Springe zu den Kommentaren

Backstage – Jungkook Ff

star goldstar goldstar goldstar goldstar greyFemaleMale
42 Kapitel - 56.537 Wörter - Erstellt von: - Aktualisiert am: - Entwickelt am: - 12.392 mal aufgerufen- Die Geschichte ist fertiggestellt - 16 Personen gefällt es

Du bist sechzehn und machst in den Sommerferien ein Praktikum bei einer Firma, die eine der größten Konzerthallen Koreas besitzt. Dort lernst du einige Künstler kennen - unter anderem BTS.

    1
    „Dein Name (im Folgenden dN), hast du schon gecheckt, ob die Scheinwerfer richtig ausgerichtet sind?“, ruft dir dein Praktikumsleiter Minho zu, während du auf einer Leiter stehst und gerade eine Glühbirne im Eingangsbereich austauscht.
    „Ja, die sind schon eingestellt“, schreist du zurück.
    „Super, dann hol mir doch bitte einen Kaffee. Am besten sofort!“
    Du seufzt: Das ist schon Minhos dritter Kaffee heute und es war noch nicht mal Mittagspause. Eigentlich macht dir das Praktikum Spaß, aber du bist auch froh, dass heute dein vorletzter Tag ist. Heute wird die Band BTS auftreten auf die du dich schon mega freust, da dir ihre Musik sehr gefällt und du die Jungs sympathisch und cool findest.
    Sobald du die Glühbirne eingeschraubt hast, springst du von der Leiter und sprintest in die kleine Küche im Backstage-Bereich. Während eine Maschine langsam den Kaffee kocht, überlegst du, welche Aufgaben du heute noch zu erledigen hast: du musst dich noch um einige Pakete kümmern, Flyer aufhängen, eine Reinigungsfirma für morgen bestellen und den Backstage-Bereich für BTS vorbereiten. Jeder soll einen kleinen Geschenkkorb mit individuellen Sachen bekommen.
    Der Kaffee ist fertig und du bringst ihn Minho: „Mit zwei Zuckerstücken?“ Du nickst.
    „Heute Morgen war es aber nur einer.“
    „Nein, ich habe zwei rein. Wie immer“, widersprichst du ihm.
    „Willst du also sagen, meine Geschmacksnerven lassen nach?“
    ‚Oh gefährliches Terrain‘, denkst du dir und sagst: „Nein, gar nicht. Ich bin mir nur sicher, dass es zwei waren.“
    Minho zwinkert dir zu: „Ich will dich doch nur ein wenig auf den Arm nehmen, dN. Aber wie ich sehe, verstehst du heute wohl keinen Spaß.“
    Du (genervt von deinem unlustigen Praktikumsleiter): „Es ist heute bloß viel zu tun.“
    Minho nickt: „Ja, BTS ist eine beliebte Band. Heute kommen sogar mehr Leute als zu Macklemore vor zwei Wochen.“
    „Minho, glaubst du, ich kann heute zusehen oder muss ich hinter der Bühne arbeiten?“, fragst du.
    Dein Praktikumsleiter nimmt einen großen Schluck von seinem süßen Kaffee: „Hm, es werden so viele Leute da sein: Da denke ich, ist es besser, wenn du hinter der Bühne bleibst und alles im Auge behältst. Aber du darfst gerne bei ein, zwei Liedern vom Rand aus zu sehen.“
    Das hattest du dir fast gedacht, bist aber trotzdem enttäuscht. Wenigstens zwei Songs darfst du dir anschauen und die Musik hört man hinter der Bühne trotzdem gut. Minho bemerkt deine Enttäuschung und tätschelt dir den Arm: „Sei nicht traurig; gern kannst du dir das Konzert von Bastille nächste Woche ansehen.“
    „Da bin ich gar nicht mehr da. Mein Praktikum endet doch morgen.“
    „Was? Ohja…das habe ich ja ganz vergessen. Komm morgen noch einmal zu mir ins Büro, dann kannst du dir deine Beurteilung abholen.“
    „Beurteilung?“, fragst du erstaunt.
    „Ja. Wenn die gut ausfällt, kannst du dich damit für weitere Jobs bewerben.“
    Du lachst los: „Aber Minho, ich gehe doch noch zur Schule. Vorerst werde ich mich wohl kaum für Jobs bewerben.“
    „Achso hm, na dann brauchst du wohl keine.“ Mit diesen Worten dreht sich dein Praktikumsleiter um und stapft davon.
    Du schüttelst den Kopf. ‚Dass die Konzerte so problemlos ablaufen liegt zumindest nicht an Minhos gutem Gedächtnis. Er hat Glück, dass seine Mitarbeiter an alles denken.‘
    Den restlichen Tag verbringst du mit Paketen, Flyern und Anrufen. Noch zwei weitere Male musst du Minho Kaffee bringen. Kurz bevor BTS eintreffen soll, bereitest du noch den Backstage-Bereich für die Jungs vor. Jeder bekommt einen eigenen Platz, an dem du jeweils einen Geschenkkorb hinstellst. Du kannst es dir nicht verkneifen und schaust nach, was alle bekommen. ‚Wer wohl die Sachen besorgt hat?‘, fragst du dich und schaust in RM’s Korb: Dort ist neben Knabberzeug, ein goldenes Armband und ein Buch zu sehen. Du gehst zum nächsten; auch in diesem sind Süßigkeiten und das gleiche Schmuckstück, aber du kannst auch ein Kabel erkennen, das du schon an dem großen DJ-Pult hinter der Bühne gesehen hast. Auf diesem Korb steht „SUGA“. ‚Stimmt, er produziert ja die Songs. Hoffentlich kann er das auch gebrauchen‘, denkst du dir und schaust in den nächsten. Dort ist neben dem Üblichen – Snacks und Armband – ein Kochbuch zu sehen. Du schmunzelst: ‚Da freut sich Jin sicherlich.‘ In V’s und Jimins Körben sind Schmuckstücke und in J-Hopes Geschenkkorb findest du Sportschuhe mit sehr weicher Sohle. ‚Wahrscheinlich fürs Tanzen‘, denkst du dir und schaust in den letzten Korb. Als du erkennst, was darin ist, musst du laut lachen. Vorsichtig holst du das Videospiel heraus und schaust es genauer an. Da du einen älteren Bruder hast (oder einfach sehr cool bist), kennst du dich ein bisschen mit Gaming aus und dir ist auch das Spiel bekannt. Allerdings ist es eine veraltete Version. ‚Hm, das muss er ja noch mit einem Gameboy spielen.‘ Auf dem Korb steht „JUNGKOOK“. ‚Als Gamer hätte ich Jungkook gar nicht eingeschätzt. Aber das Spiel ist echt sehr cool, das wird ihm bestimmt gefallen.‘
    Du schaust auf die Uhr und erschrickst: ‚Verdammt, die Jungs sollten gleich da sein. Ich muss hier raus. Minho wird sauer, wenn ich mich zu lange in den Räumen der Künstler aufhalte.‘ Schnell gehst du in Richtung Tür, aber da wird die Klinke runtergedrückt. ‚Das kann jetzt nicht tatsächlich passieren‘, denkst du dir und versteckst dich schnell im begehbaren Kleiderschrank, weil du befürchtest, dass BTS schon da sein könnte. Vorsichtig schielst du durch den leicht geöffneten Türspalt, doch du siehst nur eine Mitarbeiterin, die Getränke auf den Tisch stellt. Leise lachst du über dich selbst. ‚Ich werde schon paranoid‘, denkst du dir. Sobald die Frau den Raum verlassen hat, gehst du zur Tür und willst zurück zum Eingangsbereich, wo du gleich mit der Kontrolle von Tickets dran bist. Aber als du die Klinke nach unten drückst, erstarrst du. Die Tür lässt sich nicht öffnen. Anscheinend hat die Mitarbeiterin sie abgeschlossen.

    2
    ‚Nein, das darf jetzt echt nicht wahr sein‘, du rüttelst an der Klinke. Da du noch minderjährig bist, hat man dir keinen Schlüssel gegeben und nun steckst du fest. Du versuchst ruhig zu bleiben und holst dein Handy aus der Tasche: ‚Es hilft alles nichts, ich muss Minho anrufen, auch wenn er sauer wird. Aber dass ich hier feststecke ist einfach dumm gelaufen. Das sollte er schon verstehen.‘ Du wählst seine Nummer und wartest. Es klingelt mehrmals, aber Minho hebt nicht ab.
    BTS sollte bald da sein, aber bis man die Jungs begrüßt und ihre Sachen aus den Autos auslädt, wird es wahrscheinlich noch ein Weilchen dauern. Deine Panik wächst bei dem Gedanken, sie könnten gleich einfach so in den Raum kommen. ‚Könnte ich mich im begehbaren Kleiderschrank verstecken? Hm, früher oder später gehen sie da wahrscheinlich auch rein.‘ Angestrengt denkst du nach, was du machen könntest.
    Nachdem du Minho ein weiteres Mal erfolglos versucht hast anzurufen, googelst du die Nummer der Firma, bei der du das Praktikum machst und wählst sie kurzentschlossen. ‚Irgendjemand in dieser Firma wird mich ja wohl hier rausholen können.‘
    Du bist erleichtert, als eine bekannte Stimme ans Telefon kommt: „Ahri, ich bin hier eingesperrt und gleich kommt BTS. Du musst mich hier unbedingt rausholen!“
    „DN, bist du das? Wo bist du denn?“ Schnell erklärst du Ahri, die hier einen Nebenjob hat und die du sehr gern magst, die Situation.
    Ahri muss lachen: „Oh DN, sowas kann auch nur dir passieren. Warum bist du denn nicht mit der Mitarbeiterin raus? Du hattest doch ein gutes Recht in dem Raum zu sein.“
    „Ich hab mich so erschrocken, dass ich gar nicht drüber nachgedacht hab.“
    „Warum warst du da eigentlich so lange? Hast du ein wenig herumgeschnüffelt?“, fragt sie lachend.
    Du wirst rot und bist froh, dass Ahri dich gerade nur hören und nicht sehen kannst; du übergehst ihre Frage: „Holst du mich jetzt bitte schnell hier raus?“
    „Schon unterwegs.“
    Erleichterst legst du auf. Ahri sollte gleich da sein. Ein paar Minuten vergehen und du merkst, wie jemand einen Schlüssel im Schloss umdreht. Freudig läufst du zur Tür: „Ahri, das ging ja schnell. Ich dachte, vielleicht…“, du verstummst, weil du in die schönsten Augen blickst, die du je gesehen hast. Aber es sind nicht Ahris.
    „Was hast du gedacht?“, fragt dich Jungkook.
    „Ähm…, dass ich im falschen Raum bin?“
    „Das denke ich aber auch“, sagt RM, der hinter Jungkook steht.
    Von den anderen fünf Mitgliedern ist keine Spur zu sehen, aber dein Herz rast allein beim Anblick dieser beiden. Beschämt senkst du den Blick: „Ich arbeite hier, aber aus Versehen hat mich eine Mitarbeiterin in diesem Raum eingesperrt.“
    RM muss lachen: „Hast du denn keinen Schlüssel?“ Du schüttelst nur den Kopf.
    „Aber was hast du hier überhaupt gemacht?“, fragt dich Jungkook.
    Du traust dich nicht, zu ihm aufzuschauen und siehst stattdessen RM an, während du antwortest: „Naja, also wie gesagt arbeite ich hier und sollte eure Geschenkkörbe bereitstellen. Du deutest nach hinten in den Raum.“ „Oh, Geschenke?“ RM’s Augen werden groß, er betritt den Raum und mustert die einzelnen Körbe auf der Suche nach seinem eigenen. Du stehst immer noch vor der Tür und Jungkook mustert dich eindringlich. Da dir das sehr unangenehm ist, trittst du von einem Fuß auf den anderen und versuchst seinen Blicken auszuweichen
    „DN, da bist du ja“, hörst du Ahri rufen, die gerade im Flur aufgetaucht ist. „Ich brauche ganz dringend deine Hilfe in Raum B2.“
    „Ähm…, ich bin … dann mal weg?“, stotterst du. ‚Oh man, das hab ich ja mal wieder total vermasselt‘, denkst du dir und stürmst zu Ahri.
    Sobald ihr weit genug entfernt seid, fällst du ihr um den Hals und bedankst dich für die Rettung. „Ein wenig früher wäre ganz schön gewesen.“
    „Schneller ging‘s nicht. Tut mir leid!“, entschuldigt sie sich, aber muss dabei so grinsen, dass du ihr nicht ganz glauben kannst.
    „Man, war das unangenehm. RM fand es gar nicht so schlimm, denke ich. Aber Jungkook sah ziemlich genervt aus“, sagst du.
    „Haha, wie du rumgezappelt hast! Es sah aus, als würdest du gleich davonrennen“, lacht Ahri.
    „Glaub mir, ich war kurz davor.“
    „Bitte sag Minho nichts davon. Morgen ist mein letzter Tag und ich mag ihn jetzt nicht noch kurz vor Schluss verärgern.“
    „Von mir wird er nichts erfahren. Aber wahrscheinlich sagen es ihm Jungkook oder RM selbst.“
    „Was glaubst du, das machen sie?“, fragst du erschrocken.
    Ahri lacht erneut und tippt dir auf die Nase. „DN, die Jungs und Minho kennen sich doch gut. Klar werden sie es ihm sagen.“
    „Die kennen sich?“, du bist entsetzt.
    „Was ist denn heute mit dir los? Du bist ja total verpeilt. Klar kennen die sich. Wenn BTS nicht auf Welttour ist, trainieren sie doch hier. Sie kennen fast alle Mitarbeiter und Minho mögen sie besonders gern. Wer weiß warum.“
    Das ist dir neu und du brauchst einen Moment, um die Neuigkeiten zu verdauen. „Kennst du sie dann auch?“
    Sie schüttelt den Kopf: „Nein, ich arbeite noch nicht lange genug hier. Aber ab Oktober werden sie wieder hier trainieren. Also hoffe ich schon, dass ich öfters mit ihnen zu tun haben werde.“
    Du bist ein wenig neidisch, aber freust dich auch für Ahri. Du magst sie wirklich gerne: Schade, dass ihr nicht mehr Zeit hattet, euch näher anzufreunden.
    „Ahri, gibst du mir deine Nummer? Dann könnten wir mal einen Kaffee trinken gehen oder zusammen ins Kino?“
    „Klar gerne. Ich kann dich dann auf dem Laufenden halten, was hier mit BTS so abgeht“, sagt sie und zwinkert dir zu.
    Während ihr zusammen zum Büro geht, quatscht ihr und du merkst, dass ihr viele Gemeinsamkeiten habt. Ihr habt beide einen älteren Bruder, hört dieselbe Musik, schaut die gleichen Filme und geht in dieselben Geschäfte zum Shoppen. Du fragst dich, warum ihr euch nicht schon früher angefreundet habt. ‚Aber besser später als nie‘, denkst du dir.
    Im Büro widmest du dich Briefen, die du sortieren sollst und Ahri arbeitet am PC; trotzdem unterhaltet ihr euch dabei.
    „Also dN, jetzt zu den ernsten Themen des Lebens…“ Du schaust sie aufmerksam an.
    „Wer findest du sieht am besten aus von BTS?“, fragt sie dich. Du musst lachen: „Ja, das ist wirklich überlebenswichtig.“ Ahri nickt.
    „Hm, also Jin ist schon wirklich sehr hübsch. Aber J-Hope kann extrem gut tanzen, das beeindruckt mich total und Jimin ist auch heiß“, sagst du.
    „Und Jungkook?“, sie schaut dich direkt an und du wirst rot: „Der ist auch ganz süß.“
    „Ganz süß, hm? Du sahst schon sehr beeindruckt aus, als er vor dir stand.“
    „Beeindruckt? Eher eingeschüchtert. Er ist größer als ich dachte und sehr trainiert“, sagst du, während du an Jungkooks muskulöse Arme und Brust denkst, die man durch das weiße Shirt sehen konnte.
    „Und Ahri, wen findest du gut? Wer lässt dein Herz höherschlagen?“, fragst du lachend.
    Jetzt wird deine neugewonnene Freundin rot: „Ich mag sie alle. Ihre Texte sind so schön und berühren mich einfach.“
    „Jaja…komm schon, wer ist es?“
    „Hm, also gut. Ich bewundere Suga; ich mag seine ernste Art und die Songs, die von ihm sind, find ich immer am besten.“
    Du bist überrascht; so hättest du Ahri gar nicht eingeschätzt, aber du lächelst sie an und sagst: „Er ist wirklich sehr talentiert. Manchmal …“ Du wirst von deinem klingelnden Handy unterbrochen. Minho. ‚Oh nein, hab ich irgendwas vergessen?‘
    „Hallo?“
    „DN, wir brauchen dich hier hinter der Bühne. Irgendwas stimmt mit den Scheinwerfern nicht.“
    „Wo ist denn Jae? Er kennt sich besser aus als ich. Ich bin leider noch immer nicht mit den Briefen fertig“, sagst du höflich.
    „DN, komm sofort her! Wenn du Jae auf dem Weg triffst, dann bring ihn doch gleich mit.“ Aufgelegt.
    Du schaust sprachlos auf dein Handy. ‚Na da ist ja jemand gut gelaunt.‘
    „Ich muss los, Minho braucht meine Hilfe mit den Scheinwerfern.“
    Ahri schaut dich mit großen Augen an: „Und damit kennst du dich aus?“
    Du zuckst mit den Schultern: „Auch nicht mehr als Minho, aber wahrscheinlich ist er einfach zu faul, auf die Leiter zu steigen.“
    Bevor du aus der Tür gehst, drehst du dich noch einmal um: „Kommst du später auch hinter die Bühne und schaust dir ein paar Lieder an?“
    Sie schüttelt den Kopf: „Heute schaff ich’s leider nicht mehr. Aber vielleicht sehe ich BTS ja jetzt öfter.“ Du stimmst ihr lachend zu und machst dich auf den Weg zu Minho.

    3
    Als du ankommst, bist du etwas außer Atem, weil du gejoggt bist. Minho hat sich echt sauer angehört. ‚Sport sollte ich eigentlich auch mal wieder machen‘, denkst du dir und steuerst auf deinen Praktikumsleiter zu.
    „Endlich dN! Es ist der ganz links. Irgendwie dreht er sich nicht mehr.“
    Du steigst auf die Leiter und schaust dir den Scheinwerfer genauer an. ‚Eigentlich sieht alles ganz normal aus. Aber so viel Ahnung habe ich da auch wieder nicht davon, das sollte sich wirklich Jae ansehen.‘
    „Hm, ich sehe nichts. Vielleicht muss man nur das Scharnier ölen? Und dann dreht er sich wieder?“, schlägst du ein wenig verzweifelt vor.
    „Das Scharnier? Dein Ernst, dN? Hast du denn gar nichts bei mir gelernt?“ ‚Eigentlich nicht.‘ „Ähm, also nicht das Scharnier?“, fragst du zögerlich. ‚Soll das hier etwa ein Test sein?‘ „Keine Ahnung, ich hab es mir noch nicht angeschaut“, erklärt Minho. ‚Na toll.‘ Du versuchst, den Scheinwerfer zu drehen, aber er lässt sich kein Stück bewegen: „Also ich hole jetzt mal Jae“, sagst du und steigst von der Leiter.
    „Beeil dich, das Konzert fängt bald an“, schreit dir Minho hinterher, während du in Richtung Ausgang läufst. Ein wenig später findest du ihn im Mechanikraum und erklärst ihm die Situation. Gemeinsam geht ihr zurück zur Bühne.
    „Der Scheinwerfer macht schon länger Probleme, aber Minho hat einfach vergessen, einen neuen zu bestellen“, sagt Jae genervt.
    Als ihr ankommt, hört ihr laute Musik und der gesamte Raum ist abgedunkelt: BTS steht auf der Bühne und proben noch ein letztes Mal ihre Choreographie bevor das Konzert losgeht. Einerseits freust du dich sehr, dass du ihre Generalprobe sehen darfst, andererseits fragst du dich, wann ihr denn dann den Scheinwerfer reparieren sollt.
    „Müssen wir wohl abwarten, bis die Bühne wieder frei ist“, sagt Jae und ihr setzt euch auf zwei Sitzplätze an der Seite. Von dort aus kannst du die Jungs gut beobachten und die Freude siegt über die Sorge, dass Minho wieder sauer wird: Du bist mega happy, dass du BTS so nahe live sehen darfst. Während sie eins deiner Lieblingslieder singen, hört man ein lautes Knacksen. V zuckt zusammen und vertanzt sich, ist aber gleich wieder in der Choreographie. Die anderen machen so weiter, als sei nichts gewesen. ‚Kam das von einer der Boxen‘, fragst du dich, bist aber gleich wieder abgelenkt von den tanzenden Jungs. Als das Lied aufhört, verharren sie kurz in ihrer Pose und da passiert es: Ein lautes Knacksen begleitet von einem quietschenden Geräusch. Der Scheinwerfer, den du zuvor noch genauer angeschaut hast, fällt von der Decke und kracht nur wenige Zentimeter neben Jungkook auf den Boden. Erschrocken springt er zur Seite und stürzt dabei gegen Jimin. Die Jungs starren auf den zerbrochenen Scheinwerfer und schauen sich dann im Raum um. Minho eilt zu ihnen und entschuldigt sich mehrmals. Du hörst nur ein paar vereinzelte Worte: „…heute… Scharnier… unsere Praktikantin… unfähig…“ Er deutet in deine Richtung und du möchtest am liebsten im Erdboden versinken. ‚Hoffentlich ist es hier dunkel und die Jungs erkennen mich nicht.‘ Minho winkt dich zu sich her, aber du bleibst wie versteinert sitzen.
    „Äh dN, ich glaub, du solltest da mal besser hin“, fordert dich Jae auf, der immer noch neben dir sitzt.
    „Bitte nicht“, flüsterst du.
    Minho winkt energischer.
    „Er kann schon nerven, aber dich mag er doch. Da wird er bestimmt nicht allzu streng sein“, versucht dich Jae aufzumuntern.
    „Kannst du bitte hingehen!“, flehst du.
    Jae mustert dich einen Moment, dann steht er auf: „Na gut.“ Er geht zu Minho und BTS, die noch immer neben dem zerbrochenen Scheinwerfer stehen. Jae und dein Praktikumsleiter diskutieren eine Weile und auf einmal drehen sich alle neun zu dir um. Jetzt winkt dich auch Jae zu sich.
    ‚Oh nein oh nein oh nein, wie komme ich hier weg?‘ Aber dir fällt kein Ausweg ein, also stehst du langsam auf und schlürfst auf die Bühne. Am liebsten hättest du dich in Luft aufgelöst. Alle starren dich an, während du auf sie zugehst.
    „DN, hast du an dem Scheinwerfer rumgeschraubt?“, raunzt dich Minho an.
    „Also vorhin hab ich ihn mir ja angeschaut, aber da war er ganz fest an der Decke befestigt. Er hat sich überhaupt nicht mehr bewegen lassen“, antwortest du ihm schüchtern.
    Jae versucht dich zu schützen: „Minho, ich hab dir doch schon letzte Woche gesagt, dass du einen neuen besorgen sollst. Es gab schon die ganze Zeit Probleme mit dem Scheinwerfer.“
    „Also hast du ihn nicht absichtlich gelockert?“, fragt dich Minho.
    Jetzt wirst du richtig sauer. ‚Warum zur Hölle sollte ich sowas tun? Musst du mich jetzt auch noch vor den Jungs beschuldigen? Hättest du dich früher um den Scheinwerfer gekümmert, wäre das nicht passiert.‘ Du versuchst dich zu beruhigen, aber deine Antwort kommt doch patziger rüber als du wolltest: „Nein Minho, natürlich hab ich ihn nicht gelockert. Vielleicht hättest du einfach einen neuen kaufen sollen, anstatt einer Praktikantin aufzutragen, ihn zu reparieren.“ Minho funkelt dich böse an. Es entsteht eine unangenehme Stille.
    RM versucht zu schlichten: „Leute, es ist nicht so schlimm. Schließlich ist ja nichts passiert. Das Konzert beginnt gleich und wir wollen noch den Rest der Choreo üben. Also könntet ihr bitte den Scheinwerfer“ – er deutet auf die kaputten Teile am Boden – „oder was davon übrig ist wegbringen? Wir können ja später noch einmal darüber sprechen.“
    Du stimmst ihm zu und fängst an, gemeinsam mit Jae die Reste des zerbrochenen Scheinwerfers wegzuräumen, während BTS wieder im Backstage-Bereich verschwindet.
    ALs du die Splitter einkehrst, flüstert dir Jae zu: „Das wird Minho aber nicht gefallen haben; dass du ihm vor BTS die Meinung gesagt hast.“ Er hebt den Daumen nach oben: „Ich fand’s super.“
    Du musst lächeln: „Es hat mir einfach gereicht. Ich mache hier seit fast drei Wochen ein Praktikum und jeden Tag verhält er sich unmöglicher mir gegenüber. Als ob ich den Scheinwerfer manipuliert hätte! Was soll das denn? Aber morgen ist mein letzter Tag, dann bin ich ihn los.“
    Jae schaut ein wenig enttäuscht drein: „Morgen gehst du schon? Schade! Ich finde, du hast unser Team super ergänzt.“
    Du freust dich über seine netten Worte und lächelst ihn an. Weil du kurz unkonzentriert bist, schneidest du dich aus Versehen an einer Scherbe und dein Finger fängt an zu bluten. Du zuckst zusammen und Jae bemerkt es:
    „Oh, das sieht aber nicht gut aus.“ Er betrachtet deinen Finger genauer. „Ich glaube sogar, das muss genäht werden; die Wunde ist ziemlich tief. Komm, ich gehe schnell mit dir zum Arztzimmer.“
    Eigentlich weißt du selbst, wo der Raum ist, da dorthin auch die Fans gebracht werden, die vor Aufregung in Ohnmacht fallen oder sich im Moshpit verletzten. Aber weil du dich freust, dass Jae dich begleitet, sagst du nichts. Du bemerkst, dass Minho euch anstarrt, als ihr gemeinsam die Bühne verlasst.
    Vor dem Arztzimmer verabschiedet sich Jae und meint, dass er nach einem anderen Scheinwerfer als Ersatz für den Zerbrochenen suchen wird. Als er weg ist, klopfst du vorsichtig an die Tür und eine große Frau mit freundlichen Augen öffnet dir.
    Du zeigst ihr deinen Finger: „Ich hab mich an einer Scherbe geschnitten und es hört nicht auf zu bluten.“ Die Ärztin wirft einen Blick auf deine Hand und nickt wissend: „Also noch eine Verwundete. Setz dich schon mal hin, es ist noch ein weiterer Patient da, aber gleich schau ich mir deinen Finger genauer an.“
    ‚Noch eine Verwundete? Wer hat sich denn sonst noch verletzt?‘, denkst du dir und gehst in den kleinen Raum.
    „Bist du auch Opfer von dem Scheinwerfer geworden?“, fragt dich die Ärztin, während du dich auf eine Liege mitten im Raum setzt.
    „Oh, woher wissen Sie das denn schon? Es ist gerade erst passiert“, sagst du überrascht. Die Frau deutet nach links, wo Jungkook auf einem Stuhl sitzt und sich eine Kompresse gegen die Schulter drückt.
    Du erschrickst: ‚Ich hab gar nicht mitbekommen, dass er sich verletzt hat. Hoffentlich ist es nicht schlimm.‘
    Schüchtern fragst du: „Hat dich der Scheinwerfer getroffen? Bist du schwer verletzt?“
    Jungkook schüttelt den Kopf, antwortet dir aber nicht und es entsteht eine unangenehme Stille. Er schaut zu Boden.
    ‚Oh nein, er gibt mir die Schuld‘, denkst du traurig.
    „Ein Splitter hat ihn an der Schulter gestreift. Es blutet zwar, aber genäht werden muss nichts. Anders als bei dir“, sagt die Ärztin und deutet auf deine Hand, von der mittlerweile das Blut auf die Liege tropft. Du schluckst, da du kein besonders großer Fan von Nadeln bist.
    „Junger Mann, Sie müssen Ihr Oberteil ausziehen, sonst kann ich die Wunde nicht reinigen“, fordert die Ärztin Jungkook auf. Er hebt den Kopf und schaut dich an; du wirst rot: „Ähm, ich kann noch einmal rausgehen.“
    „Papperlapapp, dreh dich einfach um. Da hinten liegen Kompressen, die kannst du solange auf deinen Finger pressen.“
    „Vielleicht sollten Sie erst ihre Wunde“ – Jungkook zeigt auf dich – „verarzten, bevor Sie sich um mich kümmern.“ Die Ärztin zuckt mit den Schultern: „Mir ist das gleich. Wenn Sie noch ein wenige Zeit vor dem Konzert haben, nähe ich erst den Schnitt an dN’s Finger.“
    Jungkook nickt: „Das geht schon.“
    ‚Woher kennt sie meinen Namen?‘, fragst du dich. Auch fällt dir erst jetzt auf, dass sie dich duzt und Jungkook siezt.
    Die Ärztin tritt näher und schaut sich deinen Finger genau an. Als sie beginnt die Verletzung zu reinigen, zuckst du zusammen: Der Alkohol brennt in deiner offenen Wunde.
    „Gleich hört es wieder auf“, beruhigt dich die Ärztin. „Ein einziger Stich sollte genügen: Du kannst also mutig sein und dich ohne Spritze nähen lassen oder aber wir betäuben deinen Finger und nähen danach. Allerdings könnte die Spritze auch sehr schmerzhaft sein.“
    Dir ist nach heulen zu Mute, du hasst Nadeln und würdest am liebsten ein Pflaster auf die Wunde kleben und dann die Sache ruhen lassen.
    Ängstlich schaust du dich um und fängst Jungkooks Blick auf: Zuerst starrt ihr euch nur an, aber dann nickt er dir zu und lächelt freundlich.
    „Ok, dann bin ich wohl mutig“, flüsterst du. Aber als die Ärztin die Nadel aus dem sterilen Beutel nimmt, kriegst du es doch mit der Angst zu tun und merkst, wie dir schwummrig wird.
    „Ähm… also… sind Sie sicher, dass die Wunde genäht werden muss? Vielleicht… naja, reicht auch ein Pflaster aus?“
    „DN, hast du Angst vor Nadeln? Du siehst ganz blass aus? Oder kannst du vielleicht kein Blut sehen?“, erschrocken mustert dich die Ärztin.
    „Doch alles gut“, du versuchst tapfer zu bleiben und dich nicht noch mehr vor Jungkook zu blamieren, als du es eh schon auf der Bühne mit Minho getan hast.
    „Hm, leg dich doch am besten hin.“
    ‚Oh man, Drama hatte ich heute schon genug‘, denkst du, legst dich aber ohne Widersprüche auf die Liege, um das Schwindelgefühl loszuwerden.
    „Junger Mann, kommen sie bitte kurz her und halten ihre Hand“, die Ärztin deutet auf dich.
    Erschrocken drehst du dich zu der Medizinerin um. „Es geht echt.“
    „Mädchen, du siehst aus, als würdest du gleich in Ohnmacht fallen. Manchmal hilft es, wenn man eine Hand halten kann. Ein Stich und dann ist die Sache vorbei.“
    Jungkook kommt zu dir an die Liege und nimmt vorsichtig deine unverletzte Hand. Dein Puls geht in die Höhe. ‚Wenn ich jetzt in Ohnmacht falle, dann liegt es nicht an der Nadel‘, denkst du dir und fühlst dich elend, weil du das Gefühl hast, unnötig Drama zu machen.
    Weil du nicht sehen willst, wie die Ärztin die Wunde vernäht, schaust du in die andere Richtung direkt in Jungkooks Gesicht, der sich sichtlich unwohl fühlt. Jetzt geht es dir noch schlechter. Du verspürst einen stechenden Schmerz, zuckst zusammen und zerquetscht dabei Jungkooks Finger.
    „Alles gut, gleich geschafft.“ Er streichelt dir mit seiner freien Hand über die Haare und du beruhigst dich ein wenig. Ein weiteres Mal tut es weh, als die Ärztin den Faden zusammenzieht und einen winzigen Knoten macht.
    „So, schon vorbei“, sagt sie. Du atmest erleichtert aus. Vorsichtig setzt du dich wieder auf und bemerkst, dass du immer noch Jungkooks Hand fest gedrückt hältst. Zögerlich lockerst du deinen Griff und er lässt deine Finger los. „Und so schlimm war es doch gar nicht?“, fragt die Ärztin. Schwach lächelst du sie an. ‚Es war grauenhaft.‘ Jungkook ist mittlerweile zu seinem Platz zurückgekehrt und schaut wieder zu Boden.
    „Komm in ein paar Tagen wieder vorbei, damit ich den Faden ziehen kann.“ Du nickst und stehst langsam auf. „Da machen wir dann auch den Papierkram.“
    „Ja, in Ordnung. Vielen Dank!“, sagst du mehr an Jungkook als an die Ärztin gerichtet, aber er sieht dich nicht an. „Okay, dann… tschüss“, sagt du und verlässt den Raum. Draußen atmest du ein paar Mal tief durch, bis dir auffällt, dass du ja in ein paar Tagen gar nicht mehr hier sein wirst, weil dein Praktikum schon fast vorbei ist. Dann kannst du auch zu deinem Hausarzt und dir dort den Faden ziehen lassen. Du öffnest die Tür, um das noch der Ärztin mitzuteilen und erstarrst. Jungkook sitzt oberkörperfrei auf der Liege; du kannst nicht anders als ihn anzustarren: du siehst seine muskulösen Arme und erkennst sogar einen Sixpack.
    „Ähm t‘schuldigung“, sagst du und wirst rot. Du zwingst dich, deinen Blick von ihm zu nehmen. ‚Warum bin ich gleich noch einmal hier?‘
    „Hast du was vergessen, dN?“, fragt dich die Ärztin freundlich.
    „Ähm nein, alles gut. Ich hab nur… also mir ist aufgefallen, dass ich nächste Woche nicht mehr da bin. Dann können Sie mir nicht mehr den Faden ziehen.“
    „Das ist doch kein Problem. Du kannst zu einem anderen Arzt gehen oder doch zu mir kommen. Du wirst bestimmt trotzdem noch eingelassen. Minho wird das sicherlich erlauben.“
    Du nickst: „Ja stimmt. Also dann… vielleicht doch bis nächste Woche.“ Du erhascht noch einen letzten Blick auf Jungkooks wunderschönen Oberkörper und verlässt nun endgültig den Raum.

    4
    Da du nicht zurück zu Minho und Jae willst, gehst du wieder in das Büro, in dem Ahri arbeitet und klopfst an die Tür. „Herein!“, ruft deine Freundin und du betrittst das kleine Zimmer.
    „DN, was machst du denn hier? Solltest du nicht mal wieder Minhos Welt retten und dabei BTS schmachtend angaffen?“
    Du musst lachen: „Glaub mir, das hatte ich vor. Aber ich wurde verletzt.“ Dramatisch hältst du deinen Finger in die Höhe.
    Ahri schaut sich deine Hand genauer an und du erzählst ihr die ganze Geschichte. Als du zu der Stelle kommst, an der Minho dich vor BTS auf der Bühne gefragt hat, ob du den Scheinwerfer manipuliert hättest, regt sich deine Freundin ganz schön auf: „Dieser Arsch! Warum macht er denn sowas? Als ob du Jungkook killen willst. So ein Schwachsinn, er hätte einfach einen neuen besorgen sollen!“
    Dankend stimmst du ihr zu und fährst damit fort, von dem Arztbesuch zu erzählen.
    Ein weiteres Mal unterbricht dich Ahri; diesmal, weil sie lachen muss: „Du musstest dich auf die Liege legen? Hahaha…weil du sonst umgekippt wärst…haha…wegen einem einzigen Stich.“ Schallendes Lachen. Während sich deine Freundin auf ihrem Stuhl kringelt, läufst du rot an und schaust niedergeschlagen auf den Boden: „Oh Ahri, es war ja so peinlich. Die Ärztin meinte, es würde mir besser gehen, wenn jemand meine Hand hält.“
    Sie schnappt nach Luft: „Und dann?“
    „Naja dann hat Jungkook meine Hand gehalten.“
    Ahri hält kurz inne: „Dein Ernst?“ Du nickst. Einen Moment starrt sie dich an, dann bricht sie wieder in Lachen aus. „Das ist einfach alles zu absurd.“
    Du schweigst zuerst, aber dann fängst du auch an zu lachen. Als ihr euch beide wieder ein wenig beruhigt habt, fährst du fort: „Es war so seltsam. Ich glaube, er ist sauer auf mich wegen der Geschichte mit dem Scheinwerfer. Als er dann meine Hand gehalten hat, war er genervt, hat mich aber dann doch ganz süß beruhigt und mir sogar über die Haare gestreichelt.“
    „Hm, also wenn er wirklich glaubt, dass du geplant hast, ihn zu verletzen, kann man ihm kaum verübeln, dass er sauer ist.“
    Du seufzt, aber dann erinnerst du dich wieder: Jungkook ohne Oberteil.
    „Oh, das beste hab ich dir ja noch gar nicht erzählt“, du schaust deine Freundin vielsagend an und musst bereits grinsen, weil du dich auf ihre Reaktion freust: „Ich hab ihn oben ohne gesehen.“ Ahri quietscht.
    „Wie hast du das denn geschafft?“
    Du berichtest Ahri auch noch den Rest der Geschichte und beschreibst ihr ausführlich, wie Jungkooks muskulöser Körper aussieht.
    „Wow, das passiert also, wenn man dich für eine Stunde allein lässt.“
    Du musst lachen und willst etwas erwidern, aber da klopft es an der Tür und Jae tritt ein:
    „Hier bist du also, dN. Hab dich schon gesucht. Ich soll dir von Minho sagen, dass du morgen früh gleich in sein Büro kommen sollst.“
    „Aber sehe ich ihn denn heute nicht noch einmal?“, fragst du verwundert.
    Jae schüttelt den Kopf: „Ich denke, das ist keine gute Idee. Er war ziemlich schlecht gelaunt.“
    Du seufzt: ‚Dann wird das wohl nichts mit dem Konzert von BTS.‘
    Jae sieht, dass du niedergeschlagen bist: „Hey Kopf hoch, du hast eh so viele Überstunden, da kannst du heute auch mal früher gehen.“
    Du stimmst ihm zu, aber viel nützt dir das auch nicht, schließlich wirst du für das Praktikum nicht bezahlt. Von Jae erfährst du, dass es keinen Ersatz für den Scheinwerfer gibt und er deswegen die anderen Lichter alle neu einstellen musste. Nun sollte aber alles funktionieren. Ihr unterhaltet euch noch eine Weile und dir fällt auf, wie gut ihr euch versteht. Auch Ahri kommt super mit Jae aus.
    ‚Schade, dass morgen mein letzter Tag ist. Ich mag die beiden echt gern, aber vielleicht sieht man sich ja so mal wieder‘, denkst du dir kurz bevor du aufbrichst, um den Bus um acht Uhr zu erwischen.
    „Wir sehen uns morgen, dN“, ruft dir Jae zu und Ahri winkt, als du dich verabschiedest und nach draußen gehst.
    Während du auf den Hinterausgang zusteuerst, hörst du johlende Fans und Sugas tiefe Stimme.
    Du kannst zwar nicht verstehen, was er sagt, aber vermutlich hat er einen Song angekündigt, da kurz danach die Musik losgeht, doch hier in den engen Fluren hörst du den Song leider nur noch sehr leise. Du bleibst stehen, um zu erkennen, welches Lied gerade gespielt wird, aber durch das Kreischen der Fans kannst du kaum etwas verstehen.
    ‚Ich kann ja vielleicht doch schnell hinter die Bühne und kurz zuhören: Nur damit ich weiß, welcher Song das ist. Minho wird mich schon nicht erwischen und außerdem, wann hab ich wohl wieder die Möglichkeit, so nahe an BTS zu sein?‘
    Du drehst dich um und nimmst eine Abkürzung in Richtung Backstage-Bereich. Hinter der Bühne ist viel los: Make-up-Artisten, Stylisten, Bühnenarbeiter, Manager, Choreographen und Leute vom Catering wuseln auf und ab.
    Minho kannst du nicht erkennen, also traust du dich, noch näher an die Stage zu gehen. Jetzt hörst du deutlich, welcher Song gespielt wird und freust dich, weil er zu deinen Lieblingen gehört. Noch ein paar Schritte weiter und du könntest die Jungs auf der Bühne sehen; du schaust dich noch einmal um und weil du Minho immer noch nicht entdeckst, gehst du an ein paar Mitarbeitern vorbei und endlich siehst du BTS. Das Lied ist fast vorbei, du schiebst dich durch eine Menge von Leuten und hast nun den perfekten Blick auf die tanzenden Jungs. Die Choreo ist wirklich super und du bist kurz davor, mit den Fans einzusteigen und los zu kreischen.
    Dein Fangirl-Moment wird nur noch größer, als Jungkook nach dem Song zu seiner Trinkflasche geht und sich zur Erfrischung ein wenig Wasser ins Gesicht spritzt. Es tropft von seinem Kopf auf seine Brust und du siehst den Tropfen zu, wie sie von dem T-Shirt-Stoff aufgesogen werden. Die Mädels im Raum fangen an zu johlen und Jungkook wird rot. Jimin lacht ihn aus, schüttet sich dann aber auch Wasser über sein Shirt, damit man sein Sixpack sieht.
    Jetzt beginnst auch du zu kreischen und rumzuspringen, aber bleibst plötzlich mit offenem Mund stehen: ein paar Meter vor dir steht Minho; aber weil er dich noch nicht entdeckt hat, läufst du langsam rückwärts in Richtung Ausgang, um ihn nicht aus den Augen zu verlieren. Kurz vor der Tür drehst du dich um und stürmst raus. Du bist immer noch genervt, wie dich dein Praktikumsleiter heute behandelt hat und hast echt keine Lust, noch einmal mit ihm zu diskutieren.
    Den Bus um acht hast du verpasst, deswegen stehst du eine Weile an der Haltestelle. Obwohl es erst Anfang September ist, geht ein kühler Wind und du zitterst.
    ‚Hoffentlich hat Mama mir noch was vom Abendessen aufgehoben‘, denkst du dir und freust dich schon, bald daheim zu sein. Zwar hättest du gerne den Auftritt von BTS ganz gesehen, aber du hattest einen langen Tag und bist froh, wenn du dich in dein warmes Bett kuscheln kannst. Als der Bus einfährt, wirfst du noch einen letzten Blick zu der Konzerthalle, vor der zwei Türsteher stehen und rauchen. Bei dem Gedanken, dass BTS gerade auf der Bühne steht und Jungkook vielleicht schon wieder trocken ist, musst du lächeln. Du steigst in den Bus und fährst nach Hause.

    5
    „DN, du musst aufstehen. Los! Raus aus dem Bett“, kreischt deine Mum, während sie die Rollladen hochzieht und dadurch gleißendes Sonnenlicht ins Zimmer lässt.
    „Du hast verschlafen! Nein! Wir haben verschlafen“, schreit sie und rennt die Treppen nach unten.
    Langsam setzt du dich im Bett auf und streckst dich. Während du ausgiebig gähnst, schaust du auf die Uhr und dein Mund bleibt offenstehen. Es ist schon fast halb zwölf. ‚Mama hat recht. Grund zur Panik‘, denkst du und springst aus deinem warmen Bett. ‚Warum hat denn der Wecker nicht geklingelt?‘ Du schnappst dir dein Handy, aber das Display ist schwarz. ‚Verdammt, Ich hab’s vergessen, aufzuladen.‘
    „Wir sehen uns heute Abend, Schätzchen“, hörst du deine Mutter rufen und kurz danach knallt die Haustür zu.
    Während du dich in deine Lieblingshose quetscht und du dir ein weites T-shirt überwirfst, malst du dir schon aus, wie Minho dich anmotzen wird. ‚Na toll, dass mir das an meinem letzten Tag auch noch passieren musste‘, ärgerst du dich.
    Du springst die Treppen nach unten, schnappst dir Schlüssel, Ladekabel und eine Banane und stürmst aus der Tür.
    Ganz knapp erwischst du noch den Bus und bist in kurzer Zeit vor der Halle. Du rennst zum Hintereingang, weil der Weg von dort zu Minhos Büro kürzer ist. Als du dort ankommst, bist du völlig außer Atem und versuchst, dich erstmal ein wenig zu beruhigen. Zaghaft klopfst du an der Tür, aber als dir keiner antwortet, trittst du einfach ein.
    ‚Hm, keiner da. Wo ist der wohl?‘
    Da du nicht weißt, wo du Minho suchen sollst, entscheidest du dich erstmal zu Ahri zu gehen. In den dunklen Gängen ist es kühl und du bekommst Gänsehaut. ‚Verdammt, in der Eile hab ich meine Jacke vergessen.‘
    Auf dem Weg zu dem Büro deiner Freundin begegnen dir zwei Mitarbeiter, aber auch die wissen nicht, wo sich Minho gerade aufhält.
    Ahri umarmt dich zur Begrüßung, was dich mega freut.
    „Ich hab verschlafen, mein Wecker hat nicht geklingelt und eigentlich sollte ich doch heute Morgen gleich zu Minho, weil er ja mit mir über gestern sprechen wollte“, fasst du deine Situation schnell zusammen.
    Deine Freundin fängt an zu lachen: „Oh man, du bist ja echt total verpeilt…warum hat denn dein Wecker nicht geklingelt?“
    Du schaust zu Boden: „Hm, also vielleicht hab ich vergessen mein Handy aufzuladen.“
    „Deswegen hast du mir also noch nicht zurückgeschrieben.“ Sie grinst dich an und mustert dich dabei:
    „Ähm dN?“
    Du schaust zu ihr hoch.
    „Ist dir vielleicht kalt?“ ‚Woher weiß sie das?‘
    „Ja, ich hab in der Eile meine Jacke vergessen.“
    Ahri lacht: „Ich glaub das ist nicht das einzige, was du vergessen hast anzuziehen.“ Sie deutet auf deine Brust, wo man deutlich deine Nippel durch den leichten Stoff des T-Shirts erkennen kann.
    ‚Fuck ich hab keinen BH angezogen‘, denkst du dir und schlägst dir gegen die Stirn.
    „Es war wirklich sehr stressig heute“, versuchst du dich zu rechtfertigen, aber Ahri lacht nur lauter.
    Du musst grinsen; bei ihr war irgendwie nichts schlimm und selbst du Sache mit dem BH war dir nicht peinlich – zumindest nicht allzu sehr.
    Du stimmst in ihr Lachen mit ein, doch plötzlich klopft es an der Tür und Minho tritt ein. Schnell verschränkst du deine Arme vor der Brust. ‚Verdammt, der hat mir jetzt gerade noch gefehlt.‘
    „Na, ihr beiden scheint ja gute Laune zu haben. Ah dN, tut mir leid, dass ich heute Morgen noch nicht da war, aber ich hab gestern noch ein wenig mit den Jungs von BTS gefeiert und dann ist es einfach später geworden“, entschuldigt sich Minho bei dir.
    Du stutzt. ‚Also weiß er gar nicht, dass ich nicht da war?‘
    „Äh kein Problem…ich hatte viel zu tun…Papierkram“, stammelst du und deutest mit einem Finger – ohne die Verschränkung deiner Arme aufzulösen – in Richtung Schreibtisch, wo leider gerade kein einziges Blatt Papier liegt.
    „Ah ja. Ich seh schon“, sagt Minho und fährt fort: „Wir können die Besprechung ja jetzt nachholen. Kommst du bitte mit in mein Büro?“
    „Ähm… okay.“
    „DN, alles in Ordnung bei dir? Warum stehst du denn so seltsam da?“
    „Ja, alles klar“, antwortest du und versuchst zu lächeln.
    Er schaut dich an. Du starrst zurück. Unangenehme Stille. Dann schüttelt er den Kopf und geht wortlos nach draußen.
    Du willst Minho folgen, aber Ahri ruft dich noch einmal zurück. „Hier“, sagt sie und drückt dir ihre Jacke in die Hand.
    Erleichtert lächelst du sie an: „Danke!“
    ‚Huh, gerettet‘, denkst du dir und schlüpfst in die Jeansjacke, die nach Ahri’s Parfüm riecht.
    In Minhos Büro setzt du dich auf den ihm gegenüber stehenden Stuhl.
    „Also dN, wie haben dir denn deine zwei Wochen Praktikum hier gefallen?“
    ‚Sprechen wir also nicht über gestern‘, fragst du dich.
    „Ähm eigentlich waren es drei –“
    „Drei?“, unterbricht dich Minho. „Hm, dann hab ich mir das wohl falsch notiert.“
    ‚Der ist ja noch verpeilter als ich.‘
    Du beschreibst deine Erfahrungen in der Firma als sehr positiv, lässt aber aus, wie genervt du von ihm warst.
    „Freut mich, wenn es dir hier so gut gefallen hat!“
    Es entsteht eine kurze Pause und als du nichts sagst, fährt er fort: „Wir suchen noch jemanden, der hier als Minijobber arbeitet und unser Team unterstützt. Es gibt immer sehr viel zu tun und weitere Hilfe wäre da ganz gut. Da du dich ja jetzt schon ein wenig eingelebt hast, hat Jae vorgeschlagen, dass ich erstmal dich fragen sollte bevor ich eine Anzeige in der Zeitung schalte und ich fand, das war keine schlechte Idee. Also hast du Lust?“
    Du starrst ihn an. ‚Ist das sein Ernst?‘ Schnell wägst du die Vor- und Nachteile ab. ‚Einerseits wird mich Minho wohl täglich nerven und ich werde ihm noch tausende Kaffees bringen müssen. Andererseits könnte ich das Geld gut gebrauchen und ich würde Ahri öfter sehen.‘
    „Na dN, wie siehts aus?“
    Schnell entscheidest du dich: „Ich würde gerne hier arbeiten.“
    „Das dachte ich mir. Hier ist unser Standartvertrag für Minijobber. Ahri hat auch so einen. Schau ihn gern genauer durch und wenn du ihn unterschrieben hast, wirf ihn einfach in meinen Briefkasten vorne am Eingang. Ab Oktober würde dein Vertrag unbegrenzt laufen.“ Er reicht dir eine dicke Mappe.
    ‚Oh, das geht aber jetzt alles ganz schön schnell.‘
    Dein Praktikumsleiter und zukünftiger Chef fährt fort: „Dann wär’s das auch schon für heute. Du kannst gerne nach Hause gehen und wir sehen uns dann Anfang Oktober wieder.“
    Du zögerst: „Ähm Minho, kann ich dich noch was fragen?“
    Er nickt.
    „Du glaubst nicht wirklich, dass ich den Scheinwerfer gestern manipuliert hab, sodass er Jungkook oder jemand anderen von BTS trifft, oder?“
    Minho grinst: „Glaubst du, ich würde jemanden einstellen, der versucht hat, einen meiner besten Sänger umzubringen?“
    ‚Ehrlich gesagt trau ich dir alles zu‘, denkst du dir, schweigst aber lieber und lächelst schüchtern.
    Du verabschiedest dich, stehst auf und willst schon rausgehen, als Minho dir noch hinterherruft: „Äh dN, bring mir doch noch einen Kaffee, bevor du gehst.“
    Du seufzt: „Na klar.“

    Hey Leute, ab nächstem Kapitel soll die Geschichte dann richtig losgehen. Vor allem die LoveStory 😍 aber ich hab so viele Ideen und weiß noch gar nicht, wo ich anfangen soll.
    Und vielen Dank für über 200 Aufrufe in der kurzen Zeit (auch wenn wsl fast die Hälfte davon von mir ist 😅 ich hoffe einfach, euch gefällt die Geschichte und ihr habt Spaß am Lesen!

    6
    Deine letzten beiden Ferienwochen hast du richtig genossen und viel Zeit mit Familie und Freunden verbracht. Einmal warst du noch in der Firma, um deinen unterschriebenen Vertrag abzugeben und von der Ärztin den Faden aus deinem Finger ziehen zu lassen. Auch der Schulanfang vor ein paar Tagen hat ganz gut geklappt, aber dir graust jetzt schon vor den Prüfungen. Zweimal hast du Ahri seitdem gesehen. Leider geht sie nicht auf deine Schule, aber da morgen dein erster „richtiger“ Arbeitstag in der Konzerthalle ist, wirst du sie ja ab jetzt wieder regelmäßig treffen.
    Du sitzt am Küchentisch und lackierst dir deine Nägel.
    „DN, ich hab dir schon tausendmal gesagt, du sollst das in deinem Zimmer machen!“, schimpft dich deine Mum. „Der Geruch ist einfach fürchterlich.“
    „Ich hab hier einfach besseres Licht“, antwortest du.
    „Jaja, du willst bloß, dass es nicht in deinem Zimmer stinkt“, sagt dein älterer Bruder Jiho und wuschelt dir dabei über den Kopf.
    „Hey, ich hab grad erst meine Haare gewaschen. Zerstör nicht meine Frisur!“
    „Welche Frisur?“, fragt Jiho grinsend und sprintet die Treppen rauf.
    „Renn nur weg, sobald meine Nägel trocken sind, komme ich zu dir rauf.“
    „Was für eine armselige Drohung“, ruft er nach unten. ‚Hm, da hat er leider recht.‘
    Während du dich wieder deinen Fingernägeln widmest, überlegst du dir, was du morgen anziehen sollst.
    „Du Mama?“
    Deine Mum schaut zu dir auf, schon vermutend, was jetzt kommt: „Ja dN? Was willst du dir ausleihen?“
    „Haha, du kennst mich einfach zu gut“, schleimst du ein wenig. „Das blaue Top?“
    Deine Mutter seufzt: „DN, das ist doch für die Jahreszeit viel zu kalt.“
    Du schmollst: „Ich zieh auch eine Jacke drüber.“
    Jetzt lacht deine Mutter: „Ich kenne dich wirklich zu gut und weiß ganz genau, dass du keine Jacke anziehen wirst. Wenn du willst, kannst du meinen blauen Pulli ausleihen, den wir letztes Jahr zusammen in Italien gekauft haben.“
    Du grinst: „Super!“ ‚Den finde ich fast noch besser. Auch wenn er mir ein bisschen zu groß ist.‘
    Nun ist deine Mutter an der Reihe, um etwas zu bitten: „Du dN?“
    „Ähm ja, Mum?“
    „Du arbeitest jetzt ja bei dieser großen Firma?“
    „Ja?“
    „Und du bist wieder in der Verwaltung?“
    „Hm, ich denke ja. Wahrscheinlich muss ich wieder nach Minhos Pfeife tanzen und ab und zu bin ich bestimmt auch wieder hinter der Bühne. Aber das weißt du doch! Oder hast du mir die letzten Wochen nicht zugehört?“
    Deine Mum hebt entschuldigend ihre Hände: „Doch doch, Schätzchen. Jedem deiner Worte habe ich mit größtem Interesse gelauscht.“
    Du verdrehst die Augen: „Ach Mama!“ Es entsteht eine kurze Pause: „Jetzt sag doch, was los ist!“ Auffordernd schaust du sie an.
    „Also gut, du weißt ja, dass wir Ende Oktober oder Anfang November immer eine Lesenacht im Kindergarten machen“ – deine Mum ist Erzieherin – „und da dachte ich, es wäre toll, wenn wir mal woanders sind und eine so große Halle wäre da sicherlich super geeignet.“
    Du starrst deine Mutter an: „Ernsthaft?“
    Sie nickt: „Ja, die anderen meinten auch, es sei eine super Idee. Wir könnten dann auf der Bühne auch ein kleines Schauspiel aufführen und …“
    Du unterbrichst sie: „Du hast das schon mit deinen Kollegen besprochen?“
    „Klar. Ich muss sie doch bei solchen Überlegungen mit einbeziehen.“
    „Und warum beziehst du mich nicht mit ein?“, du bist genervt.
    „Das mache ich doch gerade. Du musst doch nur mal kurz fragen, ob eine der Hallen frei wäre und dort die Kinder schlafen dürfen. Um den Rest kümmern wir uns dann.“
    „Oh man, Mama! Das ist morgen mein erster richtiger Tag und du willst gleich, dass ich Minho darum bete, dass er eine Horde Kinder ins Haus lässt!“
    Jetzt ist deine Mum genervt: „Du sollst nur fragen! Das ist ja nicht zu viel verlangt. Er kann dir bestimmt nichts abschlagen bei deinem Hundeblick.“ Mit diesen Worten schnappt sie sich ihren Tee und verlässt den Raum.
    ‚Hundeblick? Der bringt bei Minho auch nichts.‘
    Sobald deine Nägel einigermaßen getrocknet sind, rufst du bei Ahri an und ihr quatscht eine Weile. Du bist froh, dass ihr an denselben Tagen in der Woche arbeitet und du sie so wahrscheinlich oft siehst.
    Zweimal nach der Schule und den ganzen Samstag müsst ihr in die Konzerthalle kommen, aber du kannst das Geld gut gebrauchen. Deine Mum verdient als Erzieherin nicht besonders viel, dein Vater – der oft unterwegs ist – schon etwas mehr, aber deine Eltern sind sehr sparsam, da sie noch das Haus abbezahlen müssen und so bekommst du nur wenig Taschengeld.
    Abends im Bett kannst du lange nicht einschlafen, weil du schon nervös wegen morgen bist.
    ‚Aber es wird bestimmt nicht anders als im Praktikum‘, versuchst du dich zu beruhigen und nickst ein.


    Am nächsten Tag fährst du gleich nach der Schule zur Konzerthalle. Schon von der Bushaltestelle kannst du zwei Gestalten am Eingang sehen, die sich offensichtlich streiten. Als du näherkommst, erkennst du einen Türsteher namens Wito und J-Hope.
    ‚Hm, was ist denn da los?‘
    „Tut mir leid, aber ohne Ausweis kann ich dich hier echt nicht reinlassen.“
    „Aber ich bin gehöre zu BTS, ich muss da rein. Die anderen wollen bestimmt schon mit den Proben beginnen“, mit diesen Worten versucht sich J-Hope an dem Türsteher vorbeizuschieben, aber Wito baut sich vor ihm auf und verschränkt seine Arme: „Kein Ausweis. Kein Eintritt.“
    Innerlich musst du lachen: ‚Wito tut zwar wie ein harter Typ, aber eigentlich ist er richtig nett.‘
    Du kommst näher und lächelst den Türsteher an.
    „DN, da bist du ja wieder. Ich hab mich die letzten Wochen schon gefragt, wo du steckst “, begrüßt dich der Türsteher freundlich und will dich gleich durch die Tür lassen, aber du bleibst vor ihm stehen.
    „Mein Praktikum war vorbei, aber jetzt fange ich an, hier richtig zu arbeiten. Wito, warum lässt du denn J-Hope nicht durch?“, fragst du.
    Irritiert schaut er zwischen euch beiden hin und her: „Ihr kennt euch?“
    „Ja! Er ist Mitglied bei BTS“, antwortest du.
    „Hm, er hat seinen Ausweis nicht dabei.“
    „Den hab ich drinnen liegen lassen. Ich wollte nur kurz raus an die frische Luft“, mischt sich J-Hope in euer Gespräch.
    „Das ist kein Problem, er kann mit mir reingehen“, sagst du selbstbewusst.
    „Na gut, wenn er zu dir gehört, darf er natürlich durch“, sagt Wito zwinkernd und lässt euch rein.
    Du lächelst ihn an, schiebst dich an ihm vorbei und kannst nicht anders, als dich ziemlich cool zu fühlen. ‚Wow, so muss es wohl sein, wenn man in einen VIP-Bereich darf‘. J-Hope folgt dir.
    „Puh, das war echt lieb von dir“, sagt er, sobald ihr drinnen seid. „Meinen Namen kennst du ja schon, aber wie heißt du?“, fragt er und lächelt dich dabei an.
    Bevor du antworten kannst, ruft er aus: „Moment ich kenne dich doch. Du bist das Mädchen von der Bühne.“
    Du wirst rot: „Ja, aber ich hab echt nichts mit dem Scheinwerfer zu tun!“
    J-Hope lacht: „Schon gut, ich glaube nicht, dass du das geplant hattest. Außerdem ist ja nichts passiert.“
    „Huh, da bin ich erleichtert. Ich heiße übrigens dN“. Ihr schüttelt euch die Hände.
    „Hat mich gefreut, dN. Ich muss jetzt leider los, die anderen haben wahrscheinlich schon angefangen, aber wir sehen uns bestimmt wieder“, mit diesen Worten sprintet er den Flur entlang und verschwindet in einen Seitengang.
    Du schaust ihm nach: ‚Ich kann’s nicht glauben, dass ich ihm helfen konnte. Der ist ja echt richtig nett.‘
    Fröhlich gehst du in Richtung Minhos Büro.


    Nachdem du mit Minho noch einmal den Vertrag besprochen hast, teilt er dir mit, dass du leider kein eigenes Büro bekommst, sondern eines mit Ahri teilen musst.
    ‚Noch besser, das ist perfekt‘, denkst du dir.
    Außerdem musst du anscheinend mehr Papierkram machen als zuvor im Praktikum, auch wenn du lieber hinter der Bühne mithelfen würdest und du das mit Minho so eigentlich auch abgesprochen hast.
    „Weißt du dN, man kann halt nicht alles haben.“
    ‚So ein Arsch‘, du seufzt:, Wird wohl nichts damit, BTS näher kennenzulernen‘
    Ziemlich schlecht gelaunt gehst du zu deinem neuen Büro und öffnest die Tür;
    Ahri springt sofort von ihrem Stuhl auf und stürmt auf dich zu: „Omg dN, ich hab seine Hand geschüttelt!“
    Bei ihrer Aufregung musst du lächeln: „Wessen Hand?“
    „Na Sugas und er ist echt“, sie seufzt theatralisch und lässt sich wieder auf ihren Platz fallen „echt wundervoll.“
    „Du hast ihn getroffen?“
    „Ich habe sie alle kennengelernt.“
    Dein Mund bleibt offenstehen und deine Freundin fängt an zu lachen.
    „Dein Gesicht, dN! Haha! Du hast sie doch auch schon getroffen.“
    „Naja… Minho hat mir vor ihnen einen Mordversuch vorgeworfen; so einen guten ersten Eindruck hab ich da wohl nicht hinterlassen.“
    „Jetzt übertreib mal nicht. So dramatisch war das nun auch nicht“, sagt sie grinsend.
    „Hm, du warst ja nicht dabei…aber jetzt erzähl!“, sagst du lachend: „Wie war’s so? Wie sind sie? Über was habt ihr geredet? Hat Jungkook was zu dir gesagt?“, du stockst kurz: „oder einer der anderen Jungs? Suga vielleicht?“
    Ahri atmet tief durch: „Also Minho hat mich ihnen heute vorgestellt. Wir haben nur kurz gesprochen, aber sie wollten wissen, wie lange ich schon hier arbeite und ob es mir Spaß macht. J-Hope ist so süß; er hat gleich einen kurzen Willkommenstanz aufgeführt“, sie lacht: „Ich glaub, der hat viel zu viel Energie.“
    „Oh, J-Hope habe ich heute sogar auch schon getroffen“, sagst du und erzählst Ahri, wie er zuerst nicht am Türsteher vorbeikam.
    „Ach Wito… wahrscheinlich weiß er einfach nicht, wer BTS ist. Ich denke nicht, dass man in seinem Alter Songs von Ihnen hört.“
    „Haha ja! Vermutlich hört er nur klassische Musik“ sagst du und drehst dabei eine Pirouette, stößt dich dabei aber am Tisch an: „Aua, verdammt.“
    Ahri prustet los: „Na dN, willst du gleich wieder zu der Ärztin?“
    „Wenn Jungkook ohne Oberteil da ist, dann auf jeden Fall!“, lachst du.
    Ihr albert noch eine Weile herum, aber schließlich fangt ihr doch Briefe zu beantworten und Dateien zu ordnen. Ihr kommt ganz gut voran und hört dabei Musik von BTS.

    Heyo, ich weiß, ich hab euch eine Lovestory versprochen. Keine Sorge! Die kommt noch 😄 Irgendwie fand ich, dass da noch eine Überleitung nötig war. Am we versuche ich richtig produktiv zu sein und noch zwei oder drei Kapitel hochzuladen 😊

    7
    Die nächsten Arbeitstage laufen alle ohne besondere Vorfälle ab; du freundest dich noch enger mit Ahri und Jae an und verbringst viel Zeit mit Papierkram. Mittlerweile hast du dich daran gewöhnt, hauptsächlich im Büro zu arbeiten: mit Ahri zusammen ist es gar nicht so schlimm und du musst zumindest nicht ständig für Minho Kaffee holen.
    Gerade sitzt du an deinem Schreibtisch, gegenüber von deiner Freundin: „Ahri, hast du die Akte von Herrn Chong? Ich finde seine Telefonnummer nicht und muss ihn heute noch anrufen.“
    Sie reicht dir eine dicke Mappe rüber: „DN, warst du schon in der neuen Cafeteria?“
    Du schaust auf: „Hm? Gibt’s hier sowas?“
    Ahri verdreht die Augen und grinst: „War klar, dass du das verpasst hast. Sie haben doch den oberen Stock ausgebaut und da ist die neue Mensa. Jae meint, dass es da echt sehr lecker sein soll. Willst du später mit mir hin?“
    „Ich wäre auch gleich dabei! Ich hab so Hunger und wir haben heute noch keine Pause gemacht.“
    Zusammen macht ihr euch auf den Weg.
    „In welchem Stock ist die Cafeteria?“, fragst du deine Freundin.
    „Im fünften.“
    „Uff..“
    Ahri lacht: „Keine Sorge, dN. Wir nehmen den Aufzug.“
    Ihr steigt in den Lift und die Tür geht schon zu, da hört ihr eine Stimme: „Stopp, kann ich auch noch mit?“
    Du hältst deine Hand zwischen die schließenden Türen und ein schwer atmender Jungkook steigt dazu.
    „Ich hab was vergessen. Fahr schon mal rauf, ich komme gleich nach“, ruft Ahri, springt aus dem Aufzug und lässt dich mit Jungkook allein. Du bildest dir ein, dass sie dir noch schnell zuzwinkert, bevor sich die Türen endgültig schließen.
    ‚Nein Ahri, verlass mich doch nicht.‘ Der Lift fährt hoch und es ist unangenehm still.
    ‚Komm schon, dN! Sag was, irgendwas! Hauptsache es ist nicht so ruhig...‘, denkst du dir.
    „Ganz schön kalt heute, oder?“
    Jungkook nickt nur.
    ‚Oh man, was besseres ist dir nicht eingefallen‘, ärgerst du dich innerlich.
    2. Stock, 3. Stock
    „Ähm, tut mir echt leid, was da mit dem Scheinwerfer passiert ist. Wie geht’s deiner Schulter?“, versuchst du erneut ein Gespräch anzufangen.
    4. Stock, 5.Stock
    Die Tür geht auf und schließt sich wieder.
    ‚Moment mal … hätte ich da nicht aussteigen müssen?‘
    „Alles verheilt, ein Splitter hat mich gestreift. Es war aber nicht schlimm“, antwortet er dir.
    6.Stock
    „Ah, das ist gut. Meinem Finger geht’s auch wieder gut“, sagst du, auch wenn er dich nicht danach gefragt hat.
    Jungkook nickt wieder.
    ‚Oh man, der machts einem ja ganz schön schwer. Ein bisschen Smalltalk könnte er schon versuchen.‘
    7.Stock
    Jungkook steigt aus und weil du nicht genau weißt, was du machen sollst, verlässt du auch den Aufzug.
    Ihr seid auf der Dachterrasse: „Oh wow, hier war ich noch nie. Das sieht ja toll aus.“
    Du schaust dich um: Mehrere Tische und viele Pflanzen stehen neben einem großen Grill, ein Teil der Anlage ist überdacht, sodass es gar nicht kalt ist und im Hintergrund spielt eine Anlage Musik.
    „Ich glaube, der Zugang ist normalerweise auch nur für Sänger oder Bands. Außer Minho hab ich hier oben noch niemanden gesehen, der in der Konzerthalle arbeitet“, meint Jungkook.
    „Ähm ja…ich hab‘s verpasst, auszusteigen. Eigentlich wollte ich in die neue Mensa“, sagst du verlegen.
    Zum ersten Mal lächelt er dich an: „Kein Problem, eigentlich finde ich es schade, dass der Platz hier nur so wenig genutzt wird.“
    Du nickst lächelnd.
    Ihr schaut euch kurz an, dann sagt er: „Also man sieht sich bestimmt“ und geht auf die andere Seite der Terrasse, wo J-Hope, Jin und Jimin stehen.
    Du drehst dich um und willst wieder in den Aufzug einsteigen, aber der fährt schon nach unten.
    ‚Kacke‘, panisch drückst du ein paar Mal auf den Knopf, aber du musst wohl warten, bis er wieder nach oben fährt.
    ‚Oh nein, unangenehm…‘ Vorsichtig schaust du dich um, du fühlst dich völlig fehl am Platz.
    J-Hope entdeckt dich und winkt. Du grüßt zurück und nun drehen sich auch die anderen zu dir um.
    ‚Aufzug, bitte komm endlich‘, denkst du dir, aber auf der Anzeige neben dem Lift siehst du, dass er gerade in den Keller fährt. ‚Das dauert noch ewig bis der wieder hier oben ist.‘
    Du drehst dich wieder zu den Jungs um, die dich immer noch anstarren. Jetzt verstehst du, dass J-Hope dich nicht nur grüßen wollte, sondern dass er dich zu sich winkt.
    Zögerlich gehst du zu ihnen rüber.
    J-Hope, der – wie immer – sehr gut gelaunt ist, stellt dich vor: „Das ist dN. Ich hab euch doch erzählt, dass ich neulich fast nicht mehr in die Halle gekommen wäre. Sie hat mir geholfen und hat mich mit reingenommen.“
    „Warst du nicht diejenige, die Jungkook mit einem Scheinwerfer erschlagen wollte?“, fragt Jin grinsend.
    ‚Ohje, den Ruf werde ich wohl so schnell nicht mehr los.‘
    „Quatsch, das war nicht ihre Schuld“, setzt sich J-Hope für dich ein.
    „Minho hat da echt ein wenig übertrieben“, sagt Jungkook und du lächelst ihn dankbar an.
    Um das Thema zu wechseln, sagst du schnell: „Was macht ihr denn hier oben? Müsst ihr nicht proben?“
    Jimin lacht: „Auch wir haben mal Pause. Eigentlich wollten wir hier nur ein wenig chillen und später noch grillen. Die anderen sollten Fleisch holen, aber sie stehen im Stau.“
    Ihr hört ein kurzes Läuten; der Aufzug war wieder oben. „Ähm ich wollte eigentlich gerade in die Mensa…“
    ‚Soll ich?‘
    Du nimmst all deinen Mut zusammen und fragst: „Wollt ihr vielleicht mit? Eine Freundin von mir ist schon unten und ihr könnt gerne mit uns essen, wenn ihr Lust habt.“
    „Ich bin dabei“, ruft J-Hope fröhlich: „Wie sieht's aus, Leute, kommt ihr mit?“, fragt er die anderen.
    „Klar, gerne!“, meint Jimin und auch Jin und Jungkook stimmen zu.
    Zusammen steigt ihr in den Lift und fahrt nach unten in Richtung Cafeteria.

    8
    Im Aufzug ist es zu fünft recht eng und du versuchst, keinen der anderen zu berühren.
    „Ist das Essen dort lecker?“, fragt dich Jin.
    „Hm keine Ahnung. Ich war auch noch nie da“, antwortest du und verkneifst dir das Kommentar, dass Mensa-Essen selten gut ist.
    „Er ist nur skeptisch gegenüber jeglichem Essen, das er nicht selbst gekocht hat“, meint Jimin.
    Du lachst.
    6. Stock
    Die Türen öffnen sich und drei Mitarbeiter, die du allerdings noch nie gesehen hast, steigen zu. Sie grüßen die vier Jungs von BTS.
    Da der Platz nun sehr knapp ist, musst du in Richtung Wand ausweichen, aber da steht schon Jungkook. Die anderen drücken dich weiter nach hinten und du wirst gegen ihn gequetscht. Du nimmst seinen Geruch wahr und spürst seinen muskulösen Oberkörper an deinem Rücken.
    Dir wird schwindelig: ‚Omg, er riecht so gut.‘
    5. Stock
    Ihr steigt aus und du atmest noch einmal tief ein, weil du nicht weißt, ob du Jungkook jemals wieder so nah sein wirst.
    Zusammen geht ihr in die Cafeteria, wo du Ahri bereits an einem Tisch sitzen siehst. Du winkst ihr zu und sie ist sichtlich geschockt darüber, wer dich begleitet.
    Aber dann grinst sie und kommt zu euch.
    „Das ist Ahri, sie arbeitet auch hier“, stellst du deine Freundin vor.
    Die Jungs begrüßen sie freundlich.
    „Also Ahri, kannst du irgendwas von der Speisekarte empfehlen?“, fragt sie Jin.
    Deine Freundin lacht: „Hm, ein Kumpel meinte, die Nudeln mit der süß-sauer-Soße sollen recht gut sein.“
    Ihr stellt euch in der Schlange an und bestellt. Jin, Ahri und du nehmt die Nudeln, aber die anderen essen nur einen Salat mit Putenstreifen. Ihr geht mit eurem Essen zu einem großen Tisch und du willst dich schon hinsetzen, aber da entdeckst du eine weitere Theke auf der anderen Seite der Mensa:
    ‚Schokopudding!‘
    „Bin gleich wieder da“, du springst auf und holst dir noch einen von den Puddings.
    Wieder am Platz machen die anderen große Augen.
    „Oh man, diese bescheuerte Diät“, stöhnt Jimin.
    „Was? Ihr müsst abnehmen?“, fragt Ahri geschockt.
    „Naja, es geht eher darum unser Gewicht zu halten“, meint Jin mit einem sehnsüchtigen Blick auf den Pudding.
    ‚Woah wie nervig‘, denkst du dir und sagst: „Aber trainiert ihr nicht so viel, dass ihr eigentlich alles, was ihr wollt, essen könnt.“
    „Das meine ich auch, aber unser Manager ist da sehr strikt“, antwortet J-Hope „da ist so ein Pudding leider einfach nicht drin.“
    Du nimmst dir einen Löffel davon, verdrehst die Augen und sagst übertrieben betont „Mhm köstlich.“
    Jetzt schnappt sich auch Ahri etwas vom Pudding: „Himmlisch…Jungs, ihr verpasst was!“
    „Ach, ein Löffel geht schon“, meint Jin und nimmst sich auch was von deinem Pudding.
    „Hey, das ist meiner!“, rufst du.
    „Nicht mehr“, sagt Jimin und schnappt sich deinen Schokopudding.
    Die vier Jungs essen dein Dessert innerhalb weniger Sekunden vollkommen auf; dir bleibt der Mund offenstehen.
    „Ihr seid ja echt ausgehungert“, lacht deine Freundin.
    J-Hope grinst: „Sorry dN, du hättest nicht sagen dürfen, wie lecker der Pudding ist.“
    „Hm, es gibt ja noch mehr“, meinst du lächelnd und stehst auf.
    „Warte, bring mir auch einen mit!“, ruft dir Jin hinterher.
    „Mir auch!“
    „Ja, für mich bitte auch.“
    An der Theke gibt es leider nur noch einen weiteren Pudding, deswegen nimmst du noch mehrere Kuchenstücke mit.
    Als du sie auf euren Tisch stellst, hebt Jimin die Hände: „Stopp, wir müssen noch was klären. Kein Wort zu unserem Manager, ok?“
    Die anderen stimmen zu und so esst ihr euch an dem Nachtisch satt. Währenddessen unterhaltet ihr euch über das neue Album von BTS, an dem sie gerade arbeiten.
    Jungkook hält sich bei dem Gespräch zurück, worüber du sehr traurig bist.
    ‚Ist er genervt von uns?‘, fragst du dich.
    „Manchmal wünsche ich mir, auf der Bühne eine Maske aufsetzen zu können, damit man mich nicht mehr erkennt“, unterbricht J-Hope deine Gedanken.
    „Hm, wie meinst du das?“, fragt Ahri.
    „Versteht mich nicht falsch, ich liebe das Rappen und Tanzen, aber manchmal ist der öffentliche Druck einfach extrem. Und man wird überall erkannt. Ich liebe Army, aber neulich war ich in der Stadt, um Weihnachtsgeschenke für meine Eltern zu besorgen und da haben…“
    „Du kaufst jetzt schon Weihnachtsgeschenke?“, unterbricht ihn Jin. „Es sind noch mehr als zwei Monate bis Weihnachten!“
    „Man kann nie früh genug Geschenke besorgen“, sagt J-Hope.
    „Was ist dann da beim Einkaufen passiert?“, hakst du nach.
    „Zwei Mädchen haben mich ständig verfolgt und eine hat mich dann sogar angegriffen.“
    „Angegriffen?“, du bist entsetzt: ‚Es hat schon Nachteile, so berühmt zu sein.‘
    „Sie wollte mich wohl nur umarmen, aber hat mich nicht mehr losgelassen und dann hat sie mich mit ihren langen Fingernägeln gekratzt“, mit diesen Worten schiebt er sein Shirt ein wenig nach oben und die siehst die Kratzspuren.
    ‚Krass, das sieht schlimm aus. Ob den anderen sowas auch passiert?‘, fragst du dich.
    „Ohne Bodyguards kann ich wohl nicht mehr rausgehen. Das ist sehr schade.“
    „Du musst dich verkleiden“, schlägt Ahri vor.
    „Setz ‚nen großen Hut auf“, meint Jimin.
    „Kein Hut passt über diese riesigen Ohren“, ärgert Jin J-Hope.
    „Hey, meine Ohren sind winzig und sehr süß, oder?“, er wackelt mit den Ohren.
    Du prustest los: „Klaro.“
    Ihr albert noch ein wenig herum, aber plötzlich werden die anderen still.
    Du drehst dich um und siehst Minho hinter dir stehen: „DN, komm bitte in mein Büro. Wir müssen reden…deine Mutter hat angerufen.“

    9
    Du stehst auf und folgst Minho. Er geht in Richtung Treppenhaus.
    „Ist alles in Ordnung?“, fragst du ängstlich, weil du dir Sorgen machst, dass etwas Schlimmeres passiert ist.
    „Ja…also naja, deine Mutter will hier ein Kinderfest machen“, meint Minho.
    ‚Ah es geht um die Lesenacht‘, du bist erleichtert.
    „Sie ist Erzieherin und dachte, es wäre gut, mal die Location zu wechseln“, sagst du freundlich: „Aber es ist kein Problem, wenn du nein dazu sagst.“
    „Das hatte ich eigentlich nicht vor.“ Er bleibt stehen und du läufst gegen ihn.
    „Ähm t’schuldigung... es ist also okay, wenn sie die Lesenacht hier macht?“
    Minho dreht sich zu dir um und schaut dich direkt an; ihr steht immer noch mitten auf den Treppenstufen und die ganze Situation wird dir langsam sehr unangenehm.
    „Wir haben hier einige Hallen, eine kleinere können wir gerne zur Verfügung stellen.“
    „Wow okay…damit habe ich nicht gerechnet“, sagst du und bereust es sofort.
    „Weißt du dN, ich kann auch nett sein“, meint Minho und zwinkert dir zu.
    Schweigend geht ihr weiter nach unten.
    ‚Woah ich dachte Treppen steigen sei schon anstrengend genug, warum rennt Minho denn so?‘
    Er bleibt wieder stehen, aber diesmal bist du vorbereitet und hältst sofort an.
    „DN, arbeitest du gerne hier?“
    ‚Oh Gott, was wird das denn jetzt?‘
    „Äh..klar?“
    Minho lacht: „Das hört sich aber nicht so überzeugt an.“
    „Naja, ich dachte, ich würde öfter was hinter der Bühne machen…vielleicht mehr mit Jae zusammenarbeiten.“
    Er nickt nachdenklich: „Morgen ist Samstag, da bist du den ganzen Tag da, oder?“
    Du bejahst.
    „Dann bereitest du morgen mit Jae alles vor. Bleib einfach den Tag an seiner Seite; er wird dir schon sagen, was alles zu tun ist. Nicki Minaj wird auftreten und das ist ihr einziges Konzert in Korea, also wird es riesig. Einen Song performt sie zusammen mit BTS.“
    Du freust dich extrem und fällst Minho um den Hals: „Danke, danke!“
    Dein neuer Chef lächelt: „Gerne! Und sag deiner Mum, dass sie mich noch einmal anrufen soll; wir werden dann alles näher besprechen.“
    Du lässt ihn los und wirst rot. ‚Die Umarmung hätte ich mir sparen können.‘
    Minho lässt sich jedoch nicht anmerken, ob er deinen plötzlichen Gefühlsausbruch unangenehm fand.
    Ihr kommt endlich unten an, aber das Gespräch ist schon beendet, weswegen du nicht zu seinem Büro mitgehst, sondern auf den Aufzug zusteuerst.
    „Ah dN…“
    Du drehst dich zu Minho um: „Kaffee?“
    Er schüttelt den Kopf und grinst: „Hände weg von den Scheinwerfern!“


    Dein Handy klingelt und eine weitere Mitarbeiterin ist am Telefon: „DN, hast du kurz Zeit? Ein Herr Chong hat gerade angerufen und gemeint, dass er auf einen Rückruf wartet, aber es hat sich niemand mehr bei ihm gemeldet. Es geht um irgendeinen größeren Druckauftrag.“
    ‚Verdammt…das war’s wohl mit dem Mittagessen.‘
    „Ja, ich komme gleich und rufe ihn zurück.“ Du legst auf und hetzt zurück ins Büro.


    Du sprichst immer noch mit Herrn Chong am Telefon, als Ahri ins Zimmer kommt.
    Nach einer Weile legst du auf und schaust deine Freundin an: „Und? Wie war’s noch?“
    „Die Jungs sind richtig cool. Wir haben jeder noch ein paar Kuchenstücke gegessen. Mir ist echt schlecht“, sie lacht.
    Du seufzt: „Oh man, ich wär so gerne dabei gewesen.“
    Ahri versucht dich zu trösten: „Vielleicht machen wir das ja jetzt öfter, hoffentlich ist dann nächstes Mal Suga dabei… Was wollte eigentlich Minho von dir? Deiner Mum geht’s doch gut, oder?“
    ‚Süß, dass sie sich Sorgen macht‘, denkst du dir und sagst: „Ja, alles okay. Sie will hier eine Lesenacht machen und hat wegen einer der Hallen angefragt.“
    „Aber Minho hat nein gesagt, oder?“
    „Eben nicht, er meinte, es klappt. Crazy, oder? Dachte nicht, dass er sowas erlauben würde.“
    „Hm, vielleicht versucht er jetzt ein wenig netter zu sein.“
    Du lachst: „Ja, er hat mich sogar gefragt, ob ich hier gerne arbeite.“
    „Und?“
    „Na ich meinte, dass ich den Job hier eigentlich nur wegen BTS angenommen habe, ich unterbezahlt bin und mein bisheriges Highlight war, dass ich Jungkook oben ohne sehen durfte. Ach ja und dass mein nerviger Boss vermutlich an ‘ner Überdosis Koffein sterben wird.“
    Ahri prustet los: „Als ob. Wenn du vor ihm stehst, bist du ein Feigling.“
    „Ja stimmt schon“, du bist geknickt.
    „Was hat Jungkook beim Essen noch so gesagt? Hat er überhaupt geredet? Er war vorhin so still“, versuchst du das Thema zu wechseln.
    „Ja er ist noch richtig aufgeblüht, er ist super witzig. Ich glaub, du würdest seinen Humor echt mögen.“
    „Na toll, ich gehe weg und dann „blüht er auf“?“, deine Laune verschlechtert sich.
    Ahri versucht dich erneut aufzumuntern: „Vielleicht ist er schüchtern in deiner Gegenwart?“
    „Oder halt, er denkt, ich wäre ein Creep, der ihn mit Scheinwerfern bewirft und beim Arzt stalkt.“
    „Oder das“, wieder lacht deine Freundin und steckt dich mit an.
    Nach einer Weile beruhigt ihr euch wieder und du sagst Ahri noch, dass du morgen nicht im Büro sein wirst, sondern mit Jae hinter der Bühne.
    „Schade, aber vielleicht siehst du dann BTS.“
    ‚Hoffentlich.‘


    Am nächsten Tag bist du schon früh da, um dir noch ein Croissant und eine heiße Schokolade in der Mensa zu holen.
    Während du mit dem Aufzug in den fünften Stock fährst, denkst du über deinen gestrigen Abend nach, als du mit deiner Mum über die Lesenacht gesprochen hast:
    „Minho hat übrigens erlaubt, dass ihr mit den Kindern in eine der Hallen dürft. Wahrscheinlich eine von den kleinen, aber das sollte ja reichen, oder?“
    „Das hat er dir heute gesagt“, deine Mutter war erstaunt.
    Auf dein Nicken meinte sie: „Ich hab ihn deswegen schon vor Wochen angerufen. Du wolltest ja nicht nachfragen...“
    „Ich dachte niemals, dass er ja sagen würde. Aber es passt zu Minho, dass er so spät erst antwortet. Er ist ein wenig verpeilt.“
    „Wie jung ist der Kerl eigentlich? Verrückt, dass er jetzt schon eine so hohe Position in der Firma einnimmt“, fragte deine Mum.
    „Hä, der ist doch schon uralt. Dreißig oder so.“
    „Und was bin ich dann? Aus der Steinzeit?“ Sie schaute dich ein wenig vorwurfsvoll an.
    „Mami, du siehst aus wie zwanzig. Wir könnten Schwestern sein“, du hast versucht, die Situation zu retten.
    Sie lächelte: „Na gut. Toll, dass die Lesenacht klappt.“


    In der Cafeteria schnappst du dir dein Essen und machst dich auf den Weg zu Jae. Du findest ihn bei den Leuten vom Ton.
    „DN!“, er umarmt dich „hast du sie schon gesehen?“
    „Wen meinst du?“, fragst du.
    „Na Nicki!“
    Du grinst: „Da ist wohl jemand ein Fan.“
    „Wer nicht?“, Jae lacht „sie ist vorhin an mir vorbeigelaufen und wow…einfach nur wow.“
    „Hahaha, vielleicht sehe ich sie ja auch noch.“
    Er nickt: „Das darf man nicht verpassen.“
    In den nächsten Stunden überprüft ihr, ob Ton, Lichter und die unterschiedlichen Bühneneinstellungen funktionieren. Jae scheucht dich ganz schön umher, aber kein Vergleich zu Minho.
    Als ihr fertig seid, ist dein Arbeitstag auch schon fast geschafft.
    „Bleiben du und Ahri noch da, um euch den Auftritt anzuschauen?“, fragt dich Jae.
    „Ich würde schon gerne, aber vielleicht erlaubt Minho das nicht.“
    „Das hat dich auch nicht davon abgehalten, bei dem Konzert von BTS aufzutauchen“, er lacht.
    „Du hast mich gesehen?“
    „Klar. Wie du rumgesprungen bist! Haha, das war schon süß!“
    Du wirst rot und sagst kleinlaut: „Ich finde die so toll, ich musste einfach kurz vorbeischauen.“
    „Sie spielen ja heute auch einen Song zusammen mit Nicki, also kannst du sie noch einmal sehen. Wenn ich dabei bin, wird Minho schon nichts sagen.“
    „Hm, kann sein“, dir fällt etwas ein. „Wie alt ist Minho eigentlich?“
    „Er ist sechsundzwanzig. Warum frägst du?“, antwortet dir Jae.
    „Ich hab mich nur gewundert, dass er so jung schon stellvertretender Leiter der Firma ist.“
    „Sein Vater ist hier der Boss. Minho wird wohl mal seine Position übernehmen.“
    Du lachst: „Na da bin ich gespannt, ob er das hinkriegt.“
    Ihr redet noch eine Weile, doch dann gehst du in dein Büro, um Ahri zu holen und dich vor dem Konzert noch einmal umzuziehen.


    „Wow, blau steht dir gut!“, sagt Ahri, als ihr euch umgezogen habt.
    „Dankeschön. Den Pulli hab ich mir von meiner Mum ausgeliehen. Vielleicht sollte ich den mal wieder zurückgeben“, sagst du grinsend.
    Zusammen geht ihr in Richtung Bühne und kommt an einem Raum vorbei, aus dem ihr mehrere Stimmen hört.
    „Hey, das ist BTS“, meint Ahri. „Wahrscheinlich stimmen die sich gerade ein.“ Sie lauscht an der Tür.
    Du näherst dich dem Raum und erkennst die Stimme von Jimin, dann wird es kurz leise, bevor ihr lautes Klatschen hört.
    Die Tür geht auf und ihr springt schnell zur Seite.
    ‚Versuch cool zu bleiben, ihr geht hier nur zufällig vorbei.‘
    Die sieben Mitglieder von BTS kommen aus dem Raum und du tust so, als ob du gerade in ein Gespräch mit Ahri verwickelt wärst.
    „Hey Mädels“, ruft Jin. „Schaut ihr uns gleich zu?“
    „Wir wollten eigentlich zu dem Auftritt von Nicki Minaj“, sagt Ahri fake unwissend.
    „Aber wir treten doch mit ihr zusammen auf“, meint J-Hope.
    „Nur bei einem Song“, bemerkt Suga knapp.
    „Wer bist du denn?“, fragt V dich freundlich „Ahri haben wir ja schon kennengelernt.“
    „Das ist dN; sie war auch dabei, also wir neulich in der Mensa waren“, stellt Jin klar.
    „Die euch zum Kuchen-Essen verführt hat?“, fragt RM grinsend.
    „Genau“, sagst du lachend. ‚Zum Glück werde ich nicht als Mädchen mit dem Scheinwerfer bezeichnet.‘
    „Seid ihr schon aufgeregt?“, fragst du die Jungs.
    „Es geht. Ein Song vergeht sehr schnell, aber wir konnten nur einmal mit Nicki üben.“
    „Viel Erfolg für euren Auftritt“, sagt Ahri.
    „Danke“, Suga lächelt sie kurz an und die Wangen deiner Freundin werden rot. Sie schaut auf den Boden.
    ‚Süß, sie ist echt richtig verknallt‘, denkst du dir.
    „Wir müssen leider los“, meint Jimin „Anprobe und Make-up stehen noch an.“
    „Wir wollten euch nicht aufhalten, sorry!“
    „Habt ihr gar nicht“, meint V „Wollt ihr vielleicht später dazu kommen?“
    „Zu was?“, fragt Ahri und du hörst Aufregung in ihrer Stimme. Du musst lächeln.
    „Nach jedem Konzert setzen wir uns zusammen und reden ein wenig. Trinken vielleicht ein Bier oder zwei, machen uns einfach einen chilligen Abend. Ein paar Leute aus der Firma kommen auch. Wenn ihr Lust habt, kommt gerne dazu“, sagt RM.
    Bevor Ahri sofort zustimmen kann, kommst du ihr zuvor: „Wir schauen mal, ob wir danach noch Zeit haben und kommen dann eventuell noch spontan vorbei.“
    „Alles klar, bis dann“, verabschiedet sich Jin und die Jungs verschwinden in Richtung Bühne.

    10
    „ ‚Wir schauen, ob wir Zeit haben‘? Dein Ernst, dN? Ich will da unbedingt hin“, deine Freundin ist sichtlich genervt.
    „Ahri, beruhig dich. Klar gehen wir hin!“
    „Ah, du wolltest cool wirken, oder?“, fragt sie.
    „Ich dachte, wir sollten zumindest nicht sofort zustimmen. Aber ich hab auch nicht gleich zugesagt, weil ich erstmal rausfinden will, ob Minho kommt.“
    „Würde das etwas ändern?“, fragt Ahri dich grinsend.
    „Hm, ich weiß auch nicht, er ist in letzter Zeit so komisch zu mir gewesen.“
    „Uuuh, dN und Minho“, will dich deine Freundin aufziehen.
    „Quatsch“, du musst lachen „ich mache mir eher Sorgen, dass er mich feuern will.“
    „Warum sollte er das tun? Du bist fleißig und kommst mit jedem aus. Da wäre er echt doof, dich zu feuern“, versucht dich Ahri aufzumuntern.
    „Ich hab irgendwie ein ungutes Gefühl“, du bist deprimiert.
    „Sicher, dass das an Minho liegt?“
    „Was meinst du?“, willst du wissen.
    Deine Freundin zögert kurz: „Liegt es vielleicht an Jungkook?“
    Du bist verwirrt: „Ahri, ich weiß immer noch nicht, was du meinst?“
    „Naja, du bist immer so enttäuscht, wenn ihr euch trefft und er nicht mit dir redet.“
    Du starrst sie an: „Verständlich, oder?“
    „Oh dN, sei mir nicht böse. Ich glaube echt, dass er nur zu schüchtern ist. Ich will bloß nicht, dass du traurig bist. Wenn du willst, können wir nach dem Konzert auch nur was zu zweit machen. Essen gehen oder so.“
    Du bist gerührt, dass sie für dich die Möglichkeit aufgeben würde, mit Suga zu reden: „Nein, du hast ja recht. Es zieht mich runter, wenn er nicht mit mir redet, aber vielleicht ändert sich das ja noch. Wir gehen zusammen hin, es wird bestimmt witzig.“
    Deine Freundin grinst: „Und wenn er weiterhin so komisch sein sollte, kann Jae bestimmt einen Scheinwerfer lockern, sodass Jungkook dieses Mal tatsächlich getroffen wird.“
    Du starrst sie einen Augenblick an, dann lachst du los.
    „Aber jetzt los, wir wollen doch nicht das Konzert verpassen“, meint Ahri und ihr macht euch auf den Weg zur Bühne.


    Die Halle ist überfüllt: Überall stehen Menschen und drängen sich aneinander. Ihr seid durch einen Seiteneingang reingekommen und versucht nun, euch in eine der vorderen Reihen zu quetschen.
    „Vielleicht sollten wir doch von hinter der Bühne zuschauen“, sagst du und weichst dabei einem Ellbogen aus, mit dem dich gerade ein Mädchen zur Seite schieben wollte.
    „Quatsch, hier sehen wir am besten“, ruft dir Ahri über einige Köpfe hinweg zu, schnappt sich deinen Arm und zieht dich mit in die zweite Reihe. Da beginnt auch schon das Konzert und Nicki Minaj fährt durch eine Öffnung im Boden auf die Bühne. Ihr fangt an zu kreischen.
    Bei einigen Teilen der Songs rappt Ahri mit und du bist überrascht, wie gut sie das macht. Du jubelst ihr zu und sie wird ein wenig rot.
    Jetzt kündigt Nicki BTS an und ihr flippt vollkommen aus. Beinahe hättest du dem Mädchen vor dir aus Versehen dein Knie in den Rücken gehauen, weil du so hochgesprungen bist.
    „Kannst du fassen, dass wir sie persönlich kennen?“, fragt dich Ahri mit breitem Grinsen.
    Du schüttelst nur sprachlos den Kopf und schaust zu, wie die Jungs auf die Bühne kommen und sich an ihre Position stellen. Der Song geht los und sie fangen an, zu tanzen und zu singen. Ihr kreischt noch lauter und beginnt wild rumzuhüpfen. Auch die anderen Leute flippen vollkommen aus. Die Stimmung ist großartig. Nach dem Lied musst du dich erstmal beruhigen und ein wenig zu Atem kommen. Es folgen noch zwei Songs, aber dann ist das Konzert leider schon vorbei.
    ‚Schade, das war einer der coolsten Abende meines Lebens‘, denkst du dir und lässt dich von der Menschenmenge nach draußen ziehen.
    Ahri und du stehen bei Wito und du atmest die kühle Oktoberluft ein. Du bekommst eine Gänsehaut.
    „Na Mädels, hattet ihr Spaß?“, fragt euch der Türsteher.
    „Klar, das war der Hammer!“, erwidert Ahri grinsend.
    Du nickst: „Unglaublich cool.“
    Wito lacht: „Freut mich, wenn ihr Spaß hattet.“ Er deutet auf deine Gänsehaut: „Geht besser rein. Es ist schon sehr kalt.“
    „Ja, wir haben nämlich noch ein Date“, sagt Ahri aufgeregt.
    „Achja?“, Wito zieht seine Augenbrauhen nach oben.
    „Kein Date!“, du lachst „Ahri übertreibt mal wieder. Wir treffen uns noch mit BTS Backstage.“
    „Ah, da ist der Kerl von neulich auch dabei, oder?“
    Du nickst wieder: „Ja, er heißt J-Hope.“
    Wito übergeht deinen Kommentar – er scheint sich wenig für die Jungs zu interessieren: „Trefft ihr auch Nicki Minaj?“
    „Darüber hab ich noch gar nicht nachgedacht“, meint Ahri und ihre Aufregung wächst „aber vielleicht schon.“
    „Meine Tochter ist ein riesiger Fan, könntet ihr mir vielleicht ein Autogramm von ihr besorgen?“
    „Wenn wir sie sehen, werden wir sie fragen“, versprichst du und ihr geht nach drinnen.


    Im Backstage-Bereich ist noch sehr viel los und einige Menschen wuseln umher.
    „Da hinten sind die Jungs“, sagt Ahri und deutet auf eine Gruppe von Leuten. Ihr steuert auf sie zu und als euch Jin entdeckt, fragt er grinsend: „Ihr hattet also doch nichts Besseres zu tun?“
    „Wir haben gehofft, dass wir vielleicht noch ein Autogramm von Nicki bekommen“, sagst du, weil du ihn ein wenig ärgern möchtest.
    „Die ist schon wieder ihn ihren Räumen, sieht so aus, als müsstet ihr euch mit uns abgeben“, meint Jimin neckisch.
    „Ah damit kommen wir klar“, Ahri lacht.
    „Hier ist so viel los, lasst uns doch rauf auf die Dachterrasse gehen“, schlägt V vor.
    Gemeinsam quetscht ihr euch in einen Aufzug und fahrt nach oben. Du stehst neben Ahri, aber weil direkt vor ihr Suga ist, versuchst du sie ein wenig in seine Richtung zu schieben. Sie stolpert vorwärts und hält sich an seinen Schultern fest.
    „Tut mir leid“, nuschelt sie.
    Du grinst: ‚Na, wenn ich euch nicht verkuppelt kriege…‘
    Plötzlich merkst du, dass dich jemand anstarrt; du drehst dich zur Seite – Jungkook. Dein Lächeln verschwindet.
    ‚Hat er gesehen, dass ich Ahri geschubst habe?‘ Du versuchst cool zu bleiben, aber als er nicht wegschaut, drehst du dich um und schaust direkt in seine Augen. Endlich senkt er den Blick, doch nun fühlst du dich ein wenig schlecht.
    ‚Wahrscheinlich wollte er nur sicher gehen, dass ich sie nicht noch einmal schubse oder noch jemandem wehtue.‘ Du seufzt: ‚Er glaubt vielleicht immer noch, dass ich ihn mit dem Scheinwerfer treffen wollte. Gott, vermutlich denkt er, ich bin eine Psychopatin.‘
    Ihr steigt aus und geht auf die Dachterrasse; die Stimmung ist gut, Namjoon legt an der Anlage Musik auf und ihr quatsch ein wenig bis J-Hope plötzlich ruft: „DN, zeig uns doch deine Dance-Moves! Du bist ja vorhin richtig abgegangen. Krass, wie ihr beiden rumgesprungen seid“
    Du bist geschockt: „Was? Habt ihr uns gesehen?“
    Jimin grinst: „Als wir noch hinter der Bühne waren, haben wir euch beim Tanzen beobachtet. Ihr saht aus, als hättet ihr Spaß.“
    Ahri lacht los: „Hahaha ja, wir sind so rumgehüpft, zum Glück haben wir niemanden aus Versehen verletzt.“
    Du stehst immer noch unter Schock, aber J-Hope nimmt deine Hand und zieht dich in die Mitte der Terrasse. „Namjoon, mach die Musik lauter!“, ruft er und die Bässe dröhnen. Er beginnt zu tanzen und weil du nicht blöd auf der Stelle stehen willst, fängst du auch an, obwohl du keine Ahnung hast, was du genau tun sollst.
    Kurz darauf machen auch die anderen mit und ihr tanzt alle wie wild auf der Terrasse herum.
    Du bemerkst, dass Jungkook am Rand bei Namjoon steht, der sich immer noch hinter der Anlage um die Songs kümmert.
    ‚Warum tanzt er denn nicht mit?‘ Du versuchst Jungkook zu ignorieren und konzentrierst dich auf die Musik. Du spürst das Vibrieren der Bässe im ganzen Körper und genießt den Moment, als plötzlich dein Handy zu klingeln anfängt.
    ‚Oh man, wer stört denn jetzt schon wieder. Wenn es Minho ist, werde ich einfach nicht antworten.‘ Aber als du auf dein Smartphone schaust, siehst du, dass deine Mum anruft. Schnell gibst du Ahri Bescheid und gehst ins Treppenhaus, damit du ungestört telefonieren kannst.
    „Mama, was ist los? Hast du meine Nachricht nicht bekommen, dass es heute länger dauert?“
    „DN, du musst mir morgen bei den Vorbereitungen für die Lesenacht helfen. Komm bitte nicht allzu spät nach Hause.“
    „Aber Mum, morgen ist mein einziger freier Tag in der Woche!“
    „Keine Widerrede, Fräulein! In einer halben Stunde musst du zu Hause sein!“
    Genervt legst du auf.

    Als du wieder zurück auf die Terrasse trittst, siehst du, dass die anderen einen Kreis gebildet haben. Neugierig kommst du näher und erkennst, dass Jungkook in der Mitte tanzt und die anderen ihm zujubeln. Er sieht echt gut und professionell dabei aus.
    ‚Sobald ich weg bin, kann er also auf einmal tanzen?‘
    Jungkook dreht sich um und erstarrt bei deinem Anblick: „Ich dachte, du wärst gegangen.“
    „Ne, ich bin immer noch hier“, meinst du deprimiert. „Aber ich muss jetzt tatsächlich los.“ Du umarmst Ahri und winkst den anderen – außer Jungkook – und läufst in Richtung Aufzug.
    ‚Ich verstehe einfach nicht, warum er sich mir gegenüber so komisch verhält‘, du bist sauer ‚ich hab echt versucht, freundlich zu sein, aber er macht alles so kompliziert.‘ Jetzt wirst du richtig wütend, drehst dich um und steuerst direkt auf Jungkook zu, der wieder am Rand der Gruppe steht.
    Du stößt ihn an: „Hey, warum magst du mich eigentlich nicht?“
    „Was?“, er ist verdutzt.
    „Ich bin echt freundlich zu dir, aber du verhältst dich ganz seltsam…“
    Er antwortet nicht und du wirst noch wütender: „Also, wenn es an der Sache mit dem Scheinwerfer liegt, da bin ich nicht schuld: Minho hätte früher einen neuen besorgen sollen. Außerdem warum sollte ich wollen, dass jemand von euch verletzt wird?“
    Langsam redest du dich in Rage und die anderen um euch verstummen: „Oder ist es die Sache mit der Ärztin? Tut mir ja leid, dass sie meinte, du sollst meine Hand halten. Ich kann eben keine Spritzen sehen. Und ich wusste auch nicht, dass du da dann halb nackt bist...“ Du stockst kurz: „Also naja, das hat die Ärztin vielleicht kurz erwähnt. Aber kann ich ja nichts dafür, dass du dich ausziehst, sobald ich den Raum verlasse... Dann warst du schon im Aufzug komisch und auch als wir danach alle zusammen essen waren. Warum, hm? Findest du mich so schlimm, dass du nicht mal mit mir in einem Raum sein kannst?“
    Er will antworten, aber du unterbrichst ihn sofort: „Weißt du was? Eigentlich will ich es gar nicht wissen, es ist mir egal. Du willst offensichtlich nicht, dass ich dabei bin…“, du atmest tief ein: „So ich muss jetzt zu Nicki und sie um ein Autogramm bitten.“ Du stürmst davon.


    Hey Leute, ich versuche dieses We oder am 24. ein „Weihnachtsspecial“ rauszubringen und mehrere Kapitel zu veröffentlichen. 🙌 Wie fändet ihr es, wenn ich ein paar Kapitel aus Ahris Sicht schreibe und evtl näher auf die Geschichte mit Suga eingehe? 😊

    11
    „Und dann?“
    „Dann bin ich einfach weggerannt.“
    Deine Mutter starrt dich an: „Du hast ihn und die anderen einfach auf der Dachterrasse stehen lassen?“
    Du nickst und deine Mum fängt an zu lachen: „Du bist wirklich meine Tochter.“
    „Oh man Mama…jetzt lach mich doch nicht aus, sondern gib mir lieber ein paar Tipps, was ich jetzt machen soll?“
    Sie hebt beschwichtigend die Arme: „Na gut, ich reiße mich zusammen“, aber sie kichert immer noch.
    Du seufzt: „Ich kann nie wieder in die Arbeit. Was wenn ich ihm begegne?“
    Deine Mum räuspert sich: „Also grundsätzlich finde ich gut, dass du ihm deine Meinung gesagt hast, aber…“
    „Aber was?“, du bereust bereits deiner Mutter die Geschichte von gestern Abend erzählt zu haben. Normalerweise sprichst du nur selten mit ihr über deine Probleme, aber gerade sitzt ihr an eurem Küchentisch und bastelt zusammen für die Lesenacht. Sie hat dich gefragt, ob alles ok sei und da hast du einfach alles erzählt.
    „Naja dN, du hättest das schon anders regeln können und ihn nicht vor allen zur Rede stellen müssen. Vielleicht würde er dir sagen, was ihn stört, wenn ihr nur zu zweit seid.“
    „Bist du etwa auf Jungkooks Seite? Dem Jungen, der deine Tochter so schlecht behandelt hat?“, fragst du genervt.
    „Ich bin auf gar keiner Seite.“
    ‚Falsche Antwort.‘ Du seufzt wieder.
    „Schätzchen, ich kann nachvollziehen, warum du so ausgeflippt bist. Aber glaub mir, manchmal ist es besser sich zusammenzureißen und die Wut runterzuschlucken“, versucht sie dir einen guten Rat zu geben.
    „Mama, so was will ich doch nicht hören.“
    „Soll ich dir lieber raten, ihn nächstes Mal zu verprügeln?“
    Du prustest los: „Da hätte ich keine Chance. Er ist viel größer und richtig trainiert. Da wär ich sofort k.o.“
    Deine Mum hört auf an einem Lesezeichen rumzuschneiden und schaut dich an: „Trainiert, hm? Und groß? Sieht er gut aus?“
    ‚Oh Gott, ich hätte einfach gar nichts sagen sollen.‘
    „Bisschen zu jung für dich, meinst du nicht?“, du versuchst das Thema zu wechseln: „Wie viele müssen wir noch ausschneiden? Soll ich schonmal Glitzer holen?“
    „DN, was soll das? Du weißt doch, dass dein Vater und ich glücklich sind, auch wenn er viel unterwegs ist.“ Nach einer kurzen Pause fragt deine Mutter. „Magst du ihn?“
    „Papa? Ja klar!“
    Sie verdreht die Augen: „Ich meine Jungkook, das weißt du genau.“
    Du schluckst: „Ich mag alle von BTS…“ Kurze Pause, dann sprichst du leise weiter: „Aber Mama, ich bin echt verletzt. Er hat mir das Gefühl gegeben, dass ich vollkommen fehl am Platz bin und dass ich nichts mit den anderen Jungs machen sollte. Er wirkt ständig genervt von allem, was ich tue.“ Traurig schaust du auf den Boden.
    Deine Mum tätschelt deine Hand: „Geh ihm einfach in Zukunft aus dem Weg und versuch ihn zu vergessen. Wenn du ihn nicht siehst, wird alles viel leichter.“
    ‚Super Rat‘, denkst du ironisch.
    „Mama, ich arbeite in der Konzerthalle, in der er probt. Da kann ich ihm schlecht aus dem Weg gehen. Vor allem, wenn mich Minho irgendwo hinschickt, wo er auch gerade ist.“
    „Wirst du dich bei ihm entschuldigen?“
    Du bist schockiert: „Was? Findest du etwa, dass ich das tun muss?“
    Sie zuckt mit den Schultern: „Vielleicht würde eine Entschuldigung eure zukünftige Zusammenarbeit erleichtern.“
    ‚Zukünftige Zusammenarbeit? Oh no.‘
    „Oder ich kündige...“
    „DN, das wirst du nicht tun“, deine Mum schaut dich streng an. „Wegen sowas schmeißt du nicht deinen Job hin. Die Arbeit da macht dir doch so viel Spaß und du hast auch schon Freunde gefunden.“
    Du fängst an zu jammern: „Aber Mami…“ Sie unterbricht dich sofort: „DN, reiß dich zusammen. Entweder du entschuldigst dich oder versuchst ihm aus dem Weg zu gehen. Da arbeiten so viele Leute, vielleicht siehst du ihn gar nicht mehr.“
    Du willst etwas entgegnen, aber deine Mutter fällt dir wieder sofort ins Wort: „Keine Widerrede! Schließlich bist du wirklich meine Tochter und du wirst das hinkriegen! Und jetzt, geh und hol bitte Glitzer und bunte Federn aus dem Keller.“


    Am Dienstag nach der Schule fährst du zur Arbeit und gibst Wito das Autogramm, das du für seine Tochter besorgt hast. Er bedankt sich und lässt dich gleich rein. Du läufst in Richtung Büro, aber stoppst, als du siehst, dass jemand den Raum verlässt. Du erkennst Jungkook und versteckst dich schnell hinter einer großen Pflanze.
    ‚So viel zu ‚da arbeiten so viele Leute, vielleicht siehst du ihn gar nicht mehr‘ ‘, denkst du dir und wartest ab, bis er in einem Gang verschwunden ist.
    „DN, was machst du da?“
    Du drehst dich um und siehst Minho.
    „Ähm…“
    Dein Chef starrt dich an.
    „Ich wollte schauen, welche Pflanze das ist. Sie ist so … äh … groß“, versuchst du die Situation zu retten.
    Minho schüttelt nur verwundet den Kopf: „Also gut, wenn du meinst. Komm bitte später in mein Büro! Ich möchte noch ein paar Dinge mit dir wegen der Lesenacht besprechen.“
    Du nickst, verabschiedest dich und schlüpfst schnell durch die Tür in das kleine Zimmer, in dem Ahri bereits sitzt.
    Ihr habt in den letzten Tagen häufig telefoniert und gechattet und mehrmals die Situation besprochen; Ihr habt euch darauf geeinigt, erstmal abzuwarten und zu schauen, wie und ob die anderen reagieren.
    Sobald deine Freundin dich sieht, springt sie auf und umarmt dich: „DN, Jungkook war gerade da.“
    „Ich weiß, ich hab noch gesehen, wie er rausgeht.“
    „Habt ihr geredet?“
    „Nein, ich hab mich versteckt, aber Minho hat mich erwischt… was wollte Jungkook denn?“
    „Er will mit dir sprechen.“
    Du schluckst: „Hat er gesagt warum?“
    Ahri schüttelt ihren Kopf: „Nein, aber das war schon das zweite Mal, dass er heute da war und er meinte auch, dass er später noch einmal vorbeischaut.“
    „Oh Ahri, was soll ich nur tun? Soll ich mich entschuldigen, weil ich ein wenig überreagiert hab?“
    „Warten wir erstmal ab, was er überhaupt von dir will. “
    „Hm, du hast ja recht. Aber ich will ihn einfach gar nicht mehr sehen und auch nicht mit ihm sprechen“, geknickt sitzt du auf deinem Stuhl.
    Deine Freundin wuschelt durch dein Haar und versucht dich ein wenig aufzumuntern: „Die anderen Jungs sind zumindest nicht sauer auf dich. Als du weg warst meinten sie auch, dass sie nicht verstehen, warum sich Jungkook dir gegenüber so seltsam verhält.“
    ‚Wenigstens das.‘
    „Ahri, ich glaub, ich pack das heute noch nicht. Ich kann einfach nicht mit ihm reden. Minho meinte, ich soll mit ihm noch was wegen der Lesenacht von meiner Mum besprechen. Kannst du Jungkook ausrichten, dass ich den ganzen Tag beschäftigt bin?“
    „Kein Problem. Sehen wir uns später noch?“
    Ihr verabredet euch für den Abend und du machst dich auf den Weg zu Minhos Büro.

    12
    Du hast tatsächlich den gesamten Nachmittag bei Minho verbracht. Nach der Organisation der Lesenacht habt ihr über Konzerte und unterschiedliche Künstler gesprochen. Obwohl er dich meistens nervt, hattest du diesmal echt Spaß, weil Minho sehr witzig und freundlich war. Auch für deine nächsten Arbeitstage habt ihr euch verabredet, damit er dir einen Einblick in die Planung und Einteilung von den Auftritten der Sänger gibt.
    Abends sitzt du zusammen mit Ahri auf deinem Bett und ihr hört Musik.
    „War Jungkook noch einmal in unserem Büro?“, fragst du sie und schnappst dir die Chipstüte von ihrem Schoß.
    Deine Freundin nickt: „Ja, er hat noch zweimal vorbeigeschaut, obwohl ich gemeint hab, dass du bei Minho bist.“
    „Komisch, oder? Hat er gesagt, was er will?“
    Deine Freundin schüttelt den Kopf.
    Nachdenklich stopfst du dir einen Chip nach dem anderen in den Mund.
    Ahri unterbricht deine Gedanken: „DN, ich muss dir was sagen.“
    Du schaust auf: „Ja?“
    „Ich hab ihm deine Nummer gegeben?“
    Du erstarrst: „Du hast was?“
    „Naja, er hat so traurig gewirkt. Ich glaube, die Sache belastet ihn.“
    „Ahri!“ Du schnappst dir ein Kissen und schmeißt es ihr gegen den Kopf: „Was soll das? Du kannst ihm doch nicht einfach meine Nummer geben.“
    „Ich wollte nur helfen.“
    Du schmeißt das nächste Kissen auf sie, aber diesmal weicht Ahri aus: „Das hilft mir gar nicht.“
    „Also hat er sich noch nicht gemeldet?“
    Traurig schüttelst du den Kopf: ‚Oder sollte ich vielleicht erleichtert sein?‘
    „Ach dN, das wird schon. Mach dir keine Sorgen!“
    Als du nicht reagierst, holt sie sich ein Kissen um wirft es auf dich.
    „Hey was soll das?“, rufst du genervt.
    Aber deine Freundin hat sich schon das nächste geschnappt: „Ich muss mich doch rächen.“ Sie grinst.
    Eine Zeit lang schleudert ihr euch Decken und Kissen entgegen, doch dann seid ihr zu erschöpft, um weiterzumachen und Ahri hebt ihre Hände nach oben: „Halt! Stopp! Ich kapituliere!“
    Du lachst: „Na gut, weil ich so gnädig bin.“
    Ahri kichert, dann hält sie plötzlich inne: „Ich muss dir noch was sagen.“
    „Was? Hast du Jungkook auch noch meine Adresse gegeben. Muss ich damit rechnen, dass er gleich vor meiner Tür steht?“, fragst du grinsend.
    „Eigentlich nicht, aber das lässt sich einrichten.“
    „Wehe!“ Du haust sie noch einmal mit einem Kissen.
    „Suga und ich haben heute lange miteinander geredet.“
    „Wow, das ist super.“ Du lächelst deine Freundin breit an.
    „Ja, aber er macht mich so nervös. Ich weiß gar nicht, was ich in seiner Gegenwart sagen soll. Ich hatte meine Kopfhörer auf und da hat er mich gefragt, welche Musik ich höre. Als ich dann meinte, dass es ein Song von Kanye West ist, war er total begeistert.“
    „Er mag Hip-Hop? Ah, das passt zu ihm, er rappt ja schließlich auch selbst.“
    Ahri nickt: „Ja, er hört dieselben Künstler, die ich auch gerne mag. Als wir uns über Musik unterhalten haben, hat er echt happy gewirkt. Sonst ist er doch meistens so nachdenklich und irgendwie traurig.“
    Ihr unterhaltet euch noch eine Weile über Suga und du bemerkst, dass sich Ahri richtig verliebt hat: ‚Süß, wie sie von ihm schwärmt.‘
    Als deine Freundin abgeholt wird, bist du schon so müde, dass dir fast deine Augen zufallen.
    Sofort schläfst du ein. Mitten in der Nacht fängt dein Handy an zu vibrieren und du wachst auf, weil du auf ihm gelegen bist. Du schaust auf das Display; eine neue Nachricht:
    Hey, hier ist Jungkook. Ich hab deine Nummer von Ahri. Können wir bitte reden?

    13
    „Und du hast ihm einfach nicht geantwortet?“ Ahri starrt dich fassungslos an.
    „Hätte ich schreiben können ‚nein, ich will dich eigentlich nicht sehen‘?“
    „Hm… ja ne, das geht nicht. Aber gar nicht antworten?“, sie schüttelt den Kopf „das ist auch blöd.“
    Du hast ein paar Tage gewartet bevor du Ahri erzählt hast, dass Jungkook dir geschrieben hat. Eigentlich wolltest du ihm schon antworten, wusstest aber einfach nicht, was du schreiben sollst.
    „Ach dN, bring dieses Gespräch einfach hinter dich! Heute hast du dich im Schrank versteckt. Langsam wird es lächerlich, wie du ihm aus dem Weg gehst.“
    ‚Irgendwie wird dieses verstecken langsam zur Gewohnheit‘, denkst du dir und sagst: „Ich zögere es so lange hinaus, wie es geht.“
    Ahri seufzt: „Wie du meinst.“
    Du versuchst das Thema zu wechseln: „Nächste Woche ist die Lesenacht und meine Mum will, dass ich auch komme und den Kindern etwas vorlese. Schaust du auch vorbei? Bitte! Ohne dich wird das total langweilig.“
    Deine Freundin grinst: „Vier- und Fünfjährigen Geschichten vorlesen? Nichts würde ich lieber tun.“
    Du bist erleichtert: „Danke!“

    Die nächsten Tage vergehen wie gewohnt; du verbringst viel Zeit in Minhos Büro und gehst Jungkook weiterhin aus dem Weg. Einmal siehst du ihn in der Mensa, entscheidest dich dann aber in einem Café in der Nähe der Konzerthalle zu essen, um ihm nicht zu begegnen. Du hast Jungkook nicht mehr auf seine Nachricht geantwortet, aber er hat dir auch nicht noch einmal geschrieben.
    Am Tag der Lesenacht hast du frei, musst aber abends in die Halle kommen und den Kindern vorlesen. Deine Mum hat verschiedene Stationen vorbereitet, an denen unterschiedliche Geschichten vorgelesen werden sollen. Du bist bei der Grusel-Station eingeteilt.
    „DN, holst du die nächste Gruppe bitte rein?“, fordert dich deine Mum auf.
    Du rufst die Kinder zu dir und alle setzen sich in einen Kreis. Beim Lesen verstellst du deine Stimme und versuchst gruselig zu wirken. Bisher klappt alles ganz gut und die Kinder haben Spaß.
    Als du mit dieser Gruppe fertig bist, fragst du deine Mutter, ob du kurz Pause machen darfst.
    „Ja, die nächsten kommen erst in zehn Minuten zu dir. Sei einfach bis dahin zurück.“
    Du stehst auf und gehst zum Catering, das Minho extra für die Kinder bestellt hat. Es gibt viele Süßigkeiten und du schaufelst dir einige auf einen großen Teller. Aus einem Automaten lässt du dir eine Tasse heiße Schokolade und während du wartest, summst du vor dich hin.
    „DN, hast du kurz Zeit?“, fragt dich eine schüchterne Stimme. Du verstummst und drehst dich um. Jungkook steht vor dir.
    ‚Oh nein, bitte nicht jetzt. Wenn man einmal nicht aufpasst…‘
    „Ähm, gerade ist schlecht. Ich muss zurück und lesen.“
    „Lesen?“, fragt er dich erstaunt.
    „Ja, meine Mum ist Erzieherin und hat hier eine Lesenacht organisiert. Ich muss ihr helfen, mich um die Kinder zu kümmern.“
    Er ist verwirrt: „Also… es dauert auch nicht lange.“
    Deine heiße Schokolade ist fertig; du schnappst dir die Tasse und willst zu deinem Platz an der Gruselstation zurücklaufen, aber Jungkook folgt dir.
    „Bitte dN, ich wollte mich entschuldigen.“
    Du bleibst überrascht stehen und dabei verschüttest du ein wenig deiner heißen Schokolade: ‚Warum will er sich denn jetzt entschuldigen, hab nicht ich ihn angemotzt?‘
    „Ähm, ok?“ Du biegst im Flur ab und bist in der kleinen Halle, wo deine Mum schon auf dich wartet. Jungkook ist immer noch an deiner Seite.
    „Ich war wirklich unfreundlich zu dir, das hätte ich nicht tun sollen. Aber glaub mir, es war nie meine Absicht, dich in irgendeiner Weise zu verletzen“, sagt er neben dir.
    Du bist sprachlos: seine Worte hören sich an, als hätte er die Entschuldigung einstudiert.
    „DN, beeil dich. Ahri bringt gleich die nächste Gruppe vorbei“, ruft dir deine Mutter entgegen.
    Wortlos stapfst du zu ihr herüber und Jungkook folgt dir immer noch.
    „Oh, du hast Süßigkeiten mitgebracht“, sagt deine Mum mit leuchtenden Augen und schnappt sich einen Oreo-Keks von deinem Teller. „Und wer bist du, willst du vielleicht auch lesen?“, fragt sie an Jungkook gewandt.
    ‚Oh nein, Mum, bitte nicht‘, denkst du dir und versuchst freundlich zu bleiben: „Das ist Jungkook und er wollte eigentlich gerade wieder gehen.“
    „Der Jungkook?“, deine Mum mustert ihn von oben bis unten.
    ‚Hilfe! Sei einfach leise, Mama.‘
    Du versuchst die Situation noch irgendwie zu retten und zu verhindern, dass Jungkook denkt, du hättest mit deiner Mum über ihn geredet – auch wenn du das tatsächlich getan hast: „Ja genau, Jungkook von BTS. Von der berühmten Band.“
    „Hm, das meinte ich eigentlich nicht“, sagt deine Mum.
    ‚Rettung schiefgelaufen.‘
    Du traust dich nicht mehr zu Jungkook aufzuschauen: „Mum, solltest du nicht auch gerade irgendwo sein?“
    „Ah ja, du hast recht. Ich muss gleich bei den Abenteuergeschichten weiterlesen.“ Sie läuft davon, dreht sich aber im Gehen um und sagt: „Jungkook, sei gefälligst nett zu meiner Tochter.“
    ‚Ok jetzt reicht’s. Musst du mich den so blamieren?‘ Dein Gesicht wird rot und du willst am liebsten im Erdboden versinken.
    Ihr schweigt euch einen kurzen Moment an, aber dann kommt zum Glück Ahri vorbei und bringt eine Gruppe von Kindern mit. Als sie Jungkook sieht, grinst sie und sagt: „Ich hätte auch gerne einen Lesepartner, das macht bestimmt viel mehr Spaß.“
    „Er ist nicht mein Lesepartner. Ich mache das hier immer noch allein“, sagst du genervt.
    „Du kannst jetzt auch gehen“, zickst du Jungkook an. ‚Oh man, warum bin ich denn so unfreundlich zu ihm? Eigentlich bin ich doch sauer auf meine Mum.‘
    „Ich würde gerne bleiben“, meint Jungkook ruhig.
    Du zuckst nur mit den Schultern: „Na gut.“
    Jungkook, du und die Kinder setzen sich auf Kissen, die in einer Kreisform am Boden liegen.
    Als du das Buch aufschlägst, merkst du, dass deine Hände zittern. Du bist nervös und willst nicht lesen, solange Jungkook dabei ist, weil du Angst hast dich zu blamieren. ‚Was mache ich nur?‘
    Dir fällt etwas ein: Du beginnst zu husten und trinkst hastig von deiner Schokolade. Mit krächzender Stimme fragst du: „Jungkook, könntest du vielleicht lesen?“

    Frohe Weihnachten euch allen! 🎄 Ich hoffe, ihr habt ein paar schöne Tage und könnt sie mit euren Familien oder Freunden genießen. 😊 Lasst euch nicht allzu sehr stressen!

    14
    Jungkook schaut dich kurz an und nickt dann. Du reichst ihm das Buch und eure Finger berühren sich für einen Moment. Er beginnt zu lesen, erst ist er ein wenig schüchtern, doch dann wird seine Stimme kräftiger. Es ist die Geschichte von einem kleinen Gespenst, das lernen soll, wie man Menschen erschreckt. Du schließt deine Augen und hörst nur seinen Worten zu.
    Plötzlich packt dich eine Hand und du schreist kurz auf. Jungkook verstummt. Du schaust dich um: ein kleines Mädchen mit Brille hat sich durch die Geschichte erschrocken und wollte nur bei dir Schutz suchen. Ihre großen Augen starren dich an; du streichelst ihr über den Kopf und nimmst dann vorsichtig eine ihrer Hände. Du nickst Jungkook zu und er liest weiter. Als die Geschichte vorbei ist, klatscht du und die Kinder stimmen mit ein. Sie hatten sichtlich Spaß und haben alle ein breites Grinsen im Gesicht.
    Das war deine letzte Gruppe und Jungkook und du bringt die Kinder zur nächsten Lesestation.
    „DN, können wir jetzt reden?“
    ‚Ich komme wohl nicht drum rum.‘
    Du sagst: „Es war blöd von mir, dich vor den anderen so anzumotzen. Ich hätte nicht so ausflippen sollen, es …“ Jungkook unterbricht dich: „Nein, das war okay. Ich war wirklich nicht besonders freundlich.“
    Ihr schweigt, dann flüsterst du: „Hab ich denn irgendwas falsch gemacht?“
    Er schüttelt den Kopf.
    „Aber woran liegt es denn dann?“
    Jungkook schaut auf den Boden, aber schweigt immer noch.
    Du zockst mit den Schultern: „Na gut, du musst es mir auch nicht sagen“ und willst weggehen, aber er greift nach deiner Hand und hält dich zurück: „Du hast dich so gut mit den anderen verstanden und so viel Zeit mit ihnen verbracht; irgendwie hat mich das gestört.“
    Du starrst ihn an: „Ich wollte mich aber nicht zwischen euch drängen, falls du das meinst.“
    „Nein, nein, ich…“, jetzt unterbrichst du ihn: „Ahri versteht sich doch auch super mit den anderen und das stört dich doch auch nicht, oder?“
    „Oh man, dN, du machst es einem aber auch nicht einfach.“
    Du schluckst. ‚Er hat recht, ich sollte netter sein.‘
    „Tut mir leid“, meinst du „ich fände es bloß schade, wenn wir nicht miteinander auskommen.“
    „Ja, das fände ich auch.“
    Wieder schweigt ihr.
    Du überlegst eine Weile, was du noch sagen könntest. ‚Soll ich noch einmal nachhaken, warum er sich so komisch verhalten hat?‘ Aber du entscheidest dich für eine andere Frage: „Wie findest du das Videospiel?“
    Er schaut dich überrascht an: „Was meinst du?“
    „In deinem Geschenkkorb war doch ein Videospiel?“
    „Ja stimmt, aber…“ es entsteht eine kurze Pause, in der er überlegt, woher du das weißt „ah… du warst ja in dem Raum.“
    Du wirst rot. ‚Oh nein, halte mich jetzt bitte nicht für einen Stalker.‘
    „Ich hab die Geschenkkörbe ausgeteilt, da hab ich das Spiel gesehen“, versuchst du dich zu erklären.
    „Hast du es auch ausgesucht?“, fragt Jungkook.
    Du schüttelst den Kopf: „Nein, ich hätte wahrscheinlich ein moderneres Spiel gewählt. Das kannst du nur am Gameboy spielen, oder?“
    „Ja, ich mag die gerne. Einen Gameboy kann ich überall mithinnehmen und dann auch mal in einer Pause spielen. Die Xbox kann ich nicht einfach mal so einpacken.“
    Du lachst: „Du bist also ein Xbox-Fan? Das ist ein Fehler. Die PS4 ist um einiges besser.“
    Er grinst: „Ne auf keinen Fall.“ Kurze Pause, dann frägt er: „Im Backstage-Bereich ist eine Xbox, hast du vielleicht Lust auf ein Game?“
    Du stimmst zu und gemeinsam geht ihr hinter die Bühne.
    Als du den Raum betrittst, musst du kichern, denn überall liegen Klamotten rum.
    Jungkook wird ein wenig rot: „Tut mir leid, ich hätte vielleicht aufräumen sollen.“
    Du lachst: „Kein Problem, bei mir zu Hause sieht es schlimmer aus.“
    Ihr setzt euch auf ein großes Sofa und spielt ein paar Runden. Du strengst dich an und gewinnst letztendlich auch. Innerlich dankst du deinem Bruder, mit dem du bei dir daheim immer zockst.
    Jungkook legt den Controller zur Seite und gähnt.
    ‚Oh, ich sollte vielleicht gehen.‘
    Du stehst vom Sofa auf: „Es ist schon spät.“
    „Nein, bleib doch noch ein wenig.“ Wieder greift er nach deiner Hand und dir wird ganz warm.
    „Ähm t’schuldigung“, er lässt dich los.
    „Du siehst aus, als wärst du müde. Ich will dich nicht vom Schlafen abhalten“, meinst du.
    Er schüttelt den Kopf: „Ich will nicht, dass du gehst. Es war ein sehr anstrengender Tag; unser Manager lässt uns fast durchgehend trainieren, heute waren es knapp zehn Stunden.“
    „Was? Oh nein! Aber ihr habt doch jetzt bis nächstes Jahr gar keine Auftritte mehr?“
    Er nickt: „Ja, aber ab März geht die Tournee für unser neues Album los. Er will, dass wir in Top-Form sind. Das schlimmste ist allerdings, dass wir uns an eine strikte Diät halten müssen“, er seufzt: „Wir müssen fasten.“
    „Du hast heute noch nichts gegessen?“
    „Nein, ich hätte deiner Mutter vorhin am liebsten den Oreo-Keks weggegessen.“
    Du lachst: „Ach ja wegen meiner Mum. Sorry für vorhin. Sie ähm … macht sich schnell Sorgen um mich.
    Jungkook nickt: „Neulich hat sie dich auch angerufen, damit du nach Hause kommst, oder?“
    Du nickst.
    „Ja, das hat Ahri erzählt“, er schweigt kurz „hoffentlich denkt sie nicht, dass ich dich schlecht behandle.“
    „Ach Quatsch“, meinst du.
    „Weil sie meinte, ich soll nett zu dir sein.“
    „Ja, so ist sie manchmal“, du versuchst das Thema zu wechseln: „Komm wir holen dir eine Kleinigkeit zu essen, sonst kippst du noch um.“
    Zusammen geht ihr in Richtung Catering, doch Jungkook bleibt plötzlich stehen und zieht dich in einen schmalen Seitengang.
    „DN, ich wollte dir noch etwas sagen.“
    „Hm?“, du schaust ihn direkt an.
    „Der Grund, warum ich nicht wollte, dass du mit den anderen Jungs so viel Zeit verbringst, war nicht, dass es mich stört, wenn du mit ihnen befreundet bist, sondern weil ich eifersüchtig war.“
    Du bist überrascht: „Aber warum? Ich will dir ja nicht deine Freunde wegnehmen.“
    Er schüttelt seinen Kopf: „Das meinte ich nicht.“
    Immer noch verwirrt sagst du: „Ist jetzt auch nicht so wichtig. Hauptsache zwischen uns ist alles gut, dann können wir ja jetzt auch öfter alle gemeinsam was unternehmen.“
    Du lächelst ihn an, aber Jungkook schaut nur auf den Boden.
    „Hey, alles okay?“ Vorsichtig berührst du seine Schulter.
    Nun sieht er dich wieder direkt an: „Ich mag dich, dN. Deswegen war ich eifersüchtig.“
    „Oh…“, du weißt nicht, was du sagen sollst.
    Er schaut dir in die Augen und du hältst seinem Blick nicht länger stand: „Wir sollten jetzt zum Catering, wenn du noch was essen willst“, aber du bewegst dich keinen Zentimeter.
    Er kommt dir näher und nimmt dein Gesicht zwischen seine Hände: „Später.“
    Als du seinen Geruch wahrnimmst, wird dir schwindelig und du kannst nicht anders als in seine wunderschönen Augen zu schauen. Du schlingst deine Hände um Jungkooks Oberkörper und ziehst ihn an dich heran. Er beugt sich zu dir herunter und du stellst dich auf deine Zehenspitzen, ihr seid nur noch Millimeter voneinander entfernt. Du schließt deine Augen und …
    „Was macht ihr da?“
    ‚Verdammt.‘

    15
    Das kleine Mädchen mit Brille steht vor euch und starrt euch an.
    „Wir ähm …“, dir fällt keine Ausrede ein. Auch Jungkook scheint zu perplex zu sein, um zu antworten.
    Eine weitere Gestalt biegt um die Ecke in den Gang, in dem ihr gerade steht: „Youna, das ist der falsche Weg zur Toilette.“
    ‚Oh Gott, nicht auch noch meine Mutter…‘
    „Was macht ihr beiden denn hier?“
    Noch bevor du deiner Mum antworten kannst, ruft Youna „Sie küssen sich“ und klatscht dabei wild in ihre Hände.
    „Ähm nein … wir unterhalten uns nur“, sagst du betont ruhig.
    „Soso“, deine Mum zieht ihre Augenbrauen hoch und schaut abwechselnd von dir zu Jungkook.
    „Ja, es ging um ein Videospiel“, schaltet er sich nun auch ein.
    „Na gut. Komm Youna, wir müssen woanders hin“, meint deine Mutter, aber das Mädchen protestiert: „Sie sollen sich noch einmal küssen.“
    ‚Soweit ist es ja gar nicht gekommen‘, denkst du und seufzt. „Es ist nichts passiert.“
    Zum Glück zieht deine Mutter das Mädchen weiter und verabschiedet sich von euch.
    Ihr seid allein: Am liebsten würdest du dich gleich wieder in seine Arme stürzen, aber irgendwie wurde die Stimmung zerstört.
    „Ähm, wir sollten zum Catering“, sagt Jungkook. Du stimmst ihm zu und ihr geht zusammen zurück zur Halle.


    Zuhause rufst du sofort Ahri an. Eigentlich wolltest du sie noch persönlich abfangen, aber sie ist nach der Lesenacht sofort nach Hause gegangen. Nachdem alle Kinder abgeholt worden sind, haben sich auch du und deine Mutter auf den Heimweg gemacht.
    Die Fahrt mit deiner Mum war extrem seltsam und unangenehm, weil sie dich ausquetschen wollte, was genau zwischen dir und Jungkook lief.
    „Warum hast du ihm nicht gesagt, dass du ihn auch magst?“, ruft Ahri am Telefon empört, als du ihr die Geschichte erzählst.
    Du kannst dir vorstellen, wie sie mit ihren Händen ringt.
    „Ich war zu perplex. Es war einfach … oh man. Was heißt das überhaupt. Er mag mich. Ist er verliebt?“
    „Er wollte dich küssen, oder? Also denke ich mal schon.“
    „Naja, vielleicht ging der Kuss auch von mir aus.“
    „Vielleicht?“, fragt deine Freundin.
    „Ach ich weiß nicht mehr genau.“
    „Also für mich sieht das so aus, als hättet ihr beide den Kuss gewollt. Du musst morgen gleich wieder zu ihm hin und ihn gefälligst küssen.“
    „Morgen arbeite ich doch gar nicht.“
    „Na, dann eben am Dienstag.“
    „Aber es war ja nur Zufall, dass wir allein waren. Normalerweise sind ja die anderen Jungs dabei, wenn wir uns sehen.“
    „Jetzt dN, du willst ihn doch küssen!“
    „Ja schon, aber nicht vor den anderen und ich trau mich nicht ihn zu fragen, ob wir … naja, ob er Lust auf ein Date mit mir hat.“
    „Hm…“, Ahri überlegt „dann müsst ihr euch halt zufällig irgendwo treffen, wo nur ihr zweit seid.“
    „Zufällig? Ohje was planst du?“
    „Die Weihnachtsfeier der Firma!“, ruft deine Freundin aus.
    „Aber bis dahin sind es noch fünf Wochen und außerdem werden da alle anwesend sein. Also wirklich alle. Sogar Minhos Vater, der Chef der Firma wird da sein.“
    „DN, stell dir doch mal vor: du und Jungkook steht auf der Dachterrasse und schaut in die Sterne, sanft fällt Schnee vom Himmel, er wischt dir eine Flocke von der Wange, sieht dir tief in die Augen und küsst dich dann.“
    Du musst lachen: „Ahri, ich wusste ja gar nicht, dass du so eine Romantikerin bist. Haha, vermutlich erkälte ich mich dann und niese ihm mitten ins Gesicht.“
    „Oh man.“ Vermutlich verdreht deine Freundin gerade ihre Augen. „Sei doch mal ein wenig romantischer.“
    „Ist ja gut. Hm, was hältst du davon, wenn wir einfach abwarten?“
    „Das ist auch deine Lösung für alles, oder?“, Ahri kichert. „Aber vielleicht ergibt sich ja echt bald eine Situation, in der ihr allein seid.“


    Aber die Wochen verstreichen und du siehst Jungkook nur selten, da BTS sehr viel proben muss und sie das neue Album aufnehmen. Du bist aber mittlerweile in einem Gruppenchat mit den Jungs und Ahri: Für Anfang Dezember habt ihr euch zum Essen verabredet und wolltet zuerst in ein Restaurant in der Nähe der Konzerthalle, aber da J-Hope noch einmal einen Vorfall mit einem crazy Fan hatte, entscheidet ihr euch doch für Grillen auf der Dachterrasse.
    Du und Ahri habt euch zusammen fertig gemacht und du trägst dein liebstes Crop Top und eine high-waisted Jeans. Da die Terrasse überdacht ist, ist es dort angenehm warm. Namjoon kümmert sich wieder um die Musik und Jin ist der Grillmeister. Es herrscht gute Stimmung und du freust dich, weil zum einen Jungkook sich jetzt auch in die Gespräche mit einbringt und zum anderen, Ahri neben Suga sitzt.
    Ihr lacht viel und genießt den Abend. Die Jungs sind sichtlich erleichtert, dass sie ein wenig Abwechslung von den letzten Tagen, die so anstrengend und stressig waren, bekommen. Nachdem ihr alle gegessen habt, sitzt ihr noch ein wenig zusammen und quatscht weiter, aber nach ein paar Stunden ist es schon sehr spät und ihr beschließt schonmal aufzuräumen.
    Du beobachtest wie Ahri und Suga beim Einsammeln des Geschirrs rumalbern und sich ein wenig über J-Hope lustig machen, der sogar seinen Teller abgeleckt hat. Der nimmt das allerdings gelassen: „Wer weiß, wann unser Manager uns mal wieder eine richtige Mahlzeit erlaubt.“
    ‚Die beiden sind so süß zusammen…sie müssten mal nur zu zweit sein, vielleicht kommen sie sich dann noch näher‘ überlegst du dir und sagst: „Ahri, musst du nach Hause laufen?“
    Deine Freundin nickt: „Ja, in meine Richtung fährt leider kein Bus mehr und meine Eltern sind heute nicht zu Hause, also können sie mich nicht abholen.“
    „Aber es ist draußen schon so dunkel“, sagt Jimin.
    „Du solltest echt nicht alleine gehen“, meint auch Jungkook.
    „Ich muss leider in eine ganz andere Richtung, sonst würde ich mitgehen“, stellst du klar.
    „Ich kann dich nach Hause fahren“, schlägt Suga vor.
    Zuerst versucht Ahri die anderen noch zu überzeugen, dass sie auch allein nach Hause gehen kann, aber niemand lässt locker und so nimmt sie Sugas Angebot an.
    Nach dem Aufräumen verabschiedet ihr euch voneinander; du umarmst deine Freundin und schaust ihr noch zu, wie sie sich zusammen mit Suga auf den Heimweg macht.

    Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch und ein schönes neues Jahr! Feiert gscheid! 😃

    16



    Ahri

    Wir fahren mit dem Aufzug nach unten und ich bedanke mich schon mal, dass er mich nach Hause fährt.
    „Kein Problem“, er lächelt.
    An der Rückseite des Gebäudes ist der Parkplatz, wo auch Sugas Benz/Merzedes‘/Audi/… (sucht euch eins aus, hab leider keine Ahnung von Autos
    : D) steht. Er öffnet mir die Beifahrertür.
    ‚Oh ein Gentleman also‘, ich muss grinsen.
    Innen macht er die Musik an und ich drehe sie gleich lauter, weil ich den Song liebe. Ich sage ihm meine Adresse und er fährt los. Als der Rapp-Part des Lieds kommt, steige ich mit ein, da ich die Lyrics genau kenne. Als das Lied aufhört, bemerke ich, dass Suga immer wieder zu mir rüberschaut.
    „Wow, ich wusste gar nicht, dass du rappen kannst.“
    „Hey, konzentrier dich lieber auf die Straße“, meine ich, fühle mich aber geschmeichelt „mein Bruder hat damit angefangen und dann hab ich’s auch mal ausprobiert.“
    „Du hast echt Talent, kannst du auch was von BTS?“
    ‚Ja, jeder deiner Zeilen … hm, kann ich das sagen?‘ „Ähm ein oder zwei Songs schon“, antworte ich vorsichtig.
    „Welche? Ich will sie unbedingt hören!“
    „Da vorne musst du abbiegen“, unterbreche ich ihn „das zweite Haus links ist schon meins.“
    „Oh das ging aber schnell.“
    ‚Ist er vielleicht deswegen enttäuscht?‘ „Ja, soweit ist es gar nicht von mir zur Konzerthalle. Im Sommer kann man gut laufen oder mit dem Fahrrad fahren.“
    Er nickt nur, während er langsam in der Einfahrt parkt.
    ‚Oh man ich will noch nicht aussteigen.‘ „Also noch einmal danke, dass du mich gefahren hast.“
    „Echt gar kein Ding, ich hatte heute Abend viel Spaß“, sagt Suga und lächelt mich dabei an.
    Meine Knie werden ganz weich. ‚Jetzt kann ich echt nicht mehr aussteigen.‘
    „Ich…hatte auch Spaß“ ich schaue auf den Boden und entschließe mich, ein Thema anzusprechen, welches mich schon länger interessiert „manchmal wirkst du so traurig, Suga. Ist es …“
    Er unterbricht mich und legt seine Hand auf meinen Mund.
    ‚Omg, ich falle hier gleich in Ohnmacht. Hm, aber ich sitze ja schon…‘
    Ich schaue ihn erwartungsvoll an bis er zögernd antwortet: „Wenn ich mit den Jungs zusammen bin, bin ich glücklich.“ Er lächelt schwach und fährt dann fort: „Oder wenn ich bei dir bin.“
    ‚Oh das war’s jetzt. Mein Herz kann nicht noch schneller schlagen. Bestimmt ist mein Gesicht ganz rot geworden. Ok, ich muss jetzt was sagen… irgendwie antworten. Ist es noch zu früh meine Liebe zu gestehen?‘
    „Ähm… ich fühle mich auch wohl bei dir.“
    Er nickt wieder und es entsteht eine Pause. ‚Was soll ich machen?‘
    Ich schnalle mich ab und öffne die Beifahrertür, werfe einen kurzen Blick zum Haus, wo ich ein Licht brennen sehen kann. ‚Vermutlich ist mein Bruder zu Hause.‘ Doch dann schließe ich die Autotür wieder und drehe mich zu Suga um, der mich fragend anschaut.
    „Suga…“, sage ich, doch bevor er antworten kann, ziehe ich vorsichtig seinen Kopf zu mir heran und drücke meine Lippen auf seine.
    Er wirkt überrascht, erwidert aber den Kuss kurz, bevor er mich sanft von sich wegdrückt.
    „Ahri, so hatte ich das nicht gemeint. Ich mag dich echt gerne … aber als Freundin.“
    Mein Herz bleibt stehen.
    ‚Als Freundin? Wie in ‚friendzone‘? Sein fucking Ernst?‘
    Ich schlucke: „Ok, tut mir leid. Da hab ich wohl was falsches rein interpretiert.“
    Er nickt noch einmal.
    ‚Sein bescheuertes Nicken kann ich er sich jetzt auch sparen.‘
    Ich merke, dass mir die Tränen in die Augen steigen, aber weil ich nicht will, dass er mich weinen sieht, öffne ich erneut die Autotür und steige schnell aus.
    Passenderweise hat es gerade zu regnen begonnen und ich werde nass.
    „Bis nächste Woche“, meint Suga noch, aber ich knalle bereits die Autotür zu. Ich weiß gar nicht, ob ich auf ihn sauer bin oder auf mich selbst, weil ich mich einfach so auf ihn gestürzt habe. Ich stapfe frustriert zum Eingang des Hauses und öffne die Tür, während der Regen weiter auf mich einprasselt und ich immer noch versuche, meine Tränen zurückzuhalten.
    Ich höre, wie das Auto wegfährt und betrete das Haus. Sobald ich drinnen bin, sinke ich zu Boden, rolle mich auf dem Flur zusammen und fange an bitterlich zu weinen.

    Sorry, ist ein bisschen kürzer geworden. Wie findet ihr mal Ahris Sicht zur Abwechslung? 😊

    17
    Ich sitze – immer noch heulend – auf dem Sofa und schaufle mir einen Löffel Eiscreme nach dem anderen in meinen Mund, während dN neben mir versucht mich zu beruhigen: „Bestimmt war er nur überrascht, dass du ihn geküsst hast und wusste nicht, wie er reagieren soll. Ihr wart beim Grillen so süß zusammen, er will sicher was von dir.“
    Ich schluchze dramatisch: „Nein! Er hat eindeutig gesagt, dass er nur mit mir befreundet sein möchte.“
    „Aber…“ Anscheinend fällt ihr nichts mehr ein und ich jammere wieder los.
    DN streichelt mir über den Kopf. Sie ist wirklich eine gute Freundin: nachdem ich sie angerufen habe, ist sie sofort vorbeigekommen und hat sogar Eiscreme und Chips mitgebracht.
    „Er hat deinen Kuss erwidert, oder?“, fragt dN.
    Ich schluchze erneut: „Nur kurz … oh mein Gott!“
    „Was? Was ist los?“
    Ich werfe mich in ihre Arme: „Ich sehe ihn ja wieder.“
    „Ähm ja… hm, das lässt sich wohl kaum vermeiden“, dN tätschelt meinen Arm. „Aber das wird schon. Ich bin ja immer bei dir.“
    Ich starre sie an: „Ich will Suga aber nicht mehr sehen. Nie wieder.“
    „Dann mach’s einfach so wie ich bei Jungkook und geh ihm aus dem Weg“, schlägt dN vor.
    „Ne, das kann ich nicht. Bevor ihr euch ausgesprochen habt, hast du ja quasi im Schrank gewohnt, so oft hast du dich da versteckt.“
    „Hey, so schlimm war das auch nicht.“ Sie kneift mich und kichert, was meine Laune ein wenig aufbessert.
    „Ahri, ich hab noch was dabei. Ich dachte, falls Eiscreme und Chips nicht helfen, müssen wir zu stärkeren Mitteln greifen“, meint sie und holt dabei etwas aus ihrer Tasche.
    „Schnitzel?“, frage ich neugierig.
    Sie starrt mich ungläubig an: „Du denkst doch nicht ernsthaft, dass ich jetzt ein Schnitzel dabei hab?“
    Ich zucke mit den Schultern: „Hoffentlich nicht, ich bin doch Vegetarierin.“
    DN schüttelt nur den Kopf und beginnt zu lachen, dann zeigt sie mir endlich, was sie noch mitgebracht hat.
    „Vodka?“
    Sie nickt.
    Jetzt bin ich diejenige, die sie ungläubig anstarrt: „Willst du mich abfüllen? Woher hast du den überhaupt?“
    „Von Jiho. Er wollte heute eigentlich auf ‘ne Hausparty und den Vodka mitbringen, aber anscheinend ist der Typ krank und dann hat er ihn mir einfach gegeben“, sie grinst.
    „Dein Bruder versorgt dich mit Alkohol? Wie praktisch.“ ‚Warum macht meiner das eigentlich nicht?‘
    „Hast du O-Saft da?“, fragt sie und geht in Richtung Küche.
    „Ne, nur Sprite. Steht im Kühlschrank“, rufe ich zurück.
    Einen kurzen Augenblick später kommt dN zurück mit zwei Gläsern in der Hand und der Sprite unterm Arm.
    Sie stellt sie auf den Tisch, öffnet den Vodka und schüttet davon etwas in eins der Gläser, dann stoppt sie und schaut mich fragend an. „Ähm Ahri … eigentlich trinke ich nie Alkohol. Wie viel nimmt man denn davon?“
    Ich nehme ihr die Flasche aus der Hand und fülle den Vodka auch ins andere Glas, dann schütte ich Sprite darauf. Wir stoßen an und ich nehme einen Schluck. Der Alkohol brennt in meinem Mund und auch dN verzieht ihr Gesicht.
    „Sorry, dass war wohl keine gute Mischung.“ Wir schauen uns an und brechen dann in Lachen aus. ‚Das kann ja noch was werden.‘

    Nach ein paar weiteren Gläsern halte ich es für eine gute Idee Suga anzurufen, aber er hebt nicht ab.
    „DN“, jammere ich „er geht nicht hin. Vielleicht sollte ich … sollte ich…“, aber mir fällt nicht ein, was ich sollte, da ich bereits nicht mehr klar denken kann.
    „Wir sollen gar nichts! Außer Spaß haben. Ich will feiern!“, ruft dN lallend.
    Ich stimme ihr zu – schließlich kommen meine Eltern erst morgen wieder – und schnappe mein Handy. Ich schreibe ein paar Freunden, dass sie kommen sollen und tatsächlich klingelt es ein wenig später an der Tür. Als ich sie öffne, bin ich überrascht, dass dNs Bruder Jiho und ein paar Kumpels davor stehen.
    „Kyusung hat uns Bescheid gegeben, dass hier eine Hausparty stattfindet“, er grinst.
    „Kyusung? Aber dem hab ich doch gar nicht geschrieben.“
    Jiho zuckt nur mit den Schultern und er und seine Kumpels schieben sich an mir vorbei. Ich sehe, dass sie mehrere Flaschen Alkohol und Mische dabei haben und einer von ihnen dreht laut Musik auf. Ich bin von der Situation überfordert und auch dN ist sichtlich überrascht, dass ihr Bruder plötzlich aufgetaucht ist.
    Es klingelt noch einmal an der Tür und diesmal stehen mehrere Leute aus meiner Klasse vor der Tür, unter anderem auch Kyusung. Er umarmt mich zur Begrüßung und sagt: „Cool, dass du uns alle eingeladen hast!“
    „Alle?“, frage ich entsetzt.
    „Ja“, er zeigt mir sein Handy, an dem die whatsapp-Gruppe meines gesamten Jahrgangs zu sehen ist. Anscheinend habe ich die Einladung in den falschen Chat gepostet. Ich schlucke und versuche mich ein wenig zu beruhigen, da klingelt es erneut und es kommen immer mehr Leute, die wieder irgendwelche Freunde dabei haben. Mittlerweile sind hier bestimmt knapp vierzig Leute.
    Ich bin kurz davor alle rauszuwerfen – betrunken hin oder her – aber da kommt Kyusung auf mich zu und drückt mir ein weiteres Glas mit Vodka-Sprite in die Hand.
    „Cheers“ er prostet mir zu. Ich trinke es in einem Zug aus. ‚A little party never killed nobody, right?‘


    Ich wache in meinem Bett auf und mein Kopf fühlt sich an, als würde er gleich platzen, allerdings geht es meinem Magen noch schlechter. Ich richte mich auf und mir wird sofort übel. Gerade noch so schaffe ich es zur Toilette, bevor ich mich übergeben muss. Ich hänge ein paar Minuten über der Kloschüssel bevor ich aufstehen kann, meine Zähne putze und mir kaltes Wasser ins Gesicht spritze. Erschöpft gehe ich in mein Zimmer zurück und versuche mich daran zu erinnern, was gestern noch alles passiert ist, aber mein Kopf schmerzt zu sehr, weswegen ich mich noch einmal schlafen legen will.
    Als ich vor meinem Bett stehe, trifft mich fast der Schlag: es liegt bereits jemand darin. Langsam komme ich näher. Ich muss ihn vorhin nicht bemerkt haben, da als ich rausgerannt bin, um zu kotzen.
    Im Schlaf dreht er sich um und ich erkenne sein Gesicht – Jiho.

    18


    Deine Sicht
    Auf einmal sind sehr viele Leute in Ahris Haus, sogar dein älterer Bruder ist aufgetaucht. Dein Kopf schwirrt und dir ist sehr heiß. Du entscheidest dich nach draußen zu gehen, um frische Luft zu schnappen. Die kalte Dezemberluft schmerzt in deinen Lungen, aber dein Kopf wird endlich ein wenig klarer. Es nieselt noch leicht, doch die Regentropfen erfrischen dich. Du stehst ein paar Atemzüge einfach nur so da bis dein Handy klingelt.
    ‚Ich hab Mum doch gesagt, dass ich bei Ahri übernachte‘, aber es ist nicht deine Mutter, die dich anruft. Auf dem Display erkennst du Jungkooks Nummer.
    „Hallo?“, meldest du dich.
    „Hey dN, hier ist Jungkook… ich fand’s heute Abend echt schön mit dir … äh mit euch. Die anderen hatten auch Spaß, das sollten wir öfter machen!“
    „Ja.“ ‚Oh Gott, bloß nicht betrunken wirken. Am besten so wenig wie möglich sprechen.‘
    Es entsteht eine kurze Pause, dann spricht Jungkook weiter: „Also … ähm, hat Suga Ahri sicher nach Hause gebracht?“
    „Ja.“
    „Was machst du denn gerade? Hast du Zeit?“
    „Ich bin bei Ahri.“
    „Oh achso, schade.“
    „Warum?“
    „Ich dachte… wir äh könnten uns vielleicht noch treffen. Aber es ist ja schon spät.“
    ‚Oh er ist so süß‘, du entschließt kurzerhand ihm die Wahrheit zu sagen: „Ich würde mich gerne mit dir treffen, aber Ahri geht es nicht gut. Sie hat Suga geküsst, aber er meinte, er will nur Freundschaft. Das hat sie sehr getroffen.“
    Jungkook schweigt. ‚Uh, hätte ich vielleicht nichts sagen sollen?‘
    „Ähm, alles okay? Sorry, vielleicht hätte ich dir das nicht erzählen sollen…“
    „Doch! Ehrlich gesagt, überrascht mich das von Suga. Aber dN, kann es vielleicht sein, dass du betrunken bist?“
    ‚Hä, wie hat er das jetzt rausgefunden?‘
    „Ähm ne“, streitest du es ab.
    „Weil du so langsam redest und irgendwie lallst du auch.“
    „Bei mir ist alles gut“, sagst du genervt und achtest darauf, jedes Wort richtig auszusprechen.
    „Okay, wie du meinst. Bloß Ahri hat mehrmals bei Suga angerufen und sie ist extremst betrunken. Da dachte ich, dass du wenigstens auf sie aufpasst.“ ‚Oh verdammt!‘
    „Hey, wirfst du mir gerade vor, ich würde mich nicht um meine Freundin kümmern?“
    „Naja, vielleicht ist es keine gute Idee, sich zu zweit zu betrinken.“
    „Es ist vielleicht auch keine gute Idee, jemandem Gefühle vorzuspielen und dann zu behaupten, dass man doch nur Freundschaft will! Außerdem sind wir nicht nur zu zweit!“
    „Nein, Suga hat mir gesagt, dass er ihr keine Hoffnungen gemacht hat.“
    „Du weißt also schon davon!“ Langsam ziehst du eins und eins zusammen: „Du rufst nur an, um zu kontrollieren, ob ich auf sie aufpasse und weil du wissen willst, ob ich auch betrunken bin. Oder hat dich sogar Suga beauftragt?“ Du steigerst dich immer mehr in die Situation und vor Wut (oder Alkohol) bekommst du Schluckauf.
    „DN, bitte beruhige dich. Ich mache mir nur Sorgen und Suga auch. Wer ist noch bei euch? Sollen wir vorbeikommen und …“
    Du unterbrichst ihn: „Nein, wir brauchen eure Hilfe nicht! Die Party hier ist so cool hicks, da brauchen wir keine Aufpasser.“
    „Es ist schon komisch, dass wir nur dich hören und sonst niemanden, wenn du auf einer Party bist.“
    „Ja, weil ich draußen stehe!“ Du schreist schon fast ins Telefon vor Wut und stürmst nach drinnen, damit er die lauten Bässe der Musik und die Stimmen der Leute hört. ‚Blöder Besserwisser!‘
    „Glaubst du mir jetzt hicks?“ Aber du verstehst kein Wort mehr von dem, was Jungkook am Telefon sagt, weil es viel zu laut ist.
    Dir nimmt jemand dein Handy aus der Hand und zieht dich an sich heran. Du brauchst einen Moment, um zu realisieren, dass Kyusung – ein Junge aus Ahris Klasse – sich gerade an dich ranmacht.
    „Hey, lass mich los hicks und gib mir gefälligst mein hicks mein Handy zurück!“
    „Ach baby, tu doch nicht so. Du willst es doch auch!“, sagt er und grabscht dir dabei an den Arsch.
    Du trittst ihm auf den Fuß und er schreit laut auf: „Was soll der Scheiß?“
    „Ach baby, ich dachte hicks du willst das auch“, sagst du ironisch und schnappst dir dein Handy, aber Jungkook hat schon aufgelegt. Du seufzt.


    Jungkook
    „Bitte, ruf sie an. Ich mache mir Sorgen um Ahri, vielleicht weiß dN mehr!“, versucht Suga mich gerade dazu überreden, dN anzurufen.
    Ich bin noch ein wenig skeptisch, schließlich wurde sie nach dem Grillen von ihrer Mutter abgeholt und sollte eigentlich zu Hause sein. Aber damit Suga sich besser fühlt, entschließe ich mich dN doch anzurufen.
    Das Handy klingelt eine Weile bevor sie rangeht. Ich schalte den Lautsprecher an, damit Suga das Gespräch auch mithören kann.
    Zuerst gibt sie nur kurze Antworten, doch sobald dN sagt, dass sie bei Ahri ist, wirkt Suga sichtlich erleichtert, aber nun fange ich an mir Sorgen zu machen und ich entschließe mich, sie zu fragen, ob sie sich noch treffen will.
    Endlich fängt dN an, normal zu sprechen und nicht mehr nur einsilbige Antworten zu geben.
    Doch „normal“ hört sich anders an: sie spricht langsam und wiederholt immer wieder Wörter.
    Als wir über Suga und Ahri reden, wird sie sauer. ‚Ich glaube nicht, dass sie sich nicht genug um ihre Freundin kümmert, aber warum mussten sich die beiden denn betrinken?‘
    „Es ist schon komisch, dass wir nur dich hören und sonst niemanden, wenn du auf einer Party bist“, wirft Suga irgendwann ein. Du haust ihm mit dem Ellbogen gegen seine Rippen. ‚DN soll doch nicht wissen, dass er neben mir steht.‘
    Aber anscheinend hat sie nicht gemerkt, dass nicht ich mit ihr gesprochen hab. Sie wird noch wütender. ‚Sie ist süß, wenn sie sauer ist. Irgendwie kann ich sie da nicht so richtig ernst nehmen.‘
    Auf einmal dröhnt laute Musik durch das Handy und ich lasse es vor Schreck fast fallen. DN ruft irgendwas, aber ich kann sie nicht verstehen, auf einmal sagt eine Männerstimme: „Ach baby, tu doch nicht so. Du willst es doch auch!“
    ‚Wer wagt es so mit ihr zu reden.‘ Ich werde wütend. Dann hört man einen Schrei und mein Herz bleibt fast stehen.
    Das Handy piepst: die Verbindung wurde unterbrochen.
    „Er hat sie verletzt. Hast du den Schrei gehört? Wir müssen zu Ahris Haus!“, schreie ich und stürme zum Auto, Suga folgt mir.
    Als ich schon an der Fahrertür einsteigen will, meint er: „Lass mich fahren, du bist viel zu aufgebracht. Außerdem kenne ich den Weg.“
    Ich nicke und setze mich auf den Beifahrersitz, ich balle meine Hände zu Fäusten: „Das wird dieser Typ bereuen.“

    Am Haus angekommen, müssen wir gar nicht klingeln, denn die Tür steht weit offen und man hört die laute Musik.
    Im Inneren sehe ich einige Leute tanzen, knutschende Pärchen und mehrere Jungs, die aussehen, als würden sie gleich kotzen. ‚Wie kann man sich nur so besaufen?‘
    Der Geruch von Alkohol und Zigarettenqualm steigt mir in die Nase und mir wird kurz schlecht. Ein Mädchen fängt an zu kreischen und stürmt auf mich zu: „Jungkook, oh mein Gott, ich bin dein größter Fan!“
    Vorsichtig schiebe ich sie von mir weg und tue so, als würde sie mich mit jemandem verwechseln. Zum Glück ist sie so betrunken, dass sie mir glaubt und nicht weiter auf die Nerven geht. Weil ich dN nirgends finden kann, gehe ich die Treppen nach oben.
    Endlich entdecke ich sie: Sie steht am Geländer und streitet sich anscheinend mit irgendeinem Typen, aber sie sieht nicht aus, als wäre sie irgendwie verletzt. Ich atme erleichtert auf und nähere mich den beiden. ‚Ist das der Kerl, der sie Baby genannt hat?‘ Zornig dreht sich dN um und will davonstürzen, aber als sie mich sieht, stoppt sie und bekommt große Augen:
    „Was machst du hier?“, fragt sie sichtlich überrascht. Sie wirkt klarer als am Telefon.
    „Ich habe mir Sorgen gemacht. Ich habe dich am Telefon schreien hören.“
    Sie schüttelt den Kopf: „Das war ich nicht … ich ähm bin jemand auf den Fuß gestiegen.“
    Bei der Vorstellung muss ich grinsen: „Bist du noch betrunken?“ Weil sie mir einen bösen Blick zuwirft, füge ich schnell hinzu: „DN, ich bin vor Sorge fast gestorben. Bitte, sag mir, was hier los ist.“
    Zuerst sieht sie aus, als würde sie wieder sauer werden, doch dann lässt sie ihre Schultern hängen und schaut traurig zu Boden. Ich ziehe sie in eine Umarmung und dN beginnt zu schluchzen: „Es ist alles aus dem Ruder gelaufen, eigentlich wollte ich Ahri nur ein wenig aufmuntern. Ich wollte nicht, dass so viele Leute hier auftauchen. Sie wird bestimmt großen Ärger bekommen, wenn ihre Eltern von der Party erfahren.“
    Ich streiche ihr über den Kopf: „Schssch, das kriegen wir zusammen hin. Nicht weinen, okay?“ Ich schaue ihr in die Augen und wische eine Träne von ihrer Wange. ‚Sie ist so schön.‘
    Die Musik hört auf zu spielen und alle Lichter gehen an. Ich schaue am Geländer der Treppe vorbei nach unten und sehe, wie Suga auf einem Stuhl steht und brüllt: „Alle raus, die Party ist vorbei. Geht nach Hause!“
    Langsam stehen die ersten auf und gehen tatsächlich nach draußen.
    „Wo ist Ahri?“, frage ich dN.
    „Sie hat sich hingelegt, ihr ging es nicht so gut.“
    „Kann ich sie kurz sehen. Ich will mich nur vergewissern, dass sie allein klarkommt, auch damit ich Suga ein wenig beruhigen kann.“
    DN nickt und wir gehen zu einem Zimmer auf der rechten Seite.
    Sie öffnet die Tür, doch schlägt sie gleich wieder zu: „Du kannst da jetzt nicht rein.“
    ‚Was ist los?‘ „Ähm okay, ist alles in Ordnung?“
    „Ja…ähm, sie schläft und will bestimmt nicht gestört werden.“
    Ich bin immer noch skeptisch, aber dN nimmt meine Hand und zieht mich die Treppen runter.
    Suga hat mittlerweile die meisten rausgeschmissen und ruft gerade ein Taxi für die Betrunkenen, die nicht mehr allein nach Hause kommen.
    Als er dN sieht, fragt er: „Wie geht es Ahri?“
    „Gut, sie schläft.“, antwortet sie kurz angebunden.
    Es entsteht eine Pause, dann meint Suga: „Ich wollte nicht, dass so etwas passiert. Ich wusste ja nicht, dass sie sich so betrinken würde.“
    DN seufzt: „Es ist nicht deine Schuld.“
    „Doch irgendwie schon“, Suga ist ziemlich geknickt „ich würde gerne helfen.“
    DN nimmt seine Hand und sagt: „Du hast alle Leute rausgeworfen, das war schon Hilfe genug.“
    Ich werde eifersüchtig, als ich sehe, wie sie ihn anlächelt: „Wir könnten doch beim Aufräumen helfen.“
    DN winkt ab: „Das kann ich euch nicht zumuten.“
    „Alleine schaffen wir das auch nicht, aber wir könnten morgen früh gleich vorbeikommen und die anderen Jungs mitbringen. Es ist Sonntag, da beginnt die Probe später. Gemeinsam kriegen wir das schon hin“, schlägt Suga vor.
    „Das würdet ihr wirklich machen?“
    „Klar“, sage ich und auch Suga nickt. Wir verabschieden uns und versprechen, morgen um acht Uhr vorbeizukommen. Ich schaue auf die Uhr ‚Ohje nur noch vier Stunden Schlaf.‘


    Deine Sicht
    Die Party ist noch in vollem Gange und du suchst nach Ahri. In ihrem Zimmer findest du sie: sie hat sich hingelegt, weil ihr schwindelig ist. Du bringst ihr ein Glas Wasser und stellst schonmal einen Eimer bereit. Mittlerweile geht es dir wieder besser und du merkst den Alkohol kaum noch. Als du Ahris Zimmer wieder verlässt, stellt sich dir Kyusung in den Weg.
    „Für einen Kuss verzeihe ich dir“, sagt er und spitzt schon die Lippen.
    „Vergiss es! Mir doch egal, ob du sauer auf mich bist oder nicht!“
    Er sieht beleidigt aus: „Du hast mich einfach so getreten!“
    „Pah, doch nicht einfach so! Du hast meinen Arsch begrabscht!“
    Er grinst „Ich konnte nicht widerstehen“ und geht einen Schritt auf dich zu.
    „Du Widerling. Bleib mir bloß vom Hals!“ Du drehst dich um und willst schon wegrennen, doch plötzlich steht Jungkook vor dir. ‚Was will er denn hier?‘
    Aber du bist gerührt, dass er gekommen ist und als er dich tröstet, weil die Party aus dem Ruder gelaufen ist, kullern dir Tränen über die Wange. Er schaut dir tief in die Augen und deine Knie werden weich.
    Als er nach Ahri fragt, führst du ihn zu ihrem Zimmer. Aber als du die Tür öffnest, siehst du Jiho auf Ahris Bett liegen und vermutest das Schlimmste, du schlägst die Tür wieder zu und drehst dich zu Jungkook um: „Du kannst da jetzt nicht rein.“
    Er ist sichtlich überrascht, aber das ist dir gerade egal. Er darf auf keinen Fall Jiho und Ahri zusammen sehen, was immer sie auch gerade machen. ‚Warum denn ausgerechnet mein Bruder? Sie ist bestimmt verzweifelt wegen Suga.‘
    Du bist froh, als die Party beendet ist und die Jungs dir versprechen beim Aufräumen zu helfen.
    Sobald die beiden gegangen sind, legst du dich aufs Sofa und nickst schnell ein.
    Nach einem unruhigen Schlaf wachst du kurz vor acht Uhr auf, weil du jemanden durchs Haus laufen hörst. Du richtest dich auf und siehst noch, wie Ahri ins Bad rennt. Dein Hals brennt und du gehst schnell in die Küche, um Wasser zu trinken, danach klopfst du vorsichtig an Ahris Zimmer. Sie kommt heraus und schließt sofort die Tür hinter sich. Sie sieht ziemlich mitgenommen aus.
    „DN, es ist was Blödes passiert.“
    Du nickst: „Ich weiß schon, wir kümmern uns später darum. Geh schnell ins Bad, putz deine Zähne und dusch am besten auch noch! BTS kommt gleich, sie haben sich bereit erklärt beim Aufräumen zu helfen.“
    Ahri schaut dich mit riesigen Augen an, widerspricht aber nicht und huscht ins Badezimmer.
    Du betritts ihr Zimmer und weckst deinen Bruder auf: „Jiho, los raus aus dem Bett!“
    Er wird langsam wach: „Was ist los?“, fragt er schläfrig.
    „Du musst hier verschwinden bevor…“ In dem Moment klingelt es an der Tür.
    „Hör mir gut zu. Du kannst nicht durch den Eingang raus, du musst durch den Garten, okay? Hast du das verstanden?“
    Er nickt, aber du wiederholst deine Worte zur Sicherheit noch einmal, dann läufst du nach unten und öffnest die Tür.
    „Hat hier jemand den Putz-Dienst bestellt?“, fragt Jin und schwingt dabei einen Wischmopp.
    Du musst lachen: „Danke, dass ihr gekommen seid!“
    Jimin grinst: „Warum wurden wir denn nicht eingeladen? Normalerweise komme ich zu der Party und nicht erst danach.“
    „Ist doch egal“, meint Suga grimmig und geht ins Haus.
    „Das war alles recht spontan, nächstes Mal seid ihr auf jeden Fall eingeladen“, versprichst du.
    Ihr fangt damit an, Flaschen und Gläser einzusammeln. Ahri kommt mit nassen Haaren aus dem Bad und sieht jetzt viel frischer aus. Sie begrüßt die Jungs und schließt sich beim Aufräumen an, aber dir fällt auf, dass sie Sugas Blicke meidet und ihm ausweicht, wenn er sich ihr irgendwie nähert.
    Ihr kommt zu neunt ziemlich schnell voran und habt sogar Musik angemacht, sodass die Stimmung gut ist.
    Plötzlich fragt Namjoon: „Wer ist denn das?“ und deutet nach oben „Hat es da jemand nicht nach Hause geschafft?“
    Am Treppenaufgang steht dein Bruder – oberkörperfrei. ‚Oh nein. Checkt er nicht, dass das hier nicht der Garten ist?‘
    Aber es wird noch schlimmer, als er fragt: „Ahri, hast du mein T-Shirt gesehen? Ich kann es einfach nicht finden, in deinem Zimmer ist es auch nicht.“
    Deine Freundin wird rot wie eine Tomate und Suga schaut ständig zwischen ihr und Jiho hin und her.
    Du schüttelst nur den Kopf. ‚Das ist nicht gut, gar nicht gut.‘

    19
    „Äh Leute … das ist Jiho, mein Bruder. Er war gestern auch auf der Party“, versuchst du sein Auftauchen zu erklären.
    J-Hope wirft ihm ein T-Shirt zu, welches er beim Aufräumen gefunden hat: „Ist es das?“
    „Ja danke, bro.“
    , Bro? Sein Ernst? Ihr kennt euch doch gar nicht…‘, denkst du dir, aber es wird noch schlimmer, als Jiho an Ahri gerichtet sagt: „Ich dachte echt, ich hätte es erst in deinem Zimmer ausgezogen, aber war wohl doch schon hier unten.“ Er zwinkert ihr zu und Ahri sieht aus, als ob sie am liebsten im Erdboden versinken würde.
    „Ich glaube, wir sind hier fertig“, sagt Suga und stürmt nach draußen.
    „Was ist denn mit dem los?“, fragt RM und folgt ihm.
    „Solltest du nicht schon längst zuhause sein?“, fragst du deinen Bruder wütend.
    „Wenn Mum dich abholt, fahre ich einfach mit. Warum sollte ich eigentlich durch den Garten raus gehen?“
    Jetzt wirst du rot: ‚Kann dieser Idiot denn gar nichts für sich behalten?‘
    „Damit du uns nicht beim Aufräumen störst“, knallst du ihm patzig entgegen, aber Jiho zuckt nur mit den Schultern und geht ins Bad.
    Kurz darauf kommt RM zurück: „Suga will wieder zur Halle und die neue Choreo proben.“
    „Suga will freiwillig üben?“, fragt Jimin erstaunt und Jins Mund steht weit offen.
    Ahri seufzt: „Okay, ich versteh schon … trotzdem vielen Dank, dass ihr mir geholfen habt. Hier sieht es jetzt viel besser aus.“
    Die Jungs verabschieden sich und V meint noch: „Tut uns leid, dass wir schon so plötzlich gehen müssen.“
    Als sie weg sind, lässt sich Ahri auf das Sofa fallen und beginnt zu schluchzen: „Ich kann mich an nichts erinnern. Mein Kopf tut immer noch so weh. Habe ich etwa mit deinem Bruder geschlafen?“
    Du atmest tief ein: „Es gibt nur einen Weg das rauszufinden … Jiho!“
    Er kommt mit nassen Haaren und einem Handtuch um die Hüften aus dem Badezimmer: „Ja? Ist Mum schon da?“
    Du schüttelst deinen Kopf.
    „Was ist dann los?“
    Dein anfänglicher Mut hat dich verlassen und du schluckst. Er ist schließlich dein älterer Bruder… aber Ahri deine beste Freundin.
    Noch bevor du fragen kannst, fällt sie dir ins Wort: „Was lief da gestern?“
    Jiho hebt seine Augenbrauen: „Das weißt du nicht mehr?“
    „Ich weiß noch, dass ich dich nicht eingeladen habe.“
    Jiho muss lachen: „Das hat Kyusung für dich gemacht, war eine coole Party“, mit diesen Worten dreht er sich um und will wieder ins Bad.
    „Hast du mit ihr geschlafen?“, rufst du ihm nach.
    Langsam dreht er sich um, fixiert erst dich mit seinen Augen und danach Ahri. Er stützt sich mit den Ellbogen auf das Geländer und fragt deine Freundin: „Du kannst dich echt nicht mehr daran erinnern?“
    Ahri schüttelt ihren Kopf und ist erneut den Tränen nah.
    „Keine Sorge, es lief nichts“, sagt Jiho und deine Freundin atmet erleichtert aus, dann fährt er fort: „Aber du wolltest mit mir schlafen…“
    „So ein Scheiß, sie will nichts von dir“, unterbrichst du ihn.
    Er nickt: „Ich weiß, Ahri steht auf einen gewissen Suga … zumindest hat sie das gestern erzählt.“
    Deine Freundin wird blass und weil ihr beide schweigt, fährt Jiho fort: „Du warst gestern ziemlich verzweifelt, weil er anscheinend nichts von dir will. Da hast du dich an mich rangemacht … aber du bist die Freundin meiner kleinen Schwester, also läuft da nichts. Bevor du noch irgendwas Dümmeres machen konntest, hab ich dich ins Bett gebracht.“
    Ahri starrt ihn nur sprachlos an und du fängst an zu stottern: „Aber … aber warum hast du denn dann … oh man … Suga denkt jetzt … gar nicht gut.“
    „Ich nehme mal an, es war einer der Typen, die gerade hier waren?“, fragt dein Bruder Ahri.
    Sie nickt nur und schaut beschämt zu Boden. Anscheinend hat ihr die Nachricht, was sie gestern Nacht gemacht hat, die Stimme geraubt.
    „Vergiss ihn! Wer ein Mädchen wie dich zurückweist, verdient dich auch nicht“, sagt Jiho und geht wieder ins Bad.
    Du schluckst ‚Vielleicht ist er doch ganz okay‘ und lässt dich zu Ahri aufs Sofa fallen.
    „Siehst du, zumindest hast du nicht mit ihm geschlafen“, versuchst du deine Freundin ein wenig aufzumuntern.
    Ahri schaut dich nur verzweifelt an und lässt sich tiefer ins Sofa sinken: „Schrecklich…“
    „Hm“, eine Weile streichelst du ihren Kopf, dann stehst du auf und räumst wieder auf; Ahri hilft dir und Jiho erklärt sich sogar bereit, die leeren Flaschen wegzubringen, nach einer Stunde seid ihr fertig. Du rufst deine Mum an, damit sie dich und deinen Bruder abholt.
    Kurz bevor du gehen willst, hörst du einen spitzen Schrei aus der Küche.

    Ahri
    Ich wünschte, ich könnte mich an gestern erinnern, aber alles ist verschwommen und ich bin mir nicht sicher, was davon tatsächlich passiert ist und was nicht. Wenigstens ist hier jetzt wieder aufgeräumt, sodass meine Eltern hoffentlich nichts von der Party erfahren.
    Weil dN ihre Mum anrufen will und ihr Akku leer ist, suche ich nach meinem Handy, kann es aber zuerst nicht finden, weswegen sie einfach unser Haustelefon benutzt. Ihre Mutter meint, dass sie gleichh losfahren wird, um dN und Jiho abzuholen. Nach einer Weile finde ich mein Handy in der Küche in einer großen Tasse, die zum Glück ansonsten leer ist.
    „Wie ist es da denn hingekommen?“, seufze ich und versuche mich vergeblich zu erinnern.
    Ich fische es aus der Tasse und erstarre: 15 verpasste Anrufe und 121 neue Nachrichten.
    ‚Fuck, was ist passiert?‘
    Einige der Nachrichten sind von Leuten, die gestern da waren und schreiben, dass sie die Party cool fanden oder irgendwas wissen wollen. Kyusung hat anscheinend seine Uhr verloren und fragt, ob ich sie gefunden habe. Mehrere Nachrichten sind von Suga, aber ich traue mich noch nicht, den Chat mit ihm zu öffnen.
    Außerdem hat er mich gestern zwölf Mal angerufen. Ich schlucke.
    Eine unbekannte Nummer hat mir auf die Mailbox gesprochen:
    „Hey Ahri, ich hab gehört, du machst heute Abend eine Hausparty. Schick mir doch deine Adresse, dann komm ich auch vorbei und bringe noch ein paar Freunde mit.“
    An der Stimme erkenne ich den Jungen: Er ist im Jahrgang über mir und als Schlägertyp bekannt. ‚Zum Glück war der nicht da, sonst wäre die Party noch mehr eskaliert.‘
    Meine Eltern haben auch zwei Mal angerufen. Schnell schreibe ich ihnen, dass alles in Ordnung ist und frage gleich nach, wann sie wieder nach Hause kommen.
    Ich atme ein paar Mal tief durch und öffne den Chat mit Suga; ich habe ihm mehrere Sprachnachrichten geschickt und als ich die erste abspiele, schreie ich.

    Hello, man ich find’s so krass. Über 2000 Aufrufe! Ich freue mich mega. Hoffentlich habt ihr Spaß beim Lesen, morgen kommt dann der Chat zwischen Ahri und Suga.

    20


    Ahri, 16:29: freue mich schon aufs grillen 😍

    Suga, 17:01: ich mich auch, bis gleich

    (nach dem Grillen auf der Dachterrasse und nachdem Suga Ahri nach Hause gebracht hat)

    Suga, 21:43: alles okay?
    Suga, 21:43: hab ein schlechtes Gewissen, wie der Abend ausgegangen ist…
    Suga, 22:48: Verpasster Sprachanruf
    Suga, 22:50: Ahri?

    Ahri, 23:12: Was?

    Suga, 23:14: Bist du noch sauer?

    Ahri, 23:16: War ich nie… 😅

    Suga, 23:17: Dann ist ja gut
    Suga, 23:18: Du bist mir wichtig, ich will dich nicht als Freundin verlieren

    Ahri, Sprachnachricht, 23:39: „Suugaaa, du bist mir auch wichtig … aber schluchz ich kann nicht“
    Ahri, Sprachnachricht, 23:40: „Sorry, bin irgendwie von dem Knopf abgerutscht. Ich weiß nicht, ob wir noch Freunde sind … du hast mich so verletzt.“

    Suga, 23:41: Bist du betrunken?

    Ahri, 23:45: Ne, warum?

    Suga, 23:46: Du hörst dich so an. Lass uns morgen in aller Ruhe darüber reden, okay? 🙂

    Ahri, 23:46: Es gibt nichts mehr zu bereden. Ich kann nicht mehr mit dir befreundet sein!

    Suga, 23:48: Verpasster Sprachanruf

    Ahri, 23:59:?

    Suga, 00:02: Bitte Ahri, beruhig dich! Wir telefonieren morgen, okay?

    Ahri, 00:33: Hier ssind so viele Lute ich weis nicht was ich tun solll

    Suga, 00:40: Wo sind viele Leute? Wo bist du?

    Ahri, Sprachnachricht, 00:52: „Ich hab mich umentschieden … ich bin doch sauer auf dich. Suga, ich hab mich in dich verliebt … und ich dachte, du magst mich auch. Was ist bloß los mit dir? heulend Nein … was ist los mit mir? Warum hab ich nicht gecheckt, dass du nichts von mir willst. Wie dumm war ich eigentlich?“

    Ahri, 01:01:?
    Ahri, 01:09: Suga?

    Suga, 01:14: Ich weiß nicht, was ich schreiben soll

    Ahri, 01:16: 😂

    Suga, 01:18: Was ist witzig?

    Ahri, 01:26: Ich hab hir so viel spass

    Suga, Sprachnachricht, 01:29: „Bitte Ahri, hör auf zu trinken und sag mir, wo du bist. Dann hol ich dich ab. Ich mache mir Sorgen um dich!“
    Ahri, 01:38: das ist sü4 on dir

    Suga, 01:40: Verpasster Sprachanruf
    Suga, 01:48: Verpasster Sprachanruf
    Suga, 01:49: Geh doch an dein scheiß Handy!

    Ahri, 01:57: Verpasster Sprachanruf
    Ahri, 01:59: Geh du doch an dein schei4 Handy

    Suga, 02:07: Sorry. Jungkook ist gerade vorbeigekommen
    Suga, 02:08: Verpasster Sprachanruf

    Suga, Sprachnachricht, 02:12: „Anscheinend verpassen wir uns ständig. Ahri, sag mir bitte, wo du bist. Dann hole ich dich jetzt ab.“

    Ahri, 02:24: bin daheim

    Suga, 02:25: bei dir zu Hause?

    Ahri, 02:27: ja

    Suga, 02:30: du bist bei dir daheim? Warum bist du dann so besoffen? Fuck, was machst du denn…

    Ahri, Sprachnachricht, 02:33: „Ich bin niiiicht betrunken“

    Suga, 02:35: 🙄
    Suga, 02:36: Hört sich nicht so an…

    Ahri, Sprachnachricht, 02:41: „Suga, du bist soo süß. Aber mach dir keine Sorgen, mir geht’s gut. (im Hintergrund hört man Jihos Stimme: mit wem redest du da? Doch nicht mit diesem Suga, oder? Ahri, lass das! Er ist es echt nicht wert)

    Suga, 02:44: Verpasster Sprachanruf

    Ahri, 02:51: Was denn jezt wieder?

    Suga, 02:52: Wer ist dieser Typ?

    Ahri, 02:55:?

    Suga, 03:02: Verpasster Sprachanruf
    Suga, 03:05: Verpasster Sprachanruf

    Suga, 03:09: Verdammt Ahri, geh doch bitte ran!

    Suga, 03:12: Verpasster Sprachanruf
    Suga, 03:17: Verpasster Sprachanruf
    Suga, 03:21: Verpasster Sprachanruf

    Suga, 03:31: Ahri, Jungkook und ich fahren jetzt zu dir
    Suga, 03:45: Verpasster Sprachanruf


    Ahri, 10:08: Suga, es tut mir so leid! Ich habe mich unmöglich verhalten. Ich weiß auch nicht, warum ich mich so betrunken habe. Ich wollte nicht, dass du dir solche Sorgen um mich machst. Es tut mir wirklich unendlich leid! Es war so lieb von dir, dass du heute beim Aufräumen geholfen hast. Vielen Dank! Können wir vielleicht über die ganze Sache reden?

    Suga, 11:13: Für mich ist eigentlich alles geklärt, ich hab nur eine Frage..
    Suga, 11:14: Wie kannst du sagen, dass du in mich verliebt bist und dann gleich mit dem nächstbesten Typen ficken?

    21


    Ahri
    Es ist abends und ich sitze auf meinem Bett mit dem Handy in der Hand. Ich habe Suga geschrieben, dass zwischen Jiho und mir nichts passiert ist, aber er hat mir nicht mehr geantwortet. Eigentlich habe ich auch nicht damit gerechnet: die Sprachnachricht und Jihos Auftreten heute Morgen sprechen gegen mich. Vorhin habe ich meinen ganzen Mut zusammengenommen und Suga angerufen, aber er hat nicht abgenommen.
    Ich weiß nicht, was ich tun soll.
    Ist die Freundschaft jetzt vorbei?
    Hasst er mich?
    Am liebsten wäre es mir, er würde alles vergessen und wir könnten noch einmal von vorne anfangen…
    Aber ich weiß, dass das kaum möglich ist.
    Ich schluchze, weinen kann ich nicht mehr. Meine Augen sind trocken.
    Morgen werde ich noch einmal versuchen, mit ihm zu reden. Wenn das nicht klappt … ach, ich weiß auch nicht. Vielleicht doch dN’s Plan befolgen und einfach mal abwarten?

    Dienstag in der Arbeit.
    Ich sitze im Büro und telefoniere mit dem Manager von Blackpink, der mir eindringlich erklärt, wie wichtig es ist, dass die Idols Mineralwasser und kein stilles Wasser bekommt. Nachdem ich ihm mehrmals bestätigt habe, dass das kein Problem ist, beendet er das Gespräch.
    Genervt, aber immer noch freundlich lege ich auf und wähle schon die nächste Nummer, als Minho ins Zimmer kommt.
    ‚Der könnte auch mal klopfen.‘
    Ich lege den Telefonhörer beiseite und schaue meinen Chef an: „Hallo Minho, was kann ich für dich tun?“
    Er räuspert sich: „Ist dN nicht da?“
    „Doch, aber sie ist heute bei Jae und hilft bei den Bühnenarbeiten mit.“
    Minho nickt nachdenklich und weil er nicht weiterspricht, fahre ich fort: „Ist es dringend? Soll ich sie holen?“
    „Nein, nein gar nicht. Ahri, möchtest du eigentlich auch mal backstage arbeiten?“
    „Ähm…“ ‚Eigentlich bin ich mir gar nicht so sicher, ich mag die Arbeit im Büro, auch wenn manche Leute nerven.‘
    Minho, der mein Schweigen als ein „nein“ ansieht, sagt: „Da bin ich froh, ich könnte auf deine Hilfe hier kaum verzichten.“
    „Das ist lieb“, du lächelst ihn an „also wie kann ich dir helfen?“
    „Ah ja“ er kratzt sich am Kopf „wir brauchen für die Weihnachtsfeier noch ein Büfett. Kannst du dich darum kümmern?“
    „Aber die Feier ist schon in zwei Wochen. Ist das nicht ein wenig knapp?“ Ich bin genervt. Ein Catering für fast 200 Leute in so kurzer Zeit in der Vorweihnachtszeit zu organisieren ist fast unmöglich.
    „Ach Ahri, du schaffst das schon“, mit diesen Worten verlässt Minho das Büro.
    Nach vielen Telefonaten habe ich tatsächlich noch jemanden gefunden, der das Catering übernehmen wird.
    Ich schaue auf die Uhr: es ist kurz vor sechs. Gleich habe ich aus und die Tanzprobe von BTS sollte auch jeden Moment vorbei sein. Ich packe meine Sachen zusammen und mache mich auf den Weg zu ihrem Proberaum.
    Dort angekommen atme ich mehrmals durch und klopfe an der Tür. Keiner antwortet. Ich öffne sie einen Spalt und schaue in den Raum, aber niemand ist da. ‚Haben sie heute schon früher aus?‘
    Weil ich nicht weiß, wo sie sonst sein könnten, entschließe ich mich vor den Umkleideräumen zu warten.
    Zwar fühle ich mich schon ein wenig wie ein Stalker, aber ich muss einfach mit Suga reden.
    Zuerst kommt Jimin aus der Umkleide.
    „Ahri, was machst du hier?“, fragt er mich überrascht.
    „Ich will mit Suga über die Party reden und … was danach passiert ist.“
    Er schaut mich eindringlich an: „Ich weiß nicht, ob das eine so gute Idee ist. Er ist seitdem sehr gereizt, auch zu uns ist er … naja nicht gerade nett. Heute in der Probe ist er einmal so ausgeflippt, dass unser Trainer ihn für eine Weile rausgeschickt hat.“
    Ich schlucke: „Ist er so sauer?“
    „Naja, hat er nicht allen Grund dazu?“
    ‚Suga hat es ihnen also erzählt‘ denke ich und versuche mich zu erklären: „Das war alles ein riesen Missverständnis. Zwischen Jiho und mir lief überhaupt nichts. Ich war so betrunken, dass er mich ins Bett gebracht hat. Er hat da zwar auch geschlafen, aber es ist rein gar nichts passiert.“
    Er zieht seine Augenbrauen hoch und schaut mich fragend an.
    „Wirklich Jimin, du musst mir glauben! Bitte!“, sage ich und versuche die Tränen zurückzuhalten. „Suga ist mir so wichtig, ich will ihn nicht verlieren.“
    Jimin streichelt meine Schulter: „Kopf hoch, Ahri. Ich glaube dir, aber vielleicht solltest du Suga noch ein bisschen mehr Zeit geben. Dann wird…“
    Aber er beendet seinen Satz nicht, weil Jin und Namjoon gerade aus der Umkleide kommen. Ersterer umarmt mich zur Begrüßung und RM fragt: „Na, wieder vollkommen nüchtern?“
    Ich lächele schwach ‚wenigstens sind die beiden nicht sauer auf mich‘ und unterhalte mich kurz mit ihnen. Wir verabreden, nächste Woche gemeinsam in der Mensa zu essen und dann verabschiede ich mich von den drein.
    ‚Soll ich auf Jimin hören und das Gespräch mit Suga noch ein wenig abwarten?‘, frage ich mich, aber die Entscheidung wird mir abgenommen, als die Tür der Umkleide sich ein weiteres Mal öffnet und Suga herauskommt. Er hat noch nasse Haare, die er gerade mit einem Handtuch trocken rubbelt – er sieht süß aus. Als er aufschaut, sieht er mich direkt an.
    Mir stockt der Atem und ich starre wortlos zurück.
    Er verdreht die Augen: „Was willst du hier, Ahri?“
    „Ich will mit dir über die Party sprechen“, meine Stimme ist schwach.
    „Es gibt nichts zu bereden“, sagt Suga genervt und geht an mir vorbei.
    Einen Moment lang zögere ich, dann folge ich ihm: „Doch. Du hast mir … naja. Du hast mir eine Frage gestellt.“
    „Die habe ich mittlerweile schon für mich beantwortet.“
    „Ach ja?“, ich stutze, laufe ihm aber immer noch hinterher. Er wird immer schneller.
    „Ja! Du bist eine Lügnerin!“, er schreit fast vor Wut.
    „Das ist deine Antwort?“, ich lache hysterisch „Schwachsinn … ich habe nicht gelogen. Alles, was ich über uns gesagt habe, ist wahr. Es lief nichts zwischen Jiho und mir! Ich habe Gefühle für …“
    Er bleibt plötzlich stehen und ich rumple gegen ihn, er packt meinen Arm, zieht mich nach vorne und drückt mich gegen die Wand. Autsch. Eine Zehntelsekunde starre ich ihn an, dann presst er seine Lippen auf meine. Ich bin mit der Situation überfordert, erwidere trotzdem seinen Kuss. Mein Rücken schmerzt bereits, weil er sich so fest gegen mich drückt, aber das ist mir egal. Ich spüre seinen warmen Körper an meinem und wie sich seine Muskeln anspannen, als ich mit meinen Fingern über seinen Rücken streiche. Sein Kuss ist fordernd und seine Lippen heiß. Mit der Hand fährt er an meiner Seite entlang und stoppt an meiner Hüfte, nur um mich noch fester gegen die Wand zu pressen.
    Plötzlich lässt er mich los, seine Lippen sind von unserem Kuss gerötet. Er schaut mich kurz an, dann schüttelt er den Kopf, dreht sich um und lässt mich allein zurück.
    Ich verstehe die Welt nicht mehr.

    Tut mir leid, dass ich die Woche so inaktiv war. Heute Abend ein weiteres Kapitel.

    22


    Deine Sicht
    „Wow, das müssen wir feiern!“, rufst du aus, als Ahri dir von dem Kuss erzählt.
    „Aber bitte nicht mit Alkohol“, lacht deine Freundin. Du bist froh, sie wieder lächeln zu sehen.
    Kurz bevor du von der Konzerthalle nach Hause fahren wolltest (Jae hat dich mal wieder länger arbeiten lassen – er ist ein Perfektionist), hat dich Ahri abgefangen und ihr seid noch zusammen in ein Café.
    Du bestellst eine heiße Schokolade und deine Freundin einen Kiba.
    Ahri kann nicht aufhören zu grinsen und du musst lachen: „Du siehst aus, als hättest du gerade im Lotto gewonnen.“
    „So fühle ich mich auch. Es war, es war einfach … wow. Er kann so gut küssen.“
    Die Bedienung bringt eure Getränke, ihr bedankt euch und Ahri fängt an, an ihrem Kiba zu nippen.
    Du bist ein wenig neidisch: „Ich wünschte, Jungkook hätte mich auch geküsst.“
    „Dafür streitet ihr euch wenigstens nicht“, meint deine Freundin.
    „Hm, ist Suga denn noch sauer auf dich?“
    Ahri zieht ihre Schultern hoch: „Ich hab keine Ahnung. Der Kuss … naja er war nicht so, hm wie soll ich es ausdrücken. Er war nicht so liebevoll. Sondern eher…?“
    „Sexy?“, unterbrichst du sie.
    Ahri grinst: „Ja auch und irgendwie fordernd. So als müsste ich ihm jetzt beweisen, dass ich mich tatsächlich in ihn verliebt habe.“
    „Und? Hast du es ihm bewiesen?“, fragst du mit einem übertrieben ernsten Gesichtsausdruck und verstellter Stimme.
    Deine Freundin prustet los: „Haha, du siehst aus wie meine Mathelehrerin.“
    Du kneifst sie in den Arm und Ahri hebt beschwichtigend ihr Hände: „Ist ja gut. Ich hab mein bestes gegeben“, plötzlich wird sie ernst „hoffentlich hat es ihm auch gefallen.“
    „Doch, bestimmt“, versuchst du deine Freundin zu beschwichtigen.
    Du nimmst einen Schluck von deiner heißen Schokolade und ihr kommt beide ins Grübeln.
    Nach einer Weile fragt Ahri: „Gibt’s was neues von dir und Jungkook?“
    „Ne, das letzte Mal, als ich ihn gesehen hab, war am Wochenende. Ich weiß auch nicht … irgendwie gibt es keine Möglichkeit, mit ihm allein zu sein.“
    „Klar gibt es die!“
    Du schaust auf: „Und welche?“
    „Frag ihn einfach auf ein Date!“
    „Ach Ahri, ich trau mich das einfach nicht. Was wenn…“
    „Kein ‚wenn‘! Frag ihn!“
    „Ich weiß nicht, vielleicht..“
    „Frag ihn! Los! Jetzt sofort.“
    Du schluckst, Ahri wird nicht lockerlassen: „Na gut, was soll ich schreiben?“

    Chat zwischen dN und Jungkook:
    dN, 19:12: Hey Jungkook 😊
    dN, 19:13: hast du vielleicht Lust, kommendes we was zusammen zu machen?

    Jungkook, 19:20: grundsätzlich gerne, aber nächstes Wochenende ist schlecht

    dN, 19:22: kein Problem

    Jungkook, 19:25: Unser Manager will das neue Album noch vor Weihnachten aufnehmen und die nächsten beiden Wochen werden wir im Studio verbringen
    Jungkook, 19:26: aber nach den Feiertagen?:)

    dN, 19:29: gerne 😊

    Jungkook, 19:31: Kommst du zur Weihnachtsfeier am 20?

    dN, 19:32: Ich denke schon und du?

    Jungkook, 19:34: ich auch, dann sehen wir uns da:)


    „Siehst du, das lief doch super“, freut sich Ahri „er will was mit dir unternehmen!“
    „Ja, aber leider dauert es noch ein wenig bis wir nur was zu zweit machen.“
    „Die Weihnachtsfeier ist deine Chance!“
    Du nickst: „Stimmt! Hm, was ziehe ich nur an?“
    Ahri lacht und ihr besprecht euer Outfit für die Feier.


    Ahri
    (Ein paar Tage später: Ahri ist noch in der Konzerthalle, obwohl sie schon vor zwei Stunden ausgehabt hätte. Sie musste heute lange überziehen, weil noch ein paar Sachen wegen der Weihnachtsfeier zu klären waren.)

    Ich packe meine Sachen zusammen und schaue auf mein Handy, dN hat mir geschrieben: Morgen shoppen? Meine Mum will mir nicht ihr blaues Top ausleihen…
    Ich muss grinsen. DN sieht eigentlich in allem gut aus, aber irgendwie meint sie, die Farbe blau bringt ihr Glück.
    Während ich das Büro zusperre, knurrt mein Magen und ich entschließe mich, noch in der Mensa vorbei zu schauen. ‚Vielleicht hab ich Glück und es gibt noch irgendwas Leckeres zu essen.‘
    Ich steige in den Aufzug und fahre schon nach oben, als mein Handy erneut vibriert, aber diesmal hat mir nicht dN geschrieben. Mein Herz schlägt höher, als ich Sugas Namen sehe.
    Bist du noch in der Firma?
    Schnell antworte ich ihm: Ja, bin ich. Warum? Alles okay?
    Komm in die Umkleide. Jetzt
    Na toll, es gibt mindestens zehn Umkleiden. Aber wahrscheinlich meint er die, vor der ich neulich gewartet habe. Die Umkleide von BTS.
    Bin gleich da
    Einen Moment zögere ich noch und überlege, ob ich mir davor noch ein Croissant holen soll, entscheide mich aber dann doch dagegen und fahre mit dem Aufzug wieder nach unten. Ich mache mir Sorgen. Hoffentlich hat er nichts Unüberlegtes gemacht: Sugas Temperament ist alles zu zutrauen.
    An der Umkleide angekommen, klopfe ich an der Tür, aber keiner antwortet. Ich drücke die Klinke nach unten und schaue in den Raum, allerdings ist alles dunkel. ‚Hat er doch eine andere Umkleide gemeint? Es muss aber diese sein…‘
    Ich nehme all meinen Mut zusammen und betrete langsam den Raum. Die Tür fällt hinter mir ins Schloss und ich taste nach dem Lichtschalter. Plötzlich packt mich eine Hand und ich schreie auf.


    Ich weiß, gerade schreibe ich viel aus Ahris Sicht. Aber die Story ist grad irgendwie interessanter. Haha, aber keine Sorge. Mit dN wird auch noch einiges passieren 🤭 vielleicht schaffe ich es, morgen noch ein weiteres Kapitel hochzuladen.

    23
    Eine weitere Hand legt sich auf meinen Mund: „Schsch, sei leise.“
    Mein Herz schlägt so laut, dass ich mir einbilde, es hören zu können.
    ‚Warum bin ich nur in die Umkleide?‘
    Ich versuche die Hände von meinem Körper abzuschütteln, aber der Unbekannte lässt mich nicht los und drückt sich an meinen Rücken.
    Jemand küsst meinen Hals und ich erstarre.
    „Suga?“, murmle ich hinter der Hand, die immer noch auf meinen Lippen liegt, aber man versteht mich kaum.
    Ich höre ihn lachen: „Wer denn sonst? Hast du jemand anderen erwartet?“
    Jetzt werde ich wütend: Warum hält er mich fest, hier im Dunkeln? Und überhaupt, wo ist dieser Lichtschalter?
    Weil er mich immer noch nicht loslässt, kicke ich mit meinem Bei nach hinten, wo ich seinen Schritt vermute. Er stöhnt auf.
    Obwohl ich ihn gar nicht allzu fest getreten habe, lässt er sofort von mir ab und ich glaube erkennen zu können, dass er sich zusammenkrümmt.
    „Warum machst du so ne Scheiße? Hm, was soll das?“
    Meine Augen haben sich zwar noch nicht völlig an die Dunkelheit gewöhnt, aber sogar ohne sein Gesicht sehen zu können, weiß ich, dass er kurz vorm Ausflippen ist. Seine Stimme zittert.
    „Warum bin ich hier? Können wir nicht das Licht anmachen?“, frage ich und versuche möglichst ruhig zu klingen.
    „Hast du etwa Angst im Dunkeln?“, er klingt bedrohlich und kommt näher.
    Ich trete ein paar Schritte zurück und stoße gegen eine Bank.
    Er kommt noch näher und ich spüre seinen warmen Atem in meinem Gesicht. Ich kann ihm nicht mehr ausweichen.
    „Suga, du machst mir Angst“, sage ich zögernd.
    „Ach ja?“
    „Bitte las uns hier rausgehen, okay?“
    Er antwortet nicht und ich werde immer nervöser: „Tut mir leid, dass ich dich getreten hab. Du hast mich so fest gehalten…“
    „Neulich hat dir das gefallen“, unterbricht er mich.
    Ich schlucke.
    Als ich nicht antworte, tritt er einen Schritt zurück und ich atme tief durch. Mittlerweile kann ich bereits Umrisse erkennen und weiß, wo die Tür ist. Vorsichtig schiebe ich mich an ihm vorbei und steuere auf den Ausgang zu. Das wird mir hier alles ein wenig zu crazy.
    „Bitte bleib“, flüstert Suga.
    Ich drehe mich zu ihm um und taste mich vorsichtig in seine Richtung. Er nimmt meine Finger in seine und küsst meine Hand.
    Sanft streichle ich sein Kinn und versuche in der Dunkelheit seine Augen zu erkennen.
    „Glaubst du mir wegen der Sache mit Jiho?“, frage ich ihn.
    „Ich weiß nicht.“
    Das tut weh.
    Ich lasse die Schultern hängen.
    „Ich will dir was zeigen“, er nimmt wieder meine Hand und geht mit mir zur anderen Seite des Raumes. Dort öffnet er eine weitere Tür.
    Er macht das Licht an und meine Augen schmerzen. Nach kurzer Zeit habe ich mich wieder an die Helligkeit gewöhnt und ich sehe mich um. Wir stehen zwischen den Duschen. Ich bin enttäuscht.
    „Das ist alles?“
    Suga grinst: „Du hast ja hohe Ansprüche … nein, das ist nicht alles.“
    Ich schaue ihn genauer an. Obwohl er lächelt, sieht er traurig aus. Seine Haare sind verwuschelt und er sieht blass aus.
    Er zieht mich weiter, sein Griff ist fest. Im nächsten Zimmer ist es dämmrig, die Lampe ist zwar aus, aber mitten im Raum gibt es eine Lichtquelle. Wir kommen näher und ich erkenne, was es ist: Ein Whirlpool.
    Ich mache große Augen: „Ihr habt hier einen Whirlpool?“
    Suga nickt, auf seinem Gesicht liegen dunkle Schatten: „Für die richtig anstrengenden Tage.“
    Ich lasse seine Hand los und gehe zu dem Becken, meine Finger gleiten durchs Wasser: Es ist warm und sprudelt. Warum weiß ich nichts von dem Whirlpool?
    Anscheinend hab ich laut gedacht, denn Suga antwortet: „Keine Ahnung, vielleicht wollte Minho nicht, dass ein Mitarbeiter einfach mal in seiner Pause reinspringt.“
    Ich nehme ruckartige Bewegungen neben mir wahr und drehe mich um. Suga hat sich sein T-Shirt und seine Hose ausgezogen. Er trägt nur noch … eine Badehose? Sein Ernst: will er jetzt schwimmen gehen?
    Er grinst mich wieder an: „Wieso so geschockt? Hast du noch nie einen halbnackten Mann gesehen?“
    Ich werde rot und schaue zu Boden: „Das ist es nicht…“
    „Stimmt ja, da gibt es ja noch Jiho.“
    Ich funkle ihn böse an, aber er ignoriert mich und steigt in den Whirlpool. Er setzt sich hin und hält sich mit beiden Händen am Beckenrand fest.
    „Und kommst du auch rein?“
    „Ähm … ich weiß nicht, ich hab jetzt nicht die richtigen Klamotten an, um schwimmen zu gehen.“
    „Wie, du hast keine Badesachen dabei?“, fragt er mich neckisch.
    Ich verdrehe die Augen.
    „Von mir aus, kannst du auch nackt in den Whirlpool.“
    Ich lache kurz auf: „Du spinnst wohl.“
    „Wenn du nicht ins Wasser kommst, kannst du auch wieder gehen.“
    „Was?“, ich starre ihn an „Warum bist du so gemein zu mir?“
    Er legt seinen Kopf schief und betrachtet mich eingehend, dann seufzt er, stößt sich vom Rand ab und kommt zu der Seite des Beckens, an der ich gerade sitze.
    „Ich will nicht, dass du gehst.“
    Ich nicke zufrieden.
    „Aber der Whirlpool ist meine Überraschung für dich, also musst du hier auch rein.“
    Spielerisch spritzt er ein paar Tropfen Wasser an meinen Hals.
    „Hm, na gut.“, gebe ich mich geschlagen.
    ‚Dann gehe ich eben in Unterwäsche rein‘, denke ich mir und bin schon dabei, mein Oberteil auszuziehen, als ich bemerke, dass Suga mich beobachtet.
    Ich stoppe mitten in der Bewegung und starre ihn an. Er fängt an zu lachen: „Wie du dich verhältst, kannst du wirklich keinen Sex mit Jiho gehabt haben. Du zierst dich ja richtig. Hahaha.“
    Ich bin mir sicher, dass mein Gesicht so rot wird wie es wahrscheinlich noch nie war und wütend drehe ich mich um, um in einem dramatischen Abgang rauszurennen.
    Aber Suga springt aus dem Becken und hält mich fest: „Ahri…“
    Von seiner Haut tropft Wasser auf den Boden und ich zwinge mich, nicht seinen Körper abzuchecken.
    „Tut mir leid, okay? Das war blöd von mir.“
    „Ja, war es.“ Ich reiße mich los. So leicht würde ich ihn nicht davonkommen lassen.
    Als ich einen weiteren Schritt in Richtung Ausgang mache, sagt er: „Ich glaube dir.“
    „Was? Ich hab dich nicht richtig gehört.“
    Er seufzt: „Ich glaub dir, Ahri.“
    Weil ich nicht antworte, fährt er fort: „Du hast nicht mit Jiho geschlafen.“
    Ich lächle. Endlich hat er es verstanden.
    „Kommst du jetzt bitte mit mir in den Whirlpool? Ich schaue dir auch nicht beim Umziehen zu.“
    Ich nicke und er springt wieder ins Wasser. Schnell lege ich meine Klamotten bis auf die Unterwäsche ab und steige vorsichtig in das Becken. Es ist angenehm warm.
    Sobald ich ganz im Wasser bin, dreht sich Suga zu mir und setzt sich neben mich auf eine Erhöhung im Whirlpool. Ich binde meine Haare zu einem Pferdeschwanz und lächle ihn vorsichtig an.
    Er spielt mit einer Strähne, die ich vergessen habe miteinzubinden und steckt sie schließlich hinter mein Ohr.
    Währenddessen beobachte ich sein Gesicht, seine Augen sehen so traurig aus, es zerbricht mir mein Herz.
    „Suga…“, ich komme ihm näher und mein Knie stößt sanft gegen seinen Oberschenkel.
    Er schaut mich direkt an.
    Ich zögere; ich will ihn nicht wütend machen, aber schließlich frage ich ihn doch: „Was ist los? Du siehst traurig aus.“
    Er schüttelt seinen Kopf: „Es ist nichts.“
    Vorsichtig nehme ich seine Hand und lege sie an meine Wange. Er streichelt mein Gesicht und seufzt: „Ahri. Mach, dass es mir wieder gut geht.“
    Ich presse mich gegen ihn und er zieht mich auf seinen Schoß, sodass wir uns direkt in die Augen sehen können.
    Ich halte es nicht länger aus und küsse ihn. Als er nicht sofort darauf eingeht, werde ich fordernder bis er mich endlich leidenschaftlich zurückküsst. Suga fährt mit seinen Fingern durch mein Haar und lockert meinen Pferdeschwanz, sodass mir einzelne Strähnen ins Gesicht fallen. Er schiebt sie zur Seite und lässt seine Hände weiter nach unten gleiten. Als er meinen BH öffnet, erstarre ich. Er schaut mich fragend an und ich nicke. Ich hebe meine Arme und er zieht mir den BH, der sich mittlerweile mit Wasser vollgesogen hat, aus und schmeißt ihn neben den Beckenrand. Ich drücke mich noch enger an ihn und er umschlingt mit seinen Armen meine Taille.
    „Suga…“, stöhne ich, als er mit seiner Zunge an meinem Hals entlangfährt und mir sanft in mein Ohr beißt. Ich spüre, wie erregt er ist und
    also Leute, sie haben Sex … it’s pretty obvious xD

    24



    Wir ziehen uns schweigend an. Ich weiß nicht so recht, was ich sagen soll.
    Von meinen Haaren tropft Wasser und ich friere.
    Ich bin früher fertig als Suga, weil er lange an seinem Gürtel rumfummelt. Verlegen schaue ich in mein Handy und sehe, dass es bereits sehr spät ist und ich besser nach Hause sollte.
    Aber wie konnte ich jetzt einfach gehen? Nach dem, was gerade passiert ist. Doch Suga nimmt mir die Entscheidung ab, indem er mir mir auf die Schulter klopft und sagt „also man sieht sich“. Mit diesen Worten dreht er sich um und geht durch die Tür.
    Ich starre ihm fassungslos nach. Sein fucking Ernst? Er lässt mich hier einfach so zurück? Obwohl wir gerade noch Sex hatten. Was soll das denn jetzt? Hat er mich nur benutzt?
    Mir gehen so viele Fragen durch den Kopf, dass ich mich kurz hinsetzen und durchatmen muss. Nach einer Weile stehe ich wieder auf und mache mich auf den Heimweg.


    Deine Sicht
    Du hast fast einen Herzinfarkt bekommen, als Ahri dich gerade angerufen hat und dir erzählt, dass sie mit Suga geschlafen hat.
    „Aber…“, du bist sprachlos, dein Mund steht weit offen.
    „Verurteilst du mich jetzt? Findest du, ich hätte das nicht machen sollen?“, Ahri klingt verunsichert.
    „Hm ich finde, wenn es sich in dem Moment richtig angefühlt hat und du dich vor allem wohlgefühlt hast, dann ist das kein Problem. Wie geht’s dir jetzt?“, als sie nicht sofort antwortet, fährst du fort: „Bereust du es denn?“
    „Nein! Ich hab mich noch nie mit jemandem so verbunden gefühlt wie in diesem Moment. Aber …“
    „Ja?“
    „Er ist einfach gegangen und hat mich stehen lassen.“
    „Vielleicht ist das seine Masche?“
    „Wie meinst du das?“, fragt dich Ahri.
    „Naja, als er dich neulich geküsst hat, ist er danach auch einfach gegangen. Bestimmt ruft er dich nächste Woche an und will dich treffen … oder er schreibt dir wieder. Ich glaube nicht, dass es das jetzt einfach so war.“
    Deine Freundin seufzt: „Ich weiß nicht. Vielleicht wollte er nur mit mir schlafen und jetzt hat er kein Interesse mehr.“
    „Ach quatsch. Abwarten, meine Liebe! Das ergibt sich von selbst. Er wird sich melden“, versucht du sie aufzumuntern.
    „ ‚Meine Liebe‘ “, Ahri prustet los.
    Du bist froh, dass sie lacht.
    „Spätestens nächste Woche bei der Weihnachtsfeier siehst du Suga wieder. Da kannst du ihn ja darauf ansprechen, wenn du möchtest.“
    Deine Freundin schluckt hörbar: „Ja, vielleicht. Die Weihnachtsfeier wird also unser Abend. Du und Jungkook. Ich und Suga. Hoffentlich wird alles gut.“
    „Bestimmt“, stimmst du zu.
    Es entsteht eine kurze Pause, in der ihr beide euren Gedanken nachhängt.
    „Und Ahri?“, fragst du vorsichtig.
    „Ja?“
    „Ähm … also, ihr habt doch verhütet, oder?“
    „DN!“, verrückterweise lacht deine Freundin.
    „Was?“
    „Glaubst du, ich würde mit Suga schlafen, ohne zu verhüten?“
    Erleichtert atmest du auf: „Ich wollte nur sichergehen. Wie geht das denn überhaupt? Also ihr wart ja im Whirlpool. Hält da überhaupt …?“
    Ahri unterbricht dich: „Ich nehme die Pille!“
    „Was echt?“, du bist überrascht.
    „Ja, ich hatte schon einen Freund und hab sie seitdem nicht abgesetzt.“
    „Oh … das wusste ich gar nicht. Dann war das also nicht dein erstes Mal?“
    „Ne, das wäre schon komisch gewesen. Dann hätte ich vermutlich noch gewartet.“
    „Hm…“
    „DN, hattest du denn schon mal Sex?“
    Du schweigst kurz: „Noch nicht. Ich will … ach ich weiß auch nicht. Es hat einfach nie gepasst.“
    „Das ist gar nicht schlimm! Mach es einfach, wenn du dich bereit fühlst. Vielleicht ist ja Jungkook der Glückliche“, muntert dich Ahri auf.
    Du musst kichern: „Ja, vielleicht.“

    25

    Du stehst vor dem Spiegel und betrachtest dich genau. Das ist nun dein fünftes Outfit, aber irgendwie bist du immer noch nicht ganz zufrieden. Du seufzt und schaust auf den Berg von Klamotten neben dir. Heute ist die Weihnachtsfeier der Firma, in der du arbeitest. Ahri wird ein enges schwarzes Kleid anziehen und bestimmt umwerfend aussehen. Nach einigen Überlegungen entscheidest du dich dafür, erst dein Makeup aufzutragen und dich danach umzuziehen.
    Im Bad schaltest du das Licht ein und drehst die Heizung auf, damit es kuschelig warm wird. Während du anfängst deine Foundation aufzutragen, klopft es an der Tür und Jiho kommt herein.
    „Na, schmierst du dich wieder ein?“
    Du verdrehst die Augen: „Danke für deine qualifizierten Kommentare!“
    „Ohne Make-Up siehst du am besten aus.“
    „Ich wüsste nicht, wann du mich das letzte Mal ohne Make-Up gesehen hast“, sagst du ironisch.
    Dein Bruder wuschelt dir durchs Haar.
    „Hey, lass das“, du hältst ihm deinen Lidschattenpinsel wie in eine Waffe ins Gesicht und er prustet los.
    „Oh dN, du machst mir Angst mit deinem … was soll das überhaupt sein?“, fragt er grinsend.
    Du ignorierst die Frage und verteilst Lidschatten auf deinem Augenlid.
    „Jiho, was willst du?“
    Er wird wieder ernster: „Wie geht’s Ahri?“
    „Naja, du hast ihr ganz schönen Ärger eingebrockt. Suga war ziemlich sauer“, sagst du genervt.
    „Der Typ war richtig scheiße zu ihr, ich versteh nicht, warum sie so an ihm hängt.“
    „Kann es etwa sein, dass du was von Ahri willst?“, fragst du ihn.
    Er schüttelt den Kopf: „Ne, echt nicht. Wie gesagt, sie ist deine Freundin … also wird da nichts laufen.“
    Du glaubst ihm. Kurz zögerst du: „Jiho, sie ist wirklich in ihn verliebt.“
    Er nickt wissend.
    Ihr schweigt und du fährst fort, dich zu schminken.
    Jiho dreht sich zur Tür, aber kurz bevor er rausgeht, sagt er noch: „Du solltest das blaue Kleid anziehen. Das steht dir gut.“ Du lächelst ihn an und er verlässt den Raum.
    ‚Blau! Ich wusste doch, dass blau gut ist‘, denkst du triumphierend.

    Angezogen und geschminkt machst du dich auf den Weg zur Bushaltestelle. Es ist sehr kalt draußen und du bekommst eine Gänsehaut, aber bei dem Gedanken, dass du Jungkook sehen wirst, wird dir wieder warm. An der Konzerthalle angekommen, steigst du aus. Ahri wartet schon auf dich und ihr geht zusammen rein. Drinnen ist es festlich geschmückt und alle sind sehr schick angezogen. Du fühlst dich ein wenig unwohl, zum Glück ist Ahri an deiner Seite. In einer der Hallen wurde das Büfett und einige Tische aufgestellt. Auch hier ist überall Weihnachtsdeko. Du siehst die Ärztin, die deine Wunde genäht hat und winkst ihr zu. Sie lächelt dich an. Auch trefft ihr Jae und unterhaltet euch eine Weile mit ihm, aber du bist so nervös, dass du dich nicht richtig auf das Gespräch konzentrieren kannst.
    Ahris Handy klingelt und sie verlässt den Raum, um in Ruhe telefonieren zu können. Jae und du geht zum Büfett und holt euch etwas zu trinken.
    Plötzlich tritt ein älterer Mann in einem teuren Anzug zu euch und Jae stellt euch vor. Es ist Minhos Vater, der Chef des gesamten Unternehmens. Er hat eng stehende Augen und eine krumme Nase. Du erkennst keine Ähnlichkeit zu seinem Sohn.
    „Ah, Sie sind eine von den Minijobbern. Ich weiß wirklich nicht, warum mein Sohn Sie eingestellt hat. Eigentlich brauchen wir keine weiteren Mitarbeiter“, sagt er an dich gewandt.
    ‚Autsch.‘
    „DN leistet wirklich hervorragende Arbeit“, verteidigt dich Jae, aber Minhos Vater zieht nur seine Augenbrauen hoch und lässt euch einfach so stehen.
    „Wow er ist …“, fängst du an, aber Jae unterbricht dich „ein Arsch?“
    Du nickst: „Ja! Verrückt, dass Minho so halbwegs normal ist.“
    Jae lacht: „Da ist was dran. Apropos Minho. Ich hab ihn vorhin nur kurz gesehen, er ist jetzt schon extrem betrunken.“
    „Was?“, du hast nicht damit gerechnet, dass dein Chef viel Alkohol trinken würde.
    Jae zieht die Schultern nach oben: „Ja, das macht er jede Weihnachtsfeier. Weiß auch nicht warum. Nächste Woche wird Post Malone hier spielen und …“
    Aber du hörst Jae schon nicht mehr zu, weil du IHN entdeckt hast. Jungkook.
    Er lehnt an einer Wand und sieht dich an. Er mustert dich von oben bis unten, dann lächelt er. Du schmilzt dahin und würdest dich am liebsten einfach in seine Arme werfen.
    „DN?“, Jae schnippst mit seinen Fingern vor deinem Gesicht.
    „Äh, was?“
    Er dreht sich um und entdeckt Jungkook auf der anderen Seite des Raumes, dann grinst er: „Na los, geh zu ihm! Ich dachte schon, dass du dieses Kleid nicht für mich angezogen hast.“
    Du lächelst ihn an „Danke Jae!“ und gehst zu Jungkook hinüber. Er trägt ein Jackett und ein weißes Hemd; er sieht so gut aus, dass du fast nicht atmen kannst. Sein Blick ist auf dich gerichtet und du lächelst ihm schüchtern zu.
    Eine Hand packt dich am Arm. Minho.
    „DN! Kommst du bitte kurz mit.“
    ‚Oha, er ist echt betrunken‘, denkst du dir und sagst „ungern, ich wollte …“
    „Sofort!“
    Du starrst ihn an, er sieht sauer aus. Dann folgst du Minho nach draußen.


    Ahri
    Suga hat mich angerufen, um mir zu sagen, dass er mich gerne treffen würde.
    Also warte ich jetzt schon seit fast 15 Minuten in der Umkleide von BTS auf ihn, aber er ist immer noch nicht aufgetaucht.
    Genervt rufe ich ihn an, er hebt sogar ab: „Wo bist du? Ich warte schon ewig.“
    „Ich bin doch schon da.“
    „Wo?“
    „Dreh dich um!“
    Und tatsächlich – er steht direkt hinter mir. Ich erschrecke, weil ich ihn nicht kommen gehört habe.
    Bevor ich irgendwas sagen kann, zieht er mich zu sich und küsst mich. Sobald ich seine Lippen und die Wärme seines Körpers spüre, bin ich nicht mehr sauer. Ich schlinge meine Arme um seinen Hals und intensiviere den Kuss.
    Nach einer Weile schiebt er mich vorsichtig von sich und mustert mich. Sein Blick verändert sich und ich weiß sofort, warum ich hier bin.
    „Ich sollte also hier herkommen, damit wir Sex haben können?“
    „Du sagst das so, als wäre das was schlechtes“, meint Suga grinsend und zieht mich wieder zu sich heran.
    Er streicht mir durch die Haare und küsst meinen Hals.
    Ich bin kurz davor schwach zu werden, aber nehme meinen Mut zusammen und stoße ihn zurück.
    Er schaut mich verständnislos an: „Was ist jetzt schon wieder?“
    „Ich dachte, wir könnten vielleicht reden.“
    „Danach okay?“, sagt er und will mich wieder zu ihm heranziehen.
    „Nein! Wir müssen das jetzt klären.“
    Er seufzt: „Du hast doch nicht ernsthaft dieses Kleid angezogen, um mit mir zu reden, oder?“
    „Doch genau das hab ich“, keifst du ihn an.
    Er grinst wieder: „Wolltest du nicht eher, dass ich es dir ausziehe?“
    Ich werde rot und drehe mich von ihm weg, damit er mein Gesicht nicht sehen kann, was sich als falsche Entscheidung herausstellt.
    „Ahri“, er kommt wieder näher und streicht über meinen Rücken bis seine Hände an meinem Po hängenbleiben „komm schon, bitte!“
    Ich drehe mich wieder zu ihm um: „Bist du so notgeil, dass du nicht mal ein normales Gespräch mit mir führen kannst?“
    Er starrt mich an, sagt aber nichts.
    „Glaubst du, du kannst mich rufen, wann immer du Bock auf Sex hast? Du weißt doch, wie ich fühle … was ich für dich empfinde. Denkst du, dass würde mich nicht verletzen, wenn du mich so benutzt?“
    Er zuckt nur mit den Schultern: „Letztes Mal hat das doch auch geklappt.“
    Klatsch. Ich gebe ihm eine Backpfeife, schreie „Arschloch“ und renne nach draußen.

    Wütend stürme ich zurück in die dekorierte Halle, um dN zu suchen, aber sie ist nicht hier. Also schaue ich in die anderen Hallen, laufe durch die vielen Gänge und schaue sogar in unserem Büro nach. Nirgends kann ich sie finden.
    Weil ich nicht weiß, wo ich noch suchen soll, gehe ich zurück in die Haupthalle und hole mir einen Sekt vom Büffet.
    Da sehe ich dN. Sie entdeckt mich und läuft auf mich zu. Beim Gehen stolpert sie ein wenig und sieht auch insgesamt sehr verwirrt aus.
    Fragend schaue ich sie an, als sie endlich neben mir steht.
    DN schüttelt nur den Kopf: „SOS, mein betrunkener Chef hat mir gerade seine Liebe gestanden.“

    26

    Deine Sicht

    Du folgst Minho nach draußen. ‚Was will er nur von mir?‘
    Er kann nicht mehr gerade laufen und dreht sich ständig zu dir, um zu überprüfen, ob du noch hinter ihm bist.
    Ihr steigt in den Fahrstuhl und fahrt in den siebten Stock. Dir ist es unangenehm, so nahe neben deinem Chef zu stehen, weswegen du dich gegen die Wand presst, um ein wenig Abstand von ihm zu gewinnen.
    Als ihr oben ankommt, führt dich Minho am Grill vorbei in den hinteren Teil, wo eine Reihe von Sesseln stehen. Er lässt er sich auf einen Stuhl plumpsen und deutet auf den Sitzplatz neben sich.
    Du lässt ihn nicht aus den Augen und setzt dich hin. Er beugt sich zu dir und du kannst den Alkohol riechen. Dir wird kurz schlecht.
    „Ist irgendwas passiert?“, fragst du vorsichtig.
    Er schaut dich kurz an, dann sagt er: „Mein Vater ist passiert.“
    „Hm …“, du weißt nicht so recht, was du sagen sollst.
    „Hast du ihn schon getroffen?“
    „Ja, er hat … also er war nicht so freundlich.“
    Minho nickt: „Das passt zu ihm. Was hat er gesagt?“
    „Er ähm meinte, dass er nicht weiß, warum ich hier überhaupt arbeite und …“
    „Waaas?“, unterbricht dich Minho und ballt seine Hände zu Fäusten „warum mischt er sich da ein? Ich bin für die Mitarbeiter verantwortlich. Mein Vater hat doch keine Ahnung.“
    Minho wird immer wütender: „Er erzählt so viel Scheiß, er hat gar keinen Überblick mehr. Er sollte einfach in Rente gehen. Wie kann er sowas einfach zu dir sagen?“
    Du legst ihm beruhigend die Hand auf die Schulter: „Es ist nicht schlimm. Solange er mich nicht feuert, ist alles gut.“
    Minho schüttelt den Kopf: „Das wird er nicht. DN, es tut mir leid! Ich dachte nicht, dass er …“
    „Es ist wirklich kein Problem. Beruhig dich, Minho. Ich arbeite sehr gern hier, das wird dein Dad nicht ändern.“
    Er lächelt schwach: „Dann bin ich froh.“
    Ihr schweigt einen kurzen Moment, dann fragst du: „Hast du dich wegen ihm so betrunken?“
    Minho massiert sich seine Schläfen: „Ich halte seine Gegenwart einfach nicht aus und an Weihnachten wird es immer besonders schlimm.“
    Du nickst.
    „Bin ich wie er?“
    „Was?“, du erschrickst. „Nein Minho, du bist ganz anders! Manchmal vielleicht ein wenig verpeilt, aber du bist nett und ich fühle mich wohl, mit dir zu arbeiten.“
    Er starrt dich lange an und mustert dein Gesicht.
    ‚Hätte ich das vielleicht nicht sagen sollen? Schließlich ist er immer noch mein Vorgesetzter.‘
    Die ganze Situation macht dich sehr nervös und du würdest am liebsten sofort wieder nach unten fahren und zu Jungkook gehen. Sobald du an ihn denkst, musst du lächeln.
    Minho starrt dich immer noch an: „Ich muss gestehen, ich hab dich nicht nur eingestellt, weil du gut ins Team passt.“
    Du horchst auf. Wie meint er das.
    Du schaust ihn fragend an, aber es dauert eine Weile bis er dir antwortet: „DN, ich … ich weiß nicht, wie ich es sagen soll. Als du diese zwei Wochen Praktikum hier gemacht hast…“
    ‚Es waren eigentlich drei‘, denkst du dir, traust dich aber nicht, ihn zu unterbrechen.
    „… da hab ich schon gemerkt, dass ich anfange, mich in dich zu verlieben…“
    ‚Verlieben? Wtf!‘
    „… und als du dann so viel Zeit mit BTS verbracht hast, wurde ich so eifersüchtig und da ist es mir dann klar geworden…“
    ‚Nein, nein, nein. Das kann doch jetzt bitte nicht sein.‘
    „…dass ich dir vollkommen verfallen bin…“
    ‚Verfallen?‘
    „… jedes Mal, wenn du lächelst, geht für mich die Sonne auf. Bitte sag mir, dass du auch so fühlst!“
    Du starrst ihn sprachlos an.
    „DN…“
    ‚Was soll ich nur tun?‘
    „Ich … äh“, stotterst du los.
    Doch Minho beugt sich nach vorne, zieht deinen Kopf zu dir heran und will dich küssen, aber du kannst ihn gerade noch abwehren.
    „Das, nein das ist falsche. Du bist mein Chef.“
    Aber Minho ignoriert dich und zieht dich wieder an ihn heran. Sein Kopf kommt deinem gefährlich nahe. Der Alkoholgeruch beißt in deiner Nase und dir wird erneut schlecht.
    Du springst vom Stuhl auf und stößt ihn mit aller Kraft von dir weg, sodass er zurücktaumelt und selbst fast von seinem Sessel fällt. Er schaut dich verständnislos an.
    „Ich empfinde nicht so für dich … tut mir leid“, mit diesen Worten rennst du zurück zum Aufzug.
    Seltsamerweise fährt er gerade nach unten, weswegen du ins Treppenhaus stürzt und die Stufen hinunterspringst.
    Vollkommen außer Atem rennst du in die geschmückte Halle und als du Ahri entdeckst, läufst du auf sie zu.


    „Die Sonne geht für ihn auf? Das ist das Kitschigste, was ich je gehört habe.“
    „Ahri, was soll ich denn jetzt tun?“, ignorierst du ihren Kommentar.
    „Hm, vielleicht war er nur betrunken und hat das eigentlich gar nicht so gemeint?“
    Du ringst mit deinen Händen: „Ich habe keine Ahnung. Er hat ernst auf mich gewirkt.“
    Du schaust dich um, er könnte jeden Moment hier auftauchen: „Ahri, lass uns gehen. Ich will ihm nicht noch einmal begegnen.“
    Deine Freundin stimmt zu: „Ja, das ist besser. Ich will Suga auch nicht mehr sehen.“
    ‚Ohje, was ist da denn passiert?‘
    Ihr schnappt euch eure Mäntel und wollt die Halle verlassen, aber Jin fängt dich beim Rausgehen ab: „Musste es Minho sein?“
    „Hä, was meinst du?“
    „Das weißt du genau“, fährt er dich an.
    Ziemlich genervt antwortest du: „Nein, das weiß ich nicht, Jin. Lass mich bitte durch!“
    Aber er hält dich immer noch fest und wendet sich jetzt auch Ahri zu: „Ihr beiden habt ja Nerven. Erst du mit diesem Typen von der Party und jetzt auch du“ – Blick auf dich – „mit Minho.“
    Er schüttelt fassungslos seinen Kopf.
    Ahri wird sauer: „Es lief nichts mit Jiho und dN hätte nie im Leben was mit Minho.“
    „Ach ja, warum hat Jungkook dann gerade gesehen, wie die beiden auf der Dachterrasse rumgemacht haben?“

    27
    Du starrst ihn nur verständnislos an.
    „Was? Das stimmt nicht“, fährt Ahri ihn an.
    „Ich … wir haben nur geredet“, stotterst du.
    ‚Der Aufzug!‘, fällt dir ein ‚deswegen ist er runtergefahren. Jungkook muss ihn benutzt haben. Kurz bevor ich die Treppen runter gerannt bin.‘
    „Wenn du meinst“, Jin verdreht die Augen und lässt endlich deinen Arm los „aber Jungkook hat es gerade mit seinen eigenen Augen gesehen.“
    Du bist immer noch geschockt, aber zwingst dich zu sprechen: „Das ist ein Missverständnis. Es ist nichts passiert. Wo ist Jungkook?“
    „Lass ihn ja in Ruhe! Du hast ihn heute schon genug verletzt.“
    „Bitte Jin, glaub mir“, rufst du verzweifelt, aber er schüttelt nur den Kopf und dreht sich um, bevor er euch einfach stehen lässt.
    „Scheiße, das kann jetzt nicht sein Ernst sein“, fluchst du.
    Ahri schweigt neben dir.
    „Fuck, wo ist Jungkook? Ich muss ihn finden und sofort mit ihm reden. Er darf das nicht glauben“, du wirst immer verzweifelter.
    Endlich sagt auch Ahri etwas: „DN, beruhig dich! Ich glaube am besten wäre es, Minho würde Jungkook sagen, dass zwischen euch nichts lief.“
    „Was? Wie meinst du das?“
    „Ich bezweifle, dass Jungkook dir einfach so glauben würde. Wahrscheinlich hat er gesehen, wie dich Minho küssen wollte und hat dann die falschen Schlüsse gezogen.“
    „Denkst du, er glaubt Minho eher als mir?“, fragst du schockiert.
    Ahri nickt: „Leider schon. Suga hat mir zuerst auch nicht geglaubt, dass Jiho und ich keinen Sex hatten. Hm, jetzt wo ich drüber nachdenke … vielleicht glaubt er mir immer noch nicht … Egal. Also ich denke wirklich, es ist besser, wenn du UND Minho zu ihm gehen und sagen, dass da nichts lief.“
    Du schluckst. ‚Vielleicht hat Ahri recht und Jungkook wird mir nicht glauben.‘
    „Also suchen wir jetzt Minho?“
    Deine Freundin nickt: „Hoffentlich ist er nicht zu besoffen, um Jungkook die Wahrheit zu sagen.“

    Nach einer halben Stunde habt ihr weder euren Chef noch Jungkook gefunden. Beide antworten auch nicht auf deine Anrufe.
    „Diese scheiß Firma! Warum ist hier alles so groß, dass man niemanden findet.“
    „Beruhig dich, dN! Ich hab dich noch nie so viel fluchen hören.“
    „Tut mir leid … ich will bloß nicht, dass Jungkook denkt, ich würde ihn betrügen … auch wenn wir technisch nicht zusammen sind … vor allem nicht mit Minho. Mein Gott, das würde in hundert Jahren nicht passieren.“
    Weil du kurz vorm weinen bist, nimmt Ahri dich in den Arm und tröstet dich.
    Als sie dich loslässt, sagt sie: „Lass uns gehen. Ich rufe meinen Dad an. Er hat gemeint er holt mich ab; dich fährt er dann bestimmt auch nach Hause.“
    Traurig stimmst du ihr zu und ihr geht in Richtung Ausgang.
    Als ihr durch die Tür nach draußen geht, hörst du bereits laute Stimmen: Mehrere Männer, die sich anschreien.
    Du schaust dich um und siehst, dass neben dem Eingang Namjoon, J-Hope, der Türsteher Wito, ein sehr wütender Jungkook und Minho – der noch betrunkener ist als zuvor – stehen. Wito hat Mühe, Jungkook und Minho auseinander zu halten. Namjoon redet ununterbrochen auf Jungkook ein und J-Hope schaut nur ratlos zwischen den Streithähnen hin und her.
    „Hört auf euch so anzuschreien“, ruft Ahri und ihr lauft zu der Gruppe. Als Jungkook dich sieht, starrt er dich nur böse an. Du schluckst und bleibst abrupt stehen, so dass Ahri dich anrempelt, du umknickst und zu Boden fällst. J-Hope und Wito eilen zu dir, um dir aufzuhelfen.
    Minho nutzt die Gelegenheit, dass die anderen abgelenkt sind und schlägt Jungkook in den Bauch. Dieser krümmt sich und stürzt fast selbst zu Boden.
    Du gibst einen kurzen Schrei von dir und Wito versucht Minho von Jungkook wegzuziehen. Letzterer hat sich wieder ein wenig erholt und ballt die Hände zur Faust. Namjoon will ihn beruhigen, aber Jungkook schubst ihn nur zur Seite, bevor er Minho direkt ins Gesicht schlägt. Man hört ein Knacksen und dein Chef bricht in Witos Armen zusammen.
    Ahri schreit Jungkook an „was ist bloß los mit dir?“, eilt zu Minho und versucht ihn aus seiner Ohnmacht zu holen, aber er bewegt sich nicht.
    Du stehst wie angewurzelt da und starrst Jungkook an. Er schaut dich direkt an. Es verstreichen nur ein paar Sekunden, aber dir kommt es vor, als würdet ihr seit Tagen in der Kälte stehen und euch anstarren.
    Im Hintergrund nimmst du wahr, dass J-Hope einen Krankenwagen ruft.
    Namjoon zerrt Jungkook von Minho weg, der immer noch am Boden liegt, und unterbricht so euren Augenkontakt.
    Erst jetzt bemerkst du, dass du die Luft angehalten hast und atmest nun tief ein. Du hast immer noch nicht realisiert, was gerade passiert ist.
    Ahri kommt zu dir und legt vorsichtig eine Hand auf deinen Arm: „DN, ist alles okay? Du siehst blass aus.“
    „Hm … ja, alles gut … wie geht es Minho?“
    „Seine Nase ist gebrochen. Der Krankenwagen sollte gleich kommen.“
    Du nickst nur.
    Wito hebt Minho hoch und trägt ihn in den Eingangsbereich der Konzerthalle. Ihr anderen folgt ihm.
    Der Türsteher legt euren Chef auf ein Sofa. Dir kommt alles so surreal vor. Keiner sagt ein Wort, während ihr auf den Krankenwagen wartet.
    Jungkook starrt auf den Boden. Seine Hände sind immer noch zu Fäusten geballt.
    Plötzlich bewegt sich Minho ruckartig, dreht sich zur Seite und übergibt sich. J-Hope weicht angeekelt zurück.
    Ahri schaut Minho mitleidig an: wahrscheinlich erinnert sie sich an den Morgen nach der Party, als es ihr auch so schlecht ging.
    Namjoon bringt Minho Wasser. Sein Gesicht ist geschwollen und seine Nase blutig.
    Nach ein paar Minuten treffen die Sanitäter ein und nehmen Minho mit. Wito steigt in den Wagen, um seinen Chef ins Krankenhaus zu begleiten.
    Kurz davor verabschiedet er sich noch von dir und Ahri: „Macht euch keine Sorgen, Mädels! Das wird schon wieder! Passt lieber auf den Typen da hinten auf“ – er deutet auf Jungkook – „der hat sie ja nicht mehr alle.“
    Schweigend schaut ihr fünf dem Krankenwagen nach bis er um die Ecke biegt und verschwindet.
    J-Hope räuspert sich: „Ich glaube, es ist besser, wenn wir uns alle beruhigen und nach Hause gehen.“
    Ahri stimmt zu, aber du bewegst dich nicht vom Fleck. Du starrst Jungkook an, aber er würdigt dich keines Blickes.
    Du hörst Namjoons sanfte Stimme: „DN, du solltest wirklich nach Hause fahren. Minho wird es sicher bald besser gehen.“
    Zögerlich nickst du. Jungkook dreht sich ohne ein Wort zu sagen um und stapft davon. Traurig schaust du ihm nach.
    J-Hope tätschelt deinen Arm: „Kopf hoch, das wird schon!“
    Dankbar lächelst du ihn an.
    Ihr verabschiedet euch noch von den beiden, bevor Ahri und du euch auf den Heimweg macht.

    28


    Jungkook
    Diese Weihnachtsfeiern sind so langweilig. Jedes Jahr das Gleiche. Man muss mit allen möglichen Leuten Smalltalk machen, Minho ist stockbesoffen, sein Vater verbreitet schlechte Laune und jeder ist nur daran interessiert, wie viel Geld man im letzten Jahr verdient hat…
    „Na, ist sie schon da?“, unterbricht Jimin meine Gedanken.
    „Hm, wen meinst du?“
    Er zieht nur seine Augenbrauen hoch.
    Als ich nichts sage, fährt er fort: „Wen meine ich wohl? Ich gebe dir einen Tipp: Sie arbeitet hier…“
    Stille.
    „… hat ein hübsches Gesicht...“
    Ich sage immer noch nichts.
    „… und ein süßes Lächeln …“
    „Du findest dN süß?“, unterbreche ich ihn nun doch
    „Hey, kein Grund eifersüchtig zu werden“, lacht Jimin.
    „Bin ich nicht.“
    „Ach Jungkook, sei doch nicht so. Wir alle wissen, dass du sie gut findest.“
    Ich atme tief ein: „Ist es so offensichtlich?“
    Jimin grinst immer noch und nickt.
    „Glaubst du, dN weiß es auch schon?“, frage ich ihn.
    „Hast du es ihr nicht schon gesagt?“
    „Was?“, ich bin verwirrt.
    „J-Hope meinte, du hast ihr gesagt, dass du sie magst?“
    „Moment mal, redet ihr hinter meinem Rücken über mich?“
    „Ähm ne …“
    Ich seufze. Ich wusste doch, dass ich J-Hope nicht alles anvertrauen darf. Er quatscht einfach zu viel.
    „Ich … ja also, ich hab sowas gesagt, aber ich weiß nicht, was sie …“
    Jimin unterbricht mich: „Sag ihr einfach, dass du in sie verliebt bist. Heute hast du doch ‘ne gute Gelegenheit.“
    Vielleicht hat er recht.
    „Jimin du Kuppler! Zuerst rätst du Suga, er soll Ahri anrufen und jetzt willst du, dass ich dN sage, dass ich mich in sie verliebt habe.“
    „Irgendjemand muss hier doch Amor spielen“, sagt er grinsend und lässt mich allein an der Bar stehen.
    Ich nehme mir einen Drink, allerdings ohne Alkohol, schließlich will ich einen klaren Kopf behalten.
    Während ich das Saftgemisch langsam austrinke, entschließe ich mich zu der Seite des Raumes zu gehen, von der ich die beste Sicht auf den Eingang habe, damit ich dN sofort sehe, wenn sie kommt.
    Ich lehne mich gegen die kühle Wand und schließe meine Augen für ein paar Minuten. Soll ich dN wirklich sagen, wie ich für sie empfinde?
    Als ich meine Augen wieder öffne, sehe ich sie. In Begleitung von Ahri. Sie sieht wunderschön in ihrem blauen Kleid aus. Mein Herz schlägt schneller, mir bleibt der Atem stehen und ich muss mich zusammenreißen, sie nicht so anzugaffen. Ich zwinge mich, meinen Blick kurz abzuwenden.
    Anscheinend hat sie mich noch nicht entdeckt, obwohl sie sich immer wieder umschaut. Sucht sie nach mir?
    Ich beobachte sie eine Weile. Zuerst redet sie nur mit Ahri, dann kommt Jae hinzu.
    Auch wenn ich es nicht will, werde ich ein wenig eifersüchtig.
    Ahris Telefon klingelt und sie lässt dN mit Minho allein. Ich entschließe mich, zu den beiden rüber zu gehen, aber kurz bevor ich loslaufen will, tritt eine weiter Person hinzu. Es ist Minhos Vater. Die Begegnung kann ich mir wirklich sparen.
    Er spricht aber nicht lange mit ihnen. Vermutlich beleidigt er sie nur und geht dann wieder. Das Übliche. Zum Glück ist Minho nicht so.
    DN dreht sich um und schaut mir direkt in die Augen. Sie sieht so schön aus. Ich muss lächeln.
    Nun schaut mich auch Jae an. Er grinst und verabschiedet sich von dN, die nun in meine Richtung läuft. Doch noch bevor sie mich erreicht, packt Minho ihre Hand und zieht sie mit sich. Was ist da los?
    Kurz zögere ich, dann folge ich ihnen.
    Die beiden steigen in den Fahrstuhl und fahren nach oben.
    Ich renne ins Treppenhaus und sprinte nach oben. Im vierten Stock mache ich kurz eine Pause, weil ich bereits heftig atmen muss. Vielleicht sollte ich mehr Cardio machen. Auf der Anzeige des Aufzugs erkenne ich, dass dN und Minho in den siebten Stock gefahren sind. Was machen sie nur da oben auf der Dachterrasse?
    DN sah geschockt aus, als Minho ihren Arm genommen hat oder hab ich mir das nur eingebildet?
    Etwas langsamer laufe ich die restlichen Stockwerke nach oben und öffne leise die Tür nach draußen. Die beiden sitzen auf der anderen Seite der Terrasse auf zwei Sesseln. Ich kann nur dN’s Rücken sehen und verstehe kein Wort von dem, was sie sagen.
    Zuerst will ich näher heran gehen, doch bleibe dann einfach stehen. Warum bin ich überhaupt hier?
    Vielleicht führen sie ein wichtiges Mitarbeitergespräch. Obwohl ich bezweifle, dass Minho das in seinem Zustand noch hinkriegt. Eigentlich will ich dN nicht ausspionieren, aber ich bewege mich dennoch nicht vom Fleck.
    ‚Ich bin nicht ihr Aufpasser‘, versuche ich mir einzureden, aber irgendwie beunruhigt mich die gesamte Situation.
    Ich fühle mich schlecht, weil ich hier einfach so rumstehe und die beiden beobachte.
    Sollte ich vielleicht doch zu ihnen hingehen?
    Aber dann passiert etwas.
    Minho beugt sich nach vorne und …. nein, das kann nicht sein … er küsst sie.
    Ich werde wütend, aber noch mehr bin ich verletzt. Mein Herz rast in meiner Brust und mir fehlt die Luft. Mein ganzer Körper schmerzt. Warum macht dN das?
    Sie lassen kurz voneinander ab, bis Minho sie wieder an sich heranzieht. Ein weiterer Stich in meinem Herzen.
    Das kann ich mir nicht mitanschauen.
    Ich drehe mich um und steige in den Aufzug.
    Ich bemerke nur beiläufig, dass meine Hand zittert, während ich einen Knopf drücke und der Fahrstuhl langsam nach unten fährt.

    Morgen Abend / Nacht ein weiteres Kapitel 😊

    29
    Als ich unten ankomme, kann ich immer noch nicht richtig atmen. Alles tut mir weh und ich habe das Gefühl, ich würde gleich fallen. Tatsächlich habe ich Schwierigkeiten mich auf den Beinen zu halten und stolpere in unsere Umkleide.
    Ich setze mich auf eine Bank und stütze meinen Kopf mit den Händen.
    „Findest du diese Weihnachtsfeier auch so scheiße?“
    Ich schrecke nach oben.
    „Was machst du hier?“
    Suga steht vor mir.
    „Mich vor den Leuten da draußen verstecken“, er deutet auf die Tür und setzt sich neben mich.
    „Alter, was ist passiert?“, fragt er, als er den Ausdruck auf meinem Gesicht sieht. „Du siehst aus, als würdest du gleich heulen.“
    „Minho und dN“, sage ich kurz angebunden.
    „Was ist mit ihnen?“
    „Sie machen gerade auf der Dachterrasse rum“, antworte ich bitter.
    Suga ist sichtlich geschockt: „Was… aber wie? Doch nicht miteinander?“
    „Nein, mit sich selbst“, sage ich ironisch.
    „Aber … aber er ist doch uralt!“
    „Ne, er ist Mitte zwanzig.“
    „Oh.“ Suga schweigt.
    Nach einer Weile fragt er: „Bist du sicher? Ich hatte gar nicht den Eindruck, dN würde ihn besonders mögen.“
    „Anscheinend schon.“
    Wieder schweigt ihr.
    „Alkohol?“, schlägt Suga vor.
    Ich schüttle den Kopf: „Ich gehe jetzt nach Hause.“
    „Alles klar“, Suga klopft mir auf die Schulter und verlässt mit mir die Umkleide.
    Ich hole meine Jacke aus einem kleinen Raum neben der geschmückten Halle und kann es mir nicht verkneifen, noch einmal meinen Blick über die Gäste der Weihnachtsfeier wandern zu lassen. DN ist nicht hier. Wahrscheinlich ist sie immer noch mit Minho auf der Dachterrasse. Ein weiterer Stich in meinem Herz. Ich schluchze, reiße mich aber noch zusammen. Ich werde hier jetzt nicht losheulen.
    Als ich das Gebäude verlasse, bleibe ich einen Moment stehen und atme mehrmals tief ein. Die kalte Dezemberluft schmerzt in meiner Lunge, doch ich fühle mich für kurze Zeit besser. Der Türsteher beobachtet mich, aber ich versuche ihn zu ignorieren.
    Die Tür öffnet sich und Namjoon und J-Hope laufen zu mir. Was wollen sie denn hier?
    Namjoon schaut mich mitfühlend an: „Suga hat uns erzählt, was los ist.“
    Ich nicke. War klar, dass das passiert.
    „Bist du sicher, dass sie sich geküsst haben?“, fragt mich J-Hope.
    Ich nicke erneut.
    „Hm, das kann ich mir bei dN gar nicht vorstellen“, sagt er nachdenklich.
    „Tja, es war aber so“, patze ich ihn an.
    „Jungkook, beruhig dich“, mischt sich Namjoon mit ein.
    Ich werfe ihm einen bösen Blick zu: Er hat ja keine Ahnung, wie ich mich fühle.
    Einerseits will ich weinen, andererseits schreien. Aber am meisten will ich hier weg …
    Da öffnet sich die Tür ein weiteres Mal und Minho taumelt heraus. Als ich ihn sehe, raste ich aus. Ich renne auf ihn zu und schubse ihn gegen die Wand. Der Türsteher schreitet schnell ein und zieht mich beiseite.
    Minho schaut mich verwirrt an.
    „Was soll dat?“, lallt er.
    „Jungkook, lass ihn in Ruhe! Du kannst deine Wut nicht an ihm auslassen!“, versucht J-Hope mich zu beruhigen.
    „Ja hör auf‘n. Lass mich“, ruft Minho.
    Auch Namjoon sagt irgendwas, aber ich höre ihm gar nicht zu, sondern starre nur Minho an. Er hat sie geküsst. Hatte wahrscheinlich seine Hände in ihren Haaren und seine Lippen auf ihrer Haut. Ich flippe aus und gehe auf ihn los, aber der Türsteher hält mich ab und zieht mich weg. „Junge, was ist denn los mit dir?“, fragt er mich.
    „Alter, du hascht Probleme“, nuschelt Minho und will weitergehen, aber ich schreie ihm nach: „Und hattest du Spaß mit dN?“
    Er stockt und dreht sich wieder zu mir um. Seine Augen funkeln. Auf einmal sieht er klarer aus: „Sehr sogar. Die Kleine ist echt süß.“
    Als ich nicht antworte, lacht er wie verrückt und sagt: „Vielleicht ficke ich sie das nächste Mal.“
    Ich will auf ihn losstürmen, aber der Türsteher hat mich fest im Griff.
    „Ach ja, viel Glück dabei. Zu mir hat sie gesagt, ich sei der Beste, den sie je hatte“, schreie ich ihm entgegen
    Es ist zwar eine Lüge, aber ich weiß nicht, was ich sonst tun soll. Mein Herz zerspringt in meiner Brust.
    Nun muss der Türsteher Minho davon abhalten, auf mich loszugehen.
    Noch einmal versucht Namjoon die Situation zu entschärfen, aber keiner hört ihm zu.
    Plötzlich höre ich Ahris Stimme. Dann sehe ich dN.

    Lol, bisschen dramatisches Kapitel 😅 hoffentlich hattet ihr trotzdem Spaß

    30

    Deine Sicht
    Du atmest tief durch, reißt dich zusammen und drückst auf die Klingel. Es dauert einen Moment, aber dann öffnet dir Minho. Seine Nase ist immer noch geschwollen und blau.
    Es ist nun drei Tage her, dass er sich mit Jungkook geprügelt hat.
    Ahri hat dich überredet, mit ihm zu sprechen, um sowohl die Sache auf der Dachterrasse zu klären als auch ihn zu bitten, Jungkook zu sagen, dass zwischen euch beiden nichts läuft.
    Aber im Moment steht er genau vor dir und starrt dich so böse an, dass du gewillt bist, gleich wieder umzudrehen und nach Hause zu laufen.
    „Was willst du hier, dN? Woher weißt du überhaupt, wo ich wohne?“, fragt er dich wütend.
    ‚Das fängt ja gut an.‘ Du schluckst: „Ich ähm, also Jae hat mir deine Adresse gegeben.“
    Minho nickt und schweigt.
    ‚Wie soll ich nur anfangen?‘, fragst du dich und weil du nicht sofort sprichst, meint Minho „wenn du mir nichts zusagen hast, kannst du auch wieder gehen.“
    Er will schon die Tür zuschlagen, aber du schreist „Nein, bitte Minho. Hör mir nur kurz zu!“ und er hält inne.
    Fragend schaut er dich an, du seufzt: „Es tut mir leid, wie der Abend ausgegangen ist. Ich wollte nicht, dass Jungkook dich verletzt. Er hat uns auf der Dachterrasse gesehen und muss dann ausgeflippt sein. Ich weiß nicht, was da los war.“ Du zögerst kurz: „So kenn ich ihn nicht gar nicht, ich dachte nicht, dass er sowas machen würde. Er…“ Du brichst ab, weil du merkst, dass sich deine Augen mit Tränen füllen und du nicht vor Minho weinen willst.
    Er schaut dich lange an, dann sagt er: „Komm rein! Das wird wahrscheinlich länger dauern.“
    Du nickst und folgst ihm nach innen.
    Seine Wohnung ist schlicht eingerichtet. Es sieht so aus, als würde er hier nicht sehr viel Zeit verbringen.
    Minho deutet auf ein Sofa und du setzt dich. Er bringt dir ein Glas Wasser, welches du dankbar entgegennimmst und setzt sich auf den Sessel neben dir.
    Ihr schweigt beide und du wendest dich von Minhos intensivem Blick ab.
    Nach einer Weile sagt er: „Ehrlich gesagt hab ich mir gedacht, es wäre besser dich zu feuern.“
    Du bist geschockt: „Was? … aber warum?“
    „Ja, das war das Problem. ‚Nicht in seinen Chef verliebt sein‘ ist kein ausreichender Grund für eine Kündigung.“
    Du schluckst: „Minho, ich …“, aber er unterbricht dich und hebt seine Hände: „Schon gut, dN. Ich kann dich nicht zwingen.“
    Erleichtert atmest du aus, aber Minhos trauriger Blick versetzt deinem Herz einen Stich.
    „Es tut mir ehrlich leid, ich wünschte ich würde auch so für dich empfinden, aber …“
    „aber du bist in Jungkook verliebt.“
    Du nickst und schaust zu Boden, deine Wangen färben sich rot: „Ja hm, es ist wohl ziemlich offensichtlich.“
    Er lacht kurz sarkastisch auf: „Ich hab’s nicht gecheckt, aber Jungkook hat’s mir gesagt.“
    Du schaust ihn fragend an.
    „Kurz bevor er mir die Nase gebrochen hat, hat er mir gesagt, dass ihr gefickt habt.“
    „Was?“, du bist so überrascht, dass du vom Sofa aufspringst und die Hälfte deines Wassers über Minho verschüttest.
    „Hey, was soll das?“, ruft er aus.
    „Sor-sorry“, stotterst du und setzt dich schnell wieder hin.
    Minho schüttelt nur seinen Kopf und holt sich ein Handtuch aus dem Bad.
    Während er weg ist, kreisen deine Gedanken: ‚Warum behauptet er sowas? Ist er tatsächlich so eifersüchtig, dass er Minho die Nase bricht? Heißt das dann, dass er doch in mich verliebt ist?‘ Du seufzt. Dieser Junge war komplizierter als jedes Mädchen.
    Als Minho wieder ins Zimmer kommt, rufst du: „Es war eine Lüge!“
    Er schaut dich unverständlich an.
    Du räusperst dich: „Ich ähm also Jungkook und ich … da lief gar nichts. Das hat er nur so gesagt. Wir haben uns nicht einmal geküsst.“
    Dir wird bewusst, dass du dich gerade mit deinem Chef über dein nicht vorhandenes Liebesleben unterhältst und dir wird ein wenig schlecht. ‚Warum kann ich nicht einfach meine Klappe halten?‘
    Minho ist überrascht: „Das hätte ich nicht gedacht. Ich hab ihm schon geglaubt. Hm, ich war allerdings auch so betrunken, dass er mir wahrscheinlich alles hätte erzählen können.“
    Du nimmst all deinen Mut zusammen und fragst: „Würdest du Jungkook vielleicht sagen, dass auf der Dachterrasse nichts zwischen uns beiden passiert ist?“
    Minho zögert: „DN, sei mir nicht böse, aber das werde ich nicht machen. Im Moment bin ich froh, wenn ich ihn nicht sehen muss.“
    Du lässt die Schultern hängen. Das hattest du bereits vermutet.
    „Außerdem sollte er dir glauben, wenn er wirklich in dich verliebt ist. Denkst du nicht?“
    Du weißt nicht, was du darauf antworten sollst, deswegen wechselst du das Thema: „Wie geht’s eigentlich deiner Nase?“
    „Schon okay. Es war ein gerade Bruch, sodass ich keinen Gips brauche, aber ich habe immer noch Kopfschmerzen.“
    Ihr redet noch eine Weile von seinem kurzen Krankenhausaufenthalt und du hast das Gefühl, dass es ihm wieder ein wenig besser geht. Über Jungkook verliert keiner von euch beiden ein weiteres Wort.
    Als euch die Gesprächsthemen ausgehen, meinst du, dass es Zeit wird für dich zu gehen und Minho stimmt dir zu.
    Zur Verabschiedung sagst du: „Wir sehen uns dann im neuen Jahr. Jetzt sind ja erstmal Weihnachtsferien.“
    Minho schüttelt seinen Kopf: „Nein, ich werde ab Januar eine Therapie machen.“
    Du schaust ihn verwirrt an: „Therapie?“
    Er nickt: „Ja, die Weihnachtsfeier hat mir mal wieder gezeigt, dass ich mich nicht unter Kontrolle habe… also sowas passiert mir öfter.“
    Du verstehst es immer noch nicht, also spricht er weiter: „Mein Alkoholkonsum ist viel zu hoch und wenn ich nicht trinken kann, werde ich aggressiv oder schwenke auf Kaffee um, solange bis ich wieder einen Drink habe.“
    Er schaut dich traurig an.
    „Minho, du wirst das hinkriegen!“, du umarmst ihn und bist selbst überrascht, wie traurig du bist, ihn die nächsten Monate nicht zu sehen.
    Zögerlich umarmt er dich zurück und als er dich loslässt, fragst du: „Wo feierst du morgen eigentlich Weihnachten. Doch bestimmt nicht mit deinem Vater, oder?“

    31
    5000 Aufrufe! So krass! Vielen Dank, Leute! War so motiviert, dass ich gleich noch einmal ein Kapitel geschrieben habe. Hoffe, ihr habt Spaß beim Lesen. 😄

    „Und warum hast du ihn noch einmal eingeladen?“, fragt dich deine Mum zum gefühlt 100. Mal.
    „Er kann doch nicht allein feiern! Außerdem kommt er doch nur zum Essen, Ma! Das wird bestimmt ganz nett“, versuchst du mehr dich selbst, als sie zu überzeugen.
    „ ‚Ganz nett‘?“, deine Mum seufzt „Ausgerechnet an Weihnachten! Aber na gut, was tut man nicht alles für seine Kinder.“
    „Danke Mami“, du gibst ihr einen Kuss auf die Wange.
    „Wie läufts eigentlich mit diesem Jungkook?“
    Du versteinerst. „Mit wem?“
    Deine Mutter schaut dich überrascht an: „So schlimm?“
    „Hm… also du wirst es eh sehen.“
    „Sehen? Was meinst du?“, fragt deine Mum verwirrt.
    „Minhos Nase. Jungkook hat sie gebrochen.“
    „Er hat was?“
    „Ja, aber es ist nur halb so schlimm. Es war ein gerader Bruch.“
    „DN! Das ist doch jetzt nicht dein Ernst!“
    „Doch irgendwie schon“, sagt du trotzig.
    „Und dich lässt das kalt? Dass der Junge, den du magst, deinem Chef die Nase gebrochen hat?“
    Du seufzt: „Nein, natürlich nicht. Ich weiß nicht, warum er das getan hat. Minho hat die Prügelei angefangen, aber …“
    „Warum haben sie sich überhaupt gestritten?“, unterbricht dich deine Mutter.
    „Ähm … ich weiß nicht.“
    „Du weißt nicht?“, sie zieht ihre Augenbrauen nach oben.
    „Das ist nicht so wichtig. Aber noch was anderes … trinkt bitte heute beim Essen keinen Wein!“
    Deine Mum schaut dich verwirrt an.
    „Minho macht ab Januar eine Therapie, weil er sich so oft betrinkt. Wäre irgendwie unfair, wenn ihr Alkohol trinkt und er nicht.“
    „Der eine bricht Nasen, der andere macht einen Entzug! Was ist bloß mit deinen Freunden los?“
    „Nase! Singular!“
    Deine Mutter schüttelt ihren Kopf. „Was habe ich bei der Erziehung nur falsch gemacht?“
    Du gibst ihr wieder einen Kuss, diesmal auf die andere Wange: „Gar nichts, ich breche weder Nasen noch mache ich einen Entzug.“
    Deine Mum schmunzelt und du bist froh, dass sie so locker reagiert. Aber schließlich ist heute auch Weihnachten!
    „Ich bezweifle aber, dass wir Opa sein tägliches Bier verbieten können“, sagt sie nachdenklich, aber du hörst sie schon gar nicht mehr, weil du in dein Zimmer sprintest, um Ahris Geschenk zu holen, welches du ihr noch schnell vorbeibringen willst.

    Wenige Stunden später sitzt ihr zusammen beim Weihnachtsessen: Deine Großeltern, deine Eltern, Jiho, du und – Minho. Es ist gar nicht so komisch, wie du dachtest. Ihr unterhaltet euch viel über die Arbeit und dein Opa erzählt – Bier schlürfend – von der „guten alten Zeit“. Du bist froh, dass du Minho ein wenig ablenken kannst. Er lacht oft und macht selbst ein paar Witze.
    Nach dem Essen verabschiedet er sich von euch allen und du begleitest ihn noch zur Tür.
    „Danke dN!“
    Du lächelst ihn an: „Wofür?“
    „Dass du mich eingeladen hast! Ich hatte einen schönen Abend. Du hast Glück, eine so tolle Familie zu haben.“
    Dein Lächeln wird breiter und du umarmst ihn.
    „Ach Minho, du kannst uns jeder Zeit gerne wieder besuchen!“
    „Vielleicht hänge ich hier dann jeden Tag nach der Therapie ab.“
    Jetzt bist du doch ein wenig geschockt. So war das nicht gemeint.
    „Hahaha, du solltest dein Gesicht sehen. Keine Sorge, ich werd’s nicht übertreiben.“
    Du bist erleichtert: „Ruf einfach davor an, dann ist das kein Problem.“
    „Mach ich“, er lacht wieder.
    Du realisierst, dass du dich gerade mit deinem Chef anfreundest, den du vor kurzem noch für den nervigsten Menschen der Welt gehalten hast.
    Kurz vor der Haustür dreht sich Minho noch einmal um „das hätte ich fast vergessen“ und drückt dir einen Umschlag in die Hand.
    Du schaust ihn fragend an.
    „Nur eine Kleinigkeit“, er zwinkert dir zu und steigt in sein Auto.
    Du schaust ihm noch zu, wie er wegfährt, dann öffnest du den Umschlag.
    Als du siehst, was er dir geschenkt hat, musst du grinsen. Auf einem kleinen Zettel steht. „Weil du ihren letzten Auftritt verpasst hast. Hab das Gefühl, das lag an mir… Sorry!“
    Du hältst zwei VIP-Tickets für ein BTS Konzert in deiner Hand.


    32
    Du sitzt auf Ahris Couch und ihr schaut zusammen einen Märchenfilm an. Die Weihnachtstage sind schon vorbei, aber ihr habt noch Ferien.
    „Wenn es doch nur so einfach wäre: Man kriegt drei magische Haselnüsse, tanzt mit dem Prinzen und zack – ist man verheiratet“, seufzt du.
    Ahri lächelt schwach: „Das wäre fast zu langweilig.“
    Ihr schweigt kurz, dann fragst du: „Und hast du irgendwas von Suga gehört.“
    Deine Freundin schüttelt ihren Kopf: „Nope, er hat weder angerufen noch geschrieben.“
    „Hm, vielleicht will er dich nur ein wenig zappeln lassen bevor er sich wieder meldet.“
    Ahri schüttelt den Kopf: „Ne, ich glaube, dieses Mal war es endgültig. Außerdem will ich gar nicht, dass er sich nur mit mir trifft, um Sex zu haben.“
    „Ja, kann ich verstehen“, stimmst du ihr zu „aber ich glaube immer noch nicht, dass das der einzige Grund war.“
    „Ist auch egal, ich will nicht mehr an ihn denken“, sagt Ahri mürrisch.
    Um sie ein wenig aufzuheitern, gibst du ihr ein Stück der Schokoladentafel ab, an der du gerade knabberst. Sie nimmt dankend an und ihre Laune verbessert sich sofort.
    „Ahri, was machen wir eigentlich an Silvester?“
    „Also naja“, sie schaut dich schuldbewusst an „meine Eltern haben Verwandte eingeladen und wollen, dass mein Bruder und ich hier bleiben und Bedienung spielen.“
    „Moment mal, du lässt mich also im Stich?“, fragst du empört.
    Deine Freundin lacht: „DN, sei nicht so dramatisch. Wir können uns danach jeden Tag sehen, bloß an dem Abend muss ich zu Hause bleiben.“
    „Aber ich würde so gerne mit dir ins neue Jahr starten!“
    „Du darfst bestimmt auch dazukommen, dann können wir mit all meinen Tanten und Onkeln anstoßen.“
    Du zuckst zusammen: „Klingt verlockend.“
    Ahri lacht wieder: „Du kannst doch was mit Minho, deinem neuen besten Freund, machen!“
    „Höre ich da ein wenig Eifersucht raus?“
    „Gar nicht!“, meint Ahri grinsend „War es eigentlich nicht komisch mit Minho an Weihnachten? Er ist doch immer noch in dich verliebt, oder?“
    „Ich weiß nicht. Vielleicht hat er das auch nur gesagt, weil er betrunken war…“
    „Du glaubst also, die Sonne geht doch nicht für ihn auf, wenn er dich sieht?“, unterbricht sie dich.
    „Jetzt Ahri!“
    Sie prustet los: „Sorry, aber das waren seine Worte.“
    Du stimmst in ihr Lachen mit ein.
    Nach einer Weile beruhigt ihr euch wieder und du sagst: „Es war tatsächlich gar nicht komisch mit Minho. Er hat sich gut mit meinen Eltern verstanden und war sogar ganz witzig.“
    „Vielleicht wird ja doch noch was aus euch.“
    Du schüttelst deinen Kopf: „Das bezweifle ich. Da gibt es ja noch …“, du seufzt theatralisch „Jungkook.“
    Ahri verdreht die Augen, lächelt aber: „Ihr zwei! Also warum das zwischen euch nicht klappt!“, sie ringt mit ihren Händen „es ist so offensichtlich, dass ihr aufeinander steht.“
    Du wirst ein wenig rot: „Ich weiß nicht sicher, ob Jungkook in mich verliebt ist.“
    „Offensichtlich. SO offensichtlich!“, wiederholt sie und du musst lächeln.
    ‚Hoffentlich‘, denkst du dir nur, als Ahri das Thema wechselt: „Wirst du zu dem Konzert von BTS hingehen?“
    „Ich wollte schon. Du gehst doch mit, oder?“
    Deine Freundin grinst: „Klaro! Was heißt VIP überhaupt … also was ist besonders an dem Ticket?“
    Du zuckst mit den Schultern: „Weiß auch nicht genau. Vielleicht erste Reihe?“
    Ahri nickt, dann lacht sie wieder: „Die Jungs werden große Augen machen, wenn wir direkt vor ihnen stehen.“
    Du lächelst bei dem Gedanken, wirst dann aber wieder ernst: „Vielleicht kann ich dann mit Jungkook reden und ihm sagen, dass da nichts zwischen Minho und mir lief.“
    „Vielleicht bricht er dir auch einfach die Nase.“
    Deine Freundin hat es zwar als Spaß gemeint, aber sobald du an den Streit zwischen Jungkook und Minho vor der Konzerthalle denkst, bist du wieder geschockt: „Ich weiß wirklich nicht, was da mit ihm los war. Er sah so wütend aus. Ich dachte, er geht wirklich gleich auf mich los.“
    „Tut mir leid, das war ein blöder Witz“, entschuldigt sich Ahri.
    Als du nicht antwortest und nur traurig vor dich hinstarrst, streichelt sie tröstend deinen Arm. „Hey, das wird alles gut! Ihr vertragt euch bestimmt wieder. Außerdem hat Minho die Schlägerei angefangen, eigentlich hat sich Jungkook nur gewehrt.“
    Du schaust sie gequält an.
    „Oh dN, sei bitte nicht traurig. Das Konzert ist schon in zwei Wochen, wir können bestimmt danach mit ihnen reden. Dann kannst du die Situation aufklären und dieses ganze Drama hinter dir lassen.“
    Du versuchst positiver zu denken, vielleicht hat Ahri ja recht.
    „Na gut, das klappt schon.“
    Ahri nickt: „Ja das wird super! Jetzt lass uns den Film zu Ende anschauen. Gleich heiraten sie.“

    Ahri
    Silvester
    Noch zehn Minuten, dann schlägt es zwölf. Meine gesamte Familie hat sich auf unserem Balkon versammelt, um das Feuerwerk zu beobachten. Mein Bruder hat sich schon vor einer halben Stunde abgesetzt, um sich mit seiner Freundin zu treffen und mich mit meinen Tanten allein gelassen, die mich ständig fragen, ob ich single bin oder vielleicht doch einen Freund habe.
    Seufzend lehne ich mich gegen das Geländer und schaue auf mein Handy. DN hat mir schon eine Weile nicht mehr geantwortet. Vielleicht ist sie schon eingeschlafen.
    Ich schaue durch meine Kontakte und stocke bei einem. Ich starre sein Bild an. Suga.
    Soll ich ihm schreiben?
    Zehn.
    Neun.
    Meine Familie hat begonnen, gemeinsam laut die letzten Sekunden des Jahres herunterzuzählen.
    Acht.
    Ich schaue wieder auf sein Bild.
    Sieben.
    Am liebsten wäre ich gerade bei ihm.
    Sechs.
    Ich öffne den Chat.
    Fünf.
    Ich beginne zu tippen.
    Vier.
    Meine Finger zittern ein wenig.
    Drei.
    Ich atme noch einmal tief durch und …
    Zwei.
    … schicke die Nachricht ab.
    Eins.
    Die Gläser klirren und meine Eltern fallen mir um den Hals.

    Deine Sicht
    Du liegst in deinem Bett. In einer Stunde beginnt das neue Jahr und wie es im Moment aussieht wirst du wohl allein mit deinem Kuscheltier feiern.
    Ein bisschen deprimiert entschließt du dich eine weiter Folge Gossip Girl anzuschauen, als jemand an deinem Zimmer klopft: Jiho.
    „Was willst du hier?“, fragst du ihn genervt.
    Er grinst dich an: „Willst du den Start ins neue Jahr im Bett verbringen?“
    „Klaro! Das ist der beste Ort der Welt.“
    Dein Bruder lacht: „Wenn du meinst.“
    „Was machst du überhaupt?“
    „Ich geh mit meinen Jungs in ‘nen Club.“
    „Hm, na dann viel Spaß!“
    Er zögert einen Moment: „Willst du vielleicht mitkommen?“
    Du lachst kurz auf: „Jiho, ich bin sechzehn. Ich bezweifle, dass mich irgendein Türsteher durchlässt.“
    Er grinst: „Wir schmuggeln dich schon irgendwie rein.“
    Als du nicht antwortest, sagt er: „In 30 Minuten gehen wir, also wenn du mitwillst, solltest du dich bald entscheiden. Wie ich dich kenne, brauchst du Ewigkeiten, um dich zu schminken.“
    Er lässt dich allein im Zimmer zurück und du bist hin- und hergerissen.
    ‚Ach, was soll’s!‘, denkst du dir und springst aus deinem Bett.

    33
    „DN, beeil dich“, ruft Jiho, während er wie wild auf die Badezimmertür einklopft: „Wir wollten schon vor zehn Minuten gehen.“
    „Einen Moment noch“, schreist du zurück und trägst noch schnell einen Lippenstift auf. Als du fertig bist, gehst du in die Küche, wo Jiho und zwei seiner Freunde sitzen und bereits ungeduldig auf dich warten.
    „Können wir jetzt endlich gehen?“, fragt dein Bruder ein wenig genervt.
    „Sorry, hat bisschen länger gedauert“, entschuldigst du dich und umarmst Jaebum – einer der beiden Jungs, den du bereits seit deiner Kindheit kennst – und der andere stellt sich dir als Kwon vor.
    Als ihr ins Auto steigt, meint Jiho: „Jetzt werden wir zu spät sein.“
    „Warum gibt es jemanden, bei dem du um Punkt zwölf sein willst?“, fragt Jaebum ihn lachend, aber dein Bruder wirft ihm nur einen bösen Blick zu.
    ‚Hat mein Bruder vielleicht eine Freundin, von der ich nichts weiß?‘, denkst du dir.
    Kwon fährt und innerhalb weniger Minuten seid ihr in einem Parkhaus in der Nähe des Clubs, zu dem ihr wollt.
    Als ihr aussteigt, sagt Jaebum: „DN, hier ist der Ausweis meiner Schwester!“, er reicht dir das Dokument „Ihr seht euch ähnlich, also sollte es kein Problem sein, dass du reinkommst. Aber pass gut drauf auf!“
    Du bedankst dich und betrachtest das Bild: Bis auf die Haarfarbe siehst du keine Ähnlichkeit. ‚Hm, ob das gut geht?‘, machst du dir Sorgen.
    Als ihr in der Schlage vor dem Eingang steht, beginnen die Leute um euch herum die letzten Sekunden runterzuzählen.
    ‚Ist es schon so spät?‘
    Als es zwölf schlägt, fällst du deinem Bruder um den Hals und wuschelst ihm durchs Haar: „Frohes neues Jahr!“
    Er grinst dich an: „Wünsch ich dir auch, dN!“
    „Bist du noch sauer auf mich, weil ich so lange im Bad gebraucht hab?“
    Er schüttelt seinen Kopf: „Ne, passt schon. Du siehst echt gut aus! Die Farbe steht dir“, er deutet auf deinen Lippenstift.
    „Danke“, du machst ein Duckface und ihr beide fangt an zu lachen.
    Nun werden Jaebum und Kwon von den beiden Türstehern kontrolliert und dir wird mulmig zu Mute.
    ‚Was, wenn sie mich nicht einlassen?‘
    Jiho wirft dir einen Blick zu, der dich wohl beruhigen soll, aber dich noch nervöser macht.
    ‚Stehe ich hier dann draußen einfach so rum und warte bis die Jungs wieder zurückkommen?‘
    Aber deine Sorge ist unbegründet: Der Türsteher schaut kurz auf den Ausweis und winkt dich durch.
    Nachdem du bezahlt und einen Stempel auf deine Hand bekommen hast, schaust du dich im Club um. Überall sind Leute, die tanzen, Alkohol trinken oder sich unterhalten.
    Deinen Bruder hast du schon aus den Augen verloren. ‚Vielleicht sucht er gerade seine Freundin‘, schmunzelst du.
    Jaebum, der bereits an der Bar war, bringt dir ein Getränk.
    Vorsichtig riechst du daran.
    „Es ist nicht giftig, dN!“, lacht er.
    „Ich vertrage nicht viel Alkohol“, gibst du zu.
    „Ich auch nicht“, sagt Jaebum grinsend und stößt mit dir an „deswegen hab ich dem Barkeeper gesagt, er soll die Cocktails möglichst schwach machen.“
    Du probierst das süße Getränk und es schmeckt köstlich.
    „Weißt du eigentlich, wo Jiho ist?“, fragst du Jaebum neugierig.
    „Dann hat er dir tatsächlich noch nicht davon erzählt“, lacht er.
    „Von was?“, hackst du nach, hast aber schon eine Idee, worauf das Gespräch hinausläuft.
    „Dass er vergeben ist?“
    „Ist er?“, deine Augen leuchten und du freust dich für deinen Bruder. Hoffentlich ist er glücklich.
    Jaebum nickt und du musst grinsen.
    „Wer ist sie?“
    „Oh…“, sein Blick versteinert sich und er zögert bevor er weiterspricht: „Das sollte er dir vielleicht selbst sagen.“
    Du bist überrascht von seiner Reaktion. ‚Wer könnte es sein?‘
    Ein paar weitere Freunde von Jiho und Jaebum stoßen zu euch und ziehen euch auf die Tanzfläche. Eine Weile quatscht du mit einem Mädchen, das dir erzählt, dass sie auf Kwon steht, aber einfach nichts aus ihnen wird, obwohl sie sich sicher ist, dass er sie auch mag.
    ‚Andere Leute haben also auch solche Probleme.‘
    Nach einer Weile ruft dir Jaebum durch die laute Musik zu: „DN, du bist dran mit Getränken kaufen.“
    „Aber ich bekomme noch keinen harten Alkohol, nur Bier.“
    Er deutet auf deinen Stempel: „Du bist hier achtzehn, du kannst alles trinken, was du willst.“
    Also steuerst du auf die Bar zu und versuchst dich durch die Menschenmenge zu drängeln, aber keine Chance.
    Seufzend stellst du dich hinten an. Das wird eine Weile dauern.
    Während du wartest, schaust du dich um. Irgendwie kommt dir der Typ vor dir bekannt vor, aber du traust dich nicht ihn anzusprechen.
    Nachdem er bestellt hat und sich mit seinem Getränk in der Hand umdreht, erkennst du ihn. Dir klappt die Kinnlade runter. Vor dir steht Suga.

    Ahri
    Ich sitze mit meiner Familie am Tisch und wir spielen Karten.
    Eine meiner kleinen Cousinen ist eingeschlafen und lehnt sich gegen die Schulter meines Vaters.
    „Vielleicht sollte sie jemand ins Bett bringen?“, schlage ich vor.
    „Gute Idee“, meint mein Dad und schaut mich an.
    Niemand kann ihn davon abzuhalten, diese Runde zu beenden.
    Ich seufze. War klar, dass ich das machen muss.
    Vorsichtig wecke ich sie, aber weil sie nicht aufstehen will, hebe ich sie hoch. Dass eine Sechsjährige so schwer sein kann.
    Ich bringe sie in das Gästezimmer und lege sie aufs Bett. Als ich die Decke um sie schlinge, wacht sie doch auf.
    „Ahri, bist du glücklich?“
    Warum fragt sie mich das.
    „Klar bin ich das“, ich streiche ihr übers Haar
    „Du siehst aber so traurig aus!“
    Ich schaue sie lange an. Anscheinend merken Kinder sowas viel schneller als Erwachsene. Meinen Eltern ist nicht aufgefallen, dass ich heute viel ruhiger war als sonst.
    „Da gibt es jemanden, den ich sehr mag, aber ich befürchte, er mag mich nicht so gerne“, versuche ich die Situation so einfach wie möglich zu erklären.
    „Warum fragst du ihn nicht einfach, ob er dich mag?“
    Ähm ja, warum eigentlich nicht?
    „Hm, so leicht ist das alles nicht.“
    „Warum nicht?“
    Ich starre sie an. Warum hat eine Sechsjährige mehr Ahnung vom Leben als ich?
    „Vielleicht frage ich ihn doch, ob er mich mag.“
    Sie lächelt zufrieden.
    Ich singe ihr noch ein Gute-Nacht-Lied vor und warte bis sie eingeschlafen ist, dann gehe ich in mein Zimmer.
    Nachdem ich die Heizung aufgedreht habe und mich selbst in mein Bett kuschle, hole ich mein Handy hervor und schaue auf whats app.
    DN hat mir vorhin geschrieben, dass sie in einem Club ist. Beim Gedanken, dass sie wahrscheinlich gerade wild durch die Gegend tanzt muss ich grinsen. Außerdem hat sie mir noch die kryptische Nachricht „andere Leute haben auch solche Probleme wie wir“ geschickt. Was immer das bedeuten soll…
    Von Suga habe ich nichts gehört.
    Meine Frohes-Neues-Jahr-Wünsche hat er gesehen, aber ignoriert. Ich seufze. Meine Cousine hat recht. Warum frage ich ihn nicht einfach, was er denn nun für mich empfindet und wo wir gerade stehen. Sobald ich an unsere gemeinsame Zeit im Whirlpool denke, färben sich meine Wangen rot und mir wird warm.
    Ich vermisse ihn.
    Also nehme all meinen Mut zusammen und rufe seine Nummer an. Es klingelt eine Weile, bis er abnimmt.
    Aber es ist nicht Sugas Stimme, die sagt: „Ahri?“
    „DN, what the fuck – bist du das? Warum hast du Sugas Handy?“

    34


    Deine Sicht
    „Suga, was machst du hier?“
    Als er dich erkennt, weiten sich seine Augen und er schaut sich panisch um.
    „Ist Ahri auch hier?“
    „Nein, sie feiert Silvester zu Hause.“
    „Sicher? Ihr kommt doch sonst nur im Doppelpack vor?“, er hebt seine Augenbrauen.
    Du verschränkst deine Arme vor deiner Brust: „So ist das auch nicht! Im Whirlpool war ich schließlich nicht dabei, oder?“
    Er zuckt zusammen und will sich an dir vorbeischieben, aber du lässt ihn nicht durch. Da er in beiden Händen ein Getränk hält, kann er nicht viel mehr machen als dich böse anstarren.
    „Bestell oder mach Platz!“, ruft ein Typ hinter dir und du weichst gezwungenermaßen zur Seite.
    Suga nutzt die Gelegenheit und schlängelt sich durch die Menschenmenge, aber so schnell lässt du ihn nicht davonkommen und läufst ihm hinterher.
    Du folgst ihm in einen ruhigeren Teil des Clubs mit gemütlichen Sofas und einer eigenen Bar.
    „Ist noch jemand von den Jungs hier?“, fragst du in der Hoffnung mit Jungkook zu reden.
    „Siehst du noch wen?“
    Du schaust dich um, aber siehst niemanden von BTS.
    „Du bist also allein hier?“
    „Ne, ich bin mit Freunden da“, er deutet auf eine Gruppe von Leuten, die doch noch nie gesehen hast.
    ‚Wer ist das? Warum ist er nicht –‘
    „Was willst du von mir, dN?“, unterbricht Suga deine Gedanken harsch.
    Doch bevor du auf seine Frage antworten kannst, nähert sich euch ein dünnes Mädchen und schlingt einen Arm um Suga.
    „Mhm, du hast mir einen Drink mitgebracht“, sie nimmt das Getränk in ihre dürren Finger, raunt „Dankeschön“ in Sugas Ohr und drückt ihren Kopf gegen seine Brust, während sie ihren Cocktail schlürft.
    Du kannst sie sofort nicht ausstehen.
    Als ihr Blick auf dich fällt, fragt sie: „Und wer bist du?“
    Du schaust zwischen ihr und Suga hin und her. ‚Das kann nicht sein Ernst sein, er wird ja wohl nicht diese Bitch Ahri vorziehen.‘
    Er antwortet für dich: „Das ist dN, sie arbeitet an der Konzerthalle hier in Seoul.“
    Sie mustert dich von oben bis unten und setzt dann ein falsches Lächeln auf: „Du arbeitest also für Yoongi?“
    ‚Yoongi? Sie benutzt seinen richtigen Namen?‘
    „Nicht für ihn, eher mit ihm“, antwortest du schnell. ‚Bisschen übertrieben vielleicht, aber egal.‘
    Sie lacht spitz und lehnt sich noch mehr gegen Suga: „Soso, mit ihm.“
    Korrigiere: Du kannst sie nicht nur nicht leiden, du hasst sie.
    Du nickst: „Genau! Und wer bist du? Sind deine Beine zu schwach oder warum kannst du nicht ohne Hilfe stehen?“
    Suga verschluckt sich an seinem Getränk und prustet los: „Das war direkt!“
    „Yoongi, lach doch nicht!“, vorwurfsvoll schlägt sie ihm auf die Brust.
    „T’schuldigung“, murmelt er und wendet sich ab, aber du kannst erkennen, dass er sich ein Grinsen verkneifen muss. ‚Dann findet er sie hoffentlich genau so lächerlich wie ich.‘
    Plötzlich packt dich eine Hand und zerrt dich nach hinten.
    „Hey, was soll das?“, du drehst dich um.
    Als du einen Türsteher vor dir siehst, beißt du dir auf die Zunge. ‚Haben sie mich erwischt? Wissen sie, dass ich noch nicht achtzehn bin?‘
    „Mädchen, du bist hier im VIP-Bereich, trägst aber kein VIP-Bändchen. Also musst du raus.“
    Du hörst die Tussi hinter dir hämisch lachen.
    „Oh“, du schaust dich hilfesuchend um, aber Suga weicht deinem Blick aus.
    „Bitte, ich will nur kurz mit dir reden. Es geht um Ahri“, sagst du an ihn gewandt.
    Als du ihren Namen erwähnst, schaut er dich kurz an, bewegt sich aber keinen Zentimeter.
    Das Mädchen fängt an, auf ihn einzureden und der Türsteher zieht dich nach draußen.
    Du geht’s zurück zur Tanzfläche, aber siehst weder Kwon noch Jaebum, also schreibst du eine Nachricht an deinen Bruder „Wo bist du?“
    ‚Was soll ich jetzt machen?‘, fragst du dich und schaust ein wenig planlos umher.
    Ein Typ quatscht dich an und will mit dir tanzen, aber du lehnst ab. Er wird aufdringlicher, also verschwindest du auf die Toilette. Dort wartest du eine Weile, aber Jiho antwortet nicht.
    Also beschließt du im Club nach einem bekannten Gesicht zu suchen. Du quetschst dich durch die Leute auf der Tanzfläche, aber kannst niemanden finden. Auf einmal wirst du von hinten angetippt und drehst dich um. Suga steht vor dir.
    „Können wir kurz rausgehen?“, schreit er dir durch die laute Musik zu.
    Du nickst und folgst ihm nach draußen.
    Es ist sehr kalt und du zitterst. ‚Warum hab ich meine Jacke nur an der Garderobe abgegeben?‘, fragst du dich.
    Suga gibt dir seinen Mantel. ‚Jetzt ist er also freundlich.‘
    „Also, was wolltest du mir sagen?“
    ‚Ja, was eigentlich? Vielleicht sollte ich mir das nächste Mal besser überlegen.‘
    „Warum verhältst du dich so bescheuert?“
    Suga zieht seine Augenbrauen nach oben: „Was meinst du?“
    Du merkst, dass er genervt ist, aber das ist dir egal und du fährst fort: „Du weißt doch, dass Ahri in dich verliebt ist und trotzdem …“
    „Ist sie das überhaupt? Oder will sie nur etwas von mir, weil ich berühmt bin?“, unterbricht er dich.
    „Was?“, du bist geschockt.
    Suga deutet in Richtung Club.
    ‚Meint er etwa wie diese Tussi da drin?‘
    „Ahri würde sowas nie tun. Sie mag dich so wie du bist!“
    Er schweigt.
    „Weißt du, wann sie sich in dich verliebt hat?“
    Suga starrt dich an, dann schüttelt er den Kopf.
    „Als ihr euch zum ersten Mal über Musik unterhalten habt.“
    Er schaut zu Boden und schweigt immer noch.
    „Sie meinte, dass sie dich noch nie so glücklich gesehen hat wie in diesem Moment.“
    Du trittst näher an ihn heran.
    „Suga, ich weiß doch, dass du sie auch magst und dass es schwer für dich ist, Leute an dich heran zu lassen. Aber Ahri liebt dich!“
    Er schluchzt.
    ‚Fängt er jetzt etwa zu weinen an?‘, darauf bist du nicht vorbereitet.
    Du klopfst ihm auf die Schulter, um ihn ein wenig zu beruhigen.
    Ihr steht eine Weile so da bis er sich über die Augen reibt und dich wieder mit ernstem Gesichtsausdruck anschaut.
    „Und sie wird dich auf jeden Fall glücklicher machen als diese Bitch da drin“, du deutest in Richtung Club.
    Suga schlägt sich auf die Stirn: „Ich muss Somin nach Hause bringen.“
    „Wen?“
    „Das Mädchen, das du gerade als ‚Bitch‘ bezeichnet hast.“
    „Ähm, sorry?“, sagst du zögernd.
    Er grinst: „Hm, ist schon irgendwie was dran. Ich fahr später noch bei Ahri vorbei, okay?“
    Du nickst. Lächelnd denkst du dir: ‚Ich bin die beste Kupplerin der Welt.‘
    Während Suga in Richtung Club läuft, ruft er dir noch zu: „Und dN, nenn mich doch Yoongi!“

    Immer noch stolz auf dich selbst, schaust du ihm nach.
    Du atmest tief durch und beschließt, Ahri anzurufen. Schließlich willst du auch nicht, dass sie vollkommen unvorbereitet von Suga überrascht wird.
    Du suchst einen ruhigen Platz, an dem dich niemand stören wird, wenn du mit deiner besten Freundin ihren restlichen Abend planst. Neben dem Eingang des Clubs ist ein kleiner Seitengang. Du willst Ahri von dort aus anrufen, aber der Gang wird bereits von einem knutschenden Pärchen besetzt.
    ‚Hm, muss ich mir wohl einen anderen Platz suchen‘, denkst du dir, gerätst aber ins Stocken, als du die beiden genauer betrachtest.
    Das kann nicht sein.
    Du stolperst weiter vorwärts.
    Du starrst das Pärchen an.
    Einer von den beiden ist dein Bruder.
    Die andere Person ist kein Mädchen.
    ‚Er ist schwul?‘
    Die beiden küssen sich weiter leidenschaftlich und als Jiho seinen Kopf beim knutschen dreht, erkennst du das Gesicht des anderen.
    Dir stockt der Atem. Du kennst ihn.
    Sofort drehst du dich um und rennst weg.
    Irgendwohin.
    In einer Nebenstraße bleibst du schließlich stehen und atmest tief durch, um dich zu beruhigen.
    Plötzlich hörst du ein vibrierendes Geräusch, aber es kommt nicht von deinem Handy.
    Verwirrt tastest du deinen Körper ab, du trägst immer noch Sugas Mantel. In einer Seitentasche findest du sein Telefon.
    Du schaust auf das Display: Ahri ruft an.

    Hey Leute, sorry, dass ich euch nun doch länger hab warten lassen! Irgendwie war ich die letzten Tage bisschen depri, aber jetzt bin ich wieder motiviert und schreibe schon am nächsten Kapitel. Ich will ja nicht zu viel spoilern, aber love is in the air.

    35
    Hello 🤗 ich habe so ewig für dieses Kapitel gebraucht, sorry! hoffentlich gefällt es euch. Viel Spaß beim Lesen!

    Ahri
    „Suga … sein Mantel, aber Jiho … ich wusste nicht …, dass er schwul ist … und dann auch noch …“
    „DN, beruhige dich!“
    Ich höre sie ein paar Mal schwer ein und ausatmen.
    „Er wird gleich bei dir vorbeischauen?“
    „Wer? Von wem redest du? Was ist mit Jiho? Ist er schwul? Und warum hast du Sugas Handy?“
    „Yoongi!“
    „Und auf welche Frage war das jetzt die Antwort?“, ich bin total verwirrt. Was ist hier los?
    „Das ist sein Name!“
    „Ich weiß, aber er wird doch von allen Suga genannt.“
    Schweigen.
    „Schüttelst du gerade deinen Kopf? Du weißt, dass ich das nicht sehen kann, oder?“, frage ich sie.
    „Upps vergessen.“ Sie ist vollkommen neben der Spur.
    „DN, geht’s dir gut? Ich mache mir Sorgen.“
    „Keine Zeit dafür. Yoongi wird bald bei dir auftauchen?“
    „Was? Das ist jetzt nicht dein Ernst, oder?“, ich bin skeptisch, aber mein Herz beginnt trotzdem wie wild zu klopfen.
    „Doch, er hat es mir gerade gesagt. Er ist auch auf der Party und wir haben uns unterhalten. Draußen. Es war so kalt, dass er mir seinen Mantel gegeben hat. Da war auch sein Handy drin und als du angerufen hast, bin ich rangegangen. Yoongi ist in dich verliebt, Ahri! Und er will dich heute Nacht noch sehen!“ – jetzt redet dN wie ein Wasserfall und lässt sich auch nicht ablenken, als ich vor Freude und Überraschung aufschreie, sondern spricht einfach weiter – „da war auch diese Bitch. Somin oder so hieß die. Sie hat sich an Suga äh Yoongi rangemacht, aber du bist viel hübscher. Also mach dir keine Sorgen.“
    Ich will etwas einwerfen, aber sie redet einfach ununterbrochen weiter.
    „Dann bin ich hier doch eigentlich mit meinem Bruder und seinen Freunden, aber Jiho ist gleich verschwunden als wir in den Club rein sind und …“
    Ich höre ihr immer noch gebannt zu, während ich meinem Schrank durchwühle und nach meinem schönsten Oberteil suche.
    „Und was?“, hake ich nach und erinnere mich an ihr anfängliches Gefasel „ist er schwul?“
    „Ja, aber das ist nicht … also ich meine deswegen bin ich nicht so aufgeregt.“
    Ich nicke: „Okay, also was ist passiert?“
    „Ich habe ihn mit jemandem gesehen und die Person … also naja, wir kennen ihn.“
    Ich halte sofort inne, mein Handy zwischen mein Ohr und meine Schulter geklemmt, beide Hände tief in Klamotten vergraben: „Wer ist es?“
    Als sie den Namen sagt, atme ich scharf ein: „Bist du dir sicher, dN?“ (ich bin so böse muhahaha ... im nächsten Kapitel erfahrt ihr, wer es ist ;) )
    Kurzes Schweigen, doch dann sagt sie mit fester Stimme: „100% sicher.“
    Mir entgleitet das Handy, aber ich kann es gerade noch auffangen: „Glaubst du, die anderen wissen, dass er schwul ist?“
    „Ich habe keine Ahnung. Vielleicht? Also ich hab es ja nicht mal bei meinem Bruder gemerkt. Hm… kann sein, dass sie es nicht wissen.“
    „Aber …“, ich verstumme. Unsicher, was ich sagen soll.
    „Stell dir vor, das kommt raus. Ich sehe schon die Schlagzeilen. Mitglied von BTS outet sich“, meint dN panisch.
    „Vielleicht nehmen es die Fans positiv auf“, versuche ich die Situation zu entschärfen.
    „Ich glaube, um die Fans muss man sich keine Sorgen machen. Aber du weißt ja, wie konservativ hier vor allem die älteren Leute sind“, sie klingt sehr niedergeschlagen.
    Ich kaue auf meiner Lippe: „Wirst du Jiho darauf ansprechen?“
    Sie antwortet zögernd: „Ich bin mir nicht sicher.“
    Ihr schweigt eine Weile.
    „Ahri, ich sehe gerade, wie Yoongi aus dem Club kommt. Wahrscheinlich will er seinen Mantel zurück. Von hier aus braucht man so fünfzehn Minuten zu dir. Ich denke, so viel Zeit hast du noch bevor er vor deiner Tür steht.“
    Ich schlucke: „Okay…“
    „Alles gut bei dir?“
    „Ich bin so nervös“, gebe ich zu.
    DN lacht: „Ahri, jetzt kann doch nichts mehr schief gehen! Er fährt zu dir, weil er in dich verliebt ist und … oh ich muss auflegen, er hat mich gesehen. Bis dann! Viel Spaß!“
    Piepsen.

    Ich renne zu meinen Eltern, die immer noch Karten spielen.
    „Es kommt jetzt dann noch jemand vorbei.“
    „DN?“, fragt mein Papa gähnend.
    „Ähm ne … aber ihr geht doch bald schlafen, oder?“
    „Ahri, was hast du vor?“, fragt er – nun ein wenig wacher.
    „Dad, mach dir keine Sorgen“, meine ich und gebe ihm einen Kuss auf die Wange, bevor ich ins Bad sprinte und anfange mein Make-Up aufzufrischen.
    Als ich die Wimperntusche auftrage, bemerke ich, wie meine Hände zittern.
    Ein Blick auf die Uhr sagt mir, dass ich noch ein wenig Zeit habe bevor Suga da sein sollte. Also rasiere ich noch meine Beine und creme mich ein.
    Mein Herz schlägt so schnell, dass ich mich hinsetzen muss und mich zwinge, ein paar Mal tief durchzuatmen. Doch als mein Handy klingelt, springe ich auf und schaue sofort auf das Display. Suga ruft an.
    Ich warte noch zwei Atemzüge, dann nehme ich ab: „Ja, hallo?“
    „Hey, ich stehe vor deiner Tür und will nicht klingeln“, sobald ich seine Stimme höre wird mir warm und ich muss automatisch lächeln.
    „Was machst du denn hier?“, frage ich so unschuldig wie möglich.
    Suga lacht: „Ahri, tu nicht so, als wärst du überrascht! Ich weiß doch, dass dN dir schon Bescheid gegeben hat.“
    Als ich nicht sofort antworte, meint er: „Und? Lässt du mich rein?“
    „Ähm ja, warte kurz.“
    Ich laufe zur Haustür. Als ich seinen Umriss durch das milchige Glas sehe, schlägt mein Herz wieder schneller.
    Vorsichtig drücke ich die Klinke nach unten.
    „Du kannst jetzt auflegen“, sagt er mit einem Lächeln im Gesicht, sobald ich ihm öffne.
    Ich bemerke, dass ich mein Handy immer noch an mein Ohr halte. Upps. Schnell lege ich es bei Seite und lasse ihn herein.
    „Können wir irgendwo ungestört reden?“, fragt er mich, während er sich in unserem Wohnzimmer umschaut.
    „Mein Zimmer ist oben“, ich deute in Richtung Treppe.
    Er nickt: „Das weiß ich noch.“
    Stimmt. Er war ja schon mal hier. Auf dieser schrecklichen Hausparty.
    Langsam gehe ich die Stufen nach oben und konzentriere mich darauf nicht vor Nervosität zu stolpern.
    Sobald wir in meinem Zimmer sind, schlingt er seine Arme um mich, zieht mich zu sich heran und beugt sich vor, um mich zu küssen. Aber so einfach werde ich es ihm nicht machen.
    Vorsichtig schiebe ich Suga von mir weg.
    „Du wolltest mit mir reden?“
    Er setzt sich auf mein Bett und plötzlich fühle ich mich sehr unwohl. Ich trete von einem Fuß auf den anderen und versuche seinem Blick auszuweichen. Niemals hätte ich gedacht, dass er mal hier in meinem Zimmer auf meinem Bett sitzen und mich so anstarren würde wie er es jetzt gerade tut.
    Suga streckt seine Hände nach mir aus und ich setzte mich neben ihn. Er zieht mich näher zu sich heran und ich schlage meine Beine über seinen Schoß.
    „Zwischen uns ist einiges schiefgelaufen, oder?“, fragt er und streicht mir eine Strähne aus dem Gesicht.
    Traurig nicke ich.
    Er seufzt: „Als wir uns kennengelernt haben, dachte ich, du wärst nur ein weiterer Groupie, der weiß, welche Musik ich höre und sich so an mich ranmachen will.“
    Ich werfe ihm einen bösen Blick zu, also versucht er sich zu rechtfertigen: „Man lernt in dieser Branche einfach so viele falsche Leute kennen. Ich weiß nicht mehr, wem ich noch vertrauen kann.“
    Sanft streichle ich sein Kinn und er spricht weiter: „Doch dann haben wir uns immer öfter gesehen und ich habe angefangen zu glauben, du magst mich für mich und nicht wegen meiner Berühmtheit oder wegen meines Geldes. Aber ich wurde in meiner Vergangenheit so oft enttäuscht, dass ich versucht habe, diesen Gedanken von mir zu schieben und alle Gefühle, die ich bereits für dich hatte zu ignorieren.“
    Während er redet, sieht er so traurig aus, dass ich einfach nicht anders kann als mich an ihn zu kuscheln, um ihn ein wenig aufzumuntern. Er lässt sich nach hinten auf mein Bett fallen und ich lege meinen Kopf auf seine Brust. Durch sein Oberteil hindurch höre ich sein Herz schlagen. Er ist mindestens genauso aufgeregt wie ich.
    Er streicht mir durch mein Haar und ich schlinge meine Beine um ihn.
    Seine Stimme zittert ein wenig, als er weiterspricht: „Als du mir im Auto gesagt hast, dass du dich in mich verliebt hast, konnte ich es einfach nicht glauben. Ich – “ er stockt kurz „ich hab so bescheuert reagiert. Das tut mir leid!“
    Er hält inne und ich merke, dass er darauf wartet, wie ich auf seine Entschuldigung reagieren werde. Bisher hab ich es einfach genossen, ihm nur zuzuhören ohne ihn zu unterbrechen.
    „Wenn ich gewusst hätte, dass du mich doch magst, dann hätte ich … naja dann hätte ich mich niemals betrunken und die ganze Sache mit Jiho wäre nie passiert“, gebe ich kleinlaut zu.
    Suga ist überrascht: „Du hast dich wegen mir betrunken? Und diese Party veranstaltet?“
    „Ja, aber die Feier ist vollkommen ausgeartet. Eigentlich wollte ich nur ein paar Freunde einladen, aber dann hab ich die Nachricht in den falschen Chat geschickt und auf einmal waren so viele Leute da.“
    Er fängt an zu lachen. Ich bin verwirrt: „Was ist los?“
    „Das ist alles so absurd. Hätte ich dir damals im Auto einfach gesagt, dass ich dich auch mag, wären wir wahrscheinlich schon längst zusammen und alles danach wäre nie passiert.“
    „Du willst mit mir zusammen sein?“, frage ich ihn und richte mich auf. Mein Kopf schwebt jetzt direkt über seinem Gesicht und ich sehe, wie sich seine Wangen röten.
    „Ich bin noch nicht fertig mit meiner Geschichte“, sagt er und ich schmiege mich wieder an ihn. Mittlerweile liegen wir eng aneinander gekuschelt zwischen Kissen und Decken auf meinem Bett.
    Doch bevor er weiterreden kann, muss ich ihn etwas wichtiges fragen: „Glaubst du mir, dass zwischen Jiho und mir nichts lief?“
    „Anfangs habe ich schon daran gezweifelt, aber Jiho … also ich glaube dir.“
    Warum hat er gezögert? Weiß er etwa, dass dN’s Bruder schwul ist? Aber ich frage nicht weiter nach, sondern höre ihm schweigend zu, als er wieder anfängt zu sprechen.
    „Ich dachte, ich hätte alles zerstört, was zwischen uns war und ich war so wütend. Zuerst auf dich und Jiho, dann auf mich. Wie konnte ich nur alles vermasseln? Aber dann standest du vor der Umkleide und hast mir wieder gesagt, dass du in mich verliebt bist. Ich konnte es einfach nicht glauben … irgendwie, also naja … ich dachte immer noch, dass du vielleicht mit Jiho zusammen bist und nur mit mir spielst.“
    „Das würde ich nie tun“, sage ich gekränkt und will mich ein wenig von ihm distanzieren, aber er zieht mich sofort wieder an ihn heran.
    „Das weiß ich jetzt“, murmelt er und vergräbt sein Gesicht in meinem Haar.
    „Warum hast du mich dann geküsst?“
    „Ich konnte nicht anders. Ich … ich konnte mich einfach nicht beherrschen. Aber danach ist es noch schlimmer geworden?“
    „Wie meinst du das?“
    „Ich konnte mich auf nichts mehr konzentrieren, konnte nicht essen, nicht schlafen. Ständig habe ich an dich gedacht und wollte bei dir sein. Aber ehrlich gesagt, wusste ich da noch nicht, wie das alles ausgehen soll. Eine Beziehung stand für mich immer außer Frage. Meine Karriere geht vor.“
    Ich schlucke, das hat mich verletzt.
    „Aber ich konnte auch nicht nichts machen, also hab ich dich gefragt, ob du dich mit mir treffen willst und –“
    „Du hast mich in die Umkleide bestellt“, unterbreche ich ihn.
    Er zuckt zusammen: „Okay, ich geb ja zu. Manchmal bin ich sehr bestimmend. Tatsächlich hatte ich aber echt Schiss, dass du nicht aufkreuzen würdest. Ich wollte eigentlich gar nicht, dass … also, dass es so weit kommt.“
    „Du wolltest überhaupt nicht mit mir schlafen?“ Ich schäle mich aus unserer Umarmung und weiche vor ihm zurück. Mir steigen die Tränen in die Augen.
    „Doch“, er sieht gequält aus und streckt seine Arme wieder nach mir aus „doch das schon, aber ich wollte nicht, dass du denkst, ich würde mich nur deswegen mit mir treffen.“
    Ich nicke und versuche nicht zu weinen: „Den Eindruck hatte ich schon.“
    Er will meine Hand nehmen, aber ich lasse es nicht zu.
    „Ahri, ich weiß, ich kann das hier nicht besonders gut und ich habe mich dir gegenüber so oft bescheuert verhalten, aber bitte glaub mir, wenn ich sage, dass das nur Selbstschutz war und jedes Mal, wenn ich dir weh getan habe, es mich selbst viel mehr verletzt hat, dich so leiden zu sehen.“
    Ich starre ihn an und eine Weile sagt keiner ein Wort, dann seufzt er: „Nach dem Abend im Whirlpool mit dir, wusste ich, dass ich nicht glücklich werde, solange ich dich nicht habe.“
    „Bisschen besitzergreifend, oder?“, meine ich zynisch, bin insgeheim aber überglücklich.
    Er lacht: „Ja, vielleicht schon.“
    Wieder schweigen wir, dann fragt er: „Verzeihst du mir, Ahri?“
    Seine Augen sind geweitet und schauen mich traurig an. Vorsichtig komme ich ihm wieder näher und streiche durch sein Haar.
    „Hm…“, ich bin kurz davor ihm zum gefühlt hundertsten Mal meine Liebe zu gestehen, aber eine Sache müssen wir noch klären „und wer ist diese Somin?“
    Er lächelt schwach: „Natürlich hat dir dN von ihr erzählt.“
    „Seid ihr zusammen?“, frage ich nach.
    „Glaubst du, dann wäre ich hier?“
    Ich zucke mit den Schultern: „Ich weiß nicht.“
    „Oh Ahri, mach es mir doch nicht so schwer“, seufzt er.
    Lächelnd beuge ich mich nach vorne und küsse seine Stirn: „Also läuft da nichts?“
    Suga schüttelt seinen Kopf: „Somin ist eins von den Mädchen, die nur mit mir reden, weil sie sich irgendwas erhoffen. Geld oder Ruhm oder wer weiß was.“
    „Aber ich erhoffe mir auch etwas von dir“, sage ich und rutsche wieder näher an ihn heran.
    „Und was wäre das?“, fragt er ein wenig skeptisch.
    „Dass du mich so sehr liebst wie ich dich liebe.“
    Er starrt mich mit offenem Mund an, vollkommen sprachlos. Vorsichtig ziehe ich ihn näher zu mir heran, nehme seinen Kopf in meine Hände und küsse ihn auf seine Lippen. Suga erwidert den Kuss sofort und schlingt seine Arme um mich. Für eine Weile genieße ich die Wärme seines Körpers und das sanfte Streicheln seiner Hände, bis ich ihn ein wenig von mir wegdrücke.
    „Ich verzeihe dir … du mir auch?“
    Er lacht: „Für was denn?“
    „Dass ich dir eine Ohrfeige gegeben habe.“
    Statt einer Antwort küsst er mich wieder, rollt sich auf mich und verschränkt seine Finger mit meinen.
    Bevor er anfängt an meinem Hals entlang zu küssen, murmelt er in mein Ohr.
    „Hätte ich fast vergessen … frohes neues Jahr, Ahri.“ Ich schließe meine Augen.

    Couple 1 ✔️ done

    36

    Deine Sicht
    Du stehst gerade im Bad und putzt deine Zähne, als es an der Tür klopft.
    „Ja?“, fragst du mit vollem Mund.
    „Lass mich rein, ich suche meinen Pulli“, ruft dir dein Bruder durch die Tür zu.
    Du zuckst zusammen und schaust dich um: tatsächlich liegt sein Hoody auf einem kleinen Hocker, der neben dem Waschbecken steht. Schnell öffnest du die Tür und wirfst ihm den Pullover zu, aber bevor du sie wieder schließen kannst, stellt Jiho seinen Fuß dazwischen und schiebt sich ins Badezimmer.
    „Hey, ich putsche hier doch meine Schähne“, sagst du immer noch mit Zahnpasta im Mund.
    Er nickt: „Das sehe ich.“
    Während er seinen Hoody überzieht, beobachtet er dich. Seit Silvester hast du ihn gemieden und dich nicht getraut, ihn auf den „Vorfall“ anzusprechen. Du weißt, dass es eigentlich blöd ist, nicht mit ihm darüber zu reden. Aber sollte er dir nicht selbst sagen, dass er schwul ist? Außerdem willst du ihn auch nicht zwingen darüber zu sprechen, wenn er noch nicht so weit ist.
    „Morgen Nachmittag musst du wieder arbeiten, oder?“, fragt Jiho dich.
    Du spülst deinen Mund aus, dann nickst du. Die Ferien sind vorbei, heute warst du bereits wieder in der Schule.
    „Freust du dich?“
    „Naja“, du zuckst mit den Schultern „geht so.“
    „Aber dort siehst du doch deinen Loverboy wieder“, er lacht.
    „Loverboy? Hm, der redet eh nicht mit mir. Mal wieder…“, du seufzt „aber ich freue mich, Ahri zu sehen.“
    „Warum hast du dich nicht öfter mit ihr in den Ferien getroffen?“
    „Weil sie doch jetzt mit Suga zusammen ist. Du hörst mir nie zu“, sagst du frustriert.
    „Aber deswegen muss sie dich doch nicht hängen lassen.“
    Zwar willst du es nicht zugeben, aber dein Bruder hat recht. Du findest es schade, dass du Ahri die ganze Woche nicht gesehen hast, weil sie sich jeden Tag mit Yoongi getroffen hat. Als du schweigst, fährt Jiho fort.
    „Dass sie mit diesem Typen zusammen ist“, er schüttelt den Kopf „aber sie sind bestimmt nur anfangs so verliebt, nach einer Weile legt sich das wieder. Jiho zwinkert dir zu: „Vertrau mir.“
    Du musst lachen: „Ach ja, redest du aus Erfahrung?“ Sobald du realisierst, was du gesagt hast, verstummst du. Gefährliches Terrain. Auf dieses Thema wolltest du ihn eigentlich nicht ansprechen.
    Aber Jiho lässt sich nicht aus der Ruhe bringen: „Klaro, du weißt doch: Ich bin der Dating-Master.“
    Du verdrehst die Augen: „Kannst du mal die englischen Begriffe sein lassen? Loverboy? Dating-Master? Wenn du jetzt auch noch anfängst ‚nice‘ zu sagen, dann …?“
    „Dann?“, er zieht seine Augenbrauen hoch.
    „Dann haue ich dich.“
    Jiho prustet los: „Du haust mich? Hahaha… dN, deine Drohungen werden auch immer schlechter.“
    Als du sein Lachen hörst, musst du grinsen.
    „Ah, endlich lächelst du!“, ruft dein Bruder aus „die letzten Tage warst du ja nicht so gut gelaunt.“
    „Ich vermisse Ahri“, sagst du traurig.
    „Versteh ich“, er zieht dich in eine Umarmung und du knuddelst ihn zurück. Manchmal ist er ja doch ganz okay. ‚Wenn er bereit ist, über seine Sexualität und seinen Freund zu sprechen, wird er bestimmt mit mir reden‘, denkst du dir und genießt weiterhin die Umarmung.

    Am nächsten Tag machst du dich nach der Schule auf zur Arbeit. Du begrüßt Wito am Eingang, der dich sofort fragt, ob du noch was von diesem verrücken Sänger gehört hast, der an der Weihnachtsfeier Minho die Nase gebrochen hat.
    „Leider nicht“, murmelst du und gehst durch die Eingangstür.
    Vor deinem Büro siehst du schon Ahri stehen, allerdings ist sie nicht allein, sondern redet mit Yoongi. Zuerst wirst du eifersüchtig, aber als du siehst, wie sie ihn anlächelt und glücklich ist, freust du dich für sie. Die beiden verabschieden sich, also läufst du zu Ahri und umarmst sie von hinten.
    „Hab dich“, rufst du und beginnst zu lachen.
    Deine Freundin erschrickt, freut sich aber dich zu sehen.
    „DN, ich muss dir unbedingt etwas erzählen“, sie nimmt dich bei der Hand und zieht dich ins Büro.
    Du rechnest damit, dass sie anfängt von Yoongi zu schwärmen oder über ihre Beziehung zu reden, aber es kommt anders: „Also, wie’s aussieht, denkt Jungkook immer noch, dass du was mit Minho am Laufen hast.“
    „Oh ernsthaft?“, du bist genervt. Dieser Typ bringt dich noch zur Weißglut.
    Deine Freundin nickt: „Ja, Suga hat versucht, es klarzustellen, aber –‘‘
    „Du nennst ihn noch Suga?“, unterbrichst du sie.
    „Ich hab mich einfach noch nicht an Yoongi gewöhnt. Wie auch immer … er hat bei Jungkook angerufen, aber der hat das Gespräch sofort beendet, als es um dich ging.“
    „Hm … kann er vielleicht persönlich mit ihm reden?“
    Ahri nickt: „Will er heute auch machen, aber über Weihnachten und Neujahr war Jungkook bei seinen Eltern.“
    Du seufzt: „Wenigstens ist Yoongi jetzt auf unsrer Seite. Es ist echt lieb, dass er mir helfen will!“
    „Klar, er will ja auch, dass ihr beiden zusammenkommt“, stimmt Ahri dir zu „und außerdem …“, sie fängt an zu lachen „weißt du ja, was passiert, solltet ihr ein Paar werden.“
    „Ach ja?“, du bist überrascht „was denn?“
    „Doppeldates. Viele Doppeldates!“
    Du grinst. Das hört sich gut an.
    Es klopft an der Tür und Jae tritt ein: „Hey Mädels, wir sollen alle in die große Halle kommen.“
    „Was ist los? Ist irgendwas passiert?“, fragt Ahri.
    Jae zuckt nur mit den Schultern: „Anscheinend wird irgendjemand eine Rede halten.“
    Ihr seid überrascht, folgt ihm aber in die Halle, wo sich bereits Mitarbeiter wie auch Künstler, die hier unter Vertrag stehen, versammelt haben. Du fragst dich, was eigentlich los ist und schaust dich um. Auf der anderen Seite siehst du J-Hope und V, aber die anderen BTS-Mitglieder sind noch nicht aufgetaucht. Du wirst immer nervöser. Was ist hier los?
    Neben dir atmet Ahri scharf ein: „The devil is here.“
    „Hä, was meinst du?“
    Als du an ihr vorbeischaust, verstehst du, von wem sie spricht. Minhos Vater steht auf der Bühne und hält ein Mikro in der Hand.
    „Guten Tag, meine Damen und Herren. Ich bin mir sicher, dass Sie alle wissen, wer ich bin. Deswegen verzichte ich darauf, mich selbst vorzustellen. Da mein Sohn die nächsten paar Monate … verhindert sein wird, werde ich zusätzlich noch die Leitung der Personalabteilung übernehmen und …“, aber du hörst ihm schon nicht mehr zu, weil du Jungkook in der Menschenmenge entdeckt hast. Er steht in der vordersten Reihe und starrt Minhos Vater an. Als du sein Profil siehst, bekommst du weiche Knie. Obwohl du ihn erst vor zwei Wochen gesehen hast, sieht er verändert aus. Seine Haare wirken ein wenig länger und am liebsten würdest du sie durchwuscheln. Irgendwie wirkt er sehr ernst. Eine Weile starrst du ihn an.
    Als Minhos Vater seinen Vortrag beendet hat, fangen die Leute an zu klatschen. Du schaust dich verwirrt um, zwar hast du keine Ahnung, was er gerade noch gesagt hat, aber steigst trotzdem mal in den Applaus mit ein.
    Ahri schaut dich böse von der Seite an.
    „Was ist los?“, fragst du verwundert.
    „Hast du ihm denn nicht zugehört?“
    Statt zu antworten, deutest du nur auf die erste Reihe, wo Jungkook steht und Ahri schüttelt ihren Kopf: „Oh man, dN! Er hat gesagt, dass er einige Stellen kürzen will, dafür aber die Gehälter der anderen anheben wird.“
    „Was?“, du bist schockiert „aber … aber dann werden wir ja –“
    „Gefeuert?“, unterbricht dich Ahri „gut möglich.“
    Sofort hörst du auf zu klatschen.
    Die Menschenmenge fängt an sich aufzulösen und jeder strömt zum Eingang. Da es ein großes Gedränge gibt, warten du und Ahri am Rand der Bühne bis sich der Stau ein wenig aufgelöst hat und damit du ein wenig näher an Jungkook herankommst. Er steht mittlerweile so nahe, dass du ihn mit Jin reden hören kannst.
    Minhos Vater steigt von seinem Podest herunter und läuft direkt an euch vorbei. Als dir eine schwere Parfümwolke entgegenschlägt, musst du mehrmals niesen. Plötzlich bleibt er genau vor dir stehen und schaut dich angeekelt an. Du weichst ein paar Schritte zurück, damit du wieder besser atmen kannst und da du mindestens genauso angewidert von ihm bist.
    Minhos Vater mustert dich von oben bis unten und nach einer Weile scheint er zu realisieren, wer du bist.
    „Ah, die Kleine, bei der mein Sohn Weihnachten gefeiert hat“, begrüßt er dich patzig. Du merkst, wie Ahri neben dir zusammenzuckt.
    „Ähm … hallo“, dir fällt nichts Besseres ein.
    Er schüttelt nur genervt seinen Kopf, ignoriert dich wieder und bahnt sich seinen Weg nach draußen. Jeder geht ihm aus dem Weg und so ist er innerhalb von Sekunden verschwunden.
    Du drehst dich zu Ahri um und willst schon anfangen über deinen neuen Boss herzuziehen, als du schockiert feststellst, dass Jin und Jungkook neben deiner Freundin stehen.
    Ersterer starrt dich an: „Du hast mit Minho Weihnachten gefeiert?“
    „Also … naja … er war … mal kurz da“, stotterst du.
    Eigentlich wolltest du nicht, dass Jungkook davon erfährt oder zumindest nicht so.
    Ahri versucht die Situation ein wenig zu entschärfen: „DN hat ihn eingeladen, damit er nicht allein feiern muss.“
    „Ah ja“, Jin nickt nur, während Jungkook deinem Blick ausweicht.
    „Wir müssen gehen“, murmelt er und dreht sich um.
    Du willst ihm nachlaufen, aber Ahri hält dich davon ab. Sie schüttelt den Kopf: „Nicht jetzt.“
    Fragend schaust du sie an: „Sprich lieber mit ihm, wenn ihr nur zu zweit seid.“
    „Und wann soll das sein?“, meinst du frustriert.
    „Das wird schon“, versucht sie dich aufzuheitern, während ihr zu eurem Büro zurückgeht „am Wochenende ist doch das Konzert und Suga meinte, VIP bedeutet, dass man die Künstler persönlich treffen darf. Bestimmt ergibt sich da eine Gelegenheit. Notfalls sperr ich euch in einen Raum ein, dann müsst ihr miteinander reden.“
    Du seufzt: „Ich will eigentlich nur, dass er mich nicht mehr hasst.“

    Nach einem anstrengenden Nachmittag mit vielen Telefonaten und einigem Papierkram, packst du endlich deine Sachen zusammen und willst nach Hause, als es wieder an der Tür klopft. Ahri ist vor ein paar Minuten schon gegangen, um sich noch mit Yoongi zu treffen. Du wunderst dich, wer so spät noch vorbeikommt und öffnest die Tür.
    Als die Person eintritt, zuckst du zusammen. Darauf warst du nicht vorbereitet.
    „DN, können wir kurz reden?“
    „Ähm, gerade ist es eigentlich schlecht.“
    „Bitte! Ich weiß, dass du Jiho und mich an Silvester gesehen hast.“
    Du bist schockiert. Anscheinend bist du doch auffälliger beim Stalken als du gehofft hast.
    „Hey, du musst dich nicht rechtfertigen. Es ist alles gut“, versuchst du das Thema schnellst möglichst abzuhandeln.
    „DN, ich liebe deinen Bruder!“
    Eine Weile schaust du ihn an, dann zeigst du auf Ahris Stuhl: „Okay, lass uns reden.“
    Jimin nickt und setzt sich hin.

    37
    Bevor Jimin anfangen kann zu sprechen, sagst du: „Ich wollte euch nicht beobachten! Ich hab euch nur zufällig vor dem Club gesehen.“
    Jimin nickt: „Das dachte ich mir schon. Wir hätten uns vielleicht einen besseren Ort suchen können“, er grinst „Jiho war echt schockiert, dass du uns gesehen hast.“
    „Er weiß es?“, du machst große Augen.
    Jimin lächelt: „Ich hab ihm gesagt, dass du auch in dieser Seitengasse neben dem Club warst.“
    „Oh… Jiho hat gar nicht mit mir darüber geredet“, sagst du ein wenig enttäuscht.
    „Ich glaube, er hat erwartet, dass du ihn auf uns ansprichst.“
    Du schüttelst den Kopf: „Ich dachte, er wird es mir erzählen, wenn er bereit dafür ist.“
    Jimin lacht: „Jiho meint auch immer, dass Abwarten die beste Methode ist, um Probleme zu lösen. Ihr seid euch doch sehr ähnlich.“
    Deine Wangen färben sich rot: Das hat Ahri auch schon mal gesagt.
    „Wie habt ihr beiden euch eigentlich kennengelernt?“
    Er räuspert sich: „Also ähm … an dem Tag nach Ahris Hausparty haben wir euch doch beim Aufräumen geholfen … da habe ich Jiho zum ersten Mal gesehen.“
    Du kannst dich noch bildlich erinnern, wie dein Bruder halbnackt am Treppenaufsatz steht und nach seinem T-Shirt sucht.
    Jimin unterbricht deine Gedanken: „Ich wusste nicht, ob er … naja, ob er auch auf Männer steht, aber ich fand ihn so süß, dass ich ihm einfach schreiben musste.“
    Du bist verdutzt: „Aber woher hattest du seine Nummer?“
    „Kyusung hat sie mir gegeben. (Zur Erinnerung: Typ von der Party, Kumpel von Jiho, geht mit Ahri in eine Klasse) Er ist der Sohn einer meiner Bodyguards, deswegen kenne ich ihn ein wenig.“
    Überrascht fragst du: „Weiß Kyusung, dass du –“
    „Schwul bist? Nein, ich hab gesagt, dass ich Jiho wegen eines Weihnachtsgeschenks für dich anschreiben will“, er zögert einen Moment „kaum jemand weiß, dass ich schwul bin. Deswegen war der Kuss vor dem Club auch etwas riskant.“
    Du hältst deinen Kommentar zurück, dass es eher wildes Rumknutschen war, stattdessen fragst du: „Was ist mit den anderen Jungs von BTS?“
    Er lächelt: „Eigentlich bin ich hier, um über Jiho zu reden, aber gut. Ja, die anderen wissen es. Wenn man so viel Zeit miteinander verbringt, ist es schwer, überhaupt etwas geheim zu halten. Dass ich mich mit Jiho treffe, haben sie aber erst rausgefunden, als ich es Yoongi erzählt habe. Eigentlich wollte ich noch ein wenig warten, aber ich konnte nicht mit ansehen, wie Suga denkt, Jiho würde mit Ahri zusammen sein … hm, vielleicht war ich auch ein wenig eifersüchtig.“
    „Oh“, du starrst ihn an, eigentlich würdest du gerne noch mehr wissen, aber traust dich nicht, noch weiter nachzuhaken.
    „Also du und mein Bruder … ihr seid … ähm glücklich?“, versuchst du das Thema in eine andere Richtung zu lenken. Schließlich weißt du immer noch nicht, worüber Jimin eigentlich mit dir reden will.
    „Ja, das sind wir, sehr sogar. Ich glaube, ich war noch nie so verliebt. In seiner Nähe kann ich sein wie ich wirklich bin.“
    Bei Jimins Worten musst du lächeln.
    Er fährt fort: „Also die Sache ist die: Jiho möchte mich euren Eltern vorstellen und … also eigentlich wollte er gar nicht, dass ich dich darum bitte, aber … kannst du vielleicht dabei sein, wenn ich sie kennenlerne?“
    Du lachst: „Das ist deine Frage? Klar bin ich dabei!“, einen Moment überlegst du „Vielleicht sollte er ihnen davor sagen, dass er schwul ist. Sonst sind sie wahrscheinlich doch ein wenig überrascht.“
    Jimin nickt: „Ja, das habe ich auch schon gemeint, aber er sagt es wäre besser, mit der Tür ins Haus zu fallen.“
    Du grinst bei seiner Wortwahl. Wahrscheinlich hat Jiho sich genauso ausgedrückt.
    „Könntest du deine Eltern vielleicht schon ein wenig … naja auf mich vorbereiten?“, fragt Jimin zögerlich.
    Du ziehst deine Augenbrauen hoch: „Du willst also, dass ich ihnen sage, dass ihr Sohn schwul ist und demnächst seinen Boyfriend mitbringt?“
    „Naja, vielleicht könnte man das ein wenig abschwächen und nicht ganz so direkt sagen?“, fragt er vorsichtig.
    Du grinst und zwinkerst ihm zu: „Ich regle das schon! Mach dir keine Sorgen!“
    Er atmet erleichtert aus: „Danke, dN! Ich will wirklich, dass deine Eltern mich mögen.“
    „Das werden sie bestimmt“, beruhigst du ihn ein wenig.
    Ihr redet noch eine Weile, dann verabschiedet ihr euch voneinander.
    Kurz bevor er das Büro verlässt, rufst du ihm noch nach: „Jimin!“
    „Ja?“
    „Ich freue mich, dass du mit Jiho zusammen bist. Ich glaube, ihr werdet sehr glücklich.“
    Er lächelt: „Danke, dN! Du und Jungkook bestimmt auch.“
    Mit diesen Worten zwinkert er dir zu und lässt dich allein. Du seufzt. ‚Weiß denn wirklich schon jeder, dass ich in Jungkook verliebt bin?‘

    Hey Leute, ein bisschen kürzeres Kapitel dieses Mal. Hatte leider nicht so viel Zeit. Was sagt ihr denn zu Jimin und Jiho? 🤗
    Langsam merke ich, dass die Geschichte zu Ende geht, aber don’t worry: ein paar Kapitel kommen noch! 😊
    Hättet ihr Lust auf eine weitere Fanfiction? Wenn ja, mit wem? Dachte vielleicht an Jackson von GOT7? Oder doch jemand von BTS? Was meint ihr?
    Ach ja und im nächsten Kapitel geht die Liebesgeschichte zwischen Jungkook und dN weiter
    🎉

    38
    Du bist mal wieder im Bad und machst dich für das Konzert fertig, aber diesmal bist du nicht allein: Ahri steht neben dir und tuscht sich gerade ihre Wimpern.
    „Und deine Eltern haben es gut aufgenommen, dass Jiho schwul ist?“, fragt dich deine Freundin.
    Du nickst: „Meine Mum meinte sogar, sie hat es schon länger vermutet, aber mein Dad war doch überrascht. Ich glaube, für ihn ist es schon ein wenig seltsam, aber er wird sich bestimmt daran gewöhnen.“
    „Ja, denke ich auch. Sobald Jimin ein paar Mal bei euch war und er ihn näher kennengelernt hat, wird er sicher sehen, was für ein süßes Pärchen die beiden sind. Wie war denn euer gemeinsames Abendessen?“
    „Hm, es war eigentlich ganz gut. Meine Eltern waren noch nervöser als Jiho, aber Jimin hat die ganze Situation aufgelockert“, du lachst „er hat meiner Mama ihre Lieblingsblumen mitgebracht, jetzt kann er kaum noch was falsch machen.“
    „Oh, da wird es Jungkook schwierig haben, der beliebtere Schwiegersohn bei deiner Mum zu werden“, sagt Ahri grinsend, aber du verdrehst nur die Augen.
    „Alles okay, dN?“, fragt dich deine Freundin besorgt.
    „Ja, eigentlich schon. Ich bin nur ein wenig genervt von dieser ganzen Geschichte mit Jungkook. Irgendwie habe ich das Gefühl, es ist ein ständiges Hin- und Her. Außerdem verstehe ich echt nicht, wie er glauben konnte, dass ich mit Minho zusammen bin und dass er ihm dann die Nase gebrochen hat“, du zögerst einen Moment „letzte Woche hab ich ihm noch einmal geschrieben, ob wir vielleicht reden könnten, aber er hat mir nicht geantwortet.“
    Ahri seufzt: „Warum hast du mir das denn nicht früher gesagt? Hm … aber ich weiß, was du meinst. Bei Suga und mir hat es ja auch eine Weile gedauert, aber es lohnt sich nicht aufzugeben.“
    „Aber –“, versuchst du deiner Freundin zu widersprechen, doch sie lässt dich nicht ausreden: „Kein Aber! Suga meinte, er ist sich sicher, dass Jungkook in dich verliebt ist! Ihr müsst euch einfach mal ausreden, dann wird alles gut.“
    Du seufzt und trägst Lippenstift auf. Vielleicht hat Ahri recht.


    Jungkook
    „Alter, du musst echt mit dN sprechen.“
    Genervt schaue ich Yoongi an, der neben mir sitzt und auf mich einredet. Eigentlich würde ich gerne aufstehen und ihn allein lassen, aber im Moment werde ich frisiert, da unser Konzert in einer halben Stunde anfängt und bin somit an den Stuhl gefesselt.
    „Ja, mach ich. Hab ich dir doch schon tausend Mal gesagt.“
    Yoongi nickt: „Und du musst dich entschuldigen.“
    Ich atme tief ein: seit der Sache mit Minho habe ich schon ein schlechtes Gewissen, da muss Suga mich nicht auch noch damit nerven.
    „Ich weiß, das werde ich auch machen … hast du eigentlich irgendwas Neues von Minho gehört?“
    Er schüttelt den Kopf: „Ne, aber hoffentlich kommt er bald zurück. Sein Vater ist echt schrecklich.“
    So ganz kann ich Yoongi nicht zustimmen. Im Moment bin ich froh, Minho nicht ständig zu sehen: Vor allem seit ich weiß, dass dN mit ihm Weihnachten verbracht hat. Bei dem Gedanken werde ich wieder eifersüchtig.
    Als ich nicht antworte, sagt Suga „das wird schon alles“ und klopft mir auf die Schulter.
    Dann lässt er mich allein.
    Ich schaue in den Spiegel und starre in meine eigenen Augen. Ahri und dN kommen zu dem Konzert heute. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so nervös war, aber es liegt nicht an dem Auftritt. Heute will ich dN gestehen, dass ich mich in sie verliebt habe und mit ihr zusammen sein will.


    Deine Sicht
    In der Halle sind extremst viele Leute; du kannst dich nicht erinnern, jemals so viele Menschen – vor allem Mädels – auf einmal gesehen zu haben.
    Dank der VIP-Karten habt ihr einen guten Platz und die Stimmung ist super. Die Leute um dich herum fangen bereits an zu singen und zu tanzen bevor das Konzert überhaupt startet. Als die Jungs schließlich auf die Bühne kommen, flippen alle aus und sobald du Jungkook erkennst, schlägt dein Herz schneller.
    Die Musik beginnt und du genießt das Konzert: Zwischendurch wirft Yoongi eine Kusshand in eure Richtung, was sehr untypisch für ihn ist und die Mädchen um euch herum zu kreischen anfangen lässt, doch du weißt, dass die Geste nur für Ahri bestimmt war.
    Als das Konzert vorbei ist, bist du vom Tanzen und Rumspringen vollkommen durchgeschwitzt, also macht ihr euch noch kurz frisch bevor ihr in den VIP-Bereich geht.
    Du nimmst Ahris Hand: „Ich bin so nervös.“
    Sie lächelt: „Musst du nicht sein! Es wird alles gut.“
    In dem kleinen Raum hinter der Bühne sind einige Menschen und BTS ist bereits da, um Autogramme zu geben und Selfies mit den Fans zu machen. Yoongi zwinkert Ahri zu und deine Freundin errötet. Du schaust dich um und erhascht einen kurzen Blick auf Jungkook; du lächelst ihn an, aber er sieht dich nicht.
    Eine Zeit lang quatscht du mit Jimin bis auch er sich wieder den anderen Fans widmet. Du fühlst dich ein bisschen verloren zwischen den vielen Mädchen und als du siehst, wie Jungkook von den anderen angehimmelt wird, macht dich das noch trauriger. Zum Glück ist Ahri da und heitert dich ein wenig auf.
    Langsam werden die anderen Gäste rausgebracht und der Raum leert sich. Du quatscht immer noch mit Ahri und ihr plant, nächste Woche ins Kino zu gehen, als dir jemand auf die Schulter tippt und fragt: „Hast du kurz Zeit?“


    Jungkook
    Nachdem ich mit allen VIP-Gästen geredet, Fotos gemacht und Autogramme verteilt habe, traue ich mich endlich dN anzusprechen. Als ich sie während des Konzerts in einer der vorderen Reihen gesehen habe, wäre ich am liebsten von der Bühne gesprungen, zu ihr hingerannt und hätte sie geküsst, aber ich musste mich zusammenreißen und auf den Auftritt konzentrieren.
    Nachdem die letzten Gäste den Backstage verlassen habe, reiße ich mich zusammen und gehe auf dN zu. Als sie sich umdreht, lächelt sie mich an und mein Herz schlägt noch schneller als zuvor.
    „Hast du kurz Zeit?“, frage ich sie schüchtern.
    Sie nickt und wir gehen nach draußen. Damit mich niemand vor dem Gebäude sehen kann, nehmen wir den Hinterausgang und laufen eine Allee entlang.
    „Jungkook, ich …“, fängt sie an, aber ich lasse sie nicht ausreden: „DN, bevor du irgendwas sagst, will ich mich zuerst entschuldigen. Ich weiß, ich hab mich wie der letzte Idiot verhalten. Ich dachte, du bist mit Minho zusammen und als er mir erzählt hat, dass er mit dir schlafen will, bin ich vor Eifersucht vollkommen ausgeflippt. Aber das entschuldigt nicht mein Verhalten. Ich hätte ihn nicht schlagen sollen. Es tut mir sehr leid.“
    DN schluckt und überlegt einen Moment, dann sagt sie: „Ich glaube, das solltest du lieber ihm sagen … aber ich denke, er wird dir verzeihen. Und außerdem weiß Minho, dass er auch an der ganzen Sache mit schuld ist.“
    Ich nicke und wir schweigen eine Weile, dann fragt mich dN: „Wie konntest du denn nur glauben, dass ich mit Minho zusammen bin?“
    Sie klingt vorwurfsvoll.
    „Ich … ich dachte wohl einfach nicht, dass du mich wirklich mögen könntest und als ich euch zusammen auf der Dachterrasse gesehen habe … ich weiß auch nicht; ich bin einfach durchgedreht.“
    Sie bleibt stehen und starrt mich an: „Du dachtest nicht, dass ich dich mag! Ist das dein Ernst? War dir das nicht schon klar, als du meine Hand gehalten hast, als ich bei der Ärztin war wegen meiner Verletzung am Finger? Und außerdem …“, sie fängt an, sich in die ganze Sache reinzusteigern und redet immer schneller so wie damals auf der Dachterrasse, als sie mich gefragt hat, warum ich sie nicht mögen würde „jeder – also wirklich jeder – hat mitbekommen, wie gern ich dich hab. Dass du noch daran zweifeln kannst“, sie schnaubt und ich muss grinsen; sie ist so süß, wenn sie sauer wird.
    Um ihre Rede zu unterbrechen ziehe ich sie zu mir heran und lege einen Finger auf ihre Lippen. Sie schaut mich immer noch wütend an, sagt aber nichts mehr.
    „An dem Abend, als deine Mum eine Lesenacht veranstaltet hat, hab ich dir gesagt, wie gut ich dich finde und du hast nur geschwiegen.“
    „Aber ich wollte dich küssen“, wirft dN ein.
    „Stimmt, aber du hast es nicht getan“, necke ich sie und ziehe sie noch näher an mich heran, sodass sich unsere Nasen beinahe berühren. Ich schaue in ihre Augen und halte es kaum noch aus. Ich will sie unbedingt küssen.
    „Du hättest schon bemerken können, dass ich dich auch mag?“
    Ich lache: „Wirklich? Wann?“
    „Die ganze Zeit: Auf der Party bei Ahri –“
    „Als ich zum Aufräumen kommen sollte?“, unterbreche ich sie.
    DN’s Wangen färben sich rot und sie wird noch schöner.
    „Na gut, das war … naja okay da vielleicht nicht, aber an dem Grillen auf der Dachterrasse oder als ich dich gefragt habe, ob wir was nur zu zweit machen wollen.“
    „Hm, vielleicht hast du doch recht“, meine ich und beuge mich noch ein wenig zu ihr herunter „es lief doch eine Zeit lang ganz gut zwischen uns. Können wir nicht wieder dahin zurück?“
    Ich streiche ihr eine Strähne aus dem Gesicht und nehme ihren Kopf zwischen meine Hände. Als ich ihren Geruch einatme, wird mir schwindelig und ich will sie küssen.
    Doch dN drückt mich sanft zurück.
    „Tut mir leid: Ich kann das nicht.“
    Sie dreht sich um und lässt mich stehen.



    Hello Leute, hab hier eine Abstimmung erstellt. Wenn ichs nicht falsch gemacht habe, solltet ihr hier vollkommen anonym über den Hauptcharakter der nächsten Ff abstimmen können. Ihr müsst kein Konto erstellen und könnt auch mehrere auswählen, sodass derjenige mit den meisten Stimmen gewinnt 😊
    Hier der Link: https://doodle.com/poll/59ps436ftqzh6fqq

    39

    Deine Sicht
    Du läufst einfach immer weiter und wirst dabei schneller und schneller bis du fast rennst. Du achtest nicht darauf, wo du bist und passierst dunkle Straßen und große Gebäude. Schließlich bleibst du stehen, schnappst nach Luft und versuchst dich zu orientieren, aber du hast keine Ahnung, in welchem Teil von Seoul du dich gerade befindest.
    Dein Handy klingelt: Ahri ruft an
    Du gehst nicht ran: Deine Freundin würde dich nicht verstehen, du verstehst dich gerade ja nicht einmal selbst.
    Nach einer Weile beruhigt sich dein Atem und du schaltest Google Maps an. Der Weg zu dir nach Hause dauert vierzig Minuten zu Fuß, aber du willst auch nicht deine Mum anrufen, dass sie dich abholen soll.
    Also biegst du links ab und läufst wieder ein wenig schneller, um bald daheim anzukommen.
    Während du die kalte Luft einatmest, ärgerst du dich, dass du dich nicht wärmer angezogen hast.
    Erneut klingelt dein Handy: Jungkook ruft an
    Als du seinen Namen siehst, fällt dir beinahe dein Telefon aus der Hand. Doch auch diesen Anruf beantwortest du nicht.
    Du versuchst deine Gedanken zu ordnen: Vor ein paar Minuten hast du den Jungen einfach stehen lassen, den du liebst und der dir gerade gesagt hat, dass er dich auch mag beziehungsweise immer noch. Nachdem er eine Zeit lang dachte, du würdest mit deinem Chef zusammen sein. Du schüttelst deinen Kopf: Das ist alles zu verrückt.
    Dein Handy vibriert:

    Jungkook, 23:35: DN, wo bist du? Ich mache mir Sorgen

    Du überlegst einen Moment, ob du antworten sollst, da bekommst du eine weitere Nachricht:

    Jungkook, 23:37: Hab ich etwas falsch gemacht?

    Hat er etwas falsch gemacht? Eigentlich nicht. Er war sehr süß zu dir, aber du konntest ihn einfach nicht küssen. Jedes Mädchen, das heute auf dem Konzert von BTS war, würde ihm wahrscheinlich gerne so nahekommen. Also warum sollte er dich wollen? Die Zweifel nagen an dir und du bist kurz davor zu weinen, als Jungkook dir erneut schreibt:

    Jungkook, 23:41: Ahri weiß auch nicht, wo du bist. Ich fahre jetzt los, um dich zu suchen. Es tut mir leid, wenn ich mich heute falsch verhalten habe. Ich wollte nie, dass du dich irgendwie unwohl fühlst oder … ach, ich weiß auch nicht. Schreib mir bitte, wo du bist, sobald du das hier liest, damit ich dich abholen und nach Hause fahren kann!

    Du schluckst. Wie kann er jetzt immer noch so lieb zu dir sein? Nachdem du ihn einfach so stehen gelassen hast. Google Maps zeigt dir an, dass du noch vierundzwanzig Minuten nach Hause brauchst. Allerdings würdest du lieber noch Stunden laufen als Jungkook wieder unter die Augen zu treten, also überlegst du einen Moment und antwortest ihm dann.

    DN, 23:44: Ich bin schon zu Hause, du musst mich nicht abholen. Aber danke!:)
    DN, 23:45: Tut mir leid, wie ich mich verhalten habe

    Jungkook versucht noch einmal, dich anzurufen, aber du drückst ihn weg, da du mittlerweile weinst und nicht willst, dass er dich schluchzen hört.
    Schniefend läufst du weiter nach Hause: die Hälfte des Weges hast du bereits geschafft.
    Weil es außer den Straßenlampen kaum Licht gibt, schaltest du deine Taschenlampe am Handy ein, auch wenn du nicht mehr allzu viel Akku hast.
    Du biegst um eine Ecke und weißt schließlich, wo du bist. Bald solltest du daheim sein.
    Ahri ruft an
    Diesmal nimmst du ab: „Ja?“
    „DN, wo bist du? Wir machen uns hier alle große Sorgen! Ist irgendetwas passiert? Warum bist du schon gegangen? Jungkook ist auch ganz seltsam. Habt ihr euch gestritten?“
    „Zu viele Fragen“, schluchzt du.
    „Weinst du?“, fragt deine Freundin besorgt.
    „Jungkook …“, du wischt deine Tränen weg und versuchst dich zusammenzureißen „ich … ich konnte einfach nicht. Warum sollte er überhaupt mit mir zusammen sein wollen?“
    „DN, sag so was nicht! Soll ich zu dir kommen, damit wir reden können?“
    Als du ein letztes Mal abbiegst, kommst du in eine schmale Straße und siehst bereits dein Haus: Plötzlich bleibst du stehen. Was macht er hier?
    „DN?“, fragt Ahri am Telefon.
    „Ähm, ich muss auflegen. Ich bin zuhause, mach dir keine Sorgen! Ich ruf dich morgen an.“
    Noch bevor deine Freundin antworten kann, legst du auf, steckst dein Handy in deine Jackentasche und steuerst auf die Person zu, die auf den Stufen vor deinem Haus sitzt. Eine E-Zigarette rauchend, lächelt er dir schon von weitem entgegen.
    Als du direkt vor ihm stehst, fragt er: „Na Kleine, weißt du vielleicht, wo ich hier so spät noch einen Kaffee bekomme?“


    https://doodle.com/poll/59ps436ftqzh6fqq

    Heyo, die Abstimmung läuft noch. Einfach Link kopieren, einfügen und abstimmen. Danke schonmal!

    https://doodle.com/poll/59ps436ftqzh6fqq

    Fühle mich, als würde ich für irgendwas Werbung machen 😄😄

    40
    „Was machst du hier?“
    „Überrascht mich zu sehen?“, fragt Minho grinsend.
    Du nickst.
    Dein ehemaliger Chef steht auf und zieht dich in eine Umarmung.
    Weil du dich freust ihn wieder zu sehen, knuddelst du ihn zurück und als er dich wieder loslässt, setzt ihr euch nebeneinander auf die Stufen.
    „Also … bist du wieder draußen?“, fragst du vorsichtig.
    Minho lacht: „Das ist keine Klapse. Ich kann gehen und kommen, wann ich will. Nur bei den Therapiestunden muss ich anwesend sein und natürlich ist jeglicher Alkoholkonsum verboten.“
    „Und deswegen rauchst du jetzt?“, du deutest auf seine E-Zigarette.
    Er schüttelt seinen Kopf: „Ne, das versuche ich mir auch abzugewöhnen“, er seufzt „ich wünschte, es wäre leichter.“
    Du klopfst ihm auf die Schulter, um ihn aufzumuntern: „Ich bin echt stolz auf dich, dass du diese Therapie machst.“
    Minho fängt an zu lächeln: „Das ist lieb von dir.“
    Ihr schweigt eine Weile bis du fragst: „Sollen wir vielleicht reingehen? Wie lange bist du überhaupt schon hier draußen? Ist dir nicht kalt?“
    „Eigentlich war ich schon im Haus und wollte nur schnell eine rauchen bevor ich dann wieder nach Hause fahre.“
    „Du warst schon drinnen?“, du bist überrascht.
    Minho nickt: „Ja, ich habe mit deiner Mum gequatscht … Jiho und Jimin also?“
    Du verdrehst die Augen: die Frau kann auch nichts für sich behalten.
    „Lass uns reingehen, da können wir über alles reden.“

    In der Küche kochst du dir einen Tee und setzt für Minho Kaffee auf.
    Es ist immer noch seltsam ihn an eurem kleinen Esstisch sitzen zu sehen, aber du freust dich wirklich, dass er da ist. Außerdem sieht er besser aus. Irgendwie gesünder.
    Eine Weile redet ihr über seinen Vater und Minho verspricht dir, dass Ahri und du nicht gefeuert werden, aber hundert Prozent sicher, ob er da viel dagegen machen könnte, bist du dir nicht.
    Du reichst ihm seine Tasse und fragst: „Weißt du schon, wann du zurück in die Firma kommst?“
    Er schüttelt den Kopf: „Ich hab mich bei einem Zwölf-Wochen-Programm eingeschrieben, aber vielleicht wird es länger dauern.“
    Du seufzt: „Solange werde ich deinen Vater dann wohl noch aushalten müssen.“
    Minho lacht auf: „Sonst vermisst du mich nicht?“
    Du wirst rot: „Doch, aber …“
    Da du deinen Satz nicht vollendest, hebt Minho beschwichtigend seine Hände: „Schon gut. Ich weiß ja, da gibt es noch Jungkook.“
    Bei seinem Namen zuckst du zusammen und schluchzt: „Ne, das hab ich echt verkackt.“
    Fragend schaut Minho dich an und du erzählst ihm die Kurzfassung, wie dein Abend verlaufen ist.
    „Ach dN“, er seufzt „da hast du unsere Verkupplungspläne wohl zerstört.“
    Jetzt bist du diejenige, die stutzt: „Unsere Verkupplungspläne?“
    Minho nickt: „Ja, es war Ahris Idee, dass ich dir die VIP-Karten schenke, damit du dich mal in Ruhe mit Jungkook ausreden kannst. Sie hat gemeint, man müsse dir endlich mal einen Schubs in die richtige Richtung geben.“
    „Ahri hat was?“, rufst du aus.
    „Beruhige dich, dN!“
    „Sie hat mich hintergangen!“
    Minho fängt an zu kichern: „Du bist immer so überdramatisch.“
    Immer noch fassungslos starre ich ihn an.
    „Warum glaubst du eigentlich, dass ich hier heute Abend vor deiner Haustür aufgetaucht bin?“
    Das hast du nicht weiter hinterfragt: „Überraschungsbesuch?“
    Er verdreht seine Augen: „Ja, das schon auch irgendwie, aber eigentlich wollte ich wissen, ob du nun mit Jungkook zusammen bist? Seit ich in Therapie bin, bekomme ich gar nichts mehr aus der Firma mit. Aber anscheinend hast du das nun echt verbockt.“
    Du fängst an zu schmollen: „Ich finde es unmöglich, dass du und Ahri das hinter meinem Rücken geplant habt und außerdem kann es dir doch egal sein, ob ich mit jemandem zusammen bin oder nicht.“
    „Ist es mir aber nicht“, er schaut dich intensiv an „sieh mal dN, Ahri hat das nicht böse gemeint … du gehst immer davon aus, man solle Dinge einfach so laufen lassen und irgendwie klärt sich dann schon alles von selbst. Aber manchmal darf man nicht nur abwarten und hoffen, dass alles gut ausgeht, sondern muss selbst handeln.“
    Du bist sprachlos, überrascht von seiner Ansprache.
    Als du nichts sagst, fährt Minho fort: „Warum hast du Jungkook da überhaupt einfach stehen lassen? Das wäre doch DIE Chance gewesen.“
    Du schluckst und bist unsicher, was du sagen sollst.
    „Ich ähm … also … ich äh weiß auch nicht.“
    Minho zieht seine Augenbrauen hoch: „DN?“
    Du seufzt, dann wohl doch die Wahrheit: „Jedes Mädchen, das heute mit mir im VIP-Bereich war, würde wahrscheinlich gerne seine Freundin sein. Er wird von allen angehimmelt. Warum sollte er mich wollen? Er ist berühmt, ein Star und ich bin vollkommen normal, ja eigentlich schon langweilig. Wie-“
    „Das stimmt doch nicht“, unterbricht dich Minho „du bist süß, witzig und sehr liebevoll. Jeder fühlt sich sofort wohl in deiner Nähe, du gehst auf alle vorurteilslos zu und bist immer für einen da. Außerdem magst du Jungkook so wie er ist und nicht, weil er in einer Band spielt oder im Fernsehen auftritt.“
    „Aber was, wenn er irgendwann aufwacht und realisiert, dass er mich gar nicht liebt oder dass er eine bessere haben könnte“, schluchzt du und die Tränen laufen dir über die Wangen.
    „Hey dN“, Minho nimmt dich in den Arm „das kann immer in einer Beziehung passieren, aber so wie Jungkook dich anschaut, bezweifle ich, dass er jemals aufhören wird, dich zu lieben.“
    Du vergräbst dein Gesicht in seinem Hemd und bist dir sicher, dass du Make-up-Flecken hinterlassen wirst, da du immer noch weinst.
    „Oh Minho, warum bist du überhaupt so nett zu mir?“, schniefst du.
    Er streichelt dir über dein Haar: „DN, das weißt du doch.“
    Das macht dich nur noch trauriger und du flüsterst: „Tut mir leid, dass … dass ich nicht auch in dich verliebt bin.“
    Minho fängt an zu lachen und schiebt dich vorsichtig von ihm weg: „Das meinte ich nicht. Hörst du mir nicht zu? Auch für mich warst du da, als ich dich gebraucht habe. Du hast mich sogar an Weihnachten zu dir eingeladen.“
    Er lächelt dich an und du bist erleichtert, dass er dir deswegen hilft.
    „Außerdem komme ich langsam über dich hinweg“, er zwinkert dir zu „meine Therapeutin ist echt süß. Wenn ich fertig bin und wieder angefangen habe, zu arbeiten, will ich sie fragen, ob sie mal mit mir ausgeht.“
    Du freust dich für ihn: „Das hört sich doch echt gut an.“
    Er nickt, schaut dich eine Weile an und sagt dann: „DN, du solltest noch einmal mit Jungkook reden und ihm erklären, warum du ihn stehen gelassen hast. Komm, ich fahre dich gleich zu ihm.“
    Du starrst ihn mit großen Augen an. „Minho, ich habe Angst!“
    Er nickt: „Ich weiß, aber vielleicht ist es an der Zeit deine Ängste zu überwinden!“
    Du atmest tief durch.


    Hey Leute, denke Kapitel 41 wird das letzte Kapitel der Ff sein. Bin schon ein wenig traurig deswegen, aber freue mich auch schon auf die nächste Geschichte
    . 😊
    Vermutlich lade ich den Schluss bereits am Samstag hoch und dann wahrscheinlich auch das erste Kapitel der neuen Ff, aber das seht ihr ja dann. Übrigens – falls ihr es noch nicht getan hab, stimmt doch gerne noch ab!

    https://doodle.com/poll/59ps436ftqzh6fqq

    41
    „Wieder zurück zur Halle?“, fragt dich Minho, nachdem ihr in sein Auto gestiegen seid.
    „Hm … ich weiß gar nicht, ob sie da noch sind“, überlegst du und schaust auf dein Handy, aber der Akku ist leer.
    Verdammt. ‚Vielleicht hätte ich doch nicht die Taschenlampe benutzen sollen.‘
    „Normalerweise essen BTS nach einem Auftritt noch gemeinsam oder sitzen zumindest noch eine Weile zusammen. Sie sind bestimmt noch da“, meint Minho und fährt los in Richtung Halle. Du wirst nervös.
    Als du den Autospiegel runterklappst, erschrickst du: „Ich bin ja total verschmiert. Warum hast du mir den nichts gesagt?“
    Minho biegt um eine Ecke, wirft dir einen kurzen Blick zu und sagt: „Ach quatsch, du siehst super aus.“ Aber an seiner Stimme hörst du, dass er ein Lachen unterdrücken muss.
    Vorsichtig versuchst du das Make-Up wegzuwischen, aber verschmierst es dabei noch mehr. Du seufzt.
    „Auf der Rückbank liegt ‘ne Wasserflasche, vielleicht geht es ja damit weg“, schlägt er vor.
    Während du versuchst, die Reste deiner Wimperntusche zu entfernen, fragt dich Minho: „Weißt du schon, was du zu Jungkook sagen wirst?“
    „Das mache ich spontan.“
    Er zieht seine Augenbrauen hoch: „Na gut, wie du meinst.“
    Ihr schweigt eine Weile und als du es endlich geschafft hast, nicht mehr wie ein Panda auszusehen, seid ihr bereits an der Halle.
    Minho fährt auf den Parkplatz an der Rückseite des Gebäudes.
    Als du nicht aussteigst, sagt er: „Wir sind da.“
    Weil du dich immer noch nicht bewegst, stupst er dich vorsichtig an: „DN?“
    Ruckartig drehst du dich zu Minho um: „Vielleicht war das keine gute Idee.“
    Er verdreht seine Augen: „Du steigst jetzt aus und sagst Jungkook, dass du ihn liebst.“
    „Nein“, weigerst du dich.
    „Doch, das machst du“, er klingt drohend, doch als er weiterspricht, ist seine Stimme wieder sanft: „Du schaffst das, dN!“
    Zögernd schnallst du dich ab.
    „Danke, dass du mich gefahren hast.“
    Er nickt: „Man muss dich echt zu deinem Glück zwingen.“
    Als du ausgestiegen bist, fährt Minho sofort wieder an und lässt das Auto langsam neben dir her rollen, das Fenster an der Fahrerseite heruntergelassen.
    „Du wartest nicht auf mich?“, fragst du ein wenig entrüstet.
    „Ich glaube, solange du die Möglichkeit hast in ein Auto zu steigen und wegzufahren, traust du dich nicht mit Jungkook zu reden.“
    Da ist vielleicht was dran.
    Du verabschiedest dich und winkst ihm noch zu, als Minho aufs Gas tritt und in der Nacht verschwindet.


    Ausnahmsweise war Wito mal nicht anwesend und du musstest den Schlüssel benutzen, um in das Gebäude zu gelangen. Überall ist es dunkel. ‚Ob hier überhaupt noch jemand ist?‘
    Du gehst in die Halle, in der das Konzert von BTS vor ein paar Stunden stattgefunden hat, und schaust dich um, aber auch hier ist niemand zu sehen.
    Zögernd gehst du in den Backstage-Bereich. Sobald du vor dem Zimmer stehst, in welches du aus Versehen einmal eingesperrt worden bist, als du die Geschenkkörbe für die einzelnen Mitglieder vorbeibringen musstes, hörst du Stimmen. In diesem Raum müssen sie sein. Zaghaft klopfst du an der Tür.
    Da keiner antwortet, nimmst du all deinen Mut zusammen und drückst die Klinke herunter. Du betrittst den Raum und siehst, dass alle sieben BTS-Mitglieder sowie Ahri zusammen an einem Tisch sitzen und Karten spielen, während sie lachen und Witze machen. Die Tür fällt hinter dir zu und du zuckst zusammen. Im Zimmer wird es leise und alle starren dich an.
    Du räusperst dich: „Ähm … hi.“
    Ahri steht auf und umarmt dich: „DN, du bist wiedergekommen.“
    „Ja, ich ähm … ich wollte …“, du verstummst und dein Blick bleibt an Jungkook hängen, der am Ende des langen Tisches sitzt und dich anstarrt. Du warst nicht darauf vorbereitet, alle Jungs auf einmal zu sehen und bist nun vollkommen überfordert davon, was du machen sollst.
    Suga stößt Jungkook an und dieser steht nun auch auf: „Du bist blass, dN. Magst du vielleicht frische Luft schnappen?“
    „Aber sie kommt doch von draußen“, wirft J-Hope ein und schaut verwirrt zwischen Jungkook und dir hin und her. Jimin boxt ihm in die Seite: „Anscheinend war sie da nicht lange genug. Jungkook, du solltest dN begleiten. Es ist schon dunkel draußen.“
    Ahri setzt sich wieder hin und kann sich ein Grinsen nicht verkneifen, während Suga dir zuzwinkert. Du musst lächeln. Schon süß, wie die beiden dich unterstützen.
    Jungkook zieht sich seine Jacke an und zusammen verlasst ihr den Backstage-Bereich.

    Statt rauszugehen, fahrt ihr mit dem Aufzug zur Dachterrasse rauf. Schweigend steht ihr nebeneinander im Fahrstuhl. Vorsichtig nimmst du Jungkooks Hand, er lässt es zu, sagt aber nichts. Dein Herz schlägt schneller und du traust dich nicht, ihn direkt anzuschauen. Seine Finger sind warm und du schmiegst dich an ihn, aber als ihr oben ankommt, lässt du ihn wieder los und steuerst auf die Bank im hinteren Teil der Terrasse zu.
    Jungkook setzt sich dir gegenüber und schaut dir direkt in die Augen. Du weichst seinem Blick aus und überlegst, was du sagen sollst.
    Vielleicht hättest du doch noch mit Minho im Auto üben sollen.
    Nach einer Weile seufzt Jungkook und lehnt sich im Stuhl zurück: „Ach dN…“
    Er mustert dich von oben bis unten und dein Körper fängt an zu kribbeln.
    ‚Ich muss jetzt irgendwas sagen‘, denkst du und fährst dir mit der Hand durch die Haare.
    Jungkook zieht seine Jacke aus.
    „Gut, dass die Dachterrasse überdacht ist, oder? Dann kann man hier einfach so sitzen“, meinst du.
    Er nickt, schweigt aber immer noch. Innerlich schlägst du dir gegen den Kopf. Was für eine bescheuerte Frage.
    Da du nicht weißt, was du sagen sollst, fängst du an über das Wetter zu reden und quatscht so vor dich her, bis Jungkook dich unterbricht: „DN, warum bist du zurückgekommen?“
    „Ich …“, du verstummst. Du wünschtest, Ahri wäre hier oder sogar Minho. Irgendjemand, der dir sagt, wie man sich in so einer Situation verhält.
    „Willst du mir sagen, dass wir nur befreundet sind und da nicht mehr zwischen uns ist? Das hab ich jetzt nämlich auch von allein verstanden.“
    Du schüttelst nur den Kopf und schaust zu Boden. Jungkook steht auf und läuft in Richtung Aufzug. Verdammt.
    „Warte“, du sprintest ihm hinterher „deine Jacke!“
    Er dreht sich um und will dir das Kleidungsstück aus der Hand nehmen, aber du lässt nicht los.
    „Ähm dN …“, fängt er an, aber dieses Mal unterbrichst du ihn.
    „Tut mir leid, dass ich vorhin einfach weggerannt bin … ich weiß einfach nicht, warum du mich magst.“
    Jungkook schaut dich lange an und du merkst, dass es Zeit ist, seine Jacke loszulassen.
    „Sorry“, murmelst du.
    Ihr schweigt eine Weile bis du fortfährst: „Du könntest jedes Mädchen haben, warum –“
    „Ich will nur dich und keine andere.“
    Du schmilzt dahin: „Bist du sicher? Manchmal kann ich schon –“
    „Anstrengend sein? Scheinwerfer auf mich fallen lassen? Mich so eifersüchtig machen, dass ich jemandem aus Versehen die Nase breche? Selbstzweifel haben? Oder mich einfach stehen lassen, wenn ich dich küssen will?“
    Du starrst ihn verblüfft an: „Eigentlich wollte ich sagen nerven, aber okay.“
    Er lacht: „Du nervst mich nicht, außer du rennst wieder einfach weg.“
    „Das hab ich nicht vor“, flüsterst du und machst einen Schritt auf ihn zu, sodass du deine Arme um seinen Hals schlingen kannst.
    Als er seine Hände auf deine Hüften legt, schaut ihr euch lange an.
    „Ich bin in dich verliebt, Jungkook“, gestehst du und er fängt an zu lächeln, sodass dein Blick zu seinem Mund wandert. ‚Soll ich?‘, überlegst du, aber bevor du erneut Zweifel bekommen kannst, legst du deine Lippen auf seine und küsst ihn vorsichtig. Sobald Jungkook deinen Kuss erwidert, ziehst du ihn noch näher an dich heran und streichst ihm durch seine weichen Haare. Ihr steht eng umschlungen da und dir wird fast schwindelig vor Glück.
    Als du schließlich den Kuss unterbrichst, um kurz durchzuatmen, sagst du:
    „Also die Sache mit dem Scheinwerfer…“, aber du kannst den Satz nicht mehr beenden, weil Jungkook dich lachend wieder zu sich heranzieht und ein weiteres Mal küsst. Du schließt deine Augen und genießt den Moment.




    So people, das war die Fanfiktion. Eine weitere kommt bald. Werde hier den Link dazu oder das erste Kapitel veröffentlichen. Ich warte noch ein paar Tage, weil immer noch Leute abstimmen. 😊
    Vielen Dank für eure süßen Kommentare! ❤️❤️ die haben mich immer motiviert weiterzuschreiben.
    Bis zur nächsten Fanfiction!
    Eure Sophie

    42
    Hello Leute, hier ist das erste Kapitel der neuen Ff. Sobald sie veröffentlicht ist, poste ich hier den Link 😄

    Kapitel 1
    Zwanzig Minuten Verspätung. Oh man, nervig. Du stehst mit deinen zwei besten Freunden am Bahnhof in Gwangju und wartest auf den Nachtbus, der euch nach Seoul bringen soll.
    „Soll ich uns noch einen Kaffee kaufen?“, fragt Kia.
    Sora schüttelt ihren Kopf: „Lieber nicht, ich will im Bus schlafen.
    „Und was ist mit dir, dN (= dein Name)?“
    „Ich hätte gerne einen! Bring mir bitte ‘nen großen Americano mit!“
    Kia zwinkert dir zu und stürzt sich in die Menschenmenge, die sich um einen Kiosk in der Nähe der Gleise gebildet hat. Für elf Uhr nachts ist hier noch einiges los.
    Sora lässt sich seufzend neben dir auf einen Sitzplatz fallen: „Na, freust du dich schon auf Seoul?“
    Du zuckst mit den Schultern: „Ich weiß nicht. Ja doch, irgendwie schon. Aber so begeistert wie Kiki Bin ich nicht.“
    Sora fängt an zu grinsen: „Das ist auch unmöglich. Von allen Städten, die wir besuchen, ist Seoul ihre liebste.“
    „Sie hat sich wahrscheinlich schon entschieden.“
    „Gut möglich. Aber du auch, oder?“
    Du überlegst. Seit knapp zwei Wochen reist ihr durch Südkorea und schaut euch die größten Städte des Landes an. Einerseits wolltet ihr schon lange zu dritt verreisen, andererseits fangt ihr im Oktober an zu studieren und wollt euch davor noch die unterschiedlichen Unis anschauen. Kia redet schon seit eurem Abschluss davon, dass sie in Seoul studieren will und deine Eltern meinen, die Hochschule in Busan wäre das Beste für dich. Nur Sora ist völlig planlos, wo sie nach den Ferien anfangen soll.
    „Ich bin mir nicht hundert Prozent sicher“, meinst du.
    Sie nickt verständnisvoll: „Wir haben ja noch ein bisschen Zeit, um uns zu entscheiden.“
    Du willst nicht weiter über deine Zukunft reden und Sora scheint das zu bemerken, weil sie dich nichts mehr darüber fragt. Ihr schweigt, bis sie nach einer Weile sagt „da ist Kiki“ und auf eine Person deutet, die sich durch die Menschenmenge schlängelt. „Hm, wo hat sie denn den Kaffee? “
    Sofort erkennst du ihren roten Lockenkopf zwischen den Leuten. Kia färbt sich ihre Haare schon so lange, dass du gar nicht mehr weißt, wie eigentlich ihre natürliche Haarfarbe aussieht.
    „DN, du musst mir Geld leihen!“, ruft sie dir von weitem entgegen.
    Doch als du in dein Portemonnaie schaust, bemerkst du, dass du auch nur noch wenige Münzen besitzt.
    „Ich hab auch keins mehr“, sagst du, sobald Kia wieder bei euch ist.
    Du siehst dich in der Bahnhofshalle um und entdeckst einen Geldautomaten.
    Als du ihn den anderen zeigst, schüttelt Kiki nur ihren Kopf: „Hab meine Karte überzogen. Ich kann erstmal nichts abheben.“
    Du grinst: „War ja klar, dass dein Konto diesen Trip nicht überlebt.“
    Kia öffnet ihren Mund, um etwas zu erwidern, aber Sora unterbricht sie, indem sie losprustet. Du schließt dich ihrem Lachen an und schließlich muss auch Kiki kichern.
    Immer noch grinsend läufst du zu dem Automaten, um ein paar hundert Won abzuheben.
    Statt einen vierstelligen Pin-Code einzugeben, wirst du aufgefordert, deine Identität durch Fingerabdruck zu bestätigen.
    Verrückt. In meinem Heimatsdorf gibt‘s sowas nicht.
    Doch tatsächlich spukt der Automat die Geldscheine aus, sobald du deinen Daumen auf den Touchscreen drückst.
    An dem Kiosk kaufst du zwei Kaffees und danach macht ihr euch auf den Weg zu der Bushaltestelle direkt neben dem Bahnhof.
    Hier sind deutlich weniger Leute.
    Nach zehn Minuten kommt ein großer Bus und parkt direkt vor euch. Einige Menschen steigen aus. Als ihr dem Busfahrer eure Tickets vorzeigt, schüttelt der nur seinen Kopf: „Eure Namen stehen nicht auf der Liste.“
    „Was?“, du machst große Augen „das kann nicht sein.“
    „Schauen Sie noch einmal nach“, fordert Kia ihn auf. Sora boxt sie in die Seite: „Bleib freundlich!“
    „Tut mir leid, Mädchen“, meint der Busfahrer, nachdem er weiteres Mal die Teilnehmer durchgegangen ist.
    „Aber ich hab gestern gebucht und sogar eine Bestätigung bekommen“, sagst du und hältst ihm einen weiteren Zettel hin.
    Er schaut ihn sich genauer an: „Tatsächlich … hm, ich ruf mal in der Zentrale an.“
    „Machen Sie das!“, Kia verdreht ihre Augen „die werden uns ja hoffentlich nicht vergessen haben.“
    Nachdem der Fahrer kurz telefoniert hat, wendet er sich wieder euch zu: „Anscheinend wurdet ihr spontan noch auf einen anderen Bus umgebucht. Der hier ist schon voll.“
    Du schaust an ihm vorbei in den halbleeren Bus: „Ähm … okay. Und wann kommt dann der andere?“
    „Er sollte auch gleich da sein.“
    Ihr drei schaut euch an und Sora sagt: „Na gut, dann warten wir eben noch.“
    Und tatsächlich kommt nach wenigen Minuten ein kleines Busshuttle, auf dem in leuchtenden Buchstaben SEOUL steht.
    Ohne euch nur eines Blickes zu würdigen oder eure Tickets zu kontrollieren, lässt euch der Busfahrer einsteigen. Ihr seid die einzigen hier und sobald ihr sitzt, fährt das Shuttle los.
    Die Luft ist stickig und du wirst sofort müde. Da hat der Kaffee wohl nicht viel gebracht.
    „Ist ja cool! Ein ganzer Bus nur für uns allein“, freut sich Kia.
    „War ja klar, dass du das super findest. Mir kommt das alles ein wenig seltsam vor“, meint Sora und schaut sich erneut um.
    „Ach quatscht. Du hast zu viele Verschwörungstheorien gelesen. DN, was meinst du? Ist es nicht mega, dass wir allein hier sind?“
    Du willst eigentlich nicht zwischen die Fronten gelangen, stimmst aber Kiki zu: „So kann ich wenigstens in Ruhe schlafen.“
    Der Fahrer lässt – ähnlich wie in einem Taxi – eine Trennwand herunter und nun seid ihr vollkommen unter euch in dem hinteren Teil des Shuttles.
    Es wird immer wärmer in dem kleinen Bus.
    Auf einmal kannst du kaum noch wach bleiben und kuschelst dich in einen der Sitze. Kia ist bereits eingeschlafen.
    Nun gähnt auch Sora: „Vielleicht mache ich auch ein kurzes Nickerchen.“
    Die Hitze wirkt erdrückend und innerhalb weniger Sekunden bist du tief eingeschlafen.

    Du hast einen seltsamen Traum….
    „Ist sie das?“, fragt eine tiefe Stimme.
    „Ja, ich bin mir ganz sicher.“
    „Okay, dann nehmen wir sie mit.“
    „Und was machen wir mit den anderen?“, eine dritte Person spricht.
    „Keine Sorge. Wir kümmern uns um sie.“
    Oder träumst du überhaupt….

    Als du aufwachst, hast du starke Kopfschmerzen und dein Hals ist sehr trocken. Du brauchst unbedingt Wasser. Vorsichtig tastest du nach links, wo dein Rucksack liegen sollte, aber du greifst ins Leere. Deine Augen können sich kaum an das helle Licht gewöhnen. Ist es etwa schon morgen? Wie lange habe ich geschlafen? Sind wir schon in Seoul? Du versuchst dich aufzurichten, aber dir ist zu schwindelig.
    Eine Weile konzentrierst du dich nur auf deinen Atem. Als du dich stark genug fühlst, setzt du dich hin. Endlich kannst du dich umschauen und dein Herz beginnt zu rasen. Wo bin ich?
    Alles um dich herum ist schneeweiß. Du liegst auf einem Bett in einem kleinen Raum, der sonst nichts beinhaltet. Du bist vollkommen allein.
    Dein Kopf pocht und dir wird wieder schwindelig. Das ist nicht echt. Das kann einfach nicht echt sein.
    Alles dreht sich um dich herum, du kippst nach hinten weg und wirst ohnmächtig.

    Du spürst ein feuchtes Tuch auf deiner Haut und endlich wird es kühler.
    Wenn ich jetzt meine Augen aufmache, bin ich in dem Shuttle und neben mir sind Kia und Sora, versuchst du dich zu beruhigen.
    Du atmest tief ein und aus.
    „Bist du wach?“, fragt dich jemand.
    Aber die Stimme gehört weder Kia noch Sora, sondern einem fremden Mann. Wieder beginnt dein Herz schnell zu schlagen.
    Der Unbekannte tupft dir den Schweiß von der Stirn und du zwingst dich, ruhig zu bleiben. Ich muss träumen.
    Eine Zeit lang hörst du ihm zu, wie er im Raum umherläuft.
    Dann öffnest du vorsichtig deine Augen.


    https://www.testedich.de/quiz59/quiz/1553214058/Doppelgaenger-BTS-Got7-Fanfiktion-V-Jackson

Kommentarfunktion ohne das RPG / FF / Quiz

Kommentare (65)

autorenew

vor 313 Tagen flag
@Jana2000 danke 😊
Dienstag Abend werde ich das nächste Kapitel hochladen :) wsl aus Jungkooks Sicht, damit man die Situation mehr nachvollziehen kann
vor 313 Tagen flag
OMG deine Story ist der Wahnsinn, wann kommt das nächste Kapitel?
vor 313 Tagen flag
Neues Kapitel 😱😱😱😱😱😱😱 Ich war ein bisschen geschockt das Junkook Minho die Nase gebrochen hat 😓 Aber es ist ein gutes Kapitel 😊 Freu mich schon auf's nächste
vor 316 Tagen flag
Kann ich verstehen 😉 Hab heute auch erst eine Schulaufgabe geschrieben, und versucht ein neues Kapitel für meine FF zu schreiben. Es ist wirklich stressig 😶 Ich wünsche dir aber viel Glück 😊❤
vor 317 Tagen flag
Hey @Yuki Senju , freut mich wenn du die Geschichte magst 😊!
Grad ist es bei mir leider sehr stressig und ich muss viel lernen, deswegen weiß ich noch nicht, wann ich das nächste Kapitel hochladen werde. Aber diese Woche kommt auf jeden Fall noch eins.
❤️❤️
vor 317 Tagen flag
Hallo, hier bin ich !❤ Diese Story ist echt cool, und ich freu mich schon riesig auf den nächsten Teil 😍😊❤
vor 320 Tagen flag
@Jana2000 Heute oder morgen :)
vor 320 Tagen flag
Wann kommt das nächste Kapitel?
vor 326 Tagen flag
Wann kommt das nächste Kapitel?♡
vor 334 Tagen flag
Cool!! Freue mich schon wenn du weiter schreibst😁
vor 341 Tagen flag
Danke @Ati und @Kookie♡!
Ich versuche heute noch ein Kapitel zu veröffentlichen. Es ist ein bisschen länger als sonst und aus verschiedenen Sichten geschrieben. Hoffentlich gefällt es euch :)
vor 342 Tagen flag
@Sophie.abc ich wünsche dir auch Frohes neues Jahr. Auch wenn es etwas spät ist
vor 347 Tagen flag
@Sophie.abc ich wünsche dir auch einen schönen Rutsch ins neue Jahr 😉🎊🎉
vor 349 Tagen flag
Wieso musst du Höfhören wenn es spannend ist😭😅😅😉🤗
Freue mich wenn du weiter schreibst 🤗😉😁🙃
vor 350 Tagen flag
Freue mich schon darauf😁🤗
vor 350 Tagen flag
Danke @Kookie♡ 😊
bei mir standen einige Familienbesuche an, das war sehr anstrengend. Aber jetzt habe ich wieder Zeit und will bald weiterschreiben :)
vor 353 Tagen flag
Deine FF ist richtig spannend!👍👍
vor 353 Tagen flag
Sophie.abc ich wünsche dir auch Frohe Weihnachten😉
ich habe die Tage genoßen mit meinen Freunden und meiner Familie. Ich Hoffe du hattest es auch.

Ich weiß nicht ob ich die einzige bin ,aber ich hasse eigentlich Schule außer in den Ferien . Das ist irgendwie komisch oder?? Also bin ich nicht gestresst sondern gelangweilt 😭

Wie ist es bei euch so?
vor 356 Tagen flag
Schreib unbedingt weiter
vor 360 Tagen flag
Wann schreibst du weiter?

Ps:Deine ff ist mega gut 👍