Rette das freie Internet! testedich wird durch die EU Urheberrechtsreform bedroht. Stimme hier dagegen!

Springe zu den Kommentaren

Skye Thomas ~ Um Welten Entfernt #2 [Eine Harry Potter FF]

star goldstar goldstar goldstar goldstar goldFemaleMale
8 Kapitel - 15.982 Wörter - Erstellt von: - Aktualisiert am: - Entwickelt am: - 812 mal aufgerufen - User-Bewertung: 5 von 5.0 - 14 Stimmen- Die Geschichte ist noch in Arbeit - 7 Personen gefällt es

Skyes zweites Schuljahr in Hogwarts beginnt, wobei nicht nur die mysteriöse Kammer des Schreckens sie in Atem hält - nein, denn auch ihr geheimes Doppelleben wird immer schwieriger zu verstecken. Und bei alldem hätte sie am wenigsten erwartet, dass ihr Schicksal so eng mit dem eines gewissen dunklen Magiers verbunden ist.

    1
    ((cur))((bold))KLEINE NACHRICHT:((ebold)) Ein weiteres Mal bedanke ich mich für das Besuchen dieser FF! Diesmal ist es das zweite Jahr in Hogwarts, d

    KLEINE NACHRICHT:
    Ein weiteres Mal bedanke ich mich für das Besuchen dieser FF!
    Diesmal ist es das zweite Jahr in Hogwarts, die Umstände sind (denke ich) klar, und es gibt nicht viel zu sagen.
    Falls ihr die FF gerade erst entdeckt habt, empfehle ich euch, zuerst Teil #1 zu lesen, um alles besser zu verstehen.
    Hier ist der Link:

    https://www.testedich.de/quiz58/quiz/1544816396/Skye-Thomas-Um-Welten-Entfernt-1-Eine-Harry-Potter-FF
    Wenn ihr zu einem bestimmten Teil einen Kommentar verfassen wollt, dann schreibt einfach so etwas wie Zu Teil #1 dazu; dann weiß ich, welchen ihr meint, da die Kommentarbereiche zu den Teilen zusammengefasst sind.
    Und nun: viel Spaß beim Lesen! ^^


    Kapitel 1: WUNDERBARE FERIEN

    Auch einige Jahre später war Skye noch immer der festen Überzeugung, dass es in dem Sommer vor ihrem zweiten Schuljahr in Hogwarts einige schlechte Omen gab. Daran, so glaubte sie, hätte sie schon früh erkennen müssen, wie beängstigend ihr zweites Jahr werden würde. Viel zu beängstigend für ein gerade einmal zwölfjähriges Mädchen, das damals noch unschuldig und von den Erfolgen ihres letzten Schuljahres berauscht war.
    Da war als erstes die plötzliche Absage ihrer Tante Susan in Salisbury gewesen, die durch einen unglücklichen Zufall die Treppe hinuntergefallen war und nun mit einem gebrochenen Bein und einer angeschlagenen Hüfte an ihr Bett gebunden war. So, hieß es, könnte sie schließlich schlecht auf Skye aufpassen und diese musste zu Hause in Rosewood bleiben, wo die einzig spannende Attraktion das nahegelegene Freibad war.
    Doch nach unschönen Reizungen und Ausschlag wurde plötzlich festgestellt, dass Skye wohl eine Chlorallergie hatte, die auf einmal aufgetreten war. Das alles führte dazu, dass Skye dem Ende ihrer Ferien sogar entgegenfieberte und sich vor der (ohne kühles Freibad) unerträglichen Hitze fliehend im Haus verkroch, Schulbücher wälzte und Zaubersprüche übte. (Als Hogwarts-Schülerin wusste sie zwar, dass man außerhalb des Internates als minderjährige Hexe nicht zaubern durfte, aber sie sagte sich einfach, dass damit wohl nur die primäre Dimension gemeint sein musste.)
    Und täglich machte sie einen Abstecher in genau diese Dimension, um zu prüfen, ob ihre Freundin Betty endlich eine lang ersehnte Eule geschickt hatte. Am Ende des letzten Jahres hatte sie Skye und Padma, eine weitere Ravenclaw-Mitschülerin und Kameradin, nämlich zu sich nach Hause eingeladen, und Skye brannte schon darauf, einen echten Hexenhaushalt zu erleben und aus ihrem eigenen schrecklich langweiligen Alltag zu entkommen.

    Als es plötzlich an der Haustür klingelte, schreckte Skye hektisch auf. Mit großer Hast stopfte sie ihren Zauberstab unter ihr Kopfkissen, warf die magischen Schulbücher in die hinterste Ecke ihres Kleiderschranks und stürzte dann zur Tür. Es war Alice, der Skye öffnete, ihre engste Freundin aus der Muggelwelt, die nun gut gelaunt ins Haus trat.
    Skye bemerkte mit einem säuerlichen Gesichtsausdruck, dass Alice‘ dunkles Haar noch etwas nass schien und sie nach Freibad und Eis am Stiel roch.
    „Was hast du den ganzen Tag so eingekerkert hier gemacht?“, fragte Alice und ließ sich einfach auf Skyes Bett fallen, wobei sie sich gefährlich nahe an das Kopfkissen mit ihrem wertvollen Zauberstab darunter platzierte.
    Etwas beunruhigt beobachtete Skye das Ganze, denn sie wollte sich wirklich nicht vorstellen, was passieren würde, wenn Alice versehentlich ihren Zauberstab zerbrach.
    „Ich habe ein wenig gelernt“, sagte Skye ausweichend.
    „Gelernt?“ Alice‘ Augen weiteten sich. „Du bist wirklich unglaublich.“
    Skye zuckte mit den Schultern. „Was hätte ich auch sonst tun sollen?“
    „Ja, stimmt schon. Deine blöde Allergie macht wirklich alles kaputt. Der Sommer ist schon bald vorbei, dabei hätte er so cool werden können.“
    „Glaub mir, gewünscht habe ich mir das auch nicht.“
    Alice sah nachdenklich auf den Boden. „Seltsam, dass diese Allergie so plötzlich aufgetreten ist, nicht?“
    „Ja, ein wenig. Der Arzt meinte, es gibt auch Allergien, die erst im Teenageralter auftreten.“
    Das war die offizielle Version, aber Skye hatte sich mittlerweile eine haarsträubende Theorie ausgedacht, in der ihr mürrischer Lehrer für Zaubertränke Snape an allem Schuld war. Letztes Jahr hatte sie beim Nachsitzen Prüfungskessel schrubben müssen, aus denen die ekligsten Gerüche aufstiegen und dabei, so glaubte Skye, muss ihr wohl irgendein Gift in die Nase gestiegen sein. Nach langer Überlegungszeit sah sie das nun als Mordversuch Snapes an, der sie sicher loswerden wollte. Das war eine hübsche Ausrede, um ihn noch mehr zu hassen.
    „Mal rauskommen könntest du natürlich trotzdem“, stellte Alice berechnend fest.
    „Ach, weißt du“, sagte Skye. „Ich bin eigentlich gar nicht so ein Draußen-Mensch. Mein Zimmer ist auch recht nett.“
    Alice, die diese Einstellung wohl schwer nachvollziehen konnte, machte ein missbilligendes Geräusch.
    „Verrückt bist du, ganz ehrlich.“
    Skye musste lachen. „Du solltest auch mal die angenehmen Vorzüge des Hauses kennenlernen.“
    „Passt schon.“
    Grinsend sah Alice sich um, doch plötzlich blieb ihr Blick an Skyes Schreibtisch hängen.
    „Was ist das?“, fragte sie neugierig und zeigte auf das zarte Kettchen, das dort lang.
    Die erschrockene Skye reagierte blitzschnell und schnappte sich das mysteriöse Amulett. Hastig stopfte sie es in ihre Hosentasche und schaute dann betont lässig zu Alice.
    „Das? Nun, das ist nur so eine Kette, aber keine besondere.“
    In Wahrheit war das natürlich nicht nur eine gewöhnliche Kette, sondern ein magischer Gegenstand, der ungeahnte Kräfte in sich trug. Es war ein Zeitumkehrer, aber ein besonders mächtiger. Denn durch ihn konnte Skye etwas Unglaubliches: sie konnte die Dimension wechseln, als wäre es ein simpler Gang zum Supermarkt.
    „Hm, hm“ Alice schien mit der Antwort nicht ganz zufrieden gewesen zu sein, sie hatte beim Anblick des Zeitumkehrers einen geradezu gierigen Ausdruck auf dem Gesicht gehabt.
    „Nun“, sagte Skye betont munter. „Wollen wir uns Kekse holen?“
    Erleichtert stand sie auf, als Alice zustimmend nickte. Sie schien ein wenig verwirrt und bedachte den Zeitumkehrer mit keinem einzigen Wort mehr. Skye wunderte sich zwar über dieses seltsame Aufblitzen in Alice‘ Augen, das sie vorher gesehen hatte, wusste jedoch keine Erklärung dafür.
    Wenigstens, dachte sie, wenigstens ist jetzt mein armer Zauberstab in Sicherheit.

    BILD: Das Titelbild der Reihe

    2
    ((bold))((navy))Kapitel 2: MERMAID‘S POOL((enavy))((ebold)) „Alles in Ordnung mit dir?“ Skye rieb sich mit schmerzverzerrter Miene den Ellenboge

    Kapitel 2: MERMAID‘S POOL

    „Alles in Ordnung mit dir?“
    Skye rieb sich mit schmerzverzerrter Miene den Ellenbogen und nickte dem Mann zu, der besorgt auf sie herabsah.
    Sie zog sich an einer Straßenlaterne hoch und klopfte den Dreck von ihrer Hose.
    „Ja, es war nicht so schlimm.“
    Sie lächelte freundlich, um dem Mann deutlich zu machen, dass sie ihn abwimmeln wollte.
    Skye seufzte erleichtert auf, als er endlich weiterging und lehnte sich noch immer ein wenig zittrig an die Laterne.
    Sie hatte wie jeden Tag einen kurzen Abstecher in die primäre Dimension machen wollen, doch diesmal hatte der Zeitumkehrer sie einfach mitten auf eine befahrene Straße geschickt. Gerade noch rechtzeitig hatte sie dem roten Doppeldecker ausweichen können, der auf sie zugerast kam; sie war unbeholfen nach hinten getorkelt, über den Bürgersteig gestolpert und hingefallen. Und als wäre das nicht genug gewesen, war sie mit ihrem Ellenbogen hart an eine Straßenlaterne geknallt und die vielen Leute waren auf sie aufmerksam geworden und hatten sie erstaunt angesehen.
    Der Mann, der jetzt schon wieder weitergehechtet war, schien sich aber als einziger für ein fast überfahrenes Mädchen zu interessieren.
    Nachdem Skye sich endlich wieder ein wenig beruhigt hatte, beschloss sie, jetzt so schnell wie möglich in die sekundäre Dimension zu wechseln, bevor andere Leute noch misstrauisch würden oder etwas von ihr wollten. So lief sie zügig in eine kleine Nebengasse, wo nicht nur die Luft um einiges klarer war und weniger stank, sondern auch keine Leute Skye begafften.
    Sie lehnte sich an eine kalte Backsteinmauer und duckte sich hinter eine Mülltonne, damit niemand sie sehen konnte.
    Skye wollte gerade anfangen, an dem Zeitumkehrer zu drehen, da hörte sie ein seltsames Kreischen. Es klang ganz und gar nicht menschlich, sondern eher nach . . .
    Überrascht keuchte Skye auf.
    Das war eine Eule!
    Schnell sprang sie hoch und sah sich um. Die kleine Zwergohreule, die pfeilschnell auf sie zugerast kam, flog fast gegen die Mauer; Skye konnte sie im letzten Moment festhalten.
    Sie versuchte angestrengt, das aufgeregte Tier zu beruhigen, das wie wild mit den Flügeln schlug und ihr in die Hand pikste.
    Nach einem erbitterten Kampf mit der Eule hatte Skye es irgendwann endlich geschafft, den eingerollten Brief von ihrem strampelnden Beinchen zu lösen. Während die aufgedrehte Eule um ihren Kopf schwirrte, faltete Skye das Papier auseinander und las die Nachricht:

    Liebe Skye,
    tut mir leid, dass es so lange gedauert hat, aber jetzt ist sie endlich da: Meine Einladung zu uns nach Hause!
    Ich hoffe, du willst immer noch kommen und hast mittlerweile nicht die Lust verloren oder so. Du könntest zwei Wochen vor Schulanfang herkommen und dann direkt mit nach Hogwarts fahren.
    Ich hoffe, bei dir geht es klar und bei Padma auch, ihre Eltern sind ja ziemlich streng.
    Sagt dir der Mermaid‘s Pool in Derbyshire etwas? Da wohnen wir nämlich. Hoffentlich findest du es; deine Eltern werden es nämlich nicht sehen können. Wenn wir dich abholen sollen, musst du mir schreiben.
    Halt die Ohren steif!
    Betty


    Nun fast so aufgeregt wie die winzige Eule breitete sich ein Grinsen auf Skyes Gesicht aus. In ihrer Dimension würde die Schule schon bald beginnen, aber nun lagen noch zwei Wochen wundervolle Ferien bei Betty vor ihr.
    Sie kramte Stift und Zettel aus ihrer Hosentasche heraus und kritzelte schnell eine Antwort auf das Papier.
    Plötzlich sehr gut gelaunt sah Skye der Eule zu, die sich mit ihrem Brief am Bein langsam wieder in die Höhe schraubte und in Richtung Sonne davonflog.
    Vielleicht waren diese Ferien doch gar nicht so enttäuschend.

    Aufgeregt stellte Skye Twigs Käfig auf ihren vollgepackten Koffer. Sogar ihre Eule schien unter der Hitze zu leiden, sie krächzte müde und klapperte mit ihrem Schnabel.
    „Gleich geht es los, Twig!“, verkündete Skye freudig, während sie ihren Zeitumkehrer hervorzog.
    Noch einmal überprüfte sie, ob die Zimmertür geschlossen war und machte sich dann daran, an dem Rädchen zu drehen. Wenn alles gut laufen würde, und das hoffte Skye, würde sie in der Nähe von Bettys Haus auftauchen; im Notfall hatte sie sich aber schon die Zugverbindungen in der primären Dimension angesehen und war gut vorbereitet.
    Gespannt schloss Skye die Augen, packte Twigs Käfig, sowie den Koffer und stürzte ins Unergründliche.

    Eine starker Wind wehte ihr ins Gesicht, als Skye die Augen wieder öffnete. Trotz der Sonne war es kühl und Skye zitterte ein wenig.
    Ganz alleine stand sie am Fuß eines grasbewachsenen Hügels, mitten im Nirgendwo, wie es schien. Von einem Haus war nichts zu sehen, doch Skye wollte die Hoffnung noch nicht aufgeben und kämpfte sich schwerfällig mit ihrem Koffer in der einen Hand und Twig in der anderen den Hügel hinauf. Der Wind schien sie immer wieder hinunterzudrücken und zerrte an ihren Kleidern: es fühlte sich an, als wäre sie nicht willkommen.
    Trotz ihrer eigentlich guten Kondition war Skye ein wenig verschwitzt, als sie oben ankam.
    Fasziniert sah sie sich um.
    Sie blickte in das klare Wasser eines kleinen Sees unterhalb des Hügels, der ihr überraschtes Gesicht spiegelte. Das musste Mermaid‘s Pool sein, vermutete Skye.
    Und da sah sie es: nicht viel weiter stand ein Haus. Elegant schien es auf den See hinabzublicken, es war riesig und erinnerte Skye an Hogwarts, mit den vielen Türmchen und Zinnen.
    Von neuer Energie berauscht lief Skye zielstrebig in Richtung Haus und je näher sie ihm kam, desto beeindruckender wirkte es.
    Es hatte einen hübschen, marineblauen Anstrich, die Fenster waren groß und luftig und es strahlte unverkennbar Magie aus.
    Zögerlich machte Skye vor der großen Tür halt. Ein hohes Gitter unmittelbar vor dem Eingang hinderte sie am Klopfen.
    „Hallo?“, fragte Skye unsicher.
    Und zu ihrer Überraschung formte sich ein Tier aus dem Gitter.
    Es war ein . . . Adler.
    Er sah aus wie der im Ravenclaw-Turm, bemerkte Skye, und sie bereitete sich schon darauf vor, ein Rätsel beantworten zu müssen.
    „Wer bist du, Eindringling?“, fragte der Adler jedoch in einer dröhnenden Stimme.
    „I-Ich bin Skye Thomas“, stotterte sie.
    „Anliegen?“
    „Betty hat mich eingeladen.“
    „Wer ist Betty?“
    Skye runzelte verwundert die Stirn. „Na, Elizabeth Warrington. Sie wohnt hier.“
    Und endlich schien sich der Adler zufrieden zu geben, das Tor schwang auf und auch die Tür öffnete sich wie von Zauberhand.
    Skye trat zögerlich in den großen Flur. In der Mitte stand ein hübscher Springbrunnen, es gab viele Türen und zwei verschlungene Treppen führten ins nächste Stockwerk.
    Skye kam aber gar nicht dazu, sich richtig umzusehen, denn ein lauter Schrei ließ sie aufschrecken.
    „SKYE!“
    Es waren Betty und Padma, die eine der Treppen heruntergepoltert kamen und sich auf die perplexe Skye stürzten, die fast Twig fallengelassen hätte.
    „Da bist du ja endlich!“, rief Betty.
    „Wir haben uns schon gefragt, wann du kommst“, gab Padma vorwerfend hinzu.
    „Dein Gepäck kannst du stehenlassen“, sagte Betty. „Tiny wird es hochbringen.“
    Skye folgte ihren Freundinnen beeindruckt nach oben und schaute sich neugierig um. Das Haus schien viele Geheimnisse zu verbergen und wirkte äußerst mysteriös; es wirkte geradezu einschüchternd.
    Der lange Gang im zweiten Stock war mit vielen Gemälden verziert, auf denen einige hochmütig aussehende Leute abgebildet waren, alle mit dem Nachnamen Warrington.
    „Ich grüße dich, Besucherin“, sagte eine dickliche Hexe mit weitem Kleid und hoher Perücke, unter dessen Bilder der Name Henrietta Warrington, 1661-1761 stand.
    „Schön, dich wiederzusehen, Skye“, ertönte plötzlich eine warme Stimme.
    Skye drehte sich um.
    „Hallo, Mrs Warrington.“
    Es war Bettys Mutter, eine große, dunkelhaarige Frau, der Skye bisher einmal am Bahnsteig King‘s Cross begegnet war.
    „Sie ist gerade angekommen, Mum“, teilte Betty mit.
    „Wo sind denn deine Eltern?“
    „Sie haben mich in der Nähe abgesetzt, schließlich können sie das Haus sowieso nicht sehen.“
    Skye hatte sich diese Erklärung schon lange vorher zurechtgelegt gehabt und war sehr zufrieden mit sich, als Bettys Mutter ihr das so einfach abnahm.
    „Komm, ich zeige dir mein Zimmer“, sagte Betty aufgeregt und zog Skye am Arm.
    „Tschüss“, verabschiedete sich Skye noch von Mrs Warrington, bevor sie von Betty mitgeschleift wurde.
    Die Frau lächelte leicht und wendete sich dann ab. Skye hatte schon am Bahnhof das Gefühl gehabt, dass Bettys Mutter ziemlich mysteriös wirkte. Sie war zwar freundlich, doch auch distanziert und vorsichtig. Ständig schien sie wachsam, als würde hinter jeder Ecke etwas Böses lauern.
    „Tada!“, verkündete Betty. „Das ist mein wundervolles Reich!“
    Skye trat begeistert über die Türschwelle. Das Zimmer war mindestens zweimal so groß wie ihr eigenes und wahrscheinlich dreimal so schön. Die Wände waren weiß gestrichen, doch die Decke war wie die im Ravenclaw-Gemeinschaftsraum mit Sternen bemalt, die sogar zu leuchten schienen. Eine kleine Wendeltreppe führte in der Mitte des Zimmers zu einer Tür an der Decke und Skye überlegte, was sich dahinter wohl verbarg. Das große Bett war von kuscheligen Kissen bedeckt, es gab ein Sofa, viele Bücherregale und an der Wand hing ein großer Ravenclaw-Banner.
    Betty kickte ihre Schultasche aus dem Weg und ließ sich auf ihr Bett fallen.
    „Schön hier, nicht?“, fragte Padma bewundernd und setzte sich behutsam neben einen Stapel Schulbücher auf das Sofa.
    „Ich wünschte, mein Zimmer wäre so“, sagte Skye neidisch und setzte sich im Schneidersitz auf den flauschigen Teppich.
    Bettys Katze Ace kam hinter einem Regal hervor und ließ sich leise maunzend in Skyes Schoß nieder.
    „Die Sterne habe ich Anfang der Sommerferien an die Decke gemalt“, erzählte Betty. „Ihr glaubt nicht, wie kompliziert das war. Manchmal sind sie auch nicht so hübsch geworden.“
    Sie zeigte auf einen Punkt über ihr, wo ein hässlicher Farbklecks prangte.
    „Ihr solltet mal mein Zimmer sehen“, sagte Padma. „Das ist winzig klein, außerdem muss ich es mir mit Parvati teilen.“
    „Wo ist die eigentlich?“, fragte Skye.
    „Bei so einer Lavender Brown, irgendeine Freundin von ihr aus Gryffindor.“
    „Hallo Leute!“
    Skye, die mittlerweile recht schreckhaft geworden war, wie sie feststellen musste, zuckte zusammen, als Bettys Zimmertür plötzlich aufkrachte. Es war Emma, Bettys große Schwester, die in den Raum marschierte, gefolgt von ihren besten Freundinnen Cho Chang und Marietta Edgecombe; alle drei waren ebenso wie Skye in Ravenclaw.
    „Du bist ja auch schon da, Skye“, sagte Emma überrascht. „Das haben wir gar nicht mitbekommen!“
    „Wahrscheinlich, weil ihr mit Kichern beschäftigt wart!“, sagte Betty frech und warf ein Kissen nach ihrer Schwester. „Emma ist nämlich jetzt in Eddie Carmichael verknallt, Skye!“
    „Klappe halten!“, befahl Emma und warf das Kissen zurück, das die triumphierende Betty mitten ins Gesicht traf.
    Marietta und Cho, die derweil Skye freudig drückten, grinsten belustigt über das Geschehen.
    „Du denkst doch an unsere Abmachung, Skye, nicht?“, fragte Cho streng.
    Skye nickte gehorsam. „Wie könnte ich es nicht tun?“
    Betty und Emma, die ihren Kampf wohl beendet hatten, saßen nun nebeneinander auf Bettys Bett. Wieder einmal fand Skye es verblüffend, wie ähnlich die Schwestern sich sahen. Betty, die in den Sommerferien um einiges gewachsen war, war nun so groß wie Emma und man hätte meinen können, die beiden wären Zwillinge.
    „Lasst uns etwas trinken“, schlug Betty vor. „Tiny! Komm her!“
    Skye fing gerade an, sich zu wundern, wer diese seltsame Tiny wohl war, da knallte es und ein eigenartiges Wesen erschien im Raum. Es war (wie der Name schon sagte) sehr klein, hatte eine Glatze mit großen Fledermausohren und trug ein blaues Geschirrtuch als Kleid.
    „Was wünscht die Herrin?“, piepste das Geschöpf und verbeugte sich tief.
    „Hm . . .“ Betty tippte sich nachdenklich ans Kinn. „Sechs Kürbissaft. Mit Schirmchen. Vielleicht die grünen, die sind hübsch.“
    „Kommt sofort!“, rief das Wesen eifrig und verschwand gleich wieder.
    „Was war das?“, fragte Skye entgeistert, den Blick noch immer auf die Stelle gerichtet, wo das Ding eben verschwunden war.
    „Das ist Tiny, unsere Hauselfe“, erklärte Emma.
    „Hauselfe?“
    „Naja, eine Dienerin. Sie gehört der Familie und kümmert sich um alles.“
    Verwundert runzelte Skye die Stirn und beobachtete Tiny, die mittlerweile wieder aufgetaucht war und sechs Gläser Kürbissaft mit grünen Schirmchen darin auf einem viel zu großen Tablett balancierte.
    Skye nahm der Hauselfe ihr Glas vorsichtig ab und beobachtete das Wesen, das nach getaner Arbeit aus der Tür huschte.
    Betty hielt ihr Glas in die Höhe.
    „Auf zwei restliche, wundervolle Wochen Sommerferien!“
    „Und ein wundervolles Schuljahr!“, fügte Emma hinzu.
    Die Mädchen stießen fröhlich an und Skyes Blick wanderte zum Fenster. Draußen in der Dämmerung glitzerte der Mermaid‘s Pool im Licht der untergehenden Sonne und in der Ferne konnte man das nächstgelegene Muggeldörfchen sehen.
    Skye nippte an ihrem Kürbissaft und wandte sich dann an Betty und Emma.
    „Ihr habt es wirklich toll hier.“

    BILD: Skye Thomas mit zwölf Jahren

    3
    ((bold))((navy))Kapitel 3: DIE WARRINGTONS((enavy))((ebold)) Die folgenden Tage machten Skyes bisher recht enttäuschende Ferien wieder wett, so schö

    Kapitel 3: DIE WARRINGTONS

    Die folgenden Tage machten Skyes bisher recht enttäuschende Ferien wieder wett, so schön waren sie. Das Haus bei Mermaid‘s Pool war nicht nur riesig, sondern auch unglaublich geheimnisvoll. Es gab versteckte Türen und Gänge, eigenartige Gemälde und eine kleine Bibliothek mit alten Notitzbüchern voller seltsamer Runen und Zeichen. Die Hauselfe Tiny war außerdem eine exzellente Köchin, die nichts anderes zu tun schien, als feine Gerichte zuzubereiten und manchmal mit einem Staubwedel unauffällig durchs Haus zu huschen.
    Auf den Ländereien fanden sich die eigenartigsten Geschöpfe: Skye wurde an ihrem ersten Tag von einem Gnom gebissen, sie begegnete einem Bowtruckle im Wald und hatte schließlich ein unschönes Erlebnis mit einer Waldfee, die Eindringlinge in ihr Reich gar nicht gerne sah.
    Mit Padma zusammen schlief Skye im Gästezimmer, und sie war froh darüber, dort nicht ganz alleine zu sein. Nämlich hörte man nachts
    manchmal leise Stimmen, die unverständliche Worte flüsterten und ab und zu auch ein seltsames Kratzen irgendwo in den Tiefen des riesigen Anwesens.
    Mrs Warrington sah man nicht oft; sie arbeitete im Ministerium und schien ständig gebraucht zu werden; Betty erzählte irgendetwas von Hausdurchsuchungen, schwarzmagischen Artefakten und dass ihre Mutter für irgendjemanden einspringen müsse.
    Die Briefe von Hogwarts, die bald schon ankamen erinnerten, Skye jedoch wieder daran, dass die Ferien nicht ewig andauern konnten. Viele neue Bücher von einem Gilderoy Lockhart standen auf der Liste. Er musste wohl eine Berühmtheit in der Zauberwelt sein, aber Betty hielt nicht viel von ihm.
    „Er ist ein Aufschneider“, sagte sie berechnend. „Hält sich für unglaublich, ist es aber gar nicht. Mum war mit ihm in Hogwarts, musst du wissen. Sie war damals frische Vertrauensschülerin für Ravenclaw und Lockhart Erstklässler. Er stolzierte durch die Schule, als wäre er der beste Schüler, den Hogwarts jemals gesehen hatte. Mum mochte ihn nicht; sie war es auch, die ihn erwischte, als er seine Unterschrift in riesigen Lettern auf das Quidditch-Feld schrieb und Ravenclaw einige Hauspunkte kostete.“
    Emma, Cho und Marietta, die noch einen Ausflug in die Winkelgasse machten, brachten den jüngeren Mädchen die neuen Bücher mit und wendeten sich dann wieder ihrer neuen Lieblingsbeschäftigung zu: Tratschen und Kichern. Sie konnten stundenlang über Jungen diskutieren, schmiedeten Pläne zur Verkuppelung von Emma und dem berühmt-berüchtigten Eddie Carmichael und hatten in den seltsamsten Momenten heftige Kicheranfälle. Skye belächelte dieses Verhalten; Betty schwor, dass sie sich vom Astronomieturm stürzen würde, wenn sie einmal so anfinge und Padma kam zu dem Schluss, dass ewige Jungfräulichkeit wohl der beste Weg sei.
    Cho schien gar nicht mehr an Quidditch zu denken, und Skye hatte schon Angst, die gemeinsame Bewerbung beim Ravenclaw-Team würde doch nicht stattfinden. Sie selbst freute sich schon darauf; die Vorstellung auf einem eigenen Besen über das Feld zu brausen war ihr in den Ferien immer sympathischer geworden und sie hatte sich alles schon genau ausgemalt.

    „Darf ich vorstellen“, sagte Betty mit theatralischer Stimme. „Dein neuer Besen!“
    „Der ist wirklich toll!“
    Aufgeregt nahm Skye Betty den Besen aus der Hand; ganz vorsichtig fasste sie ihn an, als könnte man ihn wie ein Streichholz zerbrechen.
    „Ein Sauberwisch Sieben“, erklärte Betty. „Du bist dabei vielleicht nicht so schnell wie Harry Potter auf seinem Nimbus Zweitausend, aber die Dinger sind trotzdem gut.“
    „Fast das ganze Ravenclaw-Team fliegt auf denen“, fügte Cho hinzu.
    Skye drehte den Besenstiel bedacht in ihren Händen. Er sah aus wie neu, keiner der Reisigzweige war gekrümmt, der Stiel glänzte makellos und ganz vorne war in einer silbrigen Schrift „Sauberwisch Sieben“ eingraviert.
    „Was für einen fliegst du denn?“, fragte Skye an Cho gewandt.
    „Einen Komet Zwei-Sechzig.“
    „Und du willst ihn ganz sicher nicht mehr, Betty?“, fragte Skye zögerlich.
    Es fühlte sich nicht richtig an, einfach so einen Besen geschenkt zu bekommen, ohne etwas zahlen zu müssen.
    „Nein, das habe ich dir doch schon tausendmal erklärt! Willst du ihn nicht lieber ausprobieren, als mit deinem ach so ehrenhaften Gewissen zu kämpfen?“
    „Na gut . . .“
    Die Mädchen traten aus dem kleinen Schuppen und Skye musterte noch immer beeindruckt den Besen. Cho hatte ihren Komet draußen abgelegt und schnappte ihn sich nun wieder. Selbstbewusst bestieg sie den Besen und warf Skye einen herausfordernden Blick zu.
    „Komm schon!“
    Vorsichtig schwang Skye ein Bein über den Besenstiel. Es fühlte sich ganz anders an, als auf den schlackernden Schulbesen, die kurz vor dem Zerbrechen schienen.
    Auch Padma, Marietta und Emma waren jetzt aus dem Haus gekommen und beobachteten gespannt das Geschehen.
    „Los, Skye!“, rief Padma.
    Skye atmete tief durch und sah nach oben in das helle Licht der Nachmittagssonne. Mit aller Kraft stieß sie sich ab und schoss augenblicklich gen Himmel. Das Gefühl des Fliegens war noch immer so berauschend wie bei ihrem ersten Mal. Skye stieg immer höher, machte ein paar scharfe Wenden und schwebte schließlich zufrieden auf der Stelle.
    „Der ist wirklich noch gut in Schuss“, sagte Cho bewundernd und drehte ein paar Loopings vor Skye.
    „Das fühlt sich ganz anders an, als auf den Schulbesen. Viel besser“, schwärmte Skye.
    Begeistert sah sie sich um, denn die Aussicht war einfach atemberaubend. Mermaid‘s Pool war mittlerweile zu einem kleinen blauen Farbklecks in mitten riesiger grüner Wiesen geworden. Skye glaubte zwar, die anderen Mädchen neben dem Besenschuppen auf den Ländereien erkennen zu können, aber sie sahen aus wie winzige Ameisen.
    „Als was willst du dich denn bewerben?“, fragte Skye.
    „Als Sucherin“, sagte Cho. „Aber ich bezweifele, dass das funktionieren wird. Emily Abercrombie ist noch im Team und die Ravenclaws behalten ihre Spieler meistens . . .“
    „Aber ein Versuch kann doch nicht schaden“, riet Skye.
    „Nein, vielleicht werde ich ja Auswechselspieler oder so. Das fände ich auch schon super. Was möchtest du werden?“
    „Was steht denn zur Auswahl?“
    „Nunja, Isla Parker und Grace Clearwater sind fertig mit der Schule. Das heißt, Jäger oder Hüter wäre wahrscheinlich am realistischsten.“
    Nachdenklich ließ Skye ihren Blick über die Landschaft wandern. Sie war leidenschaftliche Handball-Spielerin, also waren beide eigentlich ideale Positionen für sie. Doch auch in ihrem Team spielte sie im Angriff, also . . .
    „Als Jäger, wenn das klappt.“
    „Vielleicht schaffst du es ja. Du musst ziemlich gut sein - es sind nämlich hohe Ansprüche zu erfüllen“, meinte Cho und sah dann nach unten.
    „Sollen wir mal wieder runterfliegen?“, fragte sie.
    Skye nickte. „Die langweilen sich sicher ohne uns.“
    „Wer letzter ist, ist ein verrückter Hippogreif!“
    Cho grinste verschmitzt und ging dann einfach in den Sturzflug.
    „Hey!“
    Hastig riss Skye ihren Besen herum und folgte ihr. Der kühle Wind schlug ihr hart ins Gesicht und zerrte an ihren Kleidern, aber sie kniff die Augen zusammen und wurde immer schneller. Cho kam näher und näher, das lange schwarze Haar peitschte vor Skye im Wind und schließlich . . .
    „Ich hab gewonnen!“
    Skye setzte neben der jubelnden Cho auf dem Boden auf und streckte ihr die Zunge heraus.
    „Das ist nur, weil du einen Vorsprung hattest, bilde dir ja nichts ein!“
    „Da seid ihr endlich!“
    Die anderen Mädchen kamen angelaufenen, angeführt von Betty.
    „Ich dachte schon, ihr würdet da oben Wurzeln schlagen“, sagte sie vorwurfsvoll.
    „Lasst uns wieder reingehen“, schlug Padma vor, der scheinbar ein wenig kalt war.
    „Ich habe Tiny eben auch gesagt, sie soll Tee kochen“, sagte Betty. „Also los, ihr!“
    Wie eine kleine Parade lief das Grüppchen wieder Richtung des Hauses, dessen Hintertüre schon einladend offen stand. Skyes Blick fiel auf den Mermaid‘s Pool, der wie imme ganz ruhig dalag und geheimnisvoll in der Sonne glitzerte.
    „Lebt dort drin wirklich eine Meerjungfrau?“, fragte sie.
    „Natürlich“, sagte Betty in einem selbstverständlichen Tonfall. „Sonst würde es doch nicht so heißen. Kennst du die Geschichte etwa nicht?“
    Skye schüttelte den Kopf. Wieder einmal merkte sie, wie viel man in der Muggelwelt eigentlich verpasste.
    „Also“, begann Betty. „In Kurzfassung: Es war einmal ein weiser Zauberer, der Meerwesen studieren wollte. Also suchte er sich einen Ort um eine Meerjungfrau, die er gefangen hatte zu halten und baute sein Haus direkt daneben - er war übrigens ein Warrington. Doch anstatt mit ihr zu experimentieren, verliebte er sich in sie. Blablabla, das typische Liebes-Geschnulze eben . . . Doch trotz Magie konnte er nie wirklich ganz bei ihr sein und starb deswegen an Liebeskummer. Sein Haus gehörte nun der Familie und wurde fortan immer von Warringtons bewohnt und erweitert. Und noch heute soll die Meerjungfrau da irgendwo leben; sich manchmal sogar zeigen - vorzüglich um Mitternacht an Ostersonntag, da ihr Geliebter in der Nacht starb - und um den Zauberer weinen.“
    „Und das ist . . . echt?“
    „Na klar, was glaubst du denn? Ich habe die Meerjungfrau sogar schon einmal gesehen. War keine Schönheit, das kann ich dir sagen. Sah recht böse aus, mit gruseligen Algenhaaren und spitzen Zähnen. Aber es zählen ja die inneren Werte, was? Das hat sich dieser Zauberer wohl auch gedacht.“
    Skye folgte Betty nachdenklich durch einen schmalen Gang in das große Wohnzimmer, wo die Hauselfe Tiny schon eifrig ein hübsches Teeservice auf dem Elfenbeintischchen aufbaute. Der Duft von frischgebackenen Keksen erfüllte den Raum und Skye wurde plötzlich von einer angenehmen Trägheit erfasst.
    „Danke, Tiny“, sagte Skye freundlich, aber die Hauselfe warf ihr nur einen geschockten Blick zu und trippelte aus der Tür.
    Betty warf sich voller Schwung auf eines der großen königsblauen Sofas und ließ sich von einem schwebenden Löffel Zucker in ihren Tee schaufeln.
    „Bedank dich nie bei einer Hauselfe“, sagte sie. „Das beschämt sie.“
    „Emma, Cho und Marietta sind wieder in ihr Zimmer verschwunden“, teilte Padma mit, während sie vor dem großen Kamin stand und die Bilder betrachtete, die auf dem marmornen Kaminsims standen.
    „Die sind wirklich schreckliche Tratschtanten“, sagte Betty. „Wer auf Kekse und Tee verzichtet, muss vollkommen verrückt sein.“
    „Ist das dein Dad?“, fragte Padma plötzlich und zeigte auf eines der gerahmten Bilder.
    Kurz herrschte Stille, Betty schien kalt erwischt worden sein. Aber dann stand sie langsam auf und ging auch zum Kamin, gefolgt von Skye, die neugierig auf das Bild linste.
    „Ja“, sagte Betty. „Da war ich erst ein paar Monate alt.“
    Skye schaute wie gebannt auf das winzige Baby, das wohl Betty sein musste. Es gluckste fröhlich in die Kamera und grapschte nach dem Umhang eines großen Mannes, der ebenso fröhlich grinste und das Baby fest im Arm hielt. Er hatte unordentliche, braune Haare und ein fröhliches Gesicht. An seiner Seite stand eine hübsche Frau, die Skye fast nicht wiedererkannt hatte. Es war Mrs Warrington, die aber wie eine vollkommen andere Person wirkte. Sie lachte fröhlich und zum ersten Mal sah Skye in ihren Augen das schelmische Blitzen, das sie von Betty kannte. Außerdem trug sie ein etwas älter aussehendes Kind im Arm, das wohl Emma sein musste. Und wie die Vier dort so standen, wurde Skye klar, dass trotz des mysteriösen Anwesens und der vielen Zauberei sie eine ganz normale Familie waren.
    „Wisst ihr“, begann Betty zögerlich; sie schien aus ihrer Trance erwacht zu sein. „Mein Vater wurde ermordet. Von Todessern.“
    „Er war doch Auror, nicht?“, fragte Padma.
    „Auror?“, sagte Skye verwirrt.
    „Er kämpfte gegen dunkle Magier im Auftrag des Ministeriums“, erklärte Betty. „Wie Mum. Schon in Hogwarts haben sie sich kennengelernt, beide vorbildliche Ravenclaws. Die Aurorenausbildung haben sie mit Bravour bestanden. Außerdem haben sie mit anderen Hexen und Zauberern im Namen Dumbledores gegen Ihr-Wisst-Schon-Wen gekämpft. Und ein paar Wochen, nachdem dieses Bild entstanden ist“ - sie zeigte auf das Foto - „musste Dad einen Auftrag erledigen. Ganz alleine und gegen viel zu viele Todesser sollte er kämpfen. Ich kann mich nicht mehr an ihn erinnern.“
    Padma und Skye verfielen beide in eine nachdenkliche Stille. Skye fragte sich, ob das alles Gründe waren, warum Mrs Warrington so distanziert geworden war.
    „Ich denke oft an ihn“, sagte Betty leise. „Und wie es wohl gewesen wäre, wenn er es überlebt hätte.“
    Sie ließ ihren Blick über die Fotos wandern und zeigte auf ein etwas zerknittertes Bild. Es war ein Gruppenbild von vielen Menschen, die sich alle etwas chaotisch aneinanderquetschten.
    „Da ist er auch drauf, neben Mum.“
    Skye kniff die Augen zu, um die vielen Gesichter besser erkennen zu können, aber plötzlich stutzte sie.
    „Warte mal . . . Sind das die Weasleys?“
    Mr und Mrs Weasley standen nicht weit entfernt von den Warringtons und lachten fröhlich in die Kamera.
    „Ja. Da sind auch die Eltern von Harry Potter. Wie gesagt, das war so eine Vereinigung. Aber nach dem Sturz von Ihr-Wisst-Schon-Wem wurde sie aufgelöst.“
    Skye beobachtete die Potters, die eng umschlungen in die Kamera winkten.
    „Nun wisst ihr von dem ganzen Kram“, sagte Betty betont lässig. „Und jetzt sollten wir den Tee trinken, sonst wird er ganz kalt.“

    BILD: Betty (Elizabeth) Warrington mit zwölf Jahren

    4
    ((bold))((navy))Kapitel 4: RÜCKKEHR NACH HOGWARTS((enavy))((ebold)) „Oh, nein!“ Skye wendete sich der panischen Betty zu, die plötzlich stehenbl

    Kapitel 4: RÜCKKEHR NACH HOGWARTS

    „Oh, nein!“
    Skye wendete sich der panischen Betty zu, die plötzlich stehenblieb.
    Padma, die direkt hinter ihr lief, konnte ihren Gepäckwagen gerade noch bremsen, bevor er in Bettys hineinkrachte.
    „Was ist?“, fragte sie ungeduldig.
    Wie Skye war es ihr wohl ziemlich unangenehm, in einem Bahnhof voller Muggel, die schon bei dem Anblick ihrer Eulen seltsam schauten, solch einen Aufstand zu veranstalten. Auch Emma und ihre Freundinnen waren verwundert stehengeblieben und sahen zu Betty.
    „Der Hogwarts-Express fährt bald ab!“, warnte Marietta.
    „Ich habe Ace vergessen!“, sagte Betty aufgekratzt.
    „Oh, dir ist wirklich nicht mehr zu helfen“, sagte Emma mürrisch und schrie dann über den halben Bahnhof: „MUM! BETTY HAT ACE VERGESSEN!“
    Mrs Warrington, die schon zielstrebig den Bahnsteig Neun entlanglief, drehte sich um.
    „Zu Hause?“
    „Ja!“, rief Betty. „Kannst du sie bitte schnell holen gehen?“
    „Wie kann man es nur schaffen, sein Haustier zu vergessen?“, fragte Skye gerade entgeistert, als eine fröhliche Frauenstimme ertönte, die Skye gut kannte.
    „Glynis!“
    Die Stimme gehörte Mrs Weasley, die auf Mrs Warrington zugewuselt kam, gefolgt von ihrem Mann und der Schar Kinder. Auch Harry lief mit seinem Gepäckwagen der Familie hinterher und lächelte Skye flüchtig zu.
    „Hallo, Molly. Arthur.“
    Es war unverkennbar, wie kühl Mrs Warringtons Stimme plötzlich geworden war und sie lächelte nur leicht. „Entschuldigt mich“, sagte sie dann. „Elizabeth hat ihre Katze vergessen. Ich werde sie schnell holen.“
    Und im Bruchteil einer Sekunde war Mrs Warrington verschwunden und Skye keuchte überrascht auf.
    „Was war das?“, fragte sie perplex.
    „Sie ist disappariert“, sagte Padma.
    Nach dieser knappen Erklärung trat eine peinliche Stille ein. Mr und Mrs Weasley wussten nicht so recht, was sie sagen sollten und Mrs Weasley versuchte das mit gespielter Fröhlichkeit zu übertünchen.
    „Groß seid ihr geworden“, sagte sie zu Emma und Betty, die beide ein wenig halbherzig nickten.
    Skye warf Padma einen verwirrten Blick zu, aber sie zuckte nur leicht mit den Schultern. Dann begann Mrs Weasley plötzlich, Harry zu umsorgen, sie strich seine Kleider glatt und murmelte liebevoll; ihr Mann stand peinlich berührt in der Gegend herum und zu Skyes Überraschung fing Betty ein Gespräch mit Fred und George über irgendwelche Feuerwerkskörper an.
    Skye nutzte diese Ablenkung, um sich verschwörerisch in Padmas Richtung zu lehnen.
    „Was läuft denn da ab?“, zischte sie.
    „Es scheint, als hätten Betty und Emma etwas gegen Mr und Mrs Weasley“, flüsterte Padma.
    Als Mrs Warrington plötzlich wieder auftauchte und einen Korb in der Hand hielt, aus dem man Ace‘ Maunzen hörte, schien sie es ziemlich eilig zu haben.
    „Kommt, Kinder“, sagte Mrs Warrington und scheuchte sie in Richtung der Backsteinmauer zwischen Gleis Neun und Zehn.
    Skye konnte noch gerade einen Blick auf die Weasleys erhaschen, die etwas weiter entfernt warteten, bevor sie durch die Mauer trat und auf dem chaotischen Gleis Neundreiviertel landete.

    „Ich hoffe, die Imbiss-Hexe kommt bald“, sagte Betty und hievte ihren Koffer ächzend auf den Gepäckträger.
    Skye setzte sich auf einen Sitz am Fenster und spähte nach draußen auf den Bahnsteig, wo noch immer Familien herumwuselten und ihre Kinder an sich drückten, das ganze umhüllt von dem dichten Rauch des Hogwarts-Express‘.
    Padma, die nachdenklich Ace streichelte, beobachtete Betty prüfend.
    „Was hatte denn deine Mutter vorhin, als die Weasleys gekommen sind?“, fragte sie neugierig.
    „Oh, das.“
    Betty ließ sich auch auf einen Sitz sinken und legte die Beine hoch.
    „Ich habe euch doch vor kurzem von meinem Dad erzählt“, begann sie. „Und von seinem letzten Auftrag. Nun, eigentlich war er gar nicht alleine. Also schon, aber er hätte es nicht sein dürfen. Arthur Weasley hätte mit ihm kämpfen sollen.“
    „Aber warum ist er nicht gekommen?“, fragte Skye.
    „In der vorherigen Nacht ist sein sechster Sohn zur Welt gekommen. Und Dad ist mit der Einstellung dorthin gegangen, dass er mit einem Partner kämpfen würde. Mum hat den Weasleys das noch immer nicht richtig verziehen, glaube ich.“
    Es herrschte eine bedrückende Stille im Abteil, bis Padma sich wieder schüchtern zu Wort meldete.
    „Bist du denn wütend darüber?“
    „Nicht wirklich. Manchmal muss man einfach verstehen, dass man es sowieso nicht mehr ändern kann.“
    Skye sah nachdenklich aus dem Fenster, denn die Dampflok setzte sich ratternd in Bewegung und schlängelte sich wie eine große, rote Schlange aus dem Bahnhof King‘s Cross.
    „Ist hier noch frei?“, fragte plötzlich ein kleines, blondes Mädchen, das in der Abteiltür stand; sie schien Erstklässlerin zu sein und hatte einen Eulenkäfig in der Hand.
    „Nein“, sagte Betty kurz angebunden und kickte die Abteiltür mit ihrem Fuß zu, als das Mädchen noch immer keine Anstalten machte zu verschwinden.
    „Das war unfreundlich“, kommentierte Padma vorwurfsvoll.
    „Komm runter, Vertrauensschülerin“, sagte Betty. „Die Kleine wird es überlebt haben.“
    Bettys Laune schien in der restlichen Zugfahrt wieder besser zu werden; sie gab ihr gesamtes Geld für Süßigkeiten aus und war sogar so gnädig, Padma und Skye etwas abzugeben. Irgendwann am Nachmittag statte auch noch Terry Boot mit seinen Freunden Michael Corner und Anthony Goldstein den Mädchen einen Besuch ab (wobei eine beträchtliche Menge Kürbispasteten spurlos verschwand) und als der Hogwarts-Express schließlich in Hogsmeade einfuhr, waren alle schon eingestimmt auf das Bankett.
    Hogwarts wiederzusehen war für Skye so, als träfe sie einen alten Freund wieder. Das große Schloss, erleuchtet vom hellen Licht des Mondes, war noch genauso, wie sie es in Erinnerung hatte: ein Zuhause. Ein Zuhause ihrer schönsten Erinnerungen.
    Als die Zweitklässler durch das gewaltige Tor traten und durch die von Fackeln erhellten Korridore in Richtung der Großen Halle schlenderten, erzählten sich alle fröhlich von ihren Sommerferien.
    „Das Waisenhaus kam mir noch schrecklicher vor“, berichtete Terry. „Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich Hogwarts als Vergleich habe. Und die anderen Kinder denken auch, ich sei vollkommen irre. Irgendjemand muss wohl gesagt haben, ich sei in einer Nervenheilanstalt.“
    „Habt ihr diese vielen Bücher von Gilderoy Lockhart auf der Liste gesehen?“, erkundigte sich Anthony, während alle am Ravenclaw-Tisch Platz nahmen.
    „Seltsam, nicht?“, fragte Skye.
    „Meine Mum steht total auf den“, sagte Michael. „Lockhart hier, Lockhart da . . . Es ist schrecklich. Sie mag ihn, glaube ich, schon lieber als Dad.“
    Als plötzlich Ruhe einkehrte, waren alle Köpfe nach vorne gerichtet, denn die Erstklässler kamen in Zweierreihen in die Halle marschiert. Allesamt sahen sie recht aufgeregt aus und blickten schüchtern zu Professor McGonagall, die den Sprechenden Hut bereitlegte.
    Nachdem er sein Lied beendet hatte und die Erstklässler sogar noch verängstigter dreinblickten, begann Professor McGonagall mit der Einteilung.
    „Erinnert ihr euch noch, als wir Erstklässler waren?“, fragte Betty träumerisch, während sie Christopher Bradley applaudierte, der mit geröteten Wangen und freudigem Gesicht zum Ravenclaw-Tisch lief.
    „Ich dachte damals, ich sterbe gleich“, erinnerte Skye sich an ihre eigene Einteilung. „Einen Hut mit Mund auf den Kopf zu setzten schien mir ziemlich suspekt.“
    Sie sah zum Lehrertisch und beobachtete Professor Dumbledore, der mit ruhiger Freude die Einteilung beobachtete. Vor einem Jahr hatte sie von ihm alles über den mysteriösen Zeitumkehrer erfahren, doch manchmal schien es Skye noch immer so, als wüsste sie nicht alles; als würde ihr ein Puzzleteil fehlen.
    „Habt ihr das gehört?“, fragte Betty plötzlich aufgeregt. „Luna Lovegood wurde aufgerufen!“
    „Wer ist das?“, fragte Skye verwirrt und beobachtete das etwas verrückt aussehende Mädchen mit den aschblonden Haaren, das zum Ravenclaw-Tisch hüpfte.
    „Ich glaube, ihr Vater ist der Herausgeber des Klitterers!“, meinte Betty.
    „Das stimmt“, sagte die berüchtigte Luna Lovegood, die sich gerade an den Tisch setzte, mit verträumter Stimme.
    „Der Klitterer?“, fragte Padma prustend. „Was da drinsteht, ist doch einfach nur erfunden!“
    „Hey!“, entrüstete sich Luna; ihre ruhige Stimme war plötzlich lauter geworden.
    „Ach, weißt du“, sagte Betty mit gesenkter Stimme zu Padma, „es muss doch nicht immer alles stimmen, um gut zu sein.“
    Skye grinste und beobachtete Luna Lovegood, die nachdenklich zur verzauberten Decke schaute und an einem ihrer eigenartigen Radieschen-Ohrringe spielte.
    „Coole Kette“, sagte Skye grinsend mit Blick auf die Kette aus Korken, die Luna um den Hals trug.
    „Danke“, sagte diese erfreut. „Ich habe sie selbst gemacht.“
    Mit einem letzten Blick auf Luna und ihre Kette wendete Skye sich wieder der Einteilung zu.
    „Shine, Hilary!“, wurde gerade aufgerufen und das blonde Mädchen ging aufgeregt nach vorne.
    „RAVENCLAW!“, verkündete der Hut nach einiger Zeit.
    „Das ist das Mädchen aus dem Zug“, sagte Padma über den Jubel des Ravenclaw-Tisches hinweg.
    „Wenn ich gewusst hätte, dass sie nach Ravenclaw kommt, wäre ich vielleicht netter gewesen“, überlegte Betty.
    „Natürlich“, grinste Skye.
    Noch ein paar Schüler wurden aufgerufen (darunter auch Rons kleine Schwester Ginny, die wie der Rest der Familie nach Gryffindor kam), dann war die Einteilung endlich beendet und die Schüler wurden langsam, aber sicher, hungrig.
    Professor Dumbledore stand auf und breitete die Arme aus.
    „Ein weiteres Jahr in Hogwarts bricht an“, begann er in seiner weisen, freudigen Stimme. „Nachdem ihr in den Ferien hoffentlich viel Zeit hattet, euren Kopf für den neuen Unterrichtsstoff zu leeren, wird dieses Jahr sicherlich so erfolgreich wie das letzte. Und nun, lasst uns auf die kommenden Monate anstoßen!“
    Die großen Platten von Essen erschienen und hungrig häufte sich Skye den goldenen Teller voll.
    „Ich freue mich auf das Jahr“, teilte sie den anderen mit.
    „Ich auch“, sagte Terry und wedelte mit seiner Gabel. „Jetzt sind wir Zweitklässler. Also schon fast erwachsen.“

    BILD: Mermaid‘s Pool

    ANMERKUNG:
    Der Charakter Hilary Shine gehört nicht mir, sondern ist aus einer FF von Princess Buttercup. Ihre Geschichte hat mich wirklich begeistert, und so ist Hilary eine kleine Hommage an sie in dieser FF, auch, weil ich solche Verbindungen zwischen Storys sehr gerne mag.
    Hier ist der Link zu Hilarys Geschichte von Princess Buttercup, die ich natürlich auch empfehle: https://www.testedich.de/quiz51/quiz/1508767733/Harry-Potter-FF-Mein-erstes-Jahr

    5
    ((bold))((navy))Kapitel 5: EIN NEUES JAHR BEGINNT((enavy))((ebold)) „Ich kann es kaum glauben, dass wir jetzt schon wieder so lange Schule haben“,

    Kapitel 5: EIN NEUES JAHR BEGINNT

    „Ich kann es kaum glauben, dass wir jetzt schon wieder so lange Schule haben“, sagte Alice mit einem Hauch Wehmut in ihrer Stimme.
    „Schon drei Wochen, glaube ich“, gab July dazu.
    Skye hörte dem Gespräch nur still zu und lehnte sich zurück, um in den Himmel schauen zu können. Die sonnigen Tage wurden zu ihrer Enttäuschung immer weniger und der Herbst schien sich schon ankündigen zu wollen; aber an diesem Tag war das Wetter wie zum Abschluss besonders schön und die Sonne kitzelte Skye angenehm im Gesicht.
    Charlotte lockerte gähnend ihre Krawatte. „Ich wünschte, die Mittagspause könnte ewig andauern; auf ‘ne Doppelstunde Mathe mit diesem blöden Mr Morales habe ich jetzt gar keine Lust.“
    „Das Leben ist kein Wunschkonzert“, sagte Skye nur, den Blick noch immer in den Himmel gerichtet.
    „Stimmt es eigentlich, dass du mit Handball aufgehört hast?“, fragte July plötzlich.
    Verwundert sah Skye zu ihr.
    „Woher weißt du das?“
    „Meine kleine Schwester Penny spielt auch im Verein.“
    „Achso“ Skye lehnte sich wieder zurück. „Ja, das stimmt.“
    „Nicht wirklich!“ Im Gegensatz zu Skye wirkte Alice ziemlich aufgeregt.
    „Doch.“
    „Aber warum?“
    „Ich hatte keine Lust mehr.“
    Damit hatte Skye sogar die Wahrheit gesagt: langsam war ihr klar geworden, dass Handball sie nicht mehr so fesselte wie früher, was vielleicht auch daran lag, dass Quidditch viel spannender war. Außerdem, fand sie, konnte sie ihre Zeit viel besser nutzen und so war es schlussendlich dazu gekommen, dass sie aufgehört hatte. Auch ihre Eltern hatten geschockt reagiert, doch Skye war das egal. Eine Karriere als Handballerin hatte sie sowieso nicht angestrebt.
    „Das ist krass“, stellte Charlotte fest. „Du bist doch so gut.“
    Skye zuckte abermals mit den Schultern. „Nur weil man gut in etwas ist, heißt das nicht, dass es einem auch Spaß macht.“
    Es herrschte noch ein paar Sekunden eine bedrückte Stille, dann wandten sich die Mädchen wieder anderen Themen zu. Skye, die keine Lust hatte, sich an dem Gespräch zu beteiligen, ließ ihren Blick träge über den Schulhof wandern; überall saßen schwatzende Schüler auf den Bänken, die Sonne schien auch sie hinausgelockt zu haben. Im Hintergrund hörte sie das Gerede der anderen („Mr Nastay ist wirklich verrückt . . . wie er Luke heute mit Kreide abgeworfen hat und dann meinte, dass er normalerweise seinen Schlüsselbund für so etwas benutzt, das war wirklich ganz schön fies.“) und es herrschte eine allgemein entspannte Stimmung, die Skye zu genießen gelernt hatte.

    Schon am ersten Morgen in Hogwarts hatte die Gerüchteküche jedoch angefangen überzukochen, denn Ron Weasley bekam während dem Frühstück einen Heuler geschickt. Skye, die natürlich noch nie etwas von Heulern gehört hatte, bekam einen gehörigen Schrecken, als der Brief am Gryffindor-Tisch einfach explodierte.
    „Dann ist es wohl doch wahr!“, rief Padma aufgeregt über das ohrenbetäubende Gekreische von Mrs Weasley hinweg. „Harry Potter und Ron Weasley sind wirklich mit einem fliegenden Auto nach Hogwarts gekommen!“
    „Das ist ziemlich dumm“, stellte Betty daraufhin fest.
    „Seltsam, da würde man doch denken, die seien von der Schule geflogen“, wunderte sich Skye.
    Nachdem Professor Flitwick dann jedoch die Stundenpläne ausgeteilt hatte, mussten sich die Ravenclaws schon schleunigst auf zu ihrer ersten Doppelstunde Verwandlung machen, und so kam es nicht zu weiteren Spekulationen.
    Es war nicht nur die Tatsache, dass Professor McGonagall nicht sehr gut gelaunt schien, die die Stunde so unangenehm machte - nein, denn sie fand auch mit den Slytherins statt. Skye war das hämische Geflüster von Draco Malfoy, Pansy Parkinson und ihren fiesen Freunden zwar mittlerweile schon gewohnt, dennoch konnte es manchmal etwas lästig werden. Sie hatte erst geglaubt, dass die Slytherins vielleicht über die Ferien ein wenig reifer geworden waren, aber da hatte sie sich gehörig geirrt.
    Bettys lauter Kommentar („Schaut mal, Professor McGonagall hat als Vorführung einen Menschen in einen Mops verwandelt! . . . oh, tschuldige, Pansy, das bist ja nur du.“), bei dem die Ravenclaws hämisch lachten, machte den Unmut der Mitschüler aus Slytherin noch größer, und so musste Skye den Rest der Stunde damit verbringen, zu versuchen, etwas Zauberei hervorzubringen, während sie von Pansy Parkinson und Daphne Greengrass, die hinter ihr saßen, mit den Käfern abgeworfen wurde, die die Klasse eigentlich in Knöpfe verwandeln sollte. Und wenn sie sich dann einmal wenigstens etwas konzentrieren konnte, wurde sie von Professor McGonagalls schneidender Stimme aufgeschreckt, die die Zweitklässler ermahnte („Wären Mr Avery und Mr Nott vielleicht so freundlich und würden sich erbarmen, statt Papiereulen zu basteln, lieber auf ihre Käfer zu achten?“) und so hatte Skye am Ende der Stunde deutlich weniger Knöpfe als Padma und Betty verwandelt, die diese händeweise herumtrugen.
    Auch der Unterricht in den nächsten Tagen war schwierig; viel schwieriger, als Skye es gewohnt war.
    Die Erklärung, warum so viele Bücher des berühmten Gilderoy Lockharts auf der Liste waren, kam schon bald, nämlich in ihrer ersten Stunde Verteidigung gegen die dunklen Künste. Wie Betty es prophezeit hatte, schien Professor Lockhart ein ziemlicher Aufschneider zu sein. Er erzählte irgendetwas von wilden Wichteln, die ihm zu gefährlich für die Klasse schienen, da er schon schlechte Erfahrungen mit den Geschöpfen gemacht hatte, was Padma mit einem unkonventionellen Schnauben kommentierte. So verbrachten sie die Stunde damit, Ausschnitte aus Professor Lockharts Büchern zu lesen und Szenen daraus nachzuspielen, wobei Betty eine beeindruckende Performance als Todesfee ablieferte und Kevin Entwhistle sehr gekonnt einen Troll nachahmte.
    Professor Snape schien über die Sommerferien noch gemeiner geworden zu sein, denn er schrieb in der ersten Stunde einen viel zu schwierigen Überraschungstest über den Stoff des letzten Jahres.
    Was Skye nach diesem unglücklichen Vorfall wieder aufmunterte, war Kräuterkunde mit den Slytherins, wo sie schreiende Pflanzen - sogenannte Alraunen - umtopften und dabei sogar Ohrenschützer tragen mussten. Betty hatte dann plötzlich die Idee, ihren Ärger über Snape und seinen Test an Pansy Parkinson und Daphne Greengrass auszulassen: mit einem schnellen Schlenker ihres Zauberstabes unter dem Umhang ließ sie die Ohrenschützer der beiden während dem Umtopfen herunterfallen, was dazu führte, dass die Mädchen vom Schrei der Alraunen ohnmächtig wurden und über ihren Töpfen zusammenbrachen. Skye fand das ziemlich amüsant, aber Padma missbilligte Bettys Verhalten, da sie es zu brutal fand, und verhielt sich deshalb für den Rest der Stunde etwas eingeschnappt.
    „Wenn die nicht Vertrauensschülerin wird, dann weiß ich auch nicht“, murmelte Betty daraufhin Skye zu.
    Am meisten freute Skye sich immer auf Zauberkunst bei dem zwar körperlich kleinen, jedoch riesig intelligenten Professor Flitwick. Er war so fröhlich wie eh und je und wieder einmal wurde ihr klar, wie viel Glück die Ravenclaws mit ihrem Hauslehrer hatten.
    Doch all die Aufregung über die erste Schulwoche in Hogwarts wurde bald von einer ganz anderen Spannung vertrieben, die Skye immer hibbeliger werden ließ. Es waren die Quidditch-Auswahlspiele, die schon in der zweiten Woche stattfinden würden, denn Skye war trotz der vielen Übung mit Cho in den Ferien unglaublich aufgeregt und konnte es kaum abwarten.

    BILD: Die Rosewood Grammar School

    6
    ((bold))((navy))Kapitel 6: DIE QUIDDITCH-AUSWAHL((enavy))((ebold)) „Ich glaube, ich kann das nicht!“ Mit angsterfülltem Gesicht ließ Cho sich au

    Kapitel 6: DIE QUIDDITCH-AUSWAHL

    „Ich glaube, ich kann das nicht!“
    Mit angsterfülltem Gesicht ließ Cho sich auf einen Sessel im Gemeinschaftsraum fallen und blickte hilflos zu den anderen.
    Betty, die sich mit einem Buch auf einem der Sessel unter dem großen Fenster fläzte, schaute auf.
    „Jetzt reiß dich mal zusammen! Du willst es doch!“
    Skye, die zwar selbst aufgeregt war, aber Cho trotzdem trösten wollte, tätschelte ihr unbeholfen die Schulter.
    „Das wird schon.“
    „Es ist doch nur ein Auswahlspiel“, gab Padma verständnislos hinzu, was Cho mit einem bösen Blick quittierte.
    „Ihr geht jetzt, und zwar sofort!“, befahl Emma mit strenger Stimme und erhob sich vom Sofa vor dem Kaminfeuer, um Cho auf die Beine zu ziehen.
    „Wenn sie sich weigert, musst du sie zur Not zwingen“, sagte Marietta zu Skye. „Ich will kein Erbarmen sehen.“
    Skye nickte nur; Chos Aufregung machte ihr klar, was gleich passieren würde und sie umklammerte aufgeregt ihren Sauberwisch. Emma schob Cho zur Tür des Gemeinschaftsraumes und schubste sie zur Treppe.
    „Viel Glück“, wünschte Padma noch, bevor auch Skye von Emma nach draußen bugsiert wurde.
    „Was ist, wenn sie mich nicht nehmen?“, fragte Cho ängstlich, während sie zusammen die Wendeltreppe des Ravenclaw-Turmes hinunterliefen.
    Sie war ganz blass um die Nase und sah aus, als würde sie gleich zusammenbrechen.
    „Dann wirst du schon drüber hinwegkommen“, sagte Skye.
    „Grant Page aus meinem Jahrgang will sich auch bewerben“, quengelte Cho. „Der ist sicher besser als ich!“
    „Was für eine Position möchte er denn?“
    „Hüter.“
    „Oh man, Cho, dann ist das doch egal, ob er nun besser ist.“
    Das beruhigte Cho nicht im Geringsten; Skye war froh, als sie sie sicher nach draußen gebracht hatte und die Mädchen sich dem Feld nährten, wo man aus der Ferne schon eine blau-bronze gekleidete Menschenmenge sehen konnte.
    „Hi Cho!“, grüßte sie ein blonder Junge, der munter mit geschultertem Besen zu ihnen stieß.
    „Hallo, Grant“, sagte Cho mit schwacher Stimme und Skye fürchtete schon, sie würde gleich anfangen, zu hyperventilieren.
    Als sie am Quidditch-Feld ankamen, wurde aber auch Skyes Aufregung immer größer. Die Mannschaft stand in voller Montur zusammen, umringt von mehreren kleinen Grüppchen Ravenclaws mit Besen.
    Skye fröstelte leicht, es war ein kühler Tag und die Sonne war hinter den Wolken verschwunden, was die Stimmung noch düsterer machte. Sie drückte aufgeregt ihren Besen an sich und musterte die Konkurrenz. Zwar kannte sie nur wenige der Ravenclaws, denn es waren viele ältere Schüler, die ziemlich lässig wirkten, doch Skye hatte trotzdem großen Respekt vor ihnen.
    Da gellte ein Pfiff über das Feld und sofort wurde es mucksmäuschenstill, den der Captain Arthur Wright trat hervor.
    „Willkommen zu dem diesjährigen Auswahlspiel für das Ravenclaw-Team!“ Gut gelaunt sah er in die Runde. „Es freut mich, dass ihr alle gekommen seid. Ich will euch gar nicht so auf die Folter spannen, wir werden gleich anfangen. Was ihr nur wissen solltet ist, dass ihr nur für zwei Positionen spielen könnt. Jäger und Hüter. Wir haben schon wunderbare Spieler für den Rest, und ich bezweifle, dass irgendjemand so gut ist und sie übertrifft. Die anderen Teams machen das vielleicht anders, aber das ist eine Art kleine Tradition bei uns.“
    Cho warf Skye einen hoffnungslosen Blick zu. Sie wollte Sucherin werden, aber die Chancen schienen wirklich gering.
    „Wir kriegen das schon hin, warte einfach noch“, hauchte Skye in ihre Richtung und wendete sich dann wieder nach vorne.
    „Um euer Können etwas einschätzen zu können, würde ich euch nun bitten, ein paar Runden zu fliegen“, sagte Arthur Wright. „In Fünfergruppen. Auf die Besen, hopp, hopp!“
    Einige der Ravenclaws, die wohl etwas anderes als Hüter oder Jäger werden wollten, lösten sich missmutig aus der Menge und liefen zurück Richtung Schloss, der Rest bestieg die Besen. Aufgeregt beobachtete Skye die erste Gruppe, die in die Höhe schoss. Darunter war auch Grant Page, der ganz vorne flog und ziemlich schnell war. So wie in der zweiten Fünfergruppe waren aber auch ein paar Leute dabei, die nicht ganz so gut Fliegen konnten.
    Und dann war endlich Skye an der Reihe. Das vertraute Gefühl der schier unendlichen Freiheit breitete sich in ihr aus, als sie sich in die Höhe schraubte. Der Wind peitschte ihr ins Gesicht und sie wurde immer schneller; die Tribünen waren mittlerweile nurnoch ein brauner, formloser Schleier. So fühlt es sich also an, ein Quidditchspieler zu sein, dachte sie bewundernd.
    Skye fand, dass Wright die Gruppe ruhig noch etwas länger in der Luft hätte lassen können, doch mit einem Pfiff dirigierte er sie wieder nach unten und schickte die vierte und letzte Gruppe los.
    „Nun gut“, sagte er schließlich, als sich alle wieder versammelt hatten. „Manche von euch sollten wirklich noch üben. Ihr“ - er deutete auf ein paar Leute, die verteilt zwischen den anderen standen - „könnt gehen. So wird das nichts. Bewirbt euch bitte erst im Team, wenn ihr wenigstens fliegen könnt.“
    Manche der Ravenclaws schimpften leise, doch irgendwann machten auch diese sie sich auf den Weg zurück ins Schloss. Es waren fünf Leute und Skye fiel ein Stein vom Herzen, da ihre Chancen schon ein wenig größer geworden waren.
    „Beginnen wir mit den Hütern“, sagte Wright dann. „Wer will alles Hüter werden? Ihr da? Nicht mehr? Gut, kommt her. Der Rest von euch kann sich auf die Tribünen setzten. Roger, Randolph, ihr bleibt hier.“
    Der Großteil der Ravenclaw-Menge trottete gemächlich in Richtung der Tribünen; es waren nur wenige, die die Position des Hüters begehren zu schienen. Arthur Wright redete mit dem kleinen Grüppchen, das sich angeführt von Grant Page, der selbstbewusst ganz vorne stand, um ihn versammelt hatte.
    „Vielleicht sollte ich auch wieder reingehen“, sagte Cho enttäuscht, als sie sich neben Skye auf die Bank plumpsen ließ. „Arthur Wright hat es doch eben gesagt: es werden nur Hüter und Jäger gesucht. Ich habe also gar keine Chance. Überhaupt weiß ich gar nicht, warum ich mir solche Hoffnungen gemacht habe.“
    Skye beobachtete nachdenklich das Geschehen auf dem Feld, wo ein rothaariges Mädchen vor den Torringen hin- und herflog, während Roger Davies und Randolph Burrow Angriffe starteten, dann wendete sie sich wieder Cho zu.
    „Ich finde, du solltest hierbleiben“, sagte sie aufmunternd. „Wir können Arthur Wright ja fragen, ob du auch mal dein Können zeigen darfst.“
    „Ich weiß nicht . . .“
    „Aber dann bleibst du wenigstens, um mir zuzusehen. Und danach fragen wir, ich habe schließlich versprochen, dich ins Team zu zwingen.“
    Das sagte Skye in einem so strengen Tonfall, dass Cho es scheinbar nicht mehr wagte, ihr entgegenzusetzen und stumm die verschiedenen Hüter beobachtete. Grant Page war wirklich sehr gut, das fiel Skye direkt auf. Er hielt jeden Ball und das tat er so entspannt und lässig, als könne er es selbst mit geschlossenen Augen. Auch Wright sah zufrieden aus, als die wenigen Hüter gespielt hatten. Er redete kurz mit ihnen und dann löste sich die Gruppe auf, nur einer blieb zurück und der Rest schlenderte wieder zum Schloss.
    Als er dann ein ziemlich eindeutiges Handzeichen machte, setzte Skyes Aufregung wieder ein und ihr wurde ein wenig schlecht.
    „Du musst runter!“, sagte Cho aufgeregt und zeigte hektisch aufs Feld, das sich schon mit den anderen Ravenclaws füllte.
    Skye bereute ihre Entscheidung, im Ravenclaw-Team spielen zu wollen schon etwas, da es plötzlich fast unmöglich schien, doch tapfer stellte sie sich neben ein älteres Mädchen, das recht vertrauenswürdig aussah.
    „Wie ich sehe, gibt es viele potenzielle Jäger“, sagte Wright mit gut gelaunter Stimme. „Das ist gut. Besonders wichtig ist, dass ihr gut interagiert. Deshalb werdet ihr in Dreierteams miteinander spielen, das geht auch wunderbar auf. Und der gute Randolph hier“ - er klopfte dem großen Jungen neben sich kräftig auf die Schulter - „springt als Hüter ein. Viel Glück.“
    Dann lief er durch die Reihen und teilte die Ravenclaws in Dreiergruppen auf. Skye wurde mit dem Mädchen neben sich zusammengesteckt, die ihr freundlich zulächelte, und dann kam auch noch ein kräftig aussehender Junge dazu, der etwas miesepetrig dreinblickte.
    Schon stieg die erste Gruppe in die Luft; allesamt wirkten sie sehr aufgeregt und warteten gespannt darauf, dass Arthur Wright den Quaffel freigab.
    Es war eine Quälerei für Skye, den ersten zwei Dreierteams zuzusehen, wie sie über das Feld fegten und versuchten, Tore zu werfen. Randolph Burrow war nämlich ein sehr guter Hüter, und das, obwohl er als Jäger spielte; so wurden Skyes Hoffnungen immer kleiner.
    „Gruppe drei, macht euch bereit“, sagte Arthur dann endlich nach einer gefühlten Ewigkeit.
    Zitternd bestieg Skye ihren Besen; sie atmete tief durch und warf noch einen Blick zu Cho auf den Tribünen, die dort saß und einen Daumen in die Höhe reckte.
    „Und . . . los!“
    Nach dem Moment, in dem Wright den Quaffel in die Höhe warf, ging alles ganz schnell. Wie der Junge und das Mädchen, sauste sofort Skye in die Höhe. Sie drückte sich ganz nah an den Besen, um besonders flink zu sein, und es ging schneller als gedacht, da hatte sie den Quaffel schon in der Hand. Für einen kurzen Momenten war sie jedoch eingeschüchtert und passte deswegen zu dem Jungen, der gleich danach Richtung Torringe flog. Sie beobachtete, wie er zielte, sah genau, wie Randolph Burrow seinen Besen herumriss und wusste direkt, dass der Quaffel nicht durch den Ring gehen würde. Mit einem dumpfen Klatschen kickte Burrow den Quaffel wieder zurück in die Richtung der Drei, und diesmal reagierte Skye schneller. Sie fing den Quaffel und wusste, dass sie jetzt eine gute Chance hatte, wenn sie nicht zweifelte.
    Anstatt ihn abzugeben raste sie nämlich auf das Tor zu.
    Und da kamen ihr ihre Handball-Kenntnisse zugute: sie musste täuschen, um treffen zu können, das wurde ihr sofort klar. Während des Fluges wandte sie sich zur Seite, machte eine Bewegung, als würde sie dem netten Mädchen den Quaffel abgeben wollen, doch drehte sich im letzten Moment wieder zu den Torringen. Man sah in Burrows Gesicht, dass er damit nicht gerechnet hatte und durch die Passtäuschung war es eine Leichtigkeit für Skye, ein Tor zu machen.
    Nach diesen Erfolg war Skyes Aufregung wie weggeblasen. Sie merkte, dass Quidditch im Grunde nichts anderes, als Handball auf Besen war, und so widmete sie sich ganz dem Spiel; sie täuschte, trickste und traf. Es war wie eine Trance, die erst beendet wurde, als Arthur Wright pfiff.
    „Gut gemacht, alle drei Teams“, sagte Wright zufrieden, als Skye, das Mädchen und der Junge auf dem Boden landeten. „Ich habe jetzt aus jeder Gruppe jemanden ausgewählt, der weiterkommt.“
    Manche der Ravenclaws warfen sich bei dieser Ankündigung nervöse Blicke zu, auch Skye konnte die Entscheidung gar nicht abwarten und hing an Wrights Lippen.
    „Aus der ersten Gruppe, du“, sagte er und zeigte auf einen großen Jungen, den Skye auf etwa fünfzehn Jahre schätzte. „Aus Gruppe zwei bist du weiter“ Nun nickte Arthur einem anderen Jungen zu, der so aussah, als würde er vor Freude gleich platzen.
    „Und aus Gruppe drei“ - er ließ seinen Blick über Skye und die anderen beiden schweifen - „du.“
    Als Arthur auf Skye zeigte, wäre sie am liebsten in die Luft gesprungen, so glücklich war sie. Selbst, wenn sie jetzt nicht ins Team käme, hatte sie dennoch die Zufriedenheit, dass sie unter den besten Drei war.
    „Glückwunsch“, sagte das Mädchen aus ihrer Gruppe zu Skye und lächelte zaghaft, obwohl man merkte, dass sie enttäuscht war.
    Der Junge blieb still, er schien etwas mürrisch und drehte sich ohne ein weiteres Wort um und stiefelte vom Feld.
    „Nun, so was kann vorkommen“, sagte Arthur mit einem gleichgültigen Blick auf den Jungen. „Aber an den Rest von euch: Danke, dass ihr es versucht habt. Irgendwann brauchen wir sicher noch Jäger.“
    Ein paar gemurmelte „Danke“ und „Ciao“ waren aus der Gruppe zu hören, die sich dann aber auch langsam entfernte. Zurück blieben nur Skye und die zwei anderen Jungen. Etwas eingeschüchtert musterte Skye ihre Gegner. Beide waren älter als sie, und schienen um einiges muskulöser. Sie hoffte nur, dass es ihr wenigstens einen Vorteil verschaffen würde, dass die beiden durch ihre Masse nicht so wendig wie Skye waren.
    „Jetzt wird es natürlich härter“, erklärte Arthur mit ernster Stimme. „Ihr werdet nicht nur Tore werfen müssen, sondern auch Klatschern ausweichen. Dafür spiele auch ich mit“ - er ließ einen seiner Schläger lässig kreisen - „und mein Treiber-Kollege Jason. Aber glaubt ja nicht, dass ich deswegen weniger auf euch achten kann. Die gute Emily wird nämlich auch ein Auge auf euch haben.“
    Er deutete mit seinem Schläger zur Tribüne, wo die freundlich herunterwinkende Emily Abercrombie mit Roger Davies saß, und gab den drei Auswahlspielern dann ein Zeichen, die Besen zu besteigen.
    „Auf die Besen, fertig und . . . los!“
    Sein Startpfiff gellte laut in Skyes Ohren und sie schoss augenblicklich hoch in die Luft. Aus dem Augenwinkel sah sie die zwei anderen Jungen das gleiche tun; Burrow nahm wieder vor den Torringen seine Position ein und Wright und der andere Treiber Jason Samuels schwangen schon unheilverkündend ihre Schläger.
    Einer der Jungen ging direkt in den Quaffelbesitz über und flog Richtung Tor; diesmal wollte Skye sich nicht zurückhalten, sie sauste ihm hinterher und bat sich unauffällig zum Abgeben an.
    Er passte ihr den Quaffel zu, sie sah, wie der Ball durch die Luft auf sie zuschoss. Aber es war nicht der einzige, da kam ein anderer Ball angerast. Ein Klatscher. Skye konnte den Quaffel gerade noch fangen und drehte sich in einem Anfall von Übermut in einer Faultierrolle nach unten, um dem Klatscher auszuweichen. Alles war auf den Kopf gedreht und sie sah die Überraschung in Burrows Gesicht, also warf sie kopfüber den Quaffel und gerade, als der Ball durch den rechten Torring segelte, hörte sie hinter sich ein lautes Knacken.
    Skye drehte sich um und sah, wie der Junge, der ihr eben den Ball zugepasst hatte, zu Boden trudelte; er hatte die Hand über seiner Nase und Blut spritzte ihm hinterher.
    „MACHT WEITER!“, brüllte Wright.
    Skye riss sich nur schwerfällig vom Anblick des blutenden Jungen los, denn sie wusste, dass der Klatscher, der für sie bestimmt gewesen war, ihn getroffen hatte. Aber sie musste weitermachen, um zu gewinnen, das war ihr ebenso klar.
    Der andere Junge jedoch hatte einen entgeisterten Ausdruck auf dem Gesicht, er schien eingeschüchtert und verharrte einfach in der Luft. Skye nutzte diese Chance, um den Quaffel zu fangen, dachte gar nicht daran, auf den anderen Jungen zu achten, und warf wieder. Es schien ihn gar nicht zu interessieren, er flog langsam zu Boden und dann ertönte Arthur Wrights lauter Pfiff, gerade als dr Quaffel schon wieder durch den Torring ging.
    „FERTIG“, rief Wright laut und landete neben dem Jungen, der ganz blass geworden war, auf dem Boden.
    Skye beobachtete die anderen Mitglieder der Mannschaft, die mit besorgter Miene hinzustießen.
    „Warte noch kurz“, sagte Emily Abercrombie im Laufen zu ihr und verwirrt lief Skye wieder zurück zu der Tribüne, wo Cho zusammengesunken hockte.
    „Was zur Hölle war da -“, begann Skye gerade verwirrt, da wurde sie von Wrights Pfiff unterbrochen.
    „Ich glaube, er verkündet jetzt das Ergebnis“, sagte Cho mit einem schwachen Lächeln, das etwas kühler als sonst schien.
    Sie sah traurig aus, und Skye fühlte sich deswegen sogar etwas schuldbewusst. Dann trottete sie wieder zurück zum Feld, wo Wright und der Rest der Mannschaft schon wartete.
    „Wer will denn auch Quidditch spielen, wenn er Angst vor Blut hat?“, hörte Skye ihn noch ärgerlich zu Emily Abercrombie sagen, bevor er sich nach vorne wandte.
    Zu ihrer Überraschung stand da auch Grant Page, der sie selbstbewusst angrinste.
    „Also“, begann Wright an Skye gerichtet, „du konntest es dir wahrscheinlich schon denken, aber jetzt ist es offiziell: Du bist unsere neue Jägerin.“
    Fröhlich grinste Skye. „Vielen Dank!“
    Plötzlich schien ihr Körper wieder ganz entspannt, die Aufregung der letzten Woche war vollkommen von ihr abgefallen und sie fühlte sich, als würde sie auf einer Wolke hoch oben im Himmel schweben.
    „Dann haben nach diesem etwas . . . chaotischen . . . Testspiel doch noch jemanden gefunden. Willkommen im Team, Grant und . . .“ Mit fragendem Blick sah er zu Skye.
    „Skye“, ergänzte sie. „Skye Thomas.“
    „Genau. Skye. Wir trainieren einmal die Woche, das erste Spiel wird im November gegen Hufflepuff sein, bis dahin haben wir noch etwas Zeit zum Üben. Wir . . . könnten uns doch mal vorstellen“, schlug er vor. „Ich bin Arthur Wright, Captain und Treiber.“
    „Ich bin Emily, die Sucherin“, sagte das brünette Mädchen freundlich und zwinkerte Skye zu, die froh war, nicht das einzige Mädchen im Team zu sein.
    „Nicht nur eine Sucherin, eine unglaublich geniale Sucherin“, ergänzte Arthur stolz.
    „Ich bin der andere Treiber“, sagte ein dunkelhäutiger Junge neben Emily. „Achso, wie ich heiße? Ist ja gut, Wright. Ich bin Jason. Jason Samuels.“
    „Vielleicht nicht so gut wie ich, aber dennoch ziemlich klasse“, kommentierte Wright und klopfte Samuels freundschaftlich auf die Schulter.
    „Das sind unsere Jäger“, erklärte Wright dann und zeigte auf zwei Jungen; der eine war recht klein und der andere groß und stämmig.
    „Roger Davies“, stellte sich der Kleine vor.
    „Und ich bin Randolph Burrow“, sagte der andere. „Wir sind jetzt deine Teamkollegen, Skye.“
    Er grinste ihr zu und sie lächelte schüchtern zurück. Mit seiner dunklen Stimme und den vielen Muskeln wirkte er ziemlich einschüchternd, und Skye war froh, nicht gegen ihn, sondern mit ihm zu spielen.
    „Und nun zu den ernsten Dingen“, sagte Wright, und sein scharfkantiges Gesicht verfinsterte sich augenblicklich. „Wie ihr sicher mitbekommen habt, ist das Ravenclaw-Team das beste in Hogwarts. Hufflepuff - die können uns nicht schlagen, genauso wie in den Prüfungen, ganz einfach. Slytherin schummelt sich zum Sieg, und das wissen wir zu verhindern. Gryffindor hat zwar Harry Potter, aber ohne ihn? Ohne ihn sind sie aufgeschmissen. Das haben wir ihnen letztes Jahr beim Spiel ordentlich gezeigt. Die schlimmste Niederlage seit dreihundert Jahren war es für sie.
    So ist das bei uns nicht. Wir haben nicht nur einen, sondern sieben geniale Spieler. Wenn einer fehlt, sind wir trotzdem unschlagbar. Und ich möchte, dass das so bleibt“ Er funkelte Grant Page und Skye drohend an. „Ihr müsst alles geben. Immer. Ich erwarte, dass die Jäger spielen, als wären sie nicht drei, sondern eine Person. Ich erwarte, dass der Hüter jeden Ball hält. Ich erwarte, dass die Treiber die Klatscher nicht nur schlagen, sondern sie beherrschen. Und ich erwarte, dass der Sucher - ja, tschuldige Emily, ist ja gut - die Sucherin ihrem Gegner immer einen Schnatz voraus ist.“
    Nach dieser beeindruckenden Rede war es erst still, das ganze Team schien sie erst einmal verarbeiten zu wollen, bis dann schließlich Samuels anfing, zu klatschen, in seinem Gesicht ein breites Grinsen.
    Als jedoch niemand miteinstimmte, hörte er langsam wieder auf und murmelte etwas wie „Gut, dann eben nicht, ihr Spielverderber . . .“
    „Genug für heute“, sagte Wright dann. „Ihr könnt gehen.“
    Erleichtert machte sich die Mannschaft auf zum Schloss zurück; Samuels erzählte Burrow und Davies von seinen neusten Versuchen in der Ovomancy, bei denen er herausgefunden hatte, dass Ende Oktober etwas Schreckliches geschehen würde, weil der Eidotter besonders weit links gefallen war. Grant Page gesellte sich bald zu den drei Jungen dazu, und schließlich standen nurnoch Skye, Emily und Wright auf dem Feld. Die beiden älteren Spieler unterhielten sich leise, aber schließlich traute Skye sich, auch etwas zu sagen.
    „Ähem . . . Ich wollte noch etwas fragen“, sagte sie zögerlich.
    Wright und Emily verstummten und wandten sich ihr zu.
    „Ich habe noch eine Freundin hier und die hätte es gerne als Sucher versucht . . .“ - sie deutete nach hinten zu der Tribüne, wo Cho noch immer saß - „geht das?“
    „Nein, ich habe es doch am Anfang erklärt, ihr -“, sagte Wright streng, wurde dann aber von Emily unterbrochen.
    „Arthur will sagen, dass es ihm leidtut, aber deine Freundin muss sich da noch ein wenig gedulden. Nächstes Jahr ist aber mein Platz frei und da könnte sie es probieren“, erklärte Emily freundlich und legte Wright beschwichtigend die Hand auf den Arm.
    Enttäuscht bedankte sich Skye; in ihren Gedanken überlegte sie schon, wie sie das Cho sagen sollte.
    „Herzlichen Glückwunsch“, wünschte diese mit einer etwas kühlen Stimme, als sich die beiden bei den Tribünen trafen und wieder zum Schloss schlenderten.
    „Ich habe Arthur wegen dir gefragt. Also, Emily meinte, du könntest es nächstes Jahr noch probieren.“
    „Und was, wenn ich es nächstes Jahr gar nicht mehr will?“, fragte Cho in einem nun zickigen Ton, als würde sie Streit suchen.
    „Aber, warum -“
    „Ach, es war doch von Anfang an klar, dass das nicht klappt!“
    „Was? Jetzt sei doch -“
    Skye musste ihr Tempo beschleunigen, um mit Cho mitzuhalten, bis diese dann plötzlich stehen blieb und sich mit flammendem Blick umdrehte.
    Was soll ich sein? Du verstehst das einfach nicht! Ich liebe seit langem die Tutshill Tornadoes und ich liebe Quidditch und wollte es seit ich klein war unbedingt selbst spielen! Und du . . . du kommst einfach an, übst ein wenig und es klappt! Das ist nicht fair!“
    „Meine Güte Cho, jetzt komm doch mal -“
    Aber Skye konnte ihren Satz nicht mehr beenden, denn Cho war einfach weitergerauscht; das lange schwarze Haar wehte ihr hinterher und sie würdigte Skye keines Blickes.
    „- runter“, endete Skye leise.
    Aber sie fühlte sich in keinster Weise schuldig. Warum auch? Cho hätte sich das auch denken können; sie selbst hatte es sogar in den Sommerferien gesagt.
    Also schlenderte Skye in einer gemütlichen Geschwindigkeit weiter. Denn von solchen dramatischen Anfällen wollte sie sich ihr Glück nicht verderben lassen.

    BILD: Ein Hogwarts-Quidditchwappen

    7
    ((bold))((navy))Kapitel 7: SÜßES ODER TOTES((ebold))((enavy)) Auch in den nächsten Wochen schien Cho nicht darüber hinwegzukommen, dass sie nicht

    Kapitel 7: SÜßES ODER TOTES

    Auch in den nächsten Wochen schien Cho nicht darüber hinwegzukommen, dass sie nicht ins Quidditchteam aufgenommen wurde. Sie behandelte Skye mit solch einer eisigen Kälte, dass sie bei jeder Begegnung daran erinnert wurde. Auch Marietta hatte sich dieser stillen Feindschaft angeschlossen und nur Emma war so freundlich wie immer.
    Skye hatte nicht besonders viel Zeit damit verschwendet, ihre Gunst wiederzuerlangen und fand sich schnell mit der Tatsache ab, dass Cho sie größtenteils ignorierte und nun Betty oder Padma fragte, ob diese ihr beim Mittagessen bitte die Erbsen reichen könnten, obwohl die beiden viel weiter weg saßen als Skye.
    Dieses Verhalten war aber so auffällig, dass sogar andere Ravenclaws es bemerkten. Als Terry eines trüben Oktobermorgens Skye mit gesenkter Stimme fragte, was zur Hölle denn mit Cho passiert war, und Skye es ihm erklärte, erstickte er vor Überraschung fast an seinem Toast.
    „D-du bist im . . . Quidditch . . . team aufgenommen worden?“, brachte er zwischen zwei heiseren Hustern hervor und erntete von Cho dafür einen vernichtenden Blick.
    Das Ganze trat Skye aber nicht sehr nahe, denn die Tatsache, dass sie jetzt zum Ravenclaw-Team gehörte, war einfach viel zu schön. Wenn Wright oder Davies sie im Gang grüßten, fühlte sie sich unglaublich stolz und das Training war auch einfach toll. Trotz des schlechter werdenden Wetters zeigte Wright keine Gnade: gerade Skye und Page wurden besonders hart rangenommen, da sie neu waren.
    Am liebsten hätte Skye auch in der Muggelwelt mit ihren Erfolgen in Quidditch geprahlt, aber das ging nicht. Sie war froh, als ihr Umfeld endlich die Tatsache verarbeitet hatte, dass sie mit Handball abgeschlossen hatte.
    Auch ihre Eltern, die sie anfangs immer mit vorwerfender Stimme darauf angesprochen hatten, schwiegen nun und taten, als wäre es niemals passiert. Natürlich hatte Skye sie reden gehört. Einmal, während sich ihre Eltern leise im Wohnzimmer unterhielten, hatte sie unauffällig gelauscht. Sie sprachen über die Gründe, warum Skye aufgehört hatte und darüber, dass sie sich Sorgen machten. Skye wollte ihre Eltern nicht beunruhigen; das war nie ihre Absicht gewesen, eher das Gegenteil.
    Und als dann Alice in der Schule eine fast leere Packung Bertie Bott‘s Bohnen in jeder Geschmacksrichtung in Skyes Spind fand, hätte sie am liebsten alles erzählt. Von Quidditch, von der Zauberei, Hogwarts, ihren Freunden dort und dem Zeitumkehrer. Doch das konnte sie nicht. Genauso wie sie in Hogwarts kein Wort über die Welt der Muggel verlieren durfte. Also behauptete sie, dass sie die Süßigkeit von ihrer Cousine aus Amerika geschickt bekommen hatte. Dabei gab es gar keine Cousine in Amerika.

    Und so stand schließlich Halloween vor der Tür, angekündigt von riesigen Regenmassen und einem stets dunklen Himmel. Skyes einzige Aufmunterung bei diesem trübseligen Wetter, das sogar in beiden Dimensionen herrschte, war die Aussicht auf das Halloween-Fest in Hogwarts.
    „Glaubt ihr wirklich, dass Dumbledore tanzende Skelette gebucht hat?“, fragte Michael nachdenklich, als er sich an diesem besagten Abend an den Ravenclaw-Tisch fallen ließ.
    „Das wäre genial!“, sagte Betty mit leuchtenden Augen.
    „Ich finde so etwas eklig“, teilte Padma mit und rümpfte die Nase, um ihrem Abscheu Ausdruck zu verleihen.
    „Die Deko ist doch auch so schon toll“, meinte Skye.
    Sie ließ ihren Blick durch die Große Halle schweifen. Die Kürbisse waren in diesem Jahr besonders riesig, man hätte mehrere Schüler hineinsetzten können; es flatterten lebendige Fledermäuse durch die Halle und die Kerzen und Fackeln waren gedämmt, was das gruselige Ambiente noch echter machte, genauso wie der Regen, der draußen gegen die Fenster trommelte.
    „Der Gryffindor-Hausgeist soll heute sogar eine Todestagsfeier veranstalten. Unten, in den Kerkern“, erzählte Padma.
    „Woher weißt du das?“, fragte Terry neugierig.
    „Das hat mir die Graue Dame erzählt.“
    „Was?“ Er verzog schmollend den Mund. „Mit mir spricht sie nie.“
    „Vielleicht hält sie dich nicht für einen würdigen Ravenclaw“, sagte Skye grinsend, woraufhin Terry ihr nur die Zunge entgegenstreckte.
    Wie sich dann bald herausstellte waren die Gerüchte über die tanzenden Skelette doch wahr: während dem Essen platzten sie plötzlich herein und klapperten zu Liedern der Schicksalsschwestern durch die Große Halle. Das löste laute Jubelrufe unter den begeisterten Schülern aus; auch Professor Dumbledore schien sich - im Gegensatz zu den anderen Lehrern - köstlich zu amüsieren, er klatschte und wiegte im Takt von Do the Hippogriff mit; Snape hingegen sah neben ihm so aus, als hätte er den Hippogreif lieber ermordet.
    Padma fand den Auftritt gar nicht lustig, sie hatte ihr Gesicht die ganze Zeit in einer Serviette vergraben und wollte nicht hinsehen, so sehr ekelte sie sich vor den Skeletten. Anthony versuchte in einem Anflug von Mitleid Padma tröstend die Schulter zu tätscheln, kassierte jedoch fast einen heftigen Kinnhaken von ihr, da sie dachte, ein Skelett hätte sie angefasst.
    Betty hingegen sah so aus, als wäre sie am liebsten aufgesprungen und hätte sich in die Arme von einem der Skelette geworfen, sie sang laut mit („MOVE YOUR BODY LIKE A HAIRY TROLL, LEARNIN’ TO ROCK AND ROLL, SPIN AROUND LIKE A CRAZY ELF, DANCIN’ BY HIMSELF!“) und war ganz selig, als sie einem der Skelette ein High Five geben konnte.
    Am Ende der Vorführung konnte auch Skye den Text und sang fröhlich mit. Sie fand diese Skelette unheimlich interessant und hätte Professor Dumbledore am liebsten gefragt, wie sie funktionierten. Und auch sie jubelte noch lange, selbst, nachdem die Tänzer schon aus der Großen Halle verschwunden waren.
    Im letzten Jahr hatte sie das Halloween-Fast schließlich verpasst und hatte sich stattdessen mit einem mörderischen Troll und einem riesigen, dreiköpfigen Hund herumschlagen müssen; in diesem Jahr erlebte sie also zum ersten Mal das Festessen. Die Küche schien sich wieder einmal selbst übertroffen zu haben, so gut war das Essen. Die Haustische quollen über von Kürbissaft und Kürbispasteten, in den Suppenschüsseln schwammen große Augen aus Brot, es gab lebende Zuckerspinnen, die über die Tische krabbelten und als Nachtisch wurde ihnen ein klumpiger, erdfarbener Pudding serviert, in dem ein täuschend echt aussehender Finger aus weißer Schokolade steckte.
    Als die Schüler schließlich langsam aus der Großen Halle liefen, waren alle satt und zufrieden. Betty nagte noch immer an einer Zuckerspinne, sie hatte so viele wie möglich in ihre Taschen gestopft um „Verpflegung für den Rückweg zum Ravenclaw-Turm zu haben“. Michael und Terry quetschten Skye derweil über das Quidditchteam aus, sie wollten alles so genau wissen, dass man hätte denken können, sie würden für andere Häuser spionieren. Padma unterhielt sich mit Anthony über ihr Lieblingsbuch Die Philosophie des Weltlichen: Warum die Muggel es lieber nicht wissen wollen und so trotteten sie in einer großen, schwatzenden Schülermasse durch die Gänge.
    Lachend liefen sie um die nächste Ecke, aber plötzlich breitete sich eine unerklärliche Stille aus und die Schüler am Anfang der Gruppe blieben stehen.
    „Was ist da los?“, fragte Skye und streckte sich, um über die Köpfe der anderen spähen zu können.
    Mitten im Gang standen Harry, Ron und Hermine mit angsterfüllten Gesichtern. Und an der Wand, da schimmerte etwas Glänzendes, ein riesiger Schriftzug:

    DIE KAMMER DES SCHRECKENS WURDE GEÖFFNET.
    FEINDE DES ERBEN, NEHMT EUCH IN ACHT

    Erst runzelte Skye nur verwundert die Stirn, aber dann keuchte sie angewidert auf. Unter dem Schriftzug hing etwas Pelziges an einem Fackelhalter festgebunden. Es war eine Katze, die Skye sehr bekannt vorkam.
    „Das ist Mrs Norris!“, flüsterte Mandy Brocklehurst, die in der Nähe stand, mit ängstlicher Stimme.
    Betty, Padma und Skye warfen sich verwunderte Blicke zu. Wer sollte so etwas getan haben? Es gab viele Schüler, die Mrs Norris nicht mochten, aber sie umzubringen, das sah wenigen ähnlich.
    Der Korridor war totenstill, niemand sagte etwas und alle schienen in einer Schockstarre zu sein, nur ein blonder Junge mit spitzem Gesicht drängte sich mit einem wahnsinnigen Funkeln in seinen Augen ganz nach vorne.
    „Feinde des Erben, nehmt euch in Acht! Ihr seid die nächsten, Schlammblüter!“
    Sein Ruf schien eine Art Bann zu lösen, die Schüler fingen plötzlich an, mit ihren Freunden zu flüstern und warfen sich misstrauische Blicke zu. Skye sah mit großen Augen zu Betty und Padma.
    „Warum sagt er, Muggelstämmige seien die Nächsten?“, fragte sie, und Angst bebte in ihrer Stimme. „Warum redet er so über uns?

    BILD: Tanzende Skelette (Wer hätte es gedacht?)

    8
    ((bold))((navy))Kapitel 8: FEINDE DES ERBEN, NEHMT EUCH IN ACHT((enavy))((ebold)) Betty und Padma schienen genauso ratlos wie Skye, beide zuckten verw

    Kapitel 8: FEINDE DES ERBEN, NEHMT EUCH IN ACHT

    Betty und Padma schienen genauso ratlos wie Skye, beide zuckten verwirrt mit den Schultern und in Bettys Augen war ein kleiner Funken Unsicherheit zu erkennen, was Skye nicht von ihr kannte.
    „Was geht hier vor? Was ist los?“
    Die keifende Stimme gehörte dem Hausmeister Argus Filch, der sich bis vor zu seiner geliebten Mrs Norris drängte. Er schien wie wahnsinnig, seine Augen quollen hervor und auf seinem Gesicht lag ein mörderischer Ausdruck. Er schrie Harry an und die Schüler waren bei dem Anblick des kreischenden Filch selbst beunruhigt zurückgewichen.
    „Ich glaube kaum, dass das Harry Potter war“, sagte Padma mit leiser Stimme.
    Betty nickte zustimmend, Skye jedoch war noch so geschockt, dass sie nur nach vorne starrte und beobachtete, wie Professor Dumbledore, der mit anderen Lehrern angerauscht kam, mit Filch beruhigend redete und die wie ausgestopfte Mrs Norris vom Fackelhalter holte. Und auf das heuchlerische Bitten Professor Lockharts hin („Mein Büro ist am nächsten, Direktor . . . bitte seien Sie so frei -“) machte sich Professor Dumbledore auf den Weg, gefolgt von Snape, Professor McGonagall und Professor Lockhart, ebenso wie Harry, Ron und Hermine, die mit schuldbewussten Gesichtern hinterhertrotten.
    Die Menge teilte sich, um die kleine Prozession durchzulassen, und dabei erhaschte Skye einen genaueren Blick auf Mrs Norris. Sie war vollkommen steif, die Augen vor Schreck weit aufgerissen und den Schwanz in die Höhe geschreckt - sie sah schrecklich aus.
    Als die Lehrer sich ein wenig entfernt hatten, begann wieder das laute Flüstern der Schüler: viele diskutierten über den Täter und die eigenartige Kammer des Schreckens. Sue Li erzählte Mandy Brocklehurst davon, dass etwas über die Kammer des Schreckens in der Geschichte von Hogwarts stand und sie bald nachlesen würde; Terry, Michael und Anthony, die ziemlich beunruhigt wirkten, machten sich leise redend auf den Weg zurück zum Ravenclaw-Turm. So löste sich die Ansammlung langsam auf, nur Skye, Betty und Padma blieben zurück und nährten sich langsam der Wand mit dem riesigen Schriftzug.
    „Ich kann mich auch erinnern, dass etwas darüber in der Geschichte von Hogwarts steht“, sagte Padma mit gesenkter Stimme. „Aber ich habe sie nicht dabei.“
    „Wir sollten gleich morgen in der Bibliothek nachschauen“, schlug Betty vor.
    Skye blieb stumm, sie starrte mit großen Augen auf die schimmernde Schrift und in ihrem Kopf hallten die Worte Malfoys noch nach.
    Ihr seid die Nächsten, Schlammblüter!
    „Du musst jetzt wohl ziemlich Schiss haben, Thomas, nicht wahr?“
    Skye fuhr herum, als sie die schnarrende Stimme hörte, genauso wie Betty und Padma. Es war Draco Malfoy, der da im Gang stand, er hatte einen zufriedenes Grinsen im Gesicht und verschränkte lässig die Arme. Hinter ihm standen Crabbe und Goyle, wie immer mit einem dümmlichen Gesichtsausdruck.
    „Was willst du, Malfoy?“, zischte Betty.
    Malfoy grinste. „Nun, nachdem die Kammer des Schreckens wieder geöffnet ist, sollte Thomas sich doch lieber verkriechen.“
    „Was meinst du?“, fragte Skye misstrauisch.
    Mit etwas Glück könnte sie Malfoy vielleicht noch ein paar Informationen entlocken oder herausfinden, warum er von Muggelstämmigen redete, bevor er wieder anfing, sie einfach nur plump zu beleidigen.
    „Na weil du ein kleines Schlammblut bist, deshalb“, sagte Malfoy und Crabbe und Goyle grunzten belustigt.
    Skye seufzte theatralisch. „Man würde wirklich denken, dass du langsam zu alt für diesen Kram wirst, Malfoy. Schade drum . . . Kommt Leute, wir gehen.“
    Mit einem herrischen Ausdruck auf dem Gesicht drehte Skye sich um und lief in die entgegengesetzte Richtung; sie wollte sich so schnell wie möglich von Malfoy entfernen. Betty und Padma folgten ihr schweigend; Betty sah so aus, als hätte sie Malfoy am liebsten eigenhändig verprügelt, Padma hingegen schien erleichtert. Skye unterdrückte ihre Wut nur schwer, sie hasste es, wenn Draco Malfoy oder andere seiner schrecklichen Slytherin-Freunde so redete.
    „Ja, verkriech dich ruhig bei deinen Muggeleltern, Thomas“, rief Malfoy ihr in einer schrecklichen, gestellten Babystimme hinterher. „Aber du wirst es schon noch sehen. Bin ich froh, nicht so ein wertloses Schlammblut wie du zu sein!“
    Und damit hatte Malfoy einen Punkt überschritten, den er nicht hatte überschreiten sollen. Irgendwo in Skye schien etwas zu platzen, es war wie ein Kochtopf, der überkochte.
    Wütend zog sie ihren Zauberstab, und von dieser Sekunde an schien alles ganz schnell zu gehen. Mit wehendem Umhang fuhr sie herum, Malfoy sah ihren ausgestreckten Zauberstab, versuchte noch, seinen eigenen zu ziehen, aber Skye war schneller.
    Petrificus Totalus!“, hallte Skyes Stimme durch den Korridor, sie echote fast schon geisterhaft.
    Und augenblicklich wurde Malfoy fest und wie von Stein, seine Arme schnellten zusammen und er taumelte kurz auf der Stelle, dann fiel er nach hinten, den Ausdruck der plötzlichen Überraschung noch auf dem fahlen Gesicht. Sein Freund Crabbe konnte den erstarrten Malfoy gerade noch auffangen, bevor er auf dem Boden aufschlug.
    Zufrieden beobachtete Skye das Ganze. Zwar wunderte sie sich schon, warum Crabbe und Goyle nicht auf sie losgingen, da sie doch sonst so aggressiv schienen, aber für einen Moment war sie von dem Erfolg völlig geblendet.
    „Das tat gut“, sagte sie zufrieden zu Betty und Padma, die neben ihr standen. „Hoffentlich wird ihm das eine -“
    „Ich frage mich, ob Mr Malfoy von alleine so gelähmt wurde, Miss Thomas?“, unterbrach sie eine kühle Stimme hinter ihr.
    Skye brauchte sich gar nicht umzudrehen, sie wusste, dass es Professor Snape war und schon bereute sie, was sie eben getan hatte, ihre Freude war wie weggeblasen.
    Langsam wendete sie sich um und sah verzweifelt zu Snape hinauf, der so fetthaarig und mürrisch wie immer vor ihr stand.
    „Ich kann das erklären, Professor, wirklich!“
    „Das hoffe ich doch für Sie. In mein Büro. Sofort“, sagte er mit gefährlich ruhiger Stimme.
    Skye warf Betty und Padma einen letzten verzweifelten Blick zu, die beide genauso überrascht und ängstlich wie sie schienen. Die beiden blieben stehen, als Snape in Richtung seines Büros in den Kerkern lief, nur Betty hauchte noch ein „Viel Glück“.
    Mit einem lässigen Schwenker seines Zauberstabs hatte er Draco Malfoy vorher noch von seiner Lähmung befreit, und Skye hoffte jetzt innig, dass Betty und Padma sich schnell aus dem Staub machen würden, bevor sich Crabbe und Goyle wieder ihrer Muskeln bewusst wurden und sie angriffen.
    Skye folgte Professor Snape mit schuldbewusster Miene, sein schwarzer Umhang bauschte sich wie eine gigantische Fledermaus vor ihr auf und als die beiden schließlich in sein Büro traten, warf er die Tür mit solcher Wucht zu, dass Skye zusammenzuckte. Sie hatte noch nie so ein dunkles Büro gesehen, es sah angsteinflößend aus, mit den schleimigen Geschöpfen in Gläsern, die überall standen und in dem schweren Steinkamin flackerte kein angenehmes Feuer, das den kühlen Raum etwas freundlicher gemacht hätte.
    „Sie wissen, dass das Duellieren auf den Schulgängen verboten ist, Thomas?“, fragte Snape und stützte sich auf seinen klauenbeinigen Schreibtisch.
    „Ja, aber -“
    „Sie wissen, dass man Sie dafür von der Schule verweisen kann?“
    „Ja, ich weiß, aber -”
    „Und Sie wissen auch, dass Mr Malfoy ernsthafte Schäden davontragen könnte?“
    „Das glaube ich kaum, Professor.“
    Snape stutzte bei dieser widerspenstigen Antwort und musterte Skye mit seinen schwarzen Käferaugen.
    „Ich habe ihn nur gelähmt, Sir, das wird ja wohl kaum so schrecklich sein“, fuhr sie fort, ermutigt vom plötzlichen Einhalten Snapes. „Außerdem hat er es herausgefordert. Ich konnte gar nicht anders.“
    Snape bleckte hämisch die Zähne. „Natürlich. So ist es immer.“
    „Er hat mich Schlammblut genannt!“ Skyes Stimme bebte vor Wut, als sie ihm das ins Gesicht schleuderte.
    „Und Sie“, sagte Snape verächtlich und richtete sich auf, „Sie glauben, dass sie nun die gesamte Welt der . . . Ihrigen . . . vor Mr Malfoy verteidigen müssten?“
    Skye wollte fast lachen bei dieser Aussage, so affektiert wirkte sie.
    „Nein, das glaube ich nicht“, erwiderte sie. „Aber ich glaube sehr wohl, mich selbst verteidigen zu müssen. Ihnen würde es sicher auch nicht so gefallen, wenn man Sie so beleidigt.“
    Bei diesem letzten Satz versteinerte sich Snapes Miene und in seinen Augen blitzte irgendetwas auf. Es war wie eine ferne Erinnerung, die plötzlich wieder vor seinen Augen erschien. Für ein paar Sekunden herrschte Stille, Snape schien in Gedanken versunken und Skye wartete angespannt auf seine Antwort.
    „Nun . . .“, sprach Snape endlich. „Dieses eine Mal. Nur dieses eine Mal werden Sie ohne Strafe danvonkommen, Thomas.“
    „Vielen Dank, Sir!“
    Skye, die sich vorher gefühlt hatte, als hätte sie jemanden in die Magengegend geschlagen, entspannte sich augenblicklich und sie lächelte erleichtert.
    „Und nun machen Sie, dass Sie aus meinem Büro verschwinden. In zwei Minuten werde ich durch die Korridore patrouillieren, und wenn ich Sie dann antreffe, werden Sie mehr als nur ein paar Hauspunkte verlieren.“
    „Ja, danke. Dankeschön!“
    Mit einem erleichterten Kopfnicken huschte Skye aus der Tür, verließ Snapes gruseliges Büro und rannte, sobald sie im Gang stand, so schnell sie konnte los. Zwar überlegte sie, warum Snape plötzlich so weich geworden war, doch diese Gedanken hob sie sich für später im Ravenclaw-Turm auf. So sauste sie glückselig durch die Gänge und überhörte dabei das leise Knirschen und Flüstern, das aus einer Wand kam und erst weg war, als sie sicher im Gemeinschaftsraum stand.

    BILD: Der Schriftzug an der Wand

    9
    ((bold))((navy))Kapitel 9: DIE KAMMER DES SCHRECKENS((enavy))((ebold)) Nach dem eigenartigen Vorfall mit Mrs Norris wurde Skye erstmals klar, wie sich

    Kapitel 9: DIE KAMMER DES SCHRECKENS

    Nach dem eigenartigen Vorfall mit Mrs Norris wurde Skye erstmals klar, wie sicher die Muggelwelt eigentlich war. Wenn sie dort in ihrem kuscheligen Bett lag, musste sie keine Angst haben, dass etwas Mörderisches im Haus lauerte und ihre Freunde verhielten sich so fröhlich wie immer.
    In Muggelschulen gab es kein Gerede über die Kammer des Schreckens. Während Skye vor dem Unterricht ihre Bücher auspackte, unterhielt sie sich mit den anderen fröhlich über die neusten Filme, Lehrer und andere oberflächliche Themen. Für sie gab es keine Gefahren, sie alle waren normale Schüler mit normalen Leben.
    Die sekundäre Dimension war für Skye ein Ort der Ruhe geworden, wo sie keine Angst haben musste. Rosewood war ein friedlicher Ort, frei von den außen herrschenden Katastrophen.
    Wenn Alice sich vor ihr über die Unverschämtheiten ihrer Eltern („Und da meinten sie, ich solle erst mein Zimmer aufräumen! Kannst du das glauben?“) aufregte, lächelte Skye nur und dachte daran, wie Alice wohl reagieren würde, wenn in ihrer Schule Katzen angegriffen und Drohungen an die Wände geschmiert werden würden.

    In Hogwarts jedoch sprach niemand mehr über etwas anderes. Ging man in den Gängen an Schülergruppen vorbei, hörte man leises Geflüster über die mysteriöse Kammer des Schreckens und manche Schüler behaupteten sogar felsenfest, Harry Potter sei der berüchtigte Erbe.
    Betty, Padma und Skye hielten das für Schwachsinn.
    „Das sind wieder diese Hufflepuffs mit ihren unlogischen Verschwörungstheorien“, hatte Betty gesagt. „Sollen die mal lieber beim Nettsein bleiben.“
    Und es wirkte so, dass niemand etwas über die Kammer des Schreckens herausfinden konnte. Alle Ausgaben von der Geschichte von Hogwarts waren ausgeliehen und es gab sogar Wartelisten. Niemand jedoch schien eines der Bücher wirklich ausgeliehen zu haben, und so wurden die Vermutungen immer wilder.

    So war es auch in einer eigentlich ganz normalen Stunde Geschichte der Zauberei mit den Gryffindors. Der Geist Professor Binns leierte wie immer in seiner monotonen Stimme den Unterrichtsstoff herunter und ein Teil der Klasse war eingenickt; Betty, Padma und Skye jedoch, die sich ganz nach hinten gesetzt hatten, diskutierten hinter einer Wand von aufgestapelten Büchern angeregt über die Kammer des Schreckens.
    „Der Erbe könnte doch Draco Malfoy sein“, schlug Padma flüsternd vor. „Schließlich wusste er ja um einiges mehr als die anderen Schüler.“
    „Oder andere von den Slytherins. Crabbe und Goyle können wir ausschließen, die sind viel zu dumm dafür, außerdem können die gar nicht schreiben, glaube ich. Blaise Zabini vielleicht“, meinte Betty und bedachte Padmas Schwester Parvati, die sich neugierig zu ihnen lehnte, mit einem drohenden Blick.
    „Der ist ein Lackaffe, mehr nicht“, sagte Skye. „Ihn kann ich mir nicht als Erben vorstellen.“
    „Und was ist mit den anderen?“, fragte Padma. „Mit diesem Avery und Nott? Ich könnte -“
    Sie brach plötzlich ab, denn auch Professor Binns hatte aufgehört zu reden, was etwas war, das sonst nie vorkam. Padma warf Betty und Skye einen verwirrten Blick zu, beide zuckten aber nur mit den Schultern.
    „Miss - ähm -“, fragte Professor Binns in seiner kratzigen Stimme.
    „Granger, Professor. Ich frage mich, ob Sie uns nicht etwas über die Kammer des Schreckens erzählen könnten“, meinte Hermine und mit einem mutigen Blick ließ sie ihre Hand wieder sinken.
    Ein aufgeregtes Murmeln ging daraufhin durch die Klasse: sowohl Gryffindors als auch Ravenclaws schreckten aus ihren Trancen auf und alle sahen neugierig nach vorne zu dem verdatterten Professor Binns, der so viel Aufmerksamkeit nicht gewohnt war.
    Er ließ seinen Blick über die gespannt aussehenden Schüler wandern. „Sie alle wissen natürlich, dass Hogwarts vor über tausend Jahren gegründet wurde - das genaue Datum ist nicht bekannt -, und zwar von den vier größten Hexen und Zauberern des damaligen Zeitalters . . .“
    „Die übliche Geschichte“, kommentierte Betty das leise, aber dennoch sah sie aufmerksam nach vorne.
    Aber es war ganz und gar nicht die „übliche Geschichte“. Professor Binns erzählte nämlich von einem Streit unter den Gründern und davon, dass Slytherin schließlich die Schule verließ, da er nur Kinder reines Blutes lehren wollte. Und um seine Meinung durchsetzen, solle er die Kammer des Schreckens in Hogwarts eingebaut haben.
    „. . . Und die Legende sagt weiter“, fuhr Professor Binns fort, dass Slytherin diese Kammer versiegelt hat, sodass keiner sie öffnen kann, bis sein eigener wahrer Erbe zur Schule kommt. Der Erbe allein soll in der Lage sein, die Kammer des Schreckens zu entsiegeln, den Schrecken im Inneren zu entfesseln und mit seiner Hilfe die Schule von all jenen zu säubern, die es nicht wert seien, Zauberei zu studieren“, endete er.
    Skye wusste nicht, wie sie sich nach dieser Geschichte fühlen sollte. Salazar Slytherin hatte Muggelstämmige verabscheut, so wie Draco Malfoy, Pansy Parkinson und der Rest der Slytherins. War der Erbe nun wirklich an der Schule? War er da, um Hogwarts von Leuten wie Skye zu säubern?
    Zwar behauptete Professor Binns, das alles sei nur eine unsinnige Legende, aber niemand schien das zu glauben. Es wirkte so logisch und passend, dass sich die Schüler fast schon sicher waren, die Kammer sei wirklich geöffnet worden.

    In den nächsten Tagen verbreitete sich die Geschichte der Kammer des Schreckens rasend schnell; die ganze Schule wusste davon und Skye fühlte sich immer unwohler.
    Jedes Mal, wenn sie einen muggelstämmigen Mitschüler in den Gängen sah, musste sie an die Geschichte denken. Lauerte wirklich so eine Gefahr hinter den Mauern von Hogwarts? Sie hatte Angst, das konnte sie nicht bestreiten.
    Zwar versuchte sie, sich mit dem Quidditch-Training abzulenken (Wright trainierte die Mannschaft härter denn je, denn das Spiel gegen Hufflepuff stand bevor; einmal zertrümmerte er mit einem Klatscher sogar fast das Bein von Jason Samuels), aber sie war besorgt.
    Betty, Padma und Skye klebten noch mehr aneinander als vorher, sie alle fühlten sich sicherer in der Nähe der anderen und obwohl Skye diesen Gedanken immer verdrängte, war sie insgeheim froh, dass Betty von einer so alten Familie Reinblütiger stammte. Zusammen schlichen sie durch die Gänge, verbrachten viel Zeit in der Bibliothek, um etwas über die Kammer herauszufinden und beobachteten aufmerksam Malfoy und seine Gang.
    Die Lehrer taten, als wäre nichts geschehen, doch dann erschütterte ein Vorfall ganz Hogwarts.
    Betty, Padma und Skye hatten vor Zauberkunst auf den Unterrichtsbeginn gewartet, da war plötzlich Professor McGonagall aufgetaucht und hatte mit leiser Stimme auf Professor Flitwick eingeredet. Betty, die ausgezeichnete Ohren hatte, hatte sie belauscht. Ein junger Gryffindor sei versteinert worden, auf dem Weg zu Harry Potter, der wegen eines Unfalls beim Quidditch im Krankenflügel lag.
    Das war es, was vielen Muggelstämmigen den Rest gab. Es war der Beweis, dass die Geschichte der Kammer des Schreckens stimmte.
    Ein Unruhe machte sich unter den Schülern breit, wie Skye sie noch nie zuvor erlebt hatte. Kevin Entwhistle berichtete, dass seine Eltern ihn nach Hause holen wollten; die Vertrauensschüler schienen noch finsterer als sonst und die Gerüchte wurden immer verrückter. Viele schienen auf einmal über ihren Blutstatus sprechen zu wollen, falls der Erbe zufälligerweise in der Nähe war, und Reinblütige hielten sich plötzlich für die Beschützer der anderen.
    Alle hatten irgendwie einen Weg gefunden, mit diesen Vorfällen umzugehen. Betty zum Beispiel war noch lauter geworden, sie machte ständig Witze, um die Stimmung aufzulockern („Kein Wunder, dass der Erbe jetzt angreift, wir haben schließlich Lockhart als Lehrer in Verteidigung gegen die dunklen Künste, da weiß er, dass er nicht viel zu befürchten hat!“) und wenn Skye und Padma mal nicht in der Stimmung waren, steckte sie den Kopf mit den Weasley-Zwillingen zusammen, die auch wie Betty reagierten. Padma war zunehmend ruhiger geworden, sie verbrachte viel Zeit mit ihrer Schwester Parvati und schrieb ständig irgendwelche Briefe an ihre Eltern.
    Skye suchte verzweifelt nach einer Lösung, einer Spur, oder einer Erklärung, die das Ganze weiterbringen würde. Außerdem spielte sie mehr Quidditch als je zuvor, der kühle Novemberwind schien ihr ihre Sorgen wenigstens für ein paar Stunden aus dem Kopf zu blasen.

    BILD: Alice Smith mit zwölf Jahren

article
1550784812
Skye Thomas ~ Um Welten Entfernt #2 [Eine Harry...
Skye Thomas ~ Um Welten Entfernt #2 [Eine Harry...
Skyes zweites Schuljahr in Hogwarts beginnt, wobei nicht nur die mysteriöse Kammer des Schreckens sie in Atem hält - nein, denn auch ihr geheimes Doppelleben wird immer schwieriger zu verstecken. Und bei alldem hätte sie am wenigsten erwartet, dass ih...
https://www.testedich.de/quiz59/quiz/1550784812/Skye-Thomas-Um-Welten-Entfernt-2-Eine-Harry-Potter-FF
https://www.testedich.de/quiz59/picture/pic_1550784812_1.jpg
2019-02-21
402D
Harry Potter

Kommentarfunktion ohne das RPG / FF / Quiz

Kommentare (66)

autorenew

vor 2 Stunden
Ha, ich bin eigentlich überhaupt kein Fantasy-Fan. Harry Potter ist da die Ausnahme, die die Regel bestätigt.

Das klingt wirklich nach einer großen Chance für dich, Halbblutprinzessin! Ich drücke die Daumen, dass alles gut läuft!

Diese Übersetzungen von Namen und Begriffen finde ich auch komplett überflüssig und teilweise echt schlecht. Professor Raue-Pritsche klingt lustig, aber Grubbly-Plank doch auch. Und dieser Übersetzungsfehler bei Exploding Snap (Snape Explodiert) ist ja auch bekannt. Aber ich mag auch das englische O.W.L.s und N.E.W.T.s viel lieber ZAGs und UTZe. Hat viel mehr Charme und passt einfach besser.

Was du sagst, zum Thema vorsichtig sein im Internet finde ich auch ganz wichtig! Ich meine, ich find's toll, mich hier mit meinen fellow Potterheads auszutauschen, aber eigentlich spielt es für mich auch keine große Rolle, ob "HarryPotterFan2078" jetzt die dreizehnjährige Sophie, Schülerin aus Hannover, oder Andreas, 42, Schreinermeister aus Frankfurt a.M., oder Luise, 29, MTA (zur Zeit in Mutterschutz) aus Passau, oder Felix, 20, Physikstudent aus Köln ist. Hier tausche ich mich mit anderen über Harry Potter und über das Geschichten schreiben aus. Andere Themen sind für mich auch eher nicht relevant oder sogar tabu. Ich meine, klar, so ab und zu ein bisschen Small Talk, das ist schon okay, aber das bleibt dann eher oberflächlich.
Gestern
Und ich habe gerade etwas sehr Eigenartiges erfahren:
Rita Skeeter heißt im Deutschen Rita Kimmkorn!
Wer kam denn auf diese Idee?!?
1. Kimmkorn?!?! Warum nicht . . . Mücke oder so. Rita Mücke. Klingt absolut fantastisch. xD
2. Warum eindeutschen?!?! Es heißt doch auch nicht Verrücktes-Auge Launisch oder so ein ****, sondern Mad-Eye Moody!
3. Das ist Zerstörung des Canon! Wirklich, ich fand es schon schlimm genug, dass aus Hermione Hermine geworden ist. Aber Rita Kimmkorn? Das ist ein vollkommen anderes Wort!
Halleluja!
Gestern
Danke, danke, da werd‘ ich ja ganz rot. ;)
Es ist mehr so real life based, könnte man sagen. Klingt langweilig, aber ich versuche, es spannend zu machen. Das ist eben mehr das Interessengebiet meiner Freunde, obwohl ich selber doch mehr so der Fantasy-Typ bin.
Und diese Geschichte werde ich ganz, ganz, ganz sicher nicht vernachlässigen! Sonst habt ihr hiermit die offizielle Erlaubnis, in solch einem Fall Druck auf mich auszuüben!
Gestern
Boah, das klingt echt cool! Geschichtenerzählerin im Radio... Glückwunsch! 👏🍾(alkoholfrei!)🎉 Was für Geschichten erzählst du da so? Auch sowas wie hier, also mit Magie? Fantasy? 🧙‍♀️

Aber ich muss sagen, dass ich echt traurig wäre, wenn du deswegen diese Geschichte vernachlässigen solltest... 😭 Aber du hast ja versprochen, das nicht zu tun.
Gestern
(Ich bin übrigens noch immer jung. Einiges unter minderjährig. Wahrscheinlich merkt man das meinem Schreibstil an, aber ich wollte es nur noch einmal sagen, weil solche „Deals“ in meinem Alter recht ungewöhnlich sind. Deshalb freue ich mich natürlich auch besonders. :))
Gestern
Danke. :)
Ich dachte mir, weil im nächsten Kapitel auch Quidditch gespielt wird, könnte es dann zu viel werden.

Und zu der Chance: Es ist eine längere Geschichte. Also . . .
Das klingt wahrscheinlich etwas ungewöhnlich, aber als ich jünger war, habe ich meinen Freunden in Pausen immer Geschichten erzählt, die ich eben improvisiert habe.
Eine dieser Freundinnen hat das vor kurzem (Ende letzten Jahres) noch einmal „aufleben“ lassen und in einer Vertretungsstunde habe ich dann wieder irgendwas erzählt. Das hat dann die Aufmerksamkeit anderer geweckt und weil alle so begeistert waren, habe ich das wie eine kleine FF auch privat gemacht und als Hörspiel an diese verschickt. So als Geg, nichts Besonderes. Aber eine dieser „neuen“ Mädchen hat eine Mutter, die beim Radio arbeitet, und die hat das irgendwie mitbekommen und sich aus Interesse mal angehört. Das Ergebnis?
Sie (die sich ja damit auskennt) meinte, dass das Potenzial hat und dann ist es dazu gekommen, dass ich für eine Art Podcast, der auch professionell aufgenommen wird, „eingestellt“ wurde. Das wird dann wahrscheinlich auch im Radio ausgestrahlt, und auf die Social Media- und Internetseiten des Senders gestellt. (Es ist ein recht großer Rundfunk.)
Und derzeit arbeite ich daran, das Ganze zu verfeinern.
Vielleicht hört ihr mich ja mal im Radio. Ich werde zwar nicht verraten, wo in Deutschland ich lebe, weil ich da im Internet etwas empfindlich bin, aber wer weiß, vielleicht wohnt ihr ja zufälligerweise im gleichen Bundesland. :)
Gestern
Schade, dass Skye nicht bei dem Spiel war, wo Harry verletzt wurde. Ansonsten wie immer top.

Aber kommen wir zum wirklich aufregenden: was ist das für eine "krasse Chance" und was meinst du mit "größere Glocke"? Klingt auf jeden Fall, als müsste es gefeiert werden... 🎉🎊🎆
vor 2 Tagen
So, ein neues Kapitel ist da! ^^
Das hat jetzt fast eine Woche gedauert, was für mich recht ungewöhnlich ist. xD

Wahrscheinlich werde ich aber auch in Zukunft nicht ständig ein neues Kapitel rausbringen können. Und zwar, weil ich eine ziemliche krasse Chance gekriegt habe, mein Geschreibsel mal an eine „größere“ Glocke zu hängen. Deswegen werde ich auch an dem Projekt viel arbeiten.

Das heißt natürlich nicht, dass ich hier aufhöre, fleißig weiterzuschreiben. Vielleicht nicht mehr so viel, aber ein Kapitel die Woche garantiere ich euch.
Was ich anfange, beende ich. Und diese FF macht mir viel Spaß, deshalb werde ich auch weiterschreiben.
Ich hoffe, ihr versteht das, ich werde mich auch anstrengen, so oft wie möglich hier etwas Neues herauszubringen. :)
vor 4 Tagen
Vielen Dank! ^^
Genau deswegen, Koala-Girl, besser könnte man Snape auch nicht beschreiben. ;)
vor 4 Tagen
Und die Reaktionen von Betty und Padma habe ich mir auch genauso vorgestellt! Das ist doch gut, Halbblutprinzessin, das heißt, dass du deine Charaktere gut beschreibst.
vor 4 Tagen
Ist Snape so nachsichtig, weil er aus eigener Erfahrung weiß, dass man sich manchmal einfach wehren muss, oder weil die Beleidigung, gegen die sie sich gewehrt hat, eine ist, die er selbst schon mal verwendet hat, um es dann bitter zu bereuen?

Unser aller Lieblingsslytherin hat eben mehr Facetten als die übergroße Fledermaus mit der permanent schlechten Laune...
vor 5 Tagen
@Tigerin: Ja, ich denke, man kann auch erahnen, welche Erinnerung Snape zu seiner ungewöhnlichen Entscheidung bewegt hat.
Und so ein wachsendes Selbstbewusstsein kann Skye auch sicher noch nützlich sein. ;)

@Pneumonia: Praktisch genau so habe auch ich mir ihre Reaktionen vorgestellt - Betty bewundernd und Padma, ganz die Moralapostel, eher kritischer. Du kennst die Charaktere ja schon gut. ;)
Und wie Malfoy sich in Zukunft wohl verhalten wird . . . ?
vor 5 Tagen
Ich hoffe, Skye kostet ihren kleinen Triumph trotz des Intermezzos mit Snape doch noch richtig aus. Also, ich erwarte mindestens so was wie ein High Five von Betty. Wobei Padma vielleicht etwas... kritischer reagieren könnte. Von wegen Verbot des Zauberns in den Korridoren außerhalb des Unterrichts...
vor 6 Tagen
Der Moment in Snapes Büro war echt... einmalig. In doppelter Hinsicht, schätze ich mal. 😄

Schön, wie Skye sich weiter entwickelt. Ihr gewachsenes Selbstbewusstsein passt zu Terrys Aussage am ersten Abend. "Jetzt sind wir Zweitklässler. Also schon fast erwachsen." 😉
vor 7 Tagen
Ein neues Kapitel ist da, als passender Abschluss des Montags. :)

Es soll auch einen kleinen Gegensatz zum letzten Halloween darstellen. Skye hat sich damals mit einigen schlimmeren Dingen als nervenden Slytherins herumschlagen müssen, trotzdem aber nicht zu ihrem Zauberstab gegriffen.
Jetzt sieht es anders aus: sie hat sich an die Magie gewöhnt, ist bereit, sie einzusetzten und sie ist auch selbstbewusster geworden. Ein Duell, wie Pansy Parkinson es damals in Kapitel acht fast gestartet hätte, würde Skye nun sicher nicht mehr fürchten.

@Pneumonia: Vielen Dank! Das bedeutet mir wirklich immer viel, und ich hoffe, dass ich dich mit meiner Geschichte etwas wegen deiner Lungenentzündung aufheitern kann. ♡
vor 7 Tagen
Was soll ich noch sagen? Das ist echt einfach toll. ❤
vor 8 Tagen
Gut, dass ich das Gefühl gut rüberbringen konnte, weil für mich ist es einer der besten Momente im zweiten Buch. :)
Ich freue mich auch schon, diese „Angstzustände“, die damals in Hogwarts herrschten, zu schreiben. Das wird sicher interessant. Und um einiges düsterer als in Teil #1. ;)
vor 8 Tagen
An der Stelle kriege ich beim Original immer Gänsehaut... DIE KAMMER DES SCHRECKENS WURDE GEÖFFNET. *Schauer über den Rücken*

Das gleiche Gefühl hatte ich gerade beim Lesen deiner Version.

Teil 2 finde ich von der Reihe ziemlich am gruseligsten. Ich meine, Riesenspinnen und Riesenschlange!
vor 8 Tagen
@Tigern: Ja, das stimmt. ^^
Dann ist ja gut, dass du jetzt noch bewertet hast. Dankeschön! ;)

@Zora: Vielen Dank. :)
vor 8 Tagen
Coole Geschichte! 👍