Gäste geschaffen. Auch Skye rückte ein wenig beiseite und ein hochgewachsener Junge mit ordentlich gescheiteltem Haar setzte sich neben sie. Er war um einiges älter als sie und sagte in schnellem Französisch etwas zu einem hübschen Mädchen, das gegenüber von ihm Platz nahm. Michael rückte schnell beiseite, als eine blondhaarige Schönheit angeschwebt kam. Sie warf ihm einen kurzen Blick zu und setzte sich dann elegant neben ihn. Skye fiel auf, dass sie noch ihr dünnes Tüchlein um den Kopf gewickelt hatte, als wäre es in der Großen Halle so kalt wie draußen.
    „Sollen wir was sagen?“, hauchte Padma Skye ins Ohr, die mit den Schultern zuckte.
    Unauffällig beobachtete sie das Mädchen. Ihre engen Locken hüpften auf und ab, als sie sich mit einem mehr oder weniger interessierten Gesicht umschaute. Irgendwoher kam sie Skye bekannt vor. Jedoch wollte sie nicht zu auffällig starren und wandte sich deshalb schnell nach vorne, wo gerade die Lehrer Platz nahmen. Dumbledore sah mit seinem langen Bart und knalligen Umhang nicht minder eigenartig als die anderen Schulleiter aus.
    „Guten Abend, meine Damen und Herren, Geister und - vor allem - Gäste. Ich habe das große Vergnügen, Sie alle in Hogwarts willkommen zu heißen. Ich bin sicher, dass sie eine angenehme und vergnügliche Zeit an unserer Schule verbringen werden.“
    Skye, Betty und Padma warfen sich einen bedeutungsvollen Blick zu, als das blonde Mädchen neben Michael spöttisch auflachte. Die meisten Ravenclaws warfen ihr missmutige Blicke zu und der Junge neben Skye zischte etwas in ihre Richtung. Es war so schnell, dass Skye nur zwei Dinge verstand: „Fleur“ - was wohl ihr Name war - und „Madame Maxime“.
    „Nun lade ich alle ein, zu essen, zu trinken und sich wie zu Hause zu fühlen!“, endete Dumbledore seine kleine Rede und nach einigen Sekunden höflichen Klatschens wandten sich die Schüler wieder den aufregenden Gästen zu.
    Skye fragte sich stumm, ob alle Mädchen in Beauxbatons so hübsch aussahen. Die blonde Fleur war atemberaubend schön und auch Michael gaffte sie und ihre wallende Haarmähne die ganze Zeit unverblümt an. Aber auch das dunkelhäutige Mädchen, das Skye so bekannt vorkam, sah unerlaubt gut aus.
    Die Teller hatten sich mittlerweile mit allerlei fremdländigem Essen gefüllt, das selbst die Hogwarts-Schüler erstaunt musterten.
    „Willst du nicht etwas sagen?“, fragte Padma leise.
    Skye schnalzte mit der Zunge. „Warum ich?“
    „Habe ich dir doch schon tausendmal gesagt. Nun mach schon.“
    Skye seufzte ergeben. Insgeheim war sie selber recht neugierig auf die ausländischen Schüler. Besonders auf das Mädchen mit dem krausen Haar.
    „Ähem -“ Sie räusperte sich ein wenig, um die Aufmerksamkeit der anderen auf sich zu lenken. „Bienvenue à . . . 'Ogwarts.“
    Der Junge neben ihr warf Skye einen etwas verwirrten Blick zu. Sie ignorierte das und machte einfach weiter. „Je m‘appelle Skye. Et toi?“
    Sie wurde ein wenig rot, als ihr auffiel, wie schlecht sie eigentlich Französisch sprach. Die Schüler aus Beauxbatons mussten das wohl für sehr amüsant halten.
    „Isch spresche auch Englisch.“ Das Mädchen mit dem krausen Haar sagte als erste etwas. „Wir spreschen Englisch.“
    Sie hatte einen wirklich starken Akzent, das musste Skye zugeben. Aber dazu durfte gerade sie gar nichts sagen. Erleichtert grinste sie. „Gut.“
    „Wir ‘aben uns doch schon mal gese‘en. Bei der Quiddisch-Meisterschaft, non?“
    Als das Mädchen das sagte, ging Skye ein Licht auf. Natürlich. Damals im Wald hatte sie Skye mit einer Freundin verwechselt.
    „Isch ‘eiße Anaïs. Und das ist Lazare.“ Sie deutete auf den Jungen neben Skye, der schon fleißig eine fremdartig aussehende Suppe in sich hineinlöffelte. „Er ‘at einen unermüdlischen ‘Unger.“
    Skye fand, dass Anaïs ein wirklich schöner Name war. Wenn er aus ihrem Mund kam, klang er wie ein Lied. Bei ihr würde sich das wohl niemals so anhören.
    „Lazare, donne-moi la bouillabaisse“, befahl die blonde Fleur.
    Mittlerweile hatte sie ihr Tuch abgenommen und blitzte Lazare mit azurblauen Augen an.
    „‘Ättest du frü‘er gefragt, könntest du vielleischt noch etwas kriegen.“ Lazare zuckte mit den Schultern.
    Skye war froh, dass er Englisch redete und auch Betty und Padma, die gebannt lauschten, schienen dieser Meinung. Fleur verdrehte die Augen und stand schwungvoll auf. Die lange Haarmähne warf sie lässig über die Schulter, bevor sie zu einem der nächsten Tische weiterstolzierte.
    „Das ist Fleur.“ Anaïs grinste. „Sie ist ziemlisch verstimmt, seit wir angekommen sind.“
    „Was passt ihr denn nicht?“ Diesmal mischte sich auch Betty ein. „Die Leute aus Durmstrang scheinen sich prächtig zu amüsieren.“
    Sie warf einen kurzen Blick zum Slytherin-Tisch, wo sich wirklich schon alle gut zu unterhalten schienen. Jay sackte wahrscheinlich gerade ein Autogramm von Viktor Krum ein.
    „Isch weiß es nischt.“ Anaïs folgte ihrem Blick und seufzte. „Viktor Krüm. Er ist toll, nischt?“
    „Anaïs ‘atte schon immer eine Schwäche für Quiddisch-Spieler“, gab Lazare grinsend hinzu.
    „Ach, ‘ör auf!“ Sie verdrehte die Augen, musste aber grinsen.
    Lazare wandte sich an Skye. „I‘r macht wahrscheinlich nischt bei dem Turnier mit, was?“
    „Zu jung“, antwortete Padma schnell. „Und bei euch? Bewerbt ihr euch alle?“
    „Natürlisch!“ Anaïs nickte heftig. „Isch will unbedingt gewinnen!“
    „Da bist du nischt die einzige.“ Lazare schnalzte mit der Zunge.
    Skye war froh, dass unter den Schülern in Hogwarts nicht solch ein Konkurrenzkampf herrschte. Und dass sie zu jung war, kam ihr auch nicht gerade unpassend.
    Die Franzosen waren wirklich außerordentlich nett, das stellte Skye schnell fest. Selbst Fleur, die irgendwann wohl auch akzeptierte, dass sie sich für die nächste Zeit an Hogwarts gewöhnen müsste, taute ein wenig auf. Skye erbarmte sich, ein winziges Bisschen Bouillabaisse probierte. Es schmeckte ihr zwar nicht, aber der gute Wille zählte schließlich.
    Als alle satt und zufrieden an den Tischen saßen, erhob Professor Dumbledore sich erneut. Diesmal war die Große Halle von gespannter Erwartung bis zum Bersten gefüllt.
    „Der Augenblick ist gekommen“, sagte er. „Das Trimagische Turnier kann nun beginnen. Ich möchte einige erläuternde Worte sagen, bevor wir die Truhe hereinbringen -“
    Skye hörte gespannt zu, während Professor Dumbledore einen ernst aussehenden Mr Crouch und Bagman vorstellte, ein dicklicher Zauberer, der den Schülern fröhlich winkte. Von beiden hatte sie bei der Quidditch-Weltmeisterschaft gehört, aber wusste nicht mehr genau, in welchem Zusammenhang.
    „Wenn du mich fragst, sieht dieser Karkaroff ziemlich komisch aus“, flüsterte Betty Skye ins Ohr, während Dumbledore die Jury vorstellte.
    Sie zuckte nur mit den Schultern, denn jetzt ging es ans Eingemachte. Die Champions.
    „Wenn ich bitten darf, Mr Filch, die Truhe.“
    Der Hausmeister brachte eine diamantenbesetzte Holztruhe nach vorne, die unter den Schülern erstauntes Raunen hervorrief. Auch Skye fragte sich, was es wohl damit auf sich hatte.
    „. . . Champions auf unterschiedliche Weise auf die Probe stellen . . . ihr magisches Können - ihre Kühnheit- ihre Fähigkeit zum logischen Denken - und natürlich ihre Gewandheit im Umgang mit Gefahren.“
    Skye fand noch immer, dass Davies den perfekten Champion abgab. Nicht nur war er ein Ravenclaw, sondern auch äußerst begabt. Sie warf ihm einen kurzem Blick zu, aber er starrte wie die anderen Schüler gebannt nach vorne.
    „Ein unparteiischer Richter wird die Champions auswählen . . . der Feuerkelch.“
    Dumbledore zog seinen Zauberstab und klopfte unter den wachsamen Blicken der Jugendlichen auf die Holztruhe. Ein recht normal aussehender Kelch kam zum Vorschein, aber da war etwas: Flammen. Der Kelch war gefüllt mit blauweißen Flammen.
    „Bei Merlins Bart“, murmelte Betty. „Der würde sich gut auf meiner Kommode machen.“
    Professor Dumbledore warf einen ernsten Blick in die Runde, während er weitersprach. Es schien eine wichtige Angelegenheit zu sein. „Wer mitmachen will, hat vierundzwanzig Stunden Zeit, um seinen Namen einzuwerfen. Morgen Nacht, an Halloween, wird der Kelch die Namen jener drei preisgeben, die nach seinem Urteil die würdigsten Vertreter ihrer Schule sind.“
    „Isch werde meinen Zettel gleisch morgen früh einwerfen“, verkündete Anaïs leise.
    In ihren Augen spiegelte sich Sehnsucht, Sehnsucht nach dem Platz als Schulchampion. Skye konnte das verstehen, sie hoffte, dass Anaïs ausgewählt werden würde, aber viel mehr interessierte sie der Hogwarts-Champion.
    Selbst, als Dumbledore weiterredete, tuschelten die meisten Schüler schon leise.
    „Woher weißt du denn, dass du für diese Aufgaben überhaupt bereit bist?“, flüsterte Skye.
    Anaïs zuckte mit den Schultern. „Isch will es einfach. Alle ‘ier wollen es.“
    Lazare nickte. „Isch weiß gar nischt, wie isch es meiner Mutter beibringen soll, wenn isch nischt ausgewählt werde.“

    BILD: Die fliegende Kutsche

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    ((bold))((navy))Kapitel 13: HALLOWEEN((ebold))((enavy)) Der Gemeinschaftsraum war ungewohnt voll, als Skye, Betty und Padma am nächsten Morgen gähne

    Kapitel 13: HALLOWEEN

    Der Gemeinschaftsraum war ungewohnt voll, als Skye, Betty und Padma am nächsten Morgen gähnend aus ihrem Schlafsaal traten.
    „Was ist denn hier los?“, fragte Betty verwundert.
    „Wahrscheinlich wegen des Feuerkelches“, erklärte Padma. „Ob sich schon Leute beworben haben?“
    Die Mädchen schlenderten hinüber zu Bettys Schwester und deren Freundinnen, die sich in eine Nische vor dem Fenster eingenistet hatten und über irgendetwas lachten.
    „Was ist denn so lustig?“ Betty runzelte die Stirn.
    „Dir auch einen guten Morgen, Schwesterherz.“ Emma verdrehte genervt die Augen.
    Padma ließ ihren Blick über die tratschenden Ravenclaws schweifen, die den Gemeinschaftsraum belagerten. „Wart ihr schon unten?“
    „Natürlich.“ Marietta nickte. „Von Durmstrang haben sich schon einige beworben. Und Sara Fawcett.“ Sie prustete ungehalten los, als sie das sagte.
    „Alterungstrank.“ Auch Cho grinste. „Wir haben zufällig zugeschaut.“
    „Ihr ist ein Bart gewachsen“, erzählte Emma weiter. „Sie hat geheult wie ein Schoßhund. Selbst Schuld.“
    „Ein Bart?“ Skye sah Emma irritiert an. „Und jetzt?“
    „Ich glaube, sie ist im Krankenflügel.“
    „Zauberhaft“, grinste Betty.
    Bei solchen Geschichten wollten die Drei natürlich selbst so schnell wie möglich in die Große Halle. Sie waren nicht die einzigen Ravenclaws, die die lange Treppe nach unten strömten.
    „Die anderen wollen auch einen Alterungstrank benutzen“, erzählte Betty.
    Skye wusste, dass Betty mit „den anderen“ Fred, George und seit neustem auch Lee Jordan meinte. Dabei hatte sie keine Ahnung, wie Betty es immer schaffte, ständig mit ihnen Kontakt zu halten. Sie erzählte überraschend wenig von ihnen.
    „Das werden sicher schöne Bärte“, bemerkte Skye.
    „Soll ich es ihnen sagen?“ Betty überlegte. „Könnte ich. Aber so ist es doch viel lustiger.“
    Auch in der Großen Halle hatten sich schon einige Schüler aufgeregt um den Feuerkelch versammelt und auf Skyes Kommando hin gesellten sich die Mädchen zu Terry, Michael und Anthony. Allesamt sahen sie ziemlich verschlafen aus und hatten eine der Bänke für sich eingenommen.
    „Wie lange sitzt ihr hier schon?“, wollte Padma neugierig wissen, während sie sich neben Anthony fallen ließ.
    „Stundenlang“, antwortete Terry, der gerade ein Ei löffelte.
    „Während ihr natürlich noch geschlafen habt.“
    „Hallo?“ Betty deutete auf ihr Gesicht. „Schönheitsschlaf!“
    Michael hüstelte pikiert.
    „Und, wer hat sich schon so beworben?“, fragte Skye.
    „Einige Durmstrangs. Aber aus Hogwarts noch nicht besonders viele.“ Terry zuckte mit den Schultern. „Den meisten sind einfach Bärte gewachsen.“
    „Sara Fawcett - das war unglaublich peinlich -, Chester Summers aus Hufflepuff und Fred und George Weasley“, zählte Anthony auf.
    „Fred und George?“, fragte Betty überrascht und zog eine Grimasse. „Ach man, das hätte ich gerne gesehen.“
    „Und dein Cousin hat sich beworben“, bemerkte Michael. „Ich glaube, er hat uns nicht wiedererkannt. Aber er war der erste.“
    „Keith?“, fragte Padma.
    Skye erinnerte sich wieder daran, wie sie in den letzten Sommerferien mit ihm in der Winkelgasse unterwegs gewesen waren. Sie hatte ihn schon damals nicht besonders gemocht.
    „Was?“ Betty schnalzte mit der Zunge. „Dieser Idiot hat mir gar nichts davon erzählt.“
    „Seht mal!“ Padma deutete plötzlich aufgeregt zur Tür. „Da sind die anderen.“
    Und wirklich: Begleitet von ihrer riesenhaften Schulleiterin kamen die Schüler aus Beauxbatons zügigen Schrittes in die Große Halle. Skye winkte Anaïs zu, die neben der blonden Fleur ging und ziemlich aufgeregt wirkte. Sie lächelte schwach, aber schien für mehr nicht in der Lage zu sein.
    Auch Padma wirkte plötzlich sehr aufgeregt und richtete schnell ihre Haare. Lazare grinste ihr zu, im Gegensatz zu Anaïs wirkte er nicht so, als würde er sich gleich in die luftige blaue Schuluniform machen.
    „Wer ist das?“, fragte Terry.
    „Lazare“, antwortete Padma zufrieden, worauf Terry den Franzosen mit einem skeptischen Blick musterte.
    Mittlerweile hatte sich die Delegation vor dem Kelch aufgestellt und die Schüler traten nacheinander über die goldene Alterslinie, die den Feuerkelch in einem weiten Abstand umgab. Skye beobachtete gespannt, wie Lazare und Fleur ihre Zettel in die Flammen warfen. Schließlich war Anaïs dran, die aufgeregt zusah, wie der Kelch ihr Pergament verschluckte und rote Funken ausstob.
    Madame Maxime machte sich keine großen Umstände und führte ihre Schützlinge schnurstracks wieder aus der Großen Halle, nachdem alle ihre Namen eingeworfen hatten. Skye sah ihnen neugierig nach, während sie wieder ins Freie traten.
    „Diese Fleur.“ Michael pfiff leise. „Die ist echt klasse.“
    Padma warf ihm einen vorwurfsvollen Blick zu. „Gehst du nicht mit Mandy?“
    „Komplimente wird man ja wohl noch machen dürfen.“ Michael zuckte mit den Schultern.
    Skye runzelte die Stirn. Zwar mochte sie Mandy nicht besonders, aber trotzdem fand sie das nicht gerade nett von ihm. Auch Padma schwieg eisern und Betty und Skye bemerkten direkt, dass sie eingeschnappt war. Sie presste die Lippen in dieser einen Art zusammen, wie sie es immer tat, wenn ihr etwas missfiel.
    „Wir essen mal was“, sagte Betty schnell, um das Thema zu wechseln.
    Skye war froh über diese Möglichkeit und nickte heftig, während Padma noch immer schweigend aufstand. Als die Drei nicht mehr in Hörweite waren, machte sie ihrem Ärger Luft.
    „Geht‘s noch?“, zeterte sie. „Das werde ich Mandy sagen. Aber so was von.“
    Skye seufzte. „Ist doch ihr Problem.“
    „Nein.“ Padma schnaubte.
    Betty fing gerade an zu reden, da betrat erneut jemand die Halle. Eine Gruppe von vier oder fünf Leuten, die aufgeregt redeten. Skye klappte die Kinnlade nach unten, als sie sah, dass Roger Davies mit einem verschüchterten Lächeln in der Mitte ging.
    „Das hätte ich nicht erwartet“, kommentierte Betty.
    „Ich auch nicht, um ehrlich zu sein.“
    Mit ein paar zügigen Schritten war Skye bei Davies angekommen. Begleitet von seinen Freunden stand er unsicher vor der goldenen Alterslinie, als wolle er Zeit schinden. Auch Samuels war bei ihm, aber die Mädchen kannte Skye nicht.
    „Bei Merlins Bart.“ Sie grinste. „Also bewirbst du dich doch?“
    „Sieht so aus.“ Davies wirkte fast schon aufgeregt. So aufgeregt, als wäre es Quidditch.
    „Unglaublich, nicht?“ Samuels schlug ihm wie ein stolzer Vater die Hand auf die Schulter. „Ich habe extra meine Glückssocken angezogen.“ Er deutete auf seine drahtigen Beine, wo von den knallgelben Socken ein Stückchen unter dem Umhang hervorlugte.
    „Dann muss es ja klappen.“ Skye grinste. „Ich drücke dir die Daumen.“
    „Musst du auch.“ Davies wedelte mit seinem Pergamentzettel herum. „Du hast mich schließlich auch auf die Idee gebracht.“
    „Nun geh schon.“ Eines der Mädchen unterbrach ihn und schob Davies unsanft über die Alterslinie.
    Skye beobachtete gespannt, wie er seinen Zettel in die blau lodernden Flammen warf. Rote Funken stoben auf und dann war er verschwunden.
    „Roger Davies, Hogwarts-Champion.“ Samuels klatschte stolz.
    „Klingt gut“, grinste Skye.
    Davies atmete erleichtert aus. „Jetzt muss ich nur noch warten.“
    Das Grüppchen machte sich auf den Rückweg, während Skye wieder zu den anderen stieß.
    „Hoffentlich schafft er es“, stellte Padma fest.
    „Sicher.“ Skye nickte bestimmt. „Wer sonst?“

    Die Mädchen verbrachten den Rest des Tages voller erwartungsvoller Vorfreude. Im Ravenclaw-Gemeinschaftsraum war es angenehm warm und so setzten sie sich vor das knisternde Feuer und sahen dem Regen zu, der die Landschaft verschleierte. Hier und da schnappten sie die verschiedensten Gerüchte auf, aber schon bald stellten sie fest, dass sich nicht besonders viele Ravenclaws beworben hatten. Skye hatte auch nichts anderes erwartet und ihr machte es nichts aus, weil Davies so noch mehr Chancen hatte.
    Auch Sara Fawcett war mittlerweile wieder aus dem Krankenflügel zurückgekehrt, schloss sich aber beschämt in ihrem Schlafsaal ein. Skye hat nicht viel Mitleid für sie übrig.
    Betty und Padma waren ganz gespannt auf Neuigkeiten aus der sekundären Dimension, also erzählte Skye ein wenig von Harper und ihren neusten Einfällen. Besonders Betty schien das sehr zu interessieren; Skye hätte sich nicht gewundert, wenn sie ihr bald eines dieser seltsamen Ratgeber mitbringen müsste.
    Padma sah ihre einmalige Chance, als Mandy gefolgt von ihrer besten Freundin Sue in den Gemeinschaftsraum trat. Betty und Skye konnten sie nicht mehr zurückhalten und so rauschte Padma schwungvoll los. Nach nicht einmal einer Minute kehrte sie enttäuscht zurück. Mandy musste ihr wohl vorgeworfen haben, dass Padma nur eifersüchtig war, weil sie selber etwas von Michael wollte. Skye versicherte ihr daraufhin, dass Mandy schon sehen würde, wer hier recht hatte.
    Der Nachmittag verging schnell und so wurde es langsam Zeit für das Festmahl. Die Tatsache, dass es eigentlich Halloween war, hatten die meisten bei der ganzen Aufruhr vergessen. Zwar war die Große Halle schon am Morgen festlich dekoriert worden, aber niemand schien darauf zu achten.
    Auch die Delegationen aus Beauxbatons und Durmstrang kamen wieder ins Schloss. Besonders Anaïs wirkte so, als würde sie gleich einen Nervenzusammenbruch erleiden.
    Das ganze Festessen warf sie nervöse Blicke zum Feuerkelch. Die meisten ihrer Mitschüler benahmen sich so ungeduldig. Nur Lazare schien seine Aufregung einigermaßen verstecken zu können. Aber Fleur - das fiel Ske direkt auf - Fleur wirkte völlig entspannt. Es war fast schon beeindruckend.
    Auch Skye konnte die Auslosung der Champions kaum erwarten. Noch nie hatte sie sich so gefreut, als das Festessen endlich vorbei war und die Teller sich leerten. Auch die beiden Ministeriumsbeamten Bagman und Crouch waren wieder dabei. Skye sah neugierig zum Lehrertisch nach oben, wo sie neben den drei Schulleitern saßen.
    Als Professor Dumbledore seine Stimme erhob, verstummte das leise Geflüster in der Großen Halle augenblicklich.
    „Nun, der Kelch ist gleich bereit, seine Entscheidung zu fällen“, sagte er. „Ich schätze, er braucht noch eine Minute. Wenn die Namen der Champions ausgerufen werden, bitte ich sie, hier aufs Podium zu kommen und am Lehrertisch vorbei in diese Kammer dort zu gehen.“
    Anaïs flüsterte etwas in schnellem Französisch, das nicht einmal Lazare zu verstehen schien. Auch Skye fand, dass Dumbledore die ganze Sache viel zu spanend machte. Sie wollte sich gar nicht erst vorstellen, wie die Bewerber sich nun fühlten.
    Professor Dumbledore ließ mit einem Schwung seines Zauberstabes die Kerzen erlöschen und nun war der Feuerkelch das einzige Licht in der Halle. Hier und da hörte man leises Flüstern oder raschelnde Umhänge, aber sonst war es mucksmäuschenstill. Alle warteten gespannt auf die Entscheidung.
    Auch Skye hielt die Luft an. Sie hatte keine Ahnung, wie der Feuerkelch seine Entscheidung treffen würde.
    Aber als die blauen Flammen sich plötzlich rot färbten und Funken sprühten, da wusste sie es. Jetzt war es soweit.

    BILD: Der Feuerkelch

    14
    ((bold))((navy))Kapitel 14: ZWEI CHAMPIONS((ebold))((enavy)) Das Licht einer roten Flammenzunge erhellte die Große Halle und wenige Sekunden später

    Kapitel 14: ZWEI CHAMPIONS

    Das Licht einer roten Flammenzunge erhellte die Große Halle und wenige Sekunden später segelte ein verkohltes Stück Pergament zu Boden. Professor Dumbledore schnappte es aus der Luft und sämtliche Schüler hielten gespannt den Atem an.
    „Der Champion für Durmstrang“, las er, „ist Viktor Krum.“
    Lauter Beifall erfüllte die Halle und Skye beobachtete, wie Krum am Slytherin-Tisch aufstand. Er saß nicht weit entfernt von Jay und seinen Freunden, die ebenso laut klatschten. Sogar seine Mitschüler aus Durmstrang schienen sich für ihn zu freuen und der Applaus ebbte erst ab, als Krum in der Kammer hinter dem Lehrertisch verschwand.
    „Wer hätte das kommen sehen?“ Betty grinste amüsiert, erntete jedoch dafür von Anaïs einen ernsten Blick, die das Ganze wohl gar nicht lustig fand.
    Mittlerweile war Skye schon auf die Flammenzunge vorbereitet, die ein zweites Mal aus dem Kelch schoss. Professor Dumbledore war bereit, das Pergament aufzufangen, und sämtliche Bewerber hielten den Atem an.
    „Der Champion für Beauxbatons“, begann er und Anaïs starrte ihn an ohne ein einziges Mal zu blinzeln. „ist Fleur Delacour!“
    Der gesamte Ravenclaw-Tisch starrte neugierig zu Fleur, die sich von ihrem Platz neben Michael erhob und ein zufriedenes Lächeln in ihrem hübschen Gesicht hatte. „Glückwunsch“, nuschelte Michael mit hochrotem Kopf, aber Fleur beachtete ihn nicht. Stattdessen schwebte sie zum Lehrertisch und verschwand dort.
    Die Aufregung der anderen Beauxbatons hatte sich schlagartig verflüchtigt. Sie machte Trauer Platz, die Skye fast schon ein wenig erschütterte. Anaïs war in Tränen ausgebrochen und schluchzte in ihre Handflächen. Die anderen schienen nicht viel Aufmerksamkeit daran zu verschwenden, auch sie schienen eher mit sich selber beschäftigt. Trübselige und eifersüchtige Gesichter waren überall zu erkennen und ein anderes Mädchen war ebenfalls in Tränen zerflossen.
    Skye wusste nicht ganz, wie sie nun reagieren sollte und richtete sich deshalb lieber nach vorne, wo Professor Dumbledore schon den letzten Zettel auffing. Für die meisten war es der wichtigste, schließlich würde er den Hogwarts-Champion bestimmen. Die Spannung war unerträglich.
    „Der Hogwarts-Champion“, las Dumbledore laut, „ist Cedric Diggory!“
    Ein Aufatmen ging durch die Große Halle. Der Hufflepuff-Tisch brach ein unglaublich lautes Jubeln aus und Schulterklopfer und Pfiffe begleiteten Cedric bis zu seinem Weg nach vorne. Skye kannte ihn von zufälligen Begegnungen in den Schulgängen und erinnerte sich zufrieden daran, wie das Ravenclaw-Team ihn letztes Jahr im Quidditch geschlagen hatte.
    Sie warf Davies, der nur ein paar Plätze weiter saß, einen kurzen Blick zu. Er sah ziemlich enttäuscht aus, aber Skye ging nicht davon aus, dass er wie die Mädchen aus Beauxbatons bald in Tränen ausbrechen würde.
    „Wisst ihr was?“ Sie wandte sich an Betty und Padma. „Irgendwie bin ich froh, dass es kein Gryffindor geworden ist. Dann haben die anderen Häuser auch mal was.“
    Betty und Padma warfen ihr einen derartig überraschten Blick zu, dass Skye schon glaubte, die Slytherins hätten wohl etwas zu viel auf sie abgefärbt.
    Der Applaus legte sich langsam und Professor Dumbledore sah sich zufrieden um. „Bestens! Schön, wir haben nun drei Champions. Ich bin mir sicher, dass . . .“
    Er begann eine fast schon erwartete Rede über gemeinsame Unterstützung der Champions und Skyes Gedanken wanderten schon wieder weiter. Erst bemerkte sie gar nicht, dass Dumbledore plötzlich abbrach, aber Padmas ungläubiges „Was ist denn hier los?“ ließ sie aufschrecken.
    Es war der Feuerkelch. Die Flammen hatten sich erneut rot gefärbt und spuckten ein dampfendes Stück Pergament aus der Glut. Die Schüler warfen sich misstrauische Blicke zu, während Professor Dumbledore den Zettel langsam auffing.
    Erst sagte er gar nichts und las stumm unter dem Starren der Schüler. So lange, wie er dastand, vermutete Skye, dass er es mehrmals tat. Aber schließlich sah er ernst auf und räusperte sich.
    Harry Potter.
    „Warte, was?“, fragte Betty erstaunt.
    Auch Skye starrte verdattert zum Gryffindor-Tisch. Harry saß etwa auf ihrer Höhe und so konnte sie den fassungslosen Ausdruck auf seinem Gesicht genau erkennen. Das war es, was sie verwunderte. Er musste es schließlich geschafft haben, seinen Zettel in den Kelch zu werfen, also warum tat er plötzlich so schockiert?
    Anaïs schien ihren tränenreichen Zusammenbruch wieder weggesteckt zu haben, stattdessen sah sie dreimal so wütend aus. „Das kann nischt der Ernst von Dumbly-dorr sein!“
    Skye sagte das zwar nicht, aber sie bezweifelte stark, dass Professor Dumbledore selbst etwas mit der ganzen Sache zu tun hatte. Zwar wusste jeder, wie sehr er Harry Potter mochte, aber eine Aktion wie diese passte trotzdem nicht zu ihm.
    Auch am Lehrertisch breiteten sich Unruhen aus. Skye war froh, in diesem Moment nicht in Harrys Haut zu stecken.
    „Harry Potter!“ Nachdem Professor McGonagall ihm etwas zuflüsterte, erhob Dumbledore erneut die Stimme. „Harry! Nach oben, wenn ich bitten darf!“
    Eiserne Stille erfüllte die Halle und die Schüler gafften Harry fassungslos an, als er mit unsicherem Gesicht in Richtung des Lehrertisches lief. Niemand jubelte ihm zu, eisige Blicke waren das Einzige, was er von seinen Mitschülern bekam.
    Professor Dumbledore sagte am Lehrertisch etwas zu ihm und Harry schlug den Weg zur Kammer der Champions ein. Auch die Lehrer schienen erschüttert.
    Erst, als er in der Kammer verschwunden war, schien in der Großen Halle ein Bombe zu platzen. Die Schüler redeten wild durcheinander und schenkten Professor Dumbledore, der etwas sagen wollte, keinerlei Beachtung.
    „RUHE!“ Er musste nicht besonders laut schreien, um sich Aufmerksamkeit zu verschaffen, in seiner Stimme steckte solch eine Autorität, dass plötzlich jeder verstummte. Skye, Betty und Padma warfen sich einen flüchtigen Blick zu.
    „Ich weiß, dass das für alle eine recht überraschende Wendung ist.“ Er warf einen kurzen Blick zu den anderen Lehrern. „Aber dennoch müsst ihr in solcher Aufregung zu Bett gehen. Es gibt einiges zu klären.“ Empörtes Schnauben kam von verschiedenen Ecken, aber Professor Dumbledore beachtete das nicht. „Gute Nacht.“
    Trotz der missmutigen Unterhaltungen traute sich niemand, Dumbledore zu widersprechen. Bänke wurden zurückgeschoben und langsam strömten die Schüler aus der Großen Halle.
    „Isch kann es noch immer nischt glauben!“, sagte Anaïs aufgebracht.
    „Die werden diese Junge doch nischt mitmachen lassen“, winkte Lazare ab. „Das wird Madame Maxime nischt zulassen.“
    „Mir kommt das Ganze auch etwas spanisch vor“, gab Padma hinzu.
    „Ich bin mir irgendwie nicht sicher“, überlegte Skye. „Für jemanden, der seinen Namen in den Kelch geschummelt hat, sah Harry ganz schön verdattert aus.“
    Sie waren nicht die einzigen Schüler, die solche Gespräche führten. Überall hörte man Harrys Name und schon jetzt tauchten die wildesten Gerüchte auf.
    „Ich glaube, dass er mit seinem Feuerblitz über die Alterslinie geflogen ist“, erklärte ein aufgeregter Erstklässler seinen Freunden. „Und dabei war er so schnell, dass ihm kein Bart gewachsen ist.“
    „Das macht komplett gar keinen Sinn, Kleiner“, sagte Betty zu ihm, als sie vorbeigingen.
    Der Erstklässler starrte sie so entgeistert an, dass Skye kichern musste.
    Mittlerweile wurden sie schon mit den anderen Schülern die Treppe hochgeschwemmt, wobei Skye einen kurzen Blick auf die Slytherins erhaschte, die in den nächsten Korridor zu den Kerkern einbogen. Traceys roter Haarschopf stach deutlich hervor, aber bevor Skye etwas nach unten rufen konnte, waren sie schon wieder verschwunden.
    „Ich weiß wirklich nicht, wem ich glauben soll“, stellte Padma unentschlossen fest.
    „Warte doch erst einmal.“ Betty zuckte mit den Schultern. „Ich glaube auch nicht, dass Harry Potter überhaupt mitmachen darf.“


    Ein leises Klopfen an der Tür ließ Skye aufschrecken. Aber es war nur ihre Mutter, die mit einem Wäschekorb in der Hand ins Zimmer kam.
    „Fleißig am lernen, wie ich sehe.“ Sie schmunzelte mit einem Blick auf Skyes Mathebuch.
    „Mehr oder weniger.“
    Ihre Mutter stellte den Korb neben das Bett und wollte sich gerade wieder aufrichten, da schien sie etwas zu entdecken.
    Lehrbuch der Zaubersprüche“, las sie vor. „Band sechs?“
    Skye sprang mit so viel Schwung auf, dass ihr Schreibtischstuhl gegen die Heizung knallte. Mit ein paar Schritten war sie bei ihrer Mutter angekommen und schnappte sich das Buch vom Bett.
    „Seit wann interessierst du dich denn für solche Dinge?“ Misstrauisch musterte sie ihre Tochter.
    „Noch nie“, antwortete Skye schnell. „Harper . . . mag diesen Kram und hat mir das Buch gegeben.“
    „Harper?“
    Skye konnte sich glücklich schätzen, dass Harper mit ihren schwarzen Klamotten und eher interessanten Auftreten wohl wirklich wie ein Zaubereifan rüberkam. Aber trotzdem merkte sie genau, wie ihre Mutter das Buch noch immer neugierig musterte. Mit dem bedruckten Einband, auf dem sich zwei Zauberstäbe kreuzten, sah es wohl ziemlich echt aus. Warum war Skye auch so unachtsam gewesen und hatte es einfach auf ihr Bett geworfen?
    „Aber pass auf, ja?“ Ihr Mutter bedachte sie mit einem mahnenden Blick. „Solche Sekten können gefährlich sein.“
    „Sekten?“, fragte Skye lachend. „Harper ist doch kein Teil einer Sekte!“
    „Ich sage es dir nur. Dieser ganze Hexereikram ist sowieso nicht echt. Das bilden sich Leute ein, weil es für sie nicht anderes gibt.“
    „Ich weiß, Mum“, versuchte Skye ihre Mutter zu beschwichtigen.
    Wenn ihr Geheimnis nicht in Gefahr wäre, hätte Skye diese Situation einfach nur lustig gefunden.
    Einbildung, natürlich. Aber wenn man es nicht besser wusste, dann war das wohl wirklich der einfachste Grund, um sein Gehirn zufrieden zu stellen.
    „Ist alles in Ordnung bei dir, Skye?“
    Es war eine einfache Frage, die aber so unerwartet kam, dass Skye sich fast schon überfahren fühlte. Dachte ihre Mutter wirklich, sie hätte Probleme? Warum glaubte sie das, wenn alles doch so gut versteckt war? Skye wollte nicht, dass ihre Mutter sich Sorgen machte. Das war von Anfang an der Grund gewesen, warum sie allen ihr Doppelleben verschwieg. Sie hasste es, wenn Leute sich verantwortlich fühlten.
    „Alles in Ordnung“, antwortete Skye. „Wirklich, mir geht‘s super.“
    Und das war noch nicht einmal eine Lüge: Im Grunde ging es Skye wirklich super. Natürlich, da war der Zeitumkehrer und Tom Riddle, die wie eine tickende Zeitbombe immer in ihrem Kopf herumspukten. Aber sie hatte gelernt, sich auf die Vorteile der Dimensionen zu konzentrieren, solange es möglich war. Schließlich hatte sie trotz allem verdammt viel Glück.
    Ihre Mutter seufzte. Dabei war Skye sich nicht sicher, ob sie ihr glaubte, aber daran konnte sie nichts ändern.
    „Der Zeitungsjunge hat nach dir gefragt.“ Dieser Themawechsel war auffällig abrupt.
    „Oh, ja“, sagte Skye schnell. „Ich kenne ihn.“
    „Er sah nett aus.“
    Skye wusste genau, was ihre Mutter damit meinte. Plötzlich wusste sie gar nicht mehr, über was sie lieber sprechen wollte. Zwielichtige Sekten oder Ethan?

    Die Gerüchte wurden in den nächsten Tagen in Hogwarts nicht weniger. Die eigenartigsten Geschichten verbreiteten sich wie Lauffeuer und Harry Potter war das beliebteste Gesprächsthema. Dabei war er der Einzige, der jedem, der es hören wollte, beteuerte, dass er nichts mit dem Pergament zu tun hatte.
    Die Gryffindors klatschten und jubelten lautstark, wenn sie Harry auch nur im Gang sahen. Das schien ihm zwar äußerst unangenehm zu sein, aber sie ließen sich nicht davon abbringen.
    Die anderen Häuser verhielten sich dabei weniger enthusiastisch. Insgeheim schlugen sich alle auf die Seite der Hufflepuffs, die Seite Cedric Diggorys, des wahren Champions. Cho, die seit dem Quidditch-Spiel ihm letzten Jahr wohl Kontakt mit ihm hatte, berichtete schon bald, wie locker Cedric die ganze Sache anging. Skye bewunderte solch eine Ruhe, besonders nachdem sich herumsprach, dass Harry an dem Turnier wirklich teilnehmen würde.
    Die meisten Ravenclaws verachteten ihn für seine Gier nach Ruhm und behandelten ihn ebenso kühl wie die Hufflepuffs. Skye schien eine der wenigen zu sein, die sich nicht direkt auf eine Seite schlug. Das tat sie jedoch nicht wegen unendlicher Güte, denn sie war sich vielmehr unsicher. Bei der ganzen Aufruhr wollte sie nur noch wissen, was wirklich geschehen war.
    Auch die Slytherins schienen das nicht anders zu sehen, was für Skye aber auch keine Überraschung war. In gewisser Weise konnte sie es sogar verstehen, schließlich war die Siegesreihe der Slytherins nach dem Auftauchen von Harry Potter abrupt beendet worden.
    „Er muss immer im Mittelpunkt stehen“, stellte Tracey in Arithmantik fest. „Harry Potter hier, Harry Potter da . . .“
    Jay stimmte ihr dabei sehr selbstsicher zu. Er hatte die Bevorzugung der Gryffindors schon immer schrecklich gefunden.
    „Vielleicht tut es ihm ganz gut, wenn ihn nicht alle einfach nur lieben“, fügte er hinzu.
    Hermine, die das scheinbar gehört hatte, warf ihm einen derartig giftigen Blick zu, dass Skye froh war, nicht in seiner Haut zu stecken. Jay jedoch sah alles andere als eingeschüchtert aus und schenkte ihr einen dieser unerträglich selbstgefälligen Blicke, die er so gut konnte.
    Auch die Franzosen schienen eine tiefe Abneigung gegen Harry Potter entwickelt zu haben. Sie fanden es ungerecht, dass nicht auch ein zweiter Champion aus ihren Reihen ausgewählt worden war, und Skye konnte es ihnen nicht verübeln. Im Grunde war es schließlich wirklich ein wenig ungerecht.

    BILD: Der Feuerkelch mit roten Flammen (Kreativ, ich weiß)

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Kommentare (399)

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Gestern flag
Ihr konntet es euch sicher schon denken, warum diese Woche noch kein Kapitel gekommen ist. Trotzdem verspreche ich, dass nächsten Samstag das geplante Special (+Kapitel 17) rauskommt. Die anderen zwei, da muss ich noch schauen, wann ich die schreibe. Vielleicht auf der Fahrt ins wunderschöne NRW, da habe ich ja Zeit. Danke fürs Warten. :)

@Koala: Danke. :)

Ja, meine Mutter LIEBT Deko und lässt das deswegen professionell machen. Da gibt es wirklich Leute, deren Beruf ist Dekorieren. Klingt angenehm, finde ich.

Keinen Baum! Dir macht es wahrscheinlich nicht viel aus, aber trotzdem: mein Beileid. :D

Auf dem Level von Mottoparties war ich aber leider noch nicht. xD

@Liliana: Danke. :)

Noble collection! Ich bin neidisch!

Wahrscheinlich haben wir wirklich den gleichen. xD Romantisch.

@Tigerin: Danke auch dir. :)

Elektrisch! Also, ich kenne niemanden, der echte benutzt. Wie ist das bei euch?

Ich lese am Anfang des Jahres traditionell nochmal alle Bücher und schaue dann die passenden Filme. Freue mich jetzt schon drauf. :P
(Im Moment schaue ich exzessiv Weihnachtsfilme. Ist aber auch ganz nett. :D)

Das mit dem Mobben tut mir echt leid für dich! Hoffentlich verfolgt es dich nicht immer noch.
An meiner Schule ist dieses Beliebtheitsverhalten ziemlich ausgeprägt. Gelästert und so wird auch viel, aber sonst sind alle ziemlich nett. Und die „Unbeliebten“, die juckt das eigentlich nicht so. Die haben ihre eigene Clique und kümmern sich mehr um sich selbst.
vor 2 Tagen flag
@Tigerin: Ja, Hildegard xD
Im Englischen ist’s ein anderer Name, weiss den aber nicht mehr xD Allerdings ist Hildegard um Längen besser xD
Und du musst dir die unbedingt anschauen xD

Ja, genau, du hast‘s erfasst xD

Gibt‘s was, das du noch nicht weisst? xD

Ist auch cool xD

Naja, ich werde ja auch bald die Schule wechseln ;)
vor 3 Tagen flag
@Serial Reader: Ich denke, hier liest du es eher, als bei der Bibliothek: Bei Desi fehlen Infos zur Familie. Die sind nicht zwingend erforderlich, aber vielleicht war es ja ein Versehen. Ist mir erst nicht aufgefallen, weil ich ehrlich gesagt abgelenkt war beim Lesen (hab Weasley-Pullover-Kekse gebacken, Tschibo hatte einen Ausstecher in Pullover-Form). Aber als ich sie heute in die Bibliothek aufgenommen habe, da fiel es mir auf.

Sehr coole Charaktere aber! Danke dafür!
vor 4 Tagen flag
@Halbiblu: Das ist ja traurig! Tut mir wirklich leid! Ich schicke dir eine digitale Umarmung!

Wenn wir beim Thema Weihnachtsbaum sind, stelle ich mal die Glaubensfrage schlechthin: echte Kerzen oder elektrisch? 🕯💡?

Ein Harry-Potter-Marathon, das klingt nach dem Iron Man unter den Filme-Marathons. Ich habe noch nie mehr als zwei HP-Filme am Stück geschafft. Aber ich müsste sir mal wieder ansehen. Es ist sooooo lange her! Im Moment schaue ich meist mehr Serien. Da nennt man es ja Binge Watching.

@Liliana: Hildegard!? 😂 Ich muss mir die beiden Filme echt mal reinziehen. Keine Ahnung, warum ich das bisher nie habe... Es hat sich iwie nicht ergeben...

Schlaf wird überbewertet, oder wie?

Schon gewusst: Die Eiskönigin ist eine Adaption eines klassischen Märchens von Hans Christian Andersen, das schon oft verfilmt wurde.

Ich habe mal einen Mini-Fussball an einen Jungen verwichtelt. Fand er ganz cool, denke ich. Jedenfalls haben einige aus der Klasse direkt damit gespielt. Vielleicht auch eine Idee. Oder, bei uns auf dem Weihnachtsmarkt gibt es einen Stand mit so Gedulds- und Geschicklichkeitsspielen. Oder so eine alberne Weihnachtsmannmütze. Koalas Idee ist natürlich gut, sie verbindet das Nützliche mit dem... Schönen? Ich hatte z.B. ein Radiergummi, das aussah wie so ein uralter Gameboy.

Ich war früher auch nicht gerade beliebt. In der Grundschule schon, aber dann auf dem Gymi in der Unterstufe, da wurde ich gemobbt. Dann habe ich die Schule gewechselt. Das hat geholfen.

@Koala: Wie lässt man sich denn beim Tanzen mehr einspannen, als man will?
vor 5 Tagen flag
Jipi, bin auch wieder da xD
Und zwar um vier Uhr Nachts, obwohl ich noch Hausaufgaben zu erledigen hab ;-;
Naja, was soll’s xD

@Halbiblu: Nein, das glaub ich dir sofort... nochmal mein Beileid. Ich hoffe, das ist alles nicht zu schlimm für dich.

Ja, den der Noble Collection :D
Er is sooo cool xD

Okay, dann würd ich das lieber lassen, wäre ich du... xD
Naja, ich hab da kein Problem mit, ich schau manchmal auch so irgendwelche Marathons, keine Ahnung von was xD

Klingt doch supi :D

Ah, ja. Bei uns gab’s da auch mal diese Zeit, da war ich glaub auch erst in der ersten oder zweiten oder so, da hat den wirklich JEDER angeschaut ;-;
Ja, ich sag halt eigentlich auch immer Eiskönigin, aber Frozen ist für alle iwie verständlich. Ausserdem, wusstest du, das es einen anderen Film gibt, der „die Eiskönigin“ heisst? xD

Waaaaaaait. Könnte es sein, das meine lil sis denselben hat? xD
Ich weiss halt nicht, was die im ersten und im zweiten Törchen drin hatte, aber ja ;-;
Ich halt euch auf dem laufenden xD
Ui, klingt cool xD

Ja, diese ganzen Störungen von TD, deshalb sind wir alle doch noch hier, oder? xD

@Koala: KEINEN Baum???? *dich fassungslos anstarr*
Ne, natürlich nicht xD

Okay xD
Naja, ich bin allgemein auf seeeeeehr wenigen Geburtstagspartys eingeladen ;-;
Ich bin halt auch nicht die „beliebteste“ ;-;

Zwei Stunden? Uff, das ist viel ;)
Naja, anmeckern wird dich sicherlich niemand, wenn du etwas wenig on bist. Also, nicht das ich das wollen würde, aber es ist verständlich wieso die nicht so oft on kommen kannst ;)

Ja, Schokolade ist unser aller Rettung <3
Ja, danke für die Tipps ;)
Der Junge, den ich gezogen habe, darf sich dank Dir jetzt iwie hoffentlich freuen xD
Ja, sogar Dumbi xD Ist ja „angeblich“ auch sein Herzbegehren, sagt ja der Spiegel Nerhegeb, seiner Aussage nach. Naja, stimmt halt nicht, aber who interessts? xD
vor 5 Tagen flag
Oh, nein, Halbiblu! Das tut mir leid! Oh, jeh! Mein Beileid!

Wie groß ist denn dein Baum? Echt oder künstlich? Wie geschmückt? Und habe ich das richtig gelesen: ihr lasst schmücken??? Wir sind Weihnachten eigentlich nie zuhause, also haben wir keinen Baum.

Wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, warst du nicht die Einzige mit Elsa-Obsession. Ich bin dem damals nur entgangen, weil ich damals schon vermehrt mit Jungs gespielt habe. Aber ich war auf mindestens einer Eiskönigin-Mottoparty in der Grundschule.

@Liliana: Stimmt, Leonie ist nicht so regelmäßig on. Wobei, ich auch nicht mehr so oft schaffe, hier zu kommentieren. Irgendwie habe ich es geschafft, mich sowohl beim Tanzen als auch beim Basketball mehr einspannen zu lassen, als ich eigentlich wollte, und jetzt bin ich jeden Tag mindestens 2 Stunden beim Training... das wollte ich eigentlich nicht, aber naja, manchmal läuft es nicht nach Plan.

Jede Woche was schenken? Preislicher Rahmen? Schokolade geht immer... Oder was Nützliches für die Schule in schick oder lustig. Also, z.B. ein Lineal in knallbunt und biegbar. Mensch, ich bin kreativ! Socken? Sogar Dumbledore mag Socken! Okay, ich stell mich schon in die Schämecke...

@Tigerin: Eben jenes. Ja, er ist ein ganz subtiler.
vor 6 Tagen flag
Hallo! :) Tut mir leid, dass diese Woche kein neues Kapitel kam, aber ich war nicht ganz in der Stimmung dazu, um ehrlich zu sein. Meine andere Oma ist nämlich jetzt auch noch gestorben; ich weiß, das klingt ziemlich unglaubwürdig, aber es ist einfach ein blöder Zufall. Na ja, morgen fange ich an.

@Liliana: Den Zeitumkehrer aus der Noble collection? (Ich habe nur so ein billiges Schrotteil)

Meine zarte Seele ist für Film-Marathons wahrscheinlich ein bisschen zu schwach, danach fühle ich mich nämlich immer komplett weggetreten. Wie bei einer Nahtoderfahrung.

Ja, ich habe meinen Willen gekriegt und ihn jetzt auch geschmückt. :) Normalerweise lassen wir unseren großen Tannenbaum im Wohnzimmer schmücken, aber diesmal konnte ich mir das nicht nehmen lassen.

Der erste Teil war damals ein HIT. Ich war in der Grundschule und habe praktisch nichts anderes geschaut. Deswegen bin ich auch nicht so cool und nenne es nicht Frozen, sondern Eiskönigin. Wie in den alten Zeiten. ;P
Mir hat jemand dieses Jahr einen Eiskönigin 2 Adventskalender geschenkt. Toll, ich weiß. Heute gab es eine Schokokugel mit Anna drauf.
Ein jüngeres Mädchen aus meinem Verein wollte für dieses Weihnachtsschaulaufen unbedingt eine Kür zu Into the Unknown aufführen. Ich darf sogar etwas bei der Choreo helfen!

@Koala: Ich denke, testedich und seine Störungen lieben wir alle . . . Aber ist nicht so schlimm. :)

Das ist wahrscheinlich auch so ein Väterding, nicht? Ich kenne viele, die solche Geschichten erzählen können.

@Tigerin: Ist mir auch schon mal passiert, um ehrlich zu sein. xD

Das mit den FFs stimmt SO sehr! Es gibt die komischsten Geschichten überhaupt!

Schrott-Wichteln? Das habe ich noch nie gemacht.
Ich hasse es, wenn man Personen zieht, mit denen man gar nichts zu tun hat.
vor 6 Tagen flag
Fröhlichen ersten Advent! xD
vor 7 Tagen flag
@Koala: Jeder mag was anderes ;)

Ja, Leonie kommt aber auch nicht ganz so oft on wie du ;)

@Tigerin: Stimmt, ich auch xD

Echt??? Help...
Aber ich hab Dir hier mal meine „Lieblingszene“ aus dem zweiten Teil xD

https://youtu.be/7-4Sal7WXFQ

Uff... ich weiss auch noch nicht wirklich was ich schenken soll ;-; Wir müssen halt jede Woche was schenken... help. ;-;
vor 7 Tagen flag
@Halbiblu: Airpods? Du liebst wohl das Risiko! Ich würde die ja innerhalb von 5 Sekunden verlieren... 🙈 Und einen eigenen Weihnachtsbaum? Wow! 🎄

@Liliana: Ich kenne nicht mal Frozen 1... Aber ich bin trotzdem auch sicher, dass du mit den FFs recht hast! Es gibt zu allem Fanfics! Zu ALLEM! 😄

@Koala: Educational Decree 31, das ist das mit den x inches Abstand zwischen Jungen und Mädchen, oder? Subtil, dein Vater! 😆

@Cereal: echt, hast du viele Sachbücher? Du Ravenclaw, du! Und danke für die schönen Charaktere!

Meine Wichtel-Story: In einem Jahr konnte sich meine Klasse nicht einigen, ob wir normales oder Schrott-Wichteln sollen, und da haben wir einfach beides gemacht. Und ich war neu in der Klasse und wusste null, was ich schenken sollte. Nicht, dass ich das bei meiner alten Klasse besser gewusst hätte... Man kennt seine Leute, aber es gibt doch so einige, über die man echt nichts weiß. Also, nur so oberflächliches Zeug.
vor 9 Tagen flag
@Halbiblu: Ich hatte dein letztes Kapitel eigentlich schon kommentiert, aber dann machte das Internet Zicken, und puff! Weg war er, der Kommi. Naja, er war voll des Lobes! Schön, dass da so viele verschiedene Personen drin vorkommen. Bin gespannt, ob Skyes Mum mal was zu Harper sagen wird?

Mein Vater ist übrigens genauso! Meine Kumpel, an die hat er sich gewöhnt, aber sonst... Er hat mir zum letzten Geburtstag das Poster mit Educational Decree 31 geschenkt. Und hat schon so manchen Jungen durch bloßes Starren in die Flucht geschlagen. Okay, einen. Der eigentlich nur am Bio-Projekt arbeiten wollte... Und auf Blondinen abfährt... Das zählt trotzdem! Dad lacht immer noch gerne drüber.

Ich finde, wenn du nur ein Paar HP-Socken hast, dann Dobby-Socken!

@Cereal: Meine Bücher sind grob nach Genre sortiert, und etwas nach Vorlieben. Die liebsten auf Augenhöhe, die nicht so tollen ganz unten... Nicht so fancy. Aber ich habe eine Lichterkette drum drappiert und besitze hübsche Eulen-Buchstützen.

@Liliana: Frozen? Ähm... Nicht ganz meine Baustelle.

Wieso fragst du nach mir? Leonie ist schon länger MIA.

@Tigerin: Das wäre mal ein guter Einsatz des Vergessenszaubers! Ich bin dabei, sag Bescheid, wenn du ihn gelernt hast.
vor 9 Tagen flag
Da ich das ganze in unserer Zwanzigminütigen Pause schreiben musste, hier die Ergänzungen xD:

Uff, meine Mum, und vor allem meine Grossmutter fragt mich da immer aus ;-;

Ich hab gar keine AirPods xD Schmückst du den Tannenbaum dann auch?

Die Bücher muss ich auch mal wieder lesen xD

Ja, den Gedanken hatte ich auch schon xD Der Gedanke ist aber auch immer in meinem Hinterkopf, aber hey. Ich zweifle wirklich bei fast jedem Charakter an dessen treue. Aber es ist interessant, wie unterschiedlich Ethan und Jay sind. Ethan ist irgendwie... schüchterner? Während Jay ziemlich zuvorkommend ist xD
vor 9 Tagen flag
Hey, Halbiblu :)
Wo ist denn Koala abgeblieben?

Wow, viele Leute, denen dein Vater da vertraut xD

Mir gefallen die Dobbysocken persönlich am liebsten :)
Habe ich schon erwähnt, das meine Grossmutter mir zum Geburtstag Hermiones Zeitumkehrer geschenkt hat? xD

Uh, Tannenbaum im eigenen Zimmer ist echt cool, das hat eine Freundin von mir auch ^^

Nen Harry Potter Marathon, das steht bei mir gerade in Planung xD

Auch gute Idee :)

Ja, hoffentlich xD

Nein, den kenn ich gar nicht... ._.
Muss ich mir wohl mal anschauen :D

Ja, das solltest du echt mal machen xD
Ja, meine Klasse ist auch seltsam xD
Aber habt ihr schon Frozen 2 gesehen? Ich war den erst gerade, letzte Woche (War Schweizer Premiere xD) mit meiner BFF schauen, ich mag Elsas neuen Look xD Und was sag ich gleich? „Such Arielle-Elsa Fantheorien! Die gibt es save, ihre Haare sehen voll gleich aus!“ xD
Aber hey, ich mag eure Klasse, die scheint cool zu sein :D
xD

Oh, ja... das kenn ich echt soooo gut xD
vor 10 Tagen flag
Bin auch mal wieder da. :))

@Tigerin: Ich glaube echt, dass das so ein Mutterding ist. Meine hat das auch immer gemacht, aber ich konnte es ihr abgewöhnen. Mein Vater hingegen vertraut generell niemandem des männlichen Geschlechts außer etwa zwei Leuten.

Ja, solche Socken habe ich auch schon gesehen. Im Moment bin ich zwischen diesen hin- und hergerissen:

https://www.amazon.de/Film-TV-SockShop-Baumwolle-Assortiert/dp/B07HB3LX76/ref=mp_s_a_1_7?dchild=1&keywords=harry+potter+socken&qid=1574890966&sr=8-7
und
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Auf Elbenwald habe ich auch schon geschaut, aber im Moment bin ich dezent pleite, weil ich mir erst neue Airpods geleistet habe und das Taschengeld nächsten Monat schon für Geschenke/Deko/ . . . verplant habe. (Meine Eltern finde diese Idee zwar nicht so cool, aber ich will mir unbedingt einen eigenen Tannenbaum für mein Zimmer kaufen. Aber eher einen künstlichen, der nadelt nicht so.)
Welche Socken gefallen euch besser? Ich werde mich wohl bald entscheiden.

Oh ja, so ein Vergessenszauber . . . Das ist so nostalgisch. Im Januar lese ich alle Bücher mal wieder; vor kurzem habe ich erst einen Harry-Potter-Marathon (Filme) gemacht. Das war INTENSIV, ehrlich.

Wir haben auch so eine Telefonzelle mit Büchern, aber ich gebe meine alten immer an Nachbarn. Die haben einen Büchermarkt gegründet, wo man alle paar Monate Secondhandbücher kaufen kann, was ziemlich praktisch ist.

@Liliana: Klasse Leistung, ich weiß. xD Bleibt auch hoffentlich so.

Dankeschön. :)
Ja, armer Harry. Aber auch ich würde das wahrscheinlich so sehen wie die Ravenclaws oder so . . .
Kennt ihr Nicholas Black? Das ist ein Youtuber und der hat so Häuservideos gemacht. Keine Ahnung, aber das Slytherin-Video hat mich voll inspiriert. xD
Vielleicht nutzt Jay sie ja auch nur aus. ;)

Wichteln ist bei uns auch immer eine sehr interessante Erfahrung. xD Aber die Idee mit den Parallelklassen finde ich gut, vielleicht sollte ich die mal vorschlagen.
(Habe ich schon von Fritz dem Baum erzählt? Der wird jedenfalls bald festlich dekoriert. Meine Klasse ist absolut komisch, ehrlich. Darüber könnte man ein Buch schreiben. Wir haben z.B. ganz viele Poster von Kinderserien (Mia & Me, Eiskönigin, Cars, . . .) an unsere Pinnwand gehängt; alle Lehrer denken, wir wäre komplett durchgedreht, für unser Alter ist das nämlich echt etwas komisch. Jetzt sind auch noch Papiere von verschiedenen Schokoladen dazugekommen.)

@Cereal: Kennt ihr das, wenn man Bücher nochmal liest, die man als Kind total gemocht hat, und plötzlich ein bisschen enttäuscht ist?
vor 10 Tagen flag
@Cereal: Ja eben, Horror. Obwohl- den ersten Band hab ich zuhause, keine Ahnung wie ich das geschafft hab xD Aber Sachbücher mag ich irgendwie nicht so, viel lieber HP xD
vor 10 Tagen flag
Hey, Cereal :)
Und jetzt bist du auch schon wieder weg, wetten...
vor 10 Tagen flag
@Halbiblu: Buchreihen auseinander zu reißen, das ist doch,a ls würde man Familien trennen!

Keine Sorge, @Tigerin, Bücher kommen bei mir auch nicht in den Müll! Verschenken oder verkaufen, das sind meine Wege. Wir haben auch so eine Bücher-Tauschbörse an der Schule. Manchmal kriegt man ja etwas geschenkt oder fällt auf ein hübsches Cover rein und das Buch ist dann nicht so toll, und manchmal wächst man einfach raus. Für Harry Potter ist man nie zu alt, aber für andere Bücher schon.

@Liliana: Kaum Bücher???? Nicht mal Harry Potter??? UNGLAUBLICH! Ich leihe auch vieles und habe einen Kindle, aber manche Bücher muss man doch einfach besitzen! Ich habe vor allem viele Sachbücher.
vor 10 Tagen flag
Da hat man mal für ein paar Tage kein Internet, und siehe da: Eine pünktliche Halbiblu! Ein Wunder ist geschehen! xD
Nein, natürlich nicht, aber wow, ich muss schon sagen, ich bin stolz auf dich ;)

Zu dem „neuen“ Kapitel:
Unglaublich, die Spannung! Da bekommt man ja gleich nochmal diesen Nervenkitzel, wie beim ersten Lesen <3

Und natürlich muss ich gleich wieder mit Jay beginnen xD Er hat schon recht, Harry wollte ja auch nie absichtlich diesen ganzen Ruhm haben, aber das ihn jetzt mal wieder alle hassen hat er auch nicht verdient. Aber mir gefällt die Szene, in der er Hermione mit diesem Blick „bewirft“.
Ja, sie setzt sich nur für Harry ein, was ich auch wirklich an ihr mag. Aber wie es Jay eben wirklich gar nix ausmacht, nein, er gibt es ihr zurück. Und da kommt dieser „Slytherin-Teil“ in ihm zum Vorschein. Also, dieser Slytherin-Teil, der so ist, wie es ihr Ruf ist. Obwohl- ganz so Rufgemäss nun auch wieder nicht. Ich bin immer noch erstaunt, wie gut du Jay umgesetzt hast. Er hat einige der typischen Merkmale eines Slytherins, ist also auch nicht ohne Grund in sein Haus gekommen, aber ist trotzdem total... nett? Ne, nett trifft es nicht. Er ist eben einfach... Jay. Und das mit Ethan... der Vergleich hat mir irgendwie gefallen. Ich hab erst letztens ein Buch gelesen, da hatte eine auch was mit einer Sekte zu tun ;-; Naja, die Sache mit Ethan wird ganz eindeutig noch spannend werden :)
Wie mir jetzt dieser dämliche Gedanke kommt, er könnte sie einfach ausnutzen. Dieser Gedanke kommt mir halt echt bei jedem neuen Charakter, den ich kennenlerne ;-;

Aber der Erstklässler war echt gut xD Mit seinem Feuerblitz? Über eine Alterslinie, gezogen von Albus Dumbledore persönlich? xD Da ist es wohl noch wahrscheinlicher, das Dumbledore persönlich, den Zettel für Harry reingeworfen hat xD

@Halbiblu: Man, jetzt will ich auch Glückssocken xD Naja, ich werd mal schauen :)
Und da wir ja gerade erst, ausgemacht haben, das ich Trelawny ablösen sollte, gibt es hier jetzt mal eine Runde „Liliana‘s experiences that are just stupid“

Also. Wie jedes Jahr, haben wir auch im letzen Jahr gewichtelt, in unserer Schule. Das besondere: Wir haben das nicht alleine, als unsere Klasse gemacht, sondern mit einer unserer Parallelklassen zusammen. Deshalb sind wir dann alle zusammen in den Singsaal gegangen, wo wir uns alle auf die Bühne, an den Rand setzten. Dann mussten wir halt alle unseren Namen auf einen Zettel schreiben, den wir dann alle gleich Falten mussten. Ich selber sass ganz am Rand, ich war die letzte die zog, neben den Lehrern. Allerdings, stellte ich bevor wir begannen mit dem ziehen, noch eine Frage, die wie folgt lautete: „Was ist, wenn ich mich selber ziehe? Ich meine, ich bin ja die letzte, da kann man das schlecht austauschen...“, daraufhin der Lehrer: „Das werden wir dann sehen, wenn es passiert“. Einmal dürft ihr raten, wen ich gezogen habe.
Genau! Mich selbst ;-; Ich musste dann nochmals ziehen, aber das dämliche war halt, das ich wusste das mein Wichtel nur eine der drei Lehrerinnen sein konnten. Die eine konnte ich dann auch schnell ausschliessen, also blieben nur noch zwei ;-;
Wie gesagt: Ich sollte demnächst wirklich Trelawny ablösen xD


Cool :) Harry Potter gibt einem eben auch echte Freunde xD

Wir müssen uns wirklich alle mal bei TD, für die Fehler bedanken xD
vor 13 Tagen flag
Der Erstklässler! Auf dem Besen über die Alterslinie? 😆

Dadurch, dass die Perspektive eine ganz andere ist, liest sich die Geschichte auch ganz anders.

Skyes Mum und ihr dezenter Aushorchversuch bzgl. Ethan, das könnte meine Mama sein. Die kann das ja auch, dieses "harmlose" Erwähnen von irgendwelchen Jungs.

Mein Vorschlag für deine Glückssocken: Dobby-Socken! Master has given Dobby a sock. Dobby is free!

Solche "Freundschaften" schließe ich auch öfter. Und wenn ich nur Leute breit angrinse wie ein Honigkuchenpferd, weil sie was von Harry Potter am Leib tragen.

Und ich würde so gerne einen Vergessenszauber an mir selbst anwenden, damit ich Harry Potter nochmal zum allerersten Mal lesen kann! Ich liebe es auch beim 6.479ten Lesen noch, aber dieses Ziehen im Bauch, weil du noch nicht weißt, was kommt, diese Überraschungsmomente, diese Schocker, wo du die Seite direkt nochmal gelesen hast, um sicher zu gehen, dass z.B. Sirius gerade wirklich gestorben ist...

@Cereal: Ich habe mein Regal nach Genre sortiert, oben Fiktion, unten Sachbücher, Sachbücher nach Thema, Fiktion alphabetisch nach Autor, nicht noch mal nach Fantasy, Krimi usw. Dafür sinds nicht genug. Mein Regal hat einen doofen Platz, hinter der Zimmertüre, daher ist Deko da überflüssig, und sortiert ist's halt so, dass man alles schnell findet. Ich habe das auch schon öfter gesehen, dass Leute ihre Regale nach Farben sortieren. Das sieht ganz cool aus, geht mir persönlich aber gegen den Strich, wenn Reihen auseinander gerissen werden.

Wenn du vom Aussortieren sprichst: Was macht ihr mit Büchern, die ihr nicht mehr haben wollt? Manche werfen die ja ins Altpapier! 😱😱😱😱😱😱 Bei mir kommen Kinderbücher, die einfach toll sind, in eine Kiste für kommende Generationen, manches wird verschenkt, Flohmarkt ist auch eine Option, oder es geht in eines dieser Bücherregale, die in der Stadt stehen, wo jeder Bücher einstellen und auch rausnehmen kann. Gibt's sowas bei euch auch? Ins Altpapier käme höchstens was, wenn es mal einen Wasserschaden gäbe oder so und die Bücher wirklich ruiniert wären.
vor 13 Tagen flag
Hallelujah, ich habe die Richtigen Sachen geschrieben, aber TD will es nicht klein machen. Ganz große Klasse.