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Ich und ich

Es handelt sich hier um eine ausgedachte Geschichte, die euch vielleicht gefallen könnte.

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    Ich und Ich „Camilla, Frühstück!“, rief meine Mutter von unten. „Ich komme schon!“, rief ich betont fröhlich zurück. Genervt stieg ich aus
    Ich und Ich
    „Camilla, Frühstück!“, rief meine Mutter von unten. „Ich komme schon!“, rief ich betont fröhlich zurück. Genervt stieg ich aus dem Bett und zog mir schnell etwas über, was sich bei genauerem betrachten als eine enge aber bequeme 7/8 Jeans und einen enges schwarzes t-Shirt herausstellte. Socken brauchte ich in Sandalen nicht. Also lief ich barfuß die Treppe herunter, wo ich mir eilig mein Frühstück machte und mir ein Pausenbrot einsteckte. „Tschüss!“, sagte ich und wollte gehen, doch mein Vater hielt mich zurück. „Verhau die Arbeit nicht! Du musst eine eins auf dem Zeugnis bekommen“ „Ich weiß Dad“, antwortete ich nur und verließ das Haus.

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    An der Schule angekommen machte ich mich sofort auf den Weg zum Klassenzimmer, wo Katie und Jana schon warteten. „Hey Cami“, begrüßten sie mich.
    An der Schule angekommen machte ich mich sofort auf den Weg zum Klassenzimmer, wo Katie und Jana schon warteten. „Hey Cami“, begrüßten sie mich. „Hey“ „Oh je, jetzt schreiben wir ja die Geschichtsarbeit!“, sagte Katie. Jana konterte: „Als hättest du noch nie eine Geschichtsarbeit geschrieben. Du bist 16!“ Katie streckte ihr gespielt beleidigt die Zunge heraus.

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    Die Arbeit viel mir wie erwartet leicht und am Ende des Schultages lief ich beschwingt nach Hause. „Und, wie ist es gelaufen?“, fragte mich mein V
    Die Arbeit viel mir wie erwartet leicht und am Ende des Schultages lief ich beschwingt nach Hause. „Und, wie ist es gelaufen?“, fragte mich mein Vater sofort. „Ich habe ein gutes Gefühl. Die Arbeit war leicht.“ „Sehr gut“, meinte meine Mutter, „Dann hoffen wir mal, dass sie wirklich so gut ist, wie du sagst. Eine schlechte Note brauchst auf deinem Zeugnis ganz bestimmt nicht“ Manche dachten vielleicht, dass meine Eltern sich wie alle anderen einfach über gute Noten freuten, aber das stimmt leider nicht. Ich sollte überall Einsen haben, zweien wurden schon ungern gesehen und alles darunter ging gar nicht. Nach dem Mittagessen ging ich hoch in mein Zimmer um die Hausaufgaben zu erledigen.

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    Ein paar Tage später hatten wir wieder Geschichte. Unser Lehrer Mr Braun kam herein, unsere Arbeiten unter dem Arm. Sofort fing er an sie zu verteile
    Ein paar Tage später hatten wir wieder Geschichte. Unser Lehrer Mr Braun kam herein, unsere Arbeiten unter dem Arm. Sofort fing er an sie zu verteilen. Meine war die letzte. Er legte sie bedächtig auf den Tisch. Verwundert nahm ich das Heft in die Hand und schlug es auf. Am liebsten hätte ich es sofort wieder zugeschlagen. Eine 2-? Ich hatte meinen Eltern schon das Gefühl einer 1 vermittelt und jetzt das. Verzweifelt fuhr ich mir mit den Händen durchs Gesicht. Von den folgenden Unterrichtsstunden bekam ich nicht viel mit. Ich überlege fieberhaft, wie ich meinen Eltern die Sache mit der Note möglichst gut beibringen konnte. Der Weg nach Hause kam mir kürzer vor als sonst. Schon stand ich vor der Tür. Was sollte ich sagen? „Da bist du ja endlich!“, flötete meine Mutter. „Hast du die Arbeit zurück?“, fragte mein Vater. „Ist im Ranzen“ Hörte ich mich sagen. Dann lief ich die Treppe hoch in mein Zimmer. Abschließen konnte ich nicht. Ich hatte keinen Schlüssel. Also schloss ich die Tür nur hinter mir und legte mich aufs Bett. Knapp zwei Minuten später hörte ich Dad wütend brüllen und schimpfen. Nichts neues für mich, doch irgendwie war es diesmal anders. Es machte mich nicht traurig oder ängstlich, sondern wütend. Ich stand auf und sah an mir herunter. Ich sah aus wie eine Jugendliche, die nicht mit den Schicki-Mickis oder den Beliebten abhing, sondern einfach nicht auffallen wollte. Das war jetzt vorbei, beschloss ich. Entschlossen ging ich zu meinem kleinen Schminktisch, doch das richtige war nicht dabei. Auswahl hatte ich auch kaum. Ich hatte nie wirklich Interesse an Make-up gezeigt. Also schlich ich mich aus meinem Zimmer, die Treppe herunter und aus dem Haus. Niemand hatte mich bemerkt. Dann stieg ich auf mein Fahrrad und fuhr in die Innenstadt. Vor Rossmann hielt ich an. Ich ging rein und von dort gleich weiter zum Make up. Ich wählte dort einen schwarzen Eyeliner, Lippenstift in Rot, Pink, Violett und Schwarz, Lotion, sowie schwarzen und pinken Lidschatten. Auf dem Weg zur Kasse griff ich mir noch ein paar künstliche Wimpern. Das müsste reichen. Aus Rossmann raus ging ich noch zum gegenüberliegenden Modehaus. Dort kaufte ich mir schwarze Hosen in verschiedenen Längen, eine schwarze Lederjacke, mehrere Tops in verschiedenen Längen und Farben und in der Schuhabteilung ein schwarzes Paar hoher Schnürstiefel und schwarze Sneaker. Voll bepackt verließ ich den Laden wieder. Mein Fahrrad wackelte bedenklich unter den Tüten, doch ich schaffte es ohne Komplikationen nach Hause. Dort betrat ich das Haus durch die Hintertür, um mich hereinschleichen zu können. Klappte nur leider nicht. „Was wird das hier Camilla?“, fragte sie erstaunt, als sie mich mit den ganzen Tüten sah. „Ich war einkaufen“, sagte ich wahrheitsgemäß. „Das sehe ich. Und was hast du eingekauft? Deine Sachen passen dir doch noch.“ „Ach, so dies und das“, sagte ich lässig. Nun kam auch noch Dad dazu. „Wo zum Henker hast du gesteckt?“, donnerte er. „Ich war einkaufen“, wiederholte ich. „Zeig mal her!“, forderte er. „Die habe ich mir von meinem eigenem Geld gekauft. Also nein, ich zeige sie dir nicht!“, antwortete ich trotzig und lief mit meiner Beute nach oben. „Über deine Note sprechen wir auch noch!“, tobte er weiter. Oben in meinem Zimmer packte ich die Sachen schnell in ein Geheimfach in meinem Kleiderschrank. Am nächsten Tag warf ich mich in eine diesmal schwarze 7/8 Hose, ein Pinkes Top mit Aufdruck und meine Lederjacke. Dazu die schwarzen Sneaker und ein passendes Make up aus Eyeliner, schwarzem Lidschatten, Wimperntusche und Lippenstift. Ohne Pausenbrot und tschüss zu sagen lief ich mit meiner Schultasche nach draußen. Meine Mutter hatte mich kurz bevor ich rausgerannt war einmal verschreckt angesehen und den Satz „So gehst du aber nicht aus dem Haus“ begonnen zu sagen, aber ich habe sie nicht angehört. In der Schule war die Reaktion ähnlich. Meine Freunde waren regelrecht schockiert, doch den „Cooleren“ schien es zu gefallen. In der Pause kam Aaron -Mitglied der „Coolsten“- auf mich zu. „Hey, scheinst ja doch noch die Kurve gekriegt zu haben“, sagte er zu mir. „Ja, scheint so“, warf ich lässig zurück. „Hör mal, heute Abend findet bei Finn ne Party statt. Bock zu kommen?“, fragte er. Ich war etwas überfordert und auch etwas sauer. Ich meine, das waren die beliebtesten und coolsten der Schule. Es war eine Ehre mit ihnen abhängen zu dürfen. Und trotzdem. Ich hatte nur grundlegend meinen Look geändert und schon waren sie an mir interessiert. „Klar komme ich“, sagte ich mit fester Stimme. Ich werd’s allen zeigen, dachte ich.

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    Die genaue Uhrzeit und die Adresse teilte mir Aaron per Mail mit. 20 Uhr. Da ich keine Lust hatte mir das Geschrei meiner Eltern anhören zu müssen,
    Die genaue Uhrzeit und die Adresse teilte mir Aaron per Mail mit. 20 Uhr. Da ich keine Lust hatte mir das Geschrei meiner Eltern anhören zu müssen, beschloss ich den Nachmittag bei meiner Freundin Katie zu verbringen. Sie fand meine Veränderung zwar nicht allzu gut, doch sie akzeptierte es. Bei Katie taten wir alles um mich auf die Party vorzubereiten. Als es soweit war bestellte ich mir ein Taxi, verabschiedete mich von Katie, die mir viel Glück wünschte und stieg in das eingetroffene Taxi. 10 Minuten später stand ich vor Finns Haustür. Den Partylärm konnte ich bis hier hören. Die Tür schien offen zu sein. Aus reiner Höflichkeit klingelte ich dennoch. Gehört wurde es natürlich nicht, also trat ich durch die Tür. Drinnen war es 10 -mal so laut, wie ich es draußen gehört hatte. Um mich herum waren nur Jugendliche die ich nicht kannte. Die Mädchen trugen meist ziemlich kurze Kleider, die Jungs waren sehr unterschiedlich gekleidet. Die meisten waren in kurzer Hose und T-Shirt gekommen. Ich drängte mich durch eine Lücke aus dem Flur in das Wohnzimmer, wie ich vermutete. Hier war es genauso voll, allerdings konnte ich Finn und Aaron mit Michelle und Marie -alles welche von den „Coolsten“- hinten vor der geöffneten Terrassentür erkennen. Vorsichtig bahnte ich mir einen Weg zwischen den hoffnungslos betrunkenen Jugendlichen durch zu ihnen. „Hey! Du bist ja wirklich gekommen!“, begrüßte mich Aaron. Dann wandte er sich an seine Freunde: „Ihr kennt Camilla doch, oder?“ „Cami“, sagte ich schüchtern. Aaron sah mich fragend an. „Nicht Camilla, einfach Cami“, sagte ich diesmal lauter. Anscheinend hatte er mich nun (auch durch den Lärm) gehört. „Hol dir auch was zu trinken!“, schrie mich Michelle an. Sie trug ein knallrotes Minikleid, High Heels mit 10 cm Absätzen und sehr lange falsche Wimpern. Schnell ging ich in die Richtung wo ich die Theke vermutete und stellte mich in die kurze, kaum ersichtliche Schlange. Ich sah an mir herunter. Ich trug eine sehr kurze schwarze Hose, ein Pinkes Top und meine Kniehohen Stiefel, sowie falsche Wimpern und ein drastisches Make up. Ich war zufrieden. „Was darfs sein?“, fragte mich der Barkeeper, der höchst wahrscheinlich auch ein Schüler war. Oh, darüber hatte ich noch gar nicht nachgedacht. „Stark oder nicht so stark?“, fragte er weiter. Ich musste nicht lange überlegen. „Stark“ Wenn schon, denn schon, sagte ich mir. Er sah mich noch einmal an, dann schon er mir mit Schwung ein Glas zu. Ich nickte und verschwand wieder zu Aaron und den anderen. Es war schön hier mit ihnen abzuhängen, obwohl meine Ohren ordentlich dröhnten. Und bei einem Glas blieb es auch nicht. Wie viele es am Ende waren? Keine Ahnung. Auf jeden Fall drehte sich jetzt alles, mir war übel und schwindelig. Es wurde leerer. Auf dem Rasen sah ich Aaron. Ich torkelte zur Terrassentür und über die Terrasse. Doch weiter kam ich nicht mehr. Ich stürzte auf den Rasen, dann wurde mir schwarz vor Augen.

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