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Elarras - Die eine und neun andere

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1 Kapitel - 7.695 Wörter - Erstellt von: - Entwickelt am: - 111 mal aufgerufen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Kapitel 26

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26. Worte ziehen oftmals Taten nach sich
Mehrere Tage und Nächte dauert unser Weg. Tagsüber kommen wir nicht voran, denn es wäre zu gefährlich; daher bleiben wir sobald die Sonne über den Rand der Welt blickt meist in den Dörfern, die auf unserem Weg liegen und lassen die drei Tiere ausruhen, denn so eisern ihre Ausdauer auch sein mag, essen und trinken müssen sie dennoch, genauso wie wir. Still war es vor allem in der ersten Nacht unter uns. Mag es an dem Wind gelegen haben, der uns durchgängig um die Ohren pfiff oder an etwas anderem; geredet haben wir kaum, seit wir die Grenzmauern Rohans hinter uns gelassen haben. Daran erinnere ich mich jedoch beinahe nicht mehr. Pippin und ich sprechen gelegentlich miteinander, aber auch eher in knappen Worten, was nicht selten unserer Müdigkeit zu verdanken ist. Die beiden anderen erkundigen sich bei den Bewohnern der Orte, an denen wir halten, über die derzeitigen Umstände, während wir den Tag zumeist verschlafen. Als wir durch Anórien reiten, heben sich auf der südlichen Gebirgskette Richtung Westen hin Flammen ab. Es sind die Leuchtfeuer von Gondor. Sie brauchen Hilfe. Mir wird kalt und ich vergrabe meine Nasenspitze in dem Mantel, den Boromir mir beim ersten Halt beschafft hat, denn meinen Elbenmantel habe ich in Edoras vergessen. Shadow dampft förmlich vor Anstrengung, aber kein Zeichen der Erschöpfung lässt sich an ihm festmachen, weder an ihm, noch an Schattenfell oder Porthos. Durch meinen Kopf gehen einige Liedtexte von Liedern aus meiner Welt. Sie sind nur brüchig vorhanden und vermischen sich oft miteinander, aber noch sind sie da. Zu singen traue ich mich jedoch nicht. Weder die Kraft noch der Mut dazu will sich in mir finden lassen und doch beruhigen mich die Worte für einige Zeit. Wer aber weiß, ob ich je wieder wirklich singen werde? Über unseren Köpfen fliegt ein Schatten hinweg, als wir näher nach Minas Tirith kommen. Pippin zuckt zusammen und fragt Gandalf was das gewesen sei, doch dieser gibt ihm keine Antwort darauf. Vielleicht ist es auch besser so. Lange dauert es nicht mehr, da kommen wir an einen langen Grenzwall. Von hier und dort hört man geschäftige Ausbesserungsarbeiten, doch im dichten Nebel sieht man kaum die Menschen, die an der Mauer arbeiten, nur die Grenzsoldaten, die aus dem Grau auf uns zukommen sind halbwegs deutlich zu erkennen. Ich verstecke mich hinter meinem Vordermann und stelle mich schlafend, während die drei mit den Soldaten sprechen und bald werden wir auch durchgelassen. Die Zeit vergeht langsamer, je näher wir der Stadt kommen. Es ist früh am Morgen, als sich ein weißer Turm vor einem in grauem Nebel gekleideten Berghang abhebt und im blassen Sonnenlicht schimmert. Langsam keimen Erinnerungen in meinem Gedächtnis auf. Schmerzliche Erinnerungen, denn sie stehen in einem harten Kontrast zu dem, was nun um uns herum geschieht. Meine Gedanken verlieren sich in Nostalgie und Bedauern, als wir durch die Straßen der weißen Stadt reiten. Mehr als Schweigen kommt mir nicht in den Sinn und meine Wahrnehmung lässt sich von unsichtbaren Nebeln umhüllen. Das nächste, was ich wieder wirklich wahrnehmen kann, ist Shadows wohliges Schnauben neben meiner Wange. Getrennt haben wir uns. Gandalf und Pippin sind bereits aus dem Stall hinausgegangen, Boromir und ich aber stehen noch hier bei den Pferden und warten. Unwillkürlich überblicke ich den Stall, um sicherzustellen, ob noch jemand hier ist, doch da ist keine weitere Menschenseele. Nur wir beide, Schattenfell, Shadow und Porthos, der sich völlig erschöpft vom Weg längs auf dem Boden ausgestreckt hat. „Hast du Angst?“ Nur langsam schaue ich auf zu ihm. Seine Stimme lässt es mir unwohl werden, denn sie hat so einen Beiklang, so einen Ernst, der nicht zu Boromir passt und ich glaube, dessen ist er selbst sich auch bewusst. Meine Bejahung klingt folglich sehr leise und kleinmütig, doch er lächelt – wenn auch nur bitter – und nimmt mich in den Arm. „Geh zu Nethos, wenn es dir hier nicht behagt“, sagt er leise. „Ich denke es wäre fürs Erste tatsächlich am sichersten für dich.“ Nethos. Den hatte ich schon beinahe komplett aus meinem Gedächtnis gelöscht. Aber dass er ausgerechnet auf ihn zurückkommt, jagt mir einen leichten Schrecken ein. Erst als wir uns auf dem Weg zu meinem alten Kindheitsfreund begeben, fällt mir auf, dass es mich eigentlich gar nicht hätte erstaunen müssen. Jedenfalls nicht in dieser Art und Weise. Vor der Haustür seiner Familie bleiben wir stehen. Ein einfaches Haus ist es, aus weißem Stein, wie alle Häuser dieser Stadt. Früher bin ich oft zu ihnen gegangen, von meinen Brüdern abgehauen, ohne dass sie es gemerkt haben, aber jetzt wird mir mulmig zumute. Ich will Boromir nicht alleine zu unserem Vater gehen lassen, ohne die Möglichkeit, zu erfahren worüber sie reden. „Warte“, wehre ich ab, bevor er an die Tür klopfen kann. Es mag wohl nicht in seinen Plan passen, aber in meinen hat noch nie auch nur eine seiner Entscheidungen wirklich hineingepasst. „Ich möchte mit dir gehen“, sage ich. „Wäre es denn sonst nicht auffällig seltsam? Ich meine ja nur, jahrelang verschollene Adoptivtochter kehrt zurück nach Hause und geht nicht zu ihrer Familie, das wirkt unglaubwürdig.“ Er hält inne. Könnte ich sein Gesicht sehen, so würde daraus wohl kaum Begeisterung sprechen, aber auch er weiß, dass ich damit eigentlich recht habe. Nach kurzem Zögern dreht er sich zu mir um und packt mich am Arm, doch bevor er mir irgendetwas sagen kann, geht die Tür des Hauses auf und ein junges Mädchen kippt einen Eimer voll dreckigen Wassers vor der Schwelle aus. „Hallo Fildis“, spricht Boromir sie freundlich an und lässt mich kurz los. Sie sieht verwundert zu uns hinüber und lächelt dezent. „Herr Boromir! Das ist aber ein unverhoffter Besuch heute“, erwidert sie, stellt den Eimer neben der Tür ab und wischt sich ihre Hände an der Schürze ab, die wohl einmal weiß gewesen sein soll. Er geht einen Schritt näher und zieht mich wieder hinter sich her, obgleich ich mich lieber dagegen sträuben würde. Wenn das die Fildis ist, von der ich denke, dass sie es ist, dann werde ich ihm wohl kaum so bald zu Vater folgen können, dafür wird er sorgen. Sie bittet uns beide ins Haus hinein, begutachtet mich dabei jedoch mit einem fragenden Blick. Also erinnert sie sich wohl nicht mehr an mich. „Verzeiht die Unordnung, aber ich bin gerade am Saubermachen“, entschuldigt sie sich und stellt einige Stühle zurück an den Tisch, der im Zimmer rechts neben dem Eingangsbereich steht. Boromir winkt nur ab. „Mach dir keine große Mühe. Wir wollten nur kurz schauen wie es euch geht. Ist dein Bruder denn daheim?“ Sie nickt, aber das Lächeln, das vorher noch auf ihrem Gesicht zu sehen gewesen ist, erstirbt bei seinen Worten und sie stützt sich an der Rückenlehne des hölzernen Stuhls ab. „Er... er will aber noch nicht reden. Erst heute Morgen sind sie von der Ostgrenze zurückgekehrt und... Vater hat es arg getroffen. Er liegt in den Häusern der Heilung, aber die Hoffnung, dass er den morgigen Tag noch erlebt, ist gering.“ Ich muss hart schlucken, als sie das sagt. Wenn ihr Vater sterben würde, wären die beiden Waisen. Ihre Mutter ist schon direkt nach der Geburt der beiden gestorben. Zwillinge sind sie, auch wenn man es am Charakter der beiden kaum merkt. Während Boromir noch mit ihr redet, schweift mein Blick nervös zurück zur Tür. Er soll ihr nicht sagen, wer ich bin. Noch weniger soll Nethos davon wissen; was hätten sie denn davon? Ich werde doch eh bald wieder verschwinden und nie mehr wiederkommen. Aber gerade, als diese Gedanken durch meinen Kopf wandern, höre ich Boromir sagen: „Ja, genau, die Anoria ist das. Du erinnerst dich doch noch an sie?“ „Anoria?“, dringt schließlich Fildis' freudig erstaunte Stimme an mein Ohr und lässt mich rasch blinzeln, bevor ich lächelnd nicke und mich von ihr umarmen lasse. „Wir dachten alle, du wärst... tot.“ Lange dauert es ja nicht mehr, bis dem wirklich so ist. Etwas verärgert sehe ich zu Boromir hinüber und schüttle den Kopf als wollte ich ihm sagen, dass er das besser nicht getan hätte. Er hingegen grinst nur und verabschiedet sich. Fildis beginnt mich auszufragen, wo ich denn gewesen sei und was geschehen wäre und so weiter, während sie weiter aufräumt und ich mich zögerlich auf einen der Stühle am Tisch setze. Es fällt mir schwer zu antworten, doch so wie es eben geht, bemühe ich mich nicht allzu viel preiszugeben und dennoch genügend zu sagen, damit sie mir gegenüber nicht noch misstrauisch wird. Vielleicht merkt sie es tatsächlich nicht, aber in mir kommt mit jeder verstreichenden Minute immer mehr Unruhe auf, seit Boromir fortgegangen ist. Lange reden wir und der Morgen verstreicht schnell. Zu Mittag esse ich mit ihr, aber ihr Bruder kommt nicht von seinem Zimmer hinunter und meine Anspannung will nicht verfliegen. Eine Zeitlang trommle ich mit den Fingern auf die Tischplatte, um diese Nervosität irgendwie zu kompensieren, nur hilft das reichlich wenig und schließlich frage ich nach, ob ich ihr irgendwie helfen könne, zumal ich gerade eh nichts zu tun habe. Sie lächelt, als ich das frage und schaut zu mir hinüber. In ihren graugrünen Augen liegt etwas Zögerliches, jedoch antwortet sie mir recht schnell: „Vielleicht kannst du Nethos ja davon überzeugen, dass er endlich einmal etwas essen sollte. Er hat heute noch gar nicht gegessen und reden will er auch nicht.“ Ich nicke sofort und stehe so rasch auf, dass der Stuhl mit einem lauten Quietschen nach hinten über den Boden schabt. „Verzeih bitte“, sage ich verlegen, doch sie lacht nur leise. „Du bist ja immer noch so schüchtern wie früher“, meint sie und drückt mir einen Teller mit etwas zu essen und einen Becher voll Wasser in die Hand. Bevor ich mich umwende und die Treppe im Flur hinauf zu seinem Zimmer gehe, schaut sie mich lange an und schmunzelt. „Ich denke, Nethos wird sich freuen dich zu sehen, Anny. Du weißt nicht wie es ihm ging, nachdem er dich damals dort im Düsterwald verloren hat.“ „So wie heute, nehme ich mal an“, erwidere ich rasch und hebe meinen Blick, ebenfalls dezent schmunzelnd. Fildis stockt kurz, nickt dann aber. „Das könnte dem sehr nahe kommen. Nun, aber man kann ja mal versuchen, ihn wieder gesellschaftsfähig zu machen. Wenigstens mit dir müsste er ja reden wollen.“ Nur ein gedankenverlorenes Nicken zeige ich als Erwiderung, dann mache ich mich auf den Weg in sein Zimmer. Es will mir immer noch nicht gefallen, dass Boromir alleine gegangen ist. Früher oder später werde ich ihm folgen und ich hoffe doch sehr, dass ich es früher tun kann, bevor er irgendetwas Falsches macht. Die Tür zu Nethos' Zimmer ist nur angelehnt. Er könnte also gehört haben, worüber Fildis und ich die ganze Zeit geredet haben, aber so wie ich ihn kenne, würde es ihn eh nicht interessieren, es sei denn in den ganzen Jahren hat er sich sehr stark verändert. Vorsichtig schiebe ich die Tür auf und achte darauf, dass das Wasser nicht aus dem Becher schwappt. Beinahe geräuschlos trete ich in sein Zimmer ein und finde ihn dösend in seinem Bett an der linken Seite des Raumes vor. Die Augen hat er geschlossen, seine Soldatenausrüstung hat er noch an, nur Schwert, Schild und Helm liegen neben ihm auf dem Boden, seine rechte Hand liegt auf seiner Stirn, direkt neben einer frischen Schramme und an seiner linken Hand trägt er einen Verband. Älter ist er geworden, das kann man nicht leugnen, er sieht auch erwachsener aus als vor neun Jahren. Dennoch kann ich in seinen Zügen immer noch meinen alten Kindheitsfreund wiedererkennen. Ich stelle den Teller und den Becher auf dem Tisch unter einem kleinen Fenster ab und sehe kurz hinaus. Von hier aus kann man bis über den äußersten Mauerring der Stadt hinausschauen. Selbst einen Großteil der Felder des Pelennor kann man hier noch sehen, doch sie sehen in der dichten Nebelwand nun recht verlassen aus und der Himmel über dem Land hat sich verdunkelt. Langsam schweifen meine Augen durch die Straßen, hinauf zu der obersten Mauer, als ein dunkler Schatten sich von den Wolken absetzt und schnell wie im Sturzflug über die Stadt hinwegfliegt. Ein markerschütterndes Kreischen tönt durch die Luft und sofort halte ich mir die Ohren zu. Es hört sich grauenvoll an, aber schlimmer ist wohl die Angst, die dieser Schatten in einem auslöst. „Mach, dass es aufhört!“, dringt mit einem Mal Nethos' Stimme an mein Ohr und ich wende mich rasch zu ihm um. Er presst zusammengekauert seine Hände an die Ohren, windet sich unruhig im Bett hin und her und in seinem Gesicht sind höllische Schmerzen zu erkennen. Nicht lange dauert es, bis dieser Schatten mit seinem Geschrei weitergezogen ist. Er ist uns auch manchmal auf dem Weg hierher aufgefallen, aber selten nur ließ er so einen durchdringenden Schrei ertönen. Als ich meine Hände von den Ohren nehme, höre ich erst, dass Nethos ziemlich mühsam atmet und gehe langsam zu ihm hin. Immer noch will er nichts hören und drückt seine Hände fest auf, doch als ich ihn vorsichtig an der Schulter berühre, löst sich seine Anspannung ein wenig, er dreht sich aber weg von mir. „Ich sagte doch, ich habe keinen Hunger, Fildis“, spricht er mit viel kühlerem Ton als vorher. Ein trübes Schmunzeln schleicht sich über meine Lippen. „Sagtest du, sagtest du“, erwidere ich abwinkend. „Aber davon, dass du nichts isst, wirst du auch nicht wieder zu Kräften kommen, mein Freund.“ Nach kurzem Innehalten dreht er sich abrupt um und wirft mir einen scharfen Blick zu. „Wer seid ihr und was tut ihr hier?“ Ich muss grinsen und schüttle zugleich denn Kopf. „Du nanntest mich Anoria. Was ich hier tue? Ja, das frage ich mich manchmal auch. Im Moment wollte Boromir mich nur einfach für eine Zeit aus dem Weg haben und da traf es sich für ihn gut, dass ich euch beide wieder einmal besuchen könnte. Diesmal ausnahmsweise mit Erlaubnis.“ Nur langsam richtet Nethos sich auf, aber mit jeder Sekunde verstärkt sich die Fassungslosigkeit, die in seinem Gesicht erschienen ist, seit ich geantwortet habe. Als er aufrecht sitzt und mir direkt in die Augen starrt, fängt er an zu zittern und seine Bestürzung vermischt sich mit Angst. Einer Angst, die ich ihm niemals zugeschrieben hätte, so streng gebündelt liegt sie in seinem Blick. „Bin ich tot?“, fragt er. Ich schüttle nur den Kopf. Vermutlich wäre es ihm lieber gewesen, wenn er tot wäre, denn er weicht zurück von mir und drückt sich selbst mit den Rücken an die Wand neben seinem Bett. „Das kann nicht sein“, flüstert er heiser. Dieses Zittern wird stärker, aber davon lasse ich mich nicht irritieren. Vielleicht hätte ich es ihm schonender beibringen sollen, jedoch habe ich keine Zeit, um taktvoll zu sein, wenn ich so schnell wie möglich wieder zu Boromir will. Wo ich es gerade erwähne, eigentlich hält mich hier doch nichts, also könnte ich auch jetzt schon gehen. „Nun denn“, sage ich mit einem vorsichtigen Lächeln und stehe auf, „jetzt haben wir uns wiedergesehen. Aber ich muss zurück. Vater weiß ja noch gar nicht davon, dass ich hier bin. Und du, iss mal etwas. Das wird dir guttun.“ Gerade will ich Lebewohl sagen, da springt er vom Bett auf und zieht mich zurück, schließt die angelehnte Tür und mustert mich immer noch angstbesetzt. Die Skepsis in meinem Blick lässt ihn nur noch eingeschüchterter wirken, doch ich verstehe momentan überhaupt nicht, was das gerade soll. Sein Verhalten kommt mir äußerst merkwürdig vor, mir fehlen aber die Worte, um etwas zu sagen. Er geht einmal komplett um mich herum und schüttelt dann ungläubig den Kopf. „Du hast überlebt?“ Ich nicke. „Und bist ausgerechnet wieder hierhergekommen?“ „Was heißt ausgerechnet? Ich habe hier meine Kindheit verbracht und du...“ „Er wird mich umbringen!“, schreit er auf einmal und fasst sich an den Kopf. Noch verwirrter als davor starre ich ihn an. Umbringen? Irgendjemand... sollte Nethos dafür umbringen, dass ich am Leben bin? „Wovon sprichst du? Wer sollte denn...“ Er legt mir seine Hand auf den Mund. „Du willst gar nicht wissen wer er ist. Aber... Nein, nein, nein, ich träume nur! Das alles ist nur ein Traum, Anoria ist gar nicht da...“ Er schließt die Augen, atmet einige Male tief durch und sieht dann zögerlich wieder zu mir hinüber. Ich habe mich nicht von der Stelle gerührt, woraufhin er einen Fluch loslässt und zurück aufs Bett sinkt das Gesicht in den Händen vergraben. „Mögen die Valar mir gnädig sein, er wird uns sonst alle töten“, murmelt er. Es will mir immer noch nicht klarwerden, was er mit seinen Worten aussagen will, doch mir scheint es als würde ich mit Fragen gerade nicht sehr weit kommen, also setze ich mich neben ihn auf die Bettkante und warte, bis er ruhiger wird. Es dauert. Aber er wird tatsächlich etwas gefasster, solange ich nur so dasitze und nichts sage. Nach einer Weile lege ich zögernd meine Hand auf seine Schulter und frage ganz vorsichtig: „Wer ist er?“ Nethos schaut zu mir hinüber, sagt aber nichts, auch wenn er angestrengt versucht seinen vor Furcht bebenden Mund zu öffnen. „Du brauchst doch keine Angst zu haben. Doch nicht vor mir und in diesem Zimmer wird es eh niemand hören“, beschwichtige ich und rücke ein wenig näher zu ihm. Er schaut weg und auf einmal fließen Tränen über seine Wangen. „Du... du weißt doch gar nicht...“, sagt er stotternd, „du weißt doch gar nicht, wer er ist...“ Bevor er weitersprechen kann, nehme ich ihn in den Arm und versuche beruhigend auf ihn einzureden, wie Legolas es früher bei mir immer getan hat. Es wirkt tatsächlich, aber zugleich ist es mir überhaupt unverständlich wie sehr er sich in letzter Zeit verändert haben muss. So aufgelöst habe ich ihn damals nämlich nie gesehen und seine Worte klingen wirr. „Es brennt“, flüstert er nach einigen Minuten und legt wieder die Hände auf seine Augen. „Es brennt, wenn ich dich anschaue. Und ich bin selbst schuld daran.“ Zwar ist seine Stimme nicht mehr ganz so zittrig, jedoch kann ich mir immer noch nichts aus seinen Worten erschließen, lasse ihn aber nicht los und sage nichts, bis er noch ein Stückchen mehr zur Ruhe kommt. Nach einem langen Schweigen lasse ich ihn langsam wieder und will mich ein Stückchen zurücksetzen, um ihm mehr Freiraum zu geben, doch er zieht mich an einem Arm vorsichtig zurück und blickt zu mir auf. Um seine Augen herum ist die Haut rot geworden. Seltsam setzt sich nun die Farbe seiner Augen davon ab, aber auch in ihnen ist etwas wie ein rötliches Glimmen zu erkennen. „Es tut mir so leid, was ich damals getan habe“, sagt er leise. „Dass ich dich im Stich gelassen habe. Dass ich dich verraten habe. Es tut mir so leid, Anny.“ Ein kurzes Lächeln fliegt über meine Lippen, doch es verschwindet rasch und ich erwidere: „Das habe ich dir schon lange vergeben. Wäre es nicht so gekommen, so hätte ich einige wundervollen Leute wohl nie in meinem Leben kennengelernt.“ Sofort schüttelt er den Kopf und schaut zu Boden. „Du verstehst nicht. Ich sollte dich damals dort im Düsterwald umbringen. Er hat mich dazu gezwungen. Wenn ich das nicht täte, so sagte er, würde ich nicht nur mein Leben sondern auch meine Familie verlieren. Ich... ich konnte dich aber nicht töten...“ „Und so überließt du mich den Wölfen...“ Er nickt. Ich hingegen seufze leise. So langsam hätte ich eine Vermutung, wer denn dieser er sein könnte, aber es ist mir sicherer wenn Nethos selbst sagt, wer es ist. „Sagte er, warum du das tun solltest?“ Nun schüttelt Nethos den Kopf. „Ich weiß nicht einmal seinen Namen. Nur dass er ein Elb war und stechend grüne Augen hatte, das weiß ich noch. Und dass ich eine Heidenangst vor ihm hatte.“ Er war neun Jahre alt zu dem Zeitpunkt. Das kann man wohl verstehen. Aber ich fürchte, selbst heute hätte er noch dieselbe Angst vor ihm. Mühsam nur bekomme ich weitere Informationen über diesen geheimnisvollen Auftraggeber heraus und immer sicherer werde ich mir, dass es sich dabei nur um Helendir handeln konnte. Es ergibt auch Sinn in gewissem Maße, nur lässt es ihn in einem schlechteren Licht vor mir stehen als er je gestanden hat. Wie gewissenlos muss er damals gewesen sein, dass er einem kleinen Jungen droht seiner Familie etwas anzutun, wenn er für ihn nicht jemanden umbringt? Jemanden, der mit ihm auch noch befreundet ist? Ich verurteile Nethos nicht für sein Handeln. Vermutlich hätte ich das Gleiche getan. Aber Helendir dafür nicht zu verurteilen fällt mir doch reichlich schwer, auch wenn ich weiß, dass eine seiner bösartigen Persönlichkeiten dabei am Werk gewesen sein muss und nicht sein eigentliches Selbst. Nachdem Nethos sich endlich ausgesprochen hat, verblasst das Zittern gänzlich. Nur sein Blick hängt noch starr am Boden als würden sich vor seinen Augen gerade längst vergessene Bilder abspielen. Ich lege wieder meinen Arm um seine Schultern, rede aber nicht. Was ich wissen wollte, hat er mir gesagt und mehr ist auch nicht nötig. Nur müsste ich bald wirklich wieder zurück zu Boromir, auch wenn ich das nun überhaupt nicht gerne tun würde. Ein Seufzen entweicht mir, als ich aufstehe, er folgt mir mit seinem Blick, während ich den Teller und den Becher an sein Bett hole und ihm in die Hand drücke. „Jetzt nimm erst einmal etwas zu dir“, bitte ich ihn leise und versuche zu lächeln. „Ich muss schon wieder gehen. Zu lange darf ich meinen Bruder ja auch nicht alleine lassen.“ Er stutzt bei den Worten und stellt die Sachen rasch neben sich ab, dahin, wo ich gerade noch gesessen habe. „Dein Bruder? Meinst du Faramir oder Boromir?“ Zwar stehe ich schon an der Tür, aber ich erwidere dennoch wenn auch nur zögernd: „Den Letzteren. Faramir habe ich noch nicht wiedergesehen.“ Nunmehr lässt sich Zweifel in seinen Augen ausmachen. Er schüttelt langsam den Kopf und sagt: „Tu das nicht. Wer auch immer dieser Mann ist, der da vorgibt Boromir zu sein, er ist es nicht.“ „Ach ja?“ Nicht dass es mich nicht wundert, was er gerade sagt, aber wie er darauf kommt interessiert mich doch sehr und ich komme wieder ein wenig näher. Er steht auf, schaut kurz zum Fenster und geht dann zu mir hinüber. Gerade so laut, dass ich es hören kann spricht er weiter. „Ich habe euch von hier aus beobachtet, als in die Stadt gekommen seid. Dich habe ich nicht erkannt, das muss ich zu meiner Schande gestehen, aber Boromir umso deutlicher. Und noch deutlicher deinen Rappen. Er ist nicht zurückgekommen, nachdem wir dich im Düsterwald verloren haben, wahrscheinlich wäre er es auch nie, wenn nicht du bei ihm wärst, nur... dachte ich eben... du seist tot. Den ältesten von deinen Brüdern hat Shadow noch nie leiden können. Eher hätte er ihm alle Knochen gebrochen, als dass er ihm erlauben würde aufzusitzen, aber dieser Boromir saß da ganz ungestört auf ihm und er wusste ihn auch ohne Zügel zu lenken. Das allein ist schon auffällig, findest du nicht?“ Für eine kurze Zeit hält er inne als würde er eine Antwort erwarten, dann aber seufzt er und schüttelt betreten schmunzelnd den Kopf. „Du magst mich für wahnhaft halten. Vielleicht hast du ja auch recht.“ Wieder setzt er sich, sein Blick bleibt dabei am Boden. Für so wahnhaft halte ich ihn aber gar nicht. Es könnte auch anderen aufgefallen sein und leider, ja leider, muss ich eingestehen, dass da mehr dran ist als Nethos denkt. Dennoch lächle ich. „Du hattest in den letzten Tagen viel verarbeiten müssen. Es ist normal, dass das Gehirn einem dann auch mal einen Streich spielt.“ Auch er lächelt ein wenig, aber nur mühsam. „Womöglich. Mir ging auch ein Traum heute nicht aus dem Kopf, so irrsinnig der auch war... Ich träumte doch tatsächlich, dass du Boromir umgebracht hättest. Frag nicht wieso. Wir hörten ja seit Monaten nichts mehr von ihm, seit er in den Norden geritten ist und in letzter Zeit träume ich häufiger solchen Unsinn.“ Obgleich ihm ein leises Auflachen entkommt und er seinen Kopf schüttelt, wird mir mit einem Schlag kalt und unwohl zumute. Mein Lächeln will sich nicht aufrecht halten und irgendwie möchte ich um jeden Preis, dass Nethos die Wahrheit erfährt, nur wüsste ich nicht, wieso er das verdient hätte. Obwohl... wie war das noch einmal mit dem Verdienen? Ich seufze tief. „Deine Augen waren wohl nicht allzu getrübt und leider ist an deinem Traum mehr dran als du denkst, mein Freund“, sage ich leise und auch mein Blick wandert zu Boden. Ich habe es bisher jedem verschwiegen. Selbst Legolas habe ich es nicht gesagt und auch nicht Aragorn. Warum ausgerechnet Nethos? Vielleicht, weil ich weiß, dass auch er nicht fehlerlos ist und er es mir erst eben bewiesen hat. Seine Augen ruhen fragend auf mir, als ich mich an der Tischkante ihm gegenüber abstütze. Erst nach einem tiefen Durchatmen und gefühlt stundenlangem Abwägen wie klug es wäre, jetzt die Wahrheit ans Licht kommen zu lassen, rede ich. Nach einigen vagen und dennoch nicht gänzlich unwahren Äußerungen nickt er stumm. Hätte ich das jemand anderem erzählt, so müsste ich wohl noch die ein oder andere Lücke um der lieben Logik willen füllen, aber Nethos weiß, wie kritisch ich gegenüber Lügen stehe, rein um Probleme zu vermeiden und wenn ich etwas wirklich nicht sagen will, dann wird man es auch nicht aus mir herausbekommen. Dass er so ruhig geblieben ist, während ich das alles erzählt habe, erstaunt mich dennoch. „Das war noch nicht alles, oder?“, fragt er schließlich. Ich nicke nur. „Verzeih mein Misstrauen aber, zu deinem und zu meinem Schutz will und kann ich dir nicht mehr erzählen.“ Auch er nickt verständig, jedoch sieht man ihm an, dass diese ganze Geschichte ihm nicht so recht gefallen will. Was aber ändert's, wenn ich ihm noch mehr erzähle? Sie haben andere Sorgen als die meinigen, er und Fildis. Zum dritten Male gehe ich zur Tür, diesmal hält er mich nicht zurück. Er schaut mir nur hinterher und sagt: „Das ist keine gute Idee. Das weißt du.“ Ich nehme die Klinke in die Hand und drücke sie hinunter. „Vielleicht keine gute Idee, aber eine Notwendigkeit, auch wenn du sie nicht verstehst. Lebewohl, Nethos und... ruhe dich aus.“ Als ich die Tür hinter mir zuziehe, bemerke ich Fildis unten an der Treppe und lächle dezent, auch wenn es mir schwerfällt. Sie erwidert dieses Lächeln, stellt den Besen in ihrer Hand zur Seite und verschränkt die Arme vor der Brust. „Sieh mal einer an. Mit dir redet er doch tatsächlich.“ Ihr Lächeln wird breiter, aber ich winke nur ab. Allem Anschein nach weiß sie nichts von dem, was ihr Bruder mir gerade erzählt hat. Dafür wirkt sie zu unbefangen. Um mir meine eigene Bedrücktheit nicht zu sehr zu Gesicht stehen zu lassen, gehe ich die Stufen rasch hinunter und nicke eilig, den Blick zu ihr gewandt. „Er ist nur erschöpft. Weiter nichts.“ Auch sie nickt, aber ihr Lächeln nimmt ab und ihre Stimme senkt sich zu einem Flüstern. „Habt ihr auch diesen fürchterlichen Schrei gehört? Schon zum vierten Mal in der Woche ist dieser Schatten über unsere Stadt geflogen, aber so schrill wie heute hat er noch nie geschrien.“ Nun wird auch mein Blick wieder ernst. Ich könnte ihr sagen, was das ist und was noch kommen wird. Aber die Berechtigung dazu fehlt mir. Deshalb nicke ich nur stumm und springe die letzten Stufen flink hinunter. „Gehört haben wir's. Aber ich denke, es wäre besser nicht zu wissen was das war“, sage ich und wende mich langsam zur Tür. Dort bleibe ich noch einmal stehen und drehe mich zu ihr um. Sie versucht wieder zu lächeln und nickt. „Geh nur. Boromir soll ja nicht auf dich warten müssen.“ Ja, Boromir... Das soll er tatsächlich nicht. Mit einem letzten Lächeln verabschiede ich mich und gehe hinaus. Das hätte ich nun auch hinter mich gebracht, aber der schwerste Teil liegt wohl noch vor mir. Auf der vierten Ebene der Stadt befinden wir uns gerade, zur siebten muss ich hinauf. Den Weg kenne ich noch recht gut, nur wird er lang werden, da die Tore in den Mauern nicht direkt hintereinander eingelassen sind, sondern immer abwechselnd zu den Seiten des Felskeils, der wie ein steinernes Schiff durch die Stadt geht und jede Ebene – bis auf die erste und die letzte – in zwei Hälften teilt. Von der sechsten Ebene sind wir gekommen. Dort sind nun auch Shadow und Porthos geblieben und werden es hoffentlich auch fürs Erste. Langsam mache ich mich auf den Weg, obgleich ich mir wohl bewusst bin, dass ich schneller laufen sollte, aber Nethos und Fildis wollen mir nicht aus dem Sinn. Um nicht noch tiefer in nostalgische Abgründe zu fallen, halte ich meinen Blick gesenkt, als ich die Straßen entlang und durch die Tore gehe. Wachen, die mich auf dem Weg anhalten und fragen, warum ich hier sei und wohin ich denn wolle, muss ich meistens nur meinen Dolch zeigen, dann lassen sie mich weiter. Es genügt, denn diese Waffe hat Faramir mir vor langer Zeit einmal geschenkt. Einzigartig ist sie in ihrer Machart, vor allem ihre Klinge und dank Boromir wissen die Wachen wohl schon davon, dass ich bald nachkommen werde. Aber jedes Mal, wenn ich ihnen dieses Messer vorzeige, wird mein Blick traurig. Der Smaragd, der an dem Kreuzstück prangen sollte, ist nicht mehr da. Nur eine leere Mulde ist dort zu sehen und das hat auch seinen guten Grund. Einen Grund, den nur Faramir erraten würde, denn diesen Stein hatte Boromir mir geschenkt, bevor er in die Waffe eingearbeitet wurde. Bis zum späten Nachmittag muss ich wohl dort unten gewesen sein, denn die Sonne hat ihren Zenit schon längst überschritten. Als ich den beleuchteten Gang verlasse, der auf die höchste Ebene führt, fällt mir zuerst der weiße Baum ins Auge. Verdorrt steht er da, irgendwie trostlos und einsam in der Mitte eines leise vor sich hinplätschernden Springbrunnens. Der Rasen um den Brunnen hingegen ist von lebhaftem Grün und lässt so einen seltsamen Kontrast zu dem toten Baum entstehen. Obgleich einige Wachen ebenfalls hier oben sind, fragen sie mich nicht, was ich hier zu suchen hätte. Sie bleiben auf ihren Posten und werfen mir nicht einmal Blicke zu, als ich an ihnen vorübergehe. Jetzt will ich schneller gehen. Ein Gefühl als würde ich verfolgt werden schleicht sich an meinen Knöcheln hoch bis hinauf in meinen Kopf. Rasch schaue ich noch einmal hinter mich, gerade als ich kurz vor der Tür zur Halle unter dem weißen Turm stehe, da merke ich erst wie hoch die siebte Ebene eigentlich ist und bleibe erstaunt stehen. Bis nach Mordor kann man hier sogar hinübersehen und zum ersten Mal wird mir bewusst, wie nahe wir diesem Land nun eigentlich sind. Ein Schaudern durchfährt mich. Beinahe hätte ich die Schrecken dieses Landes vergessen. Beinahe. Und bald wird es wohl das Letzte sein, was ich wahrnehme, bevor ich dieses Leben hier verlasse. Es wird schlagartig kühl, als ich in den Flur der Halle eintrete. Auch die Wachen vor dieser Tür haben mich unbehelligt eintreten lassen, ohne dass ich ihnen irgendeine Auskunft geben musste. Lang und leer ist der Gang, die Bodenfliesen tragen nicht viel dazu bei ihn zu füllen, nur hallende Schatten erstrecken sich über ihnen, bis hin zu einer eisenbeschlagenen Tür am anderen Ende des Flurs. Davor bleibe ich stehen und atme tief durch, sodass ein drückendes Echo durch den Raum tönt. Hoffentlich hat Boromir nur nichts gesagt, was er nicht sagen sollte. Ich klopfe an die Tür und trete schließlich in den Saal dahinter ein. Er wird von viel mehr Licht durchflutet als der Flur davor, erhellt von einigen niedrigen Fenstern zu den Seiten, hohe Säulen aus schwarzem Marmor stützen das Deckengewölbe, das wie von blassem Gold schimmert. Zwischen den Säulen sind steinerne Standbilder der früheren Könige zu sehen, welche kalt und ehrfurchtsgebietend herabblicken und ganz am Ende des Saals steht um mehrere Stufen erhöht ein leerer Thron. Dahinter in die Wand eingemeißelt und mit Edelsteinen besetzt ist das Abbild des weißen Baumes zu sehen, doch im Gegensatz zu dem Baum im Hof blüht dieser hier. Unten, neben den Stufen, steht ein einfacher Stuhl von schwarzer Farbe und darauf sitzt Denethor, der Statthalter von Gondor und mein früherer Ziehvater. Gandalf, Pippin und Boromir sind bei ihm und womöglich sind die vier bis eben gerade in ein Gespräch vertieft gewesen. Ein recht temperamentvolles Gespräch wie mir scheint, denn Gandalfs Miene zeigt nicht gerade überschwängliche Freude, als ich ihre Gesichter von weit hinten mustere. Als die vier sich zu mir umwenden, setzt kurz mein Herzschlag aus. Was hat Boromir bisher alles gesagt? Wie viel darf ich sagen, ohne in seinen Worten Ungereimtheiten entstehen zu lassen? Mit diesen und anderen Fragen ringend trete ich vor zu ihnen, sicheren Schrittes und mit einem feinen Lächeln, wie man es von mir gewohnt ist. Es wird weder wie in den Büchern noch wie in den Filmen ablaufen können, den dort galt Boromir zu dieser Zeit schon als tot. Mein Blick schweift zu ihm hinüber und er grinst mich unauffällig an. „Nun, habe ich es denn nicht gesagt, Vater?“, spricht er und deutet auf mich. „Da ist sie, unser kleines Mädchen. Gesund und munter.“ Ich schaue zu Boden als er das sagt, versuche aber dennoch mein Lächeln aufrecht zu erhalten. Was gäbe ich dafür, dass vor mir gerade nicht Denethor und Boromir ständen, sondern Eronod und Adon. Denn einstweilen fällt es mir doch schwerer Denethor als Vater ansehen zu müssen, was bei Eronod nie der Fall gewesen wäre. Er steht auf und mustert mich streng, ohne dass ich auch nur ein Wort sage. Erst als ich den Blick wieder hebe, merke ich, dass er eigentlich lächelt. Beinahe fürchte ich schon, dass er fragen würde, was ich zu meiner Verteidigung zu sagen hätte, denn mit Nethos bin ich damals eigentlich ja unerlaubterweise ausgeritten. Und jetzt stehe ich hier. Aber meine Befürchtungen erweisen sich als unberechtigt, denn er legt mir nur die Hand auf meine Schulter und sagt: „Willkommen zurück in der Heimat, meine Tochter.“ Ich atme erschrocken auf, als er mich umarmt. Erwartet habe ich das nun freilich nicht. Allem Anschein freut es ihn tatsächlich mich wiederzusehen, auch wenn ich ihn nicht mehr wirklich als Vater sehen kann. Wie aber soll ich ihn nun darauf vorbereiten, dass diese Freude nicht von Dauer sein wird? Mein Blick schweift zu Boromir und füllt sich mit Tränen. Er hat genau das beabsichtigt, als er mich zu Nethos brachte. Er wollte selbst Denethor alles erzählen, ohne dass ich nur ein wahres Wort hinzufügen könnte. Verflucht sei seine Intelligenz und seine Gerissenheit! Wer würde mir denn glauben, wenn ich nun versuche die Wahrheit zu sagen? Warum konnte er es denn nicht einfach so aussehen lassen, als wären sie beide umgekommen? Ein feines Grinsen zeichnet sich auf seinen Zügen ab, als er die Verzweiflung in meinem Blick bemerkt. „Wir sollten ein Fest veranstalten“, sagt mein Ziehvater, als er mich loslässt und schaut zu Boromir hinüber... Ich will ihn nicht mehr Boromir nennen müssen. Denn er ist es nicht, wie Nethos schon richtig erkannt hat. Dass meine Augen von Tränen glänzen, beachtet er nicht. Gandalf aber merkt das und greift sofort ein. „Jetzt ist nicht die Zeit dafür. Mordor wird schon bald neue Truppen senden. Jede Schwachstelle kann sich dann als fatal erweisen, sei es auch nur die Ablenkung durch Feierlichkeiten“, sagt er streng und stellt sich neben mich. Ich bin dankbar dafür, dass er das sagt, aber Boromir lacht nur kopfschüttelnd. „Da haben wir schon einmal einen richtigen Grund zum Feiern und du lässt uns nicht. Unsere Anoria ist wieder daheim, Gandalf! Heute Abend wird die Stadt doch sicher nicht angegriffen werden.“ „Und eure Anoria wird auch noch lange hierbleiben können, wenn die Stadt noch steht! Aber wenn ihr eurem Leichtsinn frönen und nicht vorsorgen wollt, dann kann ich nicht dafür garantieren, dass Minas Tirith überhaupt standhält.“ Ein böses Funkeln lässt sich in den Augen des Istaris sehen, ein ebenso böses Funkeln wie es auch in den Augen seines Gegenübers zu sehen ist. „Er hat recht, Boromir“, werfe ich schließlich ein. „Es wäre angebrachter nach dem Sieg zu feiern, nicht jetzt. So könntet ihr auch für jeden Soldaten, der nicht im Kampf gefallen ist und hierher zurückkommt, um Nachricht zu erteilen, ein Fest veranstalten. Das macht ihr doch nicht, auch wenn diese Männer es meist mehr verdient hätten als ich.“ Dieses Funkeln wird kurzzeitig stärker. Ein Fest wäre nun mal die perfekte Gelegenheit, um Verwirrung zu stiften und unbemerkt zu entkommen, aber da muss ich ihm leider einen Strich durch die Rechnung machen. Er hat mir versprochen, dass niemand mehr durch ihn zu Schaden kommt, wenn ich ihm Folge leiste. Und auch wenn ich dem nicht so ganz trauen kann, will ich zumindest so wenige wie möglich überhaupt in diese Sache miteinbeziehen. Letztendlich bringt Gandalf Denethor von diesen Gedanken ab und Boromir muss sich fügen. Er geht mit mir hinaus, als eine Tür am anderen Ende der Halle aufgeht und mir eine wohlbekannte Stimme ins Ohr dringt. Faramir ist hier. Mir zieht sich ein Schaudern über die Haut. Viel mehr kann sich unsere Lage jetzt eigentlich nicht verschärfen. Boromir bringt mich auf ein Zimmer, mein altes Zimmer. Es sieht leerer aus, als ich es in Erinnerung hatte. Vielleicht, weil es jetzt ausnahmsweise einmal aufgeräumt ist. Als er die Tür hinter sich schließt, nimmt er endlich wieder seine eigene Gestalt an und dreht den Schlüssel im Schloss um. Ich gehe sofort zum Fenster und will es öffnen. Anders ertrage ich es nicht hier zu sein, aber er geht mir nach und hält meine Hände fest, bevor ich sie heben kann. „Wir könnten belauscht werden“, setzt er hinzu und zieht mich näher zu sich. Ich nicke nur langsam und sehe zu Boden. „Muss es denn sein?“, frage ich leise. „Muss es sein, dass du falsche Tatsachen vor anderen als wahr darstellst?“ Ein feines Grinsen zieht sich über seine Lippen. Dieses hinterlistige Funkeln in seinen Augen zeigt mir, dass er nicht gerade wirklich bei Sinnen ist. „Warum kümmert dich so etwas überhaupt noch? Bald bist du eh nicht mehr am Leben und dann...“ „Dann wird es viele geben, die es meinetwegen schwerer haben, ohne dass sie wissen, dass ich der eigentliche Grund dafür bin. Hör endlich damit auf Leute, die mir nahestehen, anzulügen und in eine falsche Sicherheit zu locken. Du hast mir versprochen, dass du niemandem von ihnen etwas antun wirst.“ Nur ein leises Lachen entkommt ihm und er legt seine Hand an meine Wange. „Ich tue ihnen doch nichts Schlechtes. Sie selbst sind es, die sich schaden“, sagt er. Sofort streife ich seine Hand von meinem Gesicht und schaue ihn ernst an. „Du weißt ganz genau, was ich meine, Helendir.“ Wieder grinst er nur und sieht an mir hinunter. Bevor er zu Wort kommt, spreche ich jedoch weiter. „Aber... wann gedenkst du eigentlich aufzubrechen?“ „So bald wie nur möglich. Heute Nacht wird es nicht gehen. Wir bräuchten ein neues Pferd, Shadow wird dich wohl kaum nach Mordor bringen wollen. Am besten verschwinden wir in einem Moment der Ablenkung und... ich denke, da es nun keine Feier geben wird, wüsste ich noch jemand anderen, der uns so einen Moment verschaffen könnte.“ Zögernd schaue ich zurück zu ihm und merke, wie seine Augen aufblitzen. Er legt seine Arme um meine Taille und sein Kinn auf meine Schulter. Zwar wird mir dabei ungemein unwohl zumute, aber ich traue mich nicht irgendetwas dagegen zu tun. „Was hältst du davon“, haucht er mir ins Ohr, „wenn wir ihnen die Wahrheit zeigen? Wenn Boromir wirklich für tot erklärt wird? Was meinst du denn würde geschehen? Aufruhr? Trauer?“ Mein Atem stockt kurzzeitig. „Was meinst du mit zeigen? Er liegt in Edoras begraben. Und du selbst kannst nicht sterben, wenn du uns alle nicht in Gefahr bringen möchtest.“ „Es muss ja nicht ich sein. Es gibt genug Menschen hier in Minas Tirith, denen ich seine Gestalt geben könnte. Oder denkst du etwas, ein Attentat wäre zu unwahrscheinlich?“ Rasch schüttle ich den Kopf und will mich von ihm lösen, doch er drückt mich nur noch fester an sich. „Das wäre abartig, Helendir. Wieso warten wir nicht einfach darauf, dass Mordors Streitkräfte angreifen und verschwinden dann?“ Ein Zittern breitet sich in mir aus, als ich seine Lippen an meinem Hals spüre. „Sie werden erwarten, dass Boromir mit in den Kampf gegen sie zieht und sie anspornt. Ich weiß, was du meinst. Wenn er dann verschwindet, würde es noch mehr Verwirrung stiften. Aber so würden auch mehr Menschenleben in Gefahr gebracht werden und... das willst du doch nicht. Nicht wahr? Die Zeit steht außerdem gegen uns.“ Mit einem sanften Ruck dreht er mich zu sich um, woraufhin ich ihm mit voller Wucht ins Gesicht schlage und so von ihm loskomme. „Hör auf mir Angst zu machen!“, schreie ich ihn an, denn nichts anderes bezweckt er mit diesen Annäherungsversuchen. Er will mich einschüchtern und meinen Verstand vernebeln. Vorsichtig streicht er sich über die Seite, an der ihn meine flache Hand getroffen hat, dann lächelt er wieder und nickt leicht. „Schon gut. Vor mir brauchst du keine Angst mehr zu haben. Was könntest du denn noch verlieren? Was könnte ich dir denn noch nehmen, das ich dir nicht schon genommen habe?“ In meinen Blick steigt eine brennende Wut auf, als er das sagt, doch völlig und ganz stimmt es ja nicht. Alles hat er mir noch nicht genommen. „Es muss auch kein anderer umkommen. Allein Boromirs Verschwinden würde genug Aufruhr verursachen, um davonziehen zu können und so wie ich dich einschätze, ist es dir sehr wohl möglich auch mir eine andere Gestalt zu geben, stimmt es denn nicht?“ Wieder nickt er schmunzelnd. Dieser Blick, mit dem er mich ansieht, dieser verträumte und doch hinterhältige Blick, er widert mich an. Aber ich will ihn nicht noch zu irgendetwas reizen, was in seiner jetzigen Verfassung gar nicht mal so schwer sein dürfte. „Dennoch. Ein Pferd müssen wir finden. Vor Tagesanbruch werden wir sicherlich nicht gehen können. Und... bis dahin ist es noch lang.“ Wieder kommt er näher, doch diesmal wehre ich sofort ab und nehme seinen rechten Arm in einen gekonnten Hebelgriff, bis er kurz vorm Durchbrechen ist. Helendir zieht scharf die Luft ein, befreit sich dann aber rasch aus diesem Griff und dreht mich in seine Arme. Allerdings halte ich ihm gleich darauf meine Messerklinge unters Kinn. „Es schmerzt wieder zum Leben zu erwachen“, sage ich leise aber mit fester Stimme. „Beinahe mehr als der Tod selbst. Willst du es denn noch öfter spüren als nötig?“ „Das wirst du so oder so nicht tun. Dafür bi...“ Den Satz spricht er nicht zu ende, denn die Klinge hat schon seine Luftröhre durchdrungen, sodass nur ein ersterbendes Röcheln zu hören ist, bevor er an seinem eigenen Blut erstickt.

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Kommentare (30)

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vor 61 Tagen
Hey, hatte jetzt wieder Zeit mich zu melden. Es wahr bei mir in meinem Leben echt die Hölle los und mus gestehen, dass ich es komplett vergessen habe deine Geschichten zu lesen. Ich werde versuchen, in Zukunft mehr zu schreiben💟
vor 95 Tagen
Juchey :D freut mich echt für dich, dass die Prüfungen vorbei sind; ich hatte jetzt heut auch meine letzte und kann mich hoffentlich wieder mehr auf das Schreiben konzentrieren. Falls die Kapitel doch nicht jede zweite Woche kommen sollten, wie jetzt das letzte, tut es mir leid, da muss ich dann wohl gegen Schreibblockaden ankämpfen. Aber schön mal wieder was von dir zu hören :)
vor 97 Tagen
Hey, ich bin's wieder. Sorry, dass ich mich in letzter Zeit nicht mehr gemeldet hab. Hatte noch einihe Prüfungen, Abschlussfahrt und co. Aber jetzt bin ich ja wieder da :))
vor 128 Tagen
WOW, diese Kampfszene...
Ich freue mich jedes Wochenende auf einen weiteren Teil von deiner Ff ;3
vor 152 Tagen
Nee, nee alles gut. In letzter habe ich leider nur sehr oft Besuch von meinen kleinen Nichten, da ist es ein bisschen schwer sich beim Schreiben zu konzentrieren. Aber ich bemühe mich :)
vor 152 Tagen
Ich will ja keinen Stress machen, aber ich vermisse seit einer Woche ein nächster Teil. Ich verstehe, wenn du keine Zeit hast, ich hab mit Prüfungen auch viel zu tun. Wollte nur nachfragen, ob alles in Ordnung bei dir ist...
vor 164 Tagen
Hey. Wie immer: vielen Dank. Mir fällt garnichts mehr ein, was ich schreiben soll....
Konnte mich auch nicht regelmäßig melden, da wieder ne Prüfung dazwischen gekommen ist...
vor 182 Tagen
Falls Verwirrung aufkommen sollte wegen den drei 14ten Kapiteln: Neuerdings werden keine E-Mails mehr geschickt, wenn eins aufgenommen wird und... das wusste ich nicht. Deshalb hab ich das vierzehnte Kapitel mehrmals eingeschickt (es kam halt nie eine Bestätigung) und deshalb gibt es das jetzt dreimal. Aber das eine habe ich mittlerweile schon durchs fünfzehnte ersetzt - da wird nur leider immer noch "Kapitel 14" in der Zusammenfassung angezeigt - und das dritte werde ich demnächst durch Kapitel 16 ersetzen - könnte aber noch paar Tage dauern.
vor 187 Tagen
Ist das jetzt eher gut oder eher schlecht? (Spätestens seit der Existenz Grünfelds ähnelt diese Geschichte gar nicht mehr so wirklich Tolkiens Werken; aber ich bemühe mich die Hauptstory schon beizubehalten - und vor allem Ortsbeschreibungen. Nur halt aus einer anderen Perspektive mit einer etwas ausführlicheren Nebenhandlung.) Aber es freut mich, dass die Handlung nicht ganz so vorhersehbar zu sein scheint :)
vor 190 Tagen
Ups. Ich meinte Jenny und Legolas
vor 190 Tagen
Echt krass, wie sich die Beziehung von Jenny/Legolas gewendet hat. Ich bin schon seit einer Weile hier auf den Fanfiktion von der Heer der Ringe und habe gerechnet, dass sich, wie in jeder Geschichte hier, alles sich sofort zum Guten wendet und sich Jenny und Legolass sofort wiedererkennen. Bei dir aber nicht. Sie wollen sich doch wirklich gegenseitig umbringen...
Echt, wenn es jetzt schon so kommt, weis ich garnicht mehr, wie sich die Geschichte wenden wird. Damit meine ich, dass deine Geschichte nicht allzu sehr an den Werken von Tolkien ähneln.
vor 201 Tagen
WOW. Du steckst mega Zeit in diese Geschichte rein. Aber das merkt mann auch am Ergebniss. Echt klasse. Vielen Dank
vor 205 Tagen
Heute ist ein neuer Teil online🙃 Es braucht aber leider immer recht lange, bis die Kapitel von testedich angenommen werden. Hier beim zwölften hat's jetzt ganze sechs Tage gedauert. Trotzdem versuch ich, dass nie mehr als zwei Wochen zwischen den einzelnen Kapiteln vergehen. Und nochmal ein herzliches Dankeschön für's Feedback :)
vor 207 Tagen
Tut mir leid, wenn ich verdammt ungeduldig wirke, aber ich muss echt fast jeden Tag gucken, ob ein neuer Teil online ist
vor 221 Tagen
Ich merke gerade, dass mein letzter Kommentar garnicht online gestellt wurde. Also versuche ich es, mit diesem Teil hier einbeschlossen, zusammenzufassen. Ich hab versucht, möglichst wenige Infos über der Geschichte zu schreiben (also kommentieren) weil ich nicht wollte, dass ich für andere, die Geschichte noch lesen werden, spoilere. Aber ich kann es nicht mehr lassen. Ich liebe es, wie du Helendir sozusagen ,,zum Leben erwegst". Ich finde es auch ziemlich cool, dass Legolas mit den Gefährten (inklusive Jenny/Elarras) mitreist, ohne einen Schimmer zu haben, dass Jenny noch lebt. Er ist irgentwie der Unscheinbare in der Gruppe und das macht die Geschichte noch viel spannender. Freue mich weiterhin auf weitere Teile :3
vor 237 Tagen
Dann mal viel Erfolg bei den Prüfungen; schaffst du schon👍🏼Ist nicht schlimm, wenn du nicht sofort nachgucken kannst. Bemüh' mich mindestens jede zweite Woche ein neues Kapitel fertig zu haben, wenn's klappt, dann vllt sogar jede Woche, so als Anhaltspunkt.
vor 240 Tagen
Danke für die Deutschstunde. Bin einfach net so gut in Deutsch...
Und sorry das ich ab und zu nicht sofort nachgucken konnte, ob ein neues Kapitel online ist. Hab bald Prüfungen und muss viel lernen
vor 244 Tagen
Danke für das Kompliment, aber nee, ich bin kein berühmter Autor. Ich schreibe nur schon länger Geschichten und hab früher auch oft gelesen; vielleicht kommt's daher :) (übrigens, du kannst "Potential" oder "Potenzial" schreiben; wäre orthographisch beides richtig, wobei ersteres eher zur alten Rechtschreibung gehört)
vor 245 Tagen
Ach, ich liebe es... Bist du irgentein berühmter Autor, der gedacht hat, ein wenig auf Teste dich mit einem falschen Namen zu schreiben? Echt, mein ernst. Dein Schreibstil kombiniert mit deinen Details und Einfällen hätte Potentiall (schreibt man des so?) für ein Buch. Also nicht, dass du wirklich ein Autor bist und ich hier mit beispielsweise J. K. Rowlling schreibe die sich gedacht hat, ihre Deutschkenntnisse zu testen😂.
vor 258 Tagen
Cool. So viele Kapitel. Freu mich jetzt schon drauf :3