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Todesangst - Time to die

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13 Kapitel - 13.098 Wörter - Erstellt von: Asyra - Aktualisiert am: 2016-10-12 - Entwickelt am: - 15.761 mal aufgerufen - User-Bewertung: 5 von 5.0 - 25 Stimmen- Die Geschichte ist noch in Arbeit

Vertraue niemanden. Nicht mal deiner Familie. Denn du weißt nicht, wer sie sind. Du kannst nur an dich glauben. Du bist allein. Aber nicht ganz. Denn sie lauern dort. Sie warten. Sie kennen deine Schwächen. Sie sind hier. Vielleicht schon in deinem Zimmer. Du siehst sie erst, wenn es zu spät ist...

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    Die blutige Hand schlug gegen mein Fenster. Mein Schrei ging im Donner unter, ein Blitz zuckte und erleuchtete die Gestalt draußen. Wimmernd und schl
    Die blutige Hand schlug gegen mein Fenster. Mein Schrei ging im Donner unter, ein Blitz zuckte und erleuchtete die Gestalt draußen. Wimmernd und schluchzend wich ich an die Wand zurück, weit weg vom Fenster. Im selben Moment ging knarrend und langsam meine Tür auf. Die verschlossene Tür. Ein kalter Windzug streifte mich, ein rasselndes Atmen erklang und ich konnte durch den breiter werdenden Spalt eine Bewegung in der Dunkelheit erkennen....

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    ((maroon))((bold))Zuvor...((ebold))((emaroon)) Alles fing an einem Dezemberabend an. Wir saßen in unserer Waldhütte, in der wir die Ferien verbracht
    Zuvor...

    Alles fing an einem Dezemberabend an. Wir saßen in unserer Waldhütte, in der wir die Ferien verbrachten. Wir - das sind meine konfuse Mum, mein cooler Dad, meine kleine Schwester Lena (11) und mein kleiner Bruder Marco (8). Ach ja, und natürlich ich. Ein normaler Teenager. An jenem Abend brannte ein warmes Feuer im Kamin und in einer Ecke dudelte ein Radio eher unbeachtet vor sich hin. Lena malte, mein Bro haute auf seinem Nitendo rum und ich saß an meinem Handy. Mum beehrte die Küche, die sich im Zeitalter von Ofenpizza und Fast Food zunehmender Nutzlosigkeit erfreute, mit ihrer seltenen Anwesenheit, Dad blättere in einer Zeitschrift, während sich der Ohrensessel unter ihm ächzend durchbog. Alles wie immer. Doch dann fing Captain Flint, unser Familienhund an, wild zu bellen. Der große, schwarze Mischling jagte zum Fenster, an das sich die Nacht drückte, sprang knurrend daran hoch. Dad brüllte, Mum seufzte und Lena kicherte. Ich erbarmte mich und trat zu Flint, versuchte ihn zu beruhigen. Doch im selben Moment klingelte es an der Tür und das Bellen ging nahtlos in ein erbarmungswürdiges Winseln über. Verwirrt kniete ich mich neben den Hund, der förmlich zu schrumpfen schien. Was konnte ihn so durcheinander bringen? Dad stand auf, um die Tür zu öffnen, doch noch ehe er sich aus dem Sessel erhoben hatte, war Lena bereits an ihm vorbeigeschlüpft. «Ich mach auf!», verkündete sie überflüssigerweise. Ich weiß nicht, ob es Zufall war, aber mein Blick glitt beiläufig zur Wanduhr. Ich weiß noch, dass ich mich fragte, wer um Himmels Willen noch um 22:20 zu Besuch kam. Das jemand zufällig unsere Waldhütte fand, war eher unwahrscheinlich, immerhin war es eine Stunde Fußmarsch bis zum nächsten Dorf, und selbst jenes war nicht unbedingt das, was man blühende Metropole nannte. Ich hörte wie Lena die Tür öffnete, ich sah wie Flint mit eingezogenem Schwanz in der Küche verschwand und ich sah, wie mein Bruder ruckartig den Kopf hob. Sein Gesichtsausdruck wurde irgendwie seltsam...so kalt. Hart. Ich wusste nicht, was überhaupt los war und beschloss, das der Abend gelaufen war. Dann erreichte Dad die Haustür und ich hörte - nichts. Angespannte Stille senkte sich über die Hütte, nur das Radio dudelte schief und kläglich, sodass es unheimlich wirkte. Ich wusste, dass Mum in der Küche lauschte, wer wohl an der Tür war. Von dort kam aber nichts. Meine Beine zitterten unwillkürlich, als ich einen Schritt Richtung Hausflur machte. Mit der winterlichen Kälte schien plötzlich etwas bedrohliches in die Wohnung gekrochen zu sein. Aber das war doch absurd, was sollte schon los sein? Ich verfluchte mich für meine Fantasie und trat energisch in den Flur. Dad stand stumm und kreidebleich an der Haustür, Lena fest an sich gedrückt. Einen Moment dachte ich, sie weinte stumm, doch dann erkannte ich, dass sie gegen Dads Griff ankämpfte und versuchte nach draußen zu gehen. Noch einen Schritt und ich erblickte ein Mädchen, dass vor der Tür stand. Sie war höchstens 9 oder 10, trug ein weißes Spitzenkleid und war barfuß. Ich hatte keine Zeit mich zu wundern, wieso sie nicht fror. Denn ich sah in ihr Gesicht. Sie hatte pechschwarze Augen, selbst das weiß um die Iris war schwarz. Ich wusste nicht, was los war, aber panische Angst überkam mich. Das Mädchen....sie wirkte nicht menschlich. Ich wich zurück, mein Herz schlug schneller, ich sah ihr kurz in die Augen. Ein Fehler. Ich bekam keine Luft mehr, konnte mich nicht rühren. Sie sah uns an und lächelte strahlend. «Bitte lasst mich ein. Es wird nicht lange dauern». Dad stockte und zögerte. Ich wollte schreien, konnte aber nur den Kopf schütteln. Ich fühlte mich bedroht, verfolgt. Dann warf Dad die Tür mit einem Ruck zu und sperrte das Kind aus. Ich sah wie er absperrte. Ich sah, wie Lena weiter die Tür anstarrte. Ich hörte keinen Laut, doch ich spürte es. Sie ist da draußen. Und sie wird wiederkommen ... Und ich wusste es, ich hatte es im Gefühl, dass etwas passieren würde. Bald...

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    Das Abendessen war eine bedrückende Angelegenheit, alle versuchten hin und wieder erfolglos, die Stimmung zu lockern, ohne ersichtlichen Erfolg. Das
    Das Abendessen war eine bedrückende Angelegenheit, alle versuchten hin und wieder erfolglos, die Stimmung zu lockern, ohne ersichtlichen Erfolg. Das Mädchen ging mir nicht aus dem Kopf, ständig huschte mein Blick im Esszimmer umher, ich hatte das Gefühl, sie könnte plötzlich hinter mir stehen, mit ihren ausdruckslosen, schwarzen Augen. Ich glaubte fast, sie zu hören, zu spüren. Wie sie sich näherte...mein Herz schlug wieder schneller und ich rutschte näher zu Dad. Solange wir gemeinsam im Zimmer waren, konnte nichts passieren. Oder? Gleich darauf versuchte ich mich halbherzig über meine Paranoia zu amüsieren, wobei ich kläglich scheiterte. Die Angst saß tief. Wo war die gemütliche Sicherheit des Hauses? Wie konnte ein kleines Mädchen alles verändert haben? Ich wusste es nicht. Ich wusste aber, dass ich klar denken musste. Schließlich waren wir im Haus sicher. Oder? Plötzlich schoss mir ein Gedanke durch den Kopf und ich sprang auf. Die Fenster! Es war kindisch, aber sobald ich dran dachte, spielte meine Fantasie verrückt. Die meisten Fenster waren fest verriegelt. Aber nicht im Bad! Ich versuchte unauffällig zu sein. «Bin kurz auf Klo, ja?». Ich schaffte es sogar, mit festen Schritten durchs Wohnzimmer und in den Flur zu gehen. Jener lag im Dunkeln und war schmal und lang. So lang, dass er bereits nach zwei Metern in völlige Schwärze führte. Einzig durch das Fenster in der Haustür, rechts von mir, fiel diffuses, gräuliches Licht. Die Haustür hatte etwas beängstigendes und das Türschloss erschien mir wenig vertrauenswürdig. Die Wände schienen noch näher zusammen zu rücken, als ich vorsichtig in den Flur trat. Ich streckte die Hand nach dem Lichtschalter aus und verharrte in der Bewegung. Aus unerfindlichen Gründen bekam ich Angst. Angst, was dort lauern könnte. Du spinnst, sagte ich mir. Was sollte da schon sein? Langsam wurde ich echt lächerlich. Ich sollte mich beherrschen und jetzt einfach Licht anmachen! Und doch, die Stimmen meiner Eltern zwei Zimmer weiter schienen plötzlich weit entfernt. Unerreichbar, als wären sie sicher im Licht und ich abgeschnitten, hilflos ausgeliefert. Aber wem denn bitteschön? Endlich gehorchte mir mein Körper wieder. Ich legte den Lichtschalter um und sah - nichts. Ein leerer Flur. Was hatte ich erwartet? Gerade atmete ich erleichtert auf, als...ich den Schatten sah. Er verschwand am Ende des Flurs. Ein Schatten! Oder doch nur eine Sinnestäuschung? Ich atmete schneller, ballte meine Hände zu Fäusten und wusste nicht, was schlimmer war: Folgte ich weiter meiner Absicht, würde ich in dieselbe Richtung müssen wie der Schatten. Wenn ich zurück ging, würde ich der Tür näher kommen. Und zurück zu meinen Eltern? Da müsste ich beiden den Rücken zukehren. Sobald ich das dachte, wirbelte ich einmal panisch um die eigene Achse. Schlich etwas von hinten heran! Ich biss wimmernd die Zähne zusammen. Wo war das Heimatgefühl geblieben? Unsere Waldhütte, unser Rückzugsort war plötzlich etwas unbekanntes. Feindseliges. Ganz kurz dachte ich, dass ich durch mein Zittern bestimmt Kalorien verbrannte. Sportersatz. Ein irres, verzweifeltes Lachen entrang sich meiner Kehle und erschreckte mich selbst. Ich drückte mich mit dem Rücken zur Wand und schloss die Augen, um runter zu kommen. Im selben Moment bereute ich es, aus Angst, was ich sehen würde, wenn ich sie wieder öffnete. Angespannt lauschte ich. Nichts. Langsam sammelte ich mich, biss die Zähne zusammen und riss die Augen auf. Alles gut. Schritt um Schritt ging ich den Flur entlang, der plötzlich um das dreifache länger schien. Bei jedem zweiten Schritt drehte ich mich ruckartig herum, um mich zu vergewissern, dass nichts hinter mir war. Der Flur endete in einer halb geöffneten Tür, hinter der das Wäschezimmer lag. Links daneben führte eine Wendeltreppe ins Obergeschoss, rechts lag Badezimmer. Rasch Schloss ich das Wäschezimmer ab, da der Schatten dort verschwunden war. Falls es wirklich ein Schatten und keine Einbildung gewesen war, ich wusste es nicht. Langsam, ganz langsam drückte ich dir Klinke zum Badezimmer herunter. Wartete kurz. Sammelte meinen Mut, sah mich gehetzt um. Warum war es so still? Wo waren meine Eltern? Warum hatte ich nicht Dad gebeten, mich zu begleiten? weil du nicht auf Weltreise gehst, murmelte ich kaum hörbar. Meine Handfläche rutschte auf dem Türgriff, so schweißnass war sie bereits. Meine Lippen waren blutig gebissen. Ich sah zurück auf den Flur. Meine Güte, wieso war ich so ein Angsthase? Genervt von mir selbst und in einem Anflug von heldenhaftem Mut tastete ich mit einer Hand durch den Spalt in der Tür nach dem Lichtschalter im Bad. Rechnete jede Sekunde damit, dass etwas darin mich plötzlich packen und reinzerren würde um mich anschließend...was? Was eigentlich? Was konnte mir hier schon geschehen? Das Licht ging an und ich lugte ins Bad. Leer. Was denn sonst? Seufzend ließ ich mich auf den Klodeckel fallen und gab mir Zeit, wieder zu Atem zu kommen. Ich war so lächerlich. Wo war eigentlich mein Handy? Grinsend zog ich es aus der Hosentasche. Ich musste mit meiner ABFF unbedingt reden. Gemeinsam drüber zu lachen, wie paranoid ich war, würde bestimmt helfen. Ich setzte mich auf dem Klo in Pose und machte ein Selfie, schrieb darunter
    {Habe gerade eine halbe Stunde gebraucht. Jetzt mein Ziel erreicht: Klooo! Und kein Monster: D}
    Sandra wusste von dem Mädchen und meiner Angst, ich hatte es ihr vor dem Abendessen geschrieben. Sie würde kapieren was ich meinte. Also schickte ich das Bild weg und versuchte meine Haare zu richten. Ein leichter Windzug verirrte sich durch das gekippte Fenster oberhalb der Klos und kühlte mein verschwitztes Gesicht. Ich atmete lächelnd auf, lachte über mich und wartete. Es dauerte nur fünf Minuten, bis Sandra antwortete. Ich überlegte gerade, welchen Lipgloss ich morgen nehmen sollte und sah nur nebenbei aufs Handy. Schockwellen überrollten mich. Sandra hatte nur zwei Wörter geschrieben. Fett und in Großbuchstaben, mit einem Dutzend Ausrufezeichen.

    { HINTER DIR!}

    Darüber das Selfie von mir. Aber ich war nicht alleine. Am Fenster hinter mir stand eine Gestalt. Ein kaum erkennbarer Umriss vor der Nacht. Undeutlich, verschwommen, schemenhaft. Im selben Moment krachte etwas hinter mir gegen das Fenster. Ich wirbelte herum und...

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    Ich schrie. Die Gestalt stand da, reglos, unterschied sich kaum vom Dunkel der Nacht hinter ihr. Ich atmete stoßweise, zu keinem klaren Gedanken fäh
    Ich schrie. Die Gestalt stand da, reglos, unterschied sich kaum vom Dunkel der Nacht hinter ihr. Ich atmete stoßweise, zu keinem klaren Gedanken fähig, spürte meine Herz so schnell schlagen, dass es weh tat. Ich konnte keinen klaren Gedanken fassen, die Vernunft konnte sich nicht gegen die Panik durchsetzen. Ich kann nicht beschreiben, wie man sich in so einer Situation fühlt. Ich konnte das Blut in meinen Ohren rauschen hören, ich zitterte am ganzen Körper, mir wurde heiß und doch fror ich. Dann übernahm mein Körper und ich rannte schon den Flur entlang, bevor ich es bewusst wahrnahm. Mit jedem Schritt wuchs die Angst, dass ich verfolgt wurde, dieses Etwas dicht hinter mir wahr. Ich konnte fast schon einen Atem hinter mir hören, den Hass spüren. Eine Hand, die mich im Genick packen und zu Boden reißen würde...es war als zöge sich der Flur in die Länge, je weiter ich kam. Mein Herz raste, ich fürchtete es würde gleich stehen bleiben. Ich rang nach Atem. Und dann erreichte ich die Küche. Ein rascher Blick nach hinten zeigte, dass ich nicht verfolgt wurde. «Ich dachte du wolltest noch was essen?», fragte Mum säuerlich. Sie stand an der Spüle, der Tisch war bereits abgeräumt und das Geschirr stapelte sich auf der Anrichte. Ich entschuldigte mich kleinlaut und trat zu ihr, froh über ihre Nähe. Lena und Marco hatten Dad zum Kartenspiel überredet. Eine ganz normale Szene in einer ganz normalen Familie. Mein Blick aber wanderte immer wieder zur Tür. Ich brachte es nicht fertig, ihr den Rücken zuzukehren, ich weiß nicht warum. Schließlich räusperte ich mich.. «Dad...ich habe da was im Bad gesehen...». Wie sollte ich das erklären? Das klang alles so lächerlich! Dad hob den Kopf. «Du warst ja auch ziemlich lange weg». Ich verdrehte die Augen, während Lena kicherte. «Sie liest immer auf dem Klo. Oder spielt Handy». Marco grinste, ich fauchte wütend. «Gar nicht wahr!». Aber insgeheim hätte ich beide knuddeln können. Das Handy. «Nein Dad, da war wirklich was». Mit diesen Worten suchte ich das Bild und reichte ihm siegessicher das Handy. Ich konnte sehen wie Lena neugierig den Kopf reckte und sich Dads Gesichtsausdruck zu genervt wandelte. «Und was genau soll da sein?». Ich sah ihn ungeduldig an, biss die Zähne zusammen. «Am Fenster. Hinter mir. » «Was genau soll da sein?». Wütend lief ich um den Tisch, deutete auf die Gestalt im Bild. Doch Dad sah gereizt aus. «Was soll das eigentlich, Linda?». Da war kein Humor in seiner Stimme. Kein Funke Schalk. Er meinte es ernst. Und mir lief es kalt den Rücken hinunter. Da war doch die Gestalt. Auf dem Foto! Warum...wurde ich verrückt? Aber Sandra hat es doch... Ich atmete tief durch. «Tut mir leid. Aber...kannst du nachher im Bad das Fenster zumachen?» Er sah mich verständnislos an, zuckte dann die Schultern. Ich atmete auf. «Wollen wir hochgehen?», fragte ich meine Geschwister. Ich wollte auf keinen Fall alleine wieder durch den Flur müssen. Zum Glück nickten beide sofort. «Aber nur wenn du uns was vorliest», strahlte Lena und ich stimmte notgedrungen zu. Dann kam mir ein grandiose Idee, während ich beide an der Hand nahm. «Wir können heute auch alle im einem Zimmer schlafen, was sagt ihr?». So würde ich nicht alleine sein und konnte gleichzeitig auf sie aufpassen, redete ich mir ein.

    Nach zweieinhalb Stunden herrschte Ruhe im Haus. Ich lag in meinem Bett, Lena und Marco hatten ihre Matratzen auf dem Boden deponiert, ihre Kuscheltiere beanspruchten nahezu das ganze Zimmer. Eine Nachttischlampe brannte, ich weigerte mich sie auszuschalten, was Lena dazu brachte, sich die Decke über den ganzen Kopf zu ziehen. Ich fragte mich amüsiert, wann es ihr wohl zu warm werden mochte, doch sie war erstaunlich ausdauernd. Beide atmeten ruhig, Marco begann im Schlaf zu singen und ich musste lächeln. Es wirkte im Moment alles friedlich. Vielleicht hatte ich mir vorhin alles eingebildet. Bald würde es wieder Tag sein und alle Nachtgespinste verschwinden, als seien sie nie da gewesen. Ein Lächeln stahl sich auf meine Lippen und ich kuschelte mich ins Bett. Ich war schon am eindösen, als sich plötzlich Lena und Marco synchron mit einem Ruck aufrichteten. Die Bewegung schreckte mich auf und ich blinzelte. Reglos starrten beide zur Zimmertür, die ich geschlossen hatte. Hatten beide einen Albtraum gehabt? Dann sollte ich sie vielleicht trösten? Im selben Moment drehten beide gleichzeitig den Kopf zu mir und mein Herz blieb stehen. In ihren Gesichtern lag der gleiche Ausdruck wie vorhin bei Marco. Hart, kalt. So unbekannt. Ihre Kindlichen Züge waren entstellt und wirkten wie Masken. Panik stieg in mir auf und ich wagte nicht, mich zu rühren. Die Augen zugekniffen bis auf einen kleinen Spalt drückte ich mich in die Matratze. Ich wagte nicht zu atmen, spannte mich an, bereit...bereit zu was? Die beiden waren meine Geschwister! Langsam standen sie auf, Lenas blonde Haare wallten unheimlich um sie herum, der Boden knarzte. Meine Hände krallten sich in die Decke. Was konnte ich tun? Was! Marco kam auf mein Bett zu. Ein Schrei kroch in mir hoch und blieb in meiner Kehle stecken. Er kam näher. Der Boden gab leise Knackgeräusche von sich, die Schreibtischlampe summte noch. Noch drei Meter. Ich verkrampfte mich, meine Beine zuckten leicht, als führten sie Eigenleben. Ich wollte aufspringen, rennen, schreien. Und lag doch reglos hier und wartete. Dann erreichte er mein Bett und ich kniff halb die Augen zu. Atmete schneller als nach einem Sprint. Ich spürte ihn neben mir. Seine Anwesenheit war ein Schatten der sich über mich legte, mich zu ersticken drohte. Er hob die Hand, mit diesem kaltem Gesicht und ich Schloss die Augen. Ich wollte das nicht mehr sehen. Und dann klickte es und ich wusste mit schrecklicher Gewissheit, dass er die Lampe ausgemacht hatte. Nun musste es stockdunkel sein, vielleicht schien durch ein Fenster der Mond. Doch dies war kein Trost, denn in dieser Nacht war Mondlicht für mich kalt, abweisend. Ich erwartete bang, was jetzt geschehen würde und war doch nicht darauf vorbereitet, als sich eine kalte Hand auf meine Stirn legte. Ich glaubte kurz ich würde an Herzinfarkt sterben. Gleich würden mein Herz explodieren, mein Körper zusammensacken. Schweißperlen erschienen auf meiner Stirn, meine Hände waren starr. «Es wird nicht lange dauern», sagte eine Stimme. Sie klang wie Marcos, doch gleichzeitig viel zu gefühllos für ein Kind. Ich hätte nicht gedacht, dass ich noch mehr Angst empfinden könnte, doch die Worte hallten durch meine Gedanken. Es wird nicht lange dauern. Ganz normale Worte. Doch genau dieselben hatte das Mädchen gesagt. Mit der alles angefangen hat.

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    Die Worte sandten Schockwellen durch meinen Körper. Ich fühlte mich schutzlos, alleine. Wer konnte mir helfen? Konnte überhaupt jemand...? Ich spü
    Die Worte sandten Schockwellen durch meinen Körper. Ich fühlte mich schutzlos, alleine. Wer konnte mir helfen? Konnte überhaupt jemand...? Ich spürte noch immer Marcos Hand auf meiner Stirn, es war als würde die Kälte mich versteinern, wie ein schweres Gewicht auf mir liegen und mich ganz langsam erdrücken. Meine Muskeln zitterten vor Anspannung. Dann plötzlich war es weg. Ich weiß nicht, ob ich kurz bewusstlos gewesen war oder wegen Todesangst einen Blackout hatte. Ich weiß es nicht. Jedenfalls war ich alleine...oder? Ich wagte nicht die Augen zu öffnen, meine Fantasie sponn wilde Vorstellungen. Was, wenn sich im selben Moment etwas über mein Bett beugt? Über mich beugt, die Hände oder Krallen nach mir ausstreckt...ich konnte es vor meinem inneren Auge sehen. Einen Schatten, der langsam über meinen Fußboden kroch, vielleicht aus meinem Schrank kam, oder sich aus dem Wäschehaufen in der Ecke erhob. Wie er über die Kuscheltiere glitt, unaufhaltsam auf mich zu. Vielleicht würde ich gleich Krallen scharren hören. Fauliger, nach Aas riechender Atem würde gleich neben mir die Luft bewegen...Vielleicht würde er sich unter meinem Bett verstecken um, sobald ich vollständig schlief, ganz vorsichtig hervorzukriechen und nach oben auf meine Matratze zu tasten. Mit einer unheimlichen Zielstrebigkeit würde es nach meiner Kehle greifen. Oder meinem Handgelenk. Mich packen, mit hartem, festem Griff und mit unbändiger Kraft aus dem Bett reißen! Ich riss die Augen auf, ich konnte nicht anders. Es war stockdunkel, ich sah nicht mal Umrisse, was mich nicht wirklich beruhigte. Vorsichtig tastete ich unter mein Kopfkissen, wo ich mein Taschenmesser, Taschentücher, eine Kette und eine Taschenlampe versteckt hatte. Ich atmete tief durch und schaltete die LED-Lampe an. Das kalte, bläuliche Licht schnitt eine Lichtbahn durch mein Zimmer. Ich leuchtete in jede Ecke, lehnte mich dabei mit dem Rücken an die Wand. Im Moment war die Vorstellung, eine Spinne könnte an der Wand hocken nebensächlich, ich vergaß meine Arachnophobie sogar komplett. Das Zimmer war leer. Ganz leer. Wo waren Lena und Marco? Ich sah zur Tür, die einen Spalt offen stand. Nein. Oh nein, bitte nicht. Ich musste Mum und Dad warnen! Wo waren meine kleinen Geschwister? Was war mit ihnen geschehen? Was hatten sie vor? Und noch wichtiger: Wann würde dieser Albtraum enden? Ich weiß nicht, wie lange ich so dalag, fest in die Bettdecke gewickelt wie in einen Kokon, ein Schutz, die letze Barriere zur brutalen Realität. In dieser Stunde erkannte ich, erfuhr ich das erste Mal, was wirklich Alleinsein heißt. Es heißt nicht, depressiv in seinem Zimmer zu hocken und mit der ganzen Welt auf Kriegsfuß zu stehen. Es heißt nicht, gegen den Strom zu schwimmen oder nachts ohne Begleitung im Wald zu sein. Nein. Alleinsein war es, wenn man niemanden, wirklich niemanden hatte, der einem helfen konnte. Kein Arzt, keine Eltern, keine Freunde. Ich WAR allein. Selbst Flint war nicht da, was mir im Nachhinein betrachte schon hätte früher auffallen müssen. Ich war ganz allein, denn niemand würde mir glauben, dass meine Erlebnisse wahr waren. Es ist wie eine Krankheit, die kein Arzt definieren kann. Wie der leibhaftige Wahnsinn, der nur mich ergreift, mich von allem bekannten trennt, mir meine Freunde und Bindeglieder nimmt. Mich nackt und hilflos zurück lässt. Ohne Rettung, ohne Erklärung. Und das schlimmste war, ich zweifelte an mir selbst. Ich wusste nicht, ob ich nur träumte oder nicht. Es war so irreal, und doch so echt. Ich könnte mich jetzt kurz entschlossen wieder hinlegen und schlafen. Auf den Morgen warten. Aber was, wenn es niemals mehr morgen werden würde? Ich wusste nicht, was mich antrieb. Vielleicht war es die Angst um meine Geschwister. Vielleicht auch die Tatsache, dass mir alles zu viel wurde und ich nicht mehr ruhig liegen konnte. Einschlafen würde ich sowieso nicht können. Also zog ich mir meine Fleecedecke wie einen Schutzpanzer über die Schultern, nahm die Taschenlampe in die eine und mein ausgeklapptes Taschenmesser in die andere Hand. Ein kleiner Hoffnungsschimmer in mir überlegte, ob Lena und Marco vielleicht schlafwandelten. Langsam richtete ich mich auf, brachte es aber nicht fertig, direkt aus dem Bett zu steigen, die Panik, etwas könnte darunter lauern war noch nicht verschwunden. Also sprang ich soweit wie möglich, landete auf Lenas Matratze und schluckte, als mein Blick auf ihre Puppe fiel, die mich mit ihren glasigen Glotzaugen anstarrte. Das Licht meiner Taschenlampe riss eine Wunde in die Dunkelheit. Es ist die schlimmste von allen Ängsten, zu wissen, dass etwas im Haus lauerte, aber nicht zu wissen, was es überhaupt war. Einen Feind zu bekämpfen, den man nicht kannte, war viel schlimmer als der Schock, ihn endlich zu sehen, selbst wenn er grausam und entsetzlich sein würde. Ich wusste, dass etwas hier war. Aber es war nicht greifbar. Und das brachte mich fast um den Verstand.
    Bei jedem Schritt knarzte der Boden, sämtliche Geräusche des Hauses waren lauter und unnatürlicher als je zuvor. Vorsichtig lief ich an der Wand entlang, den Rücken immer schön daran angelehnt. Die Tür brauchte nur einen kleinen Schubs zum aufschwingen. Langsam steckte ich den Kopf heraus. Der obere Flur war leer, keine Menschenseele zu sehen oder hören. Doch von unten kamen Geräusche. Andere als das bekannte Röhren des Heizungsystems. Nein, ich erkannte das Geräusch. Das klappern von einem Schlüsselbund. Einen Moment wusste ich nicht, wie ich die Erkenntnis mit der Situation verbinden sollte, ratlos und fast gedankenverloren legte ich eine Hand aufs Geländer der Wendeltreppe, nehm eine, zwei, drei Treppenstufen. Und dann rastete etwas ein. Ich spürte es wie einen Schlag auf die Brust, der mir den Atem nahm. Jemand war dort unten. Und dieser jemand würde gleich die Haustür aufsperren. Es wird nicht lange dauern. Diese Worte konnten alles bedeuten. Oder auch: Es wird nicht lange dauern, aufzusperren und sie rein zu lassen. Meine Lippen bebten, ganz bedächtig lief ich noch eine Windung der Treppe hinab. Ich konnte in den Flur sehen. Ich konnte Marco sehen, der mit einer Kerze mitten im Gang stand. Und Lena, die den Schlüsselbund unseres Vaters in der Hand hielt, mit schief gelegtem Kopf und seligem Lächeln den richtigen Schlüssel suchte. Mein Schrei, so lange zurückgehalten und vom Schock erstickt, entrang sich nun meiner Kehle. «Nein! Lenaaa! Nicht!» ich schrie und flog fast die Treppe herab, das Licht meiner Taschenlampe flackerte wild, ich bewahrte mich nur durch einen waghalsigen Sprung von einem sicheren Sturz. Im selben Moment, in dem ich den Boden berührte, steckte Lena den Schlüssel ins Schloss. Marco drehte sich zu mir herum, die Kerze erhellte sein Gesicht, warf unheimliche Schatten und verlieh ihm einen unnatürlichen Umriss, seine kalte, harte Miene verzog sich zu einem stählernen, boshaftem Lächeln. Er freute sich diebisch. Mit Augen, die nichts mehr von seinem kindlichem Gemüt hatten. Ich erkannte meinen eigenen Bruder nicht mehr in diesem Jungen. Dieses Kind kannste kein Erbarmen. Ich rutschte fast aus, im Versuch anzuhalten. Ich wollte ihm nicht zu nahe kommen. Niemals. Lena sperrte auf und öffnete die Tür. Zu spät begriff ich, dass der Feind nicht da draußen gewartet hatte. Er war längst hier. Hier in unserem Haus. Er war in meinem Zimmer gewesen. Ich war auf mich gestellt. Hilflos. Es wurde alles zu viel. Meine Nerven spielten verrückt. Ich konnte nicht mehr. Die Haustür schwang auf, ich sah ganz kurz dunkle Wolken. Es würde Gewitter geben. Dann überkam mich die Kälte. Marco stieß mich mit einer Kraft, die ich ihm nicht zugetraut hätte, in ein Zimmer. Die Tür schwang zu, der Schlüssel wurde herumgedreht. Ich war gefangen. Gefangen in einem Haus, in einem Zimmer. Und vor der Tür lauerte das nackte Grauen. Ich war allein. Und diese eine, schmale Holztür hielt das fern, was mich wahrscheinlich vollkommen um den Verstand bringen würde. Oder ins Grab. Im selben Moment erlosch meine Taschenlampe und ein kaltes, klirrendes Kichern erklang vor der Tür. «Es wird nicht lange dauern»

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    Vorsichtig tastete ich nach dem Lichtschalter, stockte aber dann aber und lauschte an der Tür. Nichts. Kein Geräusch, kein Kichern. Sofort kribbelte

    Vorsichtig tastete ich nach dem Lichtschalter, stockte aber dann aber und lauschte an der Tür. Nichts. Kein Geräusch, kein Kichern. Sofort kribbelte mein Rücken, als ob in der Ecke hinter mir die Schatten zum Leben erwacht seien und mir wurde mulmig. Was wenn...nein, noch mehr würde ich nicht ertragen können! Leise drückte ich den Lichtschalter und erkannte den Raum, teils erleichtert, weil er leer war, teils entsetzt, weil ich mich noch lebhaft an letzen Abend erinnere. Ich war im Bad eingeschlossen. Ausgerechnet wieder hier. Sofort sah ich zum Fenster. Dad hatte es wirklich verschlossen, wofür ich ihm dankbar war. Mein Blick fiel auf einen Fleck an der Wand unter dem Fenster. Rostrot. Seltsam. Eigentlich sollte man als erstes mit was weiß ich rechnen, irgendwas harmlosen. Aber heute war so viel passiert, dass ich nichts mehr harmlos fand. Im Moment war alles gruselig. Feindselig, erschreckend. Und während ich noch versuchte den Fleck als Marmelade oder so abzutun, kroch ganz langsam eine Ahnung in mir hoch. Eine grausame, beängstigende Ahnung. Sie entsprang keiner Logik, nur panischer Angst und dem Gefühl der Gewissheit. Eine Kälte bahnte sich durch meinen Körper, ließ mein Blut gefrieren, meine Zähne klappern und Hände beben, während sich meine Brust mit flachem Atem hob und senkte. Ich war wie erstarrt. Ich wusste, was hinter dem Duschvorhang sein wurde. War dahinter nicht noch eben eine Bewegung gewesen? Hatte ich mir dieses Röcheln nur eingebildet? Da war etwas. Ein dunkler Umriss, der auf dem Boden der Dusche kauerte. Wie lange schon? Wie lange war ich nicht alleine? Wie lange? Ich wimmerte auf und sah zum Fenster. Wie schnell könnte ich dort sein? Nicht schnell genug. Aber ich wollte endlich Gewissheit. Gewissheit über alles. Mit einem Ruck zog ich den Vorhang zurück.
    Und blickte auf den Kadaver Flints. Mein Herz stockte. Das hatte ich nicht erwartet! Flint war...an den Vorderpfoten aufgehängt worden, der Brustkorb aufgeschnitten, die Innereien lagen größtenteils in der Dusche, die Haut wie Flügel zu den Seiten gezogen und gespannt worden. Und sein Kopf fehlte. Es war zu viel. Ich schloss die Augen, Tränen rannen über meine Wangen und ich brach zusammen.
    Als ich wieder registrierte, dass ich denken konnte schlug ich die Augen auf. Ich lag mit dem Gesicht zur Wand auf dem Boden. Die kalten Fließen wirkten tröstend. Sie kühlten mein Entsetzen. Ich blieb liegen, ohne Versuch aufzustehen. Ich hatte aufgegeben. Es war doch alles egal, wie würde ich diese Nacht überstehen? Wann würde dieser Albtraum enden? Niemals, flüsterte etwas in mir und es war, als hätte man mir sämtliche Kraft genommen. Die Tränen bahnten sich einen Weg und ich verfiel in hysterisches Schluchzen. Warum ich? Was hatte ich getan, um das zu verdienen? Wieso passierte mir das? Tief in meinem Herzen nagten Schuldgefühle, doch ich wusste nicht wirklich warum oder verdrängte es. Es war nicht wichtig. Wie sollten mir das helfen? Ich rollte mich zu einer Kugel zusammen, der Gedanke mit dem Rücken zur Tür zu liegen ängstigte mich kurz, doch eine Gleichgültigkeit hatte mich ergriffen. Wie in Watte gepackt fühlte ich mich, getrennt vom Geschehen. Meine Gedanken wirbelten wild umeinander und versuchten alles zu ordnen. Und doch fand ich weder Lösung noch Erklärung. Ich hatte doch nichts getan, dachte ich dauernd und flüsterte es immer wieder.
    Irgendwann flackerte eine Glühbirne. Warum war mir das so klar gewesen? Heute konnte nichts mehr schlimmer laufen. Ich tastete nach meinen Socken um sie höher zu ziehen und berührte das Taschenmesser, das vorhin runter gefallen sein musste. Meine Hand Schloss sich um den Griff. So fest, dass die Knöchel weiß werden mussten, doch ich sah nicht nach, starrte noch immer auf die Wand. Ganz langsam staute sich Wut in mir auf. Brennende, heiße Wut. Ich würde kämpfend untergehen! Ich konnte heulen oder wenigstens versuchen zu kämpfen! Ich versuchte mich damit selbst anzutreiben und richtete mich langsam auf, stützte mich mit gesenktem Kopf auf das Waschbecken, atmete tief und und zittrig ein. Ich musste allen Mut sammeln. Und dann würde ich die Tür aufmachen und dann...? Ich stockte kurz und lächelte verzweifelt, vielleicht etwas irre. Das würde ich dann sehen. Immerhin waren das kleine Kinder...ich war größer, oder? Kein Grund Angst zu haben. Ich hob den Kopf und sah in den Spiegel. Und schrie. Lauter als jemals zuvor. Im Spiegel blickte mir Lena entgegen, mit einem boshaften Lächeln und ausgestreckten Händen. Ich hatte sie nicht kommen hören. Lautlos war sie hinter mich getreten. Wie ein Geist. Ein Schatten. Unmenschlich. Noch nie war ich so schnell herumgesprungen, mein Kreischen hielt an, als Lena so dicht vor mir stand, dass ich ihren Atem spüren konnte. Sie griff mit eiskalten Händen nach mir. Ihre Zähne blitzten unnatürlich im diffusen Licht...

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    Mein Herz schlug einen Salto nach dem anderen, ich verfiel in Schnappatmung und brüllte ungefähr so laut wie ein Nebelhorn. Voller Entsetzen hatte i

    Mein Herz schlug einen Salto nach dem anderen, ich verfiel in Schnappatmung und brüllte ungefähr so laut wie ein Nebelhorn. Voller Entsetzen hatte ich meine Hände in meine Schläfen und Wangen gekrallt, hinterließ Kratzer und hoffte, dass alles nicht echt war. Aber der Schmerz blieb real, ebenso wie Lena. Schweiß bedeckte meine Stirn, ein schmerzhaftes Ziehen durchwühlte meine Eingeweide, pure Angst rollte durch meine Adern. Strähnen meines Haares hingen mir wirr und klebrig ins Gesicht. Ich warf mich rückwärts weg von ihr und traf schmerzhaft auf das Waschbecken. Ein gequälter Laut unterbrach meinen Schrei, ich knickte ein als mein Rückgrat auf das Marmor traf. Gerade noch rechtzeitig hielt ich mich fest. Lena folgte jeder meiner Bewegungen mit diesem Blick, der mir den Verstand raubte. Rückwärts ging ich ganz langsam weg von ihr. Wir drehten uns synchron einmal halb im Kreis, da sie sich ebenfalls gegensätzlich zu mir bewegte. Sie fixierte mich mit ihren Augen, als sie anhob zu sprechen. «Sie wollte nicht, dass du zusiehst. Sie will dort alleine sein. Aber...Es wird nicht lange dauern». Mein Körper reagierte auf diese letze Wortfolge mit heftigen Bauchkrämpfen. Egal was "Sie" da im Haus machen wollte...ich sollte nicht dabei sein. Stellte sich nur eine Frage: Warum bringen sie mich nicht einfach um? Weil ich ihnen lebend mehr nutzte? Brauchten sie mich noch? Ängstlich suchte ich in ihren Augen Antworten und ein Zeichen, dass das noch meine Lena...meine Schwester war. Doch das Gesicht glich mehr einem Totenkopf. Grinsend, kalt und aalglatt. Mich schauderte. Sie kam näher und ich suchte nach einem Ausweg. Doch der einzige war...nein. Nein, durch die Tür konnte ich nicht. Dahinter wartete noch mehr Grauen. Und die Tatsache, dass ich weder getötet noch gejagt, sondern eingesperrt worden war, bedeutete nicht, dass sie mir gar nichts antun würden. Kurz fragte ich mich, ob meine Eltern schliefen oder...mein Blick wanderte zu Flint und ich schluckte, Tränen rannen aus meinen Augenwinkeln. Was wenn auch ihre Leichen irgendwo...ich wimmerte auf, ein erbärmlicher Laut. Nein, ich durfte da gar nicht erst dran denken. Ich schluckte. «Lena, Lena hör zu!». Ein letzter Versuch, meine Schwester zurück zu bekommen. Er scheiterte schon im Ansatz. Sie reagierte nicht einmal. Sie hob eine Hand und griff nach mir, packte mich am Handgelenk. Ich schrie spitz auf, kreischte und zuckte, schlug um mich. Der Reflex war sogar schneller als meine Gedanken. Sämtliche Gefühle für meine Schwester verschwanden und hinterließen blankes Entsetzen. «Nein! Lenaaaa!». Mit einem Ruck riss ich mich los und sprang auf den Toilettendeckel. Mein Blick glitt zum Fenster und ich wusste, was ich tun musste. Nur leider war es genau das, was ich niemals hätte machen wollen. Doch Lena fing sich auch wieder und kam auf mich zu. Zitternd versuchte ich das Fenster zu öffnen. Mehrmals glitt meine schweißnassen Hand ab, ich krampfte mich zusammen. Lena fauchte jetzt kehlig und rau, ein grässlicher Laut, der nicht von dem Mädchen stammen konnte, das ich kannte. Draußen lauerte die Dunkelheit. Unbekannt, erschreckend, düster. Hier drinnen lauerten Kinder, die mich jagten...Es war der Anblick Flints, der mir die Entscheidung abnahm. Sein Blut, seine Innereien, sein fehlender Kopf...die Details lösten Brechreiz aus und ließen mich das Fenster öffnen. Da draußen mochte alles mögliche lauern. Doch hier drin war es mir zu eng geworden. Ich hatte das Gefühl, die Hauswände wurden näher rücken und mich zerquetschen. Ich wollte rennen. Einfach nur rennen und nie anhalten. Als Lena mich erreichte, war die Vorstellung, sie könnte meinen Fußknöchel packen während ich rauskletterte, grauenhaft. Schwer atmend mit völlig irrem Kreischen trat ich nach ihr, ihre Hände zuckten hoch, doch rasch trat ich noch einmal zu und riss das Fenster ganz auf. Kalter Wind strich mir über das Gesicht, was einerseits wohltuend, andererseits abschreckend war. Jetzt musste ich nur noch raus. Und dafür...ich schluckte, schwang die Beine herum und rutschte so aus dem Fenster. Kurz drehte ich Lena den Rucken zu und meinte ihre Finger im Genick zu spüren. Ich riss mein Gesäß am Rahmen auf, ein Spinnennetz entlockte mir einen spitzen Schrei, rasch wedelte ich vor meinem Gesicht herum, landete hart am Boden und knickte leicht ein. Stechender Schmerz zuckte durch den linken Knöchel und machte alles furchtbar real. Sofort humpelte ich weg vom Fenster, eng an die Hauswand gedrückt. Angstvoll starrte ich zuerst in die Schwärze vor mir, schielte dann zum Fenster. Eine bleiche, schmale Hand legte sich über die Kante und ich bekam Angst, sie würde mir hinterherklettern. Doch sie schloss nur das Fenster und mich somit aus. Und meine Eltern ein. Mit diesem Wissen brach die Kälte der Dezembernacht vollständig über mich herein. Das Schneetreiben war stärker geworden, der Mond schimmerte auf dem weißen Untergrund und ließ den Boden in stählernen, kalten Silberlicht erglühen. Ich glaubte am Waldrand Schatten hüpfen zu sehen und zitterte. Ich fühlte mich wie der Mittelpunkt der Erde. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass woanders Leute ein ganz normales Leben führten. Was war eigentlich noch normal? Nichts...die ganze Welt stand Kopf. Was sollte ich jetzt tun? Mein Blick wechselte zwischen Haus und Wald. Was war schlimmer? Am liebsten würde ich mich einfach irgendwo verkriechen. Ein Schrei erklang aus dem Haus, schrill und drohend. Meine feinen Härchen auf den Armen richteten sich auf, eine Gänsehaut kroch an mir hoch. Und dann rannte ich los, über die Schneedecke zum Waldrand. Hinter mir ein weiterer Schrei, ich glaubte einen Luftzug im Genick zu spüren, glaubte Schritte zu hören. Alle Lichter gingen im Haus aus und plötzlich war es wie ein dunkles, gefährliches Monster, dass auf einer Lichtung im Wald kauerte und den nächsten Menschen anspringen würde, der unwissend des Weges kam. Meine nackten Füße waren wie festgefroren und lösten sich erst, als ein heller Schemen am oberen Fenster erschien. Schreiend warf ich mich herum und rannte. Rannte in den Wald, wo der Schnee weniger tief lag. Kaum zwischen die Stämme eingetaucht, sah ich mich irritiert um. Alles wirkte so düster, ohne Hoffnung, dass es jemals heller werden würde. Rascheln erklang um mich herum. Ich drehte mich wild im Kreis, versuchte alles um mich herum im Blick zu behalten. Mein Ziel war die Stadt. Und schon jetzt bekam ich Panik. Kahle, dunkle Äste schienen sich nach mir auszustrecken, Zweige fuhren unheimlich über meine Haare und blieben hängen. Zu meinen Füßen raschelte es. Und ich hatte das Gefühl, dass der Wald mich nicht gehen lassen würde...

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    Die Nacht war vollkommen, die Bäume standen dicht beieinander, kahl und stumm aufragend wie stille Wächter. Es war größtenteils Laubwald, sodass z

    Die Nacht war vollkommen, die Bäume standen dicht beieinander, kahl und stumm aufragend wie stille Wächter. Es war größtenteils Laubwald, sodass zwar ein kleines bisschen Mondlicht seinen Weg bis zum Boden bahnte, doch reichte dies gerademal, um die Umrisse der Stämme erkennen zu lassen. Der Schnee reflektierte und verlieh allem eine magische Atmosphäre. Es wäre so schön gewesen, hätten nicht die Erlebnisse der letzen Stunden alles Gute ins Gegenteil verkehrt. Statt Zauberwald jetzt ein verlassener, düsterer Wald, den man nicht betreten wollte. Schon nach wenigen Schritten waren meine Füße taub und nahezu gefühllos, die Kälte drang durch meine Haut, der klamme Schlafanzug kratze leicht und kühlte mich zusätzlich aus. Ich war erst einige Meter gerannt, doch fühlte es sich wie Kilometer an. Keuchend presste ich mich mit dem Rücken an einen Baumstamm, den Blick unruhig auf meine Umgebung geheftet. Alleine die Vorstellung, weiter zu gehen und so zwangsläufig meinen Rücken ungeschützt zu lassen, ließ mich hysterisch aufheulen. Der Laut hallte grausig durch die Nacht und ich schlug mir hastig die Hand vor den Mund. Jeder würde mich meilenweit hören können. Langsam rutschte ich auf den Boden, wischte Schnee beiseite und zig die Knie an, massierte meine Zehen um wieder etwas Gefühl hineinzubringen. Gleichzeitig rief ich mich zur Ruhe. Den Punkt, an dem das Gehirn abschaltet und alles wie einen Traum wirken lässt, hatte ich bereits überschritten. Die Kälte stach wie kleine Nadeln auf mich ein und ich erinnerte mich glasklar an alles geschehene. Eigentlich wollte ich mich ablenken, doch natürlich war das unmöglich. Und während ich langsam wieder zu Atem kam, lauschte ich den Geräuschen des nächtlichen Winterwaldes. Das Heulen des Windes in den Zweigen und Baumkronen, die sich rascheln, knarzend und klappernd bogen. Das Zusammenschlagen von kleineren Ästen. Das Geraschel von immergrünen Büschen und dornigen Sträuchern, von denen man nicht wusste, was sich unter ihnen verstecken mochte. Das dumpfe Geräusch, wenn eine Ladung Schnee von den Bäumen auf den Boden rutschte. All dies bildete einen Klangteppich, der Tags vielleicht friedlich und beruhigend wirken mochte, doch jetzt einen beängstigenden Ton angenommen hatte. Der ganze Wald schien lebendig zu werden. Ich stellte mir automatisch vor, wie aus Höhlen oder anderen Verstecken Seufzer erklangen, die der Wind forttrug. War das eben nicht ein Flüstern gewesen? Da! Ein leises Knacken. Nur Zufall, ein kleines Tier, dass sich seinen Weg suchte, eine starke Böe, die einen Ast abgebrochen hatte? Oder doch ein knochiger, abgemagerter Fuß, möglicherweise eine Pranke, Pfote oder Tatze, zu einem Wesen gehörend, dass sich leise durchs Unterholz schob? War da nicht eben ganz kurz ein Hauch in der Luft gewesen, eine Ahnung von Fäulnis, Verwesung mit sich tragend? Meine Augen konnten die Schatten in einigen Metern nicht durchdringen. Ich fürchtete nicht die Finsternis. Nur das, was dort lauern mochte. Hastig drehte ich mich um, um sicher zu gehen, dass sich nichts hinter meinem Baum versteckt hatte. Die Angst ließ nicht nach, wurde nur noch schlimmer. Das Gefühl, verfolgt zu werden, wuchs. Bewegte sich nicht dort etwas zwischen den Brombeeren? Stockend atmete ich ein, tastete nach einer Waffe und fand keine. Warf einen Stein ins Gebüsch, woraufhin plötzlich Schnee aufstob und etwas herausschoss. Mein Kreischen gellte zwischen den Bäumen, wurde als Echo zurück geworfen und verhallte. Ein Vogel schoss heraus, nicht minder panisch als ich. Alles gut, nur ein Tier. Kurz brachte ich sogar ein etwas dämliches, verzweifeltes Lächeln zustande. Also war doch noch nicht alles schlecht. Leider hielt die Erleichterung nicht lange an. Ich musste weiter. Schwer atmend zerrte ich an einem Ast unter der Schneedecke, riss daran, da er mit Wurzeln verwachsen war. Dauernd warf ich einen nervösen Blick über die Schulter, aus Angst, dass die Bäume etwas tun könnten, was sie nicht sollten. Oder etwas aus ihrem Schatten kroch. Meine Gedanken drehten sich im Kreis, sodass ich Kopfschmerzen bekam. Ich spürte Kälte und Erschöpfung immer stärker, hatte kein Gefühl mehr in den Beinen. Schlafen wäre jetzt das schönste. Aber leider unerreichbar. Resigniert seufzte ich und plumpste auf den Hintern, als sich der Stock löste. Endlich hatte ich was zum...ja, zum drauf hauen. Ob das was bringen würde, würde ich sehen, aber das Gefühl etwas in der Hand zu haben war gut. Sehr gut. Und dann hörte ich es. Ein Knurren. Real. Ganz in der Nähe. Und es kam näher. Von allen Seiten erklang es plötzlich. Mein Gehirn schien eingefroren, ich konnte nicht klar denken. Lauf!, dachte ich, doch ich konnte mich nicht rühren. Wohin! Ich wimmerte, packte den Ast fester. Das Gebüsch etwas entfernt raschelte, etwas bewegte sich in der Dunkelheit. Kam näher. Ich war das Ziel. Meine Knie zitterten, würden gleich nachgeben. Ich vernahm ein Grollen. Und endlich regte sich etwas. Mein Körper hatte die Mobilisationsschwelle überwunden, alle Müdigkeit und Kälte vergessen. Adrenalin schoss durch meinen Körper und die Todesangst verlieh mir neue Kräfte. Orientierungslos, schreiend rannte ich los, ohne darauf zu achten, wo ich hintrat. Schneller als jemals zuvor in meinem Leben rannte ich, Bäume meistens erst kurz vor dem Zusammenstoß erkennend. Stolperte, fiel hin und rappelte mich wieder auf. Hinter mir Geräusche von dumpfen Schritten. Oder Pfoten? Es kam näher, holte auf. Meine Panik wuchs ins Unermessliche. Das durfte nicht sein! Vor mir lag ein alter Baumstamm. Ich wusste, dass ich nicht darüber springen konnte. Aber ich rannte stumpfsinnig, voller Angst, die die Sinne vernebelt, weiter. Ich spürte einen heißen Hauch im Nacken. Längst war ich heiser, meine Brust schmerzte vom Rennen. Und dann kam der Aufprall.

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    Etwas schweres traf mich mit der Wucht eines Elefantentrittes ins Kreuz. Ich stürzte kopfüber in den Schnee, stieß gegen den Baumstamm vor mir und
    Etwas schweres traf mich mit der Wucht eines Elefantentrittes ins Kreuz. Ich stürzte kopfüber in den Schnee, stieß gegen den Baumstamm vor mir und sah kurz Sterne. Stechender Schmerz machte sich in mir breit, Hitze löste die Kälte ab, ein dumpfes Zischen kam über meine Lippen und wurde vom Schnee abgewürgt. Ein Luftzug erfasste meine Haare, als etwas über mich hinwegsetzte und verschwand. Oder nicht? Reglos lag ich da, Gesicht im weißen Pulver, rechnete damit, dass sich jederzeit etwas in meinen Nacken bohren würde. Aber nichts passierte. Ganz langsam richtete ich mich auf, keuchend und wimmernd. Mein Blick irrte wild umher, während ich mich mit dem Rücken an den Baumstamm lehnte. Ich konnte nicht mehr. Das hatte doch alles keinen Sinn! Ich war alleine. Was hatte ich getan um das alles zu verdienen? Ich war doch kein Verbrecher... Meine Gedanken wirbelten ziellos und träge, unmöglich zu ordnen. Ich konnte auch einfach hier sitzen bleiben. Ich wusste sowieso nicht mehr woher ich kam, wohin ich musste. Orientierungslos. Verirrt. Verloren. Nein, man konnte hier nicht verloren gehen, berichtigte ich mich. Nicht wirklich. Etwas, egal was, würde einen finden. Die Frage war nur, was. Und da hatte ich keine Antwort drauf. Egal was ich tat, ich würde nur verlieren. «Nicht unbedingt », flüsterte jemand neben mir und ich schoss senkrecht in die Höhe. Würde dieser Horror nie enden! Vor Schreck stolperte ich rückwärts und drohte hinzufallen, doch kleine Hände drückten sich in meinen Rücken, es war wie ein Stromschlag und ich warf mich wieder nach vorne. Aber als ich mich umsah, war da nichts. Gar nichts. Gänsehaut überkam mich, mein Atem hing als nebelartige Wolke in der Nachtluft. Ich rannte, zum wievielten Mal heute? Warum zogen sich die Stunden in die Länge? Warum war das alles nicht einfach vorbei! Hinter jedem Baum, unter jedem Strauch konnte etwas lauern. Ziellos rannte ich. Steine und Äste zerrissen meine Fußsohlen, doch es kümmerte mich im Moment nicht. Äste schienen nach mir zu greifen, wenn ich in eine andere Richtung wollte, wurde ich kurz darauf von undurchdringlichen Dornengewächsen aufgehalten. Es war als würde ich nur in eine Richtung gehen können. Ich hatte eine Ahnung in welche, aber verdrängte diesen Gedanken. Auf keinen Fall. Meine Lippen waren blutig gebissen, meine Finger steif gefroren, meine Beine taub und die Zehen konnte ich nicht mal mehr spüren. Mein ganzer Körper war malträtiert, jetzt wo ich daran dachte, spürte ich auch wieder den Schmerz im Rücken, dort wo ich das Waschbecken erwischt hatte. Mein Hintern war wund vom Fenster. Ich wollte gar nicht wissen, wie ich auf einen Spaziergänger wirken würde, so zerfetzt und verdreckt wie ich war. Meine Augen waren wahrscheinlich rotgeheult, das Gesicht verschwollen. Ich konnte es mir lebhaft vorstellen. Wahrscheinlich würde ich in einer Psychiatrie landen. Seltsamerweise war dieser Gedanke nicht wirklich erschreckend. Fast wünschte ich mir, dass jemand mich finden würde, was natürlich nicht geschah. Wer war auch so hirnlos, nachts in diesem Wald herumzustreifen? Mich mal ausgenommen. Weiter kam ich aber nicht mit meinen Gedankengängen, denn plötzlich lichtete sich der Wald und ich stand unter freiem Himmel. Auf der Lichtung. Vor mir kauerte düster unsere Waldhütte. Der Wald hatte mich nicht entkommen lassen. Er hatte mich zurück gebracht.




    Martin saß aufrecht im Bett, seit Stunden wachte er über den Schlaf seiner Frau. Er selbst war jenseits aller Müdigkeit, seine Sorge ließ ihn nicht zur Ruhe kommen. Jede Minute zog sich dahin, währte Stunden und die Nacht endlos. Er war froh, dass die Kinder heute gemeinsam in einem Zimmer schliefen. Logisch betrachtet brachte das vielleicht gar nichts. Aber doch fühlte er sich dadurch besser. Martin war kein ängstlicher Mann, ganz im Gegenteil. Aber was abends passiert war, hatte ihn zutiefst geschockt. Er kannte das schwarzäugige Mädchen. Und als sie heute vor der Tür gestanden hatte, hatte sie eine alte Erinnerung wachgerufen. Das ungute Gefühl, dass er der Grund war, wieso das Mädchen gekommen war, machte sich immer noch in ihm breit. Er hatte ihre Rache herausgefordert, oder?

    So lange war das schon her, mehr als zwei Dekaden war es her. Damals hatte er es mit knapp 21 geschafft, Marion, eine der begehrtesten Studentinnen, zu einem Kinobesuch auszuführen. Er hatte schon auf ein anschließendes Abendessen spekuliert. Vielleicht konnte er sie etwas lockerer machen...ein Glas Wein, vielleicht auch zwei, hatte er überlegt. Extra für diesen Abend hatte er seinem Vater den neuen schwarzen Mercedes abgeschwatzt. Doch es war alles anders gekommen...

    Martins Blick glitt immer wieder zu Marion, heimlicher Triumph stieg in ihm auf. Er, ausgerechnet er hatte es geschafft das begehrteste Mädchen der ganzen Umgebung ausführen zu dürfen. Natürlich gab es sicher auch andere schöne Mädchen, klar. Und Marion war nicht mal umwerfend schön. Auch nicht hässlich, nein. Nur eher durchschnittlich. Aber sie warf die besten Partys, sie war gut ohne streberhaft zu wirken, sie wusste ihre weiblichen Reize perfekt einzusetzen, bis so manchen Jungen fast die Hose platzte. Selbst vor einem Professor hatte sie nicht haltgemacht. Das besondere an ihr war, dass sie zwar flirtete bis zum umfallen, aber es nie weiter als bis zu einem Kuss kommen ließ. Wenn man allen Geschichten und ihr selbst glaubte, war sie noch Jungfrau. Und das war natürlich DIE Herausforderung schlechthin. Jeder wollte der erste sein, der dieses Mädchen ins Bett bekam. Und bisher war jeder gescheitert. Es war ihre Unnahbarkeit, die sie besonders machte. Und heute war Martin an der Reihe sein Glück zu versuchen. Sein Vater hatte Geld, er konnte Marion also verwöhnen. Das waren doch immerhin schon gute Vorraussetzungen. Der Film war nach allen Kritiken gut, er konnte es nicht wirklich sagen, da seine Aufmerksamkeit eher dem Mädchen neben ihm als dem Geschehen auf der Leinwand galt. Als der Vorhang fiel und das Licht wieder anging, lächelte er Marion zu, reichte ihr zuvorkommend die Jacke und bot ihr seinen Arm. Ein Prickeln überkam ihn, als sie sich einhakte und zufrieden führte er sie raus. Martin war sich nicht ganz sicher, ob Marion es mit Absicht tat, aber ihre Hüfte streifte seine mehrmals und allein diese flüchtige Berührung reihte aus, um in ihm Sehnsüchte zu wecken. Draußen dann brachte er sie zum Auto, klemmte sich hinter das Lenkrad und suchte den Schlüssel. Plötzlich spürte er, wie sich Marion zu ihm herüberbeugte, ihr Atem streifte seinen Hals, ihre Fingerspitzen lagen auf seinen Oberschenkeln. Martins Atem stockte kurz und das Blut schoss ihm zwischen die Beine, etwas regte sich seiner Hose. Er wandte den Kopf zu ihr, begegnete ihrem funkelnden Blick und der letze Rest Beherrschung verließ ihn. Er legte eine Hand in ihren Nacken und drückte ihren Kopf an sich, presste seine Lippen auf ihre. Vielleicht etwas zu wild, aber sie beschwerte sich nicht. Seine freie Hand glitt über ihre Taille zur Hüfte. Sie strich ihm im Gegenzug die Innenseiten seiner Beine hinauf, bis sie seinen Schritt erreichte. Ein leises, begieriges Stöhnen entwich ihm. Diese Frau war eine Göttin! Doch gerade als er langsam unter ihr Top fasste, bemerkte er aus dem Augenwinkel eine Bewegung. Ganz langsam schon sich etwas vor das Beifahrerfenster. Erst sah er nur Haare, dann schon sich das Gesicht nach oben. Er schnappte nach Luft, Marion wirkte etwas beleidigt, folgte dann seinem Blick. Just in diesem Augenblick schlug eine Hand gegen das Fenster. Marion schrie auf und rutschte hastig zu ihm herüber. Ein Mädchen sah mit komplett schwarzen Augen herein, ihre Anwesenheit löste Panik in ihm aus. Jetzt sah die Kleine herein und winkte ganz langsam mit gekrümmten Fingern. Marion kreischte weiter, er wollte den Motor starten, doch nichts geschah. Das Mädchen bewegte die Hand als ob sie etwas runter drückend würde. Und ganz langsam bewegte sich das Beifahrerfenster herunter. Ein Scharren von Fingernägeln auf Glas, eine Gänsehaut überkam ihn. Ein kleiner Spalt entstand, der langsam größer wurde. Marion tobte, saß fast auf seinem Schoß, als plötzlich auch etwas auf Martins Seite gegen das Fenster krachte.

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    Martins Schrei wurde von Marions Kreischen übertönt, die rasend vor Angst um sich trat, ohne bemerken, dass sie auch ihn erwischte bei dem Versuch i
    Martins Schrei wurde von Marions Kreischen übertönt, die rasend vor Angst um sich trat, ohne bemerken, dass sie auch ihn erwischte bei dem Versuch irgendwie zu entkommen. Doch es ging nicht. Auf beiden Seiten des Autos stand ein Kind. Rechts das schwarzäugige Mädchen, auf Martins Seite ein Junge von etwa 13 Jahren in altmodischem Rüschenhemd. Als dieser Martin in die Augen sah, überkam ihn eine Schockwelle. Die Angst, das Unbehagen, diese unfassbare Wut - das war unerträglich. Das Fenster auf der Beifahrerseite war jetzt so weit unten, dass das Kind eine Hand hereinstrecken könnte. Aber das tat es nicht. Kurz fragte er sich warum, doch sie hob zu sprechen an und er lauschte. «Bitte lassen Sie uns rein. Uns ist kalt...». Klar war ihnen kalt! Aber warum waren sie dann hier? Warum verbreiteten sie solche Angst? «Nein! Nicht reinlassen!», kreischte Marion und er war ganz ihrer Meinung. Der Junge kratze mit den Fingernägeln die Scheibe entlang, ein Ton, der durch Mark und Bein drang. Marion drehte vollkommen durch, brüllte sich heiser. Martin dachte fieberhaft nach und hatte eine letzte, verzweifelte Idee. Mit raschen Bewegungen Schloss er den Wagen kurz, und siehe da, der Motor sprang an. Das Mädchen tauchte plötzlich vor dem Auto auf, wollte ihn am Wegfahren hindern, der Junge schlug hart und wütend gegen die Scheibe. Martin keuchte, war fast wahnsinnig vor Angst. Und er gab Gas, ohne Rücksicht auf das Kind. Im selben Moment glaubte er ein drohendes Flüstern zu hören. «Verflucht...Kinder werden enden...ich habe gewarnt...Martin!». Der Schock saß tief.

    Kurz darauf hatte er seine zukünftige Frau getroffen und geheiratet. Er hatte nicht mehr an das gruselige Erlebnis gedacht, war glücklich gewesen. Er hatte es vergessen, seine Kinder in Internate geschickt, um ihnen beste Ausbildung zu ermöglichen. Linda hatte es auf ein sehr angesehenes geschafft, Lena und Marco waren zusammen auf einem anderen. Er war glücklich gewesen.

    Und jetzt war das Mädchen wieder da. Warum erst jetzt? Warum überhaupt? Warum war sie nicht älter geworden? Was war los? Während des gesamten Abends hatte er versucht, Normalität herzustellen. Immerhin glaubte er zu wissen, dass sie hier drinnen sicher waren, das Mädchen hatte nicht hereinkommen können, sie brauchte die Erlaubnis dazu. Also waren sie sicher. Er hatte versucht, Linda durch seine barsche Art davon zu überzeugen, dass sie sich alles einbildete, die Wahrheit war zu schlimm. Ein wenig wunderte er sich über Lenas Verhalten. Sie hatte zu dem Mädchen gewollt, er hatte es gespürt. Was ging in dem Kind vor? Es war alles so unglaubwürdig...so irreal. Er glaubte eigentlich nicht an Geister. Und trotzdem saß er jetzt schon so lange wach. Plötzlich hörte er einen Schrei draußen. «Nein! Lenaaa! Nicht!». Die Worte zuckten durch seinen Körper wie Strom, peitschten ihn hoch. Linda! Was war dort draußen los? Kein weiteres Geräusch, was aber nicht viel hieß, immerhin war die Schlafzimmertür geschlossen. Eigentlich müsste er jetzt nachsehen. Eigentlich seiner Tochter beistehen. Aber Martin wagte es nicht. Er war ein Feigling. Und er wusste, dass das seine Kinder vielleicht mit dem Leben bezahlen würden. Er wusste nicht was los war, nur dass etwas im Gange war, gegen das er nichts ausrichten konnte. Andererseits...er musste doch etwas tun! Unentschlossen saß er neben seiner Frau, die unbehelligt schlief. Sie bekam gar nichts mit. Er wünschte ihm ginge es genauso. Schließlich überwand er seine Angst. Himmel, seine Kinder waren da draußen! Er tastete nach etwas auf dem Nachttisch, bekam einen schweren Handstrahler zu fassen, spürte bestärkend das Gewicht und stand langsam auf, schaltete das LED-Licht daran an. Er musste aus dem Zimmer. Langsam ging er zur Tür, atmete tief durch. Im selben Moment, in dem er sie öffnete, schwang sie schwungvoll auf, krachte gegen ihn und er taumelte zurück, nahm sich gar nicht die Zeit, um wieder klar sehen zu können, sonder brüllte nur und schlug mit der schweren Lampe zu. Sabine wachte von seinem Brüllen auf, schoss senkrecht in die Höhe und schrie, ob aus Reflex weil er es auch tat, oder wegen dem was sie sah, er wusste es nicht. Er war noch benommen und sah nicht sehr viel, spürte aber den Widerstand, als er etwas traf. Keuchend blieb er stehen, sein Blick schärfte sich wieder und er sah, was er getroffen hatte. Ihm wurde schlecht. Mit blutendem Kopf lag Lena vor ihm, leicht gekrümmt mit geschlossenen Augen. Er hatte seine eigene Tochter...nein! Panisch ließ er sich neben sie auf die Knie fallen. Nein! Wie konnte er...warum! Mit zitternden Händen strich er seiner Tochter die Haare aus dem Gesicht. Sie atmete noch. Vorsichtig hob er sie hoch, Sabine aber steigerte sich in ihrem Schreikrampf noch, sie packte die Decke und zog sie bis zur Kehle, strampelte wild und starrte auf die Tür hinter ihm. Martin lief ein kalter Schauer über den Rücken, er ahnte dass dort etwas war. Etwas, dass sich in seinem Rücken angeschlichen hatte, lauerte. Seine Frau zu Tode ängstigte. Er wollte sich umdrehen, hatte aber im Moment nicht den Mut. Wie erstarrt stand er da, Lena fest an sich gepresst, schwer atmend und verzweifelt. Sekunden zogen sich ins unendliche, Sabine wimmerte nur noch in nacktem Grauen und verbarg das Gesicht mit den Händen. Sie war völlig fertig. Langsam, ganz langsam drehte sich Martin. Bis er schließlich zur Tür sah. Dort stand sie. Das Mädchen, dass er eigentlich überfahren hatte. Das Marion so geängstigt hatte, dass sie sich zwei Wochen nach dem Ereignis das Leben nahm. Wegen dem er jetzt seine bewusstlose Tochter in Armen hielt. Martin wich unwillkürlich zum Bett zurück. «Was...was willst du?», stotterte er, heiser und fast nicht verständlich. Die Antwort kam nicht von dem Mädchen, sondern...von Lena. Sie schlug die Augen auf, mit eiskaltem Blick sah sie ihn an. Wie konnte ein Kind jemanden so anblicken! Ihre Lippen bewegten sich, er nahm das Wort kurz verzögert wahr. «Dich». Sabines Wimmern ging in ein verzweifeltes Schluchzen über. Martin wurde von Grauen gepackt. Er ließ seine Tochter fallen, ging weiter zurück, bis er mit den Kniekehlen das Bett berührte. Sabine griff nach seinem Arm, er zog sie rasch zu sich, keuchend, voller Entsetzen. Lena stand langsam auf, sie lächelte kühl. Das andere Mädchen kam herein. Hinter ihr stand auch Marco. Sabine wurde alles zu viel. Martin wunderte sich schon, wie viel man weinen konnte, doch jetzt war sie am Ende. Ihre Hände krallten sich in sein Hemd, dann brach sie reglos zusammen. Martin wünschte, auch er wäre ohnmächtig, um das hier nicht miterleben zu müssen. Er sah die Mordlust in den Augen der Kinder, was schlimmer war als jedes Monster. Seine eigenen Kinder! Er kroch aufs Bett zurück und drückte Sabine an sich. Er wollte nicht, dass es so endete...

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    Ich stand reglos am Waldrand. Der kalte Nachtwind zerrte an meinen Haaren, Donner grollte und langsam begann es zu regnen. Die Schneedecke sah zunäch

    Ich stand reglos am Waldrand. Der kalte Nachtwind zerrte an meinen Haaren, Donner grollte und langsam begann es zu regnen. Die Schneedecke sah zunächst etwas durchlöchert aus, als vereinzelte Tropfen sich durch ihre Schichten fraßen, wie Säure die sich in einen Teppich brannte. Einzelne trafen mich wie kleine Nadelstiche im Nacken und auf den Armen. Ich bekam Gänsehaut und schnappte nach Luft. Kalt..so kalt! Unruhig trat ich von einem Fuß auf den anderen. Sollte ich es wagen im Haus Schutz zu suchen oder weiter versuchen durch den Wald zu entkommen? Ein leises Heulen übertönte kurz den Wind und das Rascheln der Bäume, die miteinander zu flüstern schienen. Sofort duckte ich mich und huschte hinter einen kahlen Strauch, zuckte zusammen als sich kleine Dornen in die empfindliche Haut der Fußsohlen bohrten und unterdrückte nur mit Mühe einen Aufschrei. Stattdessen biss ich auf den verdreckten Ärmel des Schlafanzuges und stöhnte gepresst, wimmerte leise und Tränen liefen über mein Gesicht. Immerhin war ich nicht starr vor Schreck. Das war aber auch das einzige Gute. Langsam tastete ich nach den Dornen und zog sie einzeln raus, das Wimmern wurde zu einem schmerzerfüllten Zischen, doch meine Wachsamkeit ließ trotz allem nach. Wenn ich in diesen Stunden etwas gelernt hatte, dann das ich meine Umgebung nicht aus den Augen lassen durfte. Wie leicht war es für etwas oder jemanden, sich an andere heranzuschleichen! Früher hatte ich nie daran gedacht, dass sich langsam jemand von hinten nähern konnte, wenn man gerade am Bahnhof stand. Oder auf der Toilette war. Warum auch? Wer rechnete damit, in den eigenen vier Wänden angegriffen zu werden? Wer zog auch nur in Erwägung, dass während man sich die Hände wusch, jemand plötzlich hinter einem stehen konnte? Oder dass sich etwas wunderbar anschleichen konnte, während man am Handy tippte? Von den vielen Verstecken ganz zu schweigen. Wer verschwendete auch nur einen Gedanken daran, ob etwas durch Fenster kommen konnte? Oder die Familienangehörigen nicht das waren, wofür man sie hielt? Ein verächtliches, bitteres Lachen spaltete meine Lippen. Wie naiv war die Menschheit! Ich aber hatte es erlebt. Ich wusste Bescheid. Ich war...anders. Nicht mehr unwissend. Ich verengte meine Augen. Ich wollte auch nicht mehr die Gejagte sein. Ich wollte das alles hier nicht mehr erleben! Die Angst, die Panik. Todesangst. Nein. Und andere saßen jetzt in aller Ruhe zuhause und oder schliefen Seelig! Das hatten sie nicht verdient! Das war ungerecht! Ich ballte die Fäuste. Ich hatte an all dem keine Schuld. Aber keiner half mir! Warum nicht! War ich anderen so egal? Meine Eltern, hatten die überhaupt bemerkt, dass ich weg war? Wahrscheinlich nicht, das Haus war noch dunkel. Sie schliefen allen Ernstes! Wie konnten sie es nur wagen! Mein Atem ging schneller, dieses Mal aber vor Wut. Ich hasste sie dafür, dass sie mir nicht geglaubt hatten. Nicht da waren, hier bei mir. Wenn man sie einmal brauchte! Ich war alleine. Und ich musste es schaffen. Ich konnte es bestimmt auch schaffen! Ein leises Knurren erregte meine Aufmerksamkeit. Es war viel Näher als davor. Aber ich würde nicht davonrennen! Nicht dieses Mal! Ich tastete den Boden ab, aber kein Stein. Aber ein Ast. Mit finster entschlossener Miene packte ich eine der Dornenranken an einem Punkt, der frei war und wickelte sie ganz vorsichtig um den Ast. Ich konnte nicht ewig laufen. Ich konnte nicht ewig rennen. Angst haben. Mein Herz würde das nicht verkraften. Also musste sich etwas ändern. Wenn ich mich änderte....vielleicht würde es dann alles vorbei sein. Vielleicht...musste ich meine Angst überwinden um den Albtraum zu besiegen. Einen Versuch warmes wert. Denn ess war der letzte Ausweg. Dumpfe Geräusche, etwas Schweres näherte sich. Langsam ging ich federn on die Knie, trat vor den Strauch, leicht wankend wegen den Fußsohlen. Oh ja, ich würde kämpfen um zu siegen. Um es zu beenden! Sie wollten Blut sehen? Okay, aber nicht meines! Ihres würde fließen! Ein irres Lachen hallte durch die Nacht. Denn was konnte ich schon anderes tun? Etwas bewegte sich in der Dunkelheit zwischen den Bäumen und schoss auf mich zu. Wenn ich sterben sollte, dann im Kampf. Wild schreiend rannte ich dem Umriss entgehen, ohne eine Ahnung zu haben was es war. Meine Haare, zerzaust und struppig wehten hinter mir her, meine Hals war vom Wind rau und kalt, meine geschundenen Füße wurden vom Schneematsch gekühlt, Regen verschleierte die Sicht. Ich schwang den dornenbewehrten Ast in den Händen, die steif gefroren waren und bei jeder Bewegung schmerzten. Und doch lachte ich hell und triumphierend. Im tiefsten Schatten trafen wir aufeinander und ich schlug wild um mich. Ein harter Schlag traf mich, ich rollte mich ab und versuchte etwas zu erkennen. «Was ist! War das alles?», rief ich keuchend. Meine einzige Hoffnung zu überleben war: Zu töten. «Es wird nicht lange dauern!», kicherte ich.

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    Martin wusste nicht wieviel Zeit vergangen war. Es hätten ebenso Minuten wie auch Stunden sein können. Er dachte kurz an den Radiowecker auf dem Nac

    Martin wusste nicht wieviel Zeit vergangen war. Es hätten ebenso Minuten wie auch Stunden sein können. Er dachte kurz an den Radiowecker auf dem Nachttisch, aber um dort nachzusehen, hätte er sich abwenden müssen. Und der Gedanke, die Kinder nur kurz aus den Augen zu lassen jagte ihm unglaubliche Angst ein. Eigentlich dumm, denn was würde er dadurch ändern? Aber so weit konnte er in dieser Lage nicht denken. Er schwebte zwischen Unglaube und der verteufelten Hoffnung, alles würde einen Sinn ergeben. Der nicht die Existenz von Übersinnlichem beinhaltete. Noch einmal versucht er mit seinem Sohn zu reden, schluckte und sah Marco in die kalten Augen. Seine Kehle war so trocken, dass er einen Moment brauchte, um überhaupt ein Wort hervorzubringen. Und selbst dann klang seine Stimme rau, heißer wie ein Reibeisen. «Marco...Marco, was ist los! Ich bin dein -», er stockte. Es war grotesk, aber ausgerechnet in dieser Situation musste er daran denken, wie er seinen Kindern beim spielen zugesehen hatten. Dieser Satz "Ich bin dein Vater" war öfters vorgekommen. So bizarr fand er es, dass er nicht weitersprechen konnte. Das war eines der Wunder des menschlichen Gehirns. Als ob Martins Körper Spannung abbauen wollte. Diese Wirte hatten zu viele Erinnerungen wach gerufen, als dass er seinen Sohn weiter hätte ansehen können. Er wollte nicht mehr erblicken, was aus seinem Fleisch und Blut geworden war. Noch immer hatten die Drei den Blick auf ihn geheftet. Das Starren war fast schlimmer als wenn sie etwas gesagt hätten. Es machte Martin nervös. Er zitterte und verkrampfte sich, kralle die Finger in Sabines Haut. Das schien sie wieder in die Wirklichkeit zu holen, denn leises Stöhnen kam über ihre Lippen, ihre Lider flackerten und sofort Griff sie nach seinen Handgelenken. Martin sah kein Ende ab. Was würde kommen? Sie konnten nicht ewig rumstehen. «Also...bitte...lass uns reden», setze er an, da drehte das Mädchen den Kopf von ihm weg, zurück zur Tür. Leise, schleifende Schritte hallten im ansonsten stillen Haus, nur Sabines Wimmern bildete ein störendes Hintergrundgeräusch. Martin atmete schneller. Hatten die Kinder auf den gewartet, der da kam? Wenn ja, musste er bald mit dem Ende rechnen. Er rechnete mit so ziemlich allem. Was er nicht erwartet hatte war das. Aus dem düsteren Dämmerlicht des Flurs schälte sich langsam ein Umriss. Dann trat das fremde Mädchen beiseite und Martins Kehle zog sich zu, oder war es seine Luftröhre? Seine Lunge? Er konnte nicht mehr atmen, seine Hände zitterten stärker, aus einem Reflex riss er die Arme hoch. Sabines Schrei zerfetzte seine Trommelfelle. Es war Linda. Und doch nicht seine Tochter. Diese Teenagerin, die da im Türrahmen stand, nur noch Reste des Schlafanzugs am Körper, hatte nichts mit seiner Ältesten Tochter gemein. Es war nicht auszumachen, ob man mehr Haut oder Blut sehen konnte. Die Haare wie Distelwolle wirr herabhängend. Und dieser gehetzter Blick in den Augen. Aber das schlimmste war, dass sie ein Taschenmesser fest umklammert hatte und es sah nicht so aus, als ob sie noch bei klaren Verstand wäre. Der irre Blick glitt über die Anwesenden, blieb an dem Mädchen hängen, das an allem Schuld war. Oder war doch Martin schuld? Sabine war aufgesprungen, stand zitternd neben dem Bett, streckte die Hände nach ihrer Tochter aus, doch Lina ignorierte sie. Ganz langsam erhob sich Martin, doch sofort war Lena da, packte sein Handgelenk und zischte leise. Ihre Berührung sandte Schockwellen durch seinen Körper, sie war eiskalt. Aber jetzt konnte er keine Rücksicht nehmen, er musste das hier beenden! Hart Griff er die Arme Lenas, schob sie grob weg. Im nächsten Augenblick, noch ehe er weiter nachdenken konnte, legte sich etwas scharfes an seine Kehle. Sabine steigerte sich erneut in einen Heulkrampf, doch Marzin war wie erstarrt. Marco hielt ihm ein Messer an den Hals! Sein Kind! Sein...wie konnte er nur! Es war als bräche etwas in Martin. Was war geschehen, dass sich sein Nachwuchs gegen ihn richtete? Langsam ließ er sich zurück auf die Bettkante sinken, Marco noch immer hinter sich. Lena sah zu ihrer großen Schwester. Diese stand weiter an der Tür, leicht die Knie gebeugt erinnerte sie Martin an ein Tier, dass bereit war, jederzeit anzugreifen oder zu fliehen. Lindas Stimme klang gebrochen, gehetzt
    hatte einen bitteren Unterton, einen Nachhall von Wahnsinn. «Ich...will wissen warum. Und wie!». Zu Martins Entsetzen klang sie eher wie jemand, der Gleichaltrige anmeckerte, als jemand, der einem Albtraum gegenüber stand. Das fremde Mädchen lächelte so breit, dass sie spitze Zähne offenbarte, die ihr kindliches Gesicht zu einer grausamen Maske verzerrten. «Du kannst überleben Linda», flüsterte plötzlich Lena und langsam ahnte Martin, was geschehen würde. Er wusste wie man Menschen einer Gehirnwäsche unterzog. Zuerst jagte man diesem Menschen Todesangst ein. Linda sah aus, als hätte sie mehrere Tage Folter hinter sich, Martin konnte nur raten, was sie alles durchgemacht hatte. Und vor allem war sie alleine gewesen. Menschen in großer Panik neigten dazu, Schutz zu suchen. Aber Linda war alleine gewesen, soweit er beurteilen konnte. Isoliert, von allen verlassen, suchte man langsam rationale Gründe, was man getan hatte, um das zu verdienen. Manchmal ließ man Menschen so lange in dieser Einsamkeit bei ständiger Angst, dass sie verrückt wurden. Und sobald man diese Leute soweit hatte, dass sie alles tun würden, um dem Albtraum zu entgehen, um alles wieder gut zu machen, da gab man die Möglichkeit der Rettung. Linda sah aus, als ob sie alles tun würde, allem zustimmen, sofern sie das rettete. Mit schrecklicher Gewissheit wusste Martin, was der Preis sein würde. Er wusste, was Linda heut sagen würde. "Ich werde alles tun...». Hörte er ein Flehen in ihrer Stimme? Das Mädchen nickte, selbst diese kleine Bewegung jagte eine Gänsehaut über seinen Rücken. «Dann mach dem Unrechten ein Ende. Er hat jeden im Stich gelassen», erklärte Marco dieses Mal. Er trat von Martin weg um Linda das Feld zu überlassen. Martin starrte wortlos seine Tochter an, die langsam das Messer hob und auf ihn zukam. Sabine wich an die Wand zurück und heulte, doch Martin sah Linda in die Augen. «Tu das nicht....», stammelte er, jeder Schritt brachte sie näher, schien seine Lebenszeit zu verkürzen. «Was hast du mit den Kleinen gemacht?», stieß er hervor. Er wollte wissen, was Lena und Marco verändert hatte. Er rechnete nicht wirklich mit einer Antwort, deswegen war er erstaunt, als Marco antwortete. «Wir gehen auf dasselbe Internat». Martin blinzelte. Ein neues Rätsel, dessen Antwort er wohl nie erhalten würde. Linda vor vor ihm. Sie hob das Messer. Wenn sie jetzt zustechen würde, wäre sie dann wie dieses Mädchen? Er wusste es nicht. Wie so vieles. Bebend wartete er auf den Stoß.

    13
    Das Plastik des Griffes lag in meiner Hand, ich spürte die Wärme, die er annahm. Sie hing von mir aus. Ich war noch warm. Nicht kalt...kalt wie Lena
    Das Plastik des Griffes lag in meiner Hand, ich spürte die Wärme, die er annahm. Sie hing von mir aus. Ich war noch warm. Nicht kalt...kalt wie Lena, kalt wie Marco und dieses Mädchen. So viel hatte ich erfahren! So viel hatte ich gelernt! Ich hatte keine Angst mehr, ich schwebte in jenen Bereichen des Gehirns, die jenseits von Gut und Böse, Freude und Trauer lagen. Manche würden was Wahnsinn nennen, bestimmt. Ich wusste, dass das Mädchen recht hatte. Mein sogenannter Vater hatte kein Recht mehr zu leben, er hatte uns alle enttäuscht! Ich hatte Blut an den Händen. Im Mund. Und ich fand es nicht mal so schlimm. Ein berauschendes Gefühl hatte mich ergriffen. Ich konnte entscheiden weiter ging. Ich hatte die Wahl. Ich sah auf Dad herab. So erbärmlich. Hatte ich auch so ausgesehen? War ich auch so ein Häufchen Elend gewesen? Gut dass das vorbei war. Aber bevor ich ihn vernichtete, musste noch jemand anderes daran glauben. Oh ja. Ich hatte das Messer. Ich hatte die Macht. Und die genoss ich. Ehe das Metall auf das Fleisch meines Vaters treffen konnte, wirbelte ich herum, mit der Gewandtheit eines Tieres, überwand die zweieinhalb Meter, die mich von ihr trennten und stieß zu. Ich spürte den Widerstand der Haut, die aber fast sofort nachgab. Spürte ein Rucken und dann wie die Klinge auf etwas hartes traf. Ich hatte eine Rippe getroffen? Anfangs hatte ich Scheu gehabt, gefürchtet, nicht die Willenskraft zu besitzen, den Stahl in einen menschlichen Körper zu treiben. Doch eigentlich war es ganz einfach. Lenas Schrei gellte durch die Hütte, lauter noch als Mums Kreischen, Dads Brüllen. Ruckartig zig ich das Messer heraus und leckte mir über die Lippen, holte erneut aus und rechnete damit, dass jemand eingriff, doch keiner behelligte mich. Gut so. Sehr gut. Ich zerrte Lena an den Haaren hoch, zwang sie, mich anzusehen. Du bist an allem schuld. Du hast die Fremde hereingelassen, dachte ich. Aber jeder hatte Schuld. Und jeder würde bezahlen. Ich war als einzige unschuldig! Ich richtete hier! Alles was ich tat war gut! Wieder fuhr die Waffe hinab, traf dicht über dem Becken. Blut quoll hervor, Lena kreischte, wand sich und tobte. Ich stand gelassen auf. Sie würde verbluten. Schade um den Teppich. Jetzt der nächste. Langsam, um ihnen einen Moment des Entsetzens zu gönnen, drehte ich mich um. Oh ja, sie fürchteten mich! Demonstrativ gelassen leckte ich das Blut vom Messer. Dad stieß einen gurgelnden Schrei aus, packte Mum am Arm und rannte aus dem Zimmer. Sollten sie doch. Weit würden sie nicht kommen. Ich hatte alle Zeit der Welt. Das Mädchen würde mich nicht aufhalten. Das einzige, was sie sehen wollte, war Blut. Und das fiel mit meinen Interessen perfekt zusammen. Blieb noch Marco. Marco. Mein kleiner, verräterischer Bruder. Er ahnte, was ihm blühte, doch weiterhin hoffte er auf den Schutz des Mädchens. Verständlich. Aber vergebens. Auch ihn traf meine Klinge. Es war herrlich befreiend, endlich befreit zu sein. Noch nicht ganz zwar, aber fast. Nichts war ewig. Nichts was die Sterblichen betraf. Nichts dauerte lange. Und das war auch gut so.

    Martin rannte mit Sabine im Schlepptau. Er trampelte die Treppe hinunter, voller Panik. Er erwartete, dass sich jederzeit etwas in seinen Rücken bohren würde. Etwas ihn zu Fall bringen würde. Sabine war mit den Nerven am Ende. Sie würde nie wieder normal leben können. Keiner von ihnen. Kurz überlegte Martin, nach draußen zu fliehen, doch Schutz hätten sie da wenig. Also wohin? Er entschied sich für das Wäschezimmer, stieß seine Frau zuerst hinein und folgte, schlug krachend die Tür zu und drehte den Schlüssel um, hielt die Luft an. Ganz leise jetzt. Eine gefühlte Ewigkeit saßen sie da, zwischen Wäschekorb und Waschmaschine. Die Dunkelheit war wie ein Mantel, der sie statt zu schützen versuchte sie erdrosseln. Jeder Atemzug war eine Qual, die Angst stieg wieder, er drohte durchzudrehen. Ablenkung war unmöglich, die Gegenwart unerträglich, die Zukunft....nicht vorhanden. Oder hatte er vielleicht doch noch Grund zur Hoffnung? Draußen prasselte der Regen immer stärker, einige Male zuckten Blitze auf und grollender Donner rollte durch die Nacht, die inzwischen weit vorangeschritten sein musste. Und dann der dumpfe Knall. Etwas hatte den Boden im Flur erschüttert. Martin presste die Lippen zusammen, Sabine biss sich fest in die Hand, um einen Schrei zu ersticken. Dann geschah alles ganz rasch. Die blutige Hand schlug gegen das Fenster hinter Sabine. Ihr Schrei ging im Donner unter, ein Blitz zuckte und erleuchtete die Gestalt draußen. Wimmernd und schluchzend wich sie an die Wand zurück, weit weg vom Fenster. Im selben Moment ging knarrend und langsam die Tür auf. Die verschlossene Tür. Ein kalter Windzug streifte sie, erreichte auch Martin. Ein rasselndes Atmen erklang und sie konnten durch den breiter werdenden Spalt eine Bewegung in der Dunkelheit erkennen....


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    Ich habe jetzt einige blutige Szenen ausgeschnitten, hoffe das geht in Ordnung (deswegen sind die Kapitel nicht so lange)

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1473953314
Todesangst - Time to die
Todesangst - Time to die
Vertraue niemanden. Nicht mal deiner Familie. Denn du weißt nicht, wer sie sind. Du kannst nur an dich glauben. Du bist allein. Aber nicht ganz. Denn sie lauern dort. Sie warten. Sie kennen deine Schwächen. Sie sind hier. Vielleicht schon in deinem Zim...
http://www.testedich.de/quiz44/quiz/1473953314/Todesangst-Time-to-die
http://www.testedich.de/quiz44/picture/pic_1473953314_1.jpg
2016-09-15
40J0
Horror, Krimi

Kommentare (200)

autorenew

Eisblatt ( von: Eisblatt)
vor 64 Tagen
Weiterschreiben, bittöööö!^^
Ben (35539)
vor 108 Tagen
Als ich mit meinem Vater in den Bergen war, hatte ich auch Alpträume, jaja...

Asyyyyraaaaaa?
Eisblatt ( von: Eisblatt)
vor 143 Tagen
Sehr gute Geschichte. Obwohl ich die Angst in Person bin^^ heute Nacht habe ich bestimmt Alpträume... konnte mir die Bilder nicht anschauen, sonst wäre ich gestorben...^^
geist ( von: geist)
vor 144 Tagen
Asyra, wie geht es denn nu weiter???
Hestia ( von: Hestia)
vor 169 Tagen
Ich weiß ja nicht, ob es stimmt, aber könnte es sein, dass wenn Martin und Marion die Kinder ins Auto gelassen hätten, überhaupt nichts schlimmes passiert wäre?
geist ( von: geist)
vor 171 Tagen
Auf jeden Fall Asyra ;D
Asyra ( von: Asyra)
vor 171 Tagen
(Danke für die Kommis xD wenn noch Interesse besteht, beende ich die Story^^
Lavi der Apfelmus ( von: Lavi der Apfelmus)
vor 186 Tagen
Oh man ich hab die Story gestern von 23:30 bis heute 1:30 gelesen...
richtig gut!
Anfangs hatte man mehr Angst, als beim Ende - das Ende finde ich richtig hartkor, ihre eigene Familie ! Wieso kann sie nicht das unbekannte Mädchen umbringen?! Linda würde doch ewig in die Psychiatrie/ in den Knast kommen... Martin könnte doch seine damalige Freundin anrufen und fragen, ob das Mädchen auch bei ihr wsr...😳
Oh nein, Linda kann das Mädchen doch gar nicht umbringen! Sonst kommt es etwa in zwanzig Jahren bei ihr wieder...
Ich glaub, es muss sich jemand opfern und das unbekannte Mädchen töten, wer dann auch noch stirbt...
Ich fande es etwas zu blöd mit den zwitschen ( die Sicht von zwei personen - Martin und Linda) aber alles wirklich gut...
moon (73628)
vor 229 Tagen
Einfach nur Der Hammer!
Seerose ( von: Seerose)
vor 237 Tagen
Krasse Geschichte Asyra. Respekt ^^ hat mir ehrlich gefallen. Man konnte total mitfiebern und sehr krass geschrieben. Ich bin begeistert und bitte mach weiter
Asyra ( von: Asyra)
vor 243 Tagen
Krasser Kommentar^^, blutiger Tod würde ich sagen^^. Danke!
Vielen, vielen Dank für die Netten Kommentare!

Hier die Hörversion:

https://m.youtube.com/#/playlist?list=PLK3seatOz4T1-Mfw4Vcj8oSllthptCCHv
Mord durch blut'ge Kralle (87870)
vor 247 Tagen
Sehr schön anschaulich (blutig) geschrieben, auch Angstzuständen, Gefühle und Gedanken sind gut eingebracht...
Den Tod hast du ebenfalls gut beschrieben und die Gedanken der Personen...
Gut gelungen sind dir auch die Einblicke in die Vergangenheit, ich wünsche dir noch viel Erfolg!

Vom Jungen der in Dornen starb und noch im Tod zu bluten begann und durch die siebenlebige Katze Krallen gefallen ist...
Asyra ( von: Asyra)
vor 253 Tagen
Naw, vielen Dank^^. Ja, ich schreibe zur Zeit an einem Buch^^, lieb von dir 🙈

Diese Story hier...sagen wir so, ich weiß noch kein gutes Ende xD

Derweil eine neue Horror(?)-Story von mir 😆

http://www.testedich.de/quiz45/quiz/1481543653/Todesangst-Everlasting-lost
Blutscherbensplitterfall (17580)
vor 262 Tagen
Hast du schon mal darüber nachgedacht
ein Buch zu schreiben? Man kann
dein Talent überhaupt nicht in Worte fassen...
Deshalb von mir nur: DIE BESTE
STORY EVER!
Asyra (88291)
vor 269 Tagen
Also ich stell bald ne neue Story unter dem Leitmotiv Todesangst rein.

Das Ende von dieser Story schreibe ich grade um^^
Ascona ( von: Ascona)
vor 278 Tagen
Mir auch. Wann geht es denn weiter asyra
Aka Kind ( von: Aka Kind)
vor 280 Tagen
Vielen dank Asyra. Und tut mir leid wegen dein Handy.
Aka Kind ( von: Aka Kind)
vor 283 Tagen
Hey Asyra ich habe mal ne frage. Wie bekommt man von Handy aus eine FF reingestellt? Freu mich schon auf dein neues Kapitel. Lg Aka Kind
geist ( von: geist)
vor 284 Tagen
Verdammt O_O Totalschaden oder kannste deine Daten noch retten?
Asyra ( von: Asyra)
vor 285 Tagen
Facharbeit war grausam XD Aber hat gepasst. Leider ist das Handy kaputt -.-...und da ist das nächste Kapitel drauf...